Das Wasser schwappt über den Rand des Eimers, als jener zu fest auf den Boden gestellt wird. Leise steigt sie die Stufen nach oben empor, aber sie hätte auch laut stampfen können, es war eh keiner da. Der Zenturio und die Legionäre sind sicher jagen, der Vorsteher wurde hoffentlich vom Blitz getroffen und ist verraucht. Sie geht wieder hinunter und stellt sich an dieselbe Stelle wie gestern Abend. Rowan schließt die Augen und atmet tief durch. "So eine verdammte Scheiße!", die Faust wird auf den Tisch geknallt. Er ist einfach gegangen, ohne einen Blick. Er hat sie bestraft für etwas, was in ihren Augen ihr gutes Recht ist. Wie soll sie jemandem Respekt entgegenbringen, den sie nicht kennt, der einfach ihren Posten bekam. Ohne ein Wort zu ihr, einfach so. Ja, sie ist Schneidermeisterin, aber das war nicht der Verdienst des Fürsten oder des Vorstehers. Nein, das hat sie sich allein erarbeitet. Sie ist wiedergekommen, sie hat ihn gefunden, sie hat sie alle wiedergefunden. Nach all den Jahren ist das der Dank?! Sie hat sich nicht verändert, sie ist immernoch Rowan. Gut, sie ist älter geworden, das Leben der letzten 3 Jahre spiegelt sich in kleinen Falten um den Augen wieder. Aber sie ist immernoch Rowan, Burgvorsteherin der Eisenwart, ersetzt durch einen Mann, der in ihren Augen keine Eier hat und ihren Respekt nicht verdient. Sie ist kein kleines Mädchen, welches sich in die Ecke stellen muß, wenn sie etwas falsch gemacht hat. Sie hat gefoltert, gemordet, gehurt und gesoffen. Wieder schwappt Wasser aus dem Eimer, als sie einen Lappen eintaucht und den großen Tisch im Hauptzimmer säubert. Die Bücher kommen zurück ins Regal, die Papiere, die der Fürst liegen ließ, werden ebenfalls in Sicherheit gebracht. Auch die Stühle werden abgewischt und dann mit der Sitzfläche umgedreht auf den Tisch gestellt. Der nasse Lappen landet mit einem Platsch im Eimer. Rowan nimmt ein altes Stück Stoff, welches an ihrem Gürtel befestigt war und fängt an Staub zu wischen. Die Regale, die Truhen...."Undankbar" murmelt sie immer wieder vor sich her. Sie ist weder intrigant, noch ein Haufen Scheiße. Wortfetzen vom letzten Abend kommen ihr immer wieder ins Gedächtnis. Sie hat den Eid auf den Fürsten geschworen, mit ihrem Leben. Aber sie ist auch ein Mensch und als jener braucht man ab und an etwas Beachtung. Man kann einen Menschen nicht einfach so stehen lassen, ohne ein paar Worte, ohne Antworten. 'Warum?' ist ein kleines Wort mit großen Bedeutungen, welches einen Menschen lange verfolgt. Es ist wie eine Krankheit, es setzt sich in deine Seele und frisst dich von innen auf. Mittlerweile hockt sie auf allen vieren auf dem Boden, den Eimer und eine große Wurzelbürste in der Hand. Wie irre schrubbt sie über die Steintafeln im Boden, in jedem das Gesicht des Vorstehers.
Niemand hat sie dabei gesehen, die Ankommenden werden nur ein sauberes Hauptzimmer vorfinden.
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- Rowan
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Zuletzt geändert von Rowan am Mittwoch 17. September 2014, 15:16, insgesamt 1-mal geändert.