Umancil? Den hab ich ja ewig nicht gesehn!

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Isaac Umancil

Umancil? Den hab ich ja ewig nicht gesehn!

Beitrag von Isaac Umancil »

Die Reise ins Ungewisse.

Vieles war in den letzten Monaten geschehen welches ihn dazu bewegt hatte, den inneren Zwang zu unterdrücken, sich nicht vom Winde beflügeln zu lassen und neues zu erkunden und zu entdecken. Isaac blickte den Berg hinab welchen er erklommen hatte und atmete tief durch während eine leichte Brise aufkam um seine Wandergewänder aus Fell, Leder und Leinen zu umspielen.
Ein saftiges Grün, die frische Luft der unberührten Natur, die Geräusche der sich im Winde biegenden Grashalme, das Zwitschern der nahe nistenden Vögel welche fröhliche Lieder sangen.
Der Himmel war hell-blau und die Sonne strahlte wärmend auf ihn hinab während er das unbekannte Tal vor sich mit wachen und von Tatendrang durchzogenen Augen betrachtete.

Viele Tage war er schon unterwegs, bei sich seinen Wanderstab, sowie seine Reisetasche mit den üblichen Dingen welche er stets mit sich führte so er hinaus zog um die Welt zu bereisen und neues zu entdecken. Isaac tat dies wahrlich gut, den Kopf frei zu bekommen, das Leben in jedem Atemzug zu genießen. Er wusste nicht so wirklich wo er hin wollte, war die Welt doch so groß und barg so viele schöne Dinge welche er sehen wollte, so ließ er sich wie schon in seiner Jugend damals wohl unbewusst vom Winde im Rücken leiten.

Die Tage vergingen wie im Fluge, während er unermüdlich einen Schritt vor den Anderen setzte und seinem ersten Ziel näher kam. Schon aus der Entfernung hatte er diese gewaltigen Berge gesehen welche von weitem so aussahen als würden sie noch weiter in den Himmel und durch die Wolken reichen was er sich nicht zu Träumen gewagt hätte zu glauben das es so etwas gibt.
Der Wind flüsterte, der Wind schob ihn förmlich immer weiter voran wie noch nie zuvor, es schien fast so als wolle der Wind selbst das Isaac jenes Monstrum eines Berges bestieg.

Isaac schnaufte schwer in dieser Höhe, noch nie war er solch einen steilen und unbegehbaren Berg hinauf geklettert. Unter ihm bereits konnte er den Boden schon nicht mehr erblicken, verdeckt durch die immer dichter werdenden Wolken welche sich wie eine dichte Suppe aus Nebel über die Erde weit unter ihm legten.

Isaac war fest an die Bergwand gepresst, die Hände und Füße schmerzten ihm schon so sehr und dennoch gab ihm der immer stärker werdende Wind die Kraft und den Halt immer weiter und weiter in die Ungewissheit hinauf zu klettern. Die Luft wurde immer dünner und kälter so das in jener Höhe sogar schon einzelne Schneeflocken durch den Wind umher geweht wurden.

Was wollte ihm der Wind nur zeigen? Was konnte von solcher Schönheit und Wichtigkeit sein das er ihn immer weiter förmlich zwang, dieses Monstrum zu besteigen. Isaac stöhnte schwerfällig als er einen Vorsprung erreicht hatte der groß genug war sich dort etwas aus zu ruhen. Sichtlich erschöpft sankt er oben angekommen in sich zusammen und schloss müde die Augen.

Sein Körper war geschunden, an den spitzen Ecken und Kanten des Berges aufgescheuert bluteten ihm gar die Hände von dem verkrampften Festhalten an Schlitzen und Abhebungen des Berges.
Als Isaac wieder seine Augen öffnete, taten ihm alle Knochen weh, die Luft war immer noch schneidend dünn und er schnaufte tief um seine Lungen mit Sauerstoff zu füllen.

Es waren bereits wieder Stunden vergangen welche er damit verbracht hatte den Berg hinauf zu klettern. Wie eine Schnecke fühlte er sich und so kam er auch nur voran, der Wind war mittlerweile äußerst ungestüm. Isaac wusste das in solchen Höhen der Wind seine wahre Natur oftmals völlig entfalten konnte und wie ein Sturm in jenen Höhen umher wehte.

