Kind der Freiheit
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Eliana Dyrion
Kind der Freiheit
Der Wind strich über ihre Züge, zog sich durch ihr Haar und spielte mit diesem. Den Augenblick verweilte sie, ließ ihre Gedanken mit dem Wind fliegen und schloss ihre Augen. Lange war es her, das sie den Pfad in die Berge aufstieg. Nun war sie wieder hier, außerhalb aller Mauern und genoss die Freiheit. Als sie damals an die Tore des Ordens trat, suchte sie Wissen und Erfüllung im Glauben. Der Orden bot ihr ein zu Hause an und dies nahm sie dankend an. Innerhalb der Mauern, weit außerhalb jeglicher Städte, war die Ruhe wie Balsam für ihre Seele. Doch die letzten Tage, zerrte es an ihr. Eine Unruhe kam in ihr auf. Ihre Wege gingen immer häufiger weg vom Orden in die angrenzenden Wälder, auf die Wiesen. Ihr war klar, dass sie zurück musste. Wieder hinaus, tiefer in die Schöpfung Eluives. Deshalb sprach sie mit ihren Geschwistern. Sie verurteilten sie nicht, verstanden ihren Willen. So ließen sie Eliana ziehen. Der Pater überschrieb ihr neue Aufgaben, sie war nun Kundschafterin. Dieser Rückhalt war ihr sehr wichtig. Die Wege würden sie immer wieder in den Orden führen, um ihre Geschwister zu sehen und neue Lehren zu empfangen. Ihre Augen öffneten sich wieder und sie blickte über den angrenzenden Wald. Varunas dunkle Mauern waren zu sehen und nicht weit entfernt die Mauern des Ordens. Sie konnte sich glücklich schätzen ein Teil dieser Gemeinschaft zu sein. Eine Gemeinschaft, die das Leben zu schützen versucht. Kein Fanatismus herrschte in ihren Herzen und führte ihre Schwerter gegen Handwerker oder Bauern Alatars. Sie waren noch immer eine Schöpfung Eluives, Menschen. Ihre Entscheidung eines Glaubens schränkte nicht die Freiheit Anderer ein. Sie waren nur verlorene Seelen, haben sie doch den Weg der lichten Götter verlassen. Sollte jedoch ein Alatargläubiger jemanden in seiner Freiheit einschränken, mit Wort und Tat, musste er aufgehalten werden. Es gab so viele Menschen, die sich unter den Banner der Hoffnungsträgerin stellten und von den Tugenden große Reden hielten um dann einfache Menschen zu erhängen. Wo war dabei der Gedanke an Eluive, der Gedanke an ihre Tochter. Sie verstand dieses Verhalten nicht und hatte immer mehr das Gefühl, dass auch die ausgeschriebenen lichten Städten von einem Schatten übermannt wurden. Ihre Herzen wirkten beherrscht von Paias Saat.
Sie stieg langsam höher, hielt sich nah am Felsen auf um nicht abzurutschen oder Felsstürze zu verursachen. An einer breiteren Stelle öffnete sich ein Felsspalt, groß genug um hindurch zu gehen. Den Blick noch einmal auf das Tal gerichtet, fiel ihr wieder der Orden auf, mit dem dunklen Gehöft daneben. Dieser Gehöft war wie ein Dorn im Auge. Sie ging in den Fels hinein, hier hatte sie sich nieder gelassen bis die letzten kalten Nächte vorüber gezogen waren. Einen guten Blick in das Tal hatte sie ja, wie es für einen Kundschafter nützlich war. Wegen diesem von Untoten heimgesuchtes Gehöft würde sie sich noch etwas einfallen lassen. Irgendwie musste man den Boden ja wieder weihen können und die Untoten zurück nach Varuna schicken. Als sie auf ihrem Fell lag, den Blick in ihre Öllampe gerichtet dachte sie an das, was sie doch zurück lassen musste. Was ihr zum eigenen inneren Licht verhalf und ihr Geborgenheit schenkte. Sie schloss ihre Augen um Schlaf zu finden damit sie die Nacht nicht müde war, doch sie fand nur zu noch mehr Gedanken die um sie kreisten.
Sie stieg langsam höher, hielt sich nah am Felsen auf um nicht abzurutschen oder Felsstürze zu verursachen. An einer breiteren Stelle öffnete sich ein Felsspalt, groß genug um hindurch zu gehen. Den Blick noch einmal auf das Tal gerichtet, fiel ihr wieder der Orden auf, mit dem dunklen Gehöft daneben. Dieser Gehöft war wie ein Dorn im Auge. Sie ging in den Fels hinein, hier hatte sie sich nieder gelassen bis die letzten kalten Nächte vorüber gezogen waren. Einen guten Blick in das Tal hatte sie ja, wie es für einen Kundschafter nützlich war. Wegen diesem von Untoten heimgesuchtes Gehöft würde sie sich noch etwas einfallen lassen. Irgendwie musste man den Boden ja wieder weihen können und die Untoten zurück nach Varuna schicken. Als sie auf ihrem Fell lag, den Blick in ihre Öllampe gerichtet dachte sie an das, was sie doch zurück lassen musste. Was ihr zum eigenen inneren Licht verhalf und ihr Geborgenheit schenkte. Sie schloss ihre Augen um Schlaf zu finden damit sie die Nacht nicht müde war, doch sie fand nur zu noch mehr Gedanken die um sie kreisten.
Zuletzt geändert von Eliana Dyrion am Dienstag 19. Februar 2013, 11:20, insgesamt 1-mal geändert.
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Eliana Dyrion
Es war kalt. Ganz hatte sie dieses Gefühl vergessen: Wie die Kälte ihre Finger langsam nach einen ausstreckte und an dem Körper zerrte. Nur langsam gewöhnte sie sich wieder daran wie früher jedem Wetter zu trotzen Kälte und Nässe, Hitze und Dürre. Ein Geräusch ließ sie hellhörig werden. Stimmen. Sie war durch das Wäldchen näher an Bajard gekommen, immer im Schutze des Dickichts. Als sie die Stimmen hörte, begab sie sich in das Geäst einer Tanne und blickte durch die kahlen Laubbäume zum Wegrand. Ein Mann war dort in ein Gespräch verwickelt, nichts ungewöhnliches für diese besiedelte Gegend. Doch viel mehr weckte eine vermummte Gestalt mit einer geladenen Armbrust ihre Aufmerksamkeit. Sie versteckte sich vor der Sicht der Menschen auf dem Weg, direkt hinter einem Baum. Sie hatte vieles verlernt und so war es ein nicht stabiler Ast der ihr einen Flug gen Erde bescherte. Die Lautstärke ihres Abgangs ließ die Wegelagerer auf sich aufmerksam machen. Die männliche Stimme rief etwas von Spannerin. Sie versuchte wieder im Dickicht zu verschwinden und einen Bogen um die Beiden zu machen. Am Waldrand vor Bajard wartete sie, sie musste die Menschen vor den Wegelagerern warnen. Das dieser späte Abend dann so konfus verlief konnte sie zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen. Denn als sie gerade einen Mann warnte und ihn gleichsam über sein abgemagertes Tier ermahnte kamen die Lagerer zu ihnen und als Naniel auftauchte enthüllten sie sich sogar. Mit gefurchter Stirn harrte sie im Wald aus und beobachtete das Geschehen. Als sie sich dann für eine Taverne verabredeten entschied Eliana zu gehen. Sie warnte Naniel noch vor den Herrschaften, ehe sie ihren Weg durch die Wälder zurück zu ihrem Lager ging.
Es waren seltsame Zeiten. Entweder waren die Menschen so abgebrüht geworden, das Raub für etwas alltägliches hielten oder sie legten sich ihre Grenzen innerhalb der Lehren so aus wie sie es brauchten. Als sie an ihrem Felsaufgang angelangt war, kletterte sie geschwind eine Erhöhung hinauf. Dort verweilte sie, den Blick in die Dunkelheit gerichtet sah sie in der Ferne die Umrisse des Ordens. Sehnsucht keimte die Tage in ihr auf. Ein Gefühl das sie lange nicht mehr spürte. Es zerrte an ihr wie die Kälte es häufig tat. Doch sie wusste um ihre Aufgabe und würde gewiss keine Enttäuschung sein.
Es waren seltsame Zeiten. Entweder waren die Menschen so abgebrüht geworden, das Raub für etwas alltägliches hielten oder sie legten sich ihre Grenzen innerhalb der Lehren so aus wie sie es brauchten. Als sie an ihrem Felsaufgang angelangt war, kletterte sie geschwind eine Erhöhung hinauf. Dort verweilte sie, den Blick in die Dunkelheit gerichtet sah sie in der Ferne die Umrisse des Ordens. Sehnsucht keimte die Tage in ihr auf. Ein Gefühl das sie lange nicht mehr spürte. Es zerrte an ihr wie die Kälte es häufig tat. Doch sie wusste um ihre Aufgabe und würde gewiss keine Enttäuschung sein.
Zuletzt geändert von Eliana Dyrion am Dienstag 5. März 2013, 10:04, insgesamt 2-mal geändert.
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Eliana Dyrion
Sie hatte ihr Wort gebrochen.
Die Beine an ihren Körper gezogen, vergrub sie ihr Gesicht in den Knien. Nicht wissend wo sie ihr Gewissen beruhigen sollte, zog es sie in das kleine Tal. Hier hatte sie das Gefühl der Mutter ganz nah zu sein. Sie hatte es ihr versprochen. Wieder kam ihr das Bild der geschundenen Naniel in den Kopf. Bis heute verstand sie nicht, wieso sie Eliana aufsuchte. Doch ihr Zustand versetzt sie damals in Schrecken. Die zuvor so fröhliche, direkte und schöne Frau verschwand immer mehr hinter blauen Flecken geschundener Haut und einer Maske der Angst. Den Abend über sprach sie ruhig auf sie ein, versuchte sie an ihr Licht zu erinnern. Als Naniel sie an dem Abend verließ, ließ sie den Kopf gefühlt nicht mehr allzu tief sinken. Doch die Geschichte belastete ihre Schultern.
Dieser Nym, dieser Mann der von Anfang an ein seltsames Gefühl in ihr weckte, da seine offensichtliche Schüchternheit zu gesetzt wirkte hatte sich ihrer angenommen. Er hielt sie fest auf eine Art und Weise die schlimmer nicht sein konnte. Sie vertraute sich ihr an und da kam wieder die Angst durch. Es versetzte Eliana einen Stich, diese Angst kannte sie nur zu gut. Sie selbst erlebte sie vor vielen Jahren, sie zu überstehen und zu erkennen das Angst zu nichts führte war das schwierigste Kapitel in ihrem Leben gewesen. Doch Naniel ging einen gefährlichen Weg, ihr Verstand wirkte nicht mehr allzu klar und auch wenn sie wollte das Eliana ihr die Tugenden nahe brachte hatte diese Angst um Naniels Licht.
Doch diese ganze Geschichte spitzte sich zu als sie Ihn sah.
Direkt im Ordenshof gegenüber Avezia. Es war wie ein Schlag Mitten in ihr Gesicht. Naniel sagte ihr, er wollte erst Eliana haben und nun stand er hier im Orden und redete mit Avezia. Nun war es zu gefährlich geworden. Sie musste ihr Schweigen brechen, die Ordensschwestern waren in Gefahr und dieser Mann streckte seine gierigen Finger nach ihnen aus. So warf sie ihn raus. Minder Freundlich, am liebsten hätte sie ihn direkt in den Kerker geworfen. Doch sie wusste nicht wie weit Naniel noch festgehalten wurde und zudem konnte sie ihn nicht ohne weitere Beweise seiner Freiheit berauben. Als Nym Schwester Alexa dann noch ein Paket überreichte, genügte es. Sie trug schwer mit den Wissen um Naniels Lage und dem versprochenen Stillschweigen - Aber nun waren sie vielleicht in Gefahr, ihre Schwestern. Beide wussten nicht wie es um sie stand, als Eliana ihnen davon erzählte. Ihre Worte waren eindringlich, denn sie wollte nicht das ihnen etwas passierte. Avezia wirkte verschreckt, irgendetwas wollte dieser Nym wohl mehr vom Orden wissen. Alexa jedoch wirkte zurückgezogen und verabschiedete sich dann recht rasch. Sie verstaute jedoch das Geschenk - ein Bild von einem aufsteigenden Adlers der Wirbelstürme aus seinen Flügeln formte - vor den Toren. Welche Ironie, ein aufsteigender Adler, wie die Finsternis immer versuchte das Bild Temoras zu nehmen um ihre Anhänger zu gefährden. Bei dem Bild erinnerte sich Eliana nur zu gut an den Adler, der sich als verwandelter Feind herausstelle. Das dieser Nym also genau dieses Motiv wählte, erweckte Elianas Misstrauen in das Bild erst Recht. Wer weiß welche Finsternis in diesem steckte. Zudem kannte er Alexa wohl kaum und als er davon sprach sie im Heilerhaus gesehen zu haben - Alexa sich aber wohl nicht von diesem wegbewegte war es für Eliana klar: Sie hatte richtig gehandelt. Aber nun, wo sie davon wussten mussten sie handeln. Erst mussten die anderen Geschwister unterrichtet werden und dann musste eingegriffen werden. Sie dachte an Artec, vielleicht sollte sie auch ihn davon unterrichten. Immerhin war er es, der sich Sorgen um Naniel machte und Eliana von ihr aus anschrieb. Egal wie sie es taten eines war klar, niemals durfte die Dunkelheit siegen und jemand der Anderen die Freiheit raubte einfach weiter handeln.
