Tagebuch eines Erfinders
Verfasst: Sonntag 24. März 2013, 17:43
In letzter Zeit lief das Geschäft mit den Belagerungswaffen eher schleppend als das es sonderlich Gewinn abwarf. Schon den ganzen Tag brütete Brikks über Plänen und Zeichnungen von Belagerungsgeräten aller Art. Es machte fast den Anschein als habe derzeit niemand wirklichen Bedarf an größeren Maschinen. Der letzte Auftrag lag schon eine ganze Weile zurück.
Brikks musste sich etwas einfallen lassen wenn er und sein Freund Fred nicht verhungern wollten. Wieder nahm er den kleinen Stummel des Kohlestiftes zur Hand und legte sich eine neue Seite Pergament auf den Tisch. Hinter ihm stapelten sich schon die zusammengeknüllten Zeichnungen. Er brauchte dringend eine neue Idee.
Viele Stunden vergingen. Brikks zermarterte sich schon eine gefühlte Ewigkeit das Hirn. „Was kann jeder brauchen,was es noch nicht gibt?!“ ,murmelte er vor sich hin und schaute eine Weile lang aus dem Fenster. Die Sonnenscheibe ging schon langsam unter als er von lautem Lärm aus seinen Gedanken gerissen wurde.
Das Hafenviertel war nicht der leiseste Ort. Erst recht nicht wenn Abends die Fischer heim kamen um im nahen Freudenhaus ihr verdientes Gold zu verhuren. Aber diesmal war es doch besonders laut!
Brikks stand auf und Blickte aus dem Fenster. Vor einem der nahen Häuser stand eine kleine Abordnung Gardesoldaten und pochte gegen die Tür der kleinen Hütte. „Aufmachen sofort!“ bellte eine Stimme im Befehlston los. Niemand antwortete.
Brikks schob den alten Vorhang etwas zur Seite um besser sehen zu können. Eigentlich war er kein sonderlich schaulustiger Geselle. Aber das dort hatte nun seine volle Aufmerksamkeit.
Eine Weile noch bollerten die Soldaten gegen die Tür dann jedoch machte einer von ihnen einen Schritt nach hinten. Der Gedudsfaden schien gerissen und schon versuchten sich die Gardisten daran die Tür einzutreten.
Leider hatten sie die Rechnung ohne die mit Eisenbeschlägen versehene Eisentür gemacht und so dauerte es nicht lang und einer der Gardisten hielt sich vor Schmerz grimmig drein schauend den Fuß.
In diesem Moment erhellte sich Brikks Gesicht. Nicht weil er der Schadenfreude anheim gefallen war.Nein! Das Unvermögen oder vielmehr die stabile Tür des Nachbarhauses und der schmerzenden Fuß des armen Gardisten hatten ihm unverhofft einen Geistesblitz verschafft.
Sofort wendete sich Brikks zu seinem Tisch um. Was draußen vor sich ging interessierte ihn nicht mehr. Eilig fing er an seine Idee auf das Pergament zu kritzeln. Mit einem Rechenschieber schob er immer wieder kleine Perlen hin und her um Berechnungen anzustellen.
Es dauerte eine ganze Weile bis er alles zu Pergament gebracht hatte. „Was kann jeder brauchen und vorallem wett hilft kaputte Füß vorzubeugen?“ murmelte er zufrieden als er seine Zeichnung betrachtete.
„Genau! Die Brikks Handramme für den von den fußgeschädigten Gardisten!“ Auf dem Pergament war ,wenn auch künstlerisch nicht ganz einwandfrei eine kleine Apparatur zu sehen , die im wesentlichen einem großen Rammbock nachempfunden war. Nur das dieses Gerät nicht geschoben werden musste und mit einer Länge von gerade mal einem guten Schritt bequem von zwei Leuten geschwungen werden konnte. Vorne hatte Brikks einige Anmerkungen daneben gekritzelt. „Stahlverstärkter Kopf“ oder „Tragegriffe“ konnte man lesen.
[img]http://images.zeno.org/Brockhaus-1911/I/big/bk10756b.jpg[/img]
Sorgsam rollte Brikks seinen Bauplan zusammen und ging nun deutlich besserer Laune zu Bett. Gleich am nächsten Tag ging er los und besorgte sich die erforderlichen Materialien. Einen festen und gut abgelagerten Eichenstamm hatte ihm sein Freund Fred, mit dem er zusammen die kleine Werkstatt betrieb, schon passend zurecht gesägt und bearbeitet.
Ruhig wanderte sein Blick über das Dunkle Holz, kurz ließ er prüfend die Hand über die Maserung wandern. „Perfekt!“ sagte Brikks zu sich selbst und wuchtete den etwa einen Schritt langen recht dicken Stamm rüber zu seinem Amboss und legte ihn darauf ab. Die Esse hatte er schon direkt nach dem aufstehen befeuert so das sie eine ordentliche Temperatur hatte um den erforderlichen Stahl für die Beschläge zu fertigen.
