Eine lange Zeit der Trauer, aber auch großer Wut lag hinter Earon. Noch nie hatte er mit einem Verlust wie mit dem Isaacs umgehen müssen. Der ein oder andere Bruder war natürlich wieder verschwunden in den Nebeln der Zeit und der Welt. Manche waren in andere Länder gegangen um dort zu wirken. Nie aber war einer von ihnen direkt vor Earons Augen aus dem Leben geschieden.
Die Wochen danach waren ein einziger Brei von Albträumen und ewigen Planspielen, was anders hätte laufen können, was besser hätte laufen können. War es aber nicht. Isaac war tot und damit musste man sich abfinden. Was nun wichtig war, war einen ordentlichen Abschied zu finden für diesen Bruder, der eine große Lücke in ihren Reihen hinterlassen hatte.
Lange wusste Earon überhaupt nicht, was er machen oder tun konnte. Es den beiden Derwyddon übertragen und sie machen lassen? Nichts machen? Sich den eigenen Gefühlen hingeben?
Letztlich half ihm jemand, den er schon lange nicht mehr gesehen hatte, beinahe vergessen. Nein, nicht vergessen, aufgegeben. Taleon hatte einen der vielen Briefe und Nachrichten Earon erhalten. Neuen Mut und viel Kraft schöpfte der junge Druide daraus und die Hoffnung, sich bald wieder zu sehen.
Dann wusste er plötzlich was er machen musste. Nun so ganz stimmte das nicht. Er hatte es schon lange gewusst, aber sich entweder nicht getraut, oder es nicht machen wollen, dabei war es doch eigentlich so einfach. Warum nannte man die Schamanen der Thyren wohl "Ahnenruferinnen"? Weil sie in diesem Volk für den Kontakt mit den Ahnen und die Reise des Verstorbenen verantwortlich waren und mehr darüber wussten, als alle anderen.
So war es für Earon eine große Freude, als schon am selben Abend Lidwina und Janna in den Hain kamen. Lange unterhielten sie sich. Über die verschiedenen Riten, über Möglichkeiten, wie man einen Abschied feiern könnte. Doch die beiden gaben Earon auch viel Zuversicht und Trost. Ausgesprochen einfühlend und mitfühlend waren sie.
Das erste, was es zu besorgen galt, war etwas, das an Isaac erinnerte. Gegenstände des Verstorbenen, etwas, was an sein Wirken erinnerte vielleicht. So ging Earon in die Nachbarhütte um sie nach etwas zu durchsuchen, was über geblieben war. Nicht jedoch, bevor er einen Brief an die Schwesternschaft geschickt hatte und einen ganz eigenen für Yasme. Aber auch an Shala und Lu musste er Botschaft schicken.
Genau eine Woche nach der Sommersonnenwende würden sie sich wohl wieder im Hain versammeln.
Abschied von einem Bruder
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Earon Auenbacher
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- Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20
Abschied von einem Bruder
Zuletzt geändert von Earon Auenbacher am Donnerstag 26. Juni 2014, 14:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Earon Auenbacher
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Die drei Tage der Trauer für Isaac hatten begonnen. Den Morgen hatte Earon genutzt um bei einer Schneiderin Vorhänge in Trauerfarben zu kaufen. Damit hatte er dann die Fenster der Hütte verhangen, die für die Trauerfeier vorgesehen war. Jene Arbeit hatte ihm geholfen, denn es war eine Ablenkung gewesen. Doch zu schnell war sie vorbei und überlies ihn wieder der Stille der Einsamkeit.
Earon hatte sogar das Gefühl, dass der ganze Hain von der Trauer um den Bruder erfüllt war. Die Tiere waren still, versteckten sich und wenn man sie sah, dann wirkten sie wesentlich ruhiger als sonst. Auch sie spürten wohl, was vor sich ging und mit welchem Schmerz die menschlichen Bewohner nun zu kämpfen hatten.
In Earons Gedanken formten sich alle möglichen Erinnerungen und Eindrücke, Gefühle und Emotionen, die er mit seinem Bruder Isaac verband.
Isaac hatte sie immer mit seiner lebenslustigen Art aufgeheitert. In der Küche war sogar noch etwas von der Suppe übrig, die er für seine Brüder gekocht hatte. Wer würde sich nun um das leibliche Wohl der Gemeinschaft kümmern? Aber seine Kochkünste waren natürlich nicht die einzigen Fertigkeiten, die man an Isaac vermissen würde.
Sein Mut war herausragend. Viel seiner Zeit hatte er darauf verwendet nach Rahal zu gehen und dort unerkannt zu leben und für die Bruderschaft Augen und Ohren offen zu halten. Dabei hatte er wohl nie gewankt und war immer treu geblieben. Jedenfalls hatte Earon nie ein gegenteiliges Wort oder auch nur eine Andeutung vernommen. Dies rechnete Earon seinem verstorbenen Bruder hoch an.