Isaac schloss seine Augen als er es wieder kommen sah und der Wind wie wild ihm in die Seite blies als wolle er im nächsten Moment in die Tiefe mit sich reißen. Was hatte Isaac nur getan das der Wind ihm so unbändig entgegen blies? Wo war der stete Rückenwind welchen er hatte und welcher ihn stärkte? Isaac verstand die Welt nicht mehr, irgendwie hatte er Angst etwas getan zu haben was den Wind wütend machte. Sein ganzer Körper zitterte, war er an seine Grenzen gekommen? Würde er zum ersten mal in seinem Leben das Ziel nicht erreichen was er sich vorgenommen hatte? Der Halt unter seinen Füßen gab plötzlich nach, Isaac hing in der Luft, kein Vorsprung unter seinen Füßen wo er neuen Halt hätte finden können. Das Gestein zerbröselte in seiner rechten und fiel in die Tiefe, die linke Hand krallte sich verkrampft in die letzte übrig gebliebene Ritze um nicht hinab zu stürzen wie ein nasser Sack.

Sein ganzer Körper war wie taub und er spürte schon gar keine Schmerzen mehr. Er war wohl an seine Grenzen gekommen und hatte sie wohl zu weit überschritten so das er wusste, hier wäre seine Reise zu Ende. Seine Gedanken lagen nun bei der Mutter sie würde er wohl bald wieder sehen, geborgen in ihrem Schoße liegen und auf seine Brüder vom Himmel hinab sehen.
Isaac lächelte erschöpft, doch was war das? Völlige Stille? Der Wind war abgeflacht, es war fast so als würde die Zeit still stehen, keine Bewegung kein Grollen im Lied, was das Element des Windes in jener Höhe verursachte. In jener Höhe wo der Wind dominierte gegenüber den anderen Elementen und er war mitten darin, im Auge des Sturms welches ihn umhüllte und für einen Moment still stand ehe das Grollen und Tosen wieder zunahm und gen des Bergmassivs einige hundert Meter neben ihm einschlug und peitschte. Diese Kraft, so gewaltig das sie selbst den Berg zerschlug und Gesteinsbrocken aus ihm heraus riss und immer näher auf Isaac zukam.

Isaac wusste, er würde sterben, doch er war nicht traurig einen letztes Mal würde er den Wind willkommen heißen.... ein letztes Mal würde er.... Isaacs Kopf sank erschöpft auf die Brust und die Verkrampfung in seinen Fingern mit welchen er den ausgelaugten Körper noch soeben halten konnte lösten sich.
Erleichterung durchzog seinen Körper als er in sich ging, die Augen schloss und in die Tiefe stürzte.
Selbst mit geschlossenen Augen konnte er den Wind auf sich zu rauschen sehen, unbändig, voller Kraft würde der Sturm ihn mit sich reißen und wohl an der nächsten Felswand zerschmettern.

Da war er, der Druck mit welchem der Wind ihn erfasste war gigantisch, so etwas hatte Isaac noch nie gespürt. Isaac ließ los, er gab sich jener Naturgewalt völlig hin, ein letztes mal würde er dem Winde lauschen ein letztes mal würde er mit ihm Tanzen. Dieser auftrieb, Isaac öffnete seine Augen und sah auch schon den benachbarten Berg auf sich zu kommen. Jedoch so schnell er auf ihn zu rauschte war er auch bereits an ihm vorüber. Isaac wusste nicht was geschehen war und blickte hinter sich.

Er flog, vom Winde getragen selbst ohne Flügel die er nur dann hatte wenn er die Form eines Vogels annahm und sich von Winde treiben ließ. Irgendetwas stimmte nicht und er blickte an sich herab, er fühlte sich stark schnell und beflügelt wie er sich noch nie gefühlt hatte. Seine Hände waren verschwommen, schleierhaft verzerrt als würde er sich von seinem fleischlichen Abbild lösen. Auch der Restliche Körper welcher vom Wind getragen wurde war in seinem Erscheinungsbild verzerrt. Isaac machte sich keinerlei Mühe, sich dem zu widersetzen was mit ihm geschah.

Er schloss die Augen und und öffnete sich dem Wind ohne Gegenwehr, eins zu sein mit ihm das hatte er sich schon damals gewünscht, mit ihm gemeinsam die Welt zu erkunden und das Hand an Hand. Dieses Gefühl der Freiheit, es war so unbeschreiblich so überwältigend. Der Gedanke an den Tod war wie vom Winde hinfort geblasen und er genoss jenen Augenblick während der Wind ihn durch die Lüfte trug.