Wummert klangen die Hammerschläge an jenem Tag aus der Werkstatt hinaus auf die Straße. Brikks schwitze Rotz und Wasser während er die Beschläge in Form brachte. Dann nahm er schwere eiserne Nieten hervor und machte sich daran die doppelt verstärkten Stahlplatten an der Front des Stammes zu vernieten. Der Kopf der Handramme würde der meisten Belastung stand halten müssen. Mit zwei Mann, jeder an einem Handgriff, würde das einiges an Kraft zusammen kommen.
[img]http://img3.fotos-hochladen.net/uploads/handramme1zmxwj3po6s.jpg[/img]
Anschließend fertigte Brikks an seinem Amboss zwei dicke,stählerne Handgriffe. Alle einzelnen Werkstücke prüfte er zweimal auf eventuelle Schwachstellen, was bei der Bearbeitung des Metalls schon mal passieren konnte. Als er jedoch keine finden konnte,nickte er zufrieden und machte sich daran die Griffe einmal links und einmal rechts an den Körper des Stammes anzuschrauben.
Den beschlagenen Rammkopf bearbeitete er abschliessend noch mit etwas Waffenöl gegen den Flugrost. Ebenso die Griffe wurden dieser Prozedur unterzogen.
Brikks trat einen Schritt zurück um sein Werk kritisch zu begutachten. Fred hatte ihm einen guten Stamm rausgesucht, schön gerade und absolut unverwüstlich.
„Irgendwas fehlt da abba noch Brikksi!“ ,faselte er etwas außer Atem vor sich her und tupfte sich die Stirn mit seinem karierten Taschentuch.„Ah ich weeß! So ane Handramme bracht ja auch anen Namen ne oder so oder sowieso?!“Brikks schnappte ein Brenneisen aus der Esse und machte sich daran seinen Namen einzubrennen „Ich nenn dir einfach die Handramme Brikks! Ich will och immer mit man Holzkopf durche Wand...und du willst durche Tür! Passt!“
Das fertige Werkstück legte Brikks dann sorgsam auf den Tisch und ließ sich erschöpft auf seinem Stuhl nieder. Vielleicht würde diese Erfindung ja das Geschäft ankurbeln. Wer konnte das schon wissen? Aber er war frohen Mutes das diese Erfindung die Arbeit jeder Wache deutlich erleichtern würde. Erst recht wenn es mal wieder um eine Hausdurchsuchung ginge!
[img]http://img3.fotos-hochladen.net/uploads/handramme28xb495krfp.jpg[/img]
Brikks musste sich etwas einfallen lassen wenn er und sein Freund Fred nicht verhungern wollten. Wieder nahm er den kleinen Stummel des Kohlestiftes zur Hand und legte sich eine neue Seite Pergament auf den Tisch. Hinter ihm stapelten sich schon die zusammengeknüllten Zeichnungen. Er brauchte dringend eine neue Idee.
Viele Stunden vergingen. Brikks zermarterte sich schon eine gefühlte Ewigkeit das Hirn. „Was kann jeder brauchen,was es noch nicht gibt?!“ ,murmelte er vor sich hin und schaute eine Weile lang aus dem Fenster. Die Sonnenscheibe ging schon langsam unter als er von lautem Lärm aus seinen Gedanken gerissen wurde.
Das Hafenviertel war nicht der leiseste Ort. Erst recht nicht wenn Abends die Fischer heim kamen um im nahen Freudenhaus ihr verdientes Gold zu verhuren. Aber diesmal war es doch besonders laut!
Brikks stand auf und Blickte aus dem Fenster. Vor einem der nahen Häuser stand eine kleine Abordnung Gardesoldaten und pochte gegen die Tür der kleinen Hütte. „Aufmachen sofort!“ bellte eine Stimme im Befehlston los. Niemand antwortete.
Brikks schob den alten Vorhang etwas zur Seite um besser sehen zu können. Eigentlich war er kein sonderlich schaulustiger Geselle. Aber das dort hatte nun seine volle Aufmerksamkeit.
Eine Weile noch bollerten die Soldaten gegen die Tür dann jedoch machte einer von ihnen einen Schritt nach hinten. Der Gedudsfaden schien gerissen und schon versuchten sich die Gardisten daran die Tür einzutreten.
Leider hatten sie die Rechnung ohne die mit Eisenbeschlägen versehene Eisentür gemacht und so dauerte es nicht lang und einer der Gardisten hielt sich vor Schmerz grimmig drein schauend den Fuß.
In diesem Moment erhellte sich Brikks Gesicht. Nicht weil er der Schadenfreude anheim gefallen war.Nein! Das Unvermögen oder vielmehr die stabile Tür des Nachbarhauses und der schmerzenden Fuß des armen Gardisten hatten ihm unverhofft einen Geistesblitz verschafft.