Aber natürlich auch Isaacs Gabe die anderen aufzuheitern und aufzumuntern. Er wirkte immer sehr optimistisch und hilfsbereit. Sofort hatte er sich an der Ausbildung der jüngeren Brüder beteiligt, seine Anmerkungen und Ideen beigetragen. Dadurch hatte er das Leben im Hain bereichert und hoffentlich würden viele der jungen Druiden, die etwas davon mitbekommen hatten, diese Weisheit und Weltsicht in sich bewahren. Earon würde seinen Bruder sicher nie vergessen.
Die wenigen Unterrichte, die sie gemeinsam verbracht hatten, waren im Gedächtnis geblieben. Isaac wäre selbst ebenfalls ein guter Lehrer geworden, denn er wusste, die richtigen Fragen zu stellen, aber auch die richtigen Antwort zu geben. Als Druide der Luft hätte er den Hain und die Ovydd prägen können. Jetzt aber war nur sein Andenken über und das zu bewahren, was er in seiner Zeit angestoßen und mit auf den Weg gegeben hatte.
Immer wieder stiegen in Earon Tränen hoch, wenn er an die Opferbereitschaft seines Bruders dachte und der Verlust, den er darstellte. Bis zum letzten Atemzug hatte er für den Hain gekämpft, aber auch für den Zusammenhalt im Namen Eluives.
So begab der junge Druide sich wieder in seine Hütte und sucht die Stille und Einsamkeit. Die Meditation würde ihm helfen, aber auch die Erinnerungen. Irgendwann würde er sich mit dem Schicksal und dem Verlust abfinden können. Doch Isaac würde nie ganz von ihnen gehen, denn jeder geliebte Mensch hinterlässt eine Spur im Herzen, die bewahrt werden muss.
Earon hatte sogar das Gefühl, dass der ganze Hain von der Trauer um den Bruder erfüllt war. Die Tiere waren still, versteckten sich und wenn man sie sah, dann wirkten sie wesentlich ruhiger als sonst. Auch sie spürten wohl, was vor sich ging und mit welchem Schmerz die menschlichen Bewohner nun zu kämpfen hatten.
In Earons Gedanken formten sich alle möglichen Erinnerungen und Eindrücke, Gefühle und Emotionen, die er mit seinem Bruder Isaac verband.
Isaac hatte sie immer mit seiner lebenslustigen Art aufgeheitert. In der Küche war sogar noch etwas von der Suppe übrig, die er für seine Brüder gekocht hatte. Wer würde sich nun um das leibliche Wohl der Gemeinschaft kümmern? Aber seine Kochkünste waren natürlich nicht die einzigen Fertigkeiten, die man an Isaac vermissen würde.
Sein Mut war herausragend. Viel seiner Zeit hatte er darauf verwendet nach Rahal zu gehen und dort unerkannt zu leben und für die Bruderschaft Augen und Ohren offen zu halten. Dabei hatte er wohl nie gewankt und war immer treu geblieben. Jedenfalls hatte Earon nie ein gegenteiliges Wort oder auch nur eine Andeutung vernommen. Dies rechnete Earon seinem verstorbenen Bruder hoch an.
Aber natürlich auch Isaacs Gabe die anderen aufzuheitern und aufzumuntern. Er wirkte immer sehr optimistisch und hilfsbereit. Sofort hatte er sich an der Ausbildung der jüngeren Brüder beteiligt, seine Anmerkungen und Ideen beigetragen. Dadurch hatte er das Leben im Hain bereichert und hoffentlich würden viele der jungen Druiden, die etwas davon mitbekommen hatten, diese Weisheit und Weltsicht in sich bewahren. Earon würde seinen Bruder sicher nie vergessen.
Die wenigen Unterrichte, die sie gemeinsam verbracht hatten, waren im Gedächtnis geblieben. Isaac wäre selbst ebenfalls ein guter Lehrer geworden, denn er wusste, die richtigen Fragen zu stellen, aber auch die richtigen Antwort zu geben. Als Druide der Luft hätte er den Hain und die Ovydd prägen können. Jetzt aber war nur sein Andenken über und das zu bewahren, was er in seiner Zeit angestoßen und mit auf den Weg gegeben hatte.
Immer wieder stiegen in Earon Tränen hoch, wenn er an die Opferbereitschaft seines Bruders dachte und der Verlust, den er darstellte. Bis zum letzten Atemzug hatte er für den Hain gekämpft, aber auch für den Zusammenhalt im Namen Eluives.
So begab der junge Druide sich wieder in seine Hütte und sucht die Stille und Einsamkeit. Die Meditation würde ihm helfen, aber auch die Erinnerungen. Irgendwann würde er sich mit dem Schicksal und dem Verlust abfinden können. Doch Isaac würde nie ganz von ihnen gehen, denn jeder geliebte Mensch hinterlässt eine Spur im Herzen, die bewahrt werden muss.