Wenn Liebe zur Sucht wird...

Moderator: Menekaner [Mod]

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Gast

Wenn Liebe zur Sucht wird...

Beitrag von Gast »

Wieder dachte sie, sie erwacht aus einem Alptraum. Sie setzte sich aufrecht, fuhr sich mit den Händen übers Gesicht. Ein kurzer Blick neben sich, ihre Mundwinkel sanken.
Jedes mal hoffte sie aufzuwachen, und er würde neben ihr liegen, als wäre die Realität nur ein Alptraum. Sie dachte oft darüber nach ob sie vielleicht übertrieb. Möglicherweise war es ja ihre Schuld? Das er so selten da war?
Möglicherweise hat sie ihre Launen einfach so gehen lassen, das es ihn vertrieben hat?
Sie hatte so viele Fragen und keinen der sie ihr je beantworten würde.
Also stand sie auf um in die Küche zu laufen und einen selbstgepressten Dattelsaft zu trinken. Ihre Gedanken ließen sie dennoch nie in Ruhe. Egal was sie tat, egal wie sehr sie sich ablenke, er war immer in ihrem Kopf.
Jeden Tag dachte sie darüber nach wie schön die Zeit doch ist, die sie zusammen immer verbringen. Die Ausflüge, die schönen Komplimente die er ihr machte. Und da waren auch diese Versprechungen die ihre Laune wieder sanken ließen. Sie wusste nicht mehr was sie noch glauben sollte. Würde er sie wirklich heiraten?
Er sagte das so oft, das sie selbst daran zweifelte. Es tat sich schon seit Monaten nichts. Sie war leider auch keine gute Schauspielerin, sodass sich ihre Launen sehr oft bemerkbar machten. Ab und an musste sie sich einen sogar dummen Spruch einstecken.

“Bist du dir wirklich sicher?”
“Du weißt wir wollen nur das Beste.”


“Blaablaaa..” dachte sie sich jedes mal dabei. Sie wusste schon langsam wie alle darüber dachten und es war jedes mal das selbe.

Dann war da Talib und Rija, die nun auch heiraten wollten. Selbst ihre jüngere Schwester die um 4 Jahre jünger ist hatte nun Vorstellungen vom Heiraten. Die Heirat von Jumanah und Cetem. Dann die Hochzeit von Zia und Majdy. Das hatte sie fertig gemacht. Jeder darf heiraten außer sie.
Oft lag sie den ganzen Tag einfach nur faul im Bett herum und machte sich ihre Gedanken.

Übertreibt sie vielleicht?
Liegt es an der Familie, weil er unter Druck gesetzt wird?
Setzt sie ihn selbst zu sehr unter Druck?
Oder vielleicht drückte er sich selbst davor aus Angst?
Aber vor allem warum war er ihr so wichtig?

Sicher liebte sie ihn. Sie liebte ihn mehr als alles andere. Sie wollte auch nichts anderes als ihn. Sie wollte nicht noch einmal so verletzt werden. Schon einmal wurde ihre Liebe nicht erwidert und sie ist für lange Zeit deswegen weg gewesen.
Doch war sie sich nun so sicher wie nie zuvor.
Und da wusste sie: Sie ist nach ihm süchtig.
Nicht wie jemand der nach Alkohol süchtig war, oder nach Tabak. Nein. Sie war süchtig nach seiner Nähe. Jedes mal wenn sie ihn sah, zauberte es ihr ein verliebtes Lächeln ins Gesicht. Jedes mal wenn er sie berührte hatte sie das Gefühl innerlich zu brennen. Jedes mal wenn sie seine Stimme hörte, dachte sie das es die schönste Stimme war die Eluive einem Lebewesen je gegeben hatte.
Es war nicht normal wie sie sich benahm.
Es verletzte es sie so sehr, das sie ihn kaum zu Gesicht bekam, das sie dachte sie würde langsam verrückt werden. Sie hatte keine Lust zu essen, keine Lust zu trinken. Jedes mal naschte sie nur etwas Schokolade. Selbst auf ihre Arbeit, die sie so sehr liebte, hatte sie komplett die Lust verloren.
Jetzt wo sie ein Haus für sich beide haben, möchte sie nicht einmal mehr einrichten. Es ist so anders, wenn er da ist.
Immer wenn er nicht da ist, ist sie deprimiert.
Doch sobald sie wieder seine Stimmt hört, könnte man meinen es wäre nie etwas gewesen. Alles verschwindet.

Es war schon spät Abends, sie ging im Familienhaus die Treppen herab, wo sie dann Yaamal und Aaminah traf. Auf ihrem Schoß saß ein Kind das sie nicht kannte. Sofort musste sie dann doch wieder an ihn denken. Aber es sollte nun aufhören. Sie musste den Dingen einfach ihren Lauf lassen.
Eine Weile unterhielt sie sich mit ihrem Bruder, ihrer Schwester. Als diese zu Bett ging und sie nun die letzte war, ging sie noch an den Strand im Norden der Insel.

Ich stehe im Meer,
und atme tief ein.
Der Geruch des Salzes
kitzelt in meiner Nase.
Das wohlig warme Wasser
benetzt meine Füße.
Wenn ich das Rauschen höre
sind alle Probleme vergessen.
Wie mag es wohl sein?
Die Freiheit?
Das Grenzenlose?
Ich kann es riechen.
Ich kann es spüren.
Es ist so nah.
Und doch so fern.
Wie mag es sich wohl anfühlen,
So befreit von allen Schmerzen zu sein?

Ich öffne meine Augen und bin wieder in der Realität…


Sie atmete tief durch und machte sich dann mit nassen Füßen auf dem Weg zum Familienhaus. Noch am frühen Morgen wird man einige kleine Wasserstellen auf dem Boden erkennen, die zum Schlafzimmer der Frauen führen.
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