Ein unangenehmer Besuch

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Keylon Salberg

Ein unangenehmer Besuch

Beitrag von Keylon Salberg »

„Key?! Key!!!“ Leise und doch eindringlich und besorgt, klang die Stimme wie durch einen dichten Nebel langsam zu ihm durch.
Es war dunkel... war das erste was ihm bewusst wurde, dann die Erkenntniss das er irgendwo lag und die Dunkelheit damit zusammenhing das er die Augen geschlossen hatte.
Aber es war so verdammt schwierig sie zu öffnen. Warum war es nur so schwierig …
Mit der Erinnerung kam auch der Schmerz.
Wie ein Blitz fuhr er in seinen Oberarm, überschwemmte seine Brust und mit einem aufstöhnen schlug er die Augen auf, wollte hochfahren, doch Amelie drückte ihn sachte aber bestimmt zurück.
In ihren Augen konnten sie die Sorge um ihn sehen und fast sofort tat es ihm Leid das sie ihn so sehen musste.
Er wollte etwas sagen, doch kein Wort kam über seine Lippen. Müde und noch immer vom Blutverlust geschwächt griff er wie beruhigend nach Amelies Hand, dann schlief er erschöpft wieder ein.

Das Amelie die ganze Nacht über ihn gewacht hatte, sein Wundfieber mit kalten Kompressen bekämpft hatte, hatte er gar nicht mitbekommen.
Zu tief war er gefangen in der Schwärze der Bewusstlosigkeit.

Dabei hatte der Tag noch so gut angefangen. Er hatte viel erledigen können und noch Zeit gehabt.
Da er vor Tagen Sarah Schwarzmourne begegnet war, die hochschwanger, kaum noch gehen konnte, und er sie zu ihrem Bruder brachte, wollte er nur schnell nach ihr sehen.
Als er dort ankam fand er sie und ihren Bruder vor der Tür. Anscheinend und glücklicherweise hatte sie wohl diese Anstrengung der vergangenen Tage gut überstanden.
Keylon trat zu den Beiden und fragte nach ihrer Gesundheit was sie wohl zu verwirren schien.
Malachai verabschiedete sich bald schon von ihnen und ließ sie alleine, da er noch nach Bajard musste, und so kamen Key und Sarah weiter ins Gespräch.
Sarah war die erste die den ankommenden neuen... Gast bemerkte.
Er sah es an ihren Augen, die größer wurden, ihr mitten im Wort endenden Satz.
Er drehte sich um, um zu sehen was sie so aus der Bahn brachte und erstarrte noch mitten in der Bewegung.
Sein ihm eigener Dämon stand ihm gegenüber und für den Moment war er sich nicht sicher ob er sich nicht doch in einem seiner so oft geträumten Alpträume befand.
Ohne nach zu denken zog er mit der Rechten sein Schwert, mit der Linken schob er Sarah einfach hinter sich.
Stellte sich zwischen ihr und dem Rabendiener der auf einem Skelettiertem Pferd nun vor ihnen stand.
„Könnten wir es schaffen?“ wisperte Sarah hinter ihm und Keylon ahnte was sie meinte.
Das Haus.
Kaum merklich schüttelte er den Kopf. Hochschwanger wie sie war würde sie es nie bis hin zum Haus schaffen, außer... außer vielleicht er würde den Grauen ablenken können.
Wenn er Kai nicht hatte retten können, so gelang es ihm hier vielleicht.

