Ein Schuss - Ein Treffer
Verfasst: Freitag 7. Februar 2014, 14:07
Liebe deine Waffe.
Es ist die erste Lektion, die ich gelernt habe. Es ist die intensivste Lektion, die ich als Schützin habe lernen können. Liebe den Bogen, schlafe mit ihm in einem Bett, streichle und pflege ihn, dann wird er dich niemals im Stich lassen. Eine Erfahrung, die tatsächlich der Wahrheit entsprechen muss, denn mein Bogen hat mich wirklich noch niemals im Stich gelassen. Aber ich darf nicht den Fehler machen, mich nur auf den Bogen zu verlassen. Auch die Pfeile sind wichtig. Nur die besten, makellosesten Federn dürfen verwendet werden. Nur das reinste, gerade Holz aus den Bäumen taugt dafür, gute Pfeile herzustellen. Eine Kunst, in der ich nicht wirklich bewandert bin. Meine Pfeile sind des Bogens den ich trage kaum würdig. Doch ein guter Bogner hat seinen Preis, die perfekten Pfeile ebenfalls. Einen Preis, der in Münzen entrichtet werden muss, die ich noch nicht besitze. Aber es wird sich ändern. Früher oder später.
Kenne deine Waffe.
Wer seinen Bogen wahrhaft liebt, der kennt ihn. Jede Faser des Holzes ist ihm vertraut, jeder Altersring, jede geschwungene Kurve des Bogens kennt er besser, als den eigenen Körper. Die Finger gleiten öfter über Holz und Sehne als über menschliche Haut, aber man vermisst dabei nichts. Man will nichts vermissen. Ich zumindest will es nicht. Alles was ich brauche bietet mir der Bogen. Jeder Pfeil, der sein Ziel trifft kann mir ein Essen verschaffen, neue Federn oder einige Münzen. Aber dazu muss man die Waffe kennen, muss wissen, wie sie sich spannt, wie weit sich die Sehne dehnen lässt, bevor sie reißt. Man muss die Geräusche des Bogens kennen, seine Geräusche, das leise Seufzen des Holzes. Und man muss die Pfeile kennen, das sanfte Gefühl wenn die Federn über die Fingerspitzen gleiten, die winzigen Ringe, die ermöglichen die Pfeile zu wählen. Die metallenen Spitzen, die es ihnen erlauben, durch Rüstungen zu schlagen. Nichts daran darf unvertraut sein. Nichts darf sich fremd in den Händen anfühlen. Selbst dann nicht, wenn man die Augen geschlossen hält und in die Pfeile aus dem Köcher wählt.
Schone dich niemals.
Die erste Handlung an jedem Morgen muss es sein, den Bogen zu prüfen. Ermüdendes Holz macht den Unterschied zwischen einem Abendessen und einem zerbrochenen Bogen. Bevor ich selbst mich um mein Frühstück kümmere, reibe ich meinen Bogen mit Wachs ein. Bevor ich mich des Abends hinlege überprüfe ich ihn erneut. Winzige Schäden kann ich selbst ausbessern, doch ich versuche, sie zu vermeiden. Der Bogen ist eine Waffe, die dankbar sein kann. Aber er fordert. Er fordert Konzentration, denn eine Unachtsamkeit bedeutet einen verlorenen Pfeil. Er erfordert Kraft, denn die Sehne ist straff gespannt und das Holz beugt sich nicht nur gutem Zureden. Er erfordert Schnelligkeit, denn ein Reh kann in einer Sekunde dort sein, in der anderen schon wieder fort. Aber wer stetig an sich arbeitet, den belohnt der Bogen. Er schenkt einem ein scharfes Auge, schenkt einem Ausdauer und auch Mut. Und wenn man all das erlernt hat, dann rückt ein großes Ziel in greifbare Nähe. Der Punkt, an dem jeder Pfeil trifft. An dem man selbst so tödlich wird, wie der eigene Bogen. Für mich ist dieser Punkt noch weit entfernt. Doch er rückt näher. Mit jedem Pfeil, jedem Strich mit dem Wachs über das Holz. Er rückt näher. Und eines Tages wird jeder Pfeil sein Ziel treffen. Nach meinem Willen.