Es ging abwärts, er konnte die Welt unter sich bereits wieder erkennen, die Wälder, die Wiesen, die Häuser in weiter Ferne. Es schien fast so als wolle ihm der Wind selbst zu Boden pressen, dort wo er als Mensch hin gehörte. Isaac schloss wieder die Augen und legte sein ganzes Vertrauen in Schöpfergöttin und die Elemente. Wie hatte er nur Zweifel können das die Elemente, seine Freunde ihm böses anhaben wollten. Als er die Augen wieder öffnete strahlte ihm die Sonne wärmend auf den Leib und das Gras der Wiese auf welchem er lag kitzelte ihn an den Stellen der Haut, welche nicht von Kleidung bedeckt waren. Ein leuchten welches von seinem Messerchen ausging weckte seine Neugierde und die Mundwinkel hoben sich über beide Ohren erfreut an. Ein Geschenk des Windes hatte er erhalten, Athame nannte man es unter den Brüdern und mit ihm im Gepäck machte er sich wieder guter Dinge auf seinen Weg fort zu setzen.



[img]http://www7.pic-upload.de/16.02.14/lwjad4xvljp.jpg[/img]

http://www.youtube.com/watch?v=RuYC6U3LBRs
Zuletzt geändert von Isaac Umancil am Montag 17. Februar 2014, 11:33, insgesamt 3-mal geändert.
Isaac Umancil

Beitrag von Isaac Umancil »

Seit Tagen war er nun schon wieder unterwegs, das letzte Dorf wo er halt machte lag bereits weit hinter dem Wald welchen er passiert hatte. Isaac blickte sich neugierig um und da passierte es auch schon, erste Regentropfen trafen ihn auf seinem Haupt so das er gen Himmel empor blickte und es auch schon aus Eimern begann zu schütten. Isaac war weit im Norden und die Temperaturen waren recht abgekühlt, der Regen beschleunigte nur die immer weiter zunehmende Kälte die mittlerweile seinen klatsch nassen Körper durchzog. Einen Unterschlupf müsste er finden, das waren die ersten Gedanken die ihm in den Sinn kamen. So ging er weiter während seine Kleidung die schon weitaus bessere Tage gesehen hatte, am Leibe klebend, immer schwerer und kälter wurde.

Die Stunden vergingen während er im Regen herum irrte und letzten Endes eine Höhle entlang eines Berges erblickte. Eiligen Schrittes näherte er sich jener als erhoffe er sich darin einen Unterschlupf vor dem Regen zu bekommen. Vor dem Eingang angekommen griff er in die Klangstrukturen seiner Augen ein, in jenen behutsam etwas die Elemente des Feuers zu stärken um so eine bessere Sicht in das Höhleninnere zu bekommen. Die Höhle welche er sich dachte war mehr eine Ausbuchtung des Berges, würde aber zumindest Schutz vor dem Regen bieten. Isaac mochte den Regen nicht sonderlich, zumindest nicht das Gefühl bis auf die Knochen nass zu sein. Der Regen machte seine Kleidung immer so unangenehm schwer und bremste ihn aus in seiner sonst so reisefreudigen Art.

Isaac setzt sich auf den kalten Boden, die Tragetasche wurde zur Hand genommen und einmal der Rotz der ihm versuchte aus den Nasenlöchern zu laufen hinauf gezogen. Etwas altes Brot hatte er noch und der Trinkschlauch war auch noch gefüllt so das er seinen Hunger und den Durst für den heutigen Abend stillen konnte. Irgendwie durchzog es ihn und er musste niesen dabei wieder etwas Rotz aus den Nasenlöchern hervor zu fördern welchen er eiligst mit dem Robenärmel abwischte und aus seinem Unterschlupf müde und erschöpft heraus blickte. Ihm war kalt, doch weit und breit waren die Elemente des Wassers so stark vertreten das er es wohl nicht hin bekommen hätte in etwas Holz was er hätte sammeln müssen, das Element des Feuers so sehr zu stärken das er ein Lagerfeuer hätte machen können.