Die Gestalt vor ihm schien direkt an ihm vorbei zu sehen und fixierte Sarah hinter ihm.
Wie schnüffelnd vorher, dann erklang seine heisere Stimme, die ihm einen Schauer über den Rücken laufen ließ.
War er es? ER war es. ER der sein Dorf vernichtete, der für den Tod seines Sohnes verantwortlich war.
„Eine ungeborene Seele.“ erklang es eisig von der Gestalt vor ihm. Süffisant fast, mit einer Spur Vorfreude in der Stimme, und seine klauenartige Hand richtete sich auf die Frau.
„Sie ist nicht für euch! Verschwindet von hier!“ brüllte der junge Krieger ihm entgegen, und erst jetzt wendete sich der Blick der alptraumhaften Gestalt auf ihn.
Keylon fühlte sich mehr noch als fixiert. Als würde dieser Blick bis in die tiefen seiner Seele schauen können.
„Und wieder..stehst du zwischen mir..und meiner Beute..“ erklang es eisig und Keylon vermochte das Zusammenzucken seines Körpers nicht zu verhindern.
Er war es. Aus seiner Vermutung wurde Gewissheit, aus seiner Gewissheit entbrannte erneut der tiefe Hass und der Wunsch nach Rache.
Ohne weiteres zu warten, wollte er diesem Zorn nachgeben. Wollte sich auf seinen so verhassten Widersacher stürzen, aber noch bevor er auch nur einen Schritt setzen konnte, spürte er eine Berührung an seiner Schulter.
Hauchzart und doch war jene Berührung für ihn beruhigend und somit stärker als jedes Wort es in diesem Moment vermocht hätte.
„DU!!!“ entfuhr es Keylon, der sich von Sarah zwar hatte zurückhalten lassen, dessen Zorn aber längst nicht verrauscht war.
„Was hast du mit Kai und Rena gemacht ?!“
„Er und seine Mutter sind in guter Gesellschaft.“ meinte die Gestalt vor ihm die nun langsam von seinem Pferd... oder wie immer man dieses Getier nannte, stieg.
„Hör doch.!“
Key wollte gerade etwas erwidern als in seinem Kopf eine Stimme erklang. Eine Stimme die ihm nur zu gut bekannt vor kam. Kai... „Papa .. hilf mir..es..ist tut so weh.“
Als würde Sarah seine Not seine Pein verstehen, drückte ihre Hand noch ein wenig fester auf seine Schulter. „Bitte nicht... wir sollten... zurück, weg von hier.“ flüsterte sie ihm zu und Key wusste das sie Recht hatte, nur wie. Sie käme keinen Meter weit und wäre dem Rabendiener auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.
„Was willst du von Ihnen.. Warum Rena? Warum Kai?“ presste er zwischen vor Zorn zusammengepressten Lippen hervor.
Die Gestalt lachte heiser und seine Augen blitzten auf. „Weist du es denn nicht..den Grund..warum ich ..überhaupt in euer..kleines..bedeutungsloses Dorf kam? Aber dir das zu Erzählen, dafür ist ein anderes Mal Zeit. Du stehst im Weg... Keylon.“
Ein statisches Knistern untermalte seine Worte und Keylon wisperte gen Sarah das sie ins Haus laufen sollte sobald die Kreatur abgelenkt war. „Auch du kannst Bluten! Hast du das etwa schon vergessen?“ brüllte er der Alptraumgestalt entgegen und während jene für einen Moment sichtlich abgelenkt ob der Worte kurz zitternd aus seiner Konzentration gerissen wurde, zischte der junge Krieger Sarah nur kurz etwas zu,. „Egal was passiert wenn ich sage lauf... dann lauf. Ins Haus! Denk an dein Kind.“ und noch während okkulte Floskeln die eisige Luft erfüllten, der rechte Arm des Rabendieners von blauen knisternden Blitzen umzuckt wurde, brüllte Key „LAUF!“ und stürzte halt selber mit dem gezücktem Schwert vor um mit dem Angriff dem … Mann vor ihm zuvor zu kommen.

