[Miniquest Rahal]: Blutige Rache [Teilnahme erwünscht]

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Janos Brynn
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Registriert: Freitag 28. November 2014, 20:16

[Miniquest Rahal]: Blutige Rache [Teilnahme erwünscht]

Beitrag von Janos Brynn »

Etwas stimmte nicht.

Etwas stimmte an diesem Morgen so überhaupt nicht… Das Schiff aus Bajard hatte erst vor einer halben Kerzenlänge in Rahal angelegt und angefangen die Waren auszuladen als Janos endlich mit seinem gut beladenen Pferd von Bord gehen konnte. Die Jagd in der letzten Nacht war so ergiebig, dass die Packtaschen allerlei Schätze enthielten, die sich in Rahal sicher gut verkaufen lassen würden.

Jeder der Janos kannte, seine andere Seite kannte oder wenigstens erahnte, der würde wissen das Jagd auf Hirsche, Vögel und anderes Kleingetier wohl nur ein Vorwand dafür war, dass er seinen Trieben nachgehen konnte. Dieses wunderbare, wärmende Gefühl wenn sich der rote Lebenssaft des Opfertieres über die Hände ergoss, wenn die scharfe Klinge durch das Fleisch schnitt und hier und dort über die Knochen des Brustkorbs streifte.. Er liebte das. Er kontrollierte den Drang so gut es ging.. Tiere.. niemand kennt sie, niemand fragt nach Ihnen und niemand vermisst sie wenn sie am Abend nicht nach Hause kämen..

Aber an diesem Morgen stimmte etwas nicht. Wie jeden Tag drehte Janos noch die ein oder andere Runde durch den Hafen… Macht der Gewohnheit und ein Gefühl der Sicherheit wenn man nicht auf direktem Wege zu seiner Hütte zurückkehrte. Nicht ohne Grund hatte er damals darauf geachtet, dass es mehr als einen Weg hinein- und wieder hinaus gibt. Er kam am Stall des Hafenviertels hinaus als er in der Bewegung erstarrte, die Hand instinktiv auf seinen noch immer Blutverschmierten Dolch unter seiner Robe glitt und er auf den Eingang seiner Hütte blickte. Nicht nur die Erde vor seiner Türe zertrampelt worden war… nein auch die Türe stand einen kleinen spaltbreit auf. Er band das Packpferd an, zog den Dolch aus der Seide und verbarg ihn gekonnt in der Handinnenfläche als er sich seiner Haustür näherte..

Gut zwei Kerzenlängen später stand das Packpferd schnaufend und immer noch beladen im angrenzenden Verschlag während Janos äußerlich still und beherrscht, innerlich kochend im Chaos seiner Hütte stand. Offenbar hatte es ein Einbrecher gewagt über seine Schwelle zu treten, sein Gold fehlte, sein Diamantschild fehlte ebenso und darüber hinaus einiges seiner weniger wertvollen Habseligkeiten. Die übrigen Besitztümer lagen zerschlagen und wild verteilt kreuz und quer in seiner Hütte zerstreut… Jemand hatte es gewagt… Aber dieser jemand hatte Spuren hinterlassen. Ein Lumpenhemd, eine verdreckte Robe und offenbar der alte Kräuterbeutel des Eindringlings lagen achtlos neben dem Schrank offenbar dort fallen gelassen, wo er sich das Schild von Janos unter den Nagel gerissen hat.

Mit Anbruch der Dämmerung hatte Janos sich gesammelt, sich seinen Plan für die Nacht zu Recht gelegt. Die Schlussfolgerung war einfach, fast naheliegend und er musste feststellen, ob er damit rechtbehielt: Ein Bettler, Tagelöhner oder Streuner der von heute auf morgen zu plötzlichem Reichtum kam, würde sicherlich in einer der Tavernen sein frisch gewonnenes Gold gleich in Braten und Gerstensaft umsetzen.. Gut vorbereitet überprüfte Janos seine Ausrüstung… die Nachtschwarze Kleidung die er einst auf dem Markt erstanden hatte und seine zwei besten Dolche... Einen in der Brusttasche, den anderen im Schaft seines Stiefels. Das würde genügen…

Weit nach Mitternacht fand er schließlich eine stinkende Kreatur in einer kleinen Wirtschaft am Rande von Düstersee. Mit einem Nicken bestellte er sich beim Wirt einen guten Roten… Roter Saft, wenn auch noch nicht der richtige für diesen Abend und beobachtete den Mann ausgiebig. Ohne Reue bestellte dieser Bier und Schwein, genügend Teller für eine halbe Kompanie stapelten sich um seinen Platz. Gut eine Stunde verging ehe der Mann schließlich dem Wirt einen Goldsäckel zuwarf und sich rülpsend auf den Heimweg machte. Um nicht aufzufallen, schüttete Janos den Rotwein, welchen er nicht mit einem Schlucke gewürdigt hatte, unter sich auf die Holzplanken der Wirtschaft, legte diesem eine Krone auf den Tisch und sah gerade noch, wie dieser „seinen“ ehemaligen Goldsäckel mit einem wohligen Grunzen in eine große Holztruhe legte. Der Wirt hatte seinen Taler gemacht und Janos sein Ziel gefunden.