Isaac fühlte sich eh nicht sonderlich wohl, irgendwie war er schlapp und ausgelaugt, ab und an durchzog ihn ein kaltes Frösteln was er der kalten Temperatur und dem Regen wohl zuschrieb.
So lehnte er sich an die kalte steinerne Wand zog seine Beine an den Oberkörper heran und lehnte den Wanderstab welchen er auf seiner Reise mit sich führte gen der Schulter.
Das Haupt sank recht schnell nach vorne und die Augen fielen ihm immer wieder zu als er auch schon eingeschlafen war.

Einige Stunden später weckte ihn wieder der Regen welcher unaufhörlich auf die Erde herab fiel.
Seine Kleidung war noch immer nass, aber womit hätte er sie trocken sollen?
Wieder musste er niesen und wie der Regen lief auch seine Nase unaufweigerlich weiter so das selbst die Robenärmel sie nicht hätte stoppen können. Wieder verspürte er jene Kälte, jenes Frösteln was durch seinen ganzen Körper zog und es ihm letzten Endes selbst zu anstrengend war zu sitzen so das er sich auf die Seite zusammengekauert auf den kalten Boden legte. Den Stab hatte er stets in seiner Hand so reisende Banditen ihn vielleicht überfallen hätten wollen. Er versuchte sich warme Gedanken zu machen und auch die Elemente des Feuers in sich selbst etwas zu erhöhen um so zumindest ein wenig den kalten Leib zu erwärmen. So lag das kümmerlich aussehende nasse Würmchen in der Ecke zusammengekauert vor sich hin zitternd. Ab und zu musste er wieder niesen und er befürchtete mittlerweile schon, sich eine Erkältung eingefangen zu haben.

Was hätte er jetzt nicht für einen warmen Tee von Farghus gegeben, oder einer deftigen Suppe mit Kartoffeln und Möhren darin. Wieder vielem ihm die Augen zu und er klammerte sich in seinen Träumen an warmen Dingen an seinen Stab. Als ihn wieder der regen etliche Stunden später weckte, es war bereits Nacht geworden fühlte er sich so hundeelend wie schon lange nicht mehr.
Es musste ihn ganz schön erwischt gehabt haben, sein Körper spielte nun völlig verrückt so zitterte er in seinen nassen Kleidern mal vor Kälte und dann trieb ihm die Hitze des Fiebers wieder die Schweißtropfen auf die Stirn.

Isaac rollte sich am Boden hin und her, ihm tat alles weh was wohl das Fieber verursachte. Kräuter um das Fieber zu senken hatte er keine mehr und auch in seinem Magen hatte sich eine tiefe Leere breit gemacht. Isaac fieberte und wälzte sich im Fieberwahn/Halbschlaf immer unruhig hin und her.
Er war krank und selbst wenn er trockenes Holz gehabt hätte, wäre er wohl nicht in der Lage gewesen es zum Brennen zu bringen.

Wie viele Tage er nun schon hier auf dem Boden lag wusste er nicht mehr, doch der Regen hörte einfach nicht auf. Wieder hatte er kurz das Bewusstsein erlangt, etwas grelles blendete ihn.
Da war etwas oder jemand, er konnte kaum seinen Kopf anheben während er suchend mit seine Hand nach dem Stab tastete mit welchem er sich wohl Notfalls verteidigen würde.

Die Bewegungen seiner Hand erstarrten zu Stein während ihm die Kinnlade hinab klappte.
Er konnte seinen fiebrigen Augen kaum glauben schenken, stand da wirklich eine bildschöne nackte Frau wie Eluive sie geschaffen hatte vor ihm?!?!
Er schluckte schwer während sich ihre Blicke trafen und sein ganzer Körper war wie elektrisiert.
Diese feurig roten schulterlangen Haare welche jenes ebene, glatte Gesicht umrandeten, jene feurigen vollen Lippen die mit einem Lächeln wohl das Herz eines Mannes verbrennen können, jene grauen sinnlichen Augen die vielversprechend lockten und ebenso den Anschein machten als können sie einen Menschen bis auf die Knochen verbrennen.

Isaac war wie paralysiert und vermochte es sich kein Stück zu bewegen als jene unbekannte feurige Schönheit näher kam und neben ihm auf die Knie anmutig herab sank. Isaac war wie gefesselt, er wusste nicht ob er träumte oder bei klarem Verstand war, sein Herz wollte ihm vor Aufregung am liebsten aus der Brust springen so schnell wie es schlug. Langsam glitten ihre ach so makellosen feingliedrigen Finger sanft und Zärtlich in einer fließenden Bewegung über seine nackte Brust.

