Wo der Horizont das Meer küsst

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Gast

Wo der Horizont das Meer küsst

Beitrag von Gast »

      • "Gehe nicht, wohin der Weg führen mag, sondern dorthin,
        • wo kein Weg ist, und hinterlasse eine Spur."
    • [img]http://24.media.tumblr.com/d0b61749061299d2375f5e9079f63d7a/tumblr_n1d32iX8yD1s6p72oo1_500.jpg[/img]
MenekUr. Wahrlich, bei meiner Ankunft vor vielen Wochen war das Familienhaus leer. Alarash hatte sich meiner Person angenommen und mir das Meiste gezeigt. Aadish wuselte immer wieder durch den Innenhof. Aber viel mehr war nicht zu sehen. Ich hörte von vielen, gesehen hatte ich sie jedoch nie.

Meine Wege führten mich also wieder für ein paar Tage in die Wüste. Dort konnte ich meinem Geist freien Lauf lassen und mich inspirieren lassen von dem warmen Sand und dem rauschenden Meer. Meine Rückkehr hingegen war überraschender. Ich hatte mich gerade im Gras nieder gelassen und zu meinem Schellenkranz gegriffen, als es an der Tür klingelte. Cihan aus dem Hause Yazir suchte nach einem meiner Cousins. Natürlich musste ich mich als kompetent genug erweisen und versprach, Baschar etwas auszurichten. Aber wer bei Eluive war Baschar? Ein Cousin, so viel stand fest. Und Aaminah sollte ich auch etwas ausrichten. Aaminah..

Nachdem Cihan wieder kehrt machte, füllte sich das Haus. Zunächst war es Aaminah, die ich nun kennenlernen durfte. Sofort gingen wir in den Wohnraum und sie kochte köstlichen Tee. Wir hatten es uns gerade bequem gemacht, da klingelte es erneut. Gemeinsam hatten wir uns auf den Weg zur Tür gemacht, aber es war niemand mehr dort. Für einen kurzen Moment stand die Überlegung im Raum, ob wir wieder zu Tisch gehen sollten oder ob wir verharrten, vielleicht würde der heimliche Klingler ja noch einmal zurückkehren. Gerade, als wir beschlossen hatten, zu Tisch zurück zu gehen, stand doch wieder ein Menekaner vor der Tür. Wir öffneten die Tore. Schnell stellte sich heraus, dass es sich um einen weiteren Cousin, Nadim, handelte. Wir hießen ihn Willkommen.

Und scheinbar hatte er eine komplette Invasion losgetreten. Auf einmal waren da Machmuth, Baschar, Wahid. Ganz anders als zuvor war im Viertel der Ifrey wieder Leben. Und es war schön. Es tat gut, zuhause zu sein. Im Kreise meiner Familie konnte ich ich selbst sein. Auch Cihan war wieder zu uns gestoßen, der sich im Hause der Ifrey nun als gern gesehener Gast bewirten lassen durfte.

Es tat gut, wieder zuhause zu sein. Und dieses Mal fühlte es sich auch wie "Zuhause" an. Ich lächelte, bis ich schließlich spät in der Nacht irgendwann einschlief.
Zuletzt geändert von Gast am Donnerstag 1. Mai 2014, 09:51, insgesamt 4-mal geändert.
Gast

Beitrag von Gast »

      • » Und plötzlich weißt du: Es ist Zeit, etwas Neues
        • zu beginnen und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen. «
    • [img]http://24.media.tumblr.com/tumblr_lx74x418Bc1r7yssjo1_500.jpg[/img]
Es war der zweite Tag in Folge, an dem es im Familienviertel brannte. Also kein Feuer, das nicht. Aber es war ein Kommen und ein Gehen. Eine weitere Cousine hatte den Weg zu ihnen gefunden. Sie war, hm, anders. Nett, aber anders. Während die meisten Natifahs daran interessiert waren, schöne Kleider zu tragen, war sie es, die sich nach Hosen sehnte. Und auch das Kochen war ihr nicht ganz so geheuer. Ich führte sie umher und zeigte ihr alles, was sie wissen musste. Drückte ihr auch saubere Kleidung in Form von Kleidern in die Hand. Auf kurz oder lang würde sie sich daran gewöhnen.

Auch Cihan tauchte an diesem Tag wieder auf. Zwei Mal in Folge. Oder war er sogar drei Mal bei uns? Neda, zwei mal. Einmal, um zu fragen, ob jemand mit zum Blutdämonen möchte. Ein weiteres Mal spät abends auf der Suche nach einem Mocca. Er und Fahd begleiteten uns dann in die Schneiderei, da sich Aaminah uns gerade angenommen hatte. Samira bekam endlich ihre Rüstung. Und ich ebenso meine. Und.. viele Kleider. Ich hatte keine Ahnung, wie lange sie dort noch gesessen waren. Ich verabschiedete mich irgendwann und ging zu Bett. Ich war müde, immerhin war ich den ganzen Tag auf den Füßen.

Dass ich nicht schlafen konnte, hatte mit Sicherheit auch seinen Grund. War der Tag zu aufreibend? Oder hatte es andere Gründe? Vielleicht war ich schlicht und ergreifend viel zu müde. Das Gespräch mit Fahd beschäftigte mich auch noch. Er hatte noch kurz mitbekommen, wie ich auf meinen Schellenkränzen herumklimperte und er freute sich, dass es eine Natifah gebe, die sich um genau das kümmerte. Das, was eine Natifah eigentlich zu tun hatte. Er sagte mir, es sei eine wunderbare und ehrenvolle Aufgabe. Ich sah meinen Nutzen momentan noch nicht. Ich war keine gute Einnahmequelle für die Familie, ganz im Gegenteil. Nunja, die Zeit würde es zeigen. Musik war etwas, was mir Kraft gab. Und dennoch hatte ich zu so großen Teilen riesigen Respekt davor. Es war ein Drahtseilakt, den ich stemmen musste.
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