Erste Eindrücke täuschen oft
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Gast
Erste Eindrücke täuschen oft
Nass, kalt, dreckig.
Schaudernd zog sie die Lumpen um die schmalen, knochigen Schultern etwas enger und schlurfte diese hängen lassend die Gasse entlang. Meist huschten die Menschen an ihr vorbei oder machten einen kleinen Bogen um sie herum, vielleicht konnte man sich bei ihr ja etwas einfangen? Oder war sie schlicht unscheinbar? Kurz ein kindliches Schnauben und Mia strich mit der Hand einmal prüfend über eine ganz bestimmte Stelle. Seitlich, halb auf dem Rücken hatte sie dicht am Körper ihre kleine Freundin verborgen. Schon immer war sie da gewesen, woher wusste Mia nicht mehr. Es war ohnehin seltsam. Schwammige Erinnerungen, manchmal durch bestimmte Worte, Gesten klarer, dann wieder verschwindenden Nebelfetzen gleich. Drei weibliche Stimmen rissen sie aus ihren Gedanken und sie schlurfte, lustlos auf einen Baum in deren Nähe zu.
Beide Hände gegen den schmalen Stamm lehnend, konkurrierte das Zeug unter ihren Fingernägeln farblich mit der Rinde. Auch die rissigen Schrammen des linken Handrückens erinnerten, wenn auch nicht so tief, an den Baumstamm vor sich. Müde lehnte sie ihre Wange einen Moment an den Stamm, betrachtete die Fremden selbstvergessen und beobachtete ihre Bewegungen mit einem Male recht wach. Flammendes, dunkles, rotes Haar rief irgendetwas in ihrer Erinnerung wach. Allerdings war sie sich nicht so sicher ob das gut oder nicht so gut war. Weitere Momente lang waren die Frauen recht spannend, weniger auf die Worte achtend war sie auch weiter auf die Gesten konzentriert und erst als der Wind eines der Blätter über ihrem Kopf schaukelte wurde sie abgelenkt. Die Fremden für den Moment vergessend streckte sich Mia und versuchte jenes zu ergattern. Nur wenige Fingerbreit fehlten und sie hätte es geschafft. Dann aber ausrutschend purzelte sie am Stamm vorbei, mitten auf das Gras nahe der Frauen.
Einfach sitzend bleibend grub sie die Hände in die Erde, sackte kauernd zusammen und hob trotzig den Kopf ein wenig an. Eine der Fremden ging sie an, die zweite war milde und die dritte Fremde bedeutete ihr näher zu kommen. Eigentlich schrie alles in ihr danach wegzulaufen, nur wohin? Dann gehorchte sie der rothaarigen Frau und schlurfte näher an das Grüppchen heran. Ob ihres Geruches und des Zustandes hatten die Frauen schnell einen Namen für sie gefunden – Schmutzfink. Naja, man hatte sie schon schlimmeres genannt, es war ihr gleich und als die Frauen sie mitnehmen wollten, trottete sie mit. Eine von ihnen hatte etwas an sich, jene die milde war – der schien man ein wenig trauen zu können. Immer wieder einmal warf sie der Blonden kurze, musternde Blicke aus den hungrigen, grauen Augen zu.
Baden, frische Kleider und Essen.
Essen klang gut. Tunken und kaltes Wasser weniger. Da sie aber das Essen haben wollte schlurfte Mia auch diesmal brav mit. Sie fuhren mit dem Schiff und dann war es als wäre sie in einem Traum. Schnell wurde ihr bis auf die Knochen warm und staunend sah sie sich in dem schmuddeligen Hafen um. Nahezu mit kindlicher Neugier musterte sie die Häuser und folgte den Frauen dann durch unzählige, fremde Farne, Palmen und ähnliche Gewächse. Bis zu einem Strand führte man sie und nachdem die Stiefel abgezogen waren badete Mia in der Bucht. Wasser lag ihr, es war gut. Planschend wirkte sie viel jünger als man sie schätzen würde und ausgelassen tobte sie im Blick der Frauen. Nach einer Weile aber hockte sie sich dann zu jenen an den Strand und richtete die grauen Augen auf die Drei.
Schaudernd zog sie die Lumpen um die schmalen, knochigen Schultern etwas enger und schlurfte diese hängen lassend die Gasse entlang. Meist huschten die Menschen an ihr vorbei oder machten einen kleinen Bogen um sie herum, vielleicht konnte man sich bei ihr ja etwas einfangen? Oder war sie schlicht unscheinbar? Kurz ein kindliches Schnauben und Mia strich mit der Hand einmal prüfend über eine ganz bestimmte Stelle. Seitlich, halb auf dem Rücken hatte sie dicht am Körper ihre kleine Freundin verborgen. Schon immer war sie da gewesen, woher wusste Mia nicht mehr. Es war ohnehin seltsam. Schwammige Erinnerungen, manchmal durch bestimmte Worte, Gesten klarer, dann wieder verschwindenden Nebelfetzen gleich. Drei weibliche Stimmen rissen sie aus ihren Gedanken und sie schlurfte, lustlos auf einen Baum in deren Nähe zu.
Beide Hände gegen den schmalen Stamm lehnend, konkurrierte das Zeug unter ihren Fingernägeln farblich mit der Rinde. Auch die rissigen Schrammen des linken Handrückens erinnerten, wenn auch nicht so tief, an den Baumstamm vor sich. Müde lehnte sie ihre Wange einen Moment an den Stamm, betrachtete die Fremden selbstvergessen und beobachtete ihre Bewegungen mit einem Male recht wach. Flammendes, dunkles, rotes Haar rief irgendetwas in ihrer Erinnerung wach. Allerdings war sie sich nicht so sicher ob das gut oder nicht so gut war. Weitere Momente lang waren die Frauen recht spannend, weniger auf die Worte achtend war sie auch weiter auf die Gesten konzentriert und erst als der Wind eines der Blätter über ihrem Kopf schaukelte wurde sie abgelenkt. Die Fremden für den Moment vergessend streckte sich Mia und versuchte jenes zu ergattern. Nur wenige Fingerbreit fehlten und sie hätte es geschafft. Dann aber ausrutschend purzelte sie am Stamm vorbei, mitten auf das Gras nahe der Frauen.
Einfach sitzend bleibend grub sie die Hände in die Erde, sackte kauernd zusammen und hob trotzig den Kopf ein wenig an. Eine der Fremden ging sie an, die zweite war milde und die dritte Fremde bedeutete ihr näher zu kommen. Eigentlich schrie alles in ihr danach wegzulaufen, nur wohin? Dann gehorchte sie der rothaarigen Frau und schlurfte näher an das Grüppchen heran. Ob ihres Geruches und des Zustandes hatten die Frauen schnell einen Namen für sie gefunden – Schmutzfink. Naja, man hatte sie schon schlimmeres genannt, es war ihr gleich und als die Frauen sie mitnehmen wollten, trottete sie mit. Eine von ihnen hatte etwas an sich, jene die milde war – der schien man ein wenig trauen zu können. Immer wieder einmal warf sie der Blonden kurze, musternde Blicke aus den hungrigen, grauen Augen zu.
