Die 'langweilige' Reise der Yashira Yazir

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Yashira Yazir

Die 'langweilige' Reise der Yashira Yazir

Beitrag von Yashira Yazir »

Tagebuch von Janitschar Yashira Yazir


26. Eisbruch 255
Die See ist recht heute sehr ruhig gewesen. Unsere Expedition in den Süden hat erst vor wenigen Tagen begonnen, doch scheint es mir jetzt schon wie eine Ewigkeit vorzukommen. So lange habe ich davon geträumt zur See zu fahren. Ich vermisse Menek’Ur, meine Freunde, meine Familie. Wer weiß schon, wie lange diese Reise dauern wird?

11. Lenzing 255
Meer und noch mehr Meer. Wir sind nun seit über zwei Wochen unterwegs und haben seither kein festes Land mehr gesehen. Die See ist nach wie vor ruhig und wir kommen dadurch nur recht langsam voran. Ich hoffe dass wir das finden können, wonach der Erhabene Rashad sucht. Da wir im Moment nur wenig zutun haben, werde ich die Zeit nutzen und die restliche Besatzung besser kennen lernen.

17. Lenzing 255
Die Mitglieder der Mannschaft sind alle sehr freundlich. Mit mir sind noch vierzehn weitere Kinder der Wüste an Bord, überwiegend aus der Familie Bashir. Ein paar der Älteren scheinen sogar meine Eltern gekannt zu haben. Es ist schön zu hören wer sie waren, auch wenn ich mich selbst nicht mehr wirklich an sie erinnern kann. Meiner Mutter war wohl eine Hauslose, bevor sie meinen Vater geheiratet hat. Sie soll sehr temperamentvoll gewesen sein. Ich komme daher wohl eher weniger nach ihr.

14. Wechselwind 255
Die letzte Zeit verlief etwas turbulenter als die bisherige Reise. Wir hatten mit mehreren Stürmen zu kämpfen, wobei das Schiff leicht beschädigt wurde. Den Mast konnten wir reparieren und auch die Segel flicken. Es kehrt so langsam wieder ein wenig Ruhe ein. Vor ein paar Tagen hatte ich Geburtstag, zumindest ist es der Tag den ich dafür halte. Vor zehn Jahren hat Khalida mich bei sich aufgenommen. Ich wurde also endlich 17. Zwei Natifahs haben mich am Abend überrascht, dabei hatte ich meinen Geburtstag eigentlich nicht erwähnt. Es war unerwartet aber sehr schön.

29. Eluviar 255
Heute Morgen haben wir an einer kleinen Insel den Anker geworfen. Sie ist wohl unbewohnt, auch wenn wir sicher noch nicht alles gesehen haben. Zusammen mit zwei weiteren Janitscharen wurde ich auf die Suche nach einer Süßwasserquelle geschickt. Glücklicherweise wurden wir rasch fündig. Dank der vielen Obstbäume waren wir in der Lage unsere Vorräte aufzufüllen.

05. Schwalbenkunft 255
Der Wind hat in den letzten Tagen deutlich an Kraft zugelegt, wir kommen sehr gut voran. Laut unserem Kapitän werden wir das nächste Festland in spätestens einer Woche erreichen. Ich bin sehr gespannt auf die Menschen in diesem Land. Wann hat man sonst die Gelegenheit dazu eine solch fern liegende Kultur kennen zu lernen?

19. Schwalbenkunft 255
Meine Euphorie auf jenes neue Land ist rasch wieder verschwunden. Selten habe ich solch verkommene Menschen gesehen. Keine Frau war verschleiert, ganz im Gegenteil. Das allein will ich ihnen nicht vorhalten, doch waren alle Menschen durch und durch verdorben. Diese Direktheit, diese Trunkenheit, diese Maßlosigkeit. Wahrlich, es ist kein durch Eluive gesegneter Ort. Möge die Mutter ihnen gnädig sein, so sie sterben. Und so wie ihr Lebensstil sich auszeichnet, geschieht dies oft sehr früh. Morgen früh legen wir wieder ab, wir haben alles was wir brauchen. Die Reise nach Süden geht weiter.

