Ein Königreich für einen Bogen/Ein Bogen für ein Königreich
Verfasst: Mittwoch 13. Februar 2013, 21:39
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Naniel presste sich mit angehaltenem Atem in den Sattel des Regimentspferdes. Ihre Nerven waren angesichts des Anblicks der sich ihr bot zum zerreissen angespannt und all ihre Sinne arbeiteten mit zehnfacher Schärfe. Sie hatte Angst. Angst wie niemals zuvor in ihrem Leben. Vor ihr war ein grollender Sturm losgebrochen. Der Boden unter ihr zitterte und bebte als wäre ein Ruck durch das Erdreich gegangen. Immer wieder tauchten grell aufzuckende Blitze die Szenerie in unwirkliches Licht und was unscharf schon furchterregend schien, ihr der Wirklichkeit aber leicht entrissen vorkam, gewann plötzlich an Schärfe und drang ihr durch Mark und Bein. Die toten Steine der Stadt die unweit vor ihnen lag wäre mit Sicherheit auch ohne das Grauen das aus ihrem Inneren auf die bereits Kämpfenden einstürmte, oder sich einfach mitten unter ihnen erhob, ein unwirtlicher, wenn nicht zutiefst erschreckender Anblick gewesen.
Was einst eine geschäftige Stadt im Schutze einer Mauer und umringt von kleinen Höfen gewesen zu sein schien musste vor vielleicht einer guten Unendlichkeit der Vernichtung durch Feuer zum Opfer gefallen sein. Übersäht von den Spuren eines unlängst vergangenen Kampfes schien dieser unheilige Ort, oder vielmehr, dieses verfluchte Grab, aber nie zur Ruhe gekommen zu sein und die Stadt der Toten spieh seine Bewohner den kämpfenden Truppen geradezu entgegen. Wo sie nicht über die halb verfallene Brücke kamen, brachen die blanken Knochen zu allen Stellen aus dem gefrohrenen Boden, stumpfe, verrostete Äxte und Schwerter oder halb verfallene Bögen in den skelettenen Händen, die wie ihre Träger selbst nur durch eine unnatürliche Art von Bosheit zusammengehalten wurden um ihren seelenlosen Dienst zu verrichten.
Naniel fuhr sich nervös mit der Zungenspitze über die Lippen, die vor lauter Aufregung ganz trocken geworden waren. Ihr Herz hämmerte so laut das man es noch über das Kampfgeschrei hinweg hören musste und ihre Hände und Knie zitterten so stark das sie fast glaubens war, das Beben des Bodens wäre ihr Verschulden. Weder gegen das eine noch gegen das andere konnte sie etwas tun und dabei war sie alles andere als ein Feigling aber der Anblick der sich ihr bot hätte wohl jeden, der ihm zum ersten Mal ausgesetzt war an den Rand der Panik getrieben.
"Rekrutin ihr bleibt bei mir!" Drang der alarmierte Befehl des Oberleutnants herüber zu Naniel. Sie hatte ihre gute Mühe damit ab zu sitzen ohne gleich im Gras zu landen denn die Kettenrüstung die sie trug war eigentlich zu schwer für schmale Schultern die das Gewicht nicht gewohnt waren. Bis vor ein paar Stunde hätte sie nicht geglaubt damit auch nur ein paar Schritte gehn zu können. Wie sie auf das Pferd gekommen war, war ihr schleierhaft. Jetzt schickte sie es mit einem Klaps in Richtung Waldrand, sah ihm aber nicht nach denn dazu blieb keine Zeit. Mit schnellen Schritten war sie hinter ihrer Vorgesetzten her, wusste oder befürchtete insgeheim jedoch dass sie sie in diesem heillosen Durcheinander früher oder später aus den Augen verlieren würde.
