Weit zurück gelehnt in den bequemen Sessel hatte er nun schon mehrmals den Brief in den Händen gewendet.
Fast als hätte er die Hoffnung, dass sich dadurch die Zeilen auf dem Schreiben verändern würden und irgendwann eine andere Botschaft als die Jetzige enthielten.
Immer noch ruhte der bohrende Blick auf dem Schriftstück, wobei er in der Zwischenzeit lediglich das unruhige Schattenspiel beobachtete, dass die Flammen des Kamins auf die wenigen Zeilen zauberten.
Ein leises und schweres Seufzen entfuhr ihm.
Eigentlich hatte er die Botschaft schon erwartet, aber sie nun in den Händen zu halten und es selbst zu lesen war noch einmal etwas anderes.
Für den Moment eines Herzschlages huschte eine gequältes Lächeln über seine Lippen, manche Dinge waren wohl nicht zu ändern und so ertönte schließlich auch der Befehl durch die Räumlichkeiten des Palastes.
Der warme Sessel stand bald verwaist in der Ecke am Kamin, dessen Flammen lediglich ein Knistern in der letzten Glut zurück gelassen hatten, aber auch das letzte Glimmen verschwand bald....
Die Reise
-
Rafdarn
- Beiträge: 69
- Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20
Während seine Majestät beim Rat weilte, bekam er, Rafdarn, den Auftag, die letzten Truhen auf das Schiff zu verladen, was auch tunlichst besorgt wurde.
Zutiefst betrübt sah er dem Schiff seiner Majestät zu, wie es ablegte. Die lauten Befehle dröhnten in seiner der Stille gewohnten Ohren.
Rafdarn sorgte sich. Würde Majestät tatsächlich die dicken Socken in seiner Privattruhe vorfinden, die er ihm zu oberst gelegt hatte, aus Vorsicht, da eine Kajüte doch nicht über einen wohl geheizten Kamin verfügte?
Würde ihm der Kämmerer, den er dort vorfand, wohin er reiste, seiner Majestät auch immer wohltemperiertes Bier als Schlaftrunk bereitstellen?
Als das Schiff seiner Majestät am Horizont entschwand, wendete sich Rafdarn um, den Blick auf den riesigen Palast gerichtet. Ja, für diesen lebte er ... Der Palast, der seine Majestät verkörperte und all jene, die darin dienten.
Seine Majestät hatte an jedem zweiten Tag der Woche Audienz gehalten. Oh nein, Rafdarn wollte sich nicht anmaßen Audienz zu halten wie seine Majestät, aber dennoch wollte er jedem zur Verfügung stehen, der Majestät eine Botschaft zukommen lassen wollte, und so entschloss er sich, an jedem zweiten Tag der Woche unten im Erdgeschoss für ein, zwei Stunden bereit zu sein, um sich die Wünsche oder Ideen oder Gedanken von Bürgern oder Adeligen ... oder gar Knappen? ... bereit zu stehen, um sie wohlwollend in der allwöchentlichen Post an seine Majestät weiterzuleiten.
Zutiefst betrübt sah er dem Schiff seiner Majestät zu, wie es ablegte. Die lauten Befehle dröhnten in seiner der Stille gewohnten Ohren.
Rafdarn sorgte sich. Würde Majestät tatsächlich die dicken Socken in seiner Privattruhe vorfinden, die er ihm zu oberst gelegt hatte, aus Vorsicht, da eine Kajüte doch nicht über einen wohl geheizten Kamin verfügte?
Würde ihm der Kämmerer, den er dort vorfand, wohin er reiste, seiner Majestät auch immer wohltemperiertes Bier als Schlaftrunk bereitstellen?
Als das Schiff seiner Majestät am Horizont entschwand, wendete sich Rafdarn um, den Blick auf den riesigen Palast gerichtet. Ja, für diesen lebte er ... Der Palast, der seine Majestät verkörperte und all jene, die darin dienten.
Seine Majestät hatte an jedem zweiten Tag der Woche Audienz gehalten. Oh nein, Rafdarn wollte sich nicht anmaßen Audienz zu halten wie seine Majestät, aber dennoch wollte er jedem zur Verfügung stehen, der Majestät eine Botschaft zukommen lassen wollte, und so entschloss er sich, an jedem zweiten Tag der Woche unten im Erdgeschoss für ein, zwei Stunden bereit zu sein, um sich die Wünsche oder Ideen oder Gedanken von Bürgern oder Adeligen ... oder gar Knappen? ... bereit zu stehen, um sie wohlwollend in der allwöchentlichen Post an seine Majestät weiterzuleiten.