Als Alayna ihr das damals in ihrem Briefkasten gelegte KraeuterBuch ins Hospital brachte ohne Tooru Hallo zu sagen wurde sie stinksauer. Erst schiesst die mit einem Pfeil auf sie und dann hat sie nicht einmal den Mumm ihr persoenlich gegenueberzutreten? Sie rannte ihr hinterher so schnell sie konnte in die Richtung die Vark ihr zeigte doch fand sie nicht und kehrte verschwitzt nach Luft ringend ins Hospital zurueck.
Ihr war danach sich wieder in die Isolation ihres Hauses zurueckzuziehen und so sass sie da im Hospital gruebelnd ueber das was passiert war und die jetzige Aktion. Sie hatte da ein Huehnchen zu rupfen…und sie wuerde sie nicht ziehen lassen egal was ihre komischen Leute dagegen setzen wuerden. Sie erhob sich, fragte Malena einfach ein paar Tage frei bekommen zu koennen und war auch schon direkt auf dem Weg zum Hafen.
Auf der Insel angekommen setzte sie sich einfach vor Alaynas Haus als diese nicht da war. Hier wartete sie schliesslich immer auf sie, und so auch heute. Doch es war nicht Alayna die kam, es war ein kleines Maedchen, alles andere als gesund aussehend. Ein Schlangenbiss? Der Husten klang auch alles andere als beruhigend und noch waehrend ihr die Kleine davon erzaehlte und die erbeuteten Pilze zeigte hob sie sie hoch und brachte sie hastig ins Gasthaus wo sie sich ein Zimmer genommen hatte. Ihr Bett war die einzige Liege die sie hier zur Verfuegung hatte. Sie wusste es wuerde sich auszahlen immer das Noetigste mit sich zu haben.
Das Gift saugte sie heraus, unsicher ob dies wirklich die richtige Methode war aber der bittere Geschmack in ihrem Mund sagte ihr das zumindest etwas herauskam dabei und sie spuckte neben sich auf den Boden. Sie wiederholte dies oft und das Gegengift aus ihrer Tasche verduennte sie mit Wasser, wer wusste schon wie der kleine Koerper auf eine volle Dosis reagieren wuerde? Sie weichte eine Bandage in dem Wasser/Gegengift gemisch ein und verband den Schlangenbiss sorgfaelltig damit. Von dem was sie aus ihren Buechern wusste sollte dies die beste Methode sein. War es das? Im Hospital hatte sie noch keine Lehrstunde ueber Gifte und wie man diese am besten bekaempft. Alles was sie hatte war ihr unbestaetigtes Wissen aus Buechern um nun zum ersten mal diese Behandlung durchzufuehren. Sie war besorgt aber etwas anderes konnte sie nicht tun. Der Schlangenbiss mit dem Husten wuerde sie die Schifffahrt ins Hospital wohl nicht ueberleben lassen.
Nun sollte es um den Husten gehen, sie hatte kein Horchrohr mitgenommen sie abzuhoeren, aber sie war ein Kind, warum sollte sie durch den schmalen Brustkorb nicht auch so etwas hoeren koennen und so legte sie schlicht ihr Ohr an den Ruecken des Maedchen. Und wahrlich brauchte mein kein Horchrohr fuer dieses rasseln in ihrer Lunge zu hoeren. Wer zur Hoelle lies ein Kind so weit krank werden? Und warum lief sie dann auch noch draussen herum? Eilig holte sie eine Phiole heraus mit der richtigen Medizin und verabreichte sie dem Maedchen.
Nun ging es darum die Mutter zu suchen und so nahm sie die Kleine wieder in ihre Arme und trug sie vorsichtig und behutsam hinaus. Unten traf sie auf eine Frau und einen Mann. Die Frau nahm die Kleine an sich, offenbar kannte das Maedchen sie und somit ueberlies Tooru sie der Frau.
Der Kerl hingegen wollte wissen was sie hier machte, das sie von der Insel ihr gesagt hatten sie wuerde es bereuen ihnen zu folgen und erst recht hier aufzukreuzen. Tooru war das egal, sie hatte etwas zu klaeren. Und das nicht mit ihm. Patzig wie sie immer auf solche Reaktionen reagierte zeigte sie ihm ihre Gleichgueltigkeit ueber seine Worte und wohl im rechten Moment bevor es ungemuetlich fuer sie wurde tauchte Alayna auf – mit einem Dolch in ihrer Hand. Vielleicht wurde es jetzt doch ungemuetlich. Sie sollte sich erklaeren was sie mit dem Maedchen gemacht hatte und das tat sie. Der Dolch wurde weggesteckt und der Kerl weggeschickt.