Es ist die erste Lektion, die ich gelernt habe. Es ist die intensivste Lektion, die ich als Schützin habe lernen können. Liebe den Bogen, schlafe mit ihm in einem Bett, streichle und pflege ihn, dann wird er dich niemals im Stich lassen. Eine Erfahrung, die tatsächlich der Wahrheit entsprechen muss, denn mein Bogen hat mich wirklich noch niemals im Stich gelassen. Aber ich darf nicht den Fehler machen, mich nur auf den Bogen zu verlassen. Auch die Pfeile sind wichtig. Nur die besten, makellosesten Federn dürfen verwendet werden. Nur das reinste, gerade Holz aus den Bäumen taugt dafür, gute Pfeile herzustellen. Eine Kunst, in der ich nicht wirklich bewandert bin. Meine Pfeile sind des Bogens den ich trage kaum würdig. Doch ein guter Bogner hat seinen Preis, die perfekten Pfeile ebenfalls. Einen Preis, der in Münzen entrichtet werden muss, die ich noch nicht besitze. Aber es wird sich ändern. Früher oder später.
Kenne deine Waffe.
Wer seinen Bogen wahrhaft liebt, der kennt ihn. Jede Faser des Holzes ist ihm vertraut, jeder Altersring, jede geschwungene Kurve des Bogens kennt er besser, als den eigenen Körper. Die Finger gleiten öfter über Holz und Sehne als über menschliche Haut, aber man vermisst dabei nichts. Man will nichts vermissen. Ich zumindest will es nicht. Alles was ich brauche bietet mir der Bogen. Jeder Pfeil, der sein Ziel trifft kann mir ein Essen verschaffen, neue Federn oder einige Münzen. Aber dazu muss man die Waffe kennen, muss wissen, wie sie sich spannt, wie weit sich die Sehne dehnen lässt, bevor sie reißt. Man muss die Geräusche des Bogens kennen, seine Geräusche, das leise Seufzen des Holzes. Und man muss die Pfeile kennen, das sanfte Gefühl wenn die Federn über die Fingerspitzen gleiten, die winzigen Ringe, die ermöglichen die Pfeile zu wählen. Die metallenen Spitzen, die es ihnen erlauben, durch Rüstungen zu schlagen. Nichts daran darf unvertraut sein. Nichts darf sich fremd in den Händen anfühlen. Selbst dann nicht, wenn man die Augen geschlossen hält und in die Pfeile aus dem Köcher wählt.
Schone dich niemals.
Die erste Handlung an jedem Morgen muss es sein, den Bogen zu prüfen. Ermüdendes Holz macht den Unterschied zwischen einem Abendessen und einem zerbrochenen Bogen. Bevor ich selbst mich um mein Frühstück kümmere, reibe ich meinen Bogen mit Wachs ein. Bevor ich mich des Abends hinlege überprüfe ich ihn erneut. Winzige Schäden kann ich selbst ausbessern, doch ich versuche, sie zu vermeiden. Der Bogen ist eine Waffe, die dankbar sein kann. Aber er fordert. Er fordert Konzentration, denn eine Unachtsamkeit bedeutet einen verlorenen Pfeil. Er erfordert Kraft, denn die Sehne ist straff gespannt und das Holz beugt sich nicht nur gutem Zureden. Er erfordert Schnelligkeit, denn ein Reh kann in einer Sekunde dort sein, in der anderen schon wieder fort. Aber wer stetig an sich arbeitet, den belohnt der Bogen. Er schenkt einem ein scharfes Auge, schenkt einem Ausdauer und auch Mut. Und wenn man all das erlernt hat, dann rückt ein großes Ziel in greifbare Nähe. Der Punkt, an dem jeder Pfeil trifft. An dem man selbst so tödlich wird, wie der eigene Bogen. Für mich ist dieser Punkt noch weit entfernt. Doch er rückt näher. Mit jedem Pfeil, jedem Strich mit dem Wachs über das Holz. Er rückt näher. Und eines Tages wird jeder Pfeil sein Ziel treffen. Nach meinem Willen.