Gib jedem Tag die Chance zu erblühen!

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Gast

Gib jedem Tag die Chance zu erblühen!

Beitrag von Gast »

Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Jahre zu geben
sondern den Jahren mehr Leben zu geben.

Alexis Carrel

Immer wieder vermochte man in der Nacht einen Aufschrei vernehmen wenn sie einmal wieder aus ihren Albträumen aufschreckte. Wenn sie morgens erwachte war da immer dieser Schmerz in ihrem Kopf, immer dieser Druck welcher nicht weichen wollte. Anfangs war ihr Übel und Schwindelig zugleich, dennoch schien im Laufe des Tages der Schmerz zu weichen....oder vielleicht gewöhnte sich der Körper auch einfach nur mit der Zeit an einen Schmerz und sah jenen als Bestandteil. Immer wieder huschte das Augenpaar zu einer Wüstenblume welche auf dem Fenstersims in ihrem Zimmer einen Platz gefunden hatte, immer wieder verloren sich ihre Gedanken bei dem Anblick jener Blume...doch die Gedanken verloren sich in ein Nichts. Es war als wollte der Kopf versuchen an etwas zu denken, sich an etwas erinnern wollen und dennoch schienen die Gedanken nicht Anwesend zu sein. Dann viel ihr Blick auf die Truhe welche in ihren Zimmer stand, die Truhe welche den Namen ihres Bruder trug, nachdenklich verweilte der Blick auf dieser einen Truhe. In diesem Moment spürte sie wie ihre Kehle sich zuschnürrte und der Mund trocken wurde, ein Gefühl welches ihr auch ebenso automatisch die Tränen in die Augen drückte....und dennoch weinte sie nicht.

Sie saß einfach auf ihrem Bett und starrte die Truhe an, wieder war es ein Versuch des Körpers sich an etwas zu erinnern, ein Gefühl heraufzubeschwören welches doch Gedanklich nicht in Worte oder Bilder zu fassen waren, sie fühlte etwas aber nichts worauf sie es hätte beziehen können. Die Hände heben sich empor und mit einem langen und tiefen Atemzug streichen jene in einer sanften und weichen Bewegung über die zarte Haut des Gesichtes.
Etwas stimmte nicht, etwas war nicht so wie sie es kannte, sie war nicht so wie sie sich kannte.
Was war alles passiert wieso wusste sie vieles und wieso waren stets immer irgendwelche Gedankengänge verworren und passten nicht ganz zu dem Rest?
Wieso waren die Gefühle da und die dazugehörigen Gedanken nicht?

Sie fühlte die Freude, den Lebensgeist und die Energie welche in ihre Lebte, sie fühlte das sie bereit war einiges zu Bewegen. Arbeit war ins Haus gekommen, ins Hause des Basar's und sie wusste das sie all diese Energie und Freude in diese Arbeit stecken wollte. Sie hatte sich vorgenommen den Basar in altem Glanze zu sehen, vorgenommen sich aufrecht zu stellen, das Kinn zu erheben und dem Untergang der Sonne mit der Kraft des Mondes zu trotzen. Was auch immer es zu bedeuten hatte was in ihrem Kopfe vor sich ging, es konnte warten und wenn irgendwann der Tag kommen sollte andem all das geklärt werden würde, würde sie ihre Aufmerksamkeit dann darauf richten.


An den Scheidewegen des Lebens stehen keine Wegweiser
Charlie Chaplin
Gast

Beitrag von Gast »

