Die Suche nach Zufriedenheit
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Benedict Weber
Die Suche nach Zufriedenheit
Als er seinen Namen hörte, wurde er wieder wach. Der Nebel hatte sich gelegt. Ein Nebel aus Wut und Zorn, der sich über seine Augen gelegt hatte und ihn gänzlich zu dieser Tat leitete. Natürlich hatte jeder einmal diesen Moment, in dem die Wut größer als die Selbstkontrolle - trotzdem ging man wohl nicht dahin jemanden ermorden zu wollen - vor allem nicht in aller Öffentlichkeit. Er konnte sich nicht mehr an die Schläge, irgendwelchen Konter oder dergleichen erinnern. Es war, als würde er neben sich stehen und den Kampf nur beobachten. Trotzdem, obwohl eine Menekanerin verletzt wurde, wollte er nicht eingreifen - es war ihm egal. Die Wut musste gestillt werden. Es musste Blut geben, nur dann konnte er sich beruhigen. Als das Blut aber über den Sand spritzte - zweimal. Hatte er immer noch nicht genug, da war diese Gier da. Erst Ghadir konnte ihn aufhalten, als er den schweren Säbel mit beiden Händen über Zia hielt, um ihr die Spitze in die Brust zu rammen. Ghadirs Worte warfen ihn aus diesem Traumzustand raus. Er war völlig benommen, fasste nicht, was er da tat, kippte nach hinten um, sackte in sich zusammen.
Während sich die anderen Zeugen und Zuschauer um Zia kümmerten, sah er auf den Sand hinab. Schlagartig schmerzte und pochte es in seiner Stirn, zog sich wie ein Fluss weiter nach hinten an den Hinterkopf, setzte sich dann auch dort fest. Der Schmerz war unbeschreiblich, die Nase pochte ihm dazu auch noch, ein Stück Knochen hatte sich vom Nasenrücken gelöst. Er spürte zwar, dass die Heilung durch den Dschinn bereits einsetzte, doch hieß das nicht, dass damit auch der Schmerz verschwand. Der kam erst als das Adrenalin langsam zurückging, er wieder in einen normalen Zustand zurück fand - ruhend.
Er war zwar froh darüber, dass Zia noch lebte, doch war er immer noch nicht zufrieden. Was war mit ihm los? Warum konnte er zur Zeit einfach nicht zufrieden sein. Er fühlte nur in Wut, Zorn und wenn er andere verletzte wohl, sei es verbal oder auch körperlich. Er war nicht mehr ganz bei Trost und musste sich bald darum kümmern, dass er wieder zu sich kam. Dann hörte erneut die Stimme Ghadirs, so laut, als würde erst zwei Finger vor ihm in sein Gesicht brüllen. Trotzdem fühlte er sich noch soweit weg, spürte den eigenen Körper kaum. Ghadir hob ihn an und redete auf ihn ein, Imraan verstand kaum etwas, es war dumpf. Er wollte Ghadir von seinem Wut-Zustand erzählen, dass er diesen Zorn empfand und nur durch diesen gelenkt reagiert und agiert hat. Ghadir verstand es nicht - oder Imraan fand nicht die Worte.
Als der Blutverlust da war, die Kopfschmerzen ihm fast den Schädel zum Bersten brachten, brach er in sich zusammen, so dass Ghadir ihn stützen musste. Yasmeen stand daneben, er sah sie nur als Schatten. Beide trugen ihn bis zum Palast hin, vom Erhabenen getragen zu werden, so dass dieser nicht mal die Hilfe der Palastwachen duldete - es war ein besonderer Zustand. So selten. Sie hatten ihn auf seinem Teppich vor dem Bett zusammengerollt, hatten ihm die Waffen abgenommen. Irgendwelche Worte hörte er nicht mehr, er spürte nur die Gegenwart der beiden und den Verlust seiner Ausrüstung. Endlich war er für heute erlöst, konnte die Konzentration lösen, den Kopfschmerz verdrängen, als er sich in seine Träume begab…
In der Nacht, als Muhid vor Imraans Räumlichkeiten Wache halten musste, hörte er seltsame Geräusche. Imraan war wohl wieder stinksauer, es hörte sich so an, als würde jemand seine ganzen Sachen durchwühlen, dann Schritte in den Keller herunter, dann wieder hinauf. Zwei Vasen gingen zu Bruch - doch hatte Muhid die Anweisung erhalten, niemanden in die Räumlichkeiten zu lassen, geschweigedenn, dass er Imraans Wut abkriegen wollte. Er war immerhin Palastwache, aber wusste er auch von der Kampfkraft des Sajneen. Die wollte er heute wirklich nicht abkriegen. So kniff er die Augen zusammen, ließ die ganze Lautstärke über sich ergeben und hielt dort einfach seine Stellung. Eine Stunde lang dauerte es, bis dann wieder Ruhe einkehrte. Es schien ihm, als würde er hinter sich Imraans Stimme hören, wie er sich unterhielt. Dann erlosch das Licht der Kerzen in Imraans Zimmer.
Imraan erinnerte sich daran, dass der ganze Tag etwas Gutes hatte. Er hatte es geschafft Ghadirs Wut und Zorn zu wecken. Er hatte ihn geohrfeigt, hatte ihn angeschrien und ihn wegsperren lassen. Im Stillen war das sehr zufriedenstellend.
[OOC: Teilnahme durch Beteiligte bitte erwünscht :)]
Während sich die anderen Zeugen und Zuschauer um Zia kümmerten, sah er auf den Sand hinab. Schlagartig schmerzte und pochte es in seiner Stirn, zog sich wie ein Fluss weiter nach hinten an den Hinterkopf, setzte sich dann auch dort fest. Der Schmerz war unbeschreiblich, die Nase pochte ihm dazu auch noch, ein Stück Knochen hatte sich vom Nasenrücken gelöst. Er spürte zwar, dass die Heilung durch den Dschinn bereits einsetzte, doch hieß das nicht, dass damit auch der Schmerz verschwand. Der kam erst als das Adrenalin langsam zurückging, er wieder in einen normalen Zustand zurück fand - ruhend.
Er war zwar froh darüber, dass Zia noch lebte, doch war er immer noch nicht zufrieden. Was war mit ihm los? Warum konnte er zur Zeit einfach nicht zufrieden sein. Er fühlte nur in Wut, Zorn und wenn er andere verletzte wohl, sei es verbal oder auch körperlich. Er war nicht mehr ganz bei Trost und musste sich bald darum kümmern, dass er wieder zu sich kam. Dann hörte erneut die Stimme Ghadirs, so laut, als würde erst zwei Finger vor ihm in sein Gesicht brüllen. Trotzdem fühlte er sich noch soweit weg, spürte den eigenen Körper kaum. Ghadir hob ihn an und redete auf ihn ein, Imraan verstand kaum etwas, es war dumpf. Er wollte Ghadir von seinem Wut-Zustand erzählen, dass er diesen Zorn empfand und nur durch diesen gelenkt reagiert und agiert hat. Ghadir verstand es nicht - oder Imraan fand nicht die Worte.
Als der Blutverlust da war, die Kopfschmerzen ihm fast den Schädel zum Bersten brachten, brach er in sich zusammen, so dass Ghadir ihn stützen musste. Yasmeen stand daneben, er sah sie nur als Schatten. Beide trugen ihn bis zum Palast hin, vom Erhabenen getragen zu werden, so dass dieser nicht mal die Hilfe der Palastwachen duldete - es war ein besonderer Zustand. So selten. Sie hatten ihn auf seinem Teppich vor dem Bett zusammengerollt, hatten ihm die Waffen abgenommen. Irgendwelche Worte hörte er nicht mehr, er spürte nur die Gegenwart der beiden und den Verlust seiner Ausrüstung. Endlich war er für heute erlöst, konnte die Konzentration lösen, den Kopfschmerz verdrängen, als er sich in seine Träume begab…
In der Nacht, als Muhid vor Imraans Räumlichkeiten Wache halten musste, hörte er seltsame Geräusche. Imraan war wohl wieder stinksauer, es hörte sich so an, als würde jemand seine ganzen Sachen durchwühlen, dann Schritte in den Keller herunter, dann wieder hinauf. Zwei Vasen gingen zu Bruch - doch hatte Muhid die Anweisung erhalten, niemanden in die Räumlichkeiten zu lassen, geschweigedenn, dass er Imraans Wut abkriegen wollte. Er war immerhin Palastwache, aber wusste er auch von der Kampfkraft des Sajneen. Die wollte er heute wirklich nicht abkriegen. So kniff er die Augen zusammen, ließ die ganze Lautstärke über sich ergeben und hielt dort einfach seine Stellung. Eine Stunde lang dauerte es, bis dann wieder Ruhe einkehrte. Es schien ihm, als würde er hinter sich Imraans Stimme hören, wie er sich unterhielt. Dann erlosch das Licht der Kerzen in Imraans Zimmer.
Imraan erinnerte sich daran, dass der ganze Tag etwas Gutes hatte. Er hatte es geschafft Ghadirs Wut und Zorn zu wecken. Er hatte ihn geohrfeigt, hatte ihn angeschrien und ihn wegsperren lassen. Im Stillen war das sehr zufriedenstellend.
[OOC: Teilnahme durch Beteiligte bitte erwünscht :)]
Zuletzt geändert von Benedict Weber am Donnerstag 5. September 2013, 16:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Djamji Ifrey
Es war Neugier, sie sie zu später Stunde noch einmal aus dem Familienviertel trieb. Eigentlich wollte sie nur rasch was aus der Bank holen und ein frisches Getränk aus der Taverne mitnehmen, doch als sie bereits auf dem Hinweg an der Akademie vorbei kam, packte sie diese Neugier. „Nur kurz mal gucken“, dachte sie, als sie ihre Schritte vom Weg lenkte und die Räume der Akademie betrat.
Ohne darüber nach zu denken, was sie eigentlich antrieb, um diese Zeit noch hier zu sein, nahm sie – wie man es in der Akademie erwartet, das Kopftuch ab. Es war absolut ruhig in den Räumen und offensichtlich war sie die einzige, die um diese Zeit noch hier weilte. Doch es zog sie nicht in die Bibliothek um dort ein wenig zu stöbern, sondern in Richtung des Akademiekellers. Sie wusste vom Shanun was da unten alles lauert und sie wusste auch, dass sie ohne seien Erlaubnis da unten nichts zu suchen hatte. Dennoch lenkte sie ihre Schritte die Treppe hinunter. Die Neugier ließ sie nicht los und es kam ihr richtig vor ihr zu folgen. Wie ein kaum hörbarer Lockruf dem sie folgte.
Die untere Etage der Akademie, eine Höhle im Wüstenboden, umgeben von einer trüb leuchtenden, blubbernden Flüssigkeit. Vermutlich war es nur Wasser, das sich da von der Quelle gesammelt hat und im diffusen Licht der Höhle in allen Farben schimmerte. Sie ging voran bis sie etwa in der Mitte der Höhle stand und schaute sich um. Nicht nur mit den Augen, sie streckte alle ihre Sinne in die Umgebung. Da war etwas. Sie wusste es und sie wollte wissen, ob sie es sehen konnte. Schon seit der Shanun ihnen einmal die Präsenz seines Dschinns verdeutlicht hatte, wollte sie wissen, ob sie hier nach den Monaten des Lernens nun mehr sehen konnte, als zu Beginn ihres Studiums. Das erste Mal waren all die Zauber und Schutzmechanismen in der Luft wie undurchdringbarer Nebel für sie. Sie konnte Andeutungen wahrnehmen, weniger als Umrisse. Doch sie konnte ihre Sinne nie auf einen Punkt in der Höhle fixieren. Die Magie war mächtig hier, viel mächtiger als das was sie bewerkstelligen konnte. Sie lag in der Luft wie ein eigenes Licht, wie ein schwerer Geruch oder wie ein Ton, den man nicht zu ordnen kannte. In jedem Moment anders, in keinem Moment für sie zu greifen.