Sie sank auf dem kleinen Bett aus Blättern in sich zusammen und beobachtete die Felswand. Sie hatte ihr Wort gebrochen. Die Augen zusammen gepresst versuchte sie einen anderen Gedanken zu fassen. Doch was ist wenn Nym durch ihren Rauswurf etwas ahnte und nun Naniel verletzte? Oder gar.. sie konnte nicht daran denken und erhob sich von ihrem Bett. Diese Nach konnte sie eh nicht schlafen, also zog sie los. Hinaus aus dem Tal in die Wälder um über Wiesen und an Häusern vorbei zu der beschienen Siedlung zu gelangen. Irgendwo hier war er und sie würde ihm das Handwerk legen, so oder so..
[img]http://i.imagebanana.com/img/886hkltf/b001.png[/img]
Die Beine an ihren Körper gezogen, vergrub sie ihr Gesicht in den Knien. Nicht wissend wo sie ihr Gewissen beruhigen sollte, zog es sie in das kleine Tal. Hier hatte sie das Gefühl der Mutter ganz nah zu sein. Sie hatte es ihr versprochen. Wieder kam ihr das Bild der geschundenen Naniel in den Kopf. Bis heute verstand sie nicht, wieso sie Eliana aufsuchte. Doch ihr Zustand versetzt sie damals in Schrecken. Die zuvor so fröhliche, direkte und schöne Frau verschwand immer mehr hinter blauen Flecken geschundener Haut und einer Maske der Angst. Den Abend über sprach sie ruhig auf sie ein, versuchte sie an ihr Licht zu erinnern. Als Naniel sie an dem Abend verließ, ließ sie den Kopf gefühlt nicht mehr allzu tief sinken. Doch die Geschichte belastete ihre Schultern.
Dieser Nym, dieser Mann der von Anfang an ein seltsames Gefühl in ihr weckte, da seine offensichtliche Schüchternheit zu gesetzt wirkte hatte sich ihrer angenommen. Er hielt sie fest auf eine Art und Weise die schlimmer nicht sein konnte. Sie vertraute sich ihr an und da kam wieder die Angst durch. Es versetzte Eliana einen Stich, diese Angst kannte sie nur zu gut. Sie selbst erlebte sie vor vielen Jahren, sie zu überstehen und zu erkennen das Angst zu nichts führte war das schwierigste Kapitel in ihrem Leben gewesen. Doch Naniel ging einen gefährlichen Weg, ihr Verstand wirkte nicht mehr allzu klar und auch wenn sie wollte das Eliana ihr die Tugenden nahe brachte hatte diese Angst um Naniels Licht.
Doch diese ganze Geschichte spitzte sich zu als sie Ihn sah.
Direkt im Ordenshof gegenüber Avezia. Es war wie ein Schlag Mitten in ihr Gesicht. Naniel sagte ihr, er wollte erst Eliana haben und nun stand er hier im Orden und redete mit Avezia. Nun war es zu gefährlich geworden. Sie musste ihr Schweigen brechen, die Ordensschwestern waren in Gefahr und dieser Mann streckte seine gierigen Finger nach ihnen aus. So warf sie ihn raus. Minder Freundlich, am liebsten hätte sie ihn direkt in den Kerker geworfen. Doch sie wusste nicht wie weit Naniel noch festgehalten wurde und zudem konnte sie ihn nicht ohne weitere Beweise seiner Freiheit berauben. Als Nym Schwester Alexa dann noch ein Paket überreichte, genügte es. Sie trug schwer mit den Wissen um Naniels Lage und dem versprochenen Stillschweigen - Aber nun waren sie vielleicht in Gefahr, ihre Schwestern. Beide wussten nicht wie es um sie stand, als Eliana ihnen davon erzählte. Ihre Worte waren eindringlich, denn sie wollte nicht das ihnen etwas passierte. Avezia wirkte verschreckt, irgendetwas wollte dieser Nym wohl mehr vom Orden wissen. Alexa jedoch wirkte zurückgezogen und verabschiedete sich dann recht rasch. Sie verstaute jedoch das Geschenk - ein Bild von einem aufsteigenden Adlers der Wirbelstürme aus seinen Flügeln formte - vor den Toren. Welche Ironie, ein aufsteigender Adler, wie die Finsternis immer versuchte das Bild Temoras zu nehmen um ihre Anhänger zu gefährden. Bei dem Bild erinnerte sich Eliana nur zu gut an den Adler, der sich als verwandelter Feind herausstelle. Das dieser Nym also genau dieses Motiv wählte, erweckte Elianas Misstrauen in das Bild erst Recht. Wer weiß welche Finsternis in diesem steckte. Zudem kannte er Alexa wohl kaum und als er davon sprach sie im Heilerhaus gesehen zu haben - Alexa sich aber wohl nicht von diesem wegbewegte war es für Eliana klar: Sie hatte richtig gehandelt. Aber nun, wo sie davon wussten mussten sie handeln. Erst mussten die anderen Geschwister unterrichtet werden und dann musste eingegriffen werden. Sie dachte an Artec, vielleicht sollte sie auch ihn davon unterrichten. Immerhin war er es, der sich Sorgen um Naniel machte und Eliana von ihr aus anschrieb. Egal wie sie es taten eines war klar, niemals durfte die Dunkelheit siegen und jemand der Anderen die Freiheit raubte einfach weiter handeln.
Sie sank auf dem kleinen Bett aus Blättern in sich zusammen und beobachtete die Felswand. Sie hatte ihr Wort gebrochen. Die Augen zusammen gepresst versuchte sie einen anderen Gedanken zu fassen. Doch was ist wenn Nym durch ihren Rauswurf etwas ahnte und nun Naniel verletzte? Oder gar.. sie konnte nicht daran denken und erhob sich von ihrem Bett. Diese Nach konnte sie eh nicht schlafen, also zog sie los. Hinaus aus dem Tal in die Wälder um über Wiesen und an Häusern vorbei zu der beschienen Siedlung zu gelangen. Irgendwo hier war er und sie würde ihm das Handwerk legen, so oder so..
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- Mandred Louisan
- Beiträge: 3
- Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42
"Es geht nicht um Vergeltung...es geht um den Willen Temoras!"
Es war schon spät am Abend, als er von der Situation der Dame Finion von seiner Ordensschwester erfuhr. Aufmerksam lauschte er ihren Ausführungen, anfänglich wenig davon begeistert, dass sie erst durch inneren Zwang davon berichtete, brachte er mehr und mehr aber für ihr Verhalten Verständnis auf, sodass sich des Ritters Züge aus der gewohnten Härte, die gewöhnlich eintrat, wenn ihm etwas nicht passte, auflockerten und sich eher ein nachdenklicher Ausdruck gepaart mit dem Furchen der Stirn und dem Zusammenziehen der Augenbrauen bei ihm zeigte.
Ob es dennoch richtig war zu verheimlichen, in welchem Konflikt die Dame Finion sich befand, darüber ließ sich sicher diskutieren. Aber hier ging es nicht darum, wer Recht oder Unrecht hat. Fakt war, sie wandte sich an Schwester Eliana mit der Bitte um Hilfe und mit der Bitte ihr Unterweisungen in den Lehren Temoras zuteil werden zu lassen. Für den Ritter war der Gedanke, in der Not Zuflucht bei der Schirmherrin zu suchen, durchaus sympathisch und erwies sich auch gerade in diesen Tagen als eine Seltenheit. Doch allein damit wäre niemandem schlussendlich geholfen. Weder der Dame Finion noch der armen Seele, die ihr nahe stand und die sich in der Gewalt dieses ihm bisher unbekannten Mannes befand...Nym.
Es war für ihn keine Sache mehr, die allein Schwester Eliana auszutragen hatte. Sie war diejenige, die das Vertrauen schaffte. Das war gut. Dennoch bedarf es Taten und somit war für den Ritter klar, dass, was auch immer die Mittel dieses Mannes namens Nym waren, er für sein Verstoß gegen Eluives Ordnung, zur Rechenschaft gezogen werden musste.
Für den neutralen Beobachter könnte man dies als Vergeltungsakt auslegen. Ein Rachefeldzug um Macht zu demonstrieren. Doch wer das so sah, der verstand nichts von dem Wesen und dem Willen der Lichtgöttin.
Die Aufgabe das Leben zu schützen, die Freiheit des Einzelnen zu sichern, das war Temoras göttliche Aufgabe und wir sind ihre Werkzeuge, ihren Willen durchzusetzen!
Und es gab nur eine Möglichkeit dieser Aufgabe nun nachzukommen. Man musste diesen Nym direkt aufsuchen und in Erfahrung bringen, worin seine Beweggründe sind und was er für Mittel nutzt und vor allem...ob sein Opfer noch lebte.
Der Orden der Temora würde sich dieser Sache annehmen und seiner seit jeher bestimmten Aufgabe widmen und seinen Dienst an der Menschheit verrichten, wie er es seit jeher tat und wie er es auch weiter tun wird, ganz gleich, wieviele und wie starke Mächte sich ihm entgegensetzten. Denn ihre Stärke bezogen sie aus ihrer Gemeinschaft aus ihrem gegenseitigen Vertrauen und aus der gegenseitigen Hilfe für sich und all jene, die ihrer Hilfe bedürfen.
Der Ritter verabschiedete seine Ordensschwester und später in der Kapelle und machte ihr mit noch das weitere Vorgehen aus, ehe er sich in die Kirche zurückzog um sein Gebet zu verrichten....
"Temora sei denen gnädig, die sich deinem Willen widersetzen! Mögen wir stets standhaft bleiben, gegen jedwede Anfechtung unserer Feinde, wo auch sie sein mögen. Für das Licht!"
Es war schon spät am Abend, als er von der Situation der Dame Finion von seiner Ordensschwester erfuhr. Aufmerksam lauschte er ihren Ausführungen, anfänglich wenig davon begeistert, dass sie erst durch inneren Zwang davon berichtete, brachte er mehr und mehr aber für ihr Verhalten Verständnis auf, sodass sich des Ritters Züge aus der gewohnten Härte, die gewöhnlich eintrat, wenn ihm etwas nicht passte, auflockerten und sich eher ein nachdenklicher Ausdruck gepaart mit dem Furchen der Stirn und dem Zusammenziehen der Augenbrauen bei ihm zeigte.
Ob es dennoch richtig war zu verheimlichen, in welchem Konflikt die Dame Finion sich befand, darüber ließ sich sicher diskutieren. Aber hier ging es nicht darum, wer Recht oder Unrecht hat. Fakt war, sie wandte sich an Schwester Eliana mit der Bitte um Hilfe und mit der Bitte ihr Unterweisungen in den Lehren Temoras zuteil werden zu lassen. Für den Ritter war der Gedanke, in der Not Zuflucht bei der Schirmherrin zu suchen, durchaus sympathisch und erwies sich auch gerade in diesen Tagen als eine Seltenheit. Doch allein damit wäre niemandem schlussendlich geholfen. Weder der Dame Finion noch der armen Seele, die ihr nahe stand und die sich in der Gewalt dieses ihm bisher unbekannten Mannes befand...Nym.
Es war für ihn keine Sache mehr, die allein Schwester Eliana auszutragen hatte. Sie war diejenige, die das Vertrauen schaffte. Das war gut. Dennoch bedarf es Taten und somit war für den Ritter klar, dass, was auch immer die Mittel dieses Mannes namens Nym waren, er für sein Verstoß gegen Eluives Ordnung, zur Rechenschaft gezogen werden musste.
Für den neutralen Beobachter könnte man dies als Vergeltungsakt auslegen. Ein Rachefeldzug um Macht zu demonstrieren. Doch wer das so sah, der verstand nichts von dem Wesen und dem Willen der Lichtgöttin.
Die Aufgabe das Leben zu schützen, die Freiheit des Einzelnen zu sichern, das war Temoras göttliche Aufgabe und wir sind ihre Werkzeuge, ihren Willen durchzusetzen!
Und es gab nur eine Möglichkeit dieser Aufgabe nun nachzukommen. Man musste diesen Nym direkt aufsuchen und in Erfahrung bringen, worin seine Beweggründe sind und was er für Mittel nutzt und vor allem...ob sein Opfer noch lebte.
Der Orden der Temora würde sich dieser Sache annehmen und seiner seit jeher bestimmten Aufgabe widmen und seinen Dienst an der Menschheit verrichten, wie er es seit jeher tat und wie er es auch weiter tun wird, ganz gleich, wieviele und wie starke Mächte sich ihm entgegensetzten. Denn ihre Stärke bezogen sie aus ihrer Gemeinschaft aus ihrem gegenseitigen Vertrauen und aus der gegenseitigen Hilfe für sich und all jene, die ihrer Hilfe bedürfen.
Der Ritter verabschiedete seine Ordensschwester und später in der Kapelle und machte ihr mit noch das weitere Vorgehen aus, ehe er sich in die Kirche zurückzog um sein Gebet zu verrichten....
"Temora sei denen gnädig, die sich deinem Willen widersetzen! Mögen wir stets standhaft bleiben, gegen jedwede Anfechtung unserer Feinde, wo auch sie sein mögen. Für das Licht!"
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Eliana Dyrion
Die ockerfarbenen hüftlangen Locken wurden durch einen festen Zopf gebändigt. Der Blick lag wachsam auf der Straße die durch das Gebirge führte. Mit der dunklen Kleidung ging sie fast vollständig im Dickicht unter. Hier saß sie für einen halben Stundenlauf, ruhig. Als sie diese Position geprüft hatte pirschte sie durch das Wäldchen hindurch gen Schwingenstein. Auch hier war alles ruhig wie immer. Auf einem Felsen ließ sie sich nieder und betrachtet das Treiben auf der Straße Richtung Berchgard. Ein sehr ruhiges Leben. Die Menschen beachteten sie nicht großartig und gingen ihres Weges. Händler, Bauern, Boten und Bürger. Sie rieb sich über die Schläfe und schloss ihre Augen. Einen Moment Unachtsamkeit erlaubte sie sich, einen Augenblick ihre Gedanken lösen. Auch in ihrer Unterkunft, nah am Waldrand, war es ruhig geworden. Schon Wochenlang ging die Tür nicht mehr, schon Wochen war das Bett kalt geblieben. Sie lernte los zu lassen, nicht nur einmal in ihrem Leben.