WAS?!? Warum war er nackt ?!?! Ein verführerisches/verspieltes Lächeln umspielte ihre weichen Gesichtszüge während sie zu ihm legte und ihren unbedeckten Leib an den seinigen schmiegte.
Isaac schluckte wieder und kniff die Augen zusammen, als würde gleich etwas schreckliches passieren. Ihr Haut war so weich und schmeichelnd wie eine Feder welche welche auf der Haut auf und abspielte, ihre Hände so warm wie ein knisterndes Kaminfeuer und ihre Lippen so sinnlich wie man es sich kaum vorstellen konnte.

Diese Nacht wo sie bei ihm lag und liebevoll mit Streicheleinheiten und anderen Zuneigungen seinen Körper wärmte, fühlte er das Element des Feuers in sich wieder stark auflodern, selbst die draußen im Regen ertrinkende Welt konnte ihm mit diesem Weib an seiner Seite nichts mehr anhaben. Irgendwie war sie ihm vertraut, als kenne er sie schon sein halbes Leben lang und als wäre sie stets bei ihm. Mit jenen Gefühlen schloss er entspannt seine Augen, um die junge Fremde und gleichzeitig bekannte liebevoll an sich zu drücken und mit ihr in den Armen ein zu schlafen.

Als er seine Augen wieder öffnete blickte er sich suchend um, er war wieder angezogen und sie war fort. Das Einzigste was geblieben war war der Stab verdächtig nahe neben ihm liegend. Misstrauisch hob er eine Augenbraue und erst zögerlich streckte er seine Hand nach jenem aus. Als der Stab umschlossen war, konnte er es spüren, irgendetwas erinnerte ihn bei jener Berührung an die Schönheit der gestrigen Nacht. Wieder hoben sich die Mundwinkel erfreut empor und er setzte seinen Weg fort stets begleitet von ihr auf seinen Reisen.


[img]http://www7.pic-upload.de/16.02.14/sswbd1w7vohu.jpg[/img]

http://www.youtube.com/watch?v=bQTBxCHZvd8
Zuletzt geändert von Isaac Umancil am Montag 17. Februar 2014, 02:24, insgesamt 1-mal geändert.
Isaac Umancil

Beitrag von Isaac Umancil »

Isaac blickte auf den alten, schon bereits größten Teils in sich zusammengefallenen Zaun der wohl vor vielen Jahren eine Koppel darstellte und welche die Tiere, die einst hier lebten im Zaun halten sollte. Seine Augen wanderten nur wenige Schritt weiter wo der Boden bereits Risse aufwies und der Staub nur so über die kahlen fast schon leblos wirkende Felder hinweg fegte. Es schien fast so als sei jenes Stück Land aus irgendeinem Grund von ihr vergessen worden. Isaac blickte weiter die etwas weiter weg liegende Anhöhe hinauf wo die Reste eines kleinen Hauses standen was wohl einst den Besitzern dieser Ländereien gehört haben muss. Isaac stockte, irgendwas stimmte hier nicht und jagte ihm einen kalten Schauder über den Rücken. Einen Atemzug weiter setzte er auch schon wieder einen Fuß vor den Anderen.

Hier würde er heute Nacht ruhen, war er doch schon den ganzen Tag gelaufen und die Sonne ging bereits unter. Sein Magen machte auch lautstark auf sich aufmerksam in Form von einem übel gelaunten Knurren. Sich den Bauch haltend steuerte er also langsam und immer langsamer werden auf jene Ruinen zu welche ihm noch immer nicht ganz geheuer waren aber sich dennoch besser als das freie Feld für ein Nachtlager eigneten. Isaac blickte sich wieder langsam um, einige Steinbrocken in sich zusammen gefallen erblickend, was wohl mal der Brunnen gewesen war. Irgendetwas verlangsamte ihn... und auch der Wind... wo war er nur schien es ihm fast so als hätte die Zeit hier keine Bedeutung als wäre jener Ort schon seit etlichen Jahren in diesem Zustand.