27. Cirmiasum 255
Wir sind nun wieder seit mehreren Wochen auf hoher See. Inzwischen habe ich mich an das Leben auf dem Schiff gewöhnt. Ich habe gelernt zu fischen, auch wenn ich mich nicht gerade geschickt darin anstelle. Geduld ist weder meine Stärke noch meine Schwäche, aber manchmal dauert es ewig bis ein Fisch anbeißt. Zumindest kann ich mir so die Zeit vertreiben, während es sonst nichts zu erledigen gibt.

09. Ashatar 255
Die unendliche Weite der Wüste ist so fern. Der Wind am Deck des Schiffes ist nicht vergleichbar mit dem der Heimat. Das Heimweh hat mich wohl leider wieder im Griff, ich habe im Moment zu viel Zeit zum Nachdenken. Wie es wohl meiner Mutter gerade geht?

29. Searum 255
Habe ich mich bei meinem letzten Eintrag wirklich über Langeweile beklagt? Welch ein Fehler, ich sollte das Schicksal nicht auf solche Art und Weise herausfordern. Gewitter, Stürme, noch stärkere Stürme, dann das Leck im vorderen Teil des Schiffes. Wir haben es mit Mühe und Not überstanden. Die letzten Tage habe ich wieder mit den Reparaturen zugebracht. Zum Glück kenne ich mich mit Holzarbeiten ganz gut aus.

04. Rabenmond 255
Es ist kalt geworden. Natürlich nicht so kalt, wir sind immerhin im tiefen Süden, so tief wie selten ein menekanisches Schiff gesegelt ist. Bald erreichen wir unser Ziel. Jene Inselgruppe die noch als unerforscht gilt. Ich bin mir noch immer nicht darüber im Klaren, was der Erhabene erhofft dort zu finden, aber es ist auch nicht meine Aufgabe dies zu wissen. Bald sind wir da.

05. Alatner 255
Land in Sicht! Nach etwas mehr als zehn Monaten haben wir unser Ziel endlich erreicht. Heute noch werden wir an Land anlegen und mit den ersten Erkundungen beginnen. Wir sind alle sehr aufgeregt, ich hoffe wirklich, dass sich der beschwerliche Weg gelohnt hat.

14. Alatner 255
Auf Gerimor müsste es zu dieser Jahreszeit recht kalt sein, zumindest bei jenen bedauernswerten Teilen die nicht von der Wüste umringt sind. Die Inselgruppe hier hat auch jetzt noch tropische Temperaturen. Aber es ist anders als in Menek’Ur, die Luft ist irgendwie stickig und man bekommt den Drang sich alle paar Stunden ins kalte Nass zu werfen und die Kleidung zu waschen. Die Pflanzenwelt hier ist unglaublich. Überall blüht und gedeiht es, wie in einer Oase. Wenn Khalida das doch nur sehen könnte!

22. Alatner 255
Heute ist ein Erkundungstrupp tiefer in den Dschungel gegangen. Vier Janitschare und der ältere Gelehrte. Sie wirkten ziemlich angespannt, ich nehme an, dass sie heute die Befehle des Erhabenen Emirs ausführen. Zum Schutz der restlichen Besatzung sind ein weiterer Janitschar und ich zurück geblieben. Geschehen ist allerdings wenig. Wir sind in unserem Zeltlager geblieben und haben gewartet. Der Erkundungstrupp wird nicht vor Übermorgen zurück erwartet.

24. Alatner 255
Der Erkundungstrupp ist heute noch nicht zurückgekehrt.

25. Alatner 255
Noch immer ist der Erkundungstrupp nicht zurück. Wir beginnen uns Sorgen zu machen.

26. Alatner 255
Heute Nachmittag ist der Erkundungstrupp zurückgekommen, nur anders als wir uns gewünscht hätten. Von den vier Janitscharen sind nur noch zwei am Leben, der Rest … uns wurde nicht gesagt was geschehen ist. Wir versorgen noch die Verletzungen der beiden Überlebenden. Sie hatten eine Schatulle bei sich, die direkt aufs Schiff gebracht wurde. Morgen früh stechen wir wieder in See.