Wieder, wie bei ihrem ersten Besuch hier streckte sie ihre Sinne aus und suchte einen Punkt, an dem sie die elementaren Klänge deutlich genug hören konnte um zu erkennen, was dahinter lag um einen Blick zwischen die Maschen der Schutzmechanismen zu werfen. Nur einen kleinen Blick auf einen der hier lebenden Dschinn. Mehr wollte sie nicht. Doch sie musste feststellen, dass sie trotz ihrer Bemühungen der letzten Monate die vorhandenen Zauber und Strukturen nicht orten konnte. Es kam ihr immer noch wie ein dicker Nebel vor in dem sie sich zu orientieren versuchte. Gerade als sie aufgeben wollte, und von hier verschwinden, ehe der Shanun die in den Boden stampfte, vierteilte und zu Asche verkohlte, war da ein klarer Klang zu vernehmen. Direkt vor ihr. Sie wusste nicht warum er sich plötzlich von all den anderen – für sie wirren Klängen – abhob, doch er tat es. Neugierig konzentrierte sie sich darauf. Es war ein Ausschnitt eines komplexen Musters, doch sie konnte zusammenlaufende Knotenpunkte und Verbindungen erkennen. Ein Schutzzauber vermutlich. Und dahinter einer der Dschinns? Vorsichtig, möglichst ohne einen der komplexen Knotenpunkte zu beschädigen, versuchte sie die Verbindungen ein wenig auseinander zu schieben um mit ihren Sinnen das dahinter liegende erfassen zu können.
Mit einem Mal gab es einen für sie ohrenbetäubenden Knall und eine Druckwelle die sie zu Boden warf und ein Stück über den Boden rutschen ließ. Ihr Kopf dröhnte und sie rechnete fest damit, dass jeden Moment der Shanun auftauchen würde, als sie aufstand. Doch in der Akademie war es nach wie vor ruhig. Scheinbar galt das Geräusch nur ihr. Sie verweilte eine Weile wie angewurzelt, doch es geschah nichts weiter. Sie konzentrierte sich auch noch mal auf die Klangebene. Alles war wieder so undeutlich und verworren wie vorher. Sie hatte nichts kaputt gemacht. Gut. Durch diese Erleichterung angetrieben, verließ sie eilig das Gebäude und kehrte nach Hause zurück.
Ohne darüber nach zu denken, was sie eigentlich antrieb, um diese Zeit noch hier zu sein, nahm sie – wie man es in der Akademie erwartet, das Kopftuch ab. Es war absolut ruhig in den Räumen und offensichtlich war sie die einzige, die um diese Zeit noch hier weilte. Doch es zog sie nicht in die Bibliothek um dort ein wenig zu stöbern, sondern in Richtung des Akademiekellers. Sie wusste vom Shanun was da unten alles lauert und sie wusste auch, dass sie ohne seien Erlaubnis da unten nichts zu suchen hatte. Dennoch lenkte sie ihre Schritte die Treppe hinunter. Die Neugier ließ sie nicht los und es kam ihr richtig vor ihr zu folgen. Wie ein kaum hörbarer Lockruf dem sie folgte.
Die untere Etage der Akademie, eine Höhle im Wüstenboden, umgeben von einer trüb leuchtenden, blubbernden Flüssigkeit. Vermutlich war es nur Wasser, das sich da von der Quelle gesammelt hat und im diffusen Licht der Höhle in allen Farben schimmerte. Sie ging voran bis sie etwa in der Mitte der Höhle stand und schaute sich um. Nicht nur mit den Augen, sie streckte alle ihre Sinne in die Umgebung. Da war etwas. Sie wusste es und sie wollte wissen, ob sie es sehen konnte. Schon seit der Shanun ihnen einmal die Präsenz seines Dschinns verdeutlicht hatte, wollte sie wissen, ob sie hier nach den Monaten des Lernens nun mehr sehen konnte, als zu Beginn ihres Studiums. Das erste Mal waren all die Zauber und Schutzmechanismen in der Luft wie undurchdringbarer Nebel für sie. Sie konnte Andeutungen wahrnehmen, weniger als Umrisse. Doch sie konnte ihre Sinne nie auf einen Punkt in der Höhle fixieren. Die Magie war mächtig hier, viel mächtiger als das was sie bewerkstelligen konnte. Sie lag in der Luft wie ein eigenes Licht, wie ein schwerer Geruch oder wie ein Ton, den man nicht zu ordnen kannte. In jedem Moment anders, in keinem Moment für sie zu greifen.
Wieder, wie bei ihrem ersten Besuch hier streckte sie ihre Sinne aus und suchte einen Punkt, an dem sie die elementaren Klänge deutlich genug hören konnte um zu erkennen, was dahinter lag um einen Blick zwischen die Maschen der Schutzmechanismen zu werfen. Nur einen kleinen Blick auf einen der hier lebenden Dschinn. Mehr wollte sie nicht. Doch sie musste feststellen, dass sie trotz ihrer Bemühungen der letzten Monate die vorhandenen Zauber und Strukturen nicht orten konnte. Es kam ihr immer noch wie ein dicker Nebel vor in dem sie sich zu orientieren versuchte. Gerade als sie aufgeben wollte, und von hier verschwinden, ehe der Shanun die in den Boden stampfte, vierteilte und zu Asche verkohlte, war da ein klarer Klang zu vernehmen. Direkt vor ihr. Sie wusste nicht warum er sich plötzlich von all den anderen – für sie wirren Klängen – abhob, doch er tat es. Neugierig konzentrierte sie sich darauf. Es war ein Ausschnitt eines komplexen Musters, doch sie konnte zusammenlaufende Knotenpunkte und Verbindungen erkennen. Ein Schutzzauber vermutlich. Und dahinter einer der Dschinns? Vorsichtig, möglichst ohne einen der komplexen Knotenpunkte zu beschädigen, versuchte sie die Verbindungen ein wenig auseinander zu schieben um mit ihren Sinnen das dahinter liegende erfassen zu können.
Mit einem Mal gab es einen für sie ohrenbetäubenden Knall und eine Druckwelle die sie zu Boden warf und ein Stück über den Boden rutschen ließ. Ihr Kopf dröhnte und sie rechnete fest damit, dass jeden Moment der Shanun auftauchen würde, als sie aufstand. Doch in der Akademie war es nach wie vor ruhig. Scheinbar galt das Geräusch nur ihr. Sie verweilte eine Weile wie angewurzelt, doch es geschah nichts weiter. Sie konzentrierte sich auch noch mal auf die Klangebene. Alles war wieder so undeutlich und verworren wie vorher. Sie hatte nichts kaputt gemacht. Gut. Durch diese Erleichterung angetrieben, verließ sie eilig das Gebäude und kehrte nach Hause zurück.
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Benedict Weber
Was hatten sich die Yazir da erlaubt? Wie konnten sie so mit einem Omar sprechen? Hatten sie alle um ihn rum ihren Verstand verloren? Am liebsten hätte er seinen Säbel genommen, so er einen bei sich gehabt hätte, und einfach um sich geschlagen. Es hätte immer den Richtigen getroffen. Die Wut und der Zorn, es kochte wieder in ihm, das Herz schlug ihm bis zum Hals, er wollte Gift und Galle spucken, und fielen dann auch schließlich gewisse Worte, Worte die für alle Verhältnisse zu viel gewesen sind. Er hatte persönlich beleidigt, er hatte den Ruf der Familie der Yazir in den Schmutz gezogen und schlecht gemacht. Trotzdem erfüllte ihn dieses Gefühl, es war herrlich, sich so unter Wut aufgebauscht zu fühlen, wenn ihm das Blut heiß durch die Adern schoss. Er fühlte sich herrlich lebendig und jeder Spruch Zias entfachte ein neues Feuer in ihm, was immer höher wurde und lichterloh brannte. Dieses Gefühl war anders als der Zorn, den er vorher verspürte. Er erfüllte ihn.
Sahid war immer noch freundlich, obwohl sich Imraan auf eine Art und Weise verhalten hatte, die fast schon danach verlangte ihn einfach im hohen Bogen raus zu schmeißen. Auch, als er ihn dann angerempelt hatte, war Sahid immer noch ruhig geblieben und das, das mochte Imraan überhaupt nicht, er wollte diesen Hass spüren, den Zorn in sich weiter ernähren. Jede Tag den er so erlebte, er fühlte sich stärker, er fühlte sich mächtiger - unbesiegbar. Die neidvollen Blicke, so wie er sie wohl vernahm, waren für ihn nichts mehr als eine Genugtuung - er wünschte sich mehr davon. Selbst Khalida wurde dann auf dem Heimweg von ihm verspottet. Sie war auch eine Yazir - die Yazir waren für ihn zur Zeit schlichtweg respektlos und verdienten nicht länger die Gunst des Hauses der Omar. Dafür würde er schon Sorgen - Ghadir musste es merken.
Warum war er nur so blind für das Offensichtliche? Das Volk hatte doch gar keinen Respekt mehr. Respekt erlangte man durch Macht, durch Kraft. Ghadir zeigte diese nicht mehr - so hatte er es ihm doch auch gesagt. Warum verstand er ihn nicht?
Er hatte daheim wieder gewütet. Der Lärm war im ganzen Palast-Badebereich zu hören. Er hatte einen Kerzenständer quer durch den Raum gegen eine Wand geworfen. Er hatte den Obstkorb mit einem Tritt quer über den Boden getreten. Andere Gegenstände wurden ebenfalls durch den Raum verteilt. Er musste hier raus - er musste etwas machen. So griff er sich dann schließlich und letztendlich seinen Mantel, zog sich die Kapuze über und sämtliche Ausrüstung, die ihm in der Dunkelheit einen Vorteil verschaffen würde. Radschesch hatte dafür gesorgt, dass sich der Wachmann vor seiner Tür, Muhid, schlafen gelegt hatte. Ihm wurde die Luft so lange und so schnell entzogen, dass der Wachmann davon völlig überwältigt wurde. Als Imraan also vor der Türe das dumpfe Geräusch eines aufprallenden Körpers hörte, konnte er seine Räumlichkeiten verlassen. Er schlicht sich dann durch den Badebereich zum hinteren Ausgang in den Palastgarten, dort sah es sich um, denn er wusste genau, wann der Wachwechsel war und wann er wo langlaufen musste. War doch alles in den Jahren berechenbar geworden. Man hatte ihm zwar die Waffen abgenommen, doch wer wäre er, wenn er nicht vorbereitet gewesen wäre, er hatte sich zur Brücke begeben, beugte sich seitlich an dieser hinab, sah dann unter diese, wo er ein kleines Bündel fand, dort zog er dann einfach die beiden Säbel hervor und versteckte sie unter seinem Mantel. Sicher ist sicher.
An den Toren musste er nicht lange warten, bis sich die Wachen irgendwann einander zu wandten, sich etwas abseits zum Kasernenplatz gestellt hatten, dort konnte er dann einfach vorbeihuschen und begab sich südlich zum Familienanwesen der Yazir. Vereinzelt waren wohl noch einige Kerzen an, doch konnte er sich durch den Schatten bewegen. Es sollte eine kleine Lehre sein, weswegen er sich außerhalb der Mauern entlangschlich, sich zum Gehege der Nutztiere begab. Erneut musste er den Zorn in seinem Blut wecken und musste schnell agieren, bevor die Tiere die Yazir warnen konnten, weswegen er sich schlachtend an den Nutztieren verausgabte, die Schafe zerschnitt er regelrecht mit den Hieben seines Schwertes. Vereinzelt spritzte das Blut auch an die Hauswände, wo es noch zu wenig war, schmierte er dann einfach einen Schafskopf daran herum, damit dieses ein möglichst groteskes Bild geben konnte. Er hatte ein zufriedenes Gefühl in der Brust, was er da angerichtet hatte. Er hätte gerne morgen früh die Gesichter der Yazir gesehen. Ein herrliches Blutbad.