Baden, frische Kleider und Essen.
Essen klang gut. Tunken und kaltes Wasser weniger. Da sie aber das Essen haben wollte schlurfte Mia auch diesmal brav mit. Sie fuhren mit dem Schiff und dann war es als wäre sie in einem Traum. Schnell wurde ihr bis auf die Knochen warm und staunend sah sie sich in dem schmuddeligen Hafen um. Nahezu mit kindlicher Neugier musterte sie die Häuser und folgte den Frauen dann durch unzählige, fremde Farne, Palmen und ähnliche Gewächse. Bis zu einem Strand führte man sie und nachdem die Stiefel abgezogen waren badete Mia in der Bucht. Wasser lag ihr, es war gut. Planschend wirkte sie viel jünger als man sie schätzen würde und ausgelassen tobte sie im Blick der Frauen. Nach einer Weile aber hockte sie sich dann zu jenen an den Strand und richtete die grauen Augen auf die Drei.
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Gast
Selbstvergessen glitt der Sand durch die damit spielenden Finger. Die nächste Zeit wurde sie gut versorgt, man zeigte ihr wo sie etwas zu Essen und ein Plätzchen zum Schlafen bekam. Luninara war ihr eine wunderbare Hilfe, erzählte Mia die verschiedensten Dinge und ging mit ihr nach Adoran, Berchgard und durch Bajard. Irgendetwas zog ihre Aufmerksamkeit immer wieder fort, machte es schwierig sich zu konzentrieren und so schlurfte sie Luninara meist sehr dicht auf nach. Auch zum Fest in Berchgard begleitete sie Luninara, Luni wurde 'zu Hause' gelassen, sie würde ihr später alles berichten.
Die vielen, lauten Menschen übten eine gewisse Anziehung auf sie aus. Was es genau war hätte Mia nicht beschreiben können. Hier waren die größeren Frauen nicht so unheimlich, fast als böten sehr viele Menschen auf einem Haufen, einen gewissen Schutz. Als Luniara gegangen war suchte sie sich dennoch ein ruhigeres Plätzchen und dachte noch ein wenig über die verworrenen Runenmuster auf den Zwergenschädeln nach. Irgendwann teilte sie dem stillen Mann neben sich mit das sie auch durstig war und bediente sich dann an dem Wasserschlauch den er ihr anreichte. Er lud sie zum Essen ein, brachte ihr etwas von dem verführerisch duftenden Grillstand und lauschte dann mit ihr zusammen den singenden Barden. Recht zufrieden kauerte sie wie ein kleiner, nasser Sack den irgendjemand, irgendwo abgestellt und vergessen hatte neben ihm auf dem Baumstamm am wärmenden Feuer. Er sprach nicht viel, sie noch weniger und als die Barden fertig waren und die Faustkämpfe begannen hatte sie ihm, als Dank für das Essen, den kleinen schmuddeligen Lutscher geschenkt der sich in ihrem Besitz befand. Zwar hatte sie von jenem schon einmal probiert und trennte sich nur überaus ungerne von dem Zuckerwerk das vor zwei Tagen noch überaus schmackhaft ausgesehen hatte.
Zusammen betrachteten sie das Feuer einige Momente, er still, Mia sehr selbstversunken. Aus dem Wandersack zog er dann irgendwann eine kleine Laute hervor und als seine Finger die ersten Saiten zum Tanzen brachten verweilte ihre Aufmerksamkeit wieder im hier und jetzt. Seine Melodien konnte sie sich schnell merken, die Texte waren schön und bald schon summte sie immer wenn er spielte leise mit. Musik lag ihr sehr und so blieb sie eine ganze Weile sitzen, lauschte, summte und blendete die Welt um sich herum aus.
Am späteren Abend in der Herberge sprach sie ein Fremder an während sie auf Luni wartete. Da sie sich bei den Spielen auf dem Fest ordentlich eingesaut hatte und einige Kleider schon wieder nicht tragbar waren sah sie in etwa wieder so aus wie zu dem Zeitpunkt ehe sie auf die Frauen getroffen war. Einzig die inzwischen getrockneten Schlammschlieren in den Haaren und der Schlamm an den 'neuen' Winterstiefeln war hinzugekommen. Scheinbar erinnerte sie ihn an irgendeine Charlie, zumindest schien er nicht darauf aus ihr irgendetwas zu tun und brachte sie sogar nach Menek'Ur, versorgte sie dort mit einem ordentlichen Abendessen und gab ihr ein paar Münzen für die Rückfahrt. Der Abend wich der Nacht und so schliefen sie auf der Sonneninsel. Er hatte ihr sogar ein eigenes, kleines Zimmer bezahlt und bald schon sank sie in einen tiefen, unruhigen Schlaf....
und....
[url=http://forum.alathair.de/viewtopic.php?p=454856#454856].... sie .... träumte...[/url]
Die vielen, lauten Menschen übten eine gewisse Anziehung auf sie aus. Was es genau war hätte Mia nicht beschreiben können. Hier waren die größeren Frauen nicht so unheimlich, fast als böten sehr viele Menschen auf einem Haufen, einen gewissen Schutz. Als Luniara gegangen war suchte sie sich dennoch ein ruhigeres Plätzchen und dachte noch ein wenig über die verworrenen Runenmuster auf den Zwergenschädeln nach. Irgendwann teilte sie dem stillen Mann neben sich mit das sie auch durstig war und bediente sich dann an dem Wasserschlauch den er ihr anreichte. Er lud sie zum Essen ein, brachte ihr etwas von dem verführerisch duftenden Grillstand und lauschte dann mit ihr zusammen den singenden Barden. Recht zufrieden kauerte sie wie ein kleiner, nasser Sack den irgendjemand, irgendwo abgestellt und vergessen hatte neben ihm auf dem Baumstamm am wärmenden Feuer. Er sprach nicht viel, sie noch weniger und als die Barden fertig waren und die Faustkämpfe begannen hatte sie ihm, als Dank für das Essen, den kleinen schmuddeligen Lutscher geschenkt der sich in ihrem Besitz befand. Zwar hatte sie von jenem schon einmal probiert und trennte sich nur überaus ungerne von dem Zuckerwerk das vor zwei Tagen noch überaus schmackhaft ausgesehen hatte.