Als sie die Augenlider wieder öffnete, welche den himmelblauen Blick verbargen, erblickte sie ein kleines Mädchen. Es hielt mit einer Hand die Hand ihrer Mutter mit der anderen einen Apfel – Der viel zu groß für die vielleicht vierjährige Hand war. Blonde Locken und ein schmutziges Kleidchen. So konzentrierte das Mdächen sich auf den Weg vor sich, als sie der Mutter zu langsam war, hob diese ihre Tochter hinauf und ging weiter. Eliana war 26 Jahre und hatte ihr Leben Eluive gewidmet bis sie in den Orden der Temora kam. Das sie die Tugenden lebte, stand außer Zweifel und das sie ihren Glauben und den der Allmutter weitertrug, auch. Doch wurde sie Älter und in ihr keimte das Gefühl, etwas zu verpassen. Etwas, was Eluive ihr in die Wiege legte. Sie erhob sich langsam und folgte der Mutter mit ihrem Kind, als sie diese überholte – streckte sie dem Kind flink die Zunge raus, dies entlockte dem Mädchen ein vergnügtes Kichern. Ohne einen Blick zurück zu werfen, durchschritt sie die Tore Berchgards. Außer ein paar wilden Tieren, hatte sie schon lange nichts mehr in den Wäldern aufgefunden, so ließ sie diese für heute hinter sich. Durch Berchgard hindurch, kam sie in die nächsten Wälder. Varuna war wie immer eine Totenstadt, doch die Brücken und Barrieren hielten die Toten ab und die Wege der Kundschafterin führte somit routiniert an der Stadt vorbei.
Viel hatte sich getan in den letzten Wochen im Orden. Sie sah kurz an den Mauern entlang, ehe sie in diesen eintrat. Neue Brüder und Schwestern kamen. Dean, ein junger Mann mit dem Herz am rechten Fleck – ab und an vielleicht etwas ungestüm – aber einen Rohdiamanten konnte man mit ein wenig Arbeit zum strahlen bringen. Niowe, eine Frau welche schon länger auf dem lichten Pfad schritt, sie konnte sie noch nicht wirklich einschätzen. Das sie immer die Nähe Farions suchte war nicht zu verkennen, dies viel nicht nur Quarius auf. Vielleicht benötigte sie sein Licht um wieder zu ihrer alten Stärke zu finden, oder sie sorgte sich um ihn. Sie konnte es nicht einschätzen, Quarius kreidete ihr fehlende Demut an: Eliana riet dem Ordenspaladin sich mit der Schwester auszusprechen. Offenbar hatten sie sich schon vor Jahren einmal getroffen. Ihre Worte schienen bei ihm Anklang gefunden zu haben. Dann war da noch Serald, welcher schon seit ein paar Wochen auf Reise war: Er war manchmal etwas direkt, doch das forderte auch Mut und Ehrlichkeit. Sie vermisste ihn, ebenso wie Avezia: Die gute Seele, welche unermüdlich arbeitete. Ja, vieles tat sich..
Sie schob die Tür zum Büro des Ordenspaladins der Tapferkeit auf und blickte auf seinen Schreibtisch. Nichts tat sich, Federkiel und Pergament lag an selber Stelle - wie Tage zuvor. War sie die Schuldige? Leise schob sie die Tür wieder zu und trat in das Kirchenschiff ein. Vielleicht musste sie wieder einmal beichten gehen, um ihre inneren Dämonen zu bewältigen. Sie sank auf die Knie und kehrte in sich zum Gebet, erst an die Allmutter in Dankbarkeit für all ihre Schönheit und Aufopferung und schließlich an ihre Tochter, jene die die Hoffnung in die Welt trägt. Sobald sie einen Ordenspaladin sah, würde sie ihn zur Abnahme der Beichte bitten.
Als sie die Augenlider wieder öffnete, welche den himmelblauen Blick verbargen, erblickte sie ein kleines Mädchen. Es hielt mit einer Hand die Hand ihrer Mutter mit der anderen einen Apfel – Der viel zu groß für die vielleicht vierjährige Hand war. Blonde Locken und ein schmutziges Kleidchen. So konzentrierte das Mdächen sich auf den Weg vor sich, als sie der Mutter zu langsam war, hob diese ihre Tochter hinauf und ging weiter. Eliana war 26 Jahre und hatte ihr Leben Eluive gewidmet bis sie in den Orden der Temora kam. Das sie die Tugenden lebte, stand außer Zweifel und das sie ihren Glauben und den der Allmutter weitertrug, auch. Doch wurde sie Älter und in ihr keimte das Gefühl, etwas zu verpassen. Etwas, was Eluive ihr in die Wiege legte. Sie erhob sich langsam und folgte der Mutter mit ihrem Kind, als sie diese überholte – streckte sie dem Kind flink die Zunge raus, dies entlockte dem Mädchen ein vergnügtes Kichern. Ohne einen Blick zurück zu werfen, durchschritt sie die Tore Berchgards. Außer ein paar wilden Tieren, hatte sie schon lange nichts mehr in den Wäldern aufgefunden, so ließ sie diese für heute hinter sich. Durch Berchgard hindurch, kam sie in die nächsten Wälder. Varuna war wie immer eine Totenstadt, doch die Brücken und Barrieren hielten die Toten ab und die Wege der Kundschafterin führte somit routiniert an der Stadt vorbei.
Viel hatte sich getan in den letzten Wochen im Orden. Sie sah kurz an den Mauern entlang, ehe sie in diesen eintrat. Neue Brüder und Schwestern kamen. Dean, ein junger Mann mit dem Herz am rechten Fleck – ab und an vielleicht etwas ungestüm – aber einen Rohdiamanten konnte man mit ein wenig Arbeit zum strahlen bringen. Niowe, eine Frau welche schon länger auf dem lichten Pfad schritt, sie konnte sie noch nicht wirklich einschätzen. Das sie immer die Nähe Farions suchte war nicht zu verkennen, dies viel nicht nur Quarius auf. Vielleicht benötigte sie sein Licht um wieder zu ihrer alten Stärke zu finden, oder sie sorgte sich um ihn. Sie konnte es nicht einschätzen, Quarius kreidete ihr fehlende Demut an: Eliana riet dem Ordenspaladin sich mit der Schwester auszusprechen. Offenbar hatten sie sich schon vor Jahren einmal getroffen. Ihre Worte schienen bei ihm Anklang gefunden zu haben. Dann war da noch Serald, welcher schon seit ein paar Wochen auf Reise war: Er war manchmal etwas direkt, doch das forderte auch Mut und Ehrlichkeit. Sie vermisste ihn, ebenso wie Avezia: Die gute Seele, welche unermüdlich arbeitete. Ja, vieles tat sich..
Sie schob die Tür zum Büro des Ordenspaladins der Tapferkeit auf und blickte auf seinen Schreibtisch. Nichts tat sich, Federkiel und Pergament lag an selber Stelle - wie Tage zuvor. War sie die Schuldige? Leise schob sie die Tür wieder zu und trat in das Kirchenschiff ein. Vielleicht musste sie wieder einmal beichten gehen, um ihre inneren Dämonen zu bewältigen. Sie sank auf die Knie und kehrte in sich zum Gebet, erst an die Allmutter in Dankbarkeit für all ihre Schönheit und Aufopferung und schließlich an ihre Tochter, jene die die Hoffnung in die Welt trägt. Sobald sie einen Ordenspaladin sah, würde sie ihn zur Abnahme der Beichte bitten.
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Eliana Dyrion
Die Sehne aus Lein – Vergangene Tage
Die ersten Sonnenstrahlen brachen durch die Baumkronen hindurch. Die Tautropfen rannen auf dem saftigen Grün der Blätter um die Wette. Leise durchdrang sie den Wald, den Bogen schon in der Hand haltend, lag ihr Blick auf einem Hirsch. Er zupfte einzelne satte Grashalme aus dem Boden einer Lichtung. Als sie den Bogen spannen wollte, blieb sie mit diesem an einem Ast hänge. Im Versuch den Bogen vom Ast zu lösen, raschelte dieser laut. Der Hirsch regte den Kopf empor und rannte aufgeschreckt von der Lichtung hinab. Eine Hand legte sich auf ihre Schulter nieder und eine ruhige tiefe Stimme drang an ihr Ohr: „Das Pirschen, kannst du schon sehr gut.“ Mutlos ließ sie die Schultern hängen und sah zu ihrem Vater empor. „Aber ich habe mich trotzdem verraten.“ Er fuhr seiner Tochter liebevoll durch das lockige Haar und führte sie zurück nach Hause. Wachsam beobachtete die junge Eliana ihren Vater wie er Lein bearbeitete. „Schau Eliana, so musst du es drehen um daraus eine gute Sehne zu machen.“ Sie versuchte sich an der Erklärung und verband die Leinenfasern miteinander. „Da schau!“, präsentierte sie stolz ihre erste Sehne. Der Vater wog seinen Kopf etwas und hielt die Sehnenenden fest, daran gezogen zerriss die Sehne unter der Kraft des Mannes. „Wenn dir das bei der Jagd passiert, verlierst du das Wild wieder und du zerstörst vielleicht sogar den Bogen.“ Enttäuscht ließ sie sich vor ihren Vater nieder und schob die Leinfasern von einer Seite zur anderen. „Ich zeige es dir noch einmal.“ Geduldig beobachtete sie ihren Vater bis in die Abendstunden, wie er eine Sehne herstellte.
Am nächsten Tag versuchte sie sich wieder daran, wachsam beobachtete ihr Vater sie bei der Arbeit. Er erzählte ihr die Geschichte von den zwei Fröschen, welche sie so liebte. „..Schon halb verdurstet kamen sie zu einem Bauernhof und entdeckten in der Speisekammer einen Topf mit frischer fetter Milch. Die Frösche konnten ihr Glück kaum fassen, sie hüpften hinein und tranken, dass es schmatzte. Als sie satt waren, wollten sie wieder heraus. Sie schwammen zum Rand des Kruges, doch weil sie so viel getrunken hatten, kamen sie nicht mehr an ihn heran, so sehr sie auch hampelten und strampelten. Viele Stunden mühten sie sich vergeblich ab.“ Eliana lauschte der vertrauten Stimme, ab und an korrigierte ihr Vater sie bei der Herstellung der Sehne. „Schließlich waren sie so erschöpft, dass sie ihre Beine kaum noch bewegen konnten. Da sagte der eine Frosch: „Was hilft es, wenn wir uns plagen. Es ist aus!“ Damit ließ er sich zu Boden sinken und ertrank.“ Der Vater machte eine Pause und küsste den Schopf seiner Tochter. Die fertige Sehne lag in ihrem Schoß. „Der zweite Frosch aber gab die Hoffnung nicht auf. Er schwamm und strampelte die ganze Nacht, und als am nächsten Morgen die Sonne in die Kammer schien, saß der Frosch auf einem Butterklumpen. Er nahm all seine Kraft zusammen, sprang aus dem Krug und war gerettet.“ Lächelnd blickte Eliana zu ihm auf als er ihre Sehne nahm und begutachtete. „Und was lernen wir daraus?“, fragte er die Tochter mit tadelnden Blick. „Niemals aufgeben, auch wenn die Lage Hoffnungslos scheint.“ Stolz nickte der Vater, zog an der Sehne und sie riss nicht. Doch als er sie in einen Testbogen einlegte, riss sie beim zweiten Spannungsbogen des Vaters. Eliana war nicht enttäuscht, die Geschichten ihres Vaters lehrten sie niemals aufzugeben. Und so mühte sie sich ab, Tag für Tag. Bis sie eine Sehne erstellte die selbst ihren Vater zum Staunen brachte.
Das Holz aus Kirsche – Der Weg der Hoffnung
Vorgeschichte
In ihrer kleinen Kammer rekelte sie sich auf dem Bett. Nach einem feuchten Kuss auf die Nase, erwachte sie endlich. Thiam hüpfte, wohl wissend, dass ihr dieser Kuss wenig gefiel, vom Bett und setzte sich abwartend auf die Hinterläufer. Er war äußert ruhig und wohl sehr gescheit. Er wollte hinaus, schnüffeln, graben, markieren und sein Morgengeschäft verrichten, doch wartete er auf sie. Sie erfüllte ihn also diesen Wunsch, stieg in ihre Lederstiefel und ihre Rüstung um den Morgen wie jeden anderen mit einem Spaziergang zu beginnen. Ihre Eltern waren nicht im Haus, sie vermutete dass ihr Vater die Fallen überprüfte und ihre Mutter wieder zur Stadt unterwegs war. Der Wolf zog sie voran und verschwand mit schnellem Lauf im Dickicht. Sie verweilte einen Moment, normalerweise tauchte er nach dem Abtauchen im Dickicht wieder auf. Spätestens wenn er entdeckte das Mäuse doch immer schneller sein werden als er. Das Bellen hallte durch den Wald wie ein Warnsignal. Sie setzte sich sofort in Bewegung, folgte den Weg von Thiam. Dann verstummte er plötzlich nach einem Jaulen. Sie nahm ihre Beine in die Hand und rannte los. Als erstes sah sie Blut, überall im Dickicht verteilt. Danach erstarrte sie augenblicklich, ein junger Bär tapste über die ihr offenbarende Lichtung. Wo das Jungtier, da die Mutter. Als ihr diese Situation gewahr wurde, ging sie langsam wieder rückwärts, bloß nicht zu schnell. Mütter, die ihre Brut verteidigten, waren gnadenlos. Sie schluckte ihre Trauer hinab, schärfte ihre Sinne.