Trotzdem musste er sich nochmals irgendwo abreagieren. Er zog sich eilig von dem Anwesen der Yazir zurück und schlich sich dann durch die Durrah zurück zur Stadt, spät genug, dass die Wachen nicht mehr aufmerksam waren. Mit schnellen Schritten begab er sich somit zur Kaserne, suchte sich seinen Weg zu einer der Wachen, die sich beim Seiteneingang aufhielt. Mit der rechten Hand umfasste er seinen Waffengriff, hob den Säbel an und ließ den Waffenknauf in den Nacken der Wache niederfahren - er wusste genau, wo dieser landen musste, um ihn mit einem Schlag außer Gefecht zu setzen. Diesen schob er dann einfach mit gesenktem Haupt in die Ecke, stellte ihn dort ab, so dass er immernoch halbwegs aufrecht stehend wirkte, bis er dann zur Tür reinging, um dann in den Keller runter zu gehen…
Alle hatten sie sich aufmüpfig gezeigt, so musste sie erstmal mit den Mitteln klarkommen, die ihnen nicht die Armee stellte. So wurde einfach die Truhe mit den bereits vorbereiten Flaschen einfach auf den Boden umgeworfen, eine ganze Reihe der Pfeile wurde mit dem Knie in der Mitte zerbrochen, dann einfach quer auf dem ganzen Boden verteilt. Schließlich wurde dann ein Kohlebecken umgeworfen, Truhen wurden geöffnet, die Sachen einfach wahllos auf dem Boden verteilt. So dass es ein herrliches Chaos von zerbrochenen Flaschen, verstreuten abgebrochenen Pfeilen und jeder Menge Flüssigkeiten, die sich auf dem Boden verteilt hatten. Dann nahm er sich einfach etwas Zunderstein, stieß die beiden Steine dann über der Flüssigkeit zusammen, bis diese Feuer fing und macht sich wieder darauf in der Dunkelheit zu verschwinden, der Seiteneingang über den Palastgarten wurde genutzt, so dass er rechtzeitig zurück war, bis Muhid wieder aufgewacht war. Als Muhid mit Kopfschmerzen erwachte, wusste er nicht, was in seiner Bewusstlosigkeit passiert war. Es erfolgte spät in der Nacht ohnehin der Wachwechsel.
Pure Glückseligkeit machte sich in Imraan breit, auch wenn der Kopfschmerz erneut da war. Nach und nach merkte er, dass diese Kopfschmerzen schon seit Wochen da waren, nur wohl nicht intensiv wie jetzt zur Zeit. Er musste schlafen, auch wenn er wusste, dass sein Schlaf nicht erholsam sein würde. Der ganze Verrat um ihn herum, diese falsche Höflichkeit. Wenn er könnte, hätte er ausspucken müssen. Er würde sich nach und nach rächen - koste es, was es wolle. Die Zeiten der Zurückhaltung waren vorbei. Die Omar mussten wieder mit aller Kraft unterwerfen.
Sahid war immer noch freundlich, obwohl sich Imraan auf eine Art und Weise verhalten hatte, die fast schon danach verlangte ihn einfach im hohen Bogen raus zu schmeißen. Auch, als er ihn dann angerempelt hatte, war Sahid immer noch ruhig geblieben und das, das mochte Imraan überhaupt nicht, er wollte diesen Hass spüren, den Zorn in sich weiter ernähren. Jede Tag den er so erlebte, er fühlte sich stärker, er fühlte sich mächtiger - unbesiegbar. Die neidvollen Blicke, so wie er sie wohl vernahm, waren für ihn nichts mehr als eine Genugtuung - er wünschte sich mehr davon. Selbst Khalida wurde dann auf dem Heimweg von ihm verspottet. Sie war auch eine Yazir - die Yazir waren für ihn zur Zeit schlichtweg respektlos und verdienten nicht länger die Gunst des Hauses der Omar. Dafür würde er schon Sorgen - Ghadir musste es merken.
Warum war er nur so blind für das Offensichtliche? Das Volk hatte doch gar keinen Respekt mehr. Respekt erlangte man durch Macht, durch Kraft. Ghadir zeigte diese nicht mehr - so hatte er es ihm doch auch gesagt. Warum verstand er ihn nicht?
Er hatte daheim wieder gewütet. Der Lärm war im ganzen Palast-Badebereich zu hören. Er hatte einen Kerzenständer quer durch den Raum gegen eine Wand geworfen. Er hatte den Obstkorb mit einem Tritt quer über den Boden getreten. Andere Gegenstände wurden ebenfalls durch den Raum verteilt. Er musste hier raus - er musste etwas machen. So griff er sich dann schließlich und letztendlich seinen Mantel, zog sich die Kapuze über und sämtliche Ausrüstung, die ihm in der Dunkelheit einen Vorteil verschaffen würde. Radschesch hatte dafür gesorgt, dass sich der Wachmann vor seiner Tür, Muhid, schlafen gelegt hatte. Ihm wurde die Luft so lange und so schnell entzogen, dass der Wachmann davon völlig überwältigt wurde. Als Imraan also vor der Türe das dumpfe Geräusch eines aufprallenden Körpers hörte, konnte er seine Räumlichkeiten verlassen. Er schlicht sich dann durch den Badebereich zum hinteren Ausgang in den Palastgarten, dort sah es sich um, denn er wusste genau, wann der Wachwechsel war und wann er wo langlaufen musste. War doch alles in den Jahren berechenbar geworden. Man hatte ihm zwar die Waffen abgenommen, doch wer wäre er, wenn er nicht vorbereitet gewesen wäre, er hatte sich zur Brücke begeben, beugte sich seitlich an dieser hinab, sah dann unter diese, wo er ein kleines Bündel fand, dort zog er dann einfach die beiden Säbel hervor und versteckte sie unter seinem Mantel. Sicher ist sicher.
An den Toren musste er nicht lange warten, bis sich die Wachen irgendwann einander zu wandten, sich etwas abseits zum Kasernenplatz gestellt hatten, dort konnte er dann einfach vorbeihuschen und begab sich südlich zum Familienanwesen der Yazir. Vereinzelt waren wohl noch einige Kerzen an, doch konnte er sich durch den Schatten bewegen. Es sollte eine kleine Lehre sein, weswegen er sich außerhalb der Mauern entlangschlich, sich zum Gehege der Nutztiere begab. Erneut musste er den Zorn in seinem Blut wecken und musste schnell agieren, bevor die Tiere die Yazir warnen konnten, weswegen er sich schlachtend an den Nutztieren verausgabte, die Schafe zerschnitt er regelrecht mit den Hieben seines Schwertes. Vereinzelt spritzte das Blut auch an die Hauswände, wo es noch zu wenig war, schmierte er dann einfach einen Schafskopf daran herum, damit dieses ein möglichst groteskes Bild geben konnte. Er hatte ein zufriedenes Gefühl in der Brust, was er da angerichtet hatte. Er hätte gerne morgen früh die Gesichter der Yazir gesehen. Ein herrliches Blutbad.
Trotzdem musste er sich nochmals irgendwo abreagieren. Er zog sich eilig von dem Anwesen der Yazir zurück und schlich sich dann durch die Durrah zurück zur Stadt, spät genug, dass die Wachen nicht mehr aufmerksam waren. Mit schnellen Schritten begab er sich somit zur Kaserne, suchte sich seinen Weg zu einer der Wachen, die sich beim Seiteneingang aufhielt. Mit der rechten Hand umfasste er seinen Waffengriff, hob den Säbel an und ließ den Waffenknauf in den Nacken der Wache niederfahren - er wusste genau, wo dieser landen musste, um ihn mit einem Schlag außer Gefecht zu setzen. Diesen schob er dann einfach mit gesenktem Haupt in die Ecke, stellte ihn dort ab, so dass er immernoch halbwegs aufrecht stehend wirkte, bis er dann zur Tür reinging, um dann in den Keller runter zu gehen…
Alle hatten sie sich aufmüpfig gezeigt, so musste sie erstmal mit den Mitteln klarkommen, die ihnen nicht die Armee stellte. So wurde einfach die Truhe mit den bereits vorbereiten Flaschen einfach auf den Boden umgeworfen, eine ganze Reihe der Pfeile wurde mit dem Knie in der Mitte zerbrochen, dann einfach quer auf dem ganzen Boden verteilt. Schließlich wurde dann ein Kohlebecken umgeworfen, Truhen wurden geöffnet, die Sachen einfach wahllos auf dem Boden verteilt. So dass es ein herrliches Chaos von zerbrochenen Flaschen, verstreuten abgebrochenen Pfeilen und jeder Menge Flüssigkeiten, die sich auf dem Boden verteilt hatten. Dann nahm er sich einfach etwas Zunderstein, stieß die beiden Steine dann über der Flüssigkeit zusammen, bis diese Feuer fing und macht sich wieder darauf in der Dunkelheit zu verschwinden, der Seiteneingang über den Palastgarten wurde genutzt, so dass er rechtzeitig zurück war, bis Muhid wieder aufgewacht war. Als Muhid mit Kopfschmerzen erwachte, wusste er nicht, was in seiner Bewusstlosigkeit passiert war. Es erfolgte spät in der Nacht ohnehin der Wachwechsel.
Pure Glückseligkeit machte sich in Imraan breit, auch wenn der Kopfschmerz erneut da war. Nach und nach merkte er, dass diese Kopfschmerzen schon seit Wochen da waren, nur wohl nicht intensiv wie jetzt zur Zeit. Er musste schlafen, auch wenn er wusste, dass sein Schlaf nicht erholsam sein würde. Der ganze Verrat um ihn herum, diese falsche Höflichkeit. Wenn er könnte, hätte er ausspucken müssen. Er würde sich nach und nach rächen - koste es, was es wolle. Die Zeiten der Zurückhaltung waren vorbei. Die Omar mussten wieder mit aller Kraft unterwerfen.
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Suraya Ayana Yazir
Das gleissende Licht der Morgensonne, streckte zart die Fühler über den Sand hinaus, die Häuserwände hinauf, bis sie Einlass in die Gemächer fand. Sanft kitzelten sie Suraya aus dem Schlaf. Der lauwarme Wind schob sich durch die, leicht hin und her flatternden Vorhänge und strich langsam über den Körper.
Erst ein Auge dann das nächste, nochmal beide zukneifend und sich erstmal genüsslich streckend.
Kissen richten, Decken falten, Waschen, Anziehen. Fertig!
Was gab es als erstes zu tun. Tiere füttern. Gut. Mit einem verhaltenen Gähnen schlich sie vielmehr in den frühen Morgenstunden aus dem Haus, schlufte weniger galant hinüber zum Tiergehege, noch recht Schlaftrunken griff sie an die Klinke des Gatters, die Augen mehr oder minder noch geschlossen, spührte sie eine klebrige dickflüssige Flüssigkeit an ihren Fingern. Die Finger wurden an den Daumen gerieben während sich die Augen langsam öffneten und der Blick sich auf sie hinab senkte.
Blut.
Sie erstarrte für wenige Momente, die Augen weiteten sich, ehe sich ganz ganz langsam der Blick über das Gatter hob. Ein Blutbad, abgeschlachtete Tiere, als hätte jemand seinen tiefsten Hass entladen. Stille.
Die Lungen füllten sich mit einem Mal mit Luft und nichts mehr als ein greller Schrei des Schreckens erfüllte das Familienviertel der Yazir und dürfte demnach so ziemlich jeden aus den Kissen reissen.
Schwer atmend stand sie am Gatter, das Augenpaar huschte verzweifelt über das Massaker. Schon wieder Blut. Immer Blut. Immer Sie. Ein Tropfen dessen löste sich von ihren Fingern und tropfte wie in Zeitlupe hinab auf ihre Schuhe. Leise nur murmelte sie immerwieder.
Ich hab Blut am Schuh...
Ich hab Blut am Schuh...
Ich hab Blut am Schuh...
Erst ein Auge dann das nächste, nochmal beide zukneifend und sich erstmal genüsslich streckend.
Kissen richten, Decken falten, Waschen, Anziehen. Fertig!
Was gab es als erstes zu tun. Tiere füttern. Gut. Mit einem verhaltenen Gähnen schlich sie vielmehr in den frühen Morgenstunden aus dem Haus, schlufte weniger galant hinüber zum Tiergehege, noch recht Schlaftrunken griff sie an die Klinke des Gatters, die Augen mehr oder minder noch geschlossen, spührte sie eine klebrige dickflüssige Flüssigkeit an ihren Fingern. Die Finger wurden an den Daumen gerieben während sich die Augen langsam öffneten und der Blick sich auf sie hinab senkte.
Blut.
Sie erstarrte für wenige Momente, die Augen weiteten sich, ehe sich ganz ganz langsam der Blick über das Gatter hob. Ein Blutbad, abgeschlachtete Tiere, als hätte jemand seinen tiefsten Hass entladen. Stille.