Zusammen betrachteten sie das Feuer einige Momente, er still, Mia sehr selbstversunken. Aus dem Wandersack zog er dann irgendwann eine kleine Laute hervor und als seine Finger die ersten Saiten zum Tanzen brachten verweilte ihre Aufmerksamkeit wieder im hier und jetzt. Seine Melodien konnte sie sich schnell merken, die Texte waren schön und bald schon summte sie immer wenn er spielte leise mit. Musik lag ihr sehr und so blieb sie eine ganze Weile sitzen, lauschte, summte und blendete die Welt um sich herum aus.
Am späteren Abend in der Herberge sprach sie ein Fremder an während sie auf Luni wartete. Da sie sich bei den Spielen auf dem Fest ordentlich eingesaut hatte und einige Kleider schon wieder nicht tragbar waren sah sie in etwa wieder so aus wie zu dem Zeitpunkt ehe sie auf die Frauen getroffen war. Einzig die inzwischen getrockneten Schlammschlieren in den Haaren und der Schlamm an den 'neuen' Winterstiefeln war hinzugekommen. Scheinbar erinnerte sie ihn an irgendeine Charlie, zumindest schien er nicht darauf aus ihr irgendetwas zu tun und brachte sie sogar nach Menek'Ur, versorgte sie dort mit einem ordentlichen Abendessen und gab ihr ein paar Münzen für die Rückfahrt. Der Abend wich der Nacht und so schliefen sie auf der Sonneninsel. Er hatte ihr sogar ein eigenes, kleines Zimmer bezahlt und bald schon sank sie in einen tiefen, unruhigen Schlaf....
und....
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Gast
Gefunden hatte sie wonach sie gesucht hatte, oder nicht? War es nicht vielmehr was sie suchte, wollte, musste? Der Drang war da, doch wofür? Immer dann wenn ihr ein klarer Gedanke gelang war da etwas das sie hinderte, verhinderte das sie erfassen konnte was sie eigentlich längst wusste. War es wichtig was mit ihr passierte oder war wichtig was um sie herum passierte? Konnte es sein das..? Ein energisches Kopfschütteln, abgelöst von einem niedlichen Lächeln, scheinbar ohne jeglichen Grund und ihr Blick wurde ein wenig klarer. Vertraut war sie, blass, dunkles Haar und so wirklich wie sie selbst.
Mein, mein, mein...
Nein, mein!
Mein, mein, mein...
Selbstvergessen senkte sich ihr Blick und ruckte dann unvermittelt empor als eine eiserne Faust ihr Herz eine Sekunde lang umschloss. Dennoch beugte sie den mageren Körper vor, ihm ein wenig entgegen und sah mit arglosem Blick zu ihm auf. Er könnte wenn er wollte, doch wollte er? Wie ein kleiner Vogel vor dem Brotkrumen neigte sich ihr Kopf erst nach links, dann sehr langsam nach rechts als würde sie den Mann gar nicht wirklich erfassen. Dennoch war er da, so echt wie die junge Dame rechts neben ihr. Kälte, Macht und etwas das sie nicht wirklich definieren konnte ging von ihm aus. Als er von ihr fort und zurück an seinen Platz trat folgten ihre großen, grauen Augen jeder Bewegung, als wisse sie das er mit ihr noch nicht fertig war.
Bleib wenn die Anderen gehen, ich habe mit dir zu sprechen.
Diese Stimme war nicht wie sie es gewohnt war, deutlicher, dunkler – es war er. Mia erschrak nicht einmal, nickte als hätte er sie laut angesprochen und bleibt auf der steinernen Sitzfläche sitzen als sei sie im Verlauf des Abends nun daran festgewachsen. Selbstvergessen strichen ihre blassen, schmuddeligen Finger über den Stein, links und rechts von ihren Schenkeln, während sie wartete. Erst nachdem sie alle fort waren hob Mia ihren Blick an und sah zu ihm. Wie alt sie war? Sie hatte es vergessen, war es wichtig? Zu jung.. verloren .. verrückt? Konzentriert folgte sie seinen Worten.
Ist gut.
Mehr brauchte es an Zustimmung nicht, sie würde zugegen sein. War gespannt wen sie treffen sollte und durchaus überrascht als sie ihr am nächsten Abend begegnete. Blondes, langes Haar umrahmte ein für Mia wunderschönes Gesicht. Ihre Stimme rührte etwas in ihr an und nach wenigen Herzschlägen schon war sie sich sicher das seine Entscheidung richtig gewesen war. Tage später waren es zwei Fremde denen sie wie ein zweiter Schatten folgte. In Mias Fingern, fest umschlossen ruhte ein Angelköder. Vorsichtig setzte sie ihre Schritte, und blieb sehr aufdringlich wirkend, immer einen Schritt hinter einem der Fremden. Muffige, abgestandene Luft und Staubkörner die im Fackellicht glitzerten waren ein beständiger Begleiter hier unter der Erde. Seltsamerweise fühlte sich Mia nicht unwohl, schlurfte gemessen mit und trat bedacht über die gefallenen Kreaturen hinweg.
Verloren und verborgen, durch graue Nebelschleier.
Ist's die Dunkle, die mich leitet.
Eindringlich, verlockend, zu seiner Feier.
Ist's die Helle, die mich geleitet.
So sende mir nicht jenen Boten, der die Eine bannt.
Sende mir nur jenen, der mich einst gekannt.
Mein, mein, mein...
Nein, mein!
Mein, mein, mein...
Selbstvergessen senkte sich ihr Blick und ruckte dann unvermittelt empor als eine eiserne Faust ihr Herz eine Sekunde lang umschloss. Dennoch beugte sie den mageren Körper vor, ihm ein wenig entgegen und sah mit arglosem Blick zu ihm auf. Er könnte wenn er wollte, doch wollte er? Wie ein kleiner Vogel vor dem Brotkrumen neigte sich ihr Kopf erst nach links, dann sehr langsam nach rechts als würde sie den Mann gar nicht wirklich erfassen. Dennoch war er da, so echt wie die junge Dame rechts neben ihr. Kälte, Macht und etwas das sie nicht wirklich definieren konnte ging von ihm aus. Als er von ihr fort und zurück an seinen Platz trat folgten ihre großen, grauen Augen jeder Bewegung, als wisse sie das er mit ihr noch nicht fertig war.
Bleib wenn die Anderen gehen, ich habe mit dir zu sprechen.
Diese Stimme war nicht wie sie es gewohnt war, deutlicher, dunkler – es war er. Mia erschrak nicht einmal, nickte als hätte er sie laut angesprochen und bleibt auf der steinernen Sitzfläche sitzen als sei sie im Verlauf des Abends nun daran festgewachsen. Selbstvergessen strichen ihre blassen, schmuddeligen Finger über den Stein, links und rechts von ihren Schenkeln, während sie wartete. Erst nachdem sie alle fort waren hob Mia ihren Blick an und sah zu ihm. Wie alt sie war? Sie hatte es vergessen, war es wichtig? Zu jung.. verloren .. verrückt? Konzentriert folgte sie seinen Worten.
