Schatten der Vergangenheit

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Keylon Salberg

Schatten der Vergangenheit

Beitrag von Keylon Salberg »

Die Flasche in der Hand saß er an dem Schreibtisch im Handelshaus, die Beine auf dem Tisch übereinandergeschlagen machte er den Eindruck eines ruhigen überlegenden Mannes.
Aber in ihm selber tobte ein Sturm der Verzweiflung.

Das es nicht die erste Flasche war, zeigte der Haufen der bereits neben seinem Stuhl stand.
Der Abend hatte bereits verwirrend angefangen.
Verwirrend aber auch nicht minder schön.
Das Abendessen mit Celine...
Die junge Frau hatte etwas in ihm ausgelöst was er so lange vergessen geglaubt hatte und sachte, zart näherten sie sich einander, begannen zu vertrauen, zu verstehen, und Keylon bemerkte wie langsam sein Panzer, den er um sich gelegt hatte schwand.
Die kleine Nicora, hatte ihn ja längst angekratzt gehabt.
Aber wer würde dem Kind mit ihrem natürlichem Charme auch widerstehen können.
Er liebte nun mal Kinder... genauso wie er seinen … Sohn geliebt hatte.

Kai...
Noch einmal nahm er einen Schluck aus der Flasche und ließ sie einfach fallen als auch jene geleert war.
Kai... Kai war Tod.
Daran würde niemand mehr etwas ändern können..
Er selber hatte ihn zu dem Friedhof getragen gehabt.
Aber jetzt?
Kiara war heim geholt worden, und als sie wiederkam hatte sie sich verändert.
Als würde etwas sie beunruhigen, sie etwas belasten, und erst heute hatte er erfahren was das war.
Jemand hatte die Leichen von Kai und Rena gestohlen.
Laut dem Zeugen und Verräter, dem Totengräber, dem einige Münzen genügt hatten um einmal fort zu sehen, war es der Gleiche der auch für ihren Tod gesorgt hatte.
Der Rabendiener!

Keylon schloss die Augen. Er hatte Rena nicht geliebt gehabt, aber dennoch hatte sie das was nun wohl geschah nicht verdient gehabt. Aber was genau war es was man mit ihr nun tun würde?
Was bei Temora konnten Rabendiener mit Toten anfangen?
Und warum gerade Rena und Kai?
Verzweifelt schlug er die Hände vor sein Gesicht, zog mit einem Wutschrei zurück und schlug die Faust auf den Tisch.
Er würde diesen Kerl schon kriegen! Ganz bestimmt würde er ihn kriegen.
Entschlossen nahm er den Rucksack in dem seine Rüstung fein poliert aufbewahrt war.
Gürtete das Schwert und verließ eilig und zielstrebig das Handelshaus.
Sein Pferd stand noch gesattelt davor, und schnaubte unwillig als er sich hinaufschwang und es sofort antrieb.
Sein Ziel … Varuna.
Wenigstens hier würde er, wenn auch nur für weniger Stunden, seiner Wut Luft bereiten können.
Im Glauben durch das Befreien der untoten Seelen diesem Kra'thor wenigstens ein wenig Ärger zu bereiten.
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