Sarah lief zum Glück wirklich gen Haus. Wie von Hummeln gestochen und so schnell es ihr Zustand zuließ. Riss dir Tür auf und verschwand im Inneren.,
Dies bekam Keylon noch aus den Augenwinkeln mit, doch bevor er erleichtert darüber sein konnte, oder noch die grausige Gestalt vor sich erreichen konnte, schlug ihm der blaue Blitz aus der Hand seines Gegners entgegen.
Ausweichen war in diesem Moment gänzlich unmöglich und so traf der Blitz ihn voll und schleuderte ihn zurück.
Das Schwert entglitt seiner Hand, doch zu seinem Glück glaubte der Rabendiener ihn außer Gefecht und wandte sich seiner eigentlichen Beute wieder zu.
Sarah.
Die Frau war zu ihrem Glück, längst in der Sicheren Umgebung ihres Hauses. Sehr zum Unmut ihres Jägers.
Sein suchender, bohrender Blick richtete sich direkt auf das Haus, welches nun zwischen ihm und seinem Erfolg stand.
Anscheinend überlegte er wohl fieberhaft wie er doch noch an die Frau herankam, so das er Keylon gänzlich außer Acht ließ, und so dem Krieger die Zeit gönnte um wieder ein wenig zu Kräften zu kommen.
Seine Hand fand das Schwert und er kam taumelnd wieder hoch. Er wollte nicht aufgeben.
Seine Wut, der Hass gab ihm zusätzlich Kraft, aber hatte er gedacht das Monster hätte ihn gänzlich außer Acht gelassen so irrte Keylon.
Noch während er hochkam, fand der Blick des Rabendieners zu ihm zurück.
Fast freudig schien es, das Key nicht so schnell aufgab, rieb jener die Finger gegeneinander was ob des Metalls ein schabendes Geräusch die Luft erfüllen ließ.
Ein Geräusch das Key daran erinnerte wie dumm es von ihm gewesen war, jetzt keine Rüstung zu tragen, die ihm sicherlich einige der Blessuren erspart hätte.

„Was wolltest du damals“ versuchte es Keylon erneut, der wie ein Hund einen Knochen, den Hinweis aufgefangen hatte, das es einen Grund gab warum dieses Monster in seiner Heimat gewesen war. „Oh damals?“ bekam er zurück und die Stimme klang süffisant als wollte er ihn quälen, während er mit langsamen Schritten, fast so als befürchtete er keinerlei Gefahren, sich Keylon näherte.“Was ich jetzt will, ist doch viel Wichtiger. Die Seele eines unbefleckten Menschen, wird ihm ein Festschmaus sein. Wollen wir nicht mal sehen ob wir sie nicht doch herauslocken können?“
Egal was passierte das wollte, konnte Keylon nicht zulassen. Dieser Mann... wenn es überhaupt einer war, hatte schon Kai auf dem Gewissen. Noch ein Kind... jedenfalls hier und jetzt sollte er nicht bekommen.
„SARAH EGAL WAS PASSIERT KOMM ERST WIEDER RAUS WENN MALACHAI GLEICH MIT SEINEN LEUTEN DA IST!!!“
Eine Finte... Malachai würde wiederkommen nur wann. Doch Keylon war sich sicher das diese Finte den Rabendiener unter Zugzwang setzen würde.
Wenn er glaubte seine Zeit würde knapp, dann würde er vielleicht eher verschwinden.
Seine letzten Kräfte mobilisierend, fasste er das Schwert fester.
„Was hätte Onkel Arwan ihm wohl geraten... jetzt in dieser Situation...“ Fuhr es ihm noch durch den Kopf, dann hieb er zu.
Die Gestalt stand nah genug vor ihm, doch schien sie schon mit seinem Angriff gerechnet zu haben.
Key war noch jung, und somit ein leichtes wohl zu durchschauen, jedenfalls für seinen Gegenüber der ohne Mühe den Schwerthieb mit der eisernen Krallenhand abzu wehren vermochte.
Keylon nutzte den Schwung zu einer Drehung um erneut zu zu schlagen aber sein Gegenüber war schneller.