In den Ruinen des Gebäudes wo nur noch einige wenige Mauern etwas Sichtschutz gaben ließ er sich dann nieder etwas altes trockenes Holz was er auf seinem Weg hier her bereits eingesammelt hatte auf zu häufen und durch die Elemente des Feuers welche er in dem Holze stärkte zum brennen zu bringen. Die Nacht war bereits herein gebrochen und doch kam es ihm so vor als habe er Stunden damit verbracht vom Wegesrand Über die Koppel dieses verlassene Anwesen zu erreichen. Es war schon fast erdrückend wie sehr seine Reiselust vergangen war und wie müde und behäbig er sich fühlte. Dabei hatte er doch gar nicht so viel gegessen, die letzten zwei Scheiben Brot und der Apfel den er unter einem Apfelbaum heute Mittag aufgelesen hatte. Isaac verstand die Welt nicht mehr, jener Ort war so bedrückend, Kräfte zehrend und ausbremsend so das er alsbald auch schon neben dem Feuer eingeschlafen war.

'' Isaac! Isaac! ''

Irgendjemand rief ihn, die Stimme klang vertraut als kenne er sie schon seit etlichen Jahren.

'' Ja ich komm ja schon Isolde! ''

Kam es ihm über die Lippen als würde er das immer sagen...
Irgendwie schien es ihm in diesem Moment nicht falsch zu sein das gesagt zu haben....
Grobe vom Wetter gegerbte, unglaublich große Hände dachte er sich während er im fruchtbaren Boden kniete und gerade noch das durch und durch von leben triefende Erdreich klopfte als habe er darunter einen Samen gepflanzt.

Moment mal.... Isaac blickte sich um, es war bereits Abends geworden, dass Muhen der Kühe und das Quieken der Schweine war kaum noch zu hören als hätten sie sich bereits satt gefressen und wie die Pferde, Schafe, Ziegen und Hühner zur Ruhe gelegt.
Das Land um ihn herum was er kannte war fruchtbar, die Bäume trugen faustdicke Äpfel und Birnen.
Von den Feldern welche alle bestellt waren schimmerte der goldene Weizen durch die untergehende Sonne. Die Salatköpfe waren ein jeder so groß wie die Brüste seiner geliebten Frau.
Isaac richtete sich mit einem Schmunzeln zufrieden auf, etwas langsam und er spürte seinen Rücken wie dieser zu Schmerzen begann, ja dieser Rücken plagte ihn schon seit gut 20 Jahren. War die Arbeit auf einem Hof mit Feld und Tier zwar hart aber dennoch, man wusste was man bewirkt hatte wenn man sich abends den Schweiß von der Stirn wischte.
Isaac machte kehrt auf seinen groben Schuhen welche ebenso vom Erdreich befleckt waren wie auch Hosen und sein Hemd. Einfache aber zweckmäßige Kleidung wie er sie schon sein Leben lang trug.

Die breiten Nasenlöcher des Zinkens auf wessen Nasenrücken schon ein paar Härchen wucherten zog den Duft eines Bauerneintopfs in sich hinein. Darauf freute er sich immer wenn Isolde seine Lieblingsmahlzeit zum Abend kochte. So ging er die schmalen Trampelpfade um die Bete herum Richtung des Hauses aus welchem noch Licht drang und der gute, alte Bello ein Mischling, freudig mit dem Schwanz wedelnd, in der Türe stehend auf sein Herrchen wartete. Der schon recht alte und ausgefranste Strohhut wurde an den Haken neben der Türe gehangen und in dem kleinen Zimmer wo Zeckmäßig eine Feuerstelle eingerichtet wurde da sah er seine Isolde von hinten. Breite Schultern, ein großer abstehender Hintern und wie üblich in ihrem Lieblingskleid mit ihrer Küchenschürze, die in dem Kochtopf welcher über dem Feuer Stand mit dem Löffel herum rührte.

'' Wasch dir die Hände und zieh deine Schuhe aus Isaac! Du weiß ich mag es nicht wenn du mir das Feld mit ins Haus bringst und wie ein Ferkel aussiehst und...''