Wie hatte sie sich nur in diese Lage gebracht, ihr war es noch immer nicht gänzlich klar. Sie saß nun hier, auf einen Vorsprung, an einer Klippe. Unter ihr breitete sich ein Wald aus, doch der Fall bis zum Grund würde ihr das Leben kosten. Über ihr nur Stein. Der Vorsprung war gerade so groß, dass sie sich hinlegen konnte. Es war die Angst, die blanke Angst, die sie an die Klippe trieb. Als sie fiel, schloss sie innerlich mit ihren Leben ab: Ihren griesgrämigen doch liebevollen Vater, der behütenden Mutter, dem kleinen Häuschen am Waldrand, mit dem Wald und ihrem besten Freund. Nachdem sie sich für die Flucht vor der blutigen Lichtung entschied, dauerte es nur Sekunden bis sie das tiefe Brummen des Muttertiers hörte. Auch wenn es eine aussichtslose Absicht war, entschied sie sich für die schnelle Flucht. Sie rannte. Das Bären schneller und ausdauernder als Menschen waren, war in dieser Situation nicht mehr bewusst. Alles verlief so schnell und doch erinnerte sie sich an jede Sekunde. Der Bär trieb sie aus der Tiefe des Waldes hinaus. Die Bäume lichteten sich etwas, das laute Grölen ließ sie zurück blicken. Das Tier hatte sich in einer Falle verfangen und sank zu Boden. Doch die Bärin erhob sich wieder, zerrte an der Falle und rannte weiter. Ein Pfeil schoss der Bärin in die Seite, doch auch dieser hielt sie nicht von ihrer Wut ab. Sie stolperte aus dem Wald heraus, als sie wieder zurück blickte entdeckte sie ihren Vater im Kampf. Er hatte sich der Bärin in den Weg gestellt. Den Blick nickt mehr auf ihren Weg gerichtet, stolperte sie über dessen Ende hinweg – die Klippe hinab. Ihre rechte Hand griff in den Stein um irgendwo Halt zu finden. Sie schlug sich den Unterarm schmerzhaft auf, als sie Halt fand, knackte ihre Schulter geräuschvoll als der Arm aus dem Gelenk sprang. Doch auch dieser Griff, half ihr nicht – bis sie auf einen Vorsprung aufschlug. Das Blut schoss ihr durch die Adern. Die Angst packte sie. Die Angst um ihren Vater, die Angst hier zu sterben. Sie spürte die Schmerzen die ersten Augenblicke gar nicht. War sich ihrer Wunden nicht bewusst. Zu sehr hingen ihre Gedanken bei ihrem Vater. Die Sonne zog am Horizont vorbei und ihre Haut brannte unter der offenen Wunden. In ihrem Überwurf, trug sie immer Bandagen und Kräuter mit sich. Doch war die Menge nur gering, trotz ihrer ausgekugelten Schulter, begann sie sich den Unterarm zu verbinden. Es gelang ihr, doch die Anstrengung war zu stark und sie verfiel in einen tiefen Schlaf.
Ihre aufgeplatzten Lippen zeugten von dem Durst der ihren Körper überschattete. Noch immer war es die Angst, die sie an diesen Ort fesselte. Die Sonne brannte sich in ihre Haut und ließ sie erröten. Diese Hitze bereitete ihr erneute Schmerzen und am dritten Tage verfiel sie in einen Trancezustand. Erst hörte sie den Ruf, danach zog ein Schatten über sie hinweg, als sie ihre Augen zum Himmel hob – erkannte sie einen Adler. Er zog zwei Kreise um sie, rief nochmals aus und zog dann gen Horizont hinweg. Sie konnte das Gefühl nicht zuordnen, welches ihre Glieder durchströmte. Es fühlte sich an wie Feuer, doch tat es nicht weh, es wärmte sie. Erst als der Adler verschwand, richtete sie ihren Oberkörper leicht auf. Er flog fort, war frei. Sie musste hier weg, sie konnte sich nicht auf ihrer Angst ausruhen. Entweder sie würde hier sterben oder fallen und dabei sterben. Mit der linken Hand hielt sie sich an einem Stein fest, zog sich mühsam hinauf und stütze sich mit den Füßen ab. Sie lehnte sich fest an den Stein, versuchte so mit ihren Oberkörper irgendwo halt zu finden um den nächsten Stein, höher zu erreichen. Sie musste leicht springen um ihn zu erreichen – er hielt. Sie zog ihren ausgemergelten Körper hinauf. Ihr Arm zitterte ab der Hälfte des Weges. Als sie den Vorsprung erreichte und sich mit der letzten Kraft hinauf zog, wurde ihr erst bewusst was sie geschafft hatte.
Noch an diesem Abend begrub sie ihren Vater.
Nachdem ihr Schicksal sie aus dem Heimat zog, der Ruf des Adlers in den Ohren. Keimte wieder die Hoffnung in ihrem Herzen auf. Sie wusste nicht wohin ihr Weg sie führte, doch sie war sich sicher bestens dafür vorbereitet zu sein. Ihre Mutter war nach dem Tod des Vaters aus der kleinen Waldhütte in die Stadt gezogen, zurück zu ihrer eigenen Mutter. Das Eliana ihr nicht folgte, war für sie nicht leicht zu verstehen: Doch ihr Weg führte sie woanders hin, das war ihr klar geworden. Nachdem sie Jahre durch die Lande streifte ohne wirkliches Ziel, trat sie vor die Tore des Ordens. Sie hatte schon vieles von diesem gehört, über ihren Weg und die Gemeinschaft. Freundlich begegneten sie ihr und nahmen sie alle in ihre Reihen auf, sie wurde zu Schwester Eliana. Die Weiten von Markweih, kannte sie nach ein paar Wochen wie ihre Westentasche. Ein Obstbaum, an einem kleinen Teich gelegen zog sie immer wieder zu sich. Ein Kirschbaum. Er war im Frühjahr mit den schönsten Blüten schwer behangen und im Sommer tummelten sich Vögel darin um die süßen Früchte zu essen. An seinen Stamm ließ sie sich oft Stunden nieder und kam zur Ruhe. Als sie an einem warmen Tag aus dem Orden aufbrach um in den Wäldern nach dem Rechten zu sehen, ging sie ihren bekannten Weg zu dem Kirschbaum. Doch je näher sie kam, umso unruhiger wurde ihr Herz. Aus der Ferne sah sie den Baum verdächtig wackeln. Ihre Schritte wurden schneller. Als sie einen Mann mit einer Axt den Baum fällen sah, rannte sie los. „Hey!“, rief sie laut und entgeistert. Ihr Atem stockte als der Mann rief: „Achtung! Baum fällt!“, die Kirschbehangenen Äste krachten vor ihre Füße nieder. „Na da habt ihr aber Glück gehabt, Fräulein.“ Fassungslos starrte sie auf den kerngesunden Baum. Kein Wort brachte sie heraus. Erst als der Holzfäller die Axt erneut hob um die Äste vom Hauptstamm zu lösen, erwachte sie aus ihrer Starre. Rasch war sie bei dem Mann, packte seinen Arm und hielt in von einem Schlag ab. „Wagt es nicht..“, zischte sie ihm entgegen. „Hey pack mich nicht an Mädchen, sonst werde ich ungemütlich.“ Eliana schubste ihn weiter zurück, weg von dem gefallenen Kirschbaum. „Dieser Baum war weder krank, noch stand er jüngeren im Licht!“ – „Na wisst ihr nicht das Kirschholz eine schöne Färbung hat? Das bringt gutes Geld für Möbel.“ Und da vergaß sie all ihre angelernte Ruhe, all ihre Geduld. „Verschwindet oder ich fälle euch, wie diesen Baum!“ Mit den Worten griff sie an ihren Rücken nach dem Bogen. Diese Bewegung ließ den Mann dann doch zurück weichen und er verschwand mit seinen Äxten und Wagen überstürzt.
Den Nachmittag saß sie neben dem Baum und trauerte. Sie verfiel in Gebete an Eluive, bat um Verzeihung das sie zu spät war: Das solch eine schöne Schöpfung von ihrem Leib gerissen wurde. Zum späten Nachmittag entschied sie sich, dem Baum einen Sinn zu geben. Sie begann die Äste vom Stamm zu lösen. Dabei behandelte sie das Holz so respektvoll wie es nur ging. Er spendete ihr sehr lange Hoffnung, seine Blüten im Frühjahr waren die ersten Vorboten der warmen Zeit nach dem kalten Winter. Seine süßen Früchte im Sommer, schenkten so vielen Vögeln einen vollen Magen. Als sie alle Äste löste, begutachtete sie sich den Stamm. Die Altersringe waren in einem gleichmäßigen Abstand zueinander und relativ groß. Dies resultierte wohl aus dem freien Stand auf der Wiese. Keine anderen Bäume konnten ihn Licht und somit Wachstum verwehren. Sie strich über die nässende Stelle und nickte für sich selbst. Sie bekam von ihrem Vater gelehrt, welch gutes Holz Kirsche für einen Bogen war. Es war kompliziert zu verarbeiten, ließ sich nur schwer spalten und brachte viele Schnitzer zum Wahnsinn. Doch sie wollte ein Teil des Baumes stets bei sich haben. So er ihr Lebend immer Hoffnung schenkte, konnte er es als stetiger Begleiter wieder. So begann sie den Baumstamm fachgerecht zu spalten. Bis sie zwei Stave gewann, die in einem einwandfreien Zustand waren. Sollte einer der Beiden bei der Trocknung reißen, hatte sie noch Ersatz. Die Kirschen pflückte sie von den Ästen ab in ein Körbchen und stellte es auf die Bank am Teich. Die Vögel würden sich kurze Zeit später darüber hermachen. Das restliche Holz brachte sie zu einem Schreiner, der sich sehr über das Kirschholz freute. So würde jeder Teil des Baumes sinnvoll verwendet werden. Mit den Hölzern kehrte sie in den Orden zurück. Sie lagerte das Holz an einen trockenen Ort im Orden und so vergingen die Jahre.
Der Bogenbau – Momente der Einsamkeit
Der Regen prasselte gegen die Scheibe ihres Hauses. Der Wald, direkt daneben, war schon in Dunkelheit getaucht. Langsam drehte sie sich herum und lauschte dem Regen andächtig. Kerzen flackerten und erhellten den Raum. Stille. Das Haus war schon so lange leer. Langsam ging sie die Treppe hinauf in den ersten Stock. Nun war sie 26 Jahre alt. Den Kleiderschrank öffnend holte sie eine kleine Schatulle hervor. Seit Monaten hatte sie ein seltsames Gefühl. Das Gefühl, dass ihr etwas fehlte. Die Schatulle öffnend, lächelte sie sanft auf als sie den Inhalte erblickte. Ein Ring, von ihrem Vater. Die Haarklammer ihrer Mutter, ein letzter Brief von ihr. Das blaue Band welches sie bei ihrem ersten Kuss trug und.. die Sehne. Sie griff nach dieser und dachte an die Geschichte der beiden Frösche. Leise musste sie auflachen und ließ sich auf das Bett sinken. Doch etwas an dieser schönen Erinnerung machte sie auch traurig, sie hatte keinem den sie zeigen konnte wie man mit den Wald umging. Keinen den sie belehren konnte wie gefährlich manche Tiere sind, wie man Fallen legte. All das was ihr Vater ihr lehrte. Sie hatte kein Kind welchem sie die Geschichte der Frösche erzählen konnte. Mit einem Blick auf die Sehne, rollte sie diese langsam auf und begutachtete die Verarbeitung. Wirklich eine sehr gute Arbeit, sie hatte seither keine so stabile Sehne hergestellt. Mit einer Bewegung erhob sie sich vom Bett, es war soweit. Sie griff nach ihrem Mantel und brach zum Orden auf. Die Wachen ließen sie wie immer wortlos gewähren. Diese waren gewohnt das die Kundschafterin kam und ging wie es ihr passte, auch zu den unmöglichsten Zeiten. Ihr Gang war klar: Sie ging zu ihrem geheimen Trocknungsort. Direkt oberhalb der Krypta, neben dem Wehreingang. Hier schien die Sonne zeitweise in den Orden und kein Regen egal aus welcher Richtung drang ein. Sie begutachtete den Stave. Der Erste war vor einem Jahr gerissen bei der Trocknung. Damals wollte sie schon anfangen den Bogen zu bauen, doch ihr Gefühl sagte ihr, dass der zweite Stave stabiler war. Und sie sollte recht behalten: Kein Riss. Das Holz verfärbte sich schon nach dem ersten Jahr der Trocknung in das typische leicht rötliche Kirschholz.
Es war bereit. Sie ging in ihr altes Zimmer im Orden, hier war sie ungestört und hatte sogar noch einen Karmin der sie wärmte. Das Zimmer war leer geräumt, also ideal um Dreck zu machen. Auf einem Kissen ließ sie sich vor dem knisternden Feuerchen nieder das sie gerade entzündete und fuhr das Holz ab. Langsam begann sie das Holz zu bearbeiten. Die perfekte Größe für einen Bogen war ihr Körpergröße, so stellte sie sich immer wieder auf um das Ende abzuschätzen, als sie die richtige Höhe herausgearbeitet hatte begann sie den Bogen dünner zu machen. Konzentriert arbeitete sie bis in die Nacht. Als ihr Magen sich bemerkbar machte, legte sie die Arbeit nieder und ging in die Ordensküche. Nach einem warmen Essen, Schwester Alexa hatte wieder gekocht, legte sie sich in den Schlafräumen auf ein Bett und schlief sogleich ein.