Tooru ging naeher, Alayna sah garnicht gut aus. Was war hier los auf dieser Insel?
Am Ende gab es kein Huehnchen zu rupfen sondern eine Patientin und Freundin zu untersuchen.
Ueber die Sache in Bajard wurde auch nicht wirklich geredet , es war Tooru nun auch egal. Sie hatte ihr doch laengst verziehen. Die Sorge um die Kleine und Alayna, der Wunsch beide heilen zu wollen hatte jeden Groll hinwegefegt.
Sie wuerde nun eine Weile auf der Insel bleiben,was sie bei der Untersuchung Alaynas herausfand machte es noetig fuer sie und irgentwie gefiel es ihr hier. Die Gedanken die sie in ihre Isolation in Adoran trieben waren wohl in dieser kalten Stadt zurueckgeblieben.
Am naechsten Tag traf sie Aroght auf dem Platz an Hafen, sie nannte ihn liebevoll Flickenteppich seit jenem Besuch im Hospital an dem er seinen vernarbten Oberkoerper praesentierte. Sie spazierten zusammen, redeten. Vor allem ueber ihr Wohlbefinden und wie sie sich Zuhause in Adoran vor allem einsperrte. Auf einmal wurde sie hochgehoben und in einer kleinen Bucht ins Wasser geworfen mitsamt ihrem Kleid und dem schweren Umhang. Dieser gemeine Kerl, auch ihre Frisur war nun ruiniert. Sie stapfte an den Strand, zog sich bis auf ihre Seidenunterwaesche aus und sprang zurueck ins Wasser in welches Aroght mittlerweile nachgekommen war. Sie tollten herum und sie hatte eine Menge Spass in diesen Moment. Das hatte sie lange nichtmehr. Schon bevor sie Assamaril verlassen hatte nichtmehr. Das Laecheln welches seit einiger Zeit zu einer aufgesetzten Maske wurde war nun wieder ein ehrliches. Wieso hatten soviele Leute Angst vor denen auf der Insel? Vor allem in diesem Moment war es ihr unverstaendlicher als jemals zuvor. Mehrmals warf Aroght sie durch die Luft ins Wasser was ihr wohl nun den Spitznamen Moewe einbracht, er gefiel ihr.
Aroghts frage schlug ein wie der geworfene Stein eines Riesens. „Warum bleibst du nicht immer hier?“.
Ja, warum eigentlich nicht? Sie fuehlte sich wohl, hatte seit langem wieder das Gefuehl gluecklich zu sein und mehr als augenscheinlich war hier ein Heiler gebraucht. Verglichen mit den Heilmethoden von hier war selbst sie bereits ein Vollprofi. Es war verlockend, sehr verlockend. Konnte sie dennoch weiter fuer das Hospital arbeiten? Sie wusste es nicht. Wieder einmal stand eine Entscheidung an die sicher ihr Leben gravierend veraendern wird oder aber auch nicht.
Ein neuer Horizont
- Tooru Weidenhang
- Beiträge: 328
- Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42
- Wohnort: Hamburg
Ein neuer Horizont
Zuletzt geändert von Tooru Weidenhang am Sonntag 23. Februar 2014, 11:23, insgesamt 3-mal geändert.
- Tooru Weidenhang
- Beiträge: 328
- Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42
- Wohnort: Hamburg
Es war nun etwas mehr als seine Woche seitdem Tooru auf die Insel gezogen war und viele Dinge waren in dieser Zeit passiert.
Sie hatte bereits erste Patienten, die Inselbewohner behandelten sie sehr gut und selbst die kleine Inola hatte Pilze und Kraeuter fuer sie gesammelt um sie ihr zu schenken – wohl das schoenste Geschenk das sie sich vorstellen konnte. Nicht wegen dem was es war sondern wegen dem von wem es kam.
Selbst ihre abendlichen Spaziergaenge welche sie in Adoran abrupt eingestellt hatte nachdem Assamaril fort war machte sie wieder und auch ihr Schlaf wurde besser wo sie sich noch nicht vollstaendig an die Seeluft gewoehnt hatte die sie ueber den Tag auslaugte.
Doch in dieser Nacht war es anders, sie wachte schweissgebadet auf und stieg aus ihrem Bett. Verwundert schaute sie wo die waerme herkam die sie in ihrer linken Hand spuerte, es war Blut. Das letzte mal hatte sie sich so tief mit ihren Fingernaegeln in ihr eigenes Fleisch gebohrt da lebte sie noch mit ihrem Vater zusammen und versuchte sich an etwas festzuhalten als dieser sie wieder einmal bestrafen wollte es aber nun einmal nichts gab woran sie sich festhalten konnte als das Fleisch ihrer eigenen Hand. Und so trieb die ihre Naegel tief in den Handballen, aber wieso heute Nacht im Schlaf?