Im Dunkel der Nacht folgte Janos dem Streuner durch den Wald. In sicherer Entfernung… Sicher… Sicher für wen… Aber wenn er seinen Diamantschild wiederbekommen wollte, müsste er den Dolch solange ruhen lassen, bis die Ratte ihn zu seinem Bau geführt hatte. Im fahlen Mondlicht tauchte nach einiger Zeit die Jagdhütte auf. Janos selbst hatte darin schon die eine oder andere Nacht verbracht, wenn er auf der Pirsch seinen Trieben folgte. Genau wie in dieser Nacht… - Die Jagd war eröffnet.

Im Schatten der Nacht wartete Janos vor der Hütte bis drinnen das Licht verlosch und das Grunzen und Brummen des Mannes allmählich in ein unruhiges Schnarchen überging. Ein leises Surren, Schaben.. das Geräusch wenn der Dolch aus dem Futteral gleitet.. er liebte es, ebenso wie diese fiebrige Anspannung, das rauschende Blut, das durch seine Adern pochte, sein Jagdtrieb.. Leise öffnete Janos die Tür zu der kleinen Hütte und besah sich in der letzten Glut der Feuerstelle das Innere. Der Kerl lag auf einer Strohmatte in der Ecke, unter Decken und Matten blitzte der feine Diamantstahl seines Schildes hervor und auch sonst erkannte er hier und dort einige seiner Habseligkeiten wieder.
Die blitzenden Dolche in den Händen ging Janos auf sein Opfer zu und blieb – den Moment auskostend – einige Minuten vor dem schlafenden Mann stehen.. Schnell und leise.. Langsam und blutig.. die Szenarien schossen Janos durch den Kopf während das Rauschen um ihn herum immer lauter wurde…

Aus dem unruhigen Schlaf wurde erst ein Schreien, dann ein Stöhnen. Mit weit aufgerissenen Augen starrte der Streuner auf die dunkle Fratze von Janos und dessen blutige Dolche. Den Linken über der Kehle des Mannes, zwang er diesen in der liegenden Position zu verbleiben, während die Rechte immer wieder zu feinen Schnitten ansetze… Gut einen Finger tief drang die scharfe Schneide des Dolchs ohne große Mühe in das Fleisch, der rote Saft quoll aus ihm heraus, lief Janos über die Hände und trieb ihn immer weiter in seinem blutigen Spiel. ‚Mich bestehlen…da hast du dummer Bauer dir den Falschen ausgesucht‘ schoss es Janos in den Kopf während er den Dolch im Bauchraum des Mannes ansetze und ihn quälend langsam darin versenkte. Die Augen des Diebes quollen fast aus ihren Höhlen, während er sich verzweifelt unter der Klinge auf seinem Hals windet. Nach drei weiteren „Löchern“ im Bauchbereich des Mannes blickt Janos auf das angerichtete Blutbad, nickt zufrieden und zieht mit einem kräftigen Ruck die Klinge des linken Dolches quer durch das rote Fleisch.

Mit seinen Sachen bepackt und Blut besudelt, setzte Janos wenige Augenblicke später den Weg nach Bajard fort… Der letzte Rest der Glut im Kamin erlosch und überließ den sterbenden Mann auf der Schlachtbank der Einsamkeit der Nacht.

Am Morgen setzte Janos seine Reise aus Bajard mit dem Schiff nach Rahal fort. Seine Klamotten hatte am Meeresrand vor der Stadt im Dunkel der Nacht noch notdürftig gewaschen und sie in seinem Rucksack verstaut. Noch vor dem Sonnenaufgang erwarb er auf dem dortigen Markt ein leichtes Hemd, schickte einen Botenjungen mit seinen Habseligkeiten auf dem Landweg nach Rahal und setzte mit dem Boot über.

Fast wie am Tag zuvor, nur dass es diesmal stimmte. Alles stimmte jetzt. Nicht nur seinen Besitz und seine Ehre hatte er wieder… Auch seine Leidenschaft hatte er entdeckt, wiedergefunden, wenn gleich Rehe in Zukunft wohl nicht mehr ausreichen würden. Mit einem freudig, gespannten Lächeln zog Janos sich die Bettdecke über den Kopf und schlief ein, als im Hafen von Rahal das Leben erwachte.
Zuletzt geändert von Janos Brynn am Freitag 17. April 2015, 17:15, insgesamt 1-mal geändert.
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