03. Hartung 256
Wir sind seit einigen Tagen wieder unterwegs. Das Lager haben wir schneller angebrochen als ich erwartet hätte. Ich weiß nicht was die anderen Janitschare gesehen haben, oder weshalb sie so nervös waren. Es wurde jedenfalls entschieden, dass wir sofort wieder aufbrechen sollen. Inzwischen hat sich die Lage auch deutlich beruhigt. Ich stelle keine Fragen. Sicher gibt es für all das Gründe.

16. Eisbruch 256
Gestern haben wir auf einer kleinen Insel Halt gemacht und die Vorräte wieder aufgefüllt. Eine Insel voller Dattelpalmen. Den heutigen Tag nenne ich den „Yashira im Glück“ – Tag. Für den Rest der Reise habe ich vorgesorgt. Ich leiste Nira Bashir in letzter Zeit viel Gesellschaft, ihr Mann war unter den Gefallenen. Möge Eluive über sie wachen und ihren Schmerz lindern.

22. Lenzing 256
Das Schreiben eines Tagebuchs hatte ich mir spannender vorgestellt. Wobei man es wohl eher das „Monatsbuch“ nennen müsste, wirklich häufig setze ich mich ja nicht wirklich daran. Bisher nichts Besonderes, ich bewache meistens eine kleine Kiste. Spannend.

03. Wechselwind 256
Die Rückreise verläuft bisher wie die Hinreise. Relativ ruhig. Relativ. Ich erwarte bald wieder Sturm. Es ist ja immer so. Ruhe, dann Sturm. Eine tolle „Weisheit“. Und sie trifft wohl eigentlich auch praktisch immer zu. Wenn der Kapitän diese „Weisheit“ noch einmal wiederholt, nutze ich die Datteln um von nun an mein Gehör zu schonen. Bald habe ich wieder Geburtstag. Endlich volljährig, darauf werde ich einen Kaktusschnaps trinken, ha!

18. Eluviar 256
Ich könnte als Wahrsagerin arbeiten. Die letzten Wochen hatten wir öfter mit Sturm zu kämpfen, wie erwartet. Dieses Gebiet scheint dafür richtig anfällig zu sein. Das sieht man auch an diversen Anzeichen. Ein wenig kenne ich mich nun mit der Seefahrt auf und kann das ein oder andere auch deuten. Die Hitze, die Feuchtigkeit in allen Stoffen, dazu dieses manchmal warme und manchmal kalte Meerwasser. Wir haben aber alles gut überstanden, inzwischen sind wir gut gerüstet.

14. Schwalbenkunft 256
In wenigen Tagen erreichen wir vermutlich eine weitere Insel, sofern wir noch auf dem richtigen Kurs sind. So ganz sicher sind wir uns nicht, aber ich habe ein gutes Gefühl dabei. Nira hat sich inzwischen wieder gefangen, der Verlust ist ihr zwar noch anzumerken, aber sie lächelt hin und wieder. Ich freue mich so sehr auf Menek’Ur. Ich hoffe es geht allen daheim gut.

29. Ashatar 256
Die Reise verläuft weiter nach Plan. Nachdem wir nun mehrere Inselgruppen passiert haben die auf unseren Karten verzeichnet sind, ist auch mehr Sicherheit eingekehrt. In ein paar Monaten werden wir wieder daheim sein.

07. Goldblatt 256
Ich konnte meine Allgemeinsprache verbessern! Hätte ich gewusst dass Nira so gut darin ist, hätte ich es mir von ihr schon viel früher beibringen lassen. Meine Güte war ich früher schlecht darin. Vermutlich haben viele der Festländer früher über meine Wortwahl und Aussprache gelacht. Na, das gehört jedenfalls der Vergangenheit an.

14. Rabenmond 256
Die letzten Tage sind wieder sehr ruhig verlaufen. Der Wind ist nicht mehr so stark, wir kommen eindeutig langsam aber sicher der Heimat näher.

02. Hartung 257
Die Tage sind kürzer geworden. Wir scheinen im Winter zurück zu kommen. Warum im Winter? Am Ende schneit es noch wenn wir nahe an Gerimor sind.

12. Eisbruch 257
Ich kann Menek’Ur schon fast riechen. Heute Nachmittag hätte ich schwören können, dass im Wind Sandkörner vorhanden waren. Bald, sehr bald.
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