Angst

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Keylon von Salberg
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Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20

Angst

Beitrag von Keylon von Salberg »

Angst.
Er dachte er kannte dieses Gefühl.
Das Gefühl der Angst, als er in Drakhons Keller saß. Gefangen an einer kalten Kette. Gefoltert, gedemütigt. Angst.
Ja er hatte Angst gehabt. Angst um sein Leben.
Angst davor, was als nächstes in dem kranken Hirn des Rabendieners für Ideen erwuchsen. Für Keylon waren Rabendiener der Abschaum. Er hegte solchen Hass gegen sie das ihm dieser Hass half die Angst zu bezwingen.
Hass war natürlich ein Gefühl Alatars, aber Keylon fühlte sich im Recht, da er streng an Temora glaubte und für sich einfach annahm das es rechtens ist solch eine Kreatur auch im Namen Temoras dann zu töten Und Keylon hätte Drakhon ohne zu zögern getötet wenn er ihm bei gekommen wäre.

Drakhon und die Rabendiener war eines....
Dazen Wolfseiche ein ganz anderes Thema.
Zu oft war er ihm schon begegnet, und doch vermochte er ihn nicht ganz ein zu schätzen.
Der dunkle Ritter zeigte gar Anzeichen von … Ehre, so glaubte er, was ihn wohl zu der aberwitzigen Idee gebracht hatte, Dazen zu fordern.
Auch wenn er selber kein Ritter war, und somit gar nicht in der Lage gewesen wäre einen Ritter zu fordern, so hatte er doch gehofft der Ritter würde darauf eingehen.
Doch zu seinem Leidwesen hatte Dazen die Bedingungen geändert.
Und auf einmal hieß es nicht mehr freier Abzug, sondern Keylon sollte ihm gehören wenn er verlieren würde.
Das dem jungen Gardisten dies nicht wirklich schmeckte war klar und in seiner Not hatte er sich der Frau Oberstleutnant anvertraut. Er fühlte sich verantwortlich diese Forderung nun so wie sie da stand ein zu gehen. Seiner eigenen Ehre wegens.
Wie erleichtert war er als die Knappin ihm einen Weg aus dieser Bredrouille weisen konnte.
Dazens Forderungen waren einfach nicht akzeptabel.
Sie war es auch die die Antwort formulierte und Keylon glaubte sich damit aus dem Schneider.
Noch immer war er sich nicht im Klaren was ihn geritten hatte. Größtenwahnsinn?
Dummheit?
Jedenfalls hatte er sich mehr als nur Selbst überschätzt.
Zum Glück hatte ihn die Frau Oberstleutnant auf den Boden der Tatsachen zurück geholt.
Er sollte jetzt besser ein wenig mehr nachdenken bevor er irgendetwas folgenschweres von sich gab.
Tja seine Ungeduld, seine nicht gerade gute Beherrschung... das würde ihm noch einmal zum Verhängnis werden. Wie oft hatte Onkel Arwan ihm dies schon Prophezeit.
Diesmal wäre es fast wahr geworden.
Er versprach sich zu Bessern und wenigstens für diese Woche keinen Salbergtismus mehr anzustellen.
Salbergtismus war in Wort das die Knappin inzwischen für ihn erfunden hatte und bedeutete soviel wie Unfug-Blödfung-Dummfug!.

Die Woche jedenfalls war gelaufen.
Dachte er zumindest.
Doch die Fettnäpfe gingen ihm nicht aus dem Wege, und er sprang auch noch direkt hinein .
Nach Bajard zog es ihn, um dort beim Zwergenschmied ein Schwert zu kaufen.
Auf dem Weg heim, begegnete ihm eine Frau der es nicht gut zu gehen schien.
Keylon wollte ihr nur helfen, und sie kamen ins Gespräch.
Das wer man war und was man war, und als die Frau hörte das er ein Gardist war, schien sie sie sich verabschieden zu wollen. Keylon war das ganz recht, er drehte sich um, um im selben Moment zu spüren das die Frau ihn von hinten angriff.
Ein einfacher Dolch doch durchaus auch tödlich wenn man keine Rüstung trug.
Sie erklärte ihm das sein Blut Alatar gefallen würde und nahm keine Rücksicht, ihre Absicht war eindeutig.
Doch Keylon war geschult im Kampfe, weniger Opfer als sie wohl gedacht hatte, und so wehrte er sich. Immer wieder versuchte er sie zum Aufgeben zu überreden, sich ergeben, aber die Frau deren Name Keylla war, kämpfte bar jeder Vernunft.
Keylon konnte gar nicht anders als sich zu wehren und am Ende stach er seinen Dolch in ihre Seite, worauf jene Frau darniedersank und auch zu Keylons Schrecken den Stich nicht überlebte.
Eine herbeigeilte Heilerin titulierte ihn gar als Mörder, obwohl sie hatte sehen und hören müssen das er sie zur Aufgabe zwingen wollte.

Als Keylon sie dann noch untersuchte und einen Ring der Prätorianer fand, war dann alles für ihn klar. Sie war eine Rahalerin die unter Dazen Wolfseiche diente.
Der Ritter würde alles andere als Erfreut sein.
Fast ohne jeglich Blut im Gesicht, half er der Heilerin der er sich auch noch vorgestellt hatte, die Leiche zur Kutsche zu bringen, damit sie die Tote heim nach Rahal bringen konnte.

Welch dumme Idee.
Welch Leichtsinnige Idee.
Aller spätestens jetzt wurde Keylon klar das er soeben nicht nur eine Frau umgebracht hatte, auch wenn es Notwehr war, sondern sich … möglicherweise, soeben ein zweites Mal Dazen Wolfseiche in die Quere kam.
Keylon konnte nur hoffen das die Frau ihm nicht zu nahe stand. Er sie vielleicht nicht mal ausstehen konnte. Wenn doch ….
Keylon dachte nicht weiter.
Wollte nicht weiter denken.
Zum ersten Male kroch richtige Angst in ihm hoch.
So viel hatte er schon erlebt, aber immer gab es irgendetwas das ihn von der Angst ab zu halten vermochte.
Sein überzogenes Ego … ja er hatte es durchaus eingesehen.
Sein Hass, bei Drakhon, Vaterlandsliebe und Stolz bei einer Schlacht.
Und jetzt?
Würde ihn Drakhon jagen ?
Er war nur ein kleiner Gardist.... und doch.
Es schnürte ihm die Kehle zu.
Nicht nur die Angst um sich selber beschäftigte ihn, sondern auch die Angst um seine Familie.
Was würde Dazen tun ?
Wie weit würde er gehen? War er wirklich so ehrenvoll das er sich nur an ihn selber wenden würde?
Oder empfand er ihn gar nicht so bedeutsam, das er sich überhaupt um ihn scheren würde.

Keylon wusste es nicht.
Er wusste nur eines.
Das er in seinem Leben zum ersten mal richtige Todesangst empfand.
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