Während die Tage vergingen und die Erinnerungen ihr noch immer verschlossen blieben hatte sie der Alltag wieder vollends im Griff. Die morgendlichen Kopfschmerzen waren nichtmehr ganz so schlimm und auch die Nächte in denen sie ständig aufwachte schienen nichtmehr so starke Spuren zu hinterlassen, der Mensch war wohl ein gewohnheitstier und auch an solche Situationen konnte jener sich anpassen. Sie hatte sich so sehr mit Arbeit eingedeckt das sie nichteinmal die Zeit hatte für irgendwelche Gedankengänge sorgen zu können, vielleicht war auch dies der Grund weshalb all die Erinnerungen welche sie verdrängt hatte lange genug in Schach gehalten werden konnten.
Als jedoch eines Abends Lissy ihre Cousine, eingeheiratet in das Hause Bashir, zu besuch bei der Familie war sprach sie Namen aus welche in ihr eine Übelkeit erweckten. Es war keine Übelkeit die von etwas kamen was übel roch oder wiederlich aussah, nein es war eine Übelkeit welche von einem stechenden Schmerzen rührte welcher sich gerade in ihr Breit machte. Dies war auch der Grund weshalb sie sich auf den Weg machte zu ihren Eltern.
'Du kannst dich neda länger davor verschließen Kind, du musst lernen damit zu leben, du bist eine starke Wüstenblume du wirst keine Angst haben müssen dies nicht zu schaffen.'
Das waren die ersten Worte welche ihre Mara gen sie sprach und der Blick sprach Bände. Stückchenweise schienen Gesichter vor ihrem Inneren Auge und Erinnerungen kehrten wieder. Dennoch war es nicht alles was kam, es waren lediglich einige Erinnerungen und Bilder.....und dieses Gefühl, dieser Schmerz und das zuschnüren der Luft.......
Die Tage bei ihren Eltern hatten sie etwas durchatmen lassen, hatten ihr die Zeit gelassen alles Revue passieren zu lassen und als ihr dann die Wüstenblume welche Issam ihr damals geschenkt hatte, in die Hand fiel, so wie auch das letzte Schreiben, wurde ihr Schlagartig klar was alles geschehen war. Alles brach auf sie herein, das verschwinden von Issam, seine wiederkehr, sein Tod. Zafer welcher während des verschwindens um ihre Hand angehalten hatte und ein wahrlich guter Freund war, an ihrer Seite stand und ihr jeden Wunsch von den Augen laß.....und auch er verschwand einfach Spurlos....
Nun war es wieder da, das Gefühl verflucht zu sein.....das Gefühl in den Augen der Mara nicht gut genug gewesen zu sein, so das sie ihr all das genommen hatte.
Gerade als sie sich auf den Heimweg machte und den Brief von Nadim erhielt, sie ihn laß und an Nazeeya denken musste, presste sie die Lippen aufeinander. Nazeeya war eine so starke Nathifa, sie hatte soviele Wüstensöhne verloren und trotz allem war sie immer wieder aufgestanden......Sie war eine starke Nathifa, aber sie wollte nicht das wieder ein Wüstensohn von der Wüste selbst verschluckt werden würde, vielleicht war es an der Zeit mit der Sache der Heirat abzuschließen und sich nur um das geschäftliche zu kümmern, so würden die wenigsten einen Schaden nehmen und sie selbst müsste sich nie wieder diesem Schmerz aussetzen.
Gast

Beitrag von Gast »

Langsam legt sich die Stille in die Schneiderei, die Gedanken, Erlebnisse und Worte kommen wieder, drehen sich in einem ewigen Kreis im Kopf und lassen einem keine andere Wahl als sich mit jenen zu beschäftigen. Gerade die Stille sorgte dafür das all dies noch eine gar erdrückende Form annahm, etwas wovor sie im Grunde eher fliehen wollte. Sich mit solchen Gefühlen beschäftigen zu müssen war weniger angenehm und all das was auf sie einstürzte, all das mit was sie nun endlich leben lernen musste...all das musste verarbeitet werden. Lange hatte sie sich davor verschlossen, es aus ihren Gedanken gelöscht, sie wollte sich nicht über all das klar werden und eigentlich, wollte sie auch nicht darüber nachdenken.

Gedankengänge können wahre Feinde sein, sie können einem die Wahrheit ohne mit der Wimper zu zucken in die Wirklichkeit rufen, meist wissen sie was passiert ehe wir es realisieren. Der Drang zu fliehen, vor all dem Wegzulaufen, er war wieder da...er war fast schon greifbar nah....doch dann, dann gleitet dieser Drang wie Sand welcher in den Händen verweilte und auf die Erde niederrieselt, hinfort.

