Offene Depesche in Varuna, Bajard und Berchgard

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Aykira von Vynterstein

Offene Depesche in Varuna, Bajard und Berchgard

Beitrag von Aykira von Vynterstein »

Ein kleiner Junge, kaum älter als 12 oder 13 Jahre hängt – wie ihm von der vermummten Frau aufgetragen und sogar durch einige Taler honoriert worden war – 3 identische Abschriften in Varuna, Bajard und Berchgard auf. So schnell, wie er sie in eine der Hauptstraßen aushing, so rasch verschwand der Junge auch wieder im Dunkel der Gassen. Schon bald darauf versammelten sich große Haufen von tuschelnden Bürgern um die Pergamente…

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Werte Bettler, die Ihr in euren Gassen herumstreunet, werte Mägde und Bauern, die Ihr das Feld umgrabt und das Vieh schlachtet, um unsere Bäuche zu füllen, werte Kaufleut’, die Ihr um die besten Waren feilscht, und werte Bankiers, die Ihr unser Hab und Gut nach bestem Gewissen verwahrt,

Habt ihr euch je die Frage nach dem guten, ehrbaren Herrscher gestellt?
Habt ihr euch je die Frage gestellt, ob der teure Adrian, Graf von Hohenfels ein guter, ehrbarer Herrscher ist? Kann ein jener verantworten, ein ganzes Volk in Unwissenheit versinken zu lassen? Kann er, werte Freunde, seinen Mund all die Zeit verschlossen halten, wo es doch offensichtlich an der Zeit ist, zu reden? Zu warnen?
In dieser offenen Depesche an das Volk Varunas, Bajards und Berchgards werden wir, die Mitglieder der Sol’Noir, dies tun, was Adrian von Hohenfels augenscheinlich all die Tage versäumt hat zu tun: Euch, wertes Volk, aufzuklären.

Wir sind in der Gewalt eines kleinen Kindes, welches auf den Namen Antares hört, einigen unter euch sicherlich als Sohn des Rafael de Arganta, Freiherr von Falkenburg, bekannt. Für die Freilassung des Jungen haben wir schon fast bedeutungslose Bedingungen gestellt – weder Gold noch die Absetzung des Grafen sind in unseren Briefen an Adrian erwähnt worden, doch plötzliche erreichte uns heute Morgen ein Schreiben des ehrenwerten Grafen…

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Temora zum Grusse, werter Verrückter der im Glauben ist, die Grafschaft liesse sich auf diese Weise erpressen!

Nun mag es sein, dass ich eurer ersten Forderung noch nachkam, ist es nur rechtens jene Personen, die ihr als Eltern des Kindes anseht zu informieren. Gab mir dies doch ohnehin die Möglichkeit einige Dinge diesen Menschen gegenüber klar zu verdeutlichen.

So sind sie nun in deutlicher Kenntnis dessen, was ich auch euch in diesem Schreiben deutlich zu machen gedenke: Dieses Kind hat keinerlei Nutzen und Wert für die Grafschaft. Sein Blut ist nicht von der Reinheit, die ihr ihm offenbar zuschreibt.

Doch will ich auch euch durchaus ein paar Ratschläge und Hinweise geben, die ihr in all eurem Eifer offenbar überseht. Jenes Kind ist nicht aus der Ehe selbst entsprungen, sondern betrat diese Welt in Schande. Somit ist dieses Kind in keinster Weise aus dem Blut Rafael de Argantas. Einzig die Mutter, welche dies wohl am ehesten zu benennen weiss, ist offenbar die wirkliche Mutter. Der Titel des Freiherren wird diesem Kinde gewiss im Leben nicht verliehen.

So mögt ihr erkennen, wie auch besagter de Arganta es musste, dass ich mich nun aus oben genannten Gründen in dieser Angelegenheit nicht erpressen lassen werde. Einzig, da diese von euch aufgezeigte Möglichkeit wohl die einzige der Kontaktaufnahme ist, euch dieses Wissen zu lassen, liess mich diesen wertlosen Boten entsenden, damit diese Botschaft in eure Hände gelangt. So ihr eure Augen und Ohren offen haltet in den Mauern meiner Stadt, dürfte euch nicht entgangen sein, dass ich mich aufgrund der reichlich übertriebenen Forderungen, nun auch seitens dieses Ziehvaters des Kindes aus unreinem Blut, überworfen habe. Dies sollte euch die Bedeutungslosigkeit des Kindes durchaus ebenso verdeutlichen.
Mögt ihr aus eurem neu erfahrenen Wissen, nun neues Schaffen planen. Bevor ich es nun vergesse zu erwähnen, wenngleich es mich ebensowenig interessiert, liess der Vater mehrfach verkünden, er stelle sich im Tausch. Es ist eure Wahl, von Nutzen gegen die Grafschaft ist inzwischen nun weder das eine noch das andere.