Schon früh am Morgen brach sie wieder in das Zimmer auf und ging ihrer Arbeit nach. Ihre Gedanken lagen dabei vollends auf der Geschichte, welche sie mit den Beiden Teilen verband. Der Kirschbaum, welcher auch für Hoffnung steht und die Sehne in Erinnerung an ihren Vater der ihr alles beibrachte. Sie schnitzte den Bogenrohling auf seine durchgängige Dicke. Vielleicht zwei ein halb Finger breit, bis auf den Griffbereich. Hier musste der Übergang fließend sein und gleichmäßig. Sie arbeitete ihn schmaler aus als den Rest des Bogens. Bevor sie mit dem Tillern des Bogens begann, pausierte sie noch einmal. Es war das schwierigste am Bogenbau. Sie musste immer wieder den Bogen spannen um Schwachstellen heraus zu arbeiten. Wenn der Bogen an einem Wurfarm zu steif oder zu schwach war, würde er bei einer Spannung vielleicht reißen. Dafür spannte sie den Bogen mit einer Tillersehne und zog ihn auf den Tillerstock auf. Dann begutachtete sie genau die Form. Feinheiten merkte sie sich, nahm die Spannung aus dem Bogen und arbeitete Stückchenweise die steifen oder schwachen Stellen heraus. Das Tillern zog sich hin, über Tage. Es war mühsam und man musste aufpassen, dass man nicht zu viel wegnahm. Mit jedem Tag wurde sie gelassener. Der Bogen würde ein Meisterwerk werden, nicht nur seine Färbung war einmalig. Auch die Form war sehr ästhetisch und galant. Es passte zu ihr. Nach einer Woche bog sich der Bogen gleichmäßig. Stunden begutachtete sie den Bogen auf dem Tillerstock und konnte keine steifen Stellen mehr ausmachen. Er war soweit. Sie begann den Bogen nach und nach mehr zu biegen. Sie ließ ihn eine Zeit so stehen, bis sie ihn noch einmal um ein paar Schritte bog. Derweil fertigte sie die Lederbänder für den Griff an, mehrmals behandelte sie diese. Mit zwei dünnen Lederfäden und dem blauen Band aus der Schatulle flocht sie ein leicht farbiges Stück des Griffs. Dann nahm sie den Bogen aus dem Tillerstock und strich respektvoll über das glatte Holz. Der Griff nahm Gestalt an und passte sich genau der Form des Bogens an. Die leicht blaue Nuance die hervorschimmerte, würde wohl ein außenstehender nicht sehen - Doch sie wusste dass sie da war. Dann nahm sie die Tillersehne aus dem Bogen heraus und arbeitete die Nocken, in welche die Sehne eingelegt wurde, feiner aus.
Der letzte Arbeitsschritt begann zur frühen Morgenstunde. Behutsam legte sie die Sehne, welche sie mit ihrem Vater gemacht hatte, in den Bogen ein. Ein tiefer Atemzug und dann griff sie nach dem Holzöl um den Bogen zu versiegeln. Sorgsam versiegelte sie den Bogen an allen Stellen gleichmäßig und ließ ihn zum Trocknen liegen. Dies war notwendig, damit sie auch bei strömenden Regen jagen gehen konnte. Dann war er fertig. Sie betrachtete den Bogen eine ganze Weile stumm, strich seine Form entlang und bewunderte seine Schönheit. Niemals mehr würde sie einen solchen Bogen erschaffen können, dies war ihr nun bewusst geworden. Er sollte sie ihr Leben lang begleiten, sie hörte davon wie die Krieger und Paladine ihren Schwertern teilweise Namen gaben. Wie ein Geheimnis hüteten sie diesen. Waffen mit Namen waren etwas Besonderes, sie trugen Geschichte mit sich. Auch wenn die Geschichte ihres Bogens erst begann, so war der Hintergrund schon so wertvoll für sie, dass ein Name angebracht war. Und so sollte es sein - Sie nannte ihn: Raja.
Die ersten Sonnenstrahlen brachen durch die Baumkronen hindurch. Die Tautropfen rannen auf dem saftigen Grün der Blätter um die Wette. Leise durchdrang sie den Wald, den Bogen schon in der Hand haltend, lag ihr Blick auf einem Hirsch. Er zupfte einzelne satte Grashalme aus dem Boden einer Lichtung. Als sie den Bogen spannen wollte, blieb sie mit diesem an einem Ast hänge. Im Versuch den Bogen vom Ast zu lösen, raschelte dieser laut. Der Hirsch regte den Kopf empor und rannte aufgeschreckt von der Lichtung hinab. Eine Hand legte sich auf ihre Schulter nieder und eine ruhige tiefe Stimme drang an ihr Ohr: „Das Pirschen, kannst du schon sehr gut.“ Mutlos ließ sie die Schultern hängen und sah zu ihrem Vater empor. „Aber ich habe mich trotzdem verraten.“ Er fuhr seiner Tochter liebevoll durch das lockige Haar und führte sie zurück nach Hause. Wachsam beobachtete die junge Eliana ihren Vater wie er Lein bearbeitete. „Schau Eliana, so musst du es drehen um daraus eine gute Sehne zu machen.“ Sie versuchte sich an der Erklärung und verband die Leinenfasern miteinander. „Da schau!“, präsentierte sie stolz ihre erste Sehne. Der Vater wog seinen Kopf etwas und hielt die Sehnenenden fest, daran gezogen zerriss die Sehne unter der Kraft des Mannes. „Wenn dir das bei der Jagd passiert, verlierst du das Wild wieder und du zerstörst vielleicht sogar den Bogen.“ Enttäuscht ließ sie sich vor ihren Vater nieder und schob die Leinfasern von einer Seite zur anderen. „Ich zeige es dir noch einmal.“ Geduldig beobachtete sie ihren Vater bis in die Abendstunden, wie er eine Sehne herstellte.
Am nächsten Tag versuchte sie sich wieder daran, wachsam beobachtete ihr Vater sie bei der Arbeit. Er erzählte ihr die Geschichte von den zwei Fröschen, welche sie so liebte. „..Schon halb verdurstet kamen sie zu einem Bauernhof und entdeckten in der Speisekammer einen Topf mit frischer fetter Milch. Die Frösche konnten ihr Glück kaum fassen, sie hüpften hinein und tranken, dass es schmatzte. Als sie satt waren, wollten sie wieder heraus. Sie schwammen zum Rand des Kruges, doch weil sie so viel getrunken hatten, kamen sie nicht mehr an ihn heran, so sehr sie auch hampelten und strampelten. Viele Stunden mühten sie sich vergeblich ab.“ Eliana lauschte der vertrauten Stimme, ab und an korrigierte ihr Vater sie bei der Herstellung der Sehne. „Schließlich waren sie so erschöpft, dass sie ihre Beine kaum noch bewegen konnten. Da sagte der eine Frosch: „Was hilft es, wenn wir uns plagen. Es ist aus!“ Damit ließ er sich zu Boden sinken und ertrank.“ Der Vater machte eine Pause und küsste den Schopf seiner Tochter. Die fertige Sehne lag in ihrem Schoß. „Der zweite Frosch aber gab die Hoffnung nicht auf. Er schwamm und strampelte die ganze Nacht, und als am nächsten Morgen die Sonne in die Kammer schien, saß der Frosch auf einem Butterklumpen. Er nahm all seine Kraft zusammen, sprang aus dem Krug und war gerettet.“ Lächelnd blickte Eliana zu ihm auf als er ihre Sehne nahm und begutachtete. „Und was lernen wir daraus?“, fragte er die Tochter mit tadelnden Blick. „Niemals aufgeben, auch wenn die Lage Hoffnungslos scheint.“ Stolz nickte der Vater, zog an der Sehne und sie riss nicht. Doch als er sie in einen Testbogen einlegte, riss sie beim zweiten Spannungsbogen des Vaters. Eliana war nicht enttäuscht, die Geschichten ihres Vaters lehrten sie niemals aufzugeben. Und so mühte sie sich ab, Tag für Tag. Bis sie eine Sehne erstellte die selbst ihren Vater zum Staunen brachte.
Das Holz aus Kirsche – Der Weg der Hoffnung
Vorgeschichte
In ihrer kleinen Kammer rekelte sie sich auf dem Bett. Nach einem feuchten Kuss auf die Nase, erwachte sie endlich. Thiam hüpfte, wohl wissend, dass ihr dieser Kuss wenig gefiel, vom Bett und setzte sich abwartend auf die Hinterläufer. Er war äußert ruhig und wohl sehr gescheit. Er wollte hinaus, schnüffeln, graben, markieren und sein Morgengeschäft verrichten, doch wartete er auf sie. Sie erfüllte ihn also diesen Wunsch, stieg in ihre Lederstiefel und ihre Rüstung um den Morgen wie jeden anderen mit einem Spaziergang zu beginnen. Ihre Eltern waren nicht im Haus, sie vermutete dass ihr Vater die Fallen überprüfte und ihre Mutter wieder zur Stadt unterwegs war. Der Wolf zog sie voran und verschwand mit schnellem Lauf im Dickicht. Sie verweilte einen Moment, normalerweise tauchte er nach dem Abtauchen im Dickicht wieder auf. Spätestens wenn er entdeckte das Mäuse doch immer schneller sein werden als er. Das Bellen hallte durch den Wald wie ein Warnsignal. Sie setzte sich sofort in Bewegung, folgte den Weg von Thiam. Dann verstummte er plötzlich nach einem Jaulen. Sie nahm ihre Beine in die Hand und rannte los. Als erstes sah sie Blut, überall im Dickicht verteilt. Danach erstarrte sie augenblicklich, ein junger Bär tapste über die ihr offenbarende Lichtung. Wo das Jungtier, da die Mutter. Als ihr diese Situation gewahr wurde, ging sie langsam wieder rückwärts, bloß nicht zu schnell. Mütter, die ihre Brut verteidigten, waren gnadenlos. Sie schluckte ihre Trauer hinab, schärfte ihre Sinne.
Wie hatte sie sich nur in diese Lage gebracht, ihr war es noch immer nicht gänzlich klar. Sie saß nun hier, auf einen Vorsprung, an einer Klippe. Unter ihr breitete sich ein Wald aus, doch der Fall bis zum Grund würde ihr das Leben kosten. Über ihr nur Stein. Der Vorsprung war gerade so groß, dass sie sich hinlegen konnte. Es war die Angst, die blanke Angst, die sie an die Klippe trieb. Als sie fiel, schloss sie innerlich mit ihren Leben ab: Ihren griesgrämigen doch liebevollen Vater, der behütenden Mutter, dem kleinen Häuschen am Waldrand, mit dem Wald und ihrem besten Freund. Nachdem sie sich für die Flucht vor der blutigen Lichtung entschied, dauerte es nur Sekunden bis sie das tiefe Brummen des Muttertiers hörte. Auch wenn es eine aussichtslose Absicht war, entschied sie sich für die schnelle Flucht. Sie rannte. Das Bären schneller und ausdauernder als Menschen waren, war in dieser Situation nicht mehr bewusst. Alles verlief so schnell und doch erinnerte sie sich an jede Sekunde. Der Bär trieb sie aus der Tiefe des Waldes hinaus. Die Bäume lichteten sich etwas, das laute Grölen ließ sie zurück blicken. Das Tier hatte sich in einer Falle verfangen und sank zu Boden. Doch die Bärin erhob sich wieder, zerrte an der Falle und rannte weiter. Ein Pfeil schoss der Bärin in die Seite, doch auch dieser hielt sie nicht von ihrer Wut ab. Sie stolperte aus dem Wald heraus, als sie wieder zurück blickte entdeckte sie ihren Vater im Kampf. Er hatte sich der Bärin in den Weg gestellt. Den Blick nickt mehr auf ihren Weg gerichtet, stolperte sie über dessen Ende hinweg – die Klippe hinab. Ihre rechte Hand griff in den Stein um irgendwo Halt zu finden. Sie schlug sich den Unterarm schmerzhaft auf, als sie Halt fand, knackte ihre Schulter geräuschvoll als der Arm aus dem Gelenk sprang. Doch auch dieser Griff, half ihr nicht – bis sie auf einen Vorsprung aufschlug. Das Blut schoss ihr durch die Adern. Die Angst packte sie. Die Angst um ihren Vater, die Angst hier zu sterben. Sie spürte die Schmerzen die ersten Augenblicke gar nicht. War sich ihrer Wunden nicht bewusst. Zu sehr hingen ihre Gedanken bei ihrem Vater. Die Sonne zog am Horizont vorbei und ihre Haut brannte unter der offenen Wunden. In ihrem Überwurf, trug sie immer Bandagen und Kräuter mit sich. Doch war die Menge nur gering, trotz ihrer ausgekugelten Schulter, begann sie sich den Unterarm zu verbinden. Es gelang ihr, doch die Anstrengung war zu stark und sie verfiel in einen tiefen Schlaf.
Ihre aufgeplatzten Lippen zeugten von dem Durst der ihren Körper überschattete. Noch immer war es die Angst, die sie an diesen Ort fesselte. Die Sonne brannte sich in ihre Haut und ließ sie erröten. Diese Hitze bereitete ihr erneute Schmerzen und am dritten Tage verfiel sie in einen Trancezustand. Erst hörte sie den Ruf, danach zog ein Schatten über sie hinweg, als sie ihre Augen zum Himmel hob – erkannte sie einen Adler. Er zog zwei Kreise um sie, rief nochmals aus und zog dann gen Horizont hinweg. Sie konnte das Gefühl nicht zuordnen, welches ihre Glieder durchströmte. Es fühlte sich an wie Feuer, doch tat es nicht weh, es wärmte sie. Erst als der Adler verschwand, richtete sie ihren Oberkörper leicht auf. Er flog fort, war frei. Sie musste hier weg, sie konnte sich nicht auf ihrer Angst ausruhen. Entweder sie würde hier sterben oder fallen und dabei sterben. Mit der linken Hand hielt sie sich an einem Stein fest, zog sich mühsam hinauf und stütze sich mit den Füßen ab. Sie lehnte sich fest an den Stein, versuchte so mit ihren Oberkörper irgendwo halt zu finden um den nächsten Stein, höher zu erreichen. Sie musste leicht springen um ihn zu erreichen – er hielt. Sie zog ihren ausgemergelten Körper hinauf. Ihr Arm zitterte ab der Hälfte des Weges. Als sie den Vorsprung erreichte und sich mit der letzten Kraft hinauf zog, wurde ihr erst bewusst was sie geschafft hatte.