[img]http://ak8.picdn.net/shutterstock/videos/4882088/preview/stock-footage-close-up-of-the-hand-of-a-woman-drizzling-sea-sand-through-her-fingers-against-an-ocean-backdrop.jpg[/img]

Im grunde war es relativ welche Wege man einschlägt und welche man schlussendlich auch zuende geht, wichtig war alleine nur das man mit sich selbst im reinen war. War sie das? Konnte sie mit sich im reinen sein wo sie selbst doch so lange die Augen vor der Wahrheit verschlossen hatte? Man hatte sie gelehrt all ihre Taten, all ihr können mit viel Stolz zu unterlegen und alles was sie in die Hand nahm, bearbeitete oder verarbeitete, es schien stets einer perfektion gleichzukommen. Doch seit den Tagen der Heimreise war sie einfach nur Chaotisch, es war nicht direkt das außenherum was Chaotisch war...was es oft war da nur ein Genie sein Chaos beherrscht.. nein es war ihr Handeln, ihre Art etwas zu tun.

Während des Gespräches schnürrte sich ihre Kehle immer mehr zu, es war als würde man ihr die Luft zum Atmen nehmen. Ihr Herz verkrampfte sich, der Verstand jedoch zeigte ihr den einzig Richtigen Weg, nur so konnte sie der Familie helfen und vorallem aber ihn schützen. Nur das alleine zählte, denn das Wohl der Familie steht stets über dem Wohl der einzelnen.


Zwei Dinge sind Zeichen von Schwäche:
Schweigen, wenn man reden müsste, und sprechen
wenn man schweigen sollte.
Gast

Beitrag von Gast »

"Halte die Zügel straff, Aaminah. Wenn Dir das Lama jetzt ausreißt, ist die Lieferung verloren!" hallte ein strenger Ruf über die staubige Straße, die sich durch die lebensfeindliche Wüste Menek'Urs schlängelte. Ein großgewachsener Mann stand mitten auf den sandigen Pflastersteinen, welche den Weg an die Grenze Bajards und Rahals markierten. Seine Haltung war angespannt, seine Hände hielten Schwert und Schild, während kunstvolle Verzierungen die Lederrüstung am Körper in güldenen Schein hüllten. Sein Blick gallt jedoch nicht den Lamas oder seiner liebsten Cousine, sondern viel mehr der Bedrohung, die sich vor ihnen auf dem Wüstenweg aufgebaut hatte. Bedrohlich langsam näherten sich dort zwei ausgewachsene Scarabäen, deren gieriger Blick auf dem jungen Mann und der Natifah lag, die das Lama daran zu hindern versuchte, aus dem festen Griff auszubrechen und in Richtung der Wüste fernab des Weges Reißaus zu nehmen.

Viel Entschlossenheit lag in der Haltung, als der junge Mann den zwei Bestien entgegentrat. Waren sie auch das Wappentier der Familie, so würde er ihnen furchtlos entgegentreten und seine zukünftige Rani mit allen Mitteln verteidigen. "Ich halte sie auf und Du wirst Dich langsam zurückziehen, ohne ihre Aufmerksamkeit zu erregen, hörst Du?" sprach er mit eindringlicher Stimme. Ihm war klar, dass die Situation rechts aussichtlos erschien, doch mühte er sich, die Fassung in seiner Stimme zu bewahren, schließlich war es nicht das erste Mal, dass er sich mit einer solchen Situation konfrontiert sah. "Aiwa, Nadim. Ich werde tun, was Du sagst." sprach die junge Natifah von hinten, während ihre Stimme im Vergleich zu ihrem panischen Gesichtsausdruck unter dem Schleier, auf welchen höchstens ihre weit aufgerissenen Augen näheren Aufschluss geben konnten, noch relativ ruhig wirkte.

"Los jetzt, beeile Dich. Eile zurück zu den Stadttoren, wir werden später das Schiff nehmen, Cousine!" rief Nadim, als er Aaminah mit einem kurzen Blick nach hintern bedachte und feststellte, dass sie sich bisher noch nicht in Bewegung gesetzt hatte. "Du hast keine Zeit zu verlieren!" fügte er noch an, ehe sich nun vollends mit einem letzten Blick in Richtung Aaminahs wieder der Bedrohung zuwandte und den Kreaturen hoch erhobenen Hauptes entgegenschritt.....