Ist gut.
Mehr brauchte es an Zustimmung nicht, sie würde zugegen sein. War gespannt wen sie treffen sollte und durchaus überrascht als sie ihr am nächsten Abend begegnete. Blondes, langes Haar umrahmte ein für Mia wunderschönes Gesicht. Ihre Stimme rührte etwas in ihr an und nach wenigen Herzschlägen schon war sie sich sicher das seine Entscheidung richtig gewesen war. Tage später waren es zwei Fremde denen sie wie ein zweiter Schatten folgte. In Mias Fingern, fest umschlossen ruhte ein Angelköder. Vorsichtig setzte sie ihre Schritte, und blieb sehr aufdringlich wirkend, immer einen Schritt hinter einem der Fremden. Muffige, abgestandene Luft und Staubkörner die im Fackellicht glitzerten waren ein beständiger Begleiter hier unter der Erde. Seltsamerweise fühlte sich Mia nicht unwohl, schlurfte gemessen mit und trat bedacht über die gefallenen Kreaturen hinweg.
Verloren und verborgen, durch graue Nebelschleier.
Ist's die Dunkle, die mich leitet.
Eindringlich, verlockend, zu seiner Feier.
Ist's die Helle, die mich geleitet.
So sende mir nicht jenen Boten, der die Eine bannt.
Sende mir nur jenen, der mich einst gekannt.
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Gast
Sie hatte ihn gewarnt. Hatte ihm erklärt, dass man Leute nicht los wurde, indem man ihnen etwas in die Hand gab. Hatte er gehört? Nein. Er musste sich davon natürlich selbst überzeugen. Was brachte es ihnen ein? Eine verrücktes Mädchen, das mit dem Erhalt eines Angelköders offenbar einen bindenden unausgesprochenen Vertrag eingegangen war, der besagte, dass sie ihm jetzt unaufhörlich auf die Pelle rücken durfte. Nahezu aufdringlich folgte das zerlumpte, dreckige Ding ihm auf Schritt und Tritt. Großartig, wirklich großartig!
Es hatte nur ein kurzer Jagdausflug werden sollen, nicht mehr. Und was hatte er daraus gemacht? Das Erstbeste was ihnen vor Bajard vor die Füße gelaufen war, hatte er mitgenommen. Dabei hätte die Nähe zu diesem Dort mit dem hohen Anteil an Verrückten doch nun wirklich genug Warnung sein sollen. Das konnte ja nicht gut gehen, und noch weniger, wenn dieses Mädchen mit kaum mehr als ein paar Fetzen am Leib ihnen auch noch in die Höhlen folgte. Wie lästig. Die gute Laune war verflogen. 'Ich werde die nicht zusammenflicken.'
Sie war ausgewichen, als das Vieh, trotz der vehementen Angriffe seitens ihrer Jagdbegleitung, brüllend herumgewirbelt war um auf sie loszugehen. Sie war ausgewichen, ihr Schatten war zurückgeblieben. So viel zu aus dem Weg bleiben. Erleichtertes Durchatmen, als die Schwinge des Ungetüms über den Kopf des Mädchens hinwegglitt, statt sie zu Boden zu schicken.
Es hatte nur ein kurzer Jagdausflug werden sollen, nicht mehr. Und was hatte er daraus gemacht? Das Erstbeste was ihnen vor Bajard vor die Füße gelaufen war, hatte er mitgenommen. Dabei hätte die Nähe zu diesem Dort mit dem hohen Anteil an Verrückten doch nun wirklich genug Warnung sein sollen. Das konnte ja nicht gut gehen, und noch weniger, wenn dieses Mädchen mit kaum mehr als ein paar Fetzen am Leib ihnen auch noch in die Höhlen folgte. Wie lästig. Die gute Laune war verflogen. 'Ich werde die nicht zusammenflicken.'
- Wirst Du doch.
Werde ich ganz sicher nicht.
Wir werden sehen.
Ja, werden wir. Wo steckt sie überhaupt?
- Tief durchatmen.
Mach ich ja.
Da fällt mir ein ... Du hast sicher auch schon davon gehört, dass ...
Wag' es!
Gleich und gleich…
Sei still!
Sie war ausgewichen, als das Vieh, trotz der vehementen Angriffe seitens ihrer Jagdbegleitung, brüllend herumgewirbelt war um auf sie loszugehen. Sie war ausgewichen, ihr Schatten war zurückgeblieben. So viel zu aus dem Weg bleiben. Erleichtertes Durchatmen, als die Schwinge des Ungetüms über den Kopf des Mädchens hinwegglitt, statt sie zu Boden zu schicken.
- Siehst Du?
Sei ruhig.
- Da tun sich ja fast schon gewisse Ähnlichkeiten auf.
Treib's nicht zu weit!
- Zumindest hat sie Geschmack.
Das macht es besser?
Man muss den verrückten Dingen auch etwas Gutes abgewinnen können, dann sind sie leichter zu ertragen.
Da spricht wohl die Erfahrung.
Ich bin nicht verrückt.
Aber etwas wahnsinnig.
Das ist was anderes.
Bist du sicher?
Ganz sicher. Das kann man nicht miteinander vergleichen.
Aber...
Nichts aber! Uhm... wo ist sie hin?
- Sag' ja nichts.
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Gast
An einem anderen Tag,
beschütz ich dich.
Weil ich dich mag,
erbarmt er sich.
Zu einer späten Stund,
kein Vogel singt.
Da erklingt die Kund,
Tod dir bringt.
Er spricht mit dir,
quält dich sehr.
Doch bist du hier,
er nicht mehr.
Warst einst sein Ende,
vor langer Zeit.
Rot sind deine Hände,
sei bald bereit.
Es kommt die Zeit,
wo er schweigt.
Bist du nicht bereit,
wenn sie aufzeigt.
Nicht die junge Stimme,
die er hat.
Vernebelt dir die Sinne,
macht dich matt.
Eine weitere Stimme erklingt,
die dich ruft.
Wohl keinen Frieden bringt,
und dich heimsucht.
Zu einer anderen Zeit,
an jenem Ort.
War sie nicht bereit,
lebt weiter fort.
Sie ist nicht allein,
sind zu dritt.
Nicht eine kehrt Heim,
trag sie mit.
Leise singend schlurfte Mia davon, der Blick war selbstvergessen und schien in weite Ferne zu schweifen. Dem Fremden hatte sie den Angelköder zurück gegeben und war mit einem blutigen Knochen und dem geforderten Dämonenblut bald schon verschwunden. Nun fehlte nur noch der sorgsam gebundene Nachtschattenstrauß, den sie dem Heiler im Glaubenshaus gestohlen hatten nachdem Vaughain sie dort zurückgelassen hatte und das schimmelige Brot. Zuerst ging sie nach Bajard, schlurfte in die Herberge und suchte ihre Puppe auf welche unter dem schmuddeligen Kleid das Brot verborgen hatte. Dann ging es mit der Kutsche nach Adoran den 'Blumenstrauß' holen. Als sie alles zusammen hatte machte sie sich eilig auf den Rückweg.
