Seine Hand ruckt über das Papier, immer wieder knüllt er eines nach dem anderen zusammen und schmiss es in die Flammen des Lagerfeuers, welche die Karawane entfacht hatte, um sich in der Nacht zu wärmen. Von einem tiefen und schweren Seufzen begleitet gleitet die Hand in Richtung der Haare und fährt durch die Mähne, der Blick hebt sich für jenen Moment an und die Augen blicken gen die untergehende Sonne. Für einige Herzschläge verweilt der Blick dort ehe die Hand und das Augenpaar sich wieder der Feder widmen wird welche das nächste Pergament beschriften wird.
Salam Alaikum meine Rani,
entschuldige hudad, dass ich so lange auf mich
warten lassen habe. Es gab dringende Neuigkeiten
in meiner Heimat und ich musste eiligst aufbrechen,
leider hatte ich auch deshalb neda die Zeit meinem
Herz eine Nachricht zu hinterlassen. Verzeih mir für
den Schmerz welchen ich dir wieder zumutete. Zur
morgigen frühen Stunde wird ein Bote von der
Karawane in Richtung der goldenen Wüstenstadt
reiten, er wird dir dann diese Nachricht überbringen
so das du wenigstens weißt das ich bald bei dir sein
werde. Bald werden meine Augen dich wieder
erblicken dürfen. Möge die heilige Mara dich für Ewig
hüten und schützend ihre Hände über dich halten,
Ma'salema Rani...mein Herz.
[img]http://th05.deviantart.net/fs70/PRE/i/2013/316/d/9/infinite_land_of_day___details_by_rkmstudios-d6u0g4c.png[/img]
Das Augenpaar gleitet abermals über die Zeilen ehe er jenes Pergament zusammenrollen wird und es mit Wachs siegeln wird. Noch lange lag er in dieser Nacht offen, darüber Nachdenkend was alles geschehen war bisher und wie weit seine Füße ihn doch immer wieder getragen hatten. Niemals hätte er das leben seiner Tante einfach aufgegeben, niemals hätte er seine Familie einfach im Stich gelassen und dennoch wusste er das seine Zukunft stets in der goldenen Wüstenstadt lag. Irgendwann übermannte ihn auch der Schlaf und dieser war unruhig....nicht so wie die letzten Nächte, etwas schweres lag über diese Nacht, etwas was man nicht zu beschreiben wusste.
Als die Sonne die ersten Strahlen über den Sand schickte und auch die Karawane wieder zum leben erwachte, suchte er sogleich den Boten auf damit jene Nachricht auch den richtigen Empfänger fand. Noch lange blickte er dem Punkt am Horizont nach welcher der Bote war, kurz darauf setzte sich auch die Karawane wieder in Bewegung. Wie immer war die Hitze am Tage sehr erdrückend und die Luft viel dicker und dadurch schwerer zu Atmen. Gerade als sie eine Oase zur Rast erreichten und sich die Kinder vergnügten, trat eine gewisse Stille in diese. Dann ging alles ganz schnell, wütendes geschrei, gestöhne, klirrendes Metall und jammernde Schreie.
Tausend Dinge raßten mir durch den Kopf...dann war da plötzlich diese klare Leere, meine Hand griff zu dem Säbel und ich rannte auf die Angreifer zu. Meine Augen nahmen kaum wahr was neben mir zu sehen war...nichts von dem Elend welches die Kinder ertragen mussten, nichts von den Frauen welche genommen wurden und nichts von den Toten Männern welche dort zu sehen waren, alleine der Hass in mir auf die Angreifer führte meinen Säbel. Wie durch einen roten Schleier glitt meine Waffe von einem zum anderen Gegner und je mehr ich traf desto mehr, so schien es mir, tauchten auf und irgendwann....irgendwann spürte ich wie etwas kaltes in mich eindrang. Ich spürte wie sich das Metall in mich bohrte, wie zuerst meine Muskeln sich verkrampften, dann langsam spürte ich wie das warme Blut über meine Haut rann, der Schmerz setzte erst viel später ein, es war nichteinmal ein richtiger Schmerz. Es schien eher als würde jene Stelle eine Gewisse Taubheit innehaben, so als hätte man ihm etwas herausgeschnitten, langsam merkte ich wie meine Atmung sich verkrampfte, Übelkeit übermannte mich und ich erbrach mich, meine Gegner hatten lediglich ein Lächeln für mich übrig ehe sie sich wendeten und mich meinem Schicksal überliesen. Als ich zu Boden glitt und ich den Sand unter mir spürte, wusste ich das ich nicht gewonnen hatte...sondern viel verloren hatte, ich würde sie und meine Zukunft nie wieder sehen.......langsam wich die Übelkeit und alles fühlte sich immer Tauber an, Bilder und geschehnisse spielten sich vor meinem inneren Auge ab, da sah ich sie...ich sah sie lachen und ich spürte sie, roch sie...so als wäre sie bei mir....bis der letzte Lebenshauch auch ihm genommen war.