Es war ein kurzer Kampf, der beinahe schon lautlos ablief. Wie von ihm beabsichtigt, fokussierte sich die Aufmerksamkeit der riesigen Insekten auf das junge Oberhaupt, ehe jene ohne Vorankündigung losstürmten. Geistesgegenwärtig rettete sich Nadim mit einer Rolle zur Seite, wobei die geschärfte Klinge seines Säbels – untermalt von dem schneidenden Geräusch von hochwertigem Metall, das auf Fleisch und Knochen trifft – die Flanke des rechten Scarabaeus aufriss, welcher sogleich zischend zusammenbrach und dort bewegungsunfähig langsam verendete. Ein triumphierender Schrei entrann Nadims Kehle, als er zur Seite blickte und sein Werk wahrnahm. Doch während er noch überrascht von dem zielgenauen Treffer seinen Schild in letzter Sekunde hochriss, um dem zweiten, heranstürmenden Insekt entgegenzutreten, wurde er vom wuchtigen Schlag des Aufpralls förmlich einige Meter durch die Luft zurückgeschleudert, als sich das zweite Insekt mit der ganzen Masse seines Körpers auf ihn warf. Ein dumpfes metallisches Klirren und hölzernes Ächzen war zu hören, als sich die mächtigen Klauen des Tieres durch den Schild bohrten und Nadim, der gezwungen war, seinen Schild loszulassen, mit dem Säbel in seiner Hand vor eine alte Steinsäule geschleudert wurde. Dumpf durchdrang der wuchtige Aufprall Nadims Kopf, als er mit selbigem auf den harten Stein der Säule rücklings traf. Ihm wurde schwarz vor Augen....

"Nadim! Nadiiiim!" drang es dumpf an seine Ohren, während sich seine Augenlieder mit heftigem Blinzeln öffneten. Wie ein aufgescheuchtes Tier versuchte er, sein Umfeld hastig zu überblicken, jedoch versagten seine Augen vorerst, da er noch alles recht verschwommen wahrnahm. Die Stimme näherte sich zügig und er vernahm das Geräusch hastiger Schritte auf dem sandigen Gestein der Wüstenstraße. "Nadiiim, was ist mit Dir?" drang es wieder an sein Ohr, während sich sein Augenpaar auf die Richtung der Geräuschquelle fokussierte und er langsam schemenhafte Umrisse von Aaminah wahrnahm, die sich mit eiligen Schritten näherte. Im selben Augenblick drang ein ohrenbetäubendes und animalisches Kreischen an seine Ohren. Der offensichtlich verzweifeltes und panisches Schreien des mitgebrachten Lamas durchdrang die heiße Luft der Wüste, gefolgt von einem lauten knirschen und einem dumpfen Aufprall, auf welches wiederum ein ersticktes Röcheln und dann Sekunden absoluter Stille folgten. "Nadiim, es hat das Lama getötet! Nadim, so wach doch auf!" drang es nun aus nächster Nähe an sein Ohr. Wieder blinzelte er und konnte tatsächlich die verzweifelte Aaminah vor sich ausmachen, die sich eilig über ihn herunterbeugte und nach seinen Schultern griff, um ihn einmal ordentlich durchzurütteln.
In dieser Sekunde schoss ein stechender Schmerz durch seine linke Schulter – Es war die Schulter seines Schwertarms, die er sich beim Aufprall offenbar ausgekugelt haben musste. Mit schmerzverzerrtem Gesicht und knirschenden Zähnen antwortete er "Ich lebe noch, Aaminah. Ich lebe noch, ich... Warum bist Du nicht gelaufen?" Sein Gehirn begann förmlich zu rattern, als er sich der Gefahr bewusst wurde, in der sie sich beide befanden. "Verdammt, Aaminah! Hilf mir schon auf, ich schaffe es nicht alleine". Mit sichtlich mühevoller Hilfe Aaminahs, aber auch nicht ohne einen beträchtlichen Teil eigener Anstrengung schaffte er es schließlich ächzend auf die Beine, sein nunmehr wieder halbwegs klarer Blick lag auf der Stelle, an dem sich der Scarabaeus am Fleisch des Lamas gütlich tat, während er sich im Stand mit dem Rücken gegen die Säule lehnte. Mit verstörtem Blick ob jenem Schauspiel nahm er wahr, wie sich Aaminah ihm vor Erleichterung um den Hals warf, wobei ihn jenes zusätzliche Gewicht auf den Beinen beinahe wieder zu Boden stürzen ließ. "Nicht jetzt, liebste Cousine. Ich muss uns erst von hier fortbringen" antwortete er mit einer deutlichen Spur von Wärme und Sicherheit in der Stimme, während er für wenigstens ein paar Sekunden die Gefahrensituation vergas.