Die Lungen füllten sich mit einem Mal mit Luft und nichts mehr als ein greller Schrei des Schreckens erfüllte das Familienviertel der Yazir und dürfte demnach so ziemlich jeden aus den Kissen reissen.
Schwer atmend stand sie am Gatter, das Augenpaar huschte verzweifelt über das Massaker. Schon wieder Blut. Immer Blut. Immer Sie. Ein Tropfen dessen löste sich von ihren Fingern und tropfte wie in Zeitlupe hinab auf ihre Schuhe. Leise nur murmelte sie immerwieder.
Ich hab Blut am Schuh...
Ich hab Blut am Schuh...
Ich hab Blut am Schuh...
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Shani
Seit Tagen hatte sie Imraan nicht mehr gesehen. Die Wachen liessen sie nicht in seine Gemächer und niemand wollte ihr erklären was los war.
Sorge machte sich in ihr breit. War er krank? Wenn dem so war hätte man sich als erste benachrichtigt, tröstete sie sich.
Als sie des Tages den Boden der unteren Etage des Palastes wischte, hörte sie laute Stimmen aus Imraans Räumlichkeiten dringen. Der Emir und er lieferten sich ein hitziges Wortgefecht. Nur einzelne Wortfetzen konnte sie aufschnappen, irgendwas von Stärke und Niedertracht und irgendwas über das Volk. Der Ehrenwerte schien sehr aufgebracht, es musste etwas ganz schlimmes passiert sein.
Von ihrer Neugier getrieben trat sie an die offene Türe und bemerkte erst dann, dass Yasmeen diese versperrte. Sie legte ihre Hände auf Yasmeens Schultern und stellte sich auf die Zehenspitzen um etwas sehen zu können.
Sie hatte sich ob ihrer Neugier vergessen und wurde auch gleich von Yasmeen ermahnt. Schnell zog sie ihre Hände zurück und trat zurück.
Manchmal, wenn die Leute freundlich zu ihr waren vergaß sie ihre Stellung, vergaß, dass jene nicht ihre Freunde waren, dass sie immer zu ihr hinabschauen würden.
Ihre Hilfe wurde nicht benötigt, sie stand im Weg also ging sie um sich an einem anderen Ort nützlich zu machen.
Wenn sie nur wüsste was so schlimmes passiert war, dass der sonst so sanfte Ehrenwerte sich dermaßen erboste. Der Gedanke lies sie den ganzen Abend nicht mehr los.
Sorge machte sich in ihr breit. War er krank? Wenn dem so war hätte man sich als erste benachrichtigt, tröstete sie sich.
Als sie des Tages den Boden der unteren Etage des Palastes wischte, hörte sie laute Stimmen aus Imraans Räumlichkeiten dringen. Der Emir und er lieferten sich ein hitziges Wortgefecht. Nur einzelne Wortfetzen konnte sie aufschnappen, irgendwas von Stärke und Niedertracht und irgendwas über das Volk. Der Ehrenwerte schien sehr aufgebracht, es musste etwas ganz schlimmes passiert sein.
Von ihrer Neugier getrieben trat sie an die offene Türe und bemerkte erst dann, dass Yasmeen diese versperrte. Sie legte ihre Hände auf Yasmeens Schultern und stellte sich auf die Zehenspitzen um etwas sehen zu können.
Sie hatte sich ob ihrer Neugier vergessen und wurde auch gleich von Yasmeen ermahnt. Schnell zog sie ihre Hände zurück und trat zurück.
Manchmal, wenn die Leute freundlich zu ihr waren vergaß sie ihre Stellung, vergaß, dass jene nicht ihre Freunde waren, dass sie immer zu ihr hinabschauen würden.
Ihre Hilfe wurde nicht benötigt, sie stand im Weg also ging sie um sich an einem anderen Ort nützlich zu machen.
Wenn sie nur wüsste was so schlimmes passiert war, dass der sonst so sanfte Ehrenwerte sich dermaßen erboste. Der Gedanke lies sie den ganzen Abend nicht mehr los.
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Benedict Weber
الحفاظ على هذا المكان الأم
Mit Ruhiger Hand malte sie die Worte vor die Treppe des Kellers der Akademie. Das Salz was sie mit etwas Tonerde und Wasser gemischt hatte, zog in den Boden ein und bildete die Worte die einen Schutz der Mutter über jenen Eingang in die Tiefe legen sollten.
Beschütze diesen Ort Mutter.
Waren die einfachen Worte die dort zu lesen waren, die jedoch von der Bedeutung nicht hätten schwerer sein können.
Es sollte das halten was darin ist und das fern halten was hinein wollte.
Schwer lagen dabei die Worte Abduls auf ihrem Herzen und um so mehr Kraft legte sie in den Schutz hinein.
In der Hoffnung die Mutter würde ihr genug Kraft geben um ihre gegene Aufgabe im vollen Umfang zu erfüllen.
Kein Dschinn dürfte den Keller verlassen, kein einziger ihr Siegel brechen, zu fatal wären die Folgen für das gesamte Reich, für die Kinder, für alles Leben der Mutter.
Und so kniete sie sich nieder, nachdem die Worte leuchtend sich vom Boden abhoben und ihre Worte halten durch die Hallen der Akademie.
Ein Gebet, aus der tiefe ihrer Seele mit all ihrer Kraft gesprochen.
Mit Ruhiger Hand malte sie die Worte vor die Treppe des Kellers der Akademie. Das Salz was sie mit etwas Tonerde und Wasser gemischt hatte, zog in den Boden ein und bildete die Worte die einen Schutz der Mutter über jenen Eingang in die Tiefe legen sollten.
Beschütze diesen Ort Mutter.
Waren die einfachen Worte die dort zu lesen waren, die jedoch von der Bedeutung nicht hätten schwerer sein können.
Es sollte das halten was darin ist und das fern halten was hinein wollte.
Schwer lagen dabei die Worte Abduls auf ihrem Herzen und um so mehr Kraft legte sie in den Schutz hinein.
In der Hoffnung die Mutter würde ihr genug Kraft geben um ihre gegene Aufgabe im vollen Umfang zu erfüllen.
Kein Dschinn dürfte den Keller verlassen, kein einziger ihr Siegel brechen, zu fatal wären die Folgen für das gesamte Reich, für die Kinder, für alles Leben der Mutter.
Und so kniete sie sich nieder, nachdem die Worte leuchtend sich vom Boden abhoben und ihre Worte halten durch die Hallen der Akademie.
Ein Gebet, aus der tiefe ihrer Seele mit all ihrer Kraft gesprochen.
Zuletzt geändert von Benedict Weber am Samstag 7. September 2013, 18:46, insgesamt 1-mal geändert.
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Hazar Sevinc Bashir
Rauschen in den Ohren…
Der Kopf kurz vor dem zerbersten voll.
Schmerzen…
Gedankenfetzen, die sich in mein Hirn gebrannt hatten, die sich quälend durch mein ganzes Selbst zogen.
Die Erkenntnis, dass das, was geschehen war, hätte verhinderbar sein können, war eine hypothetische Überlegung, die zwar zu nichts führte, aber meinen Zorn anstachelte.
„Hadri Hazar ist über jeden Zweifel erhaben“, so die Worte des Shanuns, noch ehe er mitbekam, welchen Unsinn ich angestellt hatte.
Mich einsperren lassen, was für eine Dumme Handlung, und gar nicht so überlegt, wie ich sein wollte.
Aber immerhin war der Dschinn aus Imraan gewichen.
Nicht das die Sekban als Trägerin des Dschinnes ungefährlicher oder besser gewesen wäre, aber nunja.
Das Schloss der Zelle war schnell zerstört, Magie, ein kräftiger Tritt und schon waren wir frei.
Der Dschinn war nicht dumm, ich erkannte nur seine Pläne nicht.
Vorerst.
Wichtig war auch, in diesem Moment, in dieser Situation, nur, das wir ihn einfangen würden.
Und das würden wir.
Ich musste weg, weg nachdem alle erst mal in Sicherheit waren, und der Dschinn vorerst unauffindbar.
Der eine, einzige Kontakt mit dem Dschinn hatte mir einen Schlag versetzt, wie ich ihn noch nie gespürt hatte.
Es fühlte sich an, als hätte er mir einen Schlag mitten ins Gesicht gegeben, mit allem was er hatte.
Als ich wieder nach Hause kam, hatte sich mein Zorn gelegt.
Es war schon spät in der Nacht, aber ich musste den Moment nutzen, da das Familienhaus leer war.
Völlig irrelevant, wie lange es dauern würde.
Einen Plan.
-Schutzrunen
-Dschinn suchen
-Alle „befallenen“ noch mal kontrollieren
-Radschish suchen oder besser gesagt, Imraan befragen
-Nach der Akademie sehen
-Wie fängt man einen Dschinn?
Daraus ergeben sich weitere Fragen:
-Anlocken durch was?
-Was für Pläne hat er außer die Freiheit?
-Wie schütze ich den Rest des Volkes am besten?
-Reichen die Wachen für den Emir?
-Wie spüre ich den Dschinn auf, wenn ich ihn nicht mal wahrnehmen konnte, als er sich in Khalida genestet hatte?
-Wie kommt der Shanun vorran?
-Kann oder muss ich irgendwas tun um es ihm leichter zu machen?
Und die größte aller Fragen:
Wie gehe ich mit Djamji um?
Ich unterstelle ihr keine Absicht, aber letztlich war das der Auslöser gewesen.
Ich hatte ihr in meiner Wut verboten, die Akademie zu betreten.
Keine richtige Lösung, das ist mir durchaus bewusst.
Ihre Neugier war zu groß.
Sie wollte nur den Nebel sehen, sie wusste genau, dass sie Grenzen überschritt, und Verbote umging.
Der Nebel hatte sich gelichtet.
Ein böses Wesen nutzt seine Möglichkeit, und sei sie noch so klein.
Genau deswegen sollte keiner, in den Keller.
Genau deswegen sollte das was da unten hauste, abgeschirmt sein.
Ich glaube nicht, das sie die Schleier gebrochen hat.
Aber sie war der Auslöser des Schlamasels…
Der Kopf kurz vor dem zerbersten voll.
Schmerzen…
Gedankenfetzen, die sich in mein Hirn gebrannt hatten, die sich quälend durch mein ganzes Selbst zogen.
Die Erkenntnis, dass das, was geschehen war, hätte verhinderbar sein können, war eine hypothetische Überlegung, die zwar zu nichts führte, aber meinen Zorn anstachelte.
„Hadri Hazar ist über jeden Zweifel erhaben“, so die Worte des Shanuns, noch ehe er mitbekam, welchen Unsinn ich angestellt hatte.
Mich einsperren lassen, was für eine Dumme Handlung, und gar nicht so überlegt, wie ich sein wollte.
Aber immerhin war der Dschinn aus Imraan gewichen.
Nicht das die Sekban als Trägerin des Dschinnes ungefährlicher oder besser gewesen wäre, aber nunja.
Das Schloss der Zelle war schnell zerstört, Magie, ein kräftiger Tritt und schon waren wir frei.
Der Dschinn war nicht dumm, ich erkannte nur seine Pläne nicht.
Vorerst.
Wichtig war auch, in diesem Moment, in dieser Situation, nur, das wir ihn einfangen würden.
Und das würden wir.
Ich musste weg, weg nachdem alle erst mal in Sicherheit waren, und der Dschinn vorerst unauffindbar.
Der eine, einzige Kontakt mit dem Dschinn hatte mir einen Schlag versetzt, wie ich ihn noch nie gespürt hatte.
Es fühlte sich an, als hätte er mir einen Schlag mitten ins Gesicht gegeben, mit allem was er hatte.
Als ich wieder nach Hause kam, hatte sich mein Zorn gelegt.
Es war schon spät in der Nacht, aber ich musste den Moment nutzen, da das Familienhaus leer war.
Völlig irrelevant, wie lange es dauern würde.
Einen Plan.
-Schutzrunen
-Dschinn suchen
-Alle „befallenen“ noch mal kontrollieren
-Radschish suchen oder besser gesagt, Imraan befragen
-Nach der Akademie sehen
-Wie fängt man einen Dschinn?
Daraus ergeben sich weitere Fragen:
-Anlocken durch was?
-Was für Pläne hat er außer die Freiheit?
-Wie schütze ich den Rest des Volkes am besten?
-Reichen die Wachen für den Emir?