Es ist eine Ferne,
die war, von der wir kommen.
Es ist eine Ferne,
die sein wird, zu der wir gehen.
-Johann Wolfgang von Goethe -
[img]http://th01.deviantart.net/fs71/PRE/i/2013/316/b/6/infinite_land_of_day_by_rkmstudios-d6u0g4z.png[/img]
Issams Tot
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Gast
Issams Tot
Zuletzt geändert von Gast am Dienstag 13. Mai 2014, 14:34, insgesamt 3-mal geändert.
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Gast
Endlich kam eine Nachricht, endlich hatte sie die Gewissheit das er wieder kommen würde. Die Angst das er wieder ohne ein Wort von ihr ging war sehr groß und vor Tagen noch hatte sie tatsächlich die Angst gehabt das genau dies wieder der Fall war, doch jetzt...als sie den Brief in ihren Händen hielt wusste sie, das alles wieder gut werden würde.
Endlich hatte sie die Gewissheit das kein Fluch auf ihr lag....vielleicht konnte sie sich jetzt auch endlich wieder öffnen und beginnen die Mauern langsam abzubauen.
Endlich hatte sie die Gewissheit das kein Fluch auf ihr lag....vielleicht konnte sie sich jetzt auch endlich wieder öffnen und beginnen die Mauern langsam abzubauen.
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Gast
Die Finger streichen über das Pergament, wieder und wieder liest sie die Zeilen, langsam hebt sich das Augenpaar an und sie blickt in Richtung der Sternenpracht am Himmel. Ein tiefes und langgezogenes Seufzen gleitet über die Lippen und jene werden für einen Augenblick aufeinander gepresst. Die Finger spreizen sich außeinander und werden zum Haar geführt durchwelches sie dann mit einem abermaligen einatmen fahren wird. Der Rücken wird an die Wand gelehnt und die Decke enger um den schmalen Körper geschlungen.
Die Nacht kam schnell am heutigen Tage, sie war lange beschäftigt gewesen und hatte keine Zeit über all das nachzudenken. Wobei es wohl auch oft besser war viel beschäftigt zu sein und wenig Zeit zu haben, Zeit um an Vergangenes zu denken, Zeit um einfach mal einiges Revúe passieren zu lassen.....Zeit um vielleicht eventuelle darüber nachdenken zu können was passieren könnte wenn.. oder aber was passiert wäre wenn nicht.
Kommt er noch? Kommt er nichtmehr? Sollte sie vielleicht Khalida anschreiben ob sie etwas weiß? .....oder war sie einfach nur wieder zu ungeduldig und es war tatsächlich nur ein Sandsturm welcher die Karawane aufhielt, die Wärme welche ihnen vielleicht zur Last viel oder aber sie mussten eine lange Rast wegen einer Krankheit einlegen.
War ihr Herz tatsächlich so ein Eisglotz das sie nichteinmal mehr weinen konnte allein bei dem Gedanke das tatsächlich etwas passiert sein könnte? War sie schon so abgestumpft das sie nichteinmal mehr Trauer empfand? Oder aber.....war es wieder dieses Loch welches sie davon abhielt ihre Gefühle zu zeigen. Vielleicht war es aber auch einfach so das sie es ich nicht vorstellen wollte, die alleinige Vorstellung das etwas passiert sein könnte, sie wieder jemanden verliert....wieder die Hoffnung gegen den Boden geschlagen wird, einfach nicht ertragen könnte.