Doch sollte das Glück an diesem Tage nicht auf ihrer Seite sein. Offenbar gelangweilt von der gerade gemachten Beute wandte sich der große Scarabaeus schließlich wieder ihnen beiden zu. Der Blick seiner glühenden Insektenaugen lag bedrohlich auf ihnen, als sich die Bestie mit gemächlichen Schritten langsam zu nähern begann und mit der Einkreisung ihres Ziels begann. "Aaminah, meine Rani, Du musst mir nun vertrauen. Lauf! Laufe so schnell Du kannst, ich werde ihn aufhalten" sprach Nadim mit mühevoll ruhiger Stimme. "Neda, Nadim. Ich werde Dich nicht alleine lassen. Du kannst mich nicht umstimmen, ich habe mich entschieden." antwortete sie schlicht. Ein leises Knurren entwich seiner Kehle ob dieser Dickköpfigkeit, doch würde er sie ohnehin nicht mehr umstimmen können, das war ihm klar. So entschied er sich um und erteilte ihr die Anweisung "Stell Dich hinter die Säule und verhalte Dich vollkommen ruhig. Wir schaffen das..." .

Ihm war vollkommen klar in dieser Sekunde, dass dies auch seine letzten Worte sein konnten, doch wollte er Aaminah nicht in Angst versetzen. So richtete er sich auf und leise flüsternd richtete er ein Gebet an Eluive, auf dass sie ihm in dieser schweren Stunde beistehen mochte. "Oh geliebte Mara Eluive, Deine Gnade und Deine Liebe erfüllt uns alle. Hilf mir in dieser Stunde der Not, rette uns ..." Wieder zuckte ein stechender Schmerz durch seine Schulter, allerdings nun auch durch seinen linken Unterarm, der bei genauerem Hinsehen ziemlich schief und traurig vom eigentlichen Armrumpf abstand – Er hatte ihn sich gebrochen und zwar richtig. Während ihm Schmerztränen in die Augen schossen, nahm er wahr, dass die Bestie nicht mehr weit von ihnen entfernt war.
Langsam und Schritt für Schritt näherte sich die Bestie auf ihren klauenartigen Beinen dem jungen Päärchen. Wieder huschen gebetsmühlenartig Worte über seine Lippen: "Oh gütige Mara, hilf mir, gib mir die Kraft, diesem Scheusal ein Ende zu setzen". Ächzend raffte er sich nun auf und taumelte der Bestie entgegen. Er würde hocherhobenen Hauptes sterben, ganz wie es sich für einen Ifrey gehörte. Die Hand seines unverletzten rechten Armes hielt seinen Säbel am Griff fest umklammert. Er war bereit, seine letzte Schlacht zu schlagen, auch wenn die Schmerzen seines linken Armes ihm Mühe bereiteten, einen klaren Gedanken zu fassen.

Nun war es soweit, der Zeitpunkt des Angriffs war gekommen und der Scarabaeus stürmte kampfeslustig auf Nadim zu, während dieser wieder zu Eluive betete: "Oh, gütige Mara, gib mir die Kraft, dieses Untier zu töten!". Doch mit einem Mal spürte Nadim etwas ungewöhnliches, was sich in Bruchteilen von Sekunden ereignete. Während er nun gewaltsam seine Körperspannung einhielt trotz der gewaltigen Schmerzen, die von seinem linken Arm ausgingen, nahm er wahr, wie sich blitzschnell eine energetische Spannung seinem Körper ausbreitete. Es war wie eine Entladung elektrischer Energie, die zielstrebig aus seinem rechten Arm in gebündelter Ladung entwich.

