Für das anstehende Fest gab es einiges an Vorbereitungen zu erledigen. Eine der Aufgaben, die Hajifa sich gesucht hatte, war die Vorbereitung der Blumenblätter und Blüten, welche an die Natifahs verteilt werden sollten. Jede von ihnen konnte sie dann aufbewahren, bis der richtige Augenblick gekommen war, oder sie sogleich an ihren Schwarm oder geliebten Mann vergeben. Wenn sich derjenige denn auch für würdig erweisen würde!
Der erste Weg führte also in die Oase und zu den vielen Kakteen in der Wüste. Dort sammelte sie die schönsten Blüten, die sie nur finden konnte. Vorsichtig fanden sie einen Platz in Hajifas Hakimtasche, die für solche Aufgaben bestens geeignet war. Als sie eine geeignete Anzahl beisammen hatte, war natürlich die Frage, was man damit machen sollte? Normalerweise trocknete sie Pflanzen, um sie haltbarer zu machen. In diesem Fall erschien ihr dies jedoch kein geeigneter Weg.
Vielleicht könnte sie die Göttin darum bitten, dass sie etwas von ihrem Segen auf die Blüten legte? Wie aber könnte sie das anstellen? Dazu musste sie sich etwas ausdenken. Vielleicht würde es klappen.
Zunächst suchte sie sich einen großen Bottich und füllte ihn mit dem reinen Wasser der Oase. Darin wurde die Blüten gestreut, welche dann fröhlich im Wasser trieben. Die nächsten Tage waren erfüllt von tiefen Gebeten und dem Versuch die Verbindung zur Mara besonders intensiv zu erfahren und zu spüren. Aber auch die Kraft Eluives zu lenken, damit ihre Schöpfung erhalten und lebendig blieb. Erfüllt von der Liebe zwischen Menekanern und der Mara sollten die Blüten erstrahlen.
Wie jede Menekanerin wusste Hajifa dabei jedoch auch, dass die Gaben der Mara stets mit großer Ehrfurcht behandelt werden mussten und man immer ihren Wert anerkennen musste. Deshalb hatte sie für die Mara Opfergaben vorbereitet. Dabei war sie ganz ihrem Herz gefolgt und hatte auf einem kleinen, improvisierten Altar, neben Kerzen die angezündet wurden, auch noch leckeres Menekanisches Essen und Früchte vorbereitet. Reines Wasser, welches den Unterschied zwischen Leben und Tod in der Durrah ausmacht. Letztlich verstreute sie noch etwas Salz, das höchste Gut der Menekaner, verfeinert durch die uralte Handwerkskunst der Salzschürfer. Die Mara gibt und die Mara nimmt.
Der Abschluss der Segnung würde im Tempel, während der Messe selbst geschehen. Die Bedeutung jedes einzelnen Blattes und jeder einzelnen Blüte würde aber die Natifah, die sie erhielt selbst erschaffen. So blieb es Hajifa nur übrig zu hoffen, dass die Mara ihr Ansinnen erkennen würde und diesem Anliegen etwas von ihrer Kraft verleihen würde. Das Band der Liebe sollte gestärkt und gefestigt werden.
Vorbereitung für das Blütenfest
- Hajifa Yazir
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