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[Event] Sklaverei

Verfasst: Sonntag 12. Januar 2014, 18:07
von Der Erzähler
Ein großes, schwarzes Schiff ankerte des Nachts vor Bajard. Die Mannschaft des Schiffes, versifft, einen Alkoholgeruch mit sich ziehend, bewegte sich für wenige Augenblicke auf Land. Sie kauften Lebensmittel ein, pöbelten die an, die es wagten, zu dieser Stunde noch in ihrem Weg zu stehen und versorgten sich mit Alkohol. Man hörte sogar eine kleine Schlägerei im Oger, vermutlich ausgelöst von den nächtlichen Besuchern.
Was allerdings interessanter hätte sein können, in dieser Nacht, waren die gequälten Laute, die vom Schiff drangen. Es waren Schreie, gepaart mit Schmerz und stumpfen, nicht sonderlich rhythmischen Klopflauten gegen das modrige Holz des alten Schiffes. Aufmerksame Ohren haben vielleicht auch eine Unterhaltung mitbekommen, viel zu laut, um überhört zu werden, zu so später Stunde.

  • "Kanns' du die Sklav'n ma' ruhig stell'n?!"
    "Wenn ich sie anfass', dann sind sie tot, bis wir auf LaCabeza sin' und der Perera zahlt uns dafür keinen Grosch'n mehr!"
    "Dann musst du halt ma' sanft sein!"
    "Ich 'sanft' dir gleich eine!"
    "Na, komm doch, du alter Schmutzjuck'l!"

Verfasst: Sonntag 26. Januar 2014, 12:42
von Der Erzähler
  • "Wir hab'n hier Sklaven für dich, Perera."
    "Is' das so?"
    "10 Kronen pro Kopf. Bester Zustand, Pest hab'n sie glaub' ich nich' und die Reise war sehr weit und wir musst'n sie ja auch verpflegen..."
Der alte Perera legte nur den Kopf zur rechten Seite hin und setzte die Rumflasche an seine Lippen. Diverse Schlücke flossen in seine Kehle, während die zwei Seeräuber vor ihm aus irgendeinem Grund von einer gewissen Panik überrannt wurden. Raul hingegen wirkte vollkommen entspannt, setzte sich sogar auf die Treppen der Toro und starrte den Sklaven an, den sie zum Vorzeigen mitbrachten.
  • "Felipe, hol' ihn'n doch das Gold, eh? So gute Sklaven..."
Der jüngere Perera wendete sich ab und seine Schritte führten ihn unter Deck. Ein kurzes Rumpeln war zu hören und er kehrte zurück mit zwei verhüllten Piraten, welche ohne großes Zögern, als sie das Deck betreten hatten, ihre Waffen zogen und mit gezielten Schüssen das Leben aus den Köpfen der Sklavenhändler schossen.
  • "Holt die Sklaven her und bereitet alles vor. In einer Woche werdet ihr sie an Land verkaufen. Felipe, du machst die Aushänge. Und beseitigt die Ratten, die sich noch auf dem Schiff befinden!"
    "Vater."
Der alte Mann klopfte einmal die Schulter des jungen, blauäugigen Pereras und wendete sich dann wieder in Richtung der Kajüten. Die beiden Kerle, die eben noch Leben anderer Seelen auslöschten, befassten sich damit, die toten Körper über die Rehling zu werfen...

Verfasst: Mittwoch 29. Januar 2014, 09:10
von Julien Silbersee
Eine unerwünschte Reise
Ein kleiner vergitterter Spalt trennte ihn von dem Meer, dass er einst so geliebt hatte und nun nur noch ein schwarzes waberndes Monster war welches ihm mit dunklen Wolken und peitschenden Wellen begegnete. Sein blondes Haar klebte an der schweissnassen Stirn und ließ seine jugendlichen Züge um etliche Jahre altern. Seine Kleidung war mittlerweile zerfetzt und man erkannte nur noch schwer aus welchen guten Verhältnissen er entstammte. Und genau jene Familie welche ihn in eine Form drängen wollte welche er nie annehmen wollte, hatte ihn in diese Situation gebracht. Sein Blick richtete sich starr auf das Meer hinter dem Spalt ehe er sich erinnerte, wie er hierher gelangt war...