Die eisernen Krallen fuhren scharf in seinen linken Oberarm.
Durchschnitten die Kleidung und fuhren scharf ins Fleisch.
Keylon schrie auf, während sein Peiniger die Hand mit den Krallen im Fleisch drehten.
Fast instinktiv reagierte der Junge Krieger, schlug den Knauf des Schwertes gegen die Rippen des Rabendieners, der beim Zurücktaumeln die Krallen einfach aus dem Fleisch Keylons herausriss und somit schwere blutende Wunden hinterließ.
Nun vermochte Keylon das Schwert nicht länger fest zu halten. Es entglitt seinen Fingern und er brach erschöpft und vom Schmerz benommen in die Knie.
Er hatte weder die Kraft auf zu stehen, noch sich irgendwie zu rühren, doch aufgeben wollte er auch nicht. So blieb er, schwankend, wie eine Blume im Wind.
„Ja... auf die Knie gehörst du … Keylon.“ hörte er die süffisante Stimme des Untotenmeisters.
“Verschwinde, lass ihn in Ruhe, ihn willst du doch gar nicht!!!“ hörte er Sarahs fast verzweifelte Stimme, aber es war ihm nicht mehr wirklich möglich darauf zu reagieren.
„KOMM!“ hörte er wie des Mannes, der erneut die Finger ausstreckte gen des Hauses, gen Sarah, und als sie nicht reagiert, entlud sich erneut ein Feuerball, den er erneut auf Keylon schleuderte.
Den jungen Krieger hielt es nun nicht mehr auf den Knien und er stürzte um. Wie ein gefällter Baum.
Wie durch einen Schleier bekam er nur noch mit wie der Rabendiener näher kam, das Schwert, mit dem Fuß zur Seite schob. „Für dich... ist es heute noch nicht vorbei, wir haben noch Pläne mit dir.“
hörte er die heisere Stimme wie durch einen Schleier an sein Ohr klingen.
Dann fühlte er wie er hochgezogen wurde, wie ihm das Hemd aufgerissen wurde, doch um sich zu wehren hatte er keine Kraft mehr.
„Aber du erhälst noch ein Andenken von mir...“ mit diesen Worten spürte Keylon Hitze, gleißende Hitze am Übergang Hals, Schulter.
Das ihm ein verschlungenes D eingebrannt wurde, bekam er jedoch nicht mehr mit, denn er versank endlich in die Dunkelheit der Bewusstlosigkeit.
Das der Rabendiener später fortritt, das man ihn ins Haus brachte und Liliana ihn versorgte bekam er nicht mehr mit, und es dauerte fast drei Tage bis er endlich wieder zu sich kam.
Hier und heute hatte das Grauen für ihn ein Ende... Vorerst einmal.
Keylon Salberg

Beitrag von Keylon Salberg »

Keylon wachte mitten in der Nacht auf.
Er war schon einige Tage wieder in Berchgard dennoch vermochte er den Tag nicht zu vergessen.
Noch im Dunkeln stand er auf, tappte zu seinem Tisch, nahm den Stuhl und zog ihn vor das Fenster, von dem aus er hinab auf Berchgards Strassen sehen konnte.
Es war so still wie immer.
Vereinzelt lief eine Wache vorbei, doch störte dieses die Stille der Nacht nicht.
Keylon schnaufte erbost als ihm ein Gedanke durch den Kopf ging.
Einen Rabendiener würde das sicher auch nicht stören.
Eine einzelne Wache.
Was hatte dieser ... Drakhon... unwillkürlich führte er die Hand an seine Schulter an dem der Buchstabe eingebrannt war, was hatte er Kerl gemeint mit das er noch anderes mit ihm vorhatte.
Alles Grübeln half nichts.
Seine Wut staute sich Tag um Tag noch mehr auf, und die Schmerzen im Arm ließen auch nicht wirklich nach.

Irgendjemand seiner Schwestern musste an seinen Onkel geschrieben haben, denn letzten Tag war ein Brief von diesem angekommen, das Keylon bei ihm erwartet wurde.
Natürlich, wenn irgendwer... wer außer Amelie würde das getan haben...
seinem Onkel von den Ereignissen erzählt hatte, würde Arwan wissen wie er fühlte, und niemand kannte ihn so gut wie sein Onkel.
Er würde wissen wie sehr Keylon sich seiner Wut hingeben würden,
und dann war es klar das Arwan ihn bei sich haben wollte, um ihn den Kopf zurecht zu rüciken und ihm die Ruhe wieder zu geben.
Er würde zu ihm reiten, fahren müssen, und sehen was sein Onkel für ihn hatte. Er hoffe nur das er nicht zu lange fort bleiben würde.
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