Sofort wendete sich Brikks zu seinem Tisch um. Was draußen vor sich ging interessierte ihn nicht mehr. Eilig fing er an seine Idee auf das Pergament zu kritzeln. Mit einem Rechenschieber schob er immer wieder kleine Perlen hin und her um Berechnungen anzustellen.
Es dauerte eine ganze Weile bis er alles zu Pergament gebracht hatte. „Was kann jeder brauchen und vorallem wett hilft kaputte Füß vorzubeugen?“ murmelte er zufrieden als er seine Zeichnung betrachtete.
„Genau! Die Brikks Handramme für den von den fußgeschädigten Gardisten!“ Auf dem Pergament war ,wenn auch künstlerisch nicht ganz einwandfrei eine kleine Apparatur zu sehen , die im wesentlichen einem großen Rammbock nachempfunden war. Nur das dieses Gerät nicht geschoben werden musste und mit einer Länge von gerade mal einem guten Schritt bequem von zwei Leuten geschwungen werden konnte. Vorne hatte Brikks einige Anmerkungen daneben gekritzelt. „Stahlverstärkter Kopf“ oder „Tragegriffe“ konnte man lesen.
[img]http://images.zeno.org/Brockhaus-1911/I/big/bk10756b.jpg[/img]
Sorgsam rollte Brikks seinen Bauplan zusammen und ging nun deutlich besserer Laune zu Bett. Gleich am nächsten Tag ging er los und besorgte sich die erforderlichen Materialien. Einen festen und gut abgelagerten Eichenstamm hatte ihm sein Freund Fred, mit dem er zusammen die kleine Werkstatt betrieb, schon passend zurecht gesägt und bearbeitet.
Ruhig wanderte sein Blick über das Dunkle Holz, kurz ließ er prüfend die Hand über die Maserung wandern. „Perfekt!“ sagte Brikks zu sich selbst und wuchtete den etwa einen Schritt langen recht dicken Stamm rüber zu seinem Amboss und legte ihn darauf ab. Die Esse hatte er schon direkt nach dem aufstehen befeuert so das sie eine ordentliche Temperatur hatte um den erforderlichen Stahl für die Beschläge zu fertigen.
Wummert klangen die Hammerschläge an jenem Tag aus der Werkstatt hinaus auf die Straße. Brikks schwitze Rotz und Wasser während er die Beschläge in Form brachte. Dann nahm er schwere eiserne Nieten hervor und machte sich daran die doppelt verstärkten Stahlplatten an der Front des Stammes zu vernieten. Der Kopf der Handramme würde der meisten Belastung stand halten müssen. Mit zwei Mann, jeder an einem Handgriff, würde das einiges an Kraft zusammen kommen.
[img]http://img3.fotos-hochladen.net/uploads/handramme1zmxwj3po6s.jpg[/img]
Anschließend fertigte Brikks an seinem Amboss zwei dicke,stählerne Handgriffe. Alle einzelnen Werkstücke prüfte er zweimal auf eventuelle Schwachstellen, was bei der Bearbeitung des Metalls schon mal passieren konnte. Als er jedoch keine finden konnte,nickte er zufrieden und machte sich daran die Griffe einmal links und einmal rechts an den Körper des Stammes anzuschrauben.
Den beschlagenen Rammkopf bearbeitete er abschliessend noch mit etwas Waffenöl gegen den Flugrost. Ebenso die Griffe wurden dieser Prozedur unterzogen.
Brikks trat einen Schritt zurück um sein Werk kritisch zu begutachten. Fred hatte ihm einen guten Stamm rausgesucht, schön gerade und absolut unverwüstlich.
„Irgendwas fehlt da abba noch Brikksi!“ ,faselte er etwas außer Atem vor sich her und tupfte sich die Stirn mit seinem karierten Taschentuch.„Ah ich weeß! So ane Handramme bracht ja auch anen Namen ne oder so oder sowieso?!“Brikks schnappte ein Brenneisen aus der Esse und machte sich daran seinen Namen einzubrennen „Ich nenn dir einfach die Handramme Brikks! Ich will och immer mit man Holzkopf durche Wand...und du willst durche Tür! Passt!“
Das fertige Werkstück legte Brikks dann sorgsam auf den Tisch und ließ sich erschöpft auf seinem Stuhl nieder. Vielleicht würde diese Erfindung ja das Geschäft ankurbeln. Wer konnte das schon wissen? Aber er war frohen Mutes das diese Erfindung die Arbeit jeder Wache deutlich erleichtern würde. Erst recht wenn es mal wieder um eine Hausdurchsuchung ginge!
[img]http://img3.fotos-hochladen.net/uploads/handramme28xb495krfp.jpg[/img]