Tief einatmend war es die muffige, abgestandene Ruinenluft die sie wie eine alte Freundin umfing. Nur kurz sah sie sich aus kindlichen, grauen Augen um dann stand sie unvermittelt vor Joanna. Jene bewegte sich so langsam wie eine steinalte Frau, womit Mia zur Abwechslung mal keinerlei Probleme hatte zu folgen. Immer wieder tippelte sie mit den Fingerspitzen, der Melodie des zuvor gesungenen Liedes folgend, gegen die pralle Schultertasche. Unter der Erde entrissen die Beiden der Tasche ihre Schätze und breiteten diese sorgsam auf der steinernen Tischplatte aus.
Knirsch, knarz, knirsch ...
Das schabende Geräusch der Klinge die winzig, kleine Knochensplitter ablöste rief eine prickelnde Gänsehaut hervor die sich über Mias Rücken zog. Schaudernd hoben sich ihre Schultern ein wenig an. Sie lauschte nebenbei den lehrenden Worten, begann dann der Anweisung folgend den Nachtschattensud abzukochen, Blut, Knochen und Schimmelbrot folgten in bestimmer Art, Weise und Reihenfolge. Rötlichbraune, dickliche Flüssigkeit durch die sich grünlich-graue Schlieren zogen waren das Ergebnis. Sorgsam wurde der Topf mit einem feuchten Tuch abgedeckt dann galt es zu warten. Bald schon würde man es benötigen, bald schon war es soweit! Für den Moment jedoch kehrten ihre Gedanken zu Diego zurück, sie sprach mit Joanna über ihn und ein paar Möglichkeiten ihn zu binden. Flüchtig hoben sich ihre Mundwinkel. So schnell hatten sie ihn in den Kerker werfen wollen, so schnell war er verdächtig gewesen. Ein dankbares Nicken zu ihrer Lehrerin, sie würde studieren, forschen und bald schon die ersten Experimente wagen. Flüchtig veränderte sich ihr unschuldig, kindliches Lächeln zu einer verzerrten, makaberen Fratze.
Schritt um Schritt folgte sie dann den Anderen. Tiefer hinab, tiefer unter die Erde. Hier zogen sich andere Düfte durch die Räumlichkeiten. Grauer Staub glitzerte sobald er aufgewirbelt wurde im Schein der Kerzen. Dunkle Augenhöhlen starrten aus bleichen Schädeln in ihre Richtung und kaum ein Geräusch schien aufzuklingen. Versonnen strich sie mit den Fingerspitzen über nahe Wände, Säulen, Sockel und sogar die Schädel. Weiter ging es, Schritt um Schritt.
beschütz ich dich.
Weil ich dich mag,
erbarmt er sich.
Zu einer späten Stund,
kein Vogel singt.
Da erklingt die Kund,
Tod dir bringt.
Er spricht mit dir,
quält dich sehr.
Doch bist du hier,
er nicht mehr.
Warst einst sein Ende,
vor langer Zeit.
Rot sind deine Hände,
sei bald bereit.
Es kommt die Zeit,
wo er schweigt.
Bist du nicht bereit,
wenn sie aufzeigt.
Nicht die junge Stimme,
die er hat.
Vernebelt dir die Sinne,
macht dich matt.
Eine weitere Stimme erklingt,
die dich ruft.
Wohl keinen Frieden bringt,
und dich heimsucht.
Zu einer anderen Zeit,
an jenem Ort.
War sie nicht bereit,
lebt weiter fort.
Sie ist nicht allein,
sind zu dritt.
Nicht eine kehrt Heim,
trag sie mit.
Leise singend schlurfte Mia davon, der Blick war selbstvergessen und schien in weite Ferne zu schweifen. Dem Fremden hatte sie den Angelköder zurück gegeben und war mit einem blutigen Knochen und dem geforderten Dämonenblut bald schon verschwunden. Nun fehlte nur noch der sorgsam gebundene Nachtschattenstrauß, den sie dem Heiler im Glaubenshaus gestohlen hatten nachdem Vaughain sie dort zurückgelassen hatte und das schimmelige Brot. Zuerst ging sie nach Bajard, schlurfte in die Herberge und suchte ihre Puppe auf welche unter dem schmuddeligen Kleid das Brot verborgen hatte. Dann ging es mit der Kutsche nach Adoran den 'Blumenstrauß' holen. Als sie alles zusammen hatte machte sie sich eilig auf den Rückweg.
Tief einatmend war es die muffige, abgestandene Ruinenluft die sie wie eine alte Freundin umfing. Nur kurz sah sie sich aus kindlichen, grauen Augen um dann stand sie unvermittelt vor Joanna. Jene bewegte sich so langsam wie eine steinalte Frau, womit Mia zur Abwechslung mal keinerlei Probleme hatte zu folgen. Immer wieder tippelte sie mit den Fingerspitzen, der Melodie des zuvor gesungenen Liedes folgend, gegen die pralle Schultertasche. Unter der Erde entrissen die Beiden der Tasche ihre Schätze und breiteten diese sorgsam auf der steinernen Tischplatte aus.
Knirsch, knarz, knirsch ...
Das schabende Geräusch der Klinge die winzig, kleine Knochensplitter ablöste rief eine prickelnde Gänsehaut hervor die sich über Mias Rücken zog. Schaudernd hoben sich ihre Schultern ein wenig an. Sie lauschte nebenbei den lehrenden Worten, begann dann der Anweisung folgend den Nachtschattensud abzukochen, Blut, Knochen und Schimmelbrot folgten in bestimmer Art, Weise und Reihenfolge. Rötlichbraune, dickliche Flüssigkeit durch die sich grünlich-graue Schlieren zogen waren das Ergebnis. Sorgsam wurde der Topf mit einem feuchten Tuch abgedeckt dann galt es zu warten. Bald schon würde man es benötigen, bald schon war es soweit! Für den Moment jedoch kehrten ihre Gedanken zu Diego zurück, sie sprach mit Joanna über ihn und ein paar Möglichkeiten ihn zu binden. Flüchtig hoben sich ihre Mundwinkel. So schnell hatten sie ihn in den Kerker werfen wollen, so schnell war er verdächtig gewesen. Ein dankbares Nicken zu ihrer Lehrerin, sie würde studieren, forschen und bald schon die ersten Experimente wagen. Flüchtig veränderte sich ihr unschuldig, kindliches Lächeln zu einer verzerrten, makaberen Fratze.