Unter jedem ihrer Schritte knackte und knirschte der Boden als liefen sie über sprödes Holz. Tatsächlich aber waren es morsche Gebeine die man in den Staub zurück getreten hatte. Die Luft war durchzogen von Nebelschwaden die zuckende, magische Entladungen in die eiskalte Winterluft gebrannt hatten und auf die schnell kleiner werdende Distanz zum Hauptgeschehen des Gefechtes glaubte sie zwischen den erbittert gegeneinander kämpfenden Fronten dunkle Schemen mit ausgefransten Konturen erkennen zu können. Ein Klagen und Heulen ging durch die Reihen und im Tosen aufeinanderprallender Schwerter, surrender Pfeile und knisternder Magie unter.
Seit dem späten Nachmittag gehörte Naniel ebenfalls zu den Bogenschützen des Regiments. Erst ein paar Stunden vor Aufbruch hatte sie ihre Unterschrift unter den Vertrag gesetzt. Sie hatte ihre Ausrüstung bekommen und sich freiwillig der 'Jagd' angeschlossen. Das dieses Gefecht aber in einen Krieg zwischen Menschen, Elfen, Zwergen und etwas Unaussprechlichem ausarten würde hatte ihr Niemand gesagt und vielleicht hatte es auch keiner so recht gewusst.
Naniel bekam Anweisung eine gesunde Distanz zum Kampfgeschehen ein zu halten und dann war es auch schon passiert. Gerade schienen sich die Reihen der Feinde etwas gelichtet zu haben da zitterte der Boden unter ihren Füßen von neuem auf als ginge ein tiefes, bebendes Grollen durch das Erdreich. Beinahe hätte sie das Gleichgewicht verloren, da brachen, wie aus dem Nichts zwei gigantische Schatten in die Reihen der Kämpfenden ein. Naniel brauchte mehr als einen Blick und hatte ihre Mühe damit das was da jetzt vor ihnen ausbrach als das zu bezeichnen was es war, obwohl sie im Grunde sehr gut wusste, womit sie es zu tun hatten. Mit Drachen.
Die Dinger da vor ihnen waren zwei gigantische, fleischlose, tobende Drachen. Jetzt hatte sie wirklich allen Grund Angst zu haben. Naniels Herz begann wie rasend zu klopfen als sie sah wie sich eines der Geschöpfe zu seiner ganzen, gewaltigen Größe von mehr als vier Metern aufrichtete. Dazu war er, dank des Schwanzes, der aus einer Anreihung, anfänglich sicher armdicker Knochen bestand die zum Ende hin schlanker wurden mindestens eineinhalb Mal so lang. Seitlich des gewaltigen Schädels krümmten sich spitze Knochen nach aussen, oben auf zwei imposante, leicht gewundene Hörner.
Im heillosen Chaos hatten die Männer und Frauen versucht sich neu zu formieren. Der Großteil der Streiter konzentrierte sich jetzt auf die Drachen, aber auch ringsum wurde gegen die zwar kleiner, aber nicht verebben wollende Anzahl an Schemen, halb verwesten und noch verfaulenden Hexern, blanken Skeletten und allem anderen namenlosen gekämpft. Wohin Naniel auch blickte, in keinem der Gesichter konnte sie den Schrecken lesen der ihr so tief in den Gliedern saß und ihr wurde bewusst das sie einen solchen Anblick durchaus gewohnt waren. Aber auch Naniel löste sich wieder aus ihrer Starre und bald hetzte das Adrenalin durch ihren Körper und sie schickte den ersten Pfeil seid einer guten Ewigkeit von der Sehne, einem Gegner entgegen der weder Fleisch noch ein Herz besaß.
Immer wieder war sie gezwungen ihre Position und ihr Ziel zu wechseln wenn der Boden in ihrer Nähe aufbrach oder eines der blanken Gerippe in ihre Richtung torkelte. Mit dem Kettenhemd am Leib viel ihr das reichlich schwer und so strauchelte sie ein ums andere Mal über die Überreste blanker Knochen. Trotzdem fanden ihre Pfeile immer wieder ihr Ziel und trafen wo sie eigentlich nicht treffen durften. Wie sollte man Jemanden auch töten der nicht bluten konnte? Es war ihr egal. Dankbar nahm sie hin wie ihre Feinde wieder in sich zusammen fielen oder sich in Luft auflösten. Überall schlug und hackte man, lag ein Impuls von Magie in der Luft.