Gehabt euch wohl auf euren Pfaden

Adrian von Hohenfels


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So lasst mich eine weitere Frage stellen:

Ist ein Kind des gewöhnlichen Volkes… minderwertig? Hat ein Kind des gewöhnlichen Volkes, wie Graf Adrian bereits schrieb, ‚kein Nutzen und Wert für die Graftschaft’, einzig und allein aufgrund der Tatsache, dass kein Adelsblut durch dessen Venen fließt?
Seht, wir sind ebenso Varunesen und waren über eine solch törrichte, arrogante und im höchsten Maße naive Nachricht geradezu bestürzt. Doch die Ignoranz des Grafens bestätigte uns nur ein weiteres Mal in unserem Vorhaben, euch endlich von dieser herzlosen Regierung, deren treue Untertanen sie wie Schlachtvieh behandeln, zu erlösen.

Womöglich sind wir nicht in der Lage, euer langjährig geprägtes Bild des Grafens umzuwerfen, dennoch wollten wir euch vor Augen führen, was euer geliebter Herrscher im Notfall bereit ist, für euch zu tun und was ihm seine Schützlinge wert sind.

Wir, die Krieger der Sonne, sind nach wie vor bereit, für ein freies Varuna zu kämpfen!

So lasst euch gesagt sein: Schließt Tor und Fenster, wenn die Sonne ihre letzten Strahlen über den Horizont wirft. Lasst Frau und Kind nicht mehr außer Haus, denn der werte Graf, wird keine Garantie für deren wohlbehütetes Leben mehr geben können.

Mit allerbestem Gruße,


Schwarzkling
~Im Namen der Sol’Noir~
Aradan Krenor

Beitrag von Aradan Krenor »

*es dauerte auch nicht lang bis ein Gardisten in Varuna sowie auch in Berchgard jenes Schreiben sowie die noch bescheidene Menschenmenge auffiehl, welche darum stand. Jene tapferen Soldaten bahnten sich ihren Weg und rissen es sofort von den Wänden. "Alles Lügen Bürger ... kein Grund sich aufzuregen ... Höret lieber her ... Informationen die zu dem Verfasser jenes Schreibens und seiner Ergreifung führen werden mit klingender Münze belohnt ..." kaum waren diese Worte ausgesprochen da ging auch von neuem ein Tuscheln durch die Menge ... der Gardist jedoch nahm das Schreiben und stapfte damit ins Kastell und nur wenige Zeit später lag eine Abschrift auf den Tisch des Leutnants und eine auf den Tisch des Hauptmannes mit der Notiz: heute 22. Hartung 249 in Varuna/berchgard gefunden...*
Serald Khaliz
Beiträge: 18
Registriert: Samstag 9. März 2013, 05:32

Beitrag von Serald Khaliz »

*Als Serald von dem Gespräch mit dem Grafen wiederkam konnte er es immer noch nicht fassen, dass der Graf dem Verbrecher Tagkon solch ein Geschäft unterbreitete. Fassungslos ließ er sich in den Sessel fallen und durch fühlte, Teils in Gedanken, Teils in der Realität, den Stapel Dokumente auf seinem Schreibtisch.
Als er das Schreiben des Gardisten vorfand, es durchlas und ersteinmal richtig realisiert hatte, sprang er wie vom wilden Eber gestochen auf. Er rannte zu seinem Pferd, sprang in die Bügel und gab dem Pferd die Sporen. So schnell er konnte ritt er zum Grafenschloss, durch die Eingangspforte hindurch zum Zimmer des Grafen. Hastig klopfte er an. Nacheinem lauten:" HEREIN!", schritt er hindurch. Den Aushang in den Hände haltend, antwortete er:" Es gibt PRobleme ...!"
Adrian von Hohenfels

Beitrag von Adrian von Hohenfels »

Mit einem Nicken gen der Stühle hiess er den Hauptmann sich zu setzen, so wie er dies nun ebenso tat. Es war kaum sonderlich leicht, doch mühte er sich während des Lesens die Miene deutlich neutral zu halten. So blickte er schliesslich auf und gen Khaliz, das Wort erhebend.
"Wie auch im Gespräche mit dem Gefangenen Takgon nötige ich euch, ein jedes gesprochene Wort, das jetzt in diesem Raum fällt, absolut einzig für euch zu behalten. Selbst jene Mannen, denen ihr tiefstes Vertrauen schenkt dürfen hier von weder in mündlicher noch schriftlicher Form erfahren. Um euch deutlich zu machen, wie ernst es mir ist, seid euch gewiss, dass eine Nichteinhaltung dessen zu eurer Entlassung aus meinem Dienste führt. Die Worte mögen euch hoffentlich bewusst machen, wie wichtig dies nun ist."