Schritt um Schritt folgte sie dann den Anderen. Tiefer hinab, tiefer unter die Erde. Hier zogen sich andere Düfte durch die Räumlichkeiten. Grauer Staub glitzerte sobald er aufgewirbelt wurde im Schein der Kerzen. Dunkle Augenhöhlen starrten aus bleichen Schädeln in ihre Richtung und kaum ein Geräusch schien aufzuklingen. Versonnen strich sie mit den Fingerspitzen über nahe Wände, Säulen, Sockel und sogar die Schädel. Weiter ging es, Schritt um Schritt.
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Gast
Eiseskälte stieg ihr von den Füßen ausgehend die Beine hinauf. Graue Nebelschwaden krochen aus den Ritzen des Bodens und hüllten sie bis hoch zum Knie ein. Schaudernd zog sie das Schultertuch mit der freien Hand ein wenig enger und beeilte sich dann den Topf wieder mit beiden Händen zu umfassen, Sollte sie stolpern wäre alles umsonst gewesen. Tief durchatmend ging Mia weiter, bis hin zum Rand des vorbereiteten Pentagramms. Nach und nach hatten auch die Anderen ihre Position bezogen und Magnus erteilte ihnen Anweisung. Erst der Tiegel, sie hatte gesehen wie er angefertigt worden war.
Mia, das Jungfrauenblut!
Hörst du was er sagt?
Na los, hör hin!
Unschuld, so vergänglich...
Den Kopf wiegend dauerte es bis die Bewegung das leise, irre Kichern, der ersten Stimme, aus ihrem Schädel vertrieben hatte und sie seinen Worten nachkam. Bedacht schritt sie über die Linien hinweg.
Verschmier nur eine Linie und du bist mein!
Hörst du? Hörst du..?!
Kinder, so schwach...
Mittig stehen bleibend, strafften sich ihre Schultern etwas und sie hob das Kinn an. Unergründlichen Blickes richteten sich die grauen Kinderaugen auf den Diener. Mit keiner Wimper zuckend wartete sie auf weitere Anweisungen. Eine Emotion hatte er haben wollen? Was dachte er sich denn? Sie hatte es ohnehin nicht zu entscheiden was mit ihr passierte, war hier weil 'er' sie wieder zu sich rief. Was mit ihr passierte lag in 'seinen' Händen, sie war 'sein', so oder so. Ob nun auf die angenehme oder wie weniger angenehme Art. Also doch nicht ihr Blut, er gönnte es ihnen nicht sie bluten zu sehen solange sie keine Furcht davor zeigte.
Bestimmt!
Ach was, deine Unschuld ist für den Moment nicht dienlich.
Dummes Ding!
Hör hin, hör zu!
Noch ein wenig straffte sich ihr magerer, mädchenhafter Körper und dann endlich, stand sie gerade. Langsam und vorsichtig schüttete sie die Flüssigkeit vom Topf in den Tiegel um und trat dann wieder zurück an ihren Platz. Vorsichtig stellte sie den alten Topf zur Seite und verfolgte dann wie die restlichen 'Zutaten' beigegeben wurden. Am Ende, mit dem Drachenleder versiegelt, war es als würde etwas im Inneren an dem Leder schaben. Als würde etwas zu leben beginnen. Versonnen starrte sie Löcher in die Luft, wiegte sich hin und her als würde sie einem Windhauch folgen und lauschte einer nur für sie hörbaren Melodie. Das sich direkt hinter ihr ein nebelartiges Geisterwesen befand, schient Mia nicht weiter zu stören. Hatte sie das Wesen überhaupt bemerkt? Grauen Nebelschwaden gleich, bewegten sich Schlieren auf sie zu, knapp über ihre Haut hinweg ohne den Kontakt selbst herzustellen. Angezogen von ihr und doch nicht bereit sich ihrer anzunehmen.
Erinnerst du dich?
Graue Schwaden, Kind. Schmerzen. Einsamkeit. Ausweglos.
Erinnerst du dich nicht?
Hör hin, hör zu!
Oh, sie erinnerte sich an den gellenden Schrei. Oft hatte er sie aus den Träumen gerissen. Aber das war nicht sie selbst gewesen, was also sollte es sie kümmern? Sicherlich nur ein Alptraum, wie viele Andere auch. Zufrieden bewegte sie sich im Gleichklang mit den tanzenden Nebelschlieren. Fingern gleich liebkosten jene ihr Haar und Mia legte den Kopf zurück. Sie fühlte sich geborgen, warum auch immer. Es war ein kleiner, ernüchternder Schock als das Wesen so unvermittelt verschwand und sie sich der Anderen um sich herum wieder gewahr wurde. Auch am anderen Ende des Raumes waren 'seine' Geschöpfe zugegen. Jedoch nicht nebelhaft sondern gänzlich anderer Art. Dennoch fuhr ihr Blick aufmerksam über jene fleischlichen, halb verwesten Toten hinweg. Als jene sich zurückzogen wurden auch alle Anderen fort geschickt. Nur Morra und Mia blieben zurück. Hatten doch beide Mädchen weitere, erledigte Aufgaben abzugeben.
Oben auf Magnus wartend, legte sie kurz ihre Fingerspitzen an die von Morra. Brauchte es mehr? Oder verstand die junge Frau? Den Kopf wiegend zog sie die Hand zurück, holte die verzierte Ringschatulle hervor und deponierte sie schon einmal auf dem Tisch. Edles Holz war ihr passend erschienen, immerhin war erwähnt worden das es sich bei dem Mann um einen Schreiner handelte. Warum also nicht den Ring seiner Frau in einer hübschen Holzschatulle aufbewahren? Weich ausgekleidet war es ein Stück aus meisterlicher Hand und Mia war wahrlich froh gewesen es in Bajard erstanden zu haben. Als die Türe sich öffnete nahm er Schatulle und die von Morra zusammengetragene Information an sich. Dann gaben Morra und Mia die geforderten Pergamente ab.
Siehst du, hörst du?
Sie macht dich schwach!
Das was du dir aus der Anderen machst, das macht seine Macht aus.
Gib ihm was er will, gib ihm alles.
Hörst du nicht?
Sie ist wie du, bist du sie?
Die grauen Augen wütend verengt hatte sie die Backen unbewusst aufgeplustert und dann die Luft hörbar entweichen lassen. Was konnte sie denn dafür? Warum hatte sie das getan? Also doch?
Mein, mein, mein.
Langsam den Kopf wiegend war es im nächsten Moment als sei nichts weiter gewesen. Woher sollte er auch wissen welche kleinen und großen Kämpfe sie in jeder Sekunde zu bestreiten hatte. Woher sollte er wissen das sie sich tatsächlich kümmerte und das zarte, blasse Ding mit den schwarzen Haaren ihr so vertraut erschien. Mia war froh als sie beide hinter sich gelassen hatte und machte sich recht eilig wirkend auf den Weg. Die nächsten Stunden verbrachte sie damit sich mit den Wirkungen verschiedener Kräuter, Wurzeln und Pilze zu befassen.