Noch an diesem Abend begrub sie ihren Vater.
Nachdem ihr Schicksal sie aus dem Heimat zog, der Ruf des Adlers in den Ohren. Keimte wieder die Hoffnung in ihrem Herzen auf. Sie wusste nicht wohin ihr Weg sie führte, doch sie war sich sicher bestens dafür vorbereitet zu sein. Ihre Mutter war nach dem Tod des Vaters aus der kleinen Waldhütte in die Stadt gezogen, zurück zu ihrer eigenen Mutter. Das Eliana ihr nicht folgte, war für sie nicht leicht zu verstehen: Doch ihr Weg führte sie woanders hin, das war ihr klar geworden. Nachdem sie Jahre durch die Lande streifte ohne wirkliches Ziel, trat sie vor die Tore des Ordens. Sie hatte schon vieles von diesem gehört, über ihren Weg und die Gemeinschaft. Freundlich begegneten sie ihr und nahmen sie alle in ihre Reihen auf, sie wurde zu Schwester Eliana. Die Weiten von Markweih, kannte sie nach ein paar Wochen wie ihre Westentasche. Ein Obstbaum, an einem kleinen Teich gelegen zog sie immer wieder zu sich. Ein Kirschbaum. Er war im Frühjahr mit den schönsten Blüten schwer behangen und im Sommer tummelten sich Vögel darin um die süßen Früchte zu essen. An seinen Stamm ließ sie sich oft Stunden nieder und kam zur Ruhe. Als sie an einem warmen Tag aus dem Orden aufbrach um in den Wäldern nach dem Rechten zu sehen, ging sie ihren bekannten Weg zu dem Kirschbaum. Doch je näher sie kam, umso unruhiger wurde ihr Herz. Aus der Ferne sah sie den Baum verdächtig wackeln. Ihre Schritte wurden schneller. Als sie einen Mann mit einer Axt den Baum fällen sah, rannte sie los. „Hey!“, rief sie laut und entgeistert. Ihr Atem stockte als der Mann rief: „Achtung! Baum fällt!“, die Kirschbehangenen Äste krachten vor ihre Füße nieder. „Na da habt ihr aber Glück gehabt, Fräulein.“ Fassungslos starrte sie auf den kerngesunden Baum. Kein Wort brachte sie heraus. Erst als der Holzfäller die Axt erneut hob um die Äste vom Hauptstamm zu lösen, erwachte sie aus ihrer Starre. Rasch war sie bei dem Mann, packte seinen Arm und hielt in von einem Schlag ab. „Wagt es nicht..“, zischte sie ihm entgegen. „Hey pack mich nicht an Mädchen, sonst werde ich ungemütlich.“ Eliana schubste ihn weiter zurück, weg von dem gefallenen Kirschbaum. „Dieser Baum war weder krank, noch stand er jüngeren im Licht!“ – „Na wisst ihr nicht das Kirschholz eine schöne Färbung hat? Das bringt gutes Geld für Möbel.“ Und da vergaß sie all ihre angelernte Ruhe, all ihre Geduld. „Verschwindet oder ich fälle euch, wie diesen Baum!“ Mit den Worten griff sie an ihren Rücken nach dem Bogen. Diese Bewegung ließ den Mann dann doch zurück weichen und er verschwand mit seinen Äxten und Wagen überstürzt.
Den Nachmittag saß sie neben dem Baum und trauerte. Sie verfiel in Gebete an Eluive, bat um Verzeihung das sie zu spät war: Das solch eine schöne Schöpfung von ihrem Leib gerissen wurde. Zum späten Nachmittag entschied sie sich, dem Baum einen Sinn zu geben. Sie begann die Äste vom Stamm zu lösen. Dabei behandelte sie das Holz so respektvoll wie es nur ging. Er spendete ihr sehr lange Hoffnung, seine Blüten im Frühjahr waren die ersten Vorboten der warmen Zeit nach dem kalten Winter. Seine süßen Früchte im Sommer, schenkten so vielen Vögeln einen vollen Magen. Als sie alle Äste löste, begutachtete sie sich den Stamm. Die Altersringe waren in einem gleichmäßigen Abstand zueinander und relativ groß. Dies resultierte wohl aus dem freien Stand auf der Wiese. Keine anderen Bäume konnten ihn Licht und somit Wachstum verwehren. Sie strich über die nässende Stelle und nickte für sich selbst. Sie bekam von ihrem Vater gelehrt, welch gutes Holz Kirsche für einen Bogen war. Es war kompliziert zu verarbeiten, ließ sich nur schwer spalten und brachte viele Schnitzer zum Wahnsinn. Doch sie wollte ein Teil des Baumes stets bei sich haben. So er ihr Lebend immer Hoffnung schenkte, konnte er es als stetiger Begleiter wieder. So begann sie den Baumstamm fachgerecht zu spalten. Bis sie zwei Stave gewann, die in einem einwandfreien Zustand waren. Sollte einer der Beiden bei der Trocknung reißen, hatte sie noch Ersatz. Die Kirschen pflückte sie von den Ästen ab in ein Körbchen und stellte es auf die Bank am Teich. Die Vögel würden sich kurze Zeit später darüber hermachen. Das restliche Holz brachte sie zu einem Schreiner, der sich sehr über das Kirschholz freute. So würde jeder Teil des Baumes sinnvoll verwendet werden. Mit den Hölzern kehrte sie in den Orden zurück. Sie lagerte das Holz an einen trockenen Ort im Orden und so vergingen die Jahre.
Der Bogenbau – Momente der Einsamkeit
Der Regen prasselte gegen die Scheibe ihres Hauses. Der Wald, direkt daneben, war schon in Dunkelheit getaucht. Langsam drehte sie sich herum und lauschte dem Regen andächtig. Kerzen flackerten und erhellten den Raum. Stille. Das Haus war schon so lange leer. Langsam ging sie die Treppe hinauf in den ersten Stock. Nun war sie 26 Jahre alt. Den Kleiderschrank öffnend holte sie eine kleine Schatulle hervor. Seit Monaten hatte sie ein seltsames Gefühl. Das Gefühl, dass ihr etwas fehlte. Die Schatulle öffnend, lächelte sie sanft auf als sie den Inhalte erblickte. Ein Ring, von ihrem Vater. Die Haarklammer ihrer Mutter, ein letzter Brief von ihr. Das blaue Band welches sie bei ihrem ersten Kuss trug und.. die Sehne. Sie griff nach dieser und dachte an die Geschichte der beiden Frösche. Leise musste sie auflachen und ließ sich auf das Bett sinken. Doch etwas an dieser schönen Erinnerung machte sie auch traurig, sie hatte keinem den sie zeigen konnte wie man mit den Wald umging. Keinen den sie belehren konnte wie gefährlich manche Tiere sind, wie man Fallen legte. All das was ihr Vater ihr lehrte. Sie hatte kein Kind welchem sie die Geschichte der Frösche erzählen konnte. Mit einem Blick auf die Sehne, rollte sie diese langsam auf und begutachtete die Verarbeitung. Wirklich eine sehr gute Arbeit, sie hatte seither keine so stabile Sehne hergestellt. Mit einer Bewegung erhob sie sich vom Bett, es war soweit. Sie griff nach ihrem Mantel und brach zum Orden auf. Die Wachen ließen sie wie immer wortlos gewähren. Diese waren gewohnt das die Kundschafterin kam und ging wie es ihr passte, auch zu den unmöglichsten Zeiten. Ihr Gang war klar: Sie ging zu ihrem geheimen Trocknungsort. Direkt oberhalb der Krypta, neben dem Wehreingang. Hier schien die Sonne zeitweise in den Orden und kein Regen egal aus welcher Richtung drang ein. Sie begutachtete den Stave. Der Erste war vor einem Jahr gerissen bei der Trocknung. Damals wollte sie schon anfangen den Bogen zu bauen, doch ihr Gefühl sagte ihr, dass der zweite Stave stabiler war. Und sie sollte recht behalten: Kein Riss. Das Holz verfärbte sich schon nach dem ersten Jahr der Trocknung in das typische leicht rötliche Kirschholz.
Es war bereit. Sie ging in ihr altes Zimmer im Orden, hier war sie ungestört und hatte sogar noch einen Karmin der sie wärmte. Das Zimmer war leer geräumt, also ideal um Dreck zu machen. Auf einem Kissen ließ sie sich vor dem knisternden Feuerchen nieder das sie gerade entzündete und fuhr das Holz ab. Langsam begann sie das Holz zu bearbeiten. Die perfekte Größe für einen Bogen war ihr Körpergröße, so stellte sie sich immer wieder auf um das Ende abzuschätzen, als sie die richtige Höhe herausgearbeitet hatte begann sie den Bogen dünner zu machen. Konzentriert arbeitete sie bis in die Nacht. Als ihr Magen sich bemerkbar machte, legte sie die Arbeit nieder und ging in die Ordensküche. Nach einem warmen Essen, Schwester Alexa hatte wieder gekocht, legte sie sich in den Schlafräumen auf ein Bett und schlief sogleich ein.
Schon früh am Morgen brach sie wieder in das Zimmer auf und ging ihrer Arbeit nach. Ihre Gedanken lagen dabei vollends auf der Geschichte, welche sie mit den Beiden Teilen verband. Der Kirschbaum, welcher auch für Hoffnung steht und die Sehne in Erinnerung an ihren Vater der ihr alles beibrachte. Sie schnitzte den Bogenrohling auf seine durchgängige Dicke. Vielleicht zwei ein halb Finger breit, bis auf den Griffbereich. Hier musste der Übergang fließend sein und gleichmäßig. Sie arbeitete ihn schmaler aus als den Rest des Bogens. Bevor sie mit dem Tillern des Bogens begann, pausierte sie noch einmal. Es war das schwierigste am Bogenbau. Sie musste immer wieder den Bogen spannen um Schwachstellen heraus zu arbeiten. Wenn der Bogen an einem Wurfarm zu steif oder zu schwach war, würde er bei einer Spannung vielleicht reißen. Dafür spannte sie den Bogen mit einer Tillersehne und zog ihn auf den Tillerstock auf. Dann begutachtete sie genau die Form. Feinheiten merkte sie sich, nahm die Spannung aus dem Bogen und arbeitete Stückchenweise die steifen oder schwachen Stellen heraus. Das Tillern zog sich hin, über Tage. Es war mühsam und man musste aufpassen, dass man nicht zu viel wegnahm. Mit jedem Tag wurde sie gelassener. Der Bogen würde ein Meisterwerk werden, nicht nur seine Färbung war einmalig. Auch die Form war sehr ästhetisch und galant. Es passte zu ihr. Nach einer Woche bog sich der Bogen gleichmäßig. Stunden begutachtete sie den Bogen auf dem Tillerstock und konnte keine steifen Stellen mehr ausmachen. Er war soweit. Sie begann den Bogen nach und nach mehr zu biegen. Sie ließ ihn eine Zeit so stehen, bis sie ihn noch einmal um ein paar Schritte bog. Derweil fertigte sie die Lederbänder für den Griff an, mehrmals behandelte sie diese. Mit zwei dünnen Lederfäden und dem blauen Band aus der Schatulle flocht sie ein leicht farbiges Stück des Griffs. Dann nahm sie den Bogen aus dem Tillerstock und strich respektvoll über das glatte Holz. Der Griff nahm Gestalt an und passte sich genau der Form des Bogens an. Die leicht blaue Nuance die hervorschimmerte, würde wohl ein außenstehender nicht sehen - Doch sie wusste dass sie da war. Dann nahm sie die Tillersehne aus dem Bogen heraus und arbeitete die Nocken, in welche die Sehne eingelegt wurde, feiner aus.
Der letzte Arbeitsschritt begann zur frühen Morgenstunde. Behutsam legte sie die Sehne, welche sie mit ihrem Vater gemacht hatte, in den Bogen ein. Ein tiefer Atemzug und dann griff sie nach dem Holzöl um den Bogen zu versiegeln. Sorgsam versiegelte sie den Bogen an allen Stellen gleichmäßig und ließ ihn zum Trocknen liegen. Dies war notwendig, damit sie auch bei strömenden Regen jagen gehen konnte. Dann war er fertig. Sie betrachtete den Bogen eine ganze Weile stumm, strich seine Form entlang und bewunderte seine Schönheit. Niemals mehr würde sie einen solchen Bogen erschaffen können, dies war ihr nun bewusst geworden. Er sollte sie ihr Leben lang begleiten, sie hörte davon wie die Krieger und Paladine ihren Schwertern teilweise Namen gaben. Wie ein Geheimnis hüteten sie diesen. Waffen mit Namen waren etwas Besonderes, sie trugen Geschichte mit sich. Auch wenn die Geschichte ihres Bogens erst begann, so war der Hintergrund schon so wertvoll für sie, dass ein Name angebracht war. Und so sollte es sein - Sie nannte ihn: Raja.