Während die Kämpfe ringsum ein Ende fanden war bereits einer der gigantischen Drachen, donnernd zu Boden gegangen. Staub wirbelte in der Luft, die jetzt nurnoch von den unwirklichen, spitzen Schreien des Monstrums und denen seiner Widersacher durchdrungen wurde. Naniel konnte von ihrer Position aus nicht sehen wer unter den Kriegern, Paladinen oder Rittern tatsächlich an forderster Front stand um der wilden, tobenden Wut der Kreatur zu trotzden und sie zurück zu drängen aber sie wollte nicht tauschen. Einen letzten Pfeil konnte sie von der Sehne schicken, wenig später aber erzitterte der Boden unter dem Gewicht der Gebeine die auf ihn herab und in sich zusammenstürzten.
Durch den Nebel hindurch flirrte in magischem Blau eine Art von Barierre vor der Zugbrücke die in die Stadt führte. Lodernde, zarte Flammen, matt und kraftlos aber. Im Schutze der umstehenden Kämpfer begannen die Priester, vor diesem flimmernden Wall ihre Gebete zu sprechen und Naniel erkannte wie das unwirkliche Aufzucken des Musters kräftiger wurde. Dann brach ein Schrei den eben erst eingekehrten, zerbrechlichen Frieden. Von Süden drang das Gebell zu ihnen herüber. "Rahaler!" Augenblicke später nur, waren viele von ihnen in ein neues, dafür aber sehr viel kürzeres Gefecht verwickelt von dem Naniel, auf den hinteren Rängen, kaum etwas mitbekam. Ein herrenloses Pferd, das seinen Reiter verloren oder abgeworfen hatte, türmte in die umliegenden Wälder.
Nachdem sich die Streiter des Regiments wieder gesammelt hatten, aufgesattelt und in Reih und Glied, Naniel unter ihnen, sprach sie Jemand von ihrer linken Seite her an. Später erinnerte sie sich kaum mehr, aber sie glaubte er hatte gesagt sie solle sich auf ihre Gefährten stützen. Dann teilte er ein Stück Brot und reichte es ihr. Naniel gab es nach rechts weiter, ihr war nicht danach etwas zu essen. "Ich bin schon froh wenn ich sie nicht mit meinen Pfeilen treffe". Antwortete sie und tatsächlich war ihr oft im wortwörtlich letzten Augenblick Jemand aus den eigenen Reihen vor die Schusslinie gerannt. Trotz, oder vielleicht wegen des Adrenalins das noch immer durch ihren Körper raste und sich wand wie ein Strom aus Feuer, zitterte sie am ganzen Leib. Da riss der Mann sein Medaillion von seinem Hals und reichte es Naniel. Es zeigte einen schwarzen Panther und war von sicher meisterlicher Handwerkskunst.
Naniel hatte nicht viel Zeit sich zu bedanken. Sie hatte auch keine Zeit zu fragen was es damit auf sich hatte denn sie machten sich auf den Weg zum nächsten der Tore der Stadt der Ruhelosen. Dort erwartete sie ein neues Gefecht, neue Abscheulichkeiten und noch mehr Untote die sich zwischen ihnen aus dem Erdboden erhoben oder über die halb verfallene Brücke des Südtores auf sie einstürmten. Irgendwann, kurz vor Ende allen Kampfes, als sie kaum noch ihre Arme heben, und jedes Spannen ihres Boges ihr die Tränen in die Augen trieb, traf sie etwas Hartes auf den Hinterkopf und Dunkelheit umfing sie. Was der Panther auf dem Amulett bedeutete, sollte sie erst ein paar Stunden später erfahren.