Mia, das Jungfrauenblut!
Hörst du was er sagt?
Na los, hör hin!
Unschuld, so vergänglich...
Den Kopf wiegend dauerte es bis die Bewegung das leise, irre Kichern, der ersten Stimme, aus ihrem Schädel vertrieben hatte und sie seinen Worten nachkam. Bedacht schritt sie über die Linien hinweg.
Verschmier nur eine Linie und du bist mein!
Hörst du? Hörst du..?!
Kinder, so schwach...
Mittig stehen bleibend, strafften sich ihre Schultern etwas und sie hob das Kinn an. Unergründlichen Blickes richteten sich die grauen Kinderaugen auf den Diener. Mit keiner Wimper zuckend wartete sie auf weitere Anweisungen. Eine Emotion hatte er haben wollen? Was dachte er sich denn? Sie hatte es ohnehin nicht zu entscheiden was mit ihr passierte, war hier weil 'er' sie wieder zu sich rief. Was mit ihr passierte lag in 'seinen' Händen, sie war 'sein', so oder so. Ob nun auf die angenehme oder wie weniger angenehme Art. Also doch nicht ihr Blut, er gönnte es ihnen nicht sie bluten zu sehen solange sie keine Furcht davor zeigte.
Bestimmt!
Ach was, deine Unschuld ist für den Moment nicht dienlich.
Dummes Ding!
Hör hin, hör zu!
Noch ein wenig straffte sich ihr magerer, mädchenhafter Körper und dann endlich, stand sie gerade. Langsam und vorsichtig schüttete sie die Flüssigkeit vom Topf in den Tiegel um und trat dann wieder zurück an ihren Platz. Vorsichtig stellte sie den alten Topf zur Seite und verfolgte dann wie die restlichen 'Zutaten' beigegeben wurden. Am Ende, mit dem Drachenleder versiegelt, war es als würde etwas im Inneren an dem Leder schaben. Als würde etwas zu leben beginnen. Versonnen starrte sie Löcher in die Luft, wiegte sich hin und her als würde sie einem Windhauch folgen und lauschte einer nur für sie hörbaren Melodie. Das sich direkt hinter ihr ein nebelartiges Geisterwesen befand, schient Mia nicht weiter zu stören. Hatte sie das Wesen überhaupt bemerkt? Grauen Nebelschwaden gleich, bewegten sich Schlieren auf sie zu, knapp über ihre Haut hinweg ohne den Kontakt selbst herzustellen. Angezogen von ihr und doch nicht bereit sich ihrer anzunehmen.
Erinnerst du dich?
Graue Schwaden, Kind. Schmerzen. Einsamkeit. Ausweglos.
Erinnerst du dich nicht?
Hör hin, hör zu!
Oh, sie erinnerte sich an den gellenden Schrei. Oft hatte er sie aus den Träumen gerissen. Aber das war nicht sie selbst gewesen, was also sollte es sie kümmern? Sicherlich nur ein Alptraum, wie viele Andere auch. Zufrieden bewegte sie sich im Gleichklang mit den tanzenden Nebelschlieren. Fingern gleich liebkosten jene ihr Haar und Mia legte den Kopf zurück. Sie fühlte sich geborgen, warum auch immer. Es war ein kleiner, ernüchternder Schock als das Wesen so unvermittelt verschwand und sie sich der Anderen um sich herum wieder gewahr wurde. Auch am anderen Ende des Raumes waren 'seine' Geschöpfe zugegen. Jedoch nicht nebelhaft sondern gänzlich anderer Art. Dennoch fuhr ihr Blick aufmerksam über jene fleischlichen, halb verwesten Toten hinweg. Als jene sich zurückzogen wurden auch alle Anderen fort geschickt. Nur Morra und Mia blieben zurück. Hatten doch beide Mädchen weitere, erledigte Aufgaben abzugeben.
Oben auf Magnus wartend, legte sie kurz ihre Fingerspitzen an die von Morra. Brauchte es mehr? Oder verstand die junge Frau? Den Kopf wiegend zog sie die Hand zurück, holte die verzierte Ringschatulle hervor und deponierte sie schon einmal auf dem Tisch. Edles Holz war ihr passend erschienen, immerhin war erwähnt worden das es sich bei dem Mann um einen Schreiner handelte. Warum also nicht den Ring seiner Frau in einer hübschen Holzschatulle aufbewahren? Weich ausgekleidet war es ein Stück aus meisterlicher Hand und Mia war wahrlich froh gewesen es in Bajard erstanden zu haben. Als die Türe sich öffnete nahm er Schatulle und die von Morra zusammengetragene Information an sich. Dann gaben Morra und Mia die geforderten Pergamente ab.
Siehst du, hörst du?
Sie macht dich schwach!
Das was du dir aus der Anderen machst, das macht seine Macht aus.
Gib ihm was er will, gib ihm alles.
Hörst du nicht?
Sie ist wie du, bist du sie?
Die grauen Augen wütend verengt hatte sie die Backen unbewusst aufgeplustert und dann die Luft hörbar entweichen lassen. Was konnte sie denn dafür? Warum hatte sie das getan? Also doch?
Mein, mein, mein.
Langsam den Kopf wiegend war es im nächsten Moment als sei nichts weiter gewesen. Woher sollte er auch wissen welche kleinen und großen Kämpfe sie in jeder Sekunde zu bestreiten hatte. Woher sollte er wissen das sie sich tatsächlich kümmerte und das zarte, blasse Ding mit den schwarzen Haaren ihr so vertraut erschien. Mia war froh als sie beide hinter sich gelassen hatte und machte sich recht eilig wirkend auf den Weg. Die nächsten Stunden verbrachte sie damit sich mit den Wirkungen verschiedener Kräuter, Wurzeln und Pilze zu befassen.
Zuletzt geändert von Gast am Samstag 24. November 2012, 10:28, insgesamt 1-mal geändert.
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Gast
Dunkelheit zog sich über die Ruinen Varunas. Schlurfende Schritte und geisterhafte Schemen die durch die Ruinenwände glitten. Traumhafte Stille, zwischen den unheimlichen Geräuschen, die mit jedem weiteren Herzschlag die Spannung erhöhte. Heute war die Nacht der Entscheidungen. Heute würde sich zeigen wer wahrlich ihm gehörte. Doch zuvor, galt es einer Prüfung gleich, den Weg für seine Geschöpfe zu ebnen. Zuvor galt es die Ketten zu sprengen die jene unseligen Untoten an den Ort des Todes bannten – Varuna. Schritt um Schritt schlurfte sie dem fetten Diener nach. Immer dicht hinter dem weiteren, jungen Mann. Keinen Blick für die unvergängliche Schönheit des Todes habend blieb sie vor dem knöchernen Drachen stehen. Leise knirschten die Knochen, ächzten als sie sich Zentimeter um Zentimeter verschoben. Er sang sein Lied und was einem geistlich gesunden Menschen sicherlich eine Gänsehaut über den Rücken gepeitscht hätte, das lockte ihr ein Lächeln auf die jungen Züge. Jenes schabende Geräusch der Knochen hatte für Mia seine ganz eigene Faszination.