-Wie spüre ich den Dschinn auf, wenn ich ihn nicht mal wahrnehmen konnte, als er sich in Khalida genestet hatte?
-Wie kommt der Shanun vorran?
-Kann oder muss ich irgendwas tun um es ihm leichter zu machen?
Und die größte aller Fragen:
Wie gehe ich mit Djamji um?
Ich unterstelle ihr keine Absicht, aber letztlich war das der Auslöser gewesen.
Ich hatte ihr in meiner Wut verboten, die Akademie zu betreten.
Keine richtige Lösung, das ist mir durchaus bewusst.
Ihre Neugier war zu groß.
Sie wollte nur den Nebel sehen, sie wusste genau, dass sie Grenzen überschritt, und Verbote umging.
Der Nebel hatte sich gelichtet.
Ein böses Wesen nutzt seine Möglichkeit, und sei sie noch so klein.
Genau deswegen sollte keiner, in den Keller.
Genau deswegen sollte das was da unten hauste, abgeschirmt sein.
Ich glaube nicht, das sie die Schleier gebrochen hat.
Aber sie war der Auslöser des Schlamasels…
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Djamji Ifrey
"Danke"
Sie erinnerte sich an die Worte von Khalida, mit einer Kälte gesprochen, die sie von der Sekban nicht kannte. Damit nahm der Abend eine Wendung, die sie zwar nach dem kurzen Gespräch mit Nazeeya befürchtet hatte, aber doch gehofft hatte, dass sie nicht eintrat. Ein übellauniger, bösartiger Dschinn hatte sich unter die Menekaner gemischt. Erst Imraan besetzt, dann Khalida. Menekaner waren verletzt worden, und sie war schuld. Noch dazu kamen ihre quälenden Kopfschmerzen, die sie schon seit Tagen heimsuchten - mal stärker - mal schwächer. Sie musste dieses Wesen vor einigen Tagen im Akademiekeller befreit haben, auch wenn sie rückblickend nicht mehr sagen konnte, was sie dazu getrieben hatte, das verbot des Shanun einfach zu ignorieren. Klar war sie neugierig und meistens auch neugieriger als es gut für sie war. Doch es war nicht ihre Art die Regeln derart zu ignorieren. Sie wollte den Shanun nicht gegen sich aufbringen und sie wollte auch nicht, dass der Ruf ihrer Familie unter ihrem Verhalten litt. Ihr Bruder würde stinksauer sein oder enttäuscht, was ihr eigentlich noch mehr zusetzte. Sie wollte doch, dass ihre Familie stolz auf sie war. Hazar und Imraan waren bereits enttäuscht, das konnte sie ihren Blicken ablesen. Doch der Abend war mehr als nur das Geständnis ihrer Schuld.
Sie jagden den Dschinn, der in Khalida gefahren war, er hatte versucht die Magier einzupferchen und einzusperren. Djamji selber konnte der Jagd wenig abgewinnen. Gewiss es war wichtig, einen derart bösartigen Dschinn zu fangen, einzusperren und oder zu vernichten, doch die Kopfschmerzen, die sie seit Tagen plagten wurden immer schlimmer. In Jalas Keller konnte sie die Schmerzen kaum noch aushalten. Es war als würden Oger auf ihren Kopf einschlagen. Sie konnte kaum noch sehen, so sehr verzehrte der Schmerz ihre Wahrnehmung.
Jala und Hazar waren nah bei ihr und der Verdacht kam auf, dass der Dschinn nun sie besetzt hatte. Sie selber wusste es nicht, sie hatte nicht bemerkt, dass sie etwas getroffen hatte. Nur diese Kopfschmerzen. Aber die hatte sie schon länger. Vielleicht war schon vor ein paar Tagen in der Akademie etwas geschehen. Aber sie hatte keine Gedächtnislücke.
Der Dschinn hatte Khalida wieder frei gegeben. Und er schien sich kein neues Opfer gesucht zu haben. Die einzige in dem Raum, die sich seltsam benahm, war sie selber. Djamji. Doch das lag nur an den Kopfschmerzen. Draußen, an der frischen Luft wurden sie endlich geringer und die Salbe von Jala schien anzuschlagen.
Man bestand darauf, sie zum Familienviertel zurück zu bringen. Doch die Aussicht, dass sie eine Gefahr für ihre Familie werden konnte, verschreckte die junge Magierin. Lieber wollte sie weg, als nun auch noch dafür verantwortlich zu sein. Sie begann in Khalidas Griff zu schrumpfen und sich zu verwandeln. Der Körper wurde klein, leicht und gefiedert. Eigentlich ideal um zu verschwinden. Doch leider hatte sie nur die Verwandlung geübt, nie das Fliegen selber. So gelang ihr nur ein verschrecktes Flattern in der Luft und Khalida und Sahid hatten sie schneller wieder eingefangen und in einen Beutel gesperrt, als es ihr lieb war.
Hier war es finster. Und sie wollte raus. Sie wollte hier nicht sein. Aufgeregt flatterte sie mit beiden flügeln, sie konnte nicht sehen wohin sie flog. Und krachte immer wieder gegen die lederne Wand. Eine Rückverwandlung wagte sie auf so engen Raum nicht. Selbst in der Form brachten sie die immer mal wieder aufflammenden Kopfschmerzen aus dem Konzept und sie stürzte ab. Mit einem leisen Knacken landete sie auf ihrem Flügel. Verdammt. Schmerz schoss durch ihren Körper und sie gab das rumfliegen erstmal auf. Sie vernahm Harouns Stimme, Khalidas und Sahids Stimme, dann wurde sie endlich aus dem dunklen Beutel befreit. Doch noch immer gab man ihr keine Chance auf eine Rückverwandlung. Haroun versuchte sie ruhig zu halten, doch sie wollte nur zurück auf den Boden. Doch er ließ sie nicht. Hielt sie die ganze Zeit in den Händen und nahm ihr die Sicht.
Der Höhepunkt des Abends war es dann wohl noch, als Haroun sie in einen Vogelkäfig stopfte. Konnte er sich denn nicht vorstellen, dass sie sich da nicht so einfach zurück verwandeln konnte? Und es fehlte ihr an Kraft, das dünne Gitter zu zerstören. Also blieb sie am Boden liegen und wartete. Stunden später, Ewigkeiten, wenn man sie gefragt hätte, kam Haroun zurück um den kleinen, struppigen Vogel aus dem Käfig zu nehmen. Endlich. Ihre Konzentration war bald zu Ende. So zögerte sie nicht lange, um ihren Körper wieder zurück zu wandeln. Haroun erschrak, als die dem struppigen Vogel nicht unähnliche Djamji plötzlich neben ihm im Gras lag.
Sie versuchte ihm noch die Zusammenhänge zu erklären, ihre Schuld und ihre Befürchtungen doch er wollte es heute nicht mehr hören, sondern führte sie zu ihrem Zimmer und bezog davor Stellung. War nur die Frage ob er sie schützte oder die anderen.
Seufzend machte sie es sich in der Hängematte bequem. Eine kurze Begutachtung ihres Arms, machte ihr klar, dass sie sich den Knochen gebrochen hatte, doch heute war sie nicht mehr in der Lage irgendwas zu wirken, geschweige denn eins für sie unbekannte Verletzung heilen. Es dauerte keine 10 Sekunden nach diesem Gedankengang bis der Schlaf sie übermannte.
Sie erinnerte sich an die Worte von Khalida, mit einer Kälte gesprochen, die sie von der Sekban nicht kannte. Damit nahm der Abend eine Wendung, die sie zwar nach dem kurzen Gespräch mit Nazeeya befürchtet hatte, aber doch gehofft hatte, dass sie nicht eintrat. Ein übellauniger, bösartiger Dschinn hatte sich unter die Menekaner gemischt. Erst Imraan besetzt, dann Khalida. Menekaner waren verletzt worden, und sie war schuld. Noch dazu kamen ihre quälenden Kopfschmerzen, die sie schon seit Tagen heimsuchten - mal stärker - mal schwächer. Sie musste dieses Wesen vor einigen Tagen im Akademiekeller befreit haben, auch wenn sie rückblickend nicht mehr sagen konnte, was sie dazu getrieben hatte, das verbot des Shanun einfach zu ignorieren. Klar war sie neugierig und meistens auch neugieriger als es gut für sie war. Doch es war nicht ihre Art die Regeln derart zu ignorieren. Sie wollte den Shanun nicht gegen sich aufbringen und sie wollte auch nicht, dass der Ruf ihrer Familie unter ihrem Verhalten litt. Ihr Bruder würde stinksauer sein oder enttäuscht, was ihr eigentlich noch mehr zusetzte. Sie wollte doch, dass ihre Familie stolz auf sie war. Hazar und Imraan waren bereits enttäuscht, das konnte sie ihren Blicken ablesen. Doch der Abend war mehr als nur das Geständnis ihrer Schuld.
Sie jagden den Dschinn, der in Khalida gefahren war, er hatte versucht die Magier einzupferchen und einzusperren. Djamji selber konnte der Jagd wenig abgewinnen. Gewiss es war wichtig, einen derart bösartigen Dschinn zu fangen, einzusperren und oder zu vernichten, doch die Kopfschmerzen, die sie seit Tagen plagten wurden immer schlimmer. In Jalas Keller konnte sie die Schmerzen kaum noch aushalten. Es war als würden Oger auf ihren Kopf einschlagen. Sie konnte kaum noch sehen, so sehr verzehrte der Schmerz ihre Wahrnehmung.
Jala und Hazar waren nah bei ihr und der Verdacht kam auf, dass der Dschinn nun sie besetzt hatte. Sie selber wusste es nicht, sie hatte nicht bemerkt, dass sie etwas getroffen hatte. Nur diese Kopfschmerzen. Aber die hatte sie schon länger. Vielleicht war schon vor ein paar Tagen in der Akademie etwas geschehen. Aber sie hatte keine Gedächtnislücke.
Der Dschinn hatte Khalida wieder frei gegeben. Und er schien sich kein neues Opfer gesucht zu haben. Die einzige in dem Raum, die sich seltsam benahm, war sie selber. Djamji. Doch das lag nur an den Kopfschmerzen. Draußen, an der frischen Luft wurden sie endlich geringer und die Salbe von Jala schien anzuschlagen.
Man bestand darauf, sie zum Familienviertel zurück zu bringen. Doch die Aussicht, dass sie eine Gefahr für ihre Familie werden konnte, verschreckte die junge Magierin. Lieber wollte sie weg, als nun auch noch dafür verantwortlich zu sein. Sie begann in Khalidas Griff zu schrumpfen und sich zu verwandeln. Der Körper wurde klein, leicht und gefiedert. Eigentlich ideal um zu verschwinden. Doch leider hatte sie nur die Verwandlung geübt, nie das Fliegen selber. So gelang ihr nur ein verschrecktes Flattern in der Luft und Khalida und Sahid hatten sie schneller wieder eingefangen und in einen Beutel gesperrt, als es ihr lieb war.
Hier war es finster. Und sie wollte raus. Sie wollte hier nicht sein. Aufgeregt flatterte sie mit beiden flügeln, sie konnte nicht sehen wohin sie flog. Und krachte immer wieder gegen die lederne Wand. Eine Rückverwandlung wagte sie auf so engen Raum nicht. Selbst in der Form brachten sie die immer mal wieder aufflammenden Kopfschmerzen aus dem Konzept und sie stürzte ab. Mit einem leisen Knacken landete sie auf ihrem Flügel. Verdammt. Schmerz schoss durch ihren Körper und sie gab das rumfliegen erstmal auf. Sie vernahm Harouns Stimme, Khalidas und Sahids Stimme, dann wurde sie endlich aus dem dunklen Beutel befreit. Doch noch immer gab man ihr keine Chance auf eine Rückverwandlung. Haroun versuchte sie ruhig zu halten, doch sie wollte nur zurück auf den Boden. Doch er ließ sie nicht. Hielt sie die ganze Zeit in den Händen und nahm ihr die Sicht.