Da hörte man auch schon die die Türe zum Bad sich schließen und Isaac machte sich daran die Erde und alles was er an sich von den Feldern mit gebracht hatte vom Körper zu waschen. Isaac blickte an sich herab und dachte sich. '' Na du bist aber ganz schön Fett geworden'' Ja wahrlich ein behaartes Bierfässchen trug er jetzt schon einige Jahre mit sich herum woran wohl Isoldes üppige Kochkünste ihren Beitrag dazu geleistet hatten. Isaac blickte in den Spiegel.... er war schon ergraut und das Haar war auch schon lichte geworden, zwei abstehende Ohren, ein Kloskopf, ein Dreitagebart und ein von Wind und Wetter zerfurchtes Gesicht an dem eine Knollennase hing, konnte er noch relativ gut erkennen auch wenn seine Sehkraft nicht mehr die Beste war.

Nachdem Isolde und Isaac zu Abend gegessen und den morgigen Tag noch einmal besprochen hatten, entschlossen sich die Beiden nach ihrem Abendgebet zu Eluive, wo man sich wie jeden Abend für alles bedankte, auch schon schlafen zu gehen. Aneinander gekuschelt wie sie es immer taten schliefen die Beiden in alle Seelenruhe und zufrieden bis zum nächsten Morgen als Hannes der Hahn sie bei Sonnenaufgang weckte.

''Du hast geschnarcht Isaac! Das kann so nicht weiter gehen! Das kommt davon weil du so dick bist!''

Isaac brummte verschlafen drein blickend. '' Was kann ich denn dafür? Ich bin auch nicht mehr der Jüngste und du förderst meinen Bauch mit deiner leckeren Kost!... ''

''Aha nun bin ich also daran schuld?!?!? Heute Abend gibt es nur Brot und Suppe! So das hast du davon mein Liebster! ''
Erwiderte Isolde darauf und begann auch schon zu grinsen.
Auch bei Isaac machte sich ein Schmunzeln auf dem schon etwas mitgenommenen und ins Alter gekommene Gesicht breit.

Heute wollte man mit dem Karren in die Nächste Stadt fahren und die übrigen Lebensmittel verkaufen um so sich auch mal ein paar neue Kleidungsstücke leisten zu können, was alle paar Jahre mal der Fall war das etwas so abgetragen war, oder das Werkzeug ersetzt werden musste.

So gingen die Jahre ins Lande, Isolde und Isaac lebten ein glückliches und zufriedenes Leben täglich sich bei Eluive bedankend für alles was sie hatten.
Isaac war sehr glücklich, auch wenn es nur ein einfaches Leben war und sie Tag ein Tag aus das selbe taten war er doch mit Isolde zusammen, jedes Lächeln was sie ihm Schenkte, jede kleine Zuneigung die er mit ihr austauschen konnte war ihm genug um glücklich zu sein und so weiter zu machen wie die beiden es immer getan hatten.



Es war dunkel im Haus, nur eine einzelne fast schon abgebrannte Kerze warf einen fahlen Lichtschein durch die kleinen Räumlichkeiten was ihr Schlafzimmer war. Von draußen pochte der Regen an die Scheibe und der Wind fegte über die Felder so das man den Weizen hören Konnte wie er hin her geblasen wurde.

Doch was war das..... Ein wimmern war zu vernehmen und so man das Schlafgemach betreten hätte, so hätte man den mittlerweile kahlen Isaac auf den Knien zum Bett gewand sehen können die dürre und ausgemergelte Hand von Isolde in den Seinigen fest umschlossen.

Beide waren sie alt geworden und Isolde war zuerst gegangen.... hatte ihn alleine gelassen... was sollte er nur Tun ohne seine Isolde? Sein Herz tat weh als sei es in zwei gebrochen.... die Tränen flossen unausweichlich das alte eingefallene Gesicht hinab... Dieser Kummer diese Trauer.... Isaac schrie und schluchzte es hinaus.... doch es wollte einfach nicht aufhören... Er wollte es nicht wahr haben das sie, seine Isolde von ihm gegangen war. Seit er denken konnte waren sie zusammen, haben in guten wie in schlechten Zeiten alles geteilt, hatten so viele schöne Momente erlebt und jetzt war alles vorbei. Isaac sank auf dem leblosen Leichnam von Isolde zusammen und drückte sein Gesicht in die Bettdecke dabei die Augen schließend.