Was auch geschehen würde und wie es auch kommen würde, es würde weitergehen, es würde Neues kommen und vorallem aber würde sie sich nicht aufgeben. Sie hatte ja den Basar und jener brauchte nun eine helfende Hand und jene war sie. Sie würde jedoch nichtmehr ihr Herz hergeben, denn wenn er wirklich verschwunden sein sollte, wenn ihn tatsächlich die Wüste verschluckt haben sollte...so war es tatsächlich ein Fluch welcher sich auf ihr Haupt gelegt hatte. Denn so wie es den Anschein hatte, verschwanden all jene welche ihr Herz berührten, Malaika...ihre liebste Freundin, Sabeena ihre Schwester, Yaamal ihr Bruder, Zafer...und nun Issam welcher den Weg gerade wieder gefunden hatte.....










Die Nacht kam schnell am heutigen Tage, sie war lange beschäftigt gewesen und hatte keine Zeit über all das nachzudenken. Wobei es wohl auch oft besser war viel beschäftigt zu sein und wenig Zeit zu haben, Zeit um an Vergangenes zu denken, Zeit um einfach mal einiges Revúe passieren zu lassen.....Zeit um vielleicht eventuelle darüber nachdenken zu können was passieren könnte wenn.. oder aber was passiert wäre wenn nicht.
Kommt er noch? Kommt er nichtmehr? Sollte sie vielleicht Khalida anschreiben ob sie etwas weiß? .....oder war sie einfach nur wieder zu ungeduldig und es war tatsächlich nur ein Sandsturm welcher die Karawane aufhielt, die Wärme welche ihnen vielleicht zur Last viel oder aber sie mussten eine lange Rast wegen einer Krankheit einlegen.
War ihr Herz tatsächlich so ein Eisglotz das sie nichteinmal mehr weinen konnte allein bei dem Gedanke das tatsächlich etwas passiert sein könnte? War sie schon so abgestumpft das sie nichteinmal mehr Trauer empfand? Oder aber.....war es wieder dieses Loch welches sie davon abhielt ihre Gefühle zu zeigen. Vielleicht war es aber auch einfach so das sie es ich nicht vorstellen wollte, die alleinige Vorstellung das etwas passiert sein könnte, sie wieder jemanden verliert....wieder die Hoffnung gegen den Boden geschlagen wird, einfach nicht ertragen könnte.
Was auch geschehen würde und wie es auch kommen würde, es würde weitergehen, es würde Neues kommen und vorallem aber würde sie sich nicht aufgeben. Sie hatte ja den Basar und jener brauchte nun eine helfende Hand und jene war sie. Sie würde jedoch nichtmehr ihr Herz hergeben, denn wenn er wirklich verschwunden sein sollte, wenn ihn tatsächlich die Wüste verschluckt haben sollte...so war es tatsächlich ein Fluch welcher sich auf ihr Haupt gelegt hatte. Denn so wie es den Anschein hatte, verschwanden all jene welche ihr Herz berührten, Malaika...ihre liebste Freundin, Sabeena ihre Schwester, Yaamal ihr Bruder, Zafer...und nun Issam welcher den Weg gerade wieder gefunden hatte.....
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Gast
Der Weg aus dem Basar führte nicht den gewohnten Weg in Richtung Zuhause, nein mit einem leeren Blick und ohne jegliche Farbe im Gesicht schreitet sie einfach weiter. Dorthin wo ihre Füße sie hintrugen, nicht darauf achtend wohin genau sie geht endet ihr Weg an einer kleinen Ruine. Der Umhang wird enger um sie gezogen und langsam lässt sie sich, begleitet von einem dumpfen Geräusch, auf den Sand gleiten. Die zittrigen Finger streichen einige Strähnen welche den Weg in das zarte Gesicht fanden, zurück. Zu taub um die Außenwelt zu wahrzunehmen starrt sie lediglich in Richtung des Nachthimmels.