Der Höhepunkt des Abends war es dann wohl noch, als Haroun sie in einen Vogelkäfig stopfte. Konnte er sich denn nicht vorstellen, dass sie sich da nicht so einfach zurück verwandeln konnte? Und es fehlte ihr an Kraft, das dünne Gitter zu zerstören. Also blieb sie am Boden liegen und wartete. Stunden später, Ewigkeiten, wenn man sie gefragt hätte, kam Haroun zurück um den kleinen, struppigen Vogel aus dem Käfig zu nehmen. Endlich. Ihre Konzentration war bald zu Ende. So zögerte sie nicht lange, um ihren Körper wieder zurück zu wandeln. Haroun erschrak, als die dem struppigen Vogel nicht unähnliche Djamji plötzlich neben ihm im Gras lag.
Sie versuchte ihm noch die Zusammenhänge zu erklären, ihre Schuld und ihre Befürchtungen doch er wollte es heute nicht mehr hören, sondern führte sie zu ihrem Zimmer und bezog davor Stellung. War nur die Frage ob er sie schützte oder die anderen.
Seufzend machte sie es sich in der Hängematte bequem. Eine kurze Begutachtung ihres Arms, machte ihr klar, dass sie sich den Knochen gebrochen hatte, doch heute war sie nicht mehr in der Lage irgendwas zu wirken, geschweige denn eins für sie unbekannte Verletzung heilen. Es dauerte keine 10 Sekunden nach diesem Gedankengang bis der Schlaf sie übermannte.
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Benedict Weber
Diese Kopfschmerzen, diese unerträglichen Kopfschmerzen. Sein Kopf fühlte sich immer noch absolut dicht an, so zusammengedrückt, dass es von allen Seiten wehtat. Es half kein Mittel dagegen: Er hatte gegessen, er hatte getrunken, er hatte ausreichend geschlafen. Er hatte sich der üblichen Medizin bedient. Dieses Pochen in der Stirngegend, jeder Gedanke, den er erfasste, musste bald wieder verworfen werden, da der Schmerz dadurch nur intensiver wurde. Er musste den Schalter finden, den er umlegen musste, um diesen Schmerz endgültig abzustellen.
Außerdem war diese Leere da, seit der Nebel sich vor seinen Augen verzogen hatte, war diese Leere da. Es war so, wie damals, als er Aasim verloren hatte - jedoch viel intensiver, eher, als habe er ein Stück seiner Seele und auch einen Teil seines Körpers verloren. Irgendetwas war weg und nachdem sie Khalida hinterher gejagt waren und er zur Ruhe kam, in seinem vom Emir ausgewählten Gefängnis, wusste er auch, das Gefühl näher einzuschätzen. Es war so, wie damals, als er in seiner Verbannung leben musste und Radschish sich von ihm abgewandt hatte. Es fühlte sich durchaus so an, doch es konnte nicht sein. Hatte es vielleicht doch noch mit Anisah zu tun? Einfach das Gefühl des Verlustes?
Er runzelte die Stirn und sah zum Gitter hin. Eingeengt fühlte sich wohl niemand wohl, aber bei Imraan war es etwas anderes. Er brauchte die ständige Bewegung und er brauchte den freien Himmel über dem Kopf. Er war zwar Khalida hinterher gehechtet, doch konnte er ohne Ghadirs Erlaubnis nicht frei herumlaufen. Der Befehl war immer noch aktiv und die Palastwachen wollte er nicht in seine Situation mit reinziehen. Es brannte ihm trotzdem unter den Nägeln und er wollte irgendetwas machen - dieser Schatten war sicherlich noch irgendwo und er musste gefunden werden. Hazar war sicherlich sehr tüchtig, aber man konnte nicht einfach alles auf ihren Schultern ablegen. Sie musste unterstützt werden.
Seltsam war nur, dass alle sich so schnell von der Idee abwandten, dass Djamji vielleicht von diesem Schatten übernommen worden war. Sie zeigte doch ganz offensichtlich abnormales Verhalten - selbst für eine Magierin war das seltsam. Hoffentlich konnte er sich bald wieder an alles erinnern, alles war noch in Bruchstücken in seinem ganzen Kopf verstreut, die Gedankengänge waren so wirr, die Kopfschmerzen ließen es nicht zu, dass er Vorgänge logisch zusammensetzen konnte. Am liebsten hätte er lautstark aufgeschrien und sich auf irgendeine Weise davon befreit - wie hatte er so etwas in der Vergangenheit gelöst? Meditation? Ein Gebet an Eluive. Er würde sicherlich beides probieren müssen.
Gütige Mutter, die du über uns wachst
Deine Kinder brauchen dich in dieser schwierigen Lage
Du gabest uns einen Platz, an dem wir überleben konnten
Du gabest uns die Vision, deine Tränen zu nutzen
Du gabest uns die Wächter, die die Familien behüten
Ich bitte dich, gib uns Kraft in dieser schwierigen Situation
Weise uns, erleuchte uns und zeig uns einen Weg das Übel zu finden - dieses zu besiegen
Deine Kinder brauchen dich heute
Erhöre mich
Beschütze meine Brüder und Schwestern
….und erlöse mich von diesen verdammten Kopfschmerzen!
Er konnte nicht einmal ordentlich ein Gebet aufsagen, ohne dass ihm sein Kopf in die Quere kam. Was war eigentlich, wenn es nicht nur ein einzelner Schatten war? Vor allem, wo kamen sie denn her? Irgendetwas hatte Djamji damit zu tun und er war sich inzwischen sicher, dass das alles nicht aus Zufall geschah. Zeitgleich hatten die Rahaler auch noch den Weg mit Geröll und Felsen dicht gemacht - so dass es nur noch einen einzelnen Weg für Karawanen gab. Ein gefundenes Fressen und ein leichtes Ziel.
Er musste bald wieder zurück an seinen Posten.
Er wartete auf den Erhabenen und versuchte es mit Meditation in der seinen Kopf gänzlich frei machen wollte, trotzdem war der Beschützerinstinkt für seine Familie absolut aktiv.
Außerdem war diese Leere da, seit der Nebel sich vor seinen Augen verzogen hatte, war diese Leere da. Es war so, wie damals, als er Aasim verloren hatte - jedoch viel intensiver, eher, als habe er ein Stück seiner Seele und auch einen Teil seines Körpers verloren. Irgendetwas war weg und nachdem sie Khalida hinterher gejagt waren und er zur Ruhe kam, in seinem vom Emir ausgewählten Gefängnis, wusste er auch, das Gefühl näher einzuschätzen. Es war so, wie damals, als er in seiner Verbannung leben musste und Radschish sich von ihm abgewandt hatte. Es fühlte sich durchaus so an, doch es konnte nicht sein. Hatte es vielleicht doch noch mit Anisah zu tun? Einfach das Gefühl des Verlustes?
Er runzelte die Stirn und sah zum Gitter hin. Eingeengt fühlte sich wohl niemand wohl, aber bei Imraan war es etwas anderes. Er brauchte die ständige Bewegung und er brauchte den freien Himmel über dem Kopf. Er war zwar Khalida hinterher gehechtet, doch konnte er ohne Ghadirs Erlaubnis nicht frei herumlaufen. Der Befehl war immer noch aktiv und die Palastwachen wollte er nicht in seine Situation mit reinziehen. Es brannte ihm trotzdem unter den Nägeln und er wollte irgendetwas machen - dieser Schatten war sicherlich noch irgendwo und er musste gefunden werden. Hazar war sicherlich sehr tüchtig, aber man konnte nicht einfach alles auf ihren Schultern ablegen. Sie musste unterstützt werden.
Seltsam war nur, dass alle sich so schnell von der Idee abwandten, dass Djamji vielleicht von diesem Schatten übernommen worden war. Sie zeigte doch ganz offensichtlich abnormales Verhalten - selbst für eine Magierin war das seltsam. Hoffentlich konnte er sich bald wieder an alles erinnern, alles war noch in Bruchstücken in seinem ganzen Kopf verstreut, die Gedankengänge waren so wirr, die Kopfschmerzen ließen es nicht zu, dass er Vorgänge logisch zusammensetzen konnte. Am liebsten hätte er lautstark aufgeschrien und sich auf irgendeine Weise davon befreit - wie hatte er so etwas in der Vergangenheit gelöst? Meditation? Ein Gebet an Eluive. Er würde sicherlich beides probieren müssen.
Gütige Mutter, die du über uns wachst
Deine Kinder brauchen dich in dieser schwierigen Lage
Du gabest uns einen Platz, an dem wir überleben konnten
Du gabest uns die Vision, deine Tränen zu nutzen
Du gabest uns die Wächter, die die Familien behüten
Ich bitte dich, gib uns Kraft in dieser schwierigen Situation
Weise uns, erleuchte uns und zeig uns einen Weg das Übel zu finden - dieses zu besiegen
Deine Kinder brauchen dich heute
Erhöre mich
Beschütze meine Brüder und Schwestern
….und erlöse mich von diesen verdammten Kopfschmerzen!
Er konnte nicht einmal ordentlich ein Gebet aufsagen, ohne dass ihm sein Kopf in die Quere kam. Was war eigentlich, wenn es nicht nur ein einzelner Schatten war? Vor allem, wo kamen sie denn her? Irgendetwas hatte Djamji damit zu tun und er war sich inzwischen sicher, dass das alles nicht aus Zufall geschah. Zeitgleich hatten die Rahaler auch noch den Weg mit Geröll und Felsen dicht gemacht - so dass es nur noch einen einzelnen Weg für Karawanen gab. Ein gefundenes Fressen und ein leichtes Ziel.
Er musste bald wieder zurück an seinen Posten.
Er wartete auf den Erhabenen und versuchte es mit Meditation in der seinen Kopf gänzlich frei machen wollte, trotzdem war der Beschützerinstinkt für seine Familie absolut aktiv.
Zuletzt geändert von Benedict Weber am Sonntag 8. September 2013, 22:15, insgesamt 1-mal geändert.
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Sahid Ibrahim Yazir
Bei der Mutter, stirb endlich.
Der nächste Pfeil fliegt, begleitet von einem unheilverkündenden Pfeifen und gefolgt von einem wütenden, sich an den Wänden zum Echo brechenden Urschrei des roten Dämons.
Wieso stirbst du nicht?
Weniger als zehn Schritte liegen noch zwischen dem Geschöpf der Finsternis und dem Sohn der Wüste, zwei oder drei Flügelschläge des gigantischen Ungetüms, mehr Zeit würde er nicht mehr haben. Der nächste Pfeil fliegt, er schlägt dicht unterhalb des mächtigen Kiefers der Höllenfratze des Dämons ein. Schwarzes Blut spritzt dort, wo das Projektil schräg unter dem Kinn eingetreten ist. Ein weiterer Schrei wird nicht mehr zu hören sein, nur noch das gurgelnde Röcheln einer Kreatur, die gerade ihren letzten unheiligen Lebenshauch ausatmet. Mit einem dumpfen Poltern landet der zusammenbrechende, leblose Körper des Wesens auf dem Sandsteinboden, das rote Leuchten der Augen ist erloschen.
Du wirst die Ruhe meiner Eltern nicht länger stören.
Im fast mechanisch wirkenden Stechschritt geht der Säbelschwinger auf den toten Körper, der mit ausgebreiteten Flügeln daliegt, zu. Mit ausdruckslos, beinahe unbeteiligt wirkenden Augen reißt er Pfeil um Pfeil aus Körper, Kopf und Gliedmaßen des gestreckten Gegners. Aus immer neuen Wunden tritt Blut aus. Ohne große Eile, aber auch ohne sich länger als nötig aufzuhalten bricht er die roten Knochen aus den Flügeln des Dämons.
Was wohl Djadi und die anderen gerade machen?
Den ledernen Mundschutz angelegt, mit der flachen Rechten Hand die Augen schützend tritt Sahid aus dem Grab der Ahnen. Die heiße Wüstensonne brennt unerbittlich hernieder, die Mittagsstunde ist gerade erst überschritten. Ein prüfender Blick auf seine verbeulte Rüstung wird gefolgt von einem flüchtigen Nicken, wohl um seine eigenen Gedanken zu bestätigen.
Aiwa, es ist Zeit heimzukehren.
Er legt Umhang und Wappenrock an, den Helm tauscht er gegen das weitaus bequemere Kopftuch. Er trägt nun die Farben des Reichs der Sonne, während er vom Ausgang des Grabes mitten in der Wüste losmarschiert.
Wo bin ich da nur hineingeraten?
Seine Gedanken beginnen zu kreisen, er hasst es wenn sie das tun.