Naniel presste sich mit angehaltenem Atem in den Sattel des Regimentspferdes. Ihre Nerven waren angesichts des Anblicks der sich ihr bot zum zerreissen angespannt und all ihre Sinne arbeiteten mit zehnfacher Schärfe. Sie hatte Angst. Angst wie niemals zuvor in ihrem Leben. Vor ihr war ein grollender Sturm losgebrochen. Der Boden unter ihr zitterte und bebte als wäre ein Ruck durch das Erdreich gegangen. Immer wieder tauchten grell aufzuckende Blitze die Szenerie in unwirkliches Licht und was unscharf schon furchterregend schien, ihr der Wirklichkeit aber leicht entrissen vorkam, gewann plötzlich an Schärfe und drang ihr durch Mark und Bein. Die toten Steine der Stadt die unweit vor ihnen lag wäre mit Sicherheit auch ohne das Grauen das aus ihrem Inneren auf die bereits Kämpfenden einstürmte, oder sich einfach mitten unter ihnen erhob, ein unwirtlicher, wenn nicht zutiefst erschreckender Anblick gewesen.
Was einst eine geschäftige Stadt im Schutze einer Mauer und umringt von kleinen Höfen gewesen zu sein schien musste vor vielleicht einer guten Unendlichkeit der Vernichtung durch Feuer zum Opfer gefallen sein. Übersäht von den Spuren eines unlängst vergangenen Kampfes schien dieser unheilige Ort, oder vielmehr, dieses verfluchte Grab, aber nie zur Ruhe gekommen zu sein und die Stadt der Toten spieh seine Bewohner den kämpfenden Truppen geradezu entgegen. Wo sie nicht über die halb verfallene Brücke kamen, brachen die blanken Knochen zu allen Stellen aus dem gefrohrenen Boden, stumpfe, verrostete Äxte und Schwerter oder halb verfallene Bögen in den skelettenen Händen, die wie ihre Träger selbst nur durch eine unnatürliche Art von Bosheit zusammengehalten wurden um ihren seelenlosen Dienst zu verrichten.
Naniel fuhr sich nervös mit der Zungenspitze über die Lippen, die vor lauter Aufregung ganz trocken geworden waren. Ihr Herz hämmerte so laut das man es noch über das Kampfgeschrei hinweg hören musste und ihre Hände und Knie zitterten so stark das sie fast glaubens war, das Beben des Bodens wäre ihr Verschulden. Weder gegen das eine noch gegen das andere konnte sie etwas tun und dabei war sie alles andere als ein Feigling aber der Anblick der sich ihr bot hätte wohl jeden, der ihm zum ersten Mal ausgesetzt war an den Rand der Panik getrieben.
"Rekrutin ihr bleibt bei mir!" Drang der alarmierte Befehl des Oberleutnants herüber zu Naniel. Sie hatte ihre gute Mühe damit ab zu sitzen ohne gleich im Gras zu landen denn die Kettenrüstung die sie trug war eigentlich zu schwer für schmale Schultern die das Gewicht nicht gewohnt waren. Bis vor ein paar Stunde hätte sie nicht geglaubt damit auch nur ein paar Schritte gehn zu können. Wie sie auf das Pferd gekommen war, war ihr schleierhaft. Jetzt schickte sie es mit einem Klaps in Richtung Waldrand, sah ihm aber nicht nach denn dazu blieb keine Zeit. Mit schnellen Schritten war sie hinter ihrer Vorgesetzten her, wusste oder befürchtete insgeheim jedoch dass sie sie in diesem heillosen Durcheinander früher oder später aus den Augen verlieren würde.