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Es war an jenem verhängnisvollen Morgen gewesen als er sich zum Hafen aufgemacht hatte um sich endlich aus den Fängen seiner anspruchsvollen Familie zu reissen. Dieser Händlerfamilie welche sich in die Adelskreise einheiraten wollte und die ihn zwingen wollte anständig und unter Beachtung der Etikette zu leben. Dies wäre schließlich das mindeste was er tun konnte für die schöne Kindheit die er hätte erleben dürfen. Das waren die Worte seiner Großmutter gewesen. Eine Hexe war sie... durch und durch. Doch das sollte an diesem Morgen ein Ende haben. Er wollte auf einem Schiff anheuern und diese Stadt endlich verlassen. Endlich und für immer. Und so wie das Glück es wollte begegnete er schon bald einem freundlichen alten Mann welcher für sein Schiff noch einige Mitglieder suchte.

"Tritt heran, Jüngling. Auf der Suche nach Arbeit? Ehrenvoller Arbeit?"

Sprach der alte Mann welcher im Anschluss eine Reihe gelber und fauliger Zähne zu einem Lächeln entblößte welches einem die Speisen des letzten Abends in den Mund aufsteigen ließ. Eigentlich hätte dieses zweifelhafte Angebot ihn nachdenken lassen sollen. Doch der Duft nach Freiheit war größer gewesen. Schon bald stellte er fest, dass es wohl keine lukrative Arbeit hier für ihn gab, denn das Benehmen des Alten wandelte sich in dem Moment wo er das Schiff betreten hatte. Seine exklusive Luxuskabine mit Hand- und Fußfesseln, sowie 10 weiteren Männern und Frauen durfte er sofort beziehen. Und erst in diesem Moment wurde ihm klar, was nun mit ihm geschehen würde. Dies war eines dieser Sklavenschiffe von welchen man immer wieder mal hörte. Bislang hatte er es als Gerücht abgetan, aber das war es nicht. Zumindest wusste er dies nun.

Und nun war er hier. Die Luft war von Salz erfüllt und die modrigen schwarzen Planken vermischten sich mit dem Duft nach allerhand Alkohol. Was gäbe er nun für einen Schnaps, der ihm die Situation erträglicher machen würde. Anstattdessen war er hier eingepfercht mit diesen anderen, ihm Unbekannten. Was würde nun aus seinem Traum werden? Freiheit? Wohl eher nicht mehr... vielleicht nie wieder. Doch er hatte noch genug Kräfte bevor er aufgab.

Schmerzerfüllt zuckte er zusammen als er sich gegen die hölzerne Außenwand des Schiffes lehnte. Er hatte die blutigen Striemen vergessen welche sich über seine Schultern hinab bis zum unteren Rücken zogen. Die Peitsche hatte gute Arbeit geleistet und der Widerwillen den er am Anfang gezeigt hatte war schnell dem Gehorsam gewichen.

Nach einer langen Fahrt ohne viel Essen und mit schmutzigem Wasser als Getränk erreichten sie schließlich einen Hafen. Auch wenn man nicht viel von jenem Hafen sehen konnte, so erkannte er es durch den vergitterten Spalt in der Außenwand. Sie waren in eine Bucht eingefahren.


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Dumpfes Gemurmel war oben auf dem Deck zu hören. Dann Schritte welche in den Rumpf des Schiffes hinabgingen, gefolgt von einigen Schüssen und lautem Platschen von schweren Dingen welche über die Reling geworfen wurden.

Dann blickte er in die Augen eines ihm fremden Piraten und er wusste, dass er angekommen war an dem Ort, der zu seinem Verhängnis werden sollte.
Der Pirat mit Augenklappe und Holzbein grinste mit fauliger Fresse und hauchte einen abartigen Rum-Atem in die Richtung der Sklaven und seine tiefe Stimme grollte.


"Willkomm'n auf La Cabeza, ihr stink'nden Landratt'n."