[img]http://up.picr.de/18423332xb.jpg[/img]
Eine seichte Windböe lässt das Tuch um ihren Kopf ein wenig verrutschen, langsam gleitet die Hand in Richtung des Mundschutzes und sie nimmt jenen ab, ein tiefes fast schon um Luft ringendes Einatmen erklingt.
Es war der Fluch, er war auf ihr und egal was sie tun würde, egal wen sie lieben würde...alle würde die Wüste ereilen....früher oder später würden sie alle von ihr verschluckt werden.
Die Hand gleitet zu ihrem Kopf und sie beginnt sich die Schläfen zu massieren, ein langsamer und immer wiederholender Vorgang, diese unsagbaren Kopfschmerzen, ein Gefühl als würde er sogleich in tausend Splitter gesprengt werden.
Recht wackelig rappelt sie sich auf die Knie empor um mit den Fingern in das Wasser gleiten zu können, eine kleine Schale mit jenen bildend befüllt sie diese mit dem Wasser. Langsam heben sich die Hände empor, getränkt von dem salzigen Wasser, welches im gleichen Atemzug die Gesichtshaut berührt.
Langsam hebt sich das Gesicht wieder empor, die Wassertropfen finden in kleinen Perlen den Weg wieder herunter und rinnen in eigensinnigen Wegen die Gesichtshaut hinab. Einige kleine Perlen haben sich auf den langen schwarzen Wimpern abgesetzt und funkeln im strahlenden Mondlich reflektierend auf. Das Augenpaar blickt gen Himmel, immernoch wirkt der Blick wie eine Leere, fast leblos als würde all das was außerhalb wahrzunehmen sein könnte, einfach ausgeblendet werden. Durch das kalte Meerwasser vermag für einen kurzen Moment wohl die Gesichtsfarbe zurückzukehren doch verweilt jene nicht lange auf der Haut und weicht somit wieder der blässe. Die geschwungenen Lippen pressen sich für einen kurzen Augenblick fest aufeinander ehe der komplette Körper urplötzlich nach hinten kippt und dort einfach liegen bleibt. Die Augen starren hinauf in den Himmel und so bleibt sie ersteinmal liegen.
[img]http://up.picr.de/18423348lm.jpg[/img]
Irgendwann, als die Augenlider immer von selbst den Weg nach unten suchten dreht sich der schmale Körper der Nathifa zur Seite, das Kopftuch wird halbwegs auf das Haupt gelegt und die Maske an sich herangezogen die Finger hineinkrallend...so als wolle sie sich an etwas festhalten. Gleichsam greift die Hand zu dem Umhang und legt jenen über sich. Die Nacht ist kalt und doch wird sie nichts bemerken, denn alles schien als wäre es taub, die Müdigkeit übermannte sie und so fiel sie in eine Traumlose Nacht.
Im Haus selbst wird man wohl lediglich bemerken das keine Aaminah erscheint, weder am Abend noch am frühen Morgen.
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Gast
Es war im Moment nicht untypisch gewesen, dass das Haus leerer war. Aber dennoch hatte ich Aaminah am Abend zuvor noch gesehen. Wir waren im Basar, sie hatte mich aufgenommen, ich hatte alle Verträge unterschrieben und eigentlich wollten wir noch ein wenig sprechen. Ich war schon zurück ins Familienhaus gegangen und wollte dort warten. Aber wie es eben so war, überkam mich die Müdigkeit. Ich schlief jedoch nicht lange, wirre Träume rissen mich aus dem Schlaf und ich tigerte durch das Haus. Aaminah war nirgendwo zu finden. Weder in der Schneiderei, weil sie wieder neue Kleider nähte, um sich von den Gedanken abzulenken, wo Issam war. Noch vor der Essenstruhe in der Küche, um sich noch einen Mitternachtshappen zu genehmigen. Ich seufzte.
