Der Geschmack von Farbe und Eisen.
Die Treppe wand sich um die Achse eines flachen Ovales und schraubte sich endlos in die Tiefe. Sie war aus einem Stein gehauen. Eine Mauer ohne Außen, ohne Fugen, aus weißem Marmor und das Geräusch eines Schrittes, der von den Wänden gebrochen und im Resonanzraum des Treppenhauses vervielfacht wurde. Der einzige Hinweis darauf, dass sie nicht allein war, war ein Effekt, den sie selbst erzeugte. Ohne den Intervall einzelner Stockwerke waren Raum und Zeit zu leeren Vorstellungen geronnen. Schneeflocken segelten aus der grenzenlosen Dunkelheit über ihr, in die endlose Tiefe unter ihr und als sie sich über das Geländer beugte, um den Mund zu öffnen, wusste sie, dass es Asche war.
Es war die falsche Entscheidung gewesen, als sie beschlossen hatte dem Treppenverlauf nach unten zu folgen. Sie wusste um die einzige Möglichkeit diesem Grauen zu entkommen, also sprang sie und da war er wieder, der tiefe Fall. Als sie aus der Bewusstlosigkeit erwachte, fand sie sich auf dem Boden liegend und die blickleeren Augen auf die Umrisse einer Türöffnung gerichtet.
Sie träumte seit Jahren den gleichen Traum und erwachte zu Mittag daraus. Sie schob den behaarten Unterarm, der schwer auf ihrem Oberkörper lastete, zur Seite und erhob sich. Über die Jahre hinweg hatte sie zu unterscheiden gelernt, was wahr war und was nicht. Die Gestalt, die mit geneigtem Kopf in der Ecke des Zimmers stand und mit ausgestrecktem Arm auf sie zeigte, war es nicht. Das Blut, das aus dem schmalen Riss über dem Fenster tropfte auch nicht. Das Gold auf dem Nachttisch aber durchaus …
Erst eins, dann drei, dann weiß, Weiß und Schall und Rauch
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Isen Rauhnacht
Erst eins, dann drei, dann weiß, Weiß und Schall und Rauch
Zuletzt geändert von Isen Rauhnacht am Dienstag 5. März 2013, 13:09, insgesamt 1-mal geändert.