Ein grelles Aufleuchten erhellte den Bereich um das kämpfende Grüppchen und tauchte den Platz für kurze Augenblicke in das silbrig helle Licht, welches nur Blitze abgeben, die über den Himmel zucken. Ein gewallter Knall erhob sich ob dieser Entladung, welcher noch bis in einige Kilometer ferne zu vernehmen war. Die energetische Ladung entwich der rechten Hand, die noch immer mit dem Säbel in der Hand auf den heranstürmenden Scarabaeus deutete und traf das heranstürmende Untier zielgenau an seinem Schädel. Wieder war ein gewaltiger Knall zu hören, als die Ladung die Kreatur am Schädel traf und in ihr körperinnerstres eindrang. Mit letzter Kraft und beinahe aufgescheucht vor Schreck, machte Nadim laut brüllend einen Hechtsprung zur Seite, um dem heranstürmenden Untier auszuweichen. Dass jenes gar nicht mehr erforderlich war, erkannte Nadim, als sich der Torso der Kreatur nach vorne beugte im Ansturm und schließlich die Beine unter der Last nachgaben und der Scarabaeus schließlich noch leblos für ein paar Meter über den Boden rutschte. Schließlich war kein Lebenszeichen bei jener Kreatur mehr zu erkennen. astig blickte er hinter sich, während seine Augen Aaminah suchten. Ihm wurde schwarz vor Augen......
Gast

Beitrag von Gast »

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Gast

Beitrag von Gast »

Mit der Liebe zur heiligen Mutter
steigert sich die Liebe zum Nächsten.
Beides entspringt der selben Qualität.



Mein Herz war durchzogen von so vielem Schmerz, von so vielen Erlebnissen welche ich in meinen jungen Jahren lieber aus meinem Gedächtnis gelöscht hätte. Mehr als die meisten Schultern hätten tragen können und dennoch stand ich hier, dennoch streckte ich mein Gesicht gen den Wind.....ich sah jenem Wind gar entgegen, mit einem fast zynischen Lächeln auf den Lippen....hatte ich mich so verändert? Wo war die Aaminah welche offenherzig und mit Freude durch das Leben zog? Jene welche jedem vergab und in keinem etwas böses vermutete?

Wo war sie?
War sie weit weg?
Würde sie wieder kommen?



Wer wusste das schon, einzig und alleine wusste ich das Er mein Herz für jene Momente erleuchtete....er brachte mich zum Lachen....machte mein Leben wieder auf die ein oder andere Art erträglicher...zumindest für eine Gewisse Zeit. Bis sich eben jenes beklemmende Gefühl in meiner Brust breit machte und es sich anfühlte als würden dort tausend Sandsteine verweilend zur Ruhe kehren.

Über Wochen verkroch ich mich täglich in der Schneiderei...in meiner Schneiderei...wo war sie nun? Wieder hatte sich alles verändert, meine einzige Zufluchtsstätte war von dannen gezogen und hatte sich der Wüste zugekehrt...so wie so viele welche ich einst um mich hatte....welchen ich einen Teil meines Herzens schenkte. Nun war nicht mehr viel davon übrig, das meiste fühlte sich eher an als wäre es eine vertrocknete Dattel....eine Dattel welcher das Lebenselixier entzogen wurde...das einzig wichtige hier in der Wüste...das Wasser.

Ich fühle mich gerade jetzt, so alt und verbittert....dabei sollte ich das nicht sein...ich sollte mich des Lebens freuen und in die Sonne lachen. Doch irgendwie....schien mir all das so fern...und irgendwie...hatte ich nicht den Elan jenes wirklich zu ändern. Eher war es als würde ich ständig wieder gegen meine eigenen Wände laufen.......und wenn ich jene versuchte zu erreichen, dann schienen diese so unendlich weit weg. Als würden sie vor mir fliehen, in die Wüste hinein, weit weg von mir........hinfort....hinfort.

'Nun sei nicht so, raff dich auf, sieh doch was die geboten wird, sieh doch welch Möglichkeiten du hast...so viele Menschen die dich Lieben. Gebe dich nicht auf, kämpfe wie du es immer getan hast, nach dem Tod deiner Brüder, dem verschwinden deiner Schwester, dem Tod von Issam, dem Verlust von Zafer, Malaika....Laila...alle waren sie gegangen und sie waren alle dein Halt, das weiß ich und das weißt du mein Kind, aber steh auf....strecke deinen Kopf in den Wind. Gebe nicht auf du wirst finden was du suchst, finden was deinen Schmerz lindert einzig alleine mit einem Lächeln. Denke an sein Lächeln.'

