(RP) Veränderungen und Schicksalsschläge

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Gast

(RP) Veränderungen und Schicksalsschläge

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Selim war nach seiner Rückkehr wieder fester Bestandteil der Familie
geworden und arbeitete, wenn er nicht gerade in den Salzbergen war, im
Wüstenbasar und widmete sich dort dem täglichen Treiben und Handeln mit
dem kostbaren Gut. Wochen und Monate vergingen und so steigerte er seine
Fähigkeiten und Kenntnisse rund um das Schürfen des Salzes und der
verschiedene Erze äußerst rasch und war teilweise schon in der Lage, das
kostbare Pyrianerz abzubauen und dieses in Barren zu verarbeiten. Mit der
Schmiedekunst hingegen ging es schleppend voran und nur zu oft musste
er sich förmlich dazu zwingen, sich in dieser Kunst zu schulen und seine
Fertigkeiten zu verbessern. Zeitweise erweckte es den Eindruck, als sei er
mit seinen Gedanken woanders. Nur zu oft musste er an die tragische
Geschichte und das tragische Ende seiner Eltern sowie die Erzählungen
seiner Schwester Aylin denken.

Immer öfter erwischte er sich dabei, wie er Aylin bei den Studien um die
Alchemie und der Heilkunst über die Schultern schaute, sie mit Fragen
löcherte und teilweise sogar versuchte mit ihr zusammen Tränke zu mischen
oder gar in der Bibliothek von Menekur entsprechende Schriften zu
studieren. Das Gefühl eines Tages hilflos neben einem Freund, einem
Familienmitglied oder gar seiner Schwester zu stehen und ansehen zu
müssen, wie diese verenden ohne das er helfend eingreifen kann, lässt
nicht von ihm ab und bohrt sich mit jedem Tag mehr in sein
Unterbewusstsein.

Und so kam es wie es kommen musste, er vernachlässigte immer öfter seine
Arbeit, seine täglichen Pflichten und verbrachte Stunden und Tage über
den Büchern seiner Schwester oder in der Bibliothek. Zweitweise hätte
man denken können, er liest einen fesselnden Roman, eine spannende
Geschichte oder ähnliches, doch letztlich waren es nur alte Bücher mit
vergilbten leicht zerknitterten Seiten voll mit trockenem und
theoretischem Wissen über die Heilkunst und die Kräuterkunde. Auch die
Heilerstube suchte er hin und wieder auf, nahm an der Seite Platz und
beobachtete still und schweigsam die dortigen Tätigkeiten und
Behandlungen von Kranken oder Verletzten. Das kleine Büchlein was er
stets bei sich führte, füllte sich mit einer Vielzahl von Notizen und Skizzen
und war sein täglicher Begleiter geworden. Jede Gelegenheit wurde genutzt
um diese Notizen zu ergänzen und durch eigene Gedanken zu untermalen.

Natürlich blieb dass Verhalten und die neuerlichen Vorlieben von Selim nicht
gänzlich unentdeckt. Das Gerede innerhalb der Familie und des Volkes
wurde von Tag zu Tag lauter. Er selbst wurde immer mehr zum Eigenbrötler
und scherte sich nicht um das Getratsche der anderen. In seinen Augen
tat er nichts falsches und so wird ihm die Mara gewiss beistehen, sollte
er sich dazu entschließen diesen Weg bis zum Ende zu gehen.
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