So wurden nun viele Worte gewechselt in denen Khaliz der ganze Plan aufgedeckt wurde, eine Finte aufzubauen, die den Entführern aufzeigen mochte, dass dieses Kind keinen Wert habe, in der Hoffnung diese zu bewegen die Entführung aufzugeben. Auch dass diese Finte so lang als irgendmöglich aufrecht erhalten bleiben würde.

Nochmals überflog er das Schreiben und nickte schliesslich. Es mag uns zum Nachteil genügen, doch sollten wir sehen inwieweit der Schaden hieraus noch in einen Nutzen gewandelt werden mag. Dass derlei geschehen mochte, war immerhin nicht unerwartet. So liess er nun anweisen Schriftstücke an allen belebten Orten aushängen zu lassen:

Werte Bürger der Grafschaft!

es ist mir bewusst, welcherlei Schriften euch an diesem Tage vor Augen geführt wurde. Es sei euch mitgeteilt, dass ich mich zu gegebener Stunde hierzu öffentlich zu äussern gedenke. Diese ist nun jedoch nicht gegeben. Um euch jedoch bewusst zu machen, welcherlei Wesen hinter diesen Schreiberlingen steht, sei euch hiermit bekanntgegeben, welches ich zur Vermeidung von Beunruhigung vorenthielt. Ich sehe es als gegeben euch über jene Schreiberlinge die Augen zu öffnen, auf dass ihr selbst entscheiden mögt, ob jenes das zu kommen hier angekündigt wird oder die über Jahre und noch viele Jahre bestehende Regierung eurem Wohle eher zu Genüge steht. So leset nun selbst und erkennet den wirren Geist des Schreibers jener Worte. Denn unter diesem findet ihr eine Abschrift eines vorangegangenen Schriftstückes, welcher diesen wirren Geist wohl aufzudecken vermag. Ich bin und werde nie vergessen seiend, dass es die Bürger sind die diese Grafschaft tragen.

Adrian von Hohenfels
Oberhaupt der Grafschaft von Hohenfels
durch Willen und Gnade ihrer königlichen Hoheit Anara von Hohenfels


Abschrift


Werte Bettler, die Ihr in euren Gassen herumstreunet, werte Mägde und Bauern, die Ihr das Feld umgrabt und das Vieh schlachtet, um unsere Bäuche zu füllen, werte Kaufleut’, die Ihr um die besten Waren feilscht, und werte Bankiers, die Ihr unser Hab und Gut nach bestem Gewissen verwahrt,

Zunächst sei gesagt, dass diese offene Depesche entgegen dem Willen des ehrbaren Grafen Adrian von Hohenfels und Ihrer Durchlaucht Königin Anara von Hohenfels verbreitet wird und dennoch waren es Ihre Schreiberlinge selbst, die dieses Pergament vervielfältigten, um sie in ganz Varuna, Bajard und Berchgard zu verteilen. Adrian von Hohenfels lässt das gemeine Volk nur deswegen an dieser Schrift teilhaben, weil wir, die Mitglieder der Sol’Noir, das Kind des hochrangigen Rafael de Arganta, Freiherr von Falkenburg, in unserer Gewalt haben.

Ob man als Herrscher der größten und schönsten Stadt Gerimors verantworten kann, ein ganzes Volk in Unwissenheit versinken zu lassen, können wir nicht beantworten. Ferner haben wir es uns auch nicht zur Aufgabe gemacht, euch die Frage nach dem guten, ehrbaren Herrscher abzunehmen, vielmehr möchten wir das nachholen, was Adrian von Hohenfels ganz offensichtlich versäumt hat: Euch, wertes Volk Gerimors, aufzuklären.

Die Entführung des kleinen Antares ist nur der Anfang, der Anfang einer Zeit des Umbruches, der durch die Anhänger der Sol’Noir maßgeblich geprägt sein wird. Diese neue Ära wird die Schrecken des Krieges gegen Rahal wieder in eure Köpfe holen, vielmehr: Ihr werdet euch den Krieg zurückwünschen, denn gegen das, was die Sol’Noir mit eurer wunderbaren Hauptstadt vor hat, ist er das reinste Paradies.
So lasst euch gesagt sein: Schließt Tor und Fenster, wenn die Sonne ihre letzten Strahlen über den Horizont wirft. Lasst Frau und Kind nicht mehr außer Haus, denn der werte Graf, wird keine Garantie für deren wohlbehütetes Leben mehr geben können.

Mit allerbestem Gruße,

Schwarzkling
~Im Namen der Sol’Noir~
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