Natifahs, die sich in Vögel verwandeln.
Er reibt sich die Schläfen, während er auf seinem Weg zurück gerade das Hauslosenviertel passiert.
Ein Dschinn, der Besitz von Imraan und Khalida nimmt.
Ausgerechnet Imraan und Khalida, denen er größte Achtung und Respekt für ihre Kampfkünste zollt, weit jenseits der Achtung, die jeder aufrechte Soldat vor seinen Vorgesetzten hat.
Sie hat sich in einen Vogel verwandelt. Einen verdammten Vogel.
Drei verwahrlost wirkende Kinder in abgerissenen Hosen spielen mit einem nicht minder verwahrlost wirkenden Hund. Sahid wirft ihnen einen strengen Blick zu. Eigentlich würde er ihnen lieber zuwinken, ihnen ein paar Datteln schenken. Aber er tut es nicht. Das Leben würde diesen Kindern auch sonst nicht viel schenken. Innerlich lächelt Sahid jedoch. Er erfreut sich an der Unbeschwertheit der Kinder.
Hoffentlich ergreift der Dschinn nicht Besitz von Djadi. So wie der sich manchmal aufführt, würde niemand je merken, wen er sich da als neuen Wirt ausgesucht hat!
Sahid muss bei dem Gedanken kurz lachen. Niemand hat es gesehen, er ist alleine auf der Straße, zu deren rechten sich die eindrucksvollen Mauern Menek-Urs erheben. Er wandert am Tor vorbei, nickt seinen Kameraden auf Wache grüßend zu, lässt es rechterhand liegen und geht die letzen Schritte zum prachtvollen Sitz der Yazir.
Fast zu Hause.
Kurz vor den wuchtigen Toren hält er inne. Er ist in Gedanken wieder bei Imraan und Khalida. Wenn selbst sie dem Dschinn erliegen, wie soll man ihm dann Herr werden? Wie bekämpft man so eine Kreatur, die so listig und verschlagen ist? Ob die Magier des Leviathan es wissen?
Nachdenklich wandert sein Blick über das reichhaltige Arsenal an Schwertern, Bogen und Dolchen an seinem Gurt.
Das ist die entscheidende Frage.
Wie besiegt man einen Dschinn?
Der nächste Pfeil fliegt, begleitet von einem unheilverkündenden Pfeifen und gefolgt von einem wütenden, sich an den Wänden zum Echo brechenden Urschrei des roten Dämons.
Wieso stirbst du nicht?
Weniger als zehn Schritte liegen noch zwischen dem Geschöpf der Finsternis und dem Sohn der Wüste, zwei oder drei Flügelschläge des gigantischen Ungetüms, mehr Zeit würde er nicht mehr haben. Der nächste Pfeil fliegt, er schlägt dicht unterhalb des mächtigen Kiefers der Höllenfratze des Dämons ein. Schwarzes Blut spritzt dort, wo das Projektil schräg unter dem Kinn eingetreten ist. Ein weiterer Schrei wird nicht mehr zu hören sein, nur noch das gurgelnde Röcheln einer Kreatur, die gerade ihren letzten unheiligen Lebenshauch ausatmet. Mit einem dumpfen Poltern landet der zusammenbrechende, leblose Körper des Wesens auf dem Sandsteinboden, das rote Leuchten der Augen ist erloschen.
Du wirst die Ruhe meiner Eltern nicht länger stören.
Im fast mechanisch wirkenden Stechschritt geht der Säbelschwinger auf den toten Körper, der mit ausgebreiteten Flügeln daliegt, zu. Mit ausdruckslos, beinahe unbeteiligt wirkenden Augen reißt er Pfeil um Pfeil aus Körper, Kopf und Gliedmaßen des gestreckten Gegners. Aus immer neuen Wunden tritt Blut aus. Ohne große Eile, aber auch ohne sich länger als nötig aufzuhalten bricht er die roten Knochen aus den Flügeln des Dämons.
Was wohl Djadi und die anderen gerade machen?
Den ledernen Mundschutz angelegt, mit der flachen Rechten Hand die Augen schützend tritt Sahid aus dem Grab der Ahnen. Die heiße Wüstensonne brennt unerbittlich hernieder, die Mittagsstunde ist gerade erst überschritten. Ein prüfender Blick auf seine verbeulte Rüstung wird gefolgt von einem flüchtigen Nicken, wohl um seine eigenen Gedanken zu bestätigen.
Aiwa, es ist Zeit heimzukehren.
Er legt Umhang und Wappenrock an, den Helm tauscht er gegen das weitaus bequemere Kopftuch. Er trägt nun die Farben des Reichs der Sonne, während er vom Ausgang des Grabes mitten in der Wüste losmarschiert.
Wo bin ich da nur hineingeraten?
Seine Gedanken beginnen zu kreisen, er hasst es wenn sie das tun.
Natifahs, die sich in Vögel verwandeln.
Er reibt sich die Schläfen, während er auf seinem Weg zurück gerade das Hauslosenviertel passiert.
Ein Dschinn, der Besitz von Imraan und Khalida nimmt.
Ausgerechnet Imraan und Khalida, denen er größte Achtung und Respekt für ihre Kampfkünste zollt, weit jenseits der Achtung, die jeder aufrechte Soldat vor seinen Vorgesetzten hat.
Sie hat sich in einen Vogel verwandelt. Einen verdammten Vogel.
Drei verwahrlost wirkende Kinder in abgerissenen Hosen spielen mit einem nicht minder verwahrlost wirkenden Hund. Sahid wirft ihnen einen strengen Blick zu. Eigentlich würde er ihnen lieber zuwinken, ihnen ein paar Datteln schenken. Aber er tut es nicht. Das Leben würde diesen Kindern auch sonst nicht viel schenken. Innerlich lächelt Sahid jedoch. Er erfreut sich an der Unbeschwertheit der Kinder.
Hoffentlich ergreift der Dschinn nicht Besitz von Djadi. So wie der sich manchmal aufführt, würde niemand je merken, wen er sich da als neuen Wirt ausgesucht hat!
Sahid muss bei dem Gedanken kurz lachen. Niemand hat es gesehen, er ist alleine auf der Straße, zu deren rechten sich die eindrucksvollen Mauern Menek-Urs erheben. Er wandert am Tor vorbei, nickt seinen Kameraden auf Wache grüßend zu, lässt es rechterhand liegen und geht die letzen Schritte zum prachtvollen Sitz der Yazir.
Fast zu Hause.
Kurz vor den wuchtigen Toren hält er inne. Er ist in Gedanken wieder bei Imraan und Khalida. Wenn selbst sie dem Dschinn erliegen, wie soll man ihm dann Herr werden? Wie bekämpft man so eine Kreatur, die so listig und verschlagen ist? Ob die Magier des Leviathan es wissen?
Nachdenklich wandert sein Blick über das reichhaltige Arsenal an Schwertern, Bogen und Dolchen an seinem Gurt.
Das ist die entscheidende Frage.
Wie besiegt man einen Dschinn?
Zuletzt geändert von Sahid Ibrahim Yazir am Montag 9. September 2013, 14:52, insgesamt 4-mal geändert.
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Djamji Ifrey
Das Schmerzmittel von Shani zeigte Wirkung. Zumindest halb. Die Schmerzen, die der gebrochene Arm verursachte konnte das Pulver bekämpfen, aber ihre Kopfschmerzen vermochte es nicht zu besiegen. Sie hatte schon mehr von dem Mittel genommen, als Shani ihr erlaubt hatte. Doch ohne Erfolg, nicht einmal eine Minderung der Schmerzen. Ihr Kopf schien zu pulsieren, und jeden Tag wurde es ein bisschen unerträglicher. Hing das mit dem Dschinn zusammen? Hatte er etwas bei ihr verletzt? Oder war der Grund ein gänzlich anderer. Sie registrierte auch das die Intensität Variierte. Wenn sie in der Stadt war, wurde es schlimmer. Im Hausviertel hingegen reduzierten sich die Schmerzen auf ein Mindestmaß. Allerdings so schlimm, wie vor ein paar Tagen in Jalas Keller wurde es nicht noch mal.
Woran lag das nur? Sie musste Shani noch mal aufsuchen!
Woran lag das nur? Sie musste Shani noch mal aufsuchen!
Zuletzt geändert von Djamji Ifrey am Mittwoch 11. September 2013, 11:44, insgesamt 1-mal geändert.
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Faruk Amaru
Die Vorbereitungen beginnen
Unwissend über das, was sich weitab von seinen Augen verborgen abspielte, arbeitete Faruk seelenruhig an seinen Arbeiten mit den Kräutern. Sehr genau wirken seine Ausführungen, das vorbereiten der Kräuter, das putzen seiner Utensilien sowie das entnehmen der Rezepturen.
Wie jeden morgen...
Als es daraufhin an den Hauspforten bimmelte. Hadri Hazar, seine Mentorin, stattete ihm ein Besuch ab und ihr Gesichtsausdruck war von bestimmter Anspannung.
Nun ist es daran den Unwissenden, zu informieren um das Schicksal der Stadt zu erforschen. Also nahm sie ihn direkt mit in das Hause Ifrey um ihn über die derzeitige Lage aufzuklären.
Djamji wurde ebenfalls aus den Federn geholt, die Situation lässt es nicht zu Zeit zu verschwenden .
Ein Dschinn! Hazar's Worte waren mehr als besorgsnis erregend, er sei aus dem Keller ausgebrochen, der Shanun hat sich selbst direkt in den Keller eingesperrt um Schlimmeres zu verhindern. Nun war es unsere Aufgabe, den Dschinn zu bändigen und dem Übel ein Ende zusetzen.
Aber wie? Sie diskutierten an jenem Morgen viele Möglichkeiten durch. Schon nach kurzer Zeit kristalisierte sich heraus, dass es keine einfache Aufgabe sein wird. Dennoch hatte jeder seine Aufgaben zugewisen bekommen. Djamji und Faruk sollten sich um Schutzrunen kümmern, brauchbare – welche ihren Sinn erfüllen sollten.
Dieser Morgen brachte zahlreiche Gedankenschläge mitsich, vorallem sorgte sich Faruk um seine Familie, seine Liebe – aber auch der Rest der Stadt, die sich langsam in sein Herz schlich.
Es stand zuviel auf dem Spiel. Hazar gab einen soliden Grundstein vor und Faruk war sich bewusst, er muss seine Aufgabe mit viel präzision bewältigen.
Ein Fehler wäre Fatal, ein Fehler wäre nicht zu verzeihen. Er würde sich nicht die blöße geben wollen, Schuld an der Misere zu sein. Khalida und Imraan wurden schon Beispiel von der Gefahr die sich nun im Verborgenen hält.
Somit begannen die Vorbereitungen....
Wie jeden morgen...
Als es daraufhin an den Hauspforten bimmelte. Hadri Hazar, seine Mentorin, stattete ihm ein Besuch ab und ihr Gesichtsausdruck war von bestimmter Anspannung.
Nun ist es daran den Unwissenden, zu informieren um das Schicksal der Stadt zu erforschen. Also nahm sie ihn direkt mit in das Hause Ifrey um ihn über die derzeitige Lage aufzuklären.
Djamji wurde ebenfalls aus den Federn geholt, die Situation lässt es nicht zu Zeit zu verschwenden .
Ein Dschinn! Hazar's Worte waren mehr als besorgsnis erregend, er sei aus dem Keller ausgebrochen, der Shanun hat sich selbst direkt in den Keller eingesperrt um Schlimmeres zu verhindern. Nun war es unsere Aufgabe, den Dschinn zu bändigen und dem Übel ein Ende zusetzen.
Aber wie? Sie diskutierten an jenem Morgen viele Möglichkeiten durch. Schon nach kurzer Zeit kristalisierte sich heraus, dass es keine einfache Aufgabe sein wird. Dennoch hatte jeder seine Aufgaben zugewisen bekommen. Djamji und Faruk sollten sich um Schutzrunen kümmern, brauchbare – welche ihren Sinn erfüllen sollten.
Dieser Morgen brachte zahlreiche Gedankenschläge mitsich, vorallem sorgte sich Faruk um seine Familie, seine Liebe – aber auch der Rest der Stadt, die sich langsam in sein Herz schlich.