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Eliana Dyrion
Die Dunkelheit legte sich wie ein dickes Tuch über den Wald. Der kalte Wind zerrte an ihrer dunkler Kleidung. Der Blick auf der Straße unterhalb ihres Astes auf welchen sie in der Hocke verweilte. Der Schnee glitzerte im Mondlicht wie tausend kleine Kristalle. Da hörte sie Stimmen, laut und deutlich vom Schnaps gezeichnet. Die Banditen in den hiesigen Wäldern hörten nicht auf ihre Schindluder zu treiben. Sie bedrohten Menschen, töteten sie wenn sie nicht genug Gold heraus rückten. Welcher Lebensumstand auch immer zu diesen Taten führte: Die Freiheit des Einzelnen endete bei der Freiheit des Anderen. Ihr Atem ging ruhig, ehe ein Pfeil sich von ihrer Sehne löste und den ersten Banditen niederstreckte. Noch bevor sich die anderen der Bande bewusst wurden woher der Schuss kam, ging der Zweite in die Knie. Dann schwang sie sich von dem Ast hinab. Einen Pfeil in den Bogen eingelegt, visierte sie den Rücken der letzten Beiden an. Einer der Männer bemerkte sie, rief auf und rannte auf sie zu. Sie ging zurück um ihn auf Distanz zu halten um ihn dann den Pfeil in die Brust zu schießen. Stöhnend sank er auf das Knie hinab. Der letzte Bandit gelangte zu ihr, einen Hieb mit seinem Schwert wich sie aus um ihren Degen zu ziehen. Zwei betrunkene ungenaue Schläge ausweichend, stieß sie in einer Bewegung voran und versenkte den Degen. Die auf den Boden gefallenen Fackeln zeichneten das Blut im Schnee fackelnd ab. Sie sank auf ihre Knie und schloss ihre Augenlider. „Heute ist ein dunkler Tag, vier Wesen deiner Schöpfung habe ich aus dem Leben gerissen um ihren dunklen Taten Einhalt zu gebieten. Mögen sie nun in das Licht übergehen.“ Begann sie leise ein Gebet. „Gebiete mir deine ebnen Wege und die schützenden Schwingen deiner Tochter, bis das ich die nächste Beichte und eine Buße ablegen kann.“ Danach öffnete sie ihre himmelblauen Augen wieder und betrachtete die vier Körper. Sie zog die Leichen auf eine freie Stelle und legte sie übereinander, mit trockenen Holz tat sie sich schwer zu dieser Jahreszeit. Doch nachdem sie genug beisammen hatte, leuchteten die Flammen um die Körper. Ihre Körper wurden nun dem Licht übergeben. Früher hatte die Bruderschaft, so hörte sie es zumindest, alle Menschen verbrannt die in ihren Augen Ketzer waren. Sie konnte sich ein solches Verhalten nicht vorstellen. Gerüchten sollte man eh wenig glauben schenken, dies lernte sie in ihrem Leben. Im Dickicht zurück gezogen, beobachtete sie die Flammen auf der Wiese. Nachdem diese nur noch einer kleinen Glut glichen zog sie sich zurück. Es bestand nun keine Gefahr mehr für die nächstgelegenen Bäume und Büsche.
Als die Sonne über den Horizont hinauf zog und die Dämmerung die Nacht ablöste, kam sie in Kronwalden an. Das Gatter quietschte leise als sie in den Vorgarten schritt. Der Blick über die Schulter betrachtete sie eine Zeit lang das Haus ihres gegenüberliegenden Nachbars. Ein mildes, doch betrübtes Lächeln umspielte ihre Lippen als sie sich abwandte. Baccus wartete im kleinen Unterstand, schnaubend und zupfte Heu aus dem gebunden Ballen. Ein bekanntes Bild zeigte sich in ihrem Haus ab: Leere. Sie entzündete die Kerzen und ließ sich seufzend auf einem Stuhl nieder. Eine sehr anstrengende Nacht fand sein Ende, wieder war es ruhig – bis auf Banditen – in Markweih. Keine Gefahr umgab den Orden und seine Mitglieder, also konnte sie sich den Tag über ausruhen ohne zum Orden aufzubrechen und Bericht zu erstatten. Mit einem Kohlestift zeichnete sie auf leeres Pergament. Das zeichnen half häufig ihre Gedanken zu fokussieren.
Das Gespräch mit Alexa brachte sie noch etwas zum grübeln. Bildete sie sich zur Zeit manche Dinge wirklich ein? Vielleicht war sie in den letzten Tagen etwas sensibler geworden, aufgrund ihrer persönlichen Gefühlslage. Wenn dies nun schon Einfluss auf ihre Wahrnehmung nahm, war es gefährlich. Alexa war wie immer ein ruhiger Mittelpunkt im Orden für sie. Bei ihr wusste sie, egal zu welcher Tagesstunde, sie hatte ein offenes Ohr und stets wahre Worte. Sie vollzog noch ein paar Kohlestriche und lächelte als sie kurz das werdende Bild betrachtete. Dann zeichnete sie motiviert weiter. Quarius war wieder im Orden, es gab Zeiten da war er fast Wochenlang auf Reise. Danach wirkte er immer in sich gekehrt. Seine Schulter war in der Vergangenheit so große Stütze für sie gewesen. Er hatte immer Sorge um sie, geleitete sie nach Hause – obwohl sie doch über den Orden und dessen Umgebung wachte. Und dann war da ihr Nachbar, ein Freund außerhalb der Mauern des Ordens. Er war der Einzige der manche Abende ihr Haus mit Leben füllte. Er war viel mehr als ein Freund geworden, eher ein Vertrauter den sie so schnell nicht mehr missen wollte. Für ihn würde sie, wie für ihre Geschwister, kämpfen und zur Not sterben. Auch er machte sich Sorgen um sie. Hatte sie etwas hilfsbedürftiges an sich? Als sie den Kohlestift beiseite legte, zeichnete sich der Körper Avezias mit einem gefüllten Früchtekorb ab. Sie vermisste den Frühling, Avezia kam genau in der Winterzeit wieder. Es muss für sie eine schwere Jahreszeit sein. Sie hatte zwar noch die Tiere aber das Feld blieb kahl. Eine Zeit der Stille, dies war der Winter. Mit Avezia sprach sie seit ihrer Ankunft kaum ein Wort, dies musste sie dringend ändern. Das Pergament beiseite geschoben, erhob sie sich. Da fiel ihr auch ein, dass sie bald einen Unterricht machen mussten. Nun hatten sie schon zwei Schüler im Orden, Alexander und Niowe. Diese benötigten, auch wenn sie teilweise Knappen oder gar Ritter waren, doch zumindest ein Grundverständnis darüber wie der Orden Temoras Glauben lebte und wie sie zusammen agierten in der Öffentlichkeit. Und andere im Orden, darunter auch sie, bräuchten mal wieder eine Auffrischung in so manche Themen. Sie löschte die Lichter im Erdgeschoss und ging hinauf um sich schlafen zu legen. Die Sonne war gänzlich aufgegangen, als sie endlich Schlaf fand.
Als die Sonne über den Horizont hinauf zog und die Dämmerung die Nacht ablöste, kam sie in Kronwalden an. Das Gatter quietschte leise als sie in den Vorgarten schritt. Der Blick über die Schulter betrachtete sie eine Zeit lang das Haus ihres gegenüberliegenden Nachbars. Ein mildes, doch betrübtes Lächeln umspielte ihre Lippen als sie sich abwandte. Baccus wartete im kleinen Unterstand, schnaubend und zupfte Heu aus dem gebunden Ballen. Ein bekanntes Bild zeigte sich in ihrem Haus ab: Leere. Sie entzündete die Kerzen und ließ sich seufzend auf einem Stuhl nieder. Eine sehr anstrengende Nacht fand sein Ende, wieder war es ruhig – bis auf Banditen – in Markweih. Keine Gefahr umgab den Orden und seine Mitglieder, also konnte sie sich den Tag über ausruhen ohne zum Orden aufzubrechen und Bericht zu erstatten. Mit einem Kohlestift zeichnete sie auf leeres Pergament. Das zeichnen half häufig ihre Gedanken zu fokussieren.
Das Gespräch mit Alexa brachte sie noch etwas zum grübeln. Bildete sie sich zur Zeit manche Dinge wirklich ein? Vielleicht war sie in den letzten Tagen etwas sensibler geworden, aufgrund ihrer persönlichen Gefühlslage. Wenn dies nun schon Einfluss auf ihre Wahrnehmung nahm, war es gefährlich. Alexa war wie immer ein ruhiger Mittelpunkt im Orden für sie. Bei ihr wusste sie, egal zu welcher Tagesstunde, sie hatte ein offenes Ohr und stets wahre Worte. Sie vollzog noch ein paar Kohlestriche und lächelte als sie kurz das werdende Bild betrachtete. Dann zeichnete sie motiviert weiter. Quarius war wieder im Orden, es gab Zeiten da war er fast Wochenlang auf Reise. Danach wirkte er immer in sich gekehrt. Seine Schulter war in der Vergangenheit so große Stütze für sie gewesen. Er hatte immer Sorge um sie, geleitete sie nach Hause – obwohl sie doch über den Orden und dessen Umgebung wachte. Und dann war da ihr Nachbar, ein Freund außerhalb der Mauern des Ordens. Er war der Einzige der manche Abende ihr Haus mit Leben füllte. Er war viel mehr als ein Freund geworden, eher ein Vertrauter den sie so schnell nicht mehr missen wollte. Für ihn würde sie, wie für ihre Geschwister, kämpfen und zur Not sterben. Auch er machte sich Sorgen um sie. Hatte sie etwas hilfsbedürftiges an sich? Als sie den Kohlestift beiseite legte, zeichnete sich der Körper Avezias mit einem gefüllten Früchtekorb ab. Sie vermisste den Frühling, Avezia kam genau in der Winterzeit wieder. Es muss für sie eine schwere Jahreszeit sein. Sie hatte zwar noch die Tiere aber das Feld blieb kahl. Eine Zeit der Stille, dies war der Winter. Mit Avezia sprach sie seit ihrer Ankunft kaum ein Wort, dies musste sie dringend ändern. Das Pergament beiseite geschoben, erhob sie sich. Da fiel ihr auch ein, dass sie bald einen Unterricht machen mussten. Nun hatten sie schon zwei Schüler im Orden, Alexander und Niowe. Diese benötigten, auch wenn sie teilweise Knappen oder gar Ritter waren, doch zumindest ein Grundverständnis darüber wie der Orden Temoras Glauben lebte und wie sie zusammen agierten in der Öffentlichkeit. Und andere im Orden, darunter auch sie, bräuchten mal wieder eine Auffrischung in so manche Themen. Sie löschte die Lichter im Erdgeschoss und ging hinauf um sich schlafen zu legen. Die Sonne war gänzlich aufgegangen, als sie endlich Schlaf fand.
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Gast
Sich auf ihr Fell hinab legend, stierte sie gegen die Decke. Ihre Gedanken kreisten sich um den vergangenen Abend.
Sie hatte lange mit sich gehadert, lange darüber nachgedacht ob sie wirklich diesen Weg weiter gehen sollte. Mit jeder Woche die Bruder Mandred länger auf reisen war, wurde die Leere in ihr Größer. War ihr Wunsch, im Namen der Göttin zu streiten und ihre Lehre, ihr Licht in die Welt zu tragen von ihm abhängig? Lange hatte sie sich darüber Gedanken gemacht, es zum Teil ihrer täglichen Gebete und Einkehr in der Kirche auserkoren. So füllte sich die Leere langsam mit Gewissheit. Der Gewissheit darüber wie sie diese Leere füllen konnte: Mit der ganzen Liebe und Hingabe zu ihren Ordensgeschwistern und jenen lichten Weg den sie gemeinsam beschritten. Das Leben im Orden sollte noch einen größeren Stellenwert in ihrem Leben einnehmen. Im Ganzen für ihre Geschwister da zu sein und ihnen zu helfen auf ihren Wegen, dies war es was ihr Leben nun erfüllen sollte. Alexa, welche Thea zur Zeit vermisste und für Eliana all die Jahre hindurch immer ein offenes Ohr hatte. Tarnya, die drohte sich immer mehr zu verschließen, sie zum Lächeln zu bringen machte sich Eliana täglich zur Aufgabe. Niowe, welche als junge Wächterin mehr auf den Schultern zu tragen schien, als sie ihren Geschwistern anvertrauen wollte. Avezia, die fleißig die Felder bestellte und eine tiefe Zufriedenheit ausstrahlte. Earon, der mit seinem Glauben an die Allmutter ihr Herz bestärkte, seine Anwesenheit im Orden war eine Stütze für ihren Glauben an die Mutter. Tiberias, den wiederkehrenden Sohn, dessen Geschichten sie unbedingt noch lauschen musste. Farion, der mit seinem Licht, seiner Güte und Ruhe das Herz des Ordens war. In seinem Blick fühlte man sich geborgen, als würde durch den Paladin die Göttin auf uns alle hinab lächeln.
Doch erst als sie sich wirklich sicher war, konnte sie vor den Pater treten. So beschritt sie die Wege zu dem Schrein der Tugend, welcher ihr in so vielen Stunden als Rückzugsort diente. Im Wald sich zu bewegen, versteckte Pfade zu beschreiten, dies konnte sie. Doch ein anführendes Licht zu sein? Sie ließ sich am Schrein der Demut sinken und schloss ihre Augen. Ein demütiges Herz. Sie hatte keine Zweifel an sich, sie war gestärkt im Glauben, seitdem sie auf diesen Weg geführt wurde. Mutter wie Tochter waren ihre Patronen. Man konnte die Liebe und Hingabe zu ihnen nicht werten.
So sehe ich mich selbst, kniend vor deinem Licht. Ich erkenne meinen Platz, deine Hoffnung in die Welt zu tragen. Nicht ich selbst kann mich erwählen, meine Brüder und Schwestern eine Stütze im Glauben zu sein. So stelle ich mich vor dich und warte demütigst auf dein Wort.