Irgendetwas stimmte nicht. Mir war wirklich so, als ob irgendetwas nicht stimmte. Es war dunkel und die Nacht war kalt. Wenn ihr irgendetwas zugestoßen war, würde sie am nächsten Morgen unterkühlt sein. Ich schloss die Lider für einen Augenblick. Obwohl ich versprochen hatte, nachts nicht mehr allein in der Wüste zu sein, brach ich dieses Versprechen. Ich musste sie finden, ich musste jeden Winkel absuchen, bis ich sie gefunden hatte. Ich wog ab, ob ich zum Palast rennen sollte, um Abbas zu holen. Aber es war spät, ich wusste nicht, ob er allzu begeistert davon war, wenn ich ihn aus dem Bett holen würde. Ich ging allein.
Zunächst führten mich meine Schritte zum Basar. Dort brannten noch Kerzen auf den Tischen, aber es war niemand mehr dort. Ich durchforstete jede Ecke, auf mein "Aaminah?" bekam ich keine Antwort. Ich löschte die Kerzen und ging wieder. Eiligen Schrittes rannte ich zur Oase, im Anschluss zum Tempel. Nichts. Keine Aaminah. Ich atmete schwer durch. Wo konnte sie nur sein? Ich rannte vom Tempel wieder zur Stadt hinab und sah zum Tor. Der Wind in der Stadt war schon penetrant, der Wind in der Wüste würde noch viel penetranter und kälter sein. Ich rannte zurück zum Haus und band meine Stute los. Ich hatte sie von Abbas und da ich mir sicher war, dass er immer auf mich aufpassen würde, würde auch sie das tun. Ich ritt im wilden Galopp los.
Die Sicht war durch den aufwirbelnden Sand immer wieder erschwert. Es waren keine Sandstürme, nur der normale Wind, mit dem man nachts in MenekUr zu kämpfen hatte. Er war kalt und die Sandkörner verkrochen sich in jeglicher Ritze der Kleidung. Schützende Kleidung war wichtig, ansonsten tat der Sand irgendwann auf der Haut weh. Ich war eine Weile unterwegs und ich wäre auch beinahe an ihr vorbei, hätte ich nicht nochmal in die Richtung gesehen. Doch da lag sie. Das Kopftuch kaum mehr auf dem Gesicht, die Haare um den kompletten, gekrümmten Körper gewickelt, der Sand hatte ihre Füße leicht bedeckt. Ich wendete meine Stute und sprang aus dem Sattel. "Aaminah!"
Meine Füße trugen mich rasch zu ihr und ich legte schützend meine Arme um ihren Körper. Sie schlief tief und fest, zumindest hoffte ich das und meinte auch, ihren Brustkorb noch atmen zu sehen. "Was machst du nur?", flüsterte ich leise und sah zum Pferd. Ich war nicht die Stärkste, aber in Notsituationen entwickelten selbst Natifahs eine enorme Kraft. Ich konnte Abbas in den nächsten Tagen erst einmal danken, dass er mich so oft mit in die Höhlen genommen hatte, denn dadurch hatte ich noch ein wenig an Kraft zugelegt. Ich versuchte, ihren Körper anzuheben. Schlafende Körper ohne jegliche Spannung waren wie schwere, sperrige Sandsäcke. Es war nahezu unmöglich, den Körper dieser schlafenden Prinzessin auf einmal auf das Pferd zu hieven. Oh Mara, es kostete so wahnsinnig viel Kraft, aber letztendlich hatte ich es geschafft.
Zuhause angekommen war es schwieriger. Ich musste sie vor dem Haus vom Pferd ziehen und in den Sand gleiten lassen. Ich wusste nicht, ob ich das herabfallende Gewicht stemmen konnte und wenn sie auf dem Asphalt im Haus aufgeschlagen wäre, hätte das fiese Auswirkungen haben können. Also schickte ich meine Stute wieder zurück in den Stall, sie folgte sogar aufs Wort. Der Stallbursche kümmerte sich um sie, während ich Aaminah irgendwie ins Haus brachte. Ich konnte sie unmöglich die Stufen alleine hoch hieven, weswegen ich ihr in der Heilerstube ein Bett aus Fellen und Kissen errichtete. Dort bettete ich den nicht gerade lebendigen Körper und holte frisches Wasser. Zunächst richtete ich ihre Kleidung und befreite sie von dem lästigen Sand. Verletzungen hatte sie keine. Auf das kühle Wasser reagierte sie auch mit leichtem Seufzen. Was mich zumindest für den Moment beruhigte. Nichts desto trotz blieb ich die komplette Nacht an ihrem "neuen" Bett sitzen, auch, wenn ich selbst immer mal wieder einschlief.