Es stand zuviel auf dem Spiel. Hazar gab einen soliden Grundstein vor und Faruk war sich bewusst, er muss seine Aufgabe mit viel präzision bewältigen.
Ein Fehler wäre Fatal, ein Fehler wäre nicht zu verzeihen. Er würde sich nicht die blöße geben wollen, Schuld an der Misere zu sein. Khalida und Imraan wurden schon Beispiel von der Gefahr die sich nun im Verborgenen hält.
Somit begannen die Vorbereitungen....
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Benedict Weber
Die Woche, die vom Erhabenen vorgegeben worden, hatte er nun hinter sich gelassen. Er hatte die Tage zwischen den Soldaten verbracht. Hatte auf einem Strohbett geschlafen, zwischen Männern und Frauen, die ihm ihren Werdegang anvertrauten, die vielleicht auch zu ihm aufschauten - er hoffte es sehr. Faruk hatte ihn einen Meister genannt, doch wusste er nichts von Imraans Vergangenheit, den vielen Fehlern, ein Mann mit Ecken, Kanten und Kanten und Kanten und Macken, zu vielen Macken, die sich gezeigt hatten. Zu häufig hatte er sich vor dem Erhabenen blamiert und er schwor sich seinen Hitzkopf zurück zu halten und nur noch stumpf die Anweisungen Ghadirs zu befolgen. So war es der Kodex der Hadcharim und so musste er befolgt werden. Khalida hatte interessante Ansätze gezeigt, die er gerne unterstützen wollte. Menek'Ur durfte nicht mehr so fremdenfeindlich sein - historisch gesehen waren sie nun mal ein Händlervolk, warum also nicht auch Menschen einladen, die ihrem Glauben folgten. Lag es nicht im Glauben der Eluive sich gütig, offen und herzlich zu zeigen?
Er kannte den harten und bedingungslosen Weg Amars. Doch was sollte er von einem Mann halten, der seinen Posten als Sekban so früh niederlegte? Der erste Konflikt und die Uniform lag bereits am Gardestein, daneben Khalida, Anisahs, Zias. Wen hatte er noch um eine Armee anzuführen. Zu viele kleine Lichter, die sich auf ihrem Posten ausruhten, zu wenig Engagement. Es musste neuer Wind rein und er musste mehr Energie reinstecken. Er musste mehr Sajneen, als Omar sein. Deswegen die ständige Anwesenheit in der Kaserne und der unnachgiebige Drill seiner Akemi. Seine Räumlichkeiten im Palast standen schon etliche Wochen leer - hoffentlich kümmerte sich Shani noch um alles dort. Sie war ein gütiges Kind mit dem Herzen am rechten Fleck. Zumindest erinnerte er sich nicht daran, dass er ihr in seinem vorherigen Zustand weh getan hatte. Geistig wie auch körperlich. Anisah hatte dort ihre eigene Note hinterlassen, wie ein Lied, dass erklang, wenn er diese Räume betrat. Er hatte die vielen Gespräche nicht vergessen, die er mit ihr geführt hatte, wenn sie sich in die Augen sahen und ein ungebrochenes Vertrauen zueinander aufbauten. Er hatte es erneut ruiniert. Der Blutfleck Zias war schon lange nicht mehr im Sand des Kampfringes zu sehen - trotzdem sah er ihn dort noch. So satt und dick, wie an dem Tag, als er sie niedergestreckt hatte. Schielte er auf seine Nase hin, sah er dort immer noch ihre Unterschrift für diese Tat. Es würde ihm bleiben und er war froh darum. Er war um jeden Narbe froh, weil sie ihn an sein Versagen erinnerte.
Die Meditation hatte ihn von seinen Schmerzen nicht erlöst, ebenso wenig wie die Medizin, die er von Shani kannte. War es vielleicht doch der Verlust, den er erlitt. Er vermisste Radschish sehr, als wäre ihm das Herz gespalten worden. Er konnte sich nur denken, dass sich der Schatten immer noch hier irgendwo herumschlich. Irgendein anderer Menekaner musste von ihm befallen sein, doch er wusste nicht wer. Er musste die Anstrengungen erhöhen und auch die Wachen unterrichten darauf zu achten. Er hielt sich selbst vom Palast fern, vor allem auch um Ghadir und Yasmeen nicht unter die Augen zu treten. Vor beiden hatte er einen enormen Respekt. Ghadir natürlich, weil er die Weisheit Eluives erfuhr und sie durch ihn sprach. Yasmeen hatte eine andere, besondere Art auf ihn einzureden, ihm die Augen zu öffnen, so dass er Dinge aus einem anderen Blickwinkel sehen konnte - außerdem gab sie ihm genug zu verstehen, wer er eigentlich war. Er hatte es durch die Verbannung vergessen, zweimal.
Die Leere in seiner Brust war verzehrend - jeden Morgen kroch er aus seinem Bett und hatte keine Motivation irgendetwas anzupacken, sich seiner Aufgaben anzunehmen und sich in Herausforderungen zu stürzen. Es blieb ihm lediglich der Glaube, an dem er sich festhalten konnte. Eluive würde einen Weg finden, sie hatte ihm oft vergeben, obwohl er wohl nicht den weißesten Turban in seiner Familie hatte. Er hatte Angst, dass er auch bald in Ghadirs Augen eher eine Last darstellt und er bald erneut des Landes verwiesen wurde, wie es auch unter Aasim geschah. Er vermisste seinen Fadrim, er liebte ihn sehr und hatte seinen Anweisungen nie widersprechen, noch die Strafen, die er erlitt in Frage gestellt. Alles hatte seinen Sinn und seine Notwendigkeit. Es galt seinen Mann zu stehen, den Blick oben zu halten und die Konzentration für das Wesentliche zu bewahren. Er musste sich wieder um den Schatten kümmern, der über Menek'Ur lag. Radschish musste wieder den Weg zu ihm zurück finden. Hoffentlich war Hazar weiter gekommen...
Er kannte den harten und bedingungslosen Weg Amars. Doch was sollte er von einem Mann halten, der seinen Posten als Sekban so früh niederlegte? Der erste Konflikt und die Uniform lag bereits am Gardestein, daneben Khalida, Anisahs, Zias. Wen hatte er noch um eine Armee anzuführen. Zu viele kleine Lichter, die sich auf ihrem Posten ausruhten, zu wenig Engagement. Es musste neuer Wind rein und er musste mehr Energie reinstecken. Er musste mehr Sajneen, als Omar sein. Deswegen die ständige Anwesenheit in der Kaserne und der unnachgiebige Drill seiner Akemi. Seine Räumlichkeiten im Palast standen schon etliche Wochen leer - hoffentlich kümmerte sich Shani noch um alles dort. Sie war ein gütiges Kind mit dem Herzen am rechten Fleck. Zumindest erinnerte er sich nicht daran, dass er ihr in seinem vorherigen Zustand weh getan hatte. Geistig wie auch körperlich. Anisah hatte dort ihre eigene Note hinterlassen, wie ein Lied, dass erklang, wenn er diese Räume betrat. Er hatte die vielen Gespräche nicht vergessen, die er mit ihr geführt hatte, wenn sie sich in die Augen sahen und ein ungebrochenes Vertrauen zueinander aufbauten. Er hatte es erneut ruiniert. Der Blutfleck Zias war schon lange nicht mehr im Sand des Kampfringes zu sehen - trotzdem sah er ihn dort noch. So satt und dick, wie an dem Tag, als er sie niedergestreckt hatte. Schielte er auf seine Nase hin, sah er dort immer noch ihre Unterschrift für diese Tat. Es würde ihm bleiben und er war froh darum. Er war um jeden Narbe froh, weil sie ihn an sein Versagen erinnerte.
Die Meditation hatte ihn von seinen Schmerzen nicht erlöst, ebenso wenig wie die Medizin, die er von Shani kannte. War es vielleicht doch der Verlust, den er erlitt. Er vermisste Radschish sehr, als wäre ihm das Herz gespalten worden. Er konnte sich nur denken, dass sich der Schatten immer noch hier irgendwo herumschlich. Irgendein anderer Menekaner musste von ihm befallen sein, doch er wusste nicht wer. Er musste die Anstrengungen erhöhen und auch die Wachen unterrichten darauf zu achten. Er hielt sich selbst vom Palast fern, vor allem auch um Ghadir und Yasmeen nicht unter die Augen zu treten. Vor beiden hatte er einen enormen Respekt. Ghadir natürlich, weil er die Weisheit Eluives erfuhr und sie durch ihn sprach. Yasmeen hatte eine andere, besondere Art auf ihn einzureden, ihm die Augen zu öffnen, so dass er Dinge aus einem anderen Blickwinkel sehen konnte - außerdem gab sie ihm genug zu verstehen, wer er eigentlich war. Er hatte es durch die Verbannung vergessen, zweimal.
Die Leere in seiner Brust war verzehrend - jeden Morgen kroch er aus seinem Bett und hatte keine Motivation irgendetwas anzupacken, sich seiner Aufgaben anzunehmen und sich in Herausforderungen zu stürzen. Es blieb ihm lediglich der Glaube, an dem er sich festhalten konnte. Eluive würde einen Weg finden, sie hatte ihm oft vergeben, obwohl er wohl nicht den weißesten Turban in seiner Familie hatte. Er hatte Angst, dass er auch bald in Ghadirs Augen eher eine Last darstellt und er bald erneut des Landes verwiesen wurde, wie es auch unter Aasim geschah. Er vermisste seinen Fadrim, er liebte ihn sehr und hatte seinen Anweisungen nie widersprechen, noch die Strafen, die er erlitt in Frage gestellt. Alles hatte seinen Sinn und seine Notwendigkeit. Es galt seinen Mann zu stehen, den Blick oben zu halten und die Konzentration für das Wesentliche zu bewahren. Er musste sich wieder um den Schatten kümmern, der über Menek'Ur lag. Radschish musste wieder den Weg zu ihm zurück finden. Hoffentlich war Hazar weiter gekommen...
Zuletzt geändert von Benedict Weber am Sonntag 15. September 2013, 14:52, insgesamt 1-mal geändert.
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Hazar Sevinc Bashir
Die Nacht über, nachdem sie sich mit Djamji unterhalten hatte, war sie nicht ins Familienhaus gekehrt.
Auch bei den Bashirs war sie nicht zu sehen gewesen.
Selbst am nächsten Tag, konnte man nichts von der Magierin sehen.
Das einzige Lebenszeichen waren genau 3 kurze Briefe, die am Abend, verteilt an ihre Bestimmungsorte, unter Türschlitze geschoben wurden.
Ein Brief zu Sajneen Omar, in der Kaserne:
Salam Alaikum Sajneen
Ich würde gerne beizeiten einmal mit dir reden, unter vier Augen, wenn es geht.
Es geht, wie du dir vielleicht denken kannst, um den Dschinn und die Auswirkungen.
Einer im Hauslosenvirtel in Jalas Turm:
Salam Hadri Jala
Ich brauche deine Hilfe, und das dringend.
Melde dich, wenn du das siehst, ich bin entweder in der Akademie oder im Familienhaus.
Wissen und Macht
Einer im Hauslosenvirtel in Shani’s Haus:
Salam Alaikum Shani
Ich brauche von dir eine Auflistung, was du Djamji bisher gegeben hast, wegen ihrer Kopfschmerzen und ihrem Arm, und das hudad zügig.
Bringe die Liste ins Familienhaus Ifrey.
Dhabir
Zuletzt geändert von Hazar Sevinc Bashir am Montag 16. September 2013, 22:06, insgesamt 1-mal geändert.
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Benedict Weber
Noch morgens hatte er gleich einige Worte auf ein einfaches Pergament geschrieben und dieses einem Akemi in die Hand gedrückt. Das sollte die morgentliche Ertüchtigung sein, so wird sich dieser entweder beim Anwesen der Ifrey oder der Akademie blicken lassen - besser beidem, um nach Hazar zu sehen
Salam Aleikum Hazar,
ich bin gespannt auf deine Ergebnisse.
Ich versuche dich heute aufzusuchen.

Salam Aleikum Hazar,
ich bin gespannt auf deine Ergebnisse.
Ich versuche dich heute aufzusuchen.
Zuletzt geändert von Benedict Weber am Dienstag 17. September 2013, 08:18, insgesamt 2-mal geändert.