Unter jedem ihrer Schritte knackte und knirschte der Boden als liefen sie über sprödes Holz. Tatsächlich aber waren es morsche Gebeine die man in den Staub zurück getreten hatte. Die Luft war durchzogen von Nebelschwaden die zuckende, magische Entladungen in die eiskalte Winterluft gebrannt hatten und auf die schnell kleiner werdende Distanz zum Hauptgeschehen des Gefechtes glaubte sie zwischen den erbittert gegeneinander kämpfenden Fronten dunkle Schemen mit ausgefransten Konturen erkennen zu können. Ein Klagen und Heulen ging durch die Reihen und im Tosen aufeinanderprallender Schwerter, surrender Pfeile und knisternder Magie unter.
Seit dem späten Nachmittag gehörte Naniel ebenfalls zu den Bogenschützen des Regiments. Erst ein paar Stunden vor Aufbruch hatte sie ihre Unterschrift unter den Vertrag gesetzt. Sie hatte ihre Ausrüstung bekommen und sich freiwillig der 'Jagd' angeschlossen. Das dieses Gefecht aber in einen Krieg zwischen Menschen, Elfen, Zwergen und etwas Unaussprechlichem ausarten würde hatte ihr Niemand gesagt und vielleicht hatte es auch keiner so recht gewusst.
Naniel bekam Anweisung eine gesunde Distanz zum Kampfgeschehen ein zu halten und dann war es auch schon passiert. Gerade schienen sich die Reihen der Feinde etwas gelichtet zu haben da zitterte der Boden unter ihren Füßen von neuem auf als ginge ein tiefes, bebendes Grollen durch das Erdreich. Beinahe hätte sie das Gleichgewicht verloren, da brachen, wie aus dem Nichts zwei gigantische Schatten in die Reihen der Kämpfenden ein. Naniel brauchte mehr als einen Blick und hatte ihre Mühe damit das was da jetzt vor ihnen ausbrach als das zu bezeichnen was es war, obwohl sie im Grunde sehr gut wusste, womit sie es zu tun hatten. Mit Drachen.
Die Dinger da vor ihnen waren zwei gigantische, fleischlose, tobende Drachen. Jetzt hatte sie wirklich allen Grund Angst zu haben. Naniels Herz begann wie rasend zu klopfen als sie sah wie sich eines der Geschöpfe zu seiner ganzen, gewaltigen Größe von mehr als vier Metern aufrichtete. Dazu war er, dank des Schwanzes, der aus einer Anreihung, anfänglich sicher armdicker Knochen bestand die zum Ende hin schlanker wurden mindestens eineinhalb Mal so lang. Seitlich des gewaltigen Schädels krümmten sich spitze Knochen nach aussen, oben auf zwei imposante, leicht gewundene Hörner.
Im heillosen Chaos hatten die Männer und Frauen versucht sich neu zu formieren. Der Großteil der Streiter konzentrierte sich jetzt auf die Drachen, aber auch ringsum wurde gegen die zwar kleiner, aber nicht verebben wollende Anzahl an Schemen, halb verwesten und noch verfaulenden Hexern, blanken Skeletten und allem anderen namenlosen gekämpft. Wohin Naniel auch blickte, in keinem der Gesichter konnte sie den Schrecken lesen der ihr so tief in den Gliedern saß und ihr wurde bewusst das sie einen solchen Anblick durchaus gewohnt waren. Aber auch Naniel löste sich wieder aus ihrer Starre und bald hetzte das Adrenalin durch ihren Körper und sie schickte den ersten Pfeil seid einer guten Ewigkeit von der Sehne, einem Gegner entgegen der weder Fleisch noch ein Herz besaß.
Immer wieder war sie gezwungen ihre Position und ihr Ziel zu wechseln wenn der Boden in ihrer Nähe aufbrach oder eines der blanken Gerippe in ihre Richtung torkelte. Mit dem Kettenhemd am Leib viel ihr das reichlich schwer und so strauchelte sie ein ums andere Mal über die Überreste blanker Knochen. Trotzdem fanden ihre Pfeile immer wieder ihr Ziel und trafen wo sie eigentlich nicht treffen durften. Wie sollte man Jemanden auch töten der nicht bluten konnte? Es war ihr egal. Dankbar nahm sie hin wie ihre Feinde wieder in sich zusammen fielen oder sich in Luft auflösten. Überall schlug und hackte man, lag ein Impuls von Magie in der Luft.
