Abschiedsbriefe

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Celine Senthoryn

Abschiedsbriefe

Beitrag von Celine Senthoryn »

*Die Feder wird zum letzten mal in Adoran ins Tintenglas gesteckt, heraus gezogen und ihre letzten Zeilen am Schreibtisch auf Pergament nieder gebracht. Die junge Frau seufzt schwer, senkt ihr Haupt und streicht eine Strähne aus ihrem Gesicht. Die Stirn wird gerunzelt, sie reibt sich ihre Schläfen und grübelt. Der Federkiel wird mit ihrer linken Hand umgriffen und sie beginnt zu schreiben. Nachdem ihre Abschiedsbriefe verfasst wurden, packt sie ihren Wanderstock und voll bepackten Beute, sie schreitet ein letztes Mal durch ihre Tür über die Türschwelle. Sie seufzt tief und erinnert sich, das sie sich bei Niowe verabschieden sollte. Doch im inneren weiß sie, dass Niowe alles daran täte sie hier zu halten und das möchte sie nicht, keine unnötige und lange Diskussion mit ihr führen. Niowe hat bereits genug verloren, dieser Abschied ist für immer.*

Temora zum Gruße Herr Thorn,

ich bedanke mich herzlich für Eure Treue als Kunde und ich erinnere mich gut daran als Ihr an meiner Tür standet. Zum zweiten Mal erkundigtet ihr Euch nach meinem Wohl, ich schockierte Euch mit meiner Pilgerfahrt. Nichts wird mich hier mehr halten, ich ziehe von dannen und kehre nie mehr zurück. Selbst jetzt noch amüsiert mich Euer Gesichtsausdruck, Ihr der disziplinierte Krieger war geschockt und fassungslos zugleich.

Ich verrate Euch nicht wohin mich meine Wege führen, damit Ihr mir nicht heimlich folgt. Der Entschluss wurde gefasst und in die Tat umgesetzt. Möget Ihr Eure Anteile zum richtigen Zweck nutzen und alles Gute.

Hochachtungsvoll verbleibt
Celine Senthoryn

Temora zum Gruße Herr Katuri,

wir zwei haben schon einiges erlebt seit unserer ersten Begegnung vor Bajard an der Kutsche. Seitdem hat sich viel geändert, doch auch unsere gemeinsamen Wege werden hier enden. Ich begebe mich auf meine letzte Reise, die große geplante Pilgerfahrt.

Ihr ward nie ein Mann der großen Worte und Gefühle, so werde ich es auch hier lassen. Ich folge Eurem Beispiel und wünsche Euch alles Gute.

Ihr findet in Eurem Briefkasten ein kleines Abschiedsgeschenk von mir.

Hochachtungsvoll verbleibt
Celine Senthoryn

Temora zum Gruße Fräulein Aireth,

ich erinnere mich noch zu gut an unsere erste Begegnung mit Herrn Katuri. Mir ist bewusst, das Ihr bereits viel verloren habt und mich hinzu gewonnen habt. Jedoch werden sich unsere Wege im Guten trennen, die Pilgerfahrt wartet und ich muss meinem inneren Drang nachgeben. Ich kann nicht länger hier verweilen, schon zulange bin ich rastlos und reise nur noch umher. Die Zeit mit Euch im gemeinsamen Haus war angenehm und unterhaltsam. Seht meinen Abschied nicht als Verlust, viel mehr als Stärkung auf Eure künftigen Wege. Ihr habt neue Gefährten gefunden, sie werden Euch in Eurer Trauer trost spenden. Vorerst werdet Ihr nur meinen Brief finden teure Freundin, doch Ihr werdet bald von mir hören.

Zu Lebzeiten werden wir uns ein letztes Mal begegnen Niowe, aber im Nachleben haben wir noch genug Zeit füreinander.

Hochachtungsvoll verbleibt
Eure Freundin Celine Senthoryn

Temora zum Gruße Liliana, Assamaril und Kersti,

ich vergaß die gemeinsame Zeit nicht in Berchgard und halte sie wohlwollend in Erinnerung. Seit langem trafen wir uns nicht mehr und dazu werden keine weiteren Gelegenheiten folgen. Denn ich befinde mich im Aufbruch zur Pilgerfahrt und verlasse das Land. Ich wünsche Euch für Euer künftiges Vorhaben mit Eurem Hospital alles Gute.

Hochachtungsvoll verbleibt
Celine Senthoryn

Temora zum Gruße Alexa N´yota und Eliana Dyrion,

ich verlasse jetzt das Land und begebe mich auf Pilgerfahrt. Nutzt die Abschiedsgeschenke mit Bedacht und zum Wohle die Eure Hilfe benötigen.
Ich wünsche Euch alles Gute.

Hochachtungsvoll verbleibt
Celine Senthoryn

*Die junge Frau starrt ins eingerichtete Haus, sie eilt zurück und hinterlegt für Niowe ihren Abschiedsbrief. Niowe wird ihn später an ihrem Nachtlager vor dem Kamin finden. Sie erklimmt die Stufen, geht erneut über die Türschwelle und lässt sie knarrend hinter sich zufallen. Die junge Frau umgreift jetzt fest ihren Wanderstock, schultert ihren Beutel und begibt sich zu ihren letzten Orten die Abschiedsbriefe werden hinterlegt. Anbei findet Niowe noch eine kleine Liste was Ihr hinter macht wurde:

Niowe Adela Aireth erhält:
-Das Recht das Haus weiter zu mieten,inklusive Mobiliar da sie bereits Mitbewohnerin war. Der angebaute Keller wird Ihr hiermit ebenso übertragen.*

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Niowe Adela Aireth

Beitrag von Niowe Adela Aireth »

Heute endlich hat sie es gewagt den Brief zu öffnen, doch in ihrem Herzen wusste sie bereits, was jener offenbaren würde. Sie fühlte die Leere im Haus. Diesmal war es anders irgendwie. Natürlich war Celine oft auf Reisen gewesen, aber bei dieser Reise war Niowe der Abschied sehr schwer gefallen, genauso schwer wie damals, als ihr Vater und ihre Brüder sie in dieses Land schickten, um zu überleben.
Während ihre Augen über die Zeilen streiften, bahnten sich Tränen über die blassen Wangen und diesmal verbarg sie jene nicht, denn hier in dem Heim war sie ungestört und keiner würde je davon erfahren. Nur eine tröstete sie. Amra ihre Hündin, die auf ihren Schoss sprang und sich eng an Niowe drückte, so als könnte diese kleine schneeweiße Hündin verstehen, was jener Verlust für Niowe bedeutet.
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