Als er aufwachte lag er auf dem Rücken, seine Augen tränten noch immer aber irgendetwas war anders... Er sah den blauen Himmel... ruckartig richtete er sich auf.... was war geschehen ?
Seine Brust schmerzte noch immer und die feingliedrige Hand eines Mitte zwanzig Jährigen wurde auf die Stelle seiner Brust abgelegt worunter aufgeregt das Herz, schnell aber gleichmäßig pochte.... Isaac blickte auf den hölzernen Teller wo er gestern Nacht noch von gespeist hatte.... nein... wo er schon sein ganze Leben lang von gespeist hatte... im ersten Moment viel es ihm nicht auf... der Kummer betäubte noch immer seine Sinne... doch dann sah er es. Isaac schüttelte das Haupt und wischte sich mit dem Robenärmel die Tränen aus dem Gesicht sogleich die Ruine herum zu eilen um nach zu sehen, was er in seinem Herzen spürte und wusste was dort sein würde.... Isaac sank kraftlos auf die Knie und wäre jemand bei ihm gewesen hätte man ihn auf allen Vieren über ein altes Grab was schon von der Zeit ebenso wie der Rest des Hofes mitgenommen war in Tränen ausbrechen sehen. Wieder diese Schmerzen in der Brust, sein ganzer Körper zitterte bei der Erinnerung. Noch nie hatte er so für jemanden gefühlt, noch nie hatte man ihm solch Schmerzen zugefügt.

Isaac verbrachte noch den ganzen Morgen trauern und weinend bei ihrem Grabe als er plötzlich bemerkte wie seine Hand fast wie von selbst einen der vielen Steine welche das Grab normal bedecken sollten, aber durch die Zeit sich verteilt hatten wieder auf den Erdhaufen legte. Isaac riss sich zusammen wieder die Tränen mit dem Ärmel sich aus dem Gesicht zu wischen und das Grab von Isolde wieder zu erneuern. Er ging sogar soweit ein paar Samen von Blumen die er gefunden hatte auf ihrem Grabe ein zu pflanzen und mit den Elementen dafür zu sorgen das jene Pflanzen alles hatten um in Windeseile zu erblühen. Genauso wie seine Gefühle welche Isaac für Isolde hatte sollten die Blumen seine Zuneigung zu ihr widerspiegeln. Als Isaac sich am Abend von ihr am Grab verabschiedet hatte und schon fast an der Koppel war.... fiel ihm ein das er seinen Holzteller vergessen hatte.... jenen welchen er schon sein halbes Leben mit sich schleppte. Als er wieder dort an Kam wo er ihn gestern Nacht noch liegen gelassen hatte konnte er seinen Augen nicht trauen. Auf ihm lagen frisches Obst, Gemüse sowie frisch gebackenes Brot.

''Danke Isolde''

Hauchte er mit einem gequälten Lächeln die Lebensmittel in seiner Tasche verschwinden zu lassen und dann den Kopf leicht schief und die Stirn in Falten zu legen. Der Teller war nicht mehr nur ein Teller auf ihm war wohl das was man ein Pentakel nannte. Ein Lebensrad aus vielen Zahlen und Zeichen welche nur die Wenigsten zu deuten wüssten. Doch jenes war wovon ihm sein Bruder Xadrias damals erzählte. So steckte auch er seinen Teller wieder ein und machte sich auf das Anwesen zu verlassen als er wieder auf der Straße angekommen war hörte er eine junge ihm bekannte Stimme rufen.

''Isaac! Machs gut mein liebster Isaac!''

Wie vom Blitz getroffen wirbelte er herum und sah das Anwesen noch einmal vor sich, in seiner ganzen Schönheit, in seiner ganzen Blüte mit einer Jungen hübschen Frau in seinem Alter auf dem Felde welche ihm zum Abschied zuwinkte und ein Welpe an ihrer Seite welcher fröhlich vor sich hin bellte.

''Machs gut liebste Isolde!''

Rief Isaac zurück und ebenso zu winken als ihn auch schon wieder die Tränen in die Augen schossen, diesmal jedoch nicht aus Trauer sondern viel mehr aus Freude darüber und dem Wissen das Eluive das Leben immer wieder zurück kehren lässt.


[img]http://www7.pic-upload.de/17.02.14/pzeis2sms6s.jpg[/img]

http://www.youtube.com/watch?v=74zFT4sq4a0
Zuletzt geändert von Isaac Umancil am Montag 17. Februar 2014, 02:34, insgesamt 4-mal geändert.
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