Irgendetwas stimmte nicht. Mir war wirklich so, als ob irgendetwas nicht stimmte. Es war dunkel und die Nacht war kalt. Wenn ihr irgendetwas zugestoßen war, würde sie am nächsten Morgen unterkühlt sein. Ich schloss die Lider für einen Augenblick. Obwohl ich versprochen hatte, nachts nicht mehr allein in der Wüste zu sein, brach ich dieses Versprechen. Ich musste sie finden, ich musste jeden Winkel absuchen, bis ich sie gefunden hatte. Ich wog ab, ob ich zum Palast rennen sollte, um Abbas zu holen. Aber es war spät, ich wusste nicht, ob er allzu begeistert davon war, wenn ich ihn aus dem Bett holen würde. Ich ging allein.
Zunächst führten mich meine Schritte zum Basar. Dort brannten noch Kerzen auf den Tischen, aber es war niemand mehr dort. Ich durchforstete jede Ecke, auf mein "Aaminah?" bekam ich keine Antwort. Ich löschte die Kerzen und ging wieder. Eiligen Schrittes rannte ich zur Oase, im Anschluss zum Tempel. Nichts. Keine Aaminah. Ich atmete schwer durch. Wo konnte sie nur sein? Ich rannte vom Tempel wieder zur Stadt hinab und sah zum Tor. Der Wind in der Stadt war schon penetrant, der Wind in der Wüste würde noch viel penetranter und kälter sein. Ich rannte zurück zum Haus und band meine Stute los. Ich hatte sie von Abbas und da ich mir sicher war, dass er immer auf mich aufpassen würde, würde auch sie das tun. Ich ritt im wilden Galopp los.
Die Sicht war durch den aufwirbelnden Sand immer wieder erschwert. Es waren keine Sandstürme, nur der normale Wind, mit dem man nachts in MenekUr zu kämpfen hatte. Er war kalt und die Sandkörner verkrochen sich in jeglicher Ritze der Kleidung. Schützende Kleidung war wichtig, ansonsten tat der Sand irgendwann auf der Haut weh. Ich war eine Weile unterwegs und ich wäre auch beinahe an ihr vorbei, hätte ich nicht nochmal in die Richtung gesehen. Doch da lag sie. Das Kopftuch kaum mehr auf dem Gesicht, die Haare um den kompletten, gekrümmten Körper gewickelt, der Sand hatte ihre Füße leicht bedeckt. Ich wendete meine Stute und sprang aus dem Sattel. "Aaminah!"
Meine Füße trugen mich rasch zu ihr und ich legte schützend meine Arme um ihren Körper. Sie schlief tief und fest, zumindest hoffte ich das und meinte auch, ihren Brustkorb noch atmen zu sehen. "Was machst du nur?", flüsterte ich leise und sah zum Pferd. Ich war nicht die Stärkste, aber in Notsituationen entwickelten selbst Natifahs eine enorme Kraft. Ich konnte Abbas in den nächsten Tagen erst einmal danken, dass er mich so oft mit in die Höhlen genommen hatte, denn dadurch hatte ich noch ein wenig an Kraft zugelegt. Ich versuchte, ihren Körper anzuheben. Schlafende Körper ohne jegliche Spannung waren wie schwere, sperrige Sandsäcke. Es war nahezu unmöglich, den Körper dieser schlafenden Prinzessin auf einmal auf das Pferd zu hieven. Oh Mara, es kostete so wahnsinnig viel Kraft, aber letztendlich hatte ich es geschafft.
