… gewöhnt sich zu sehr daran, dass es brennt.
Eigentlich hatte sie etwas anderes im Sinn gehabt, als sie diesen Morgen aufgestanden ist. Sie fühlte sich matt und erschlagen, da sie die Nacht kaum schlafen konnte. Nicht dass sie es nicht lange genug versucht hätte, aber es war ihr einfach zu wenig Erfolg vergönnt. Der Schmerz um den Verlust ihres Bruders saß noch zu tief und die Wunde war noch zu frisch. Sie wollte sich die Zeit geben es zu überwinden und Ablenkung suchen. Nicht in Gesprächen, das klappte nie. Nie! Wann immer sie mit Althan das Gespräch suchte, endete es in einer Auseinandersetzung. Sie wollte sich nicht belehren lassen und er schien sie nicht zu verstehen. Oder er verstand sie und wollte sie dann belehren, was aber nur … und so weiter und so fort. Heute wollte sie den Fehler nicht machen. Aber wie lange ging es gut? 10 Minuten, 20 Minuten dann fühlte sie sich von ihm in die Ecke gedrängt. Schikaniert. Wieso verstand er nicht, dass sie jetzt keine Anweisungen wollte, wie sie verdammtes Gemüse zu schneiden hatte. ‘Verdammt’ gehörte eindeutig zu ihren neuen Lieblingswörtern, genauso wie ‘egal’ und ‘scheisse’. Am liebsten frei miteinander kombiniert. Es kam, wie es immer kam. Eine Auseinandersetzung - wobei sie sich nur knapp zurück halten konnte, wahllos irgendwas zu zerhauen oder Sachen umher zuwerfen. Ihr Plan war super aufgegangen. Es dauerte, bis sie sich soweit beruhigt hatte, dass sie wieder zu ihm zurück kam und wieder normal mit ihm reden konnte.
"Ich habe deine Gesellschaft nicht gesucht um mich mit dir zu streiten."
"Warum hast du es nicht zugelassen, meinen Versuch mich um dich zu kümmern?"
Sie blickte ihn verwundert an. Um sie kümmern? Er? Er hatte sie zu diesem seltsamen Kochkurs gefordert und dann so lange in ihren Wunden gestochert, bis sie es nicht mehr ausgehalten hatte. Sie schluckte. Oder war das nur ihr Verdienst? Er sagte, sie habe es nicht zugelassen - ja, weil sie nicht verstand, warum er darauf bestand, dass sie gerade jetzt Gemüse schnibbeln sollte. Hätte ihr das denn geholfen? Ein fragender Ausdruck schlich sich auf ihr Gesicht.
"Das kam irgendwie anders an..."
"Das kommt daher.. weil du eine andere Möglichkeit nicht in Betracht ziehst."
Der Satz saß. Ja, ihr war gar nicht in den Sinn gekommen, dass seine Forderung eine Hilfestellung sein konnte. Wer sollte diesen verstockten Kauz auch richtig verstehen? Dazu brauchte man ja eine Kristallkugel, und Kaffeesatz oder ... sie seufzte ... das Vertrauen, dass er es gut mit ihr meinte. Das fehlte ihr. Sie traute ihm, gewiss. Sie traute ihm vor allem alles zu - alles negative. Sicher er schützte sie auch und setzte sie nicht vor die Tür - was sie manchmal nicht mal verwundert hätte, wenn sie gerade mal wieder Waffen oder Goldbeutel nach ihm warf.
Wie hätte das Kochen ihr denn helfen sollen, es hätte sie nur .. oh.. es fiel ihr wie Schuppen von den Augen... abgelenkt von ihrem Schmerz. So rückwirkend betrachtet, machte es Sinn...
Sie hätte es wissen müssen, zumindest sich daran erinnern sollen. Feuer verbrennt nicht nur, es gibt auch Wärme ab. Und die kleine Motte, die sie war, mochte Wärme..
Wer mit dem Feuer spielt..
-
Althan Vylen
In vielen Dingen erschien sie ihm immer noch wie ein Kind, nicht erwachsen und nicht bereit wirklich ihren Weg zu gehen. Sie plante nie den nächsten Tag. Nie ihre nächsten Schritte, sie nahm den Verlauf der Dinge hin ohne sich darum zu bemühen es zu ändern. Er bewies mit ihr unendlich viel Geduld, vielleicht weil er die Frau hinter dem Kind sah, welches manchmal vor ihm stand. Trotzig sich aufbäumend, nicht zuhörend, nicht verstehend was er versuchte ihr zu sagen. Was er versuchte ihr vorzuleben.
Lange Zeit war in seinem Hause keine Kerze angezündet worden, lange Zeit hatte er sich seiner Wohnstatt fern gehalten. Warum sollte er in ein leeres Heim gehen, wo niemand auf ihn wartete? Doch dann trat sie in sein Leben oder eher zwang er sie zu bleiben, seine Argumente waren einfach lächerlich, doch sie fügte sich ihm. Er beanspruchte sie und lies ihr nur wenig Möglichkeiten zu entscheiden.