Sie traeumte davon zurueck in Adoran zu sein im alten Hospital in dem auf einmal das Regiment stand und sie in Ketten legte, ihre Familie? Die tat nichts. Sie wurde in eine Art Gerichtssaal gebracht, es war nicht der in Adoran, es war ein Gebaeude das sie noch nie zuvor gesehen hatte. Den Richter konnte sie nicht erkennen, aber die Anklaegerin. Es war Lili die ihr Verrat vorwarf und ihren Tod forderte. Ihre Verteidigung? Das war…Jose, derjenige der sie nicht in ihrer neuen Heimat haben wollte und sie dementsprechend auf nicht verteidigte. Alle waren gegen sie in diesem Haus. Aber wieso? Alles was sie tat war es zu versuchen den Kranken, Verletzten und Hilfsbeduerftigen zu helfen und alles was sie nun erfuhr waren Anschuldigungen, Verachtung, ja sogar Hass von beiden Seiten. Was hatte sie falsch gemacht das sie nun zur Richtbank gebracht wurde?
Wieso konnte Lili, eine Frau und Heilerin die sich Eluive angehoerig sieht nicht verstehen das es Tooru darum ging Leben zu bewahren, das wofuer Heiler eben da sind. Plante sie von nun an im Hospital zwei Raeume zu schaffen? Einen fuer die, die es wuerdig waren behandelt zu werden und einen fuer jene die es nicht waren und in ihrem Raum ohne Ausgang verrotten zu koennen?
Warum warf Lili ihr Verrat vor wo es doch die Familie war die sie beim Regiment gemeldet hatte obwohl sie niemandem Leid oder Schaden zugefuegt hatte. Sie hatte immer alles gegeben, sich bis zum Schluss aufgeopfert, selbst ihre Liebe hatte sie aufgegeben fuer ihre Familie, das Hospital, doch nun wo sie sich fuer andere aufopferte um ihnen zu helfen da war sie auf einmal die Boese? Irgentetwas stimmte mit dieser Welt nicht.
Und Jose, er wollte sie nicht auf der Insel haben? Wieso nicht? Auch dort tat sie niemandem etwas, im Gegenteil. Wieso konnte man sie nicht einfach in Ruhe lassen?
“Halte dich an die Menschen die dich moegen”, hatte Aroght ihr vorgestern gesagt als sie darueber redeten was in Adoran und mit Jose vorgefallen war. Das hatte sie schon einmal gehoert, eben in jenem Adoran.
Was war es denn Wert? Und wer war es noch Wert das sie ihm/ihr vertrauen koennte?
Sie wusste es nicht, es machte ihr aber keine Angst. Wuerde sie deshalb aufhoeren? Sicher nicht. Wuerde sie aufhoeren Menschen zu vertrauen? Auch das nicht. Wuerde es sie in Probleme bringen, vielleicht sogar ihre Lebenserwartung verkuerzen? Vielleicht.
Aber am Ende war sie es die mit aufrechtem Herzen leben wuerde. Diejenige die zu ihren Idealen und dem Schutz des Lebens stehen wuerde.
Und damit war sie am Ende vielleicht sogar groesser als all jene die sie nun verachteten und sie hassten. Denn sie wuerde Leben, ohne Angst davor was andere von ihr denken moegen, sie wuerde sich nicht von Meinungen anderer abhalten lassen wenn es darum ging den Kranken, Verletzten und Beduerftigen zu helfen. Sie war Tooru und damit freier als die meisten anderen und das konnte ihr niemand jemals wieder wegnehmen.
Sie hatte auch garkeine Zeit ihre Gedanken weiter an solche Leute zu verschwenden, sie hatte nun ihre Wunde zu behandeln und dann einiges an Traenken zu mischen. Im Gegensatz zu den destruktiven Wesen dieser Welt wuerde sie nun etwas erschaffen.
Sie hatte bereits erste Patienten, die Inselbewohner behandelten sie sehr gut und selbst die kleine Inola hatte Pilze und Kraeuter fuer sie gesammelt um sie ihr zu schenken – wohl das schoenste Geschenk das sie sich vorstellen konnte. Nicht wegen dem was es war sondern wegen dem von wem es kam.
Selbst ihre abendlichen Spaziergaenge welche sie in Adoran abrupt eingestellt hatte nachdem Assamaril fort war machte sie wieder und auch ihr Schlaf wurde besser wo sie sich noch nicht vollstaendig an die Seeluft gewoehnt hatte die sie ueber den Tag auslaugte.