Zuhause angekommen war es schwieriger. Ich musste sie vor dem Haus vom Pferd ziehen und in den Sand gleiten lassen. Ich wusste nicht, ob ich das herabfallende Gewicht stemmen konnte und wenn sie auf dem Asphalt im Haus aufgeschlagen wäre, hätte das fiese Auswirkungen haben können. Also schickte ich meine Stute wieder zurück in den Stall, sie folgte sogar aufs Wort. Der Stallbursche kümmerte sich um sie, während ich Aaminah irgendwie ins Haus brachte. Ich konnte sie unmöglich die Stufen alleine hoch hieven, weswegen ich ihr in der Heilerstube ein Bett aus Fellen und Kissen errichtete. Dort bettete ich den nicht gerade lebendigen Körper und holte frisches Wasser. Zunächst richtete ich ihre Kleidung und befreite sie von dem lästigen Sand. Verletzungen hatte sie keine. Auf das kühle Wasser reagierte sie auch mit leichtem Seufzen. Was mich zumindest für den Moment beruhigte. Nichts desto trotz blieb ich die komplette Nacht an ihrem "neuen" Bett sitzen, auch, wenn ich selbst immer mal wieder einschlief.
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Gast
Langsam kehrte Leben in meinen Körper, ich konnte ihn spüren, konnte spüren wie meine Energie wohl langsam wieder in die Glieder strömte. Mein Atem wurde fester und ich tastet neben mir die Felle ab.
Felle? Wo war ich? Was war geschehen? Wieso lag ich hier?
Ich öffnete die Lieder und blickte mich um, als mein Körper sich in Richtung der Seite drehte wo man die Liege hinabsteigen kann, sah ich die schlafende Laila.
War sie krank? Hatte sie etwas?
Eine Hitze stieg in mir auf und ich tastete fast schon hektisch meinen Körper ab. Erleichterung machte sich breit als ich nur einige rote Stellen sah, was mir jedoch gerade nicht sonderlich viel Fragen in den Kopf rief.
Ich fühlte mich total ausgeruht, frisch, voller Energie, fast würde ich behaupten ich könnte heute Bäume ausreißen! Leise rutschte ich von der Liege und ließ Laila noch in der Heilerstube liegen.
Wenn sie aufwacht wird ein reichliches Frühstück auf der Krankenliege stehen.
Felle? Wo war ich? Was war geschehen? Wieso lag ich hier?
Ich öffnete die Lieder und blickte mich um, als mein Körper sich in Richtung der Seite drehte wo man die Liege hinabsteigen kann, sah ich die schlafende Laila.
War sie krank? Hatte sie etwas?
Eine Hitze stieg in mir auf und ich tastete fast schon hektisch meinen Körper ab. Erleichterung machte sich breit als ich nur einige rote Stellen sah, was mir jedoch gerade nicht sonderlich viel Fragen in den Kopf rief.
Ich fühlte mich total ausgeruht, frisch, voller Energie, fast würde ich behaupten ich könnte heute Bäume ausreißen! Leise rutschte ich von der Liege und ließ Laila noch in der Heilerstube liegen.
Wenn sie aufwacht wird ein reichliches Frühstück auf der Krankenliege stehen.
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Gast
Als ich meine Augen aufschlug, war sie weg. Ich fand nur das Frühstück auf der Liege, aber keine Aaminah. Die Verwirrung stand mir ins Gesicht geschrieben, ich sah wohl aus wie ein Lama, welches zuvor noch eine lila Kuh hatte vorbeirennen sehen.
Wo bei allem in der Welt war Aaminah nun schon wieder? Irgendetwas hatte nicht gestimmt. Sie konnte doch jetzt nicht einfach so wieder irgendwo verschwunden sein. Ich seufzte. Diese Natifahs, alle machten sie mich nach und nach wahnsinnig. Ich erhob mich und räumte alles schnell wieder auf. Recht schnell sah man kaum noch irgendwelche Rückstände der letzten Nacht.
Wo bei allem in der Welt war Aaminah nun schon wieder? Irgendetwas hatte nicht gestimmt. Sie konnte doch jetzt nicht einfach so wieder irgendwo verschwunden sein. Ich seufzte. Diese Natifahs, alle machten sie mich nach und nach wahnsinnig. Ich erhob mich und räumte alles schnell wieder auf. Recht schnell sah man kaum noch irgendwelche Rückstände der letzten Nacht.