Wissend was sie tun musste fand sie sich im Büro von Mandred wieder und wartete auf Farion. Der Paladin war der Göttin näher als jeder andere den sie kannte. Er war ihr Wort. So er es in ihr sah, würde sie den Weg demütig beschreiten. Wenn er entschied, dass sie nicht dafür bereit war, würde sie dies auch nicht traurig stimmen: Sie wusste wie wertvoll ihr Licht nun schon im Orden war und das stimmte sie glücklich. Die Tür öffnete sich leise und Farion trat ein…
Morgen würde er ihr von seiner Einkehr berichten. Mit diesen Gedanken, fand sie schlaf.
Sie hatte lange mit sich gehadert, lange darüber nachgedacht ob sie wirklich diesen Weg weiter gehen sollte. Mit jeder Woche die Bruder Mandred länger auf reisen war, wurde die Leere in ihr Größer. War ihr Wunsch, im Namen der Göttin zu streiten und ihre Lehre, ihr Licht in die Welt zu tragen von ihm abhängig? Lange hatte sie sich darüber Gedanken gemacht, es zum Teil ihrer täglichen Gebete und Einkehr in der Kirche auserkoren. So füllte sich die Leere langsam mit Gewissheit. Der Gewissheit darüber wie sie diese Leere füllen konnte: Mit der ganzen Liebe und Hingabe zu ihren Ordensgeschwistern und jenen lichten Weg den sie gemeinsam beschritten. Das Leben im Orden sollte noch einen größeren Stellenwert in ihrem Leben einnehmen. Im Ganzen für ihre Geschwister da zu sein und ihnen zu helfen auf ihren Wegen, dies war es was ihr Leben nun erfüllen sollte. Alexa, welche Thea zur Zeit vermisste und für Eliana all die Jahre hindurch immer ein offenes Ohr hatte. Tarnya, die drohte sich immer mehr zu verschließen, sie zum Lächeln zu bringen machte sich Eliana täglich zur Aufgabe. Niowe, welche als junge Wächterin mehr auf den Schultern zu tragen schien, als sie ihren Geschwistern anvertrauen wollte. Avezia, die fleißig die Felder bestellte und eine tiefe Zufriedenheit ausstrahlte. Earon, der mit seinem Glauben an die Allmutter ihr Herz bestärkte, seine Anwesenheit im Orden war eine Stütze für ihren Glauben an die Mutter. Tiberias, den wiederkehrenden Sohn, dessen Geschichten sie unbedingt noch lauschen musste. Farion, der mit seinem Licht, seiner Güte und Ruhe das Herz des Ordens war. In seinem Blick fühlte man sich geborgen, als würde durch den Paladin die Göttin auf uns alle hinab lächeln.
Doch erst als sie sich wirklich sicher war, konnte sie vor den Pater treten. So beschritt sie die Wege zu dem Schrein der Tugend, welcher ihr in so vielen Stunden als Rückzugsort diente. Im Wald sich zu bewegen, versteckte Pfade zu beschreiten, dies konnte sie. Doch ein anführendes Licht zu sein? Sie ließ sich am Schrein der Demut sinken und schloss ihre Augen. Ein demütiges Herz. Sie hatte keine Zweifel an sich, sie war gestärkt im Glauben, seitdem sie auf diesen Weg geführt wurde. Mutter wie Tochter waren ihre Patronen. Man konnte die Liebe und Hingabe zu ihnen nicht werten.
So sehe ich mich selbst, kniend vor deinem Licht. Ich erkenne meinen Platz, deine Hoffnung in die Welt zu tragen. Nicht ich selbst kann mich erwählen, meine Brüder und Schwestern eine Stütze im Glauben zu sein. So stelle ich mich vor dich und warte demütigst auf dein Wort.
Wissend was sie tun musste fand sie sich im Büro von Mandred wieder und wartete auf Farion. Der Paladin war der Göttin näher als jeder andere den sie kannte. Er war ihr Wort. So er es in ihr sah, würde sie den Weg demütig beschreiten. Wenn er entschied, dass sie nicht dafür bereit war, würde sie dies auch nicht traurig stimmen: Sie wusste wie wertvoll ihr Licht nun schon im Orden war und das stimmte sie glücklich. Die Tür öffnete sich leise und Farion trat ein…
Morgen würde er ihr von seiner Einkehr berichten. Mit diesen Gedanken, fand sie schlaf.
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Gast
Leise Hufschläge im Takt eines langsamen Pferdeschritts hallten vom Stadttor wieder. Die Nacht war schon längst eingekehrt, Atemwölkchen stiegen aus den Nüstern des Tieres. Leises klacken von Pferdegeschirr erklang. Sie hatte keine Eile auch wenn ihre Kleidung nach Ettinblut roch und ihr Gesicht beschmutzt war. Nach Adoran war der Weg noch lang und die Nacht war schon angebrochen, so blieb sie mit dem Pferd nach dem Tor stehen und hob ihren Blick in die Berghäuser hinauf. Der Winter ließ die Tage schier unendlich werden. Das Jahr war vorüber und es brachte ihr fast nur Schmerz und Rückschläge. Der letzte Schmerz war Fineas. Einen Freund, welchen sie verloren hatte da sie nicht erwidern konnte was er fühlte. Ihr Herz krampfte sich zusammen wenn sie daran dachte. Doch was konnte sie tun? Außer ihm Zeit geben und hoffen. Hoffen darauf dass er als Freund einst wiederkehren würde. Dann war da noch ihr ehemaliger Verlobter, der in ihren Gefühlen alte Wunden aufriss und sie schmerzhaft an Mandred erinnert wurde: Sie konnte es nicht mehr. Doch der Verlust der am schwersten wog, war das verlorene zu Hause. Die Tage zogen dahin und sie erwachte manchmal noch immer mit den ersten Gedanken sie wäre in ihrem Bett im Orden. Doch neben all dem Leid und den Rückschlägen, gab es auch erfreuliches. Allen voran, neue Banden die geknüpft wurden. Neue und alte Bekanntschaften die nun in ihr Leben traten und ihr die Hand reichten. Es half, nicht viel zwar, aber es wärmte ihr das Herz.
Das Pferd hielt vor einem Holzhaus an, die schwang sich langsam vom Sattel und befestigte die Zügel an einem Pfosten. Das Tier wurde der Sattel abgenommen und eine wärmende Decke über den Rücken gelegt. Langsamen Schrittes ging sie die Treppe hinauf und zog ihren Schlüsselbund hervor. Erfreulich und schön war auch der Zuwachs den der Orden erfuhr. Noch vor und während des Krieges stießen Antorius, Xavier und Thalu zu ihnen. Brüder an dessen Schulter sie mit Stolz im Schlachtfeld stand. Und dann war da Baznuk, der erst vor ein paar Tagen zu ihnen stieß. Sie lernte ihn ebenfalls in der Schlacht kennen und er half mit Alaric allen voran bei dem Versuch den Orden wieder zu erobern. Mit einem Lächeln dachte sie an den Kaluren während sie in die warme Stube ging. Sie lenkte ihren Blick durch den bescheidenen eingerichteten Raum. Auf dem Regal lag ein Zweihänder, an der Wand standen Trankfässer, Stiefel reiten sich auf wobei ein paar besonders heraus geputzt war. Es war das Haus eines Kriegers, eines Gardisten, dies sah man wohl auf Anhieb. Langsam entledigte sie sich des Mantels und stieg die Treppe hinauf, darauf bedacht trotz knirschender Treppenstufen leise zu sein. Oben angekommen zog sich ein Lächeln über die Züge hinweg, während sie den schlafenden Balian einen Moment betrachtete. Weiterhin im Versuch leise zu sein, wusch sie sich die Jagd von den Zügen und den Händen, zog sich ein lockeres Gewand über und trat schleichend zu ihm ans Bett. Er erwachte wohl nur halb als sie sich zu ihm legte, machte ihr Platz und schloss sie in seine Arme, ehe sie wieder seinen gleichmäßigen Atem hörte. Ja, neben all den Rückschlägen gab es auch sehr erfreuliches dieser Tage.. und so schlief sie mit einem kleinen Lächeln auf ihren Zügen ein.
Das Pferd hielt vor einem Holzhaus an, die schwang sich langsam vom Sattel und befestigte die Zügel an einem Pfosten. Das Tier wurde der Sattel abgenommen und eine wärmende Decke über den Rücken gelegt. Langsamen Schrittes ging sie die Treppe hinauf und zog ihren Schlüsselbund hervor. Erfreulich und schön war auch der Zuwachs den der Orden erfuhr. Noch vor und während des Krieges stießen Antorius, Xavier und Thalu zu ihnen. Brüder an dessen Schulter sie mit Stolz im Schlachtfeld stand. Und dann war da Baznuk, der erst vor ein paar Tagen zu ihnen stieß. Sie lernte ihn ebenfalls in der Schlacht kennen und er half mit Alaric allen voran bei dem Versuch den Orden wieder zu erobern. Mit einem Lächeln dachte sie an den Kaluren während sie in die warme Stube ging. Sie lenkte ihren Blick durch den bescheidenen eingerichteten Raum. Auf dem Regal lag ein Zweihänder, an der Wand standen Trankfässer, Stiefel reiten sich auf wobei ein paar besonders heraus geputzt war. Es war das Haus eines Kriegers, eines Gardisten, dies sah man wohl auf Anhieb. Langsam entledigte sie sich des Mantels und stieg die Treppe hinauf, darauf bedacht trotz knirschender Treppenstufen leise zu sein. Oben angekommen zog sich ein Lächeln über die Züge hinweg, während sie den schlafenden Balian einen Moment betrachtete. Weiterhin im Versuch leise zu sein, wusch sie sich die Jagd von den Zügen und den Händen, zog sich ein lockeres Gewand über und trat schleichend zu ihm ans Bett. Er erwachte wohl nur halb als sie sich zu ihm legte, machte ihr Platz und schloss sie in seine Arme, ehe sie wieder seinen gleichmäßigen Atem hörte. Ja, neben all den Rückschlägen gab es auch sehr erfreuliches dieser Tage.. und so schlief sie mit einem kleinen Lächeln auf ihren Zügen ein.
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Gast
Der Blick benebelt, sah sie gen Decke hinauf. Erblickte die Gesichter all jener die sie Liebte und die sie liebten, Alexa ihre gute Freundin. Farion ihre Vaterfigur. Mandred ihre erste große Liebe. Earon der sie stets aufmunterte. Malachai der verborgene lange Freund. Alexander der immer ein Ohr für sie hatte. Xaver mit dem die Gespräche nie enden wollten und dann sah sie Balian, ihren Mann und mit einem Lächeln auf den Zügen legten sich die weißen Schwingen um sie.
Was zuvor geschah..
Ein schlichter Kampf, ein simpler Kampf. Nichts bedeutsames. Eine von vielen Wunden in ihrem Leben. - Doch sie sollte sich irren. Nachdem sie zu Hause zurück war, begann die Wunde zu brennen. Auch das kannte sie noch gut, so versorgte sie ihr Bein erst einmal selbst und legte sich zu Bett. Am nächsten Morgen erwachte sie jedoch mit fiebriger Stirn und Übelkeit. Sie konnte sich gerade aus dem Bett zum Nachbarn schleppen, jene holten dann wohl wirklich einen Heiler, denn als sie das nächste Mal die Augen öffnete erblickte sie einen Fremden an ihrem Bett knieend. Irgendetwas sprach er, Wundbrand..? Wäre sie nur direkt zum Heiler gegangen, doch wer vermutet schon das sich eine normale Wunde so entwickelt. Irgendwann schüttelte der Heiler wohl den Kopf, während sich ihr Körper wieder zusammen krampfte. Er kämpfte, doch ihr Geist war schon längst am Aufgeben. Irgendwann ist es genug. Irgendwann hat man zu lange auf eine Person eingeschlagen. Wenn man alles verliert, was bleibt einem dann noch? Sollte man dann nicht einfach loslassen. Und so tat sie es. Vielleicht hätte ein starker Geist den Wundbrand besiegt. Doch Eliana starb an dem darauffolgenden Tag in ihrem Bett. Mit den Gedanken an all jene die sie prägten.
Was zuvor geschah..
Ein schlichter Kampf, ein simpler Kampf. Nichts bedeutsames. Eine von vielen Wunden in ihrem Leben. - Doch sie sollte sich irren. Nachdem sie zu Hause zurück war, begann die Wunde zu brennen. Auch das kannte sie noch gut, so versorgte sie ihr Bein erst einmal selbst und legte sich zu Bett. Am nächsten Morgen erwachte sie jedoch mit fiebriger Stirn und Übelkeit. Sie konnte sich gerade aus dem Bett zum Nachbarn schleppen, jene holten dann wohl wirklich einen Heiler, denn als sie das nächste Mal die Augen öffnete erblickte sie einen Fremden an ihrem Bett knieend. Irgendetwas sprach er, Wundbrand..? Wäre sie nur direkt zum Heiler gegangen, doch wer vermutet schon das sich eine normale Wunde so entwickelt. Irgendwann schüttelte der Heiler wohl den Kopf, während sich ihr Körper wieder zusammen krampfte. Er kämpfte, doch ihr Geist war schon längst am Aufgeben. Irgendwann ist es genug. Irgendwann hat man zu lange auf eine Person eingeschlagen. Wenn man alles verliert, was bleibt einem dann noch? Sollte man dann nicht einfach loslassen. Und so tat sie es. Vielleicht hätte ein starker Geist den Wundbrand besiegt. Doch Eliana starb an dem darauffolgenden Tag in ihrem Bett. Mit den Gedanken an all jene die sie prägten.