Doch in dieser Nacht war es anders, sie wachte schweissgebadet auf und stieg aus ihrem Bett. Verwundert schaute sie wo die waerme herkam die sie in ihrer linken Hand spuerte, es war Blut. Das letzte mal hatte sie sich so tief mit ihren Fingernaegeln in ihr eigenes Fleisch gebohrt da lebte sie noch mit ihrem Vater zusammen und versuchte sich an etwas festzuhalten als dieser sie wieder einmal bestrafen wollte es aber nun einmal nichts gab woran sie sich festhalten konnte als das Fleisch ihrer eigenen Hand. Und so trieb die ihre Naegel tief in den Handballen, aber wieso heute Nacht im Schlaf?
Sie traeumte davon zurueck in Adoran zu sein im alten Hospital in dem auf einmal das Regiment stand und sie in Ketten legte, ihre Familie? Die tat nichts. Sie wurde in eine Art Gerichtssaal gebracht, es war nicht der in Adoran, es war ein Gebaeude das sie noch nie zuvor gesehen hatte. Den Richter konnte sie nicht erkennen, aber die Anklaegerin. Es war Lili die ihr Verrat vorwarf und ihren Tod forderte. Ihre Verteidigung? Das war…Jose, derjenige der sie nicht in ihrer neuen Heimat haben wollte und sie dementsprechend auf nicht verteidigte. Alle waren gegen sie in diesem Haus. Aber wieso? Alles was sie tat war es zu versuchen den Kranken, Verletzten und Hilfsbeduerftigen zu helfen und alles was sie nun erfuhr waren Anschuldigungen, Verachtung, ja sogar Hass von beiden Seiten. Was hatte sie falsch gemacht das sie nun zur Richtbank gebracht wurde?
Wieso konnte Lili, eine Frau und Heilerin die sich Eluive angehoerig sieht nicht verstehen das es Tooru darum ging Leben zu bewahren, das wofuer Heiler eben da sind. Plante sie von nun an im Hospital zwei Raeume zu schaffen? Einen fuer die, die es wuerdig waren behandelt zu werden und einen fuer jene die es nicht waren und in ihrem Raum ohne Ausgang verrotten zu koennen?
Warum warf Lili ihr Verrat vor wo es doch die Familie war die sie beim Regiment gemeldet hatte obwohl sie niemandem Leid oder Schaden zugefuegt hatte. Sie hatte immer alles gegeben, sich bis zum Schluss aufgeopfert, selbst ihre Liebe hatte sie aufgegeben fuer ihre Familie, das Hospital, doch nun wo sie sich fuer andere aufopferte um ihnen zu helfen da war sie auf einmal die Boese? Irgentetwas stimmte mit dieser Welt nicht.
Und Jose, er wollte sie nicht auf der Insel haben? Wieso nicht? Auch dort tat sie niemandem etwas, im Gegenteil. Wieso konnte man sie nicht einfach in Ruhe lassen?
“Halte dich an die Menschen die dich moegen”, hatte Aroght ihr vorgestern gesagt als sie darueber redeten was in Adoran und mit Jose vorgefallen war. Das hatte sie schon einmal gehoert, eben in jenem Adoran.
Was war es denn Wert? Und wer war es noch Wert das sie ihm/ihr vertrauen koennte?
Sie wusste es nicht, es machte ihr aber keine Angst. Wuerde sie deshalb aufhoeren? Sicher nicht. Wuerde sie aufhoeren Menschen zu vertrauen? Auch das nicht. Wuerde es sie in Probleme bringen, vielleicht sogar ihre Lebenserwartung verkuerzen? Vielleicht.
Aber am Ende war sie es die mit aufrechtem Herzen leben wuerde. Diejenige die zu ihren Idealen und dem Schutz des Lebens stehen wuerde.
Und damit war sie am Ende vielleicht sogar groesser als all jene die sie nun verachteten und sie hassten. Denn sie wuerde Leben, ohne Angst davor was andere von ihr denken moegen, sie wuerde sich nicht von Meinungen anderer abhalten lassen wenn es darum ging den Kranken, Verletzten und Beduerftigen zu helfen. Sie war Tooru und damit freier als die meisten anderen und das konnte ihr niemand jemals wieder wegnehmen.
Sie hatte auch garkeine Zeit ihre Gedanken weiter an solche Leute zu verschwenden, sie hatte nun ihre Wunde zu behandeln und dann einiges an Traenken zu mischen. Im Gegensatz zu den destruktiven Wesen dieser Welt wuerde sie nun etwas erschaffen.
Zuletzt geändert von Tooru Weidenhang am Mittwoch 5. März 2014, 09:38, insgesamt 5-mal geändert.