Während die Kämpfe ringsum ein Ende fanden war bereits einer der gigantischen Drachen, donnernd zu Boden gegangen. Staub wirbelte in der Luft, die jetzt nurnoch von den unwirklichen, spitzen Schreien des Monstrums und denen seiner Widersacher durchdrungen wurde. Naniel konnte von ihrer Position aus nicht sehen wer unter den Kriegern, Paladinen oder Rittern tatsächlich an forderster Front stand um der wilden, tobenden Wut der Kreatur zu trotzden und sie zurück zu drängen aber sie wollte nicht tauschen. Einen letzten Pfeil konnte sie von der Sehne schicken, wenig später aber erzitterte der Boden unter dem Gewicht der Gebeine die auf ihn herab und in sich zusammenstürzten.
Durch den Nebel hindurch flirrte in magischem Blau eine Art von Barierre vor der Zugbrücke die in die Stadt führte. Lodernde, zarte Flammen, matt und kraftlos aber. Im Schutze der umstehenden Kämpfer begannen die Priester, vor diesem flimmernden Wall ihre Gebete zu sprechen und Naniel erkannte wie das unwirkliche Aufzucken des Musters kräftiger wurde. Dann brach ein Schrei den eben erst eingekehrten, zerbrechlichen Frieden. Von Süden drang das Gebell zu ihnen herüber. "Rahaler!" Augenblicke später nur, waren viele von ihnen in ein neues, dafür aber sehr viel kürzeres Gefecht verwickelt von dem Naniel, auf den hinteren Rängen, kaum etwas mitbekam. Ein herrenloses Pferd, das seinen Reiter verloren oder abgeworfen hatte, türmte in die umliegenden Wälder.
Nachdem sich die Streiter des Regiments wieder gesammelt hatten, aufgesattelt und in Reih und Glied, Naniel unter ihnen, sprach sie Jemand von ihrer linken Seite her an. Später erinnerte sie sich kaum mehr, aber sie glaubte er hatte gesagt sie solle sich auf ihre Gefährten stützen. Dann teilte er ein Stück Brot und reichte es ihr. Naniel gab es nach rechts weiter, ihr war nicht danach etwas zu essen. "Ich bin schon froh wenn ich sie nicht mit meinen Pfeilen treffe". Antwortete sie und tatsächlich war ihr oft im wortwörtlich letzten Augenblick Jemand aus den eigenen Reihen vor die Schusslinie gerannt. Trotz, oder vielleicht wegen des Adrenalins das noch immer durch ihren Körper raste und sich wand wie ein Strom aus Feuer, zitterte sie am ganzen Leib. Da riss der Mann sein Medaillion von seinem Hals und reichte es Naniel. Es zeigte einen schwarzen Panther und war von sicher meisterlicher Handwerkskunst.
Naniel hatte nicht viel Zeit sich zu bedanken. Sie hatte auch keine Zeit zu fragen was es damit auf sich hatte denn sie machten sich auf den Weg zum nächsten der Tore der Stadt der Ruhelosen. Dort erwartete sie ein neues Gefecht, neue Abscheulichkeiten und noch mehr Untote die sich zwischen ihnen aus dem Erdboden erhoben oder über die halb verfallene Brücke des Südtores auf sie einstürmten. Irgendwann, kurz vor Ende allen Kampfes, als sie kaum noch ihre Arme heben, und jedes Spannen ihres Boges ihr die Tränen in die Augen trieb, traf sie etwas Hartes auf den Hinterkopf und Dunkelheit umfing sie. Was der Panther auf dem Amulett bedeutete, sollte sie erst ein paar Stunden später erfahren.