'Wie du redest, als wüsstest du um was es geht, als wüsstest du um den Schmerz in mir. Als könntest du dir vorstellen wenn all das über dich bricht und du weder weißt wo vorne...noch wo hinten ist.
Es erdrückt dich es nimmt dir jeglichen Atem, jegliche Kraft...jegliche Bewegung....jeglichen Herzschlag, zumindest der Herzschlag ist dein Wunsch in jenem Moment...das es eben enden soll.
Dann dieser Zwiespalt, diese Stimme die sagt das du weiter machen sollst, dann machst du weiter, du streckst deinen Kopf empor und du tust es immer wieder...und immer wieder. Irgendwann fragst du dich ob das wirklich alles einen Sinn macht, dieses Aufraffen, dieses ständige Aufstehen. Oder ob es nicht einfacher wäre einfach liegen zu bleiben und zu warten bis der Sand auch über deinen Körper wandert und du nach und nach verschwindest. Keine Lieder welche sie über dich singen, keine Gedichte welche von dir zeugen, keine Bücher welche dich umschreiben, keine Kleider mehr welche die Menschen umhüllen...jene welche von deinen Händen erarbeitet wurden, kein Lachen mehr welches aus deiner Kehle dringt....keines welches dir erwidert wird.'



Jetzt sitze ich in diesem neuen Familienhaus, in diesem Zimmer und trotz das meine Hände jenes mit erschaffen haben, scheint es mir fremd. Lediglich die Stimmen welche an mein Ohr dringen sind mir bekannt und holen mich ab und an aus dieser Leere welche ich selbst in mir trage heraus....zerren mich in die Wirklichkeit zurück...in die Realität. Doch lange verweilen mag ich in jener noch nicht....nicht jetzt.
Ich will noch etwas in meinen eigenen Mauern verweilen, möchte noch den Schmerz verarbeiten, mich nicht von ihm lösen, noch möchte ich dort bleiben. Doch dann muss ich daran denken das es da Menschen gibt und einer davon schafft es immer wieder diese Mauern für einige Momente zu durchbrechen, sei es wegen des Lächelns, seines Humors, seiner Augen, seines Wesens, seiner Freude am Leben, seines Selbstbewusstseins, seiner Ausstrahlung...dem Wirken seiner Persönlichkeit auf mich....sei es einfach nur seine Anwesenheit. Ja er schafft es mich aus diesen Mauern heraus zu locken, für einen Flüchtigen aber innigen Moment, kein körperlich inniger Moment...ein Geistiger, ein Seelischer Moment. Einer welcher das Herz und die Seele berührt, für einen kurzen Augenblick eben.

Auch wenn er sein versprechen abgab....dringen die Erlebnisse zu mir durch und sagen immer wieder dass das Leben oft ein anderes Lied spielt...oftmals eben anderes vorher gesehen hatte.


Was würde noch kommen?
Welcher Weg würde noch auf ihrer Karte durch das Leben gezeichnet werden?



Wenn ich zurückblicke auf das was geschehen war, auf das was die Stadt bisher erlebt und überlebt hat, welch Stärke und Kraft der Emir aufbringen musste, gefolgt von den stetigen Rückschlägen. Es war sicher auch nicht einfach für ihn, er hatte auch viele kommen und gehen sehen, nahestehende..geliebte Menschen....und dennoch musste er stark sein für Sein Volk. Er musste mit erhobenem Haupt vor dem gesamten Volk stehen und versuchen eine Einigkeit zu erzwingen wo einfach kaum eine möglich war weil einfach zu viele verschiedene Charaktere ihre eigenen Linien zogen.
Dennoch hatten sie es gemeinsam geschafft, Hand in Hand, mit einem Gebet erhört zu werden.....

Gemeinsam hat eine Uneinigkeit ein Ziel erreicht welches nur durch eine Einigkeit auf einer einzelnen Ebene zu erreichen war – den Glauben an die heilige Mara selbst.


[img]http://media-cache-ec0.pinimg.com/736x/eb/85/c6/eb85c668fa87298ed8e820fdb49361a8.jpg[/img]
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