Seine Art sie immer wieder zu prüfen und zu lehren, lies ihr wenig Freiraum, anfangs. Je mehr sie an der Kette zerrte, umso kürzer wurde sie gehalten. Es war ein Spiel für ihn, ein Ziel eine Mission sie zu Alatar zu führen. Ihr keine Chance zu lassen, ihr alles nehmend was sie bisher kannte, alles zerstörte was sie glaubte zu wissen und ihren Zorn weckte. Meist Zorn auf ihn, doch mit diesem Zorn, mit dieser Wut konnte er arbeiten. Immer wieder ging sie ihn an, bäumte sich auf und blieb dennoch bei ihm. Gleich was er ihr antat, war er doch immer in ihrer Nähe. Gleich was sie anstellte, war er immer da, um da zu sein. Er nahm sie komplett für sich ein, sie war sein sie gehörte ihm und niemand würde es wagen sie ihm weg zu nehmen.
Sie war seine Frau und seit nun vielen Monden gingen sie den selben Weg.
Sein ganzes Leben war mehr oder minder Teil eines größeren Planes gewesen und würde es immer sein. Prioritäten veränderten sich, Menschen und Letharen kamen und gingen. Spielten ihren meist kurzen Auftritt auf der Bühne des Lebens, um dann wieder zu verschwinden, zu sterben oder in ihr Loch zurück zu kriechen aus dem sie gekommen waren.
Doch er war immer noch hier, hier auf dieser Welt und sah in die Zukunft, verfolgte unermüdlich den Pfad Alatars den er noch nie verlassen hatte. Konsequenz und Kontrolle, Dinge die sein Leben von jeher bestimmt hatten.
Kontrolle über seine eigenen Gefühle, die einen schwächen konnten oder auch stärken.
Doch Gefühle waren trügerisch und beeinflussten Entscheidungen, das hatte er schon früh lernen müssen. Hätte er damals seine Gefühle unter Kontrolle gehabt, hätte er Nia getötet. Nun lebte sie weiter und war ein Makel in seinem Leben, zeigte ihm seine Schwäche die er damals gezeigt hatte deutlich auf.
Eine Schwäche, die es nun nicht mehr geben würde. Ein Versprechen, einst gegeben an dass er sich heute nicht mehr halten würde. Seine Welt hatte sich verändert und er mit ihr.
Lange Zeit war in seinem Hause keine Kerze angezündet worden, lange Zeit hatte er sich seiner Wohnstatt fern gehalten. Warum sollte er in ein leeres Heim gehen, wo niemand auf ihn wartete? Doch dann trat sie in sein Leben oder eher zwang er sie zu bleiben, seine Argumente waren einfach lächerlich, doch sie fügte sich ihm. Er beanspruchte sie und lies ihr nur wenig Möglichkeiten zu entscheiden.
Seine Art sie immer wieder zu prüfen und zu lehren, lies ihr wenig Freiraum, anfangs. Je mehr sie an der Kette zerrte, umso kürzer wurde sie gehalten. Es war ein Spiel für ihn, ein Ziel eine Mission sie zu Alatar zu führen. Ihr keine Chance zu lassen, ihr alles nehmend was sie bisher kannte, alles zerstörte was sie glaubte zu wissen und ihren Zorn weckte. Meist Zorn auf ihn, doch mit diesem Zorn, mit dieser Wut konnte er arbeiten. Immer wieder ging sie ihn an, bäumte sich auf und blieb dennoch bei ihm. Gleich was er ihr antat, war er doch immer in ihrer Nähe. Gleich was sie anstellte, war er immer da, um da zu sein. Er nahm sie komplett für sich ein, sie war sein sie gehörte ihm und niemand würde es wagen sie ihm weg zu nehmen.
Sie war seine Frau und seit nun vielen Monden gingen sie den selben Weg.
Sein ganzes Leben war mehr oder minder Teil eines größeren Planes gewesen und würde es immer sein. Prioritäten veränderten sich, Menschen und Letharen kamen und gingen. Spielten ihren meist kurzen Auftritt auf der Bühne des Lebens, um dann wieder zu verschwinden, zu sterben oder in ihr Loch zurück zu kriechen aus dem sie gekommen waren.
Doch er war immer noch hier, hier auf dieser Welt und sah in die Zukunft, verfolgte unermüdlich den Pfad Alatars den er noch nie verlassen hatte. Konsequenz und Kontrolle, Dinge die sein Leben von jeher bestimmt hatten.
Kontrolle über seine eigenen Gefühle, die einen schwächen konnten oder auch stärken.
Doch Gefühle waren trügerisch und beeinflussten Entscheidungen, das hatte er schon früh lernen müssen. Hätte er damals seine Gefühle unter Kontrolle gehabt, hätte er Nia getötet. Nun lebte sie weiter und war ein Makel in seinem Leben, zeigte ihm seine Schwäche die er damals gezeigt hatte deutlich auf.
Eine Schwäche, die es nun nicht mehr geben würde. Ein Versprechen, einst gegeben an dass er sich heute nicht mehr halten würde. Seine Welt hatte sich verändert und er mit ihr.
Zuletzt geändert von Althan Vylen am Samstag 24. Mai 2014, 14:37, insgesamt 5-mal geändert.