Wie lange es dauerte bis die morschen Drachenknochen ihre Position gefunden hatten war belanglos. Ihre Robe war vom Regen durchnässt und als Igor und Marja sich schlurfenden Schrittes über die Knochen hinweg bewegten, folgten ihnen die großen, grauen Kinderaugen aufmerksam. Sich im Wind wiegend achtete sie kaum auf den jungen Mann der plötzlich ihre Nähe suchte. Auch für den feisten Diener hatte sie keinen Blick mehr. Nur jene beiden untoten Wesen waren wichtig, sie hatten einen Zweck zu erfüllen. Ein Zischen! Dann vollkommen undefinierbare Geräusche als die beiden Untoten immer mehr und mehr anschwollen um am Ende in einem Knall zu zerbersten. Unter den Regen mischte sich nun grünlicher Schleim, durchzogen von Hautfetzen, Innereien und den geborstenen Knochen. Bestialisch stinkend heftete sich das grünliche Zeug an alle Anwesenden. Mia machte nicht einen Versuch sich das nasse Schleimgemisch abzuwischen, sie stand einfach regungslos da. Schien weder den Regen noch das was er mit sich brachte ernsthaft wahrzunehmen. Sie hatten es geschafft, die Barriere hatte einen Riss bekommen. Klein nur, doch scheinbar ausreichend, denn der feiste Diener machte kehrt und nahm die Beiden jungen Lebenden mit sich.
Schlurfend ging es Schritt um Schritt zurück zu den Anderen. Noch einmal wurde Mia Zeugin eines ähnlichen Spektakels und wieder mischte sich grünlicher, stinkender Schleim unter die Regentropfen. Auch hier hatte sich ein Riss in die beengende Barriere geschlichen.
Siehst du nicht? Schau hin!
Versagt.
Einen Echo gleich hallte das entschiedende Wörtchen durch ihren Kopf und ruckartig huschten die Augen zu Naestra. In sekundenschnelle vertrocknete ihr Körper, zog sich zusammen und wurde von einem unnatürlichen Wind, Staubkorn für Staubkorn hinfort geweht. Nichts blieb von ihr zurück.
Denk an den Nebel Kind, die Einsamkeit, konzentriere dich!
Langsam senkten sich ihre Augenlider einen Moment um dann wesentlich wacher die nächsten Prüfungen zu verfolgen. Würde Naestra Begleitung bekommen? War es an ihr jener zu folgen?
Mia... und Morra.
Damit war sie wach, die Augen schweiften zu ihm hin. Fixierten ihn zwei, drei Herzschläge lang dann trat sie über die blutigen Linien des Symboles hinweg. Stille herrschte in ihrem Schädel und verwirrt suchte sie den Blick aller Anwesenden. Warum schwiegen sie? So oft hatte sie sich diese Ruhe gewünscht und nun konnte sie sich nicht daran ergözen. Es war nicht gerecht! Ihre hellgrauen Augen fanden die schiefergrauen Augen der Schwarzhaarigen, dann griff sie nach dem langen Dolch. Auf seinen Befehl hin reichte sie jenen Morra an, ignorierte ihre gebrabbelten Worte. Würde sie auch nur einem einzigen Wort die Macht gewähren, wirklich zu ihr durchzudringen, würde die Angst sie verzehren. Niemals würde sie das jetzt zulassen. Langsam, einer Einladung gleich hob sie die Arme seitlich etwas an, drückte den Rücken gerade und suchte Morras Blick. Mia war bereit und als Morra den Dolch in sie trieb, entwich die Anspannung aus ihrem mageren Körper mit einem leisen Seufzen. Nahezu friedlich sank sie zu Boden während sich Hemd und Robe dunkelrot färbten.
Sein Lachen dröhnte in ihren Ohren. Schwoll in einem unvergesslichen Crescendo an und hörte dann von einer Sekunde zur Anderen auf. Graue, dichte Schlieren durch die sie trieb. Noch dunklere Schwaden lockten dahinter mit einem ungegeben Versprechen. Nicht mich, sie. Stummes lauschen, sich mit den Schlieren wiegend. Er wird es sein, der Erste. Gefällt er dir? Federleicht spürte sie seine Berührung und machte einen Schritt auf die Schlieren zu um dann unvermittelt stehen zu bleiben. Warum nicht? Irgendwann erneut?
Schmerz durchzuckte ihre Lungen als sie zitternd Luft holte. Wie lang hatte sie da gelegen? Wieviel Zeit war verstrichen? Morra stand noch immer bei ihr, noch immer wartend. Es war an der Zeit, sie wusste was man von ihr erwartete. Wusste das 'er' auf sie wartete. Sorgsam richtete sie Morra die schwarzen Haare und begann zu summen. Leise, nur für sie und für ihn. Nicht einmal in der Melodie stockend als sie Morra nun selbst den Dolch in den Körper trieb. Mir ihr hernieder sinkend, lies sie das Lied ausklingen, zog den Dolch aus ihrem Fleisch und sah dem Brechen ihrer Augen zu – vorbei. Scheppernd fiel der Dolch zu Boden und langsam erhob sich Mia, trat von ihr zurück. Jetzt war sie in seinem Reich und erst als das Blut vom Boden in den Körper zurückfloss, als hätte jemand ein Stundenglas erst angehalten und dann herumgedreht um den Fluss der Zeit zu ändern, wagte Mia ein kleines aufatmen. Noch ein Stück des Weges würden sie zusammen bestreiten. Schritt um Schritt – sie hatten es geschafft. Am Abend würde es Suppe geben, das Spiel begann.
Wie lange es dauerte bis die morschen Drachenknochen ihre Position gefunden hatten war belanglos. Ihre Robe war vom Regen durchnässt und als Igor und Marja sich schlurfenden Schrittes über die Knochen hinweg bewegten, folgten ihnen die großen, grauen Kinderaugen aufmerksam. Sich im Wind wiegend achtete sie kaum auf den jungen Mann der plötzlich ihre Nähe suchte. Auch für den feisten Diener hatte sie keinen Blick mehr. Nur jene beiden untoten Wesen waren wichtig, sie hatten einen Zweck zu erfüllen. Ein Zischen! Dann vollkommen undefinierbare Geräusche als die beiden Untoten immer mehr und mehr anschwollen um am Ende in einem Knall zu zerbersten. Unter den Regen mischte sich nun grünlicher Schleim, durchzogen von Hautfetzen, Innereien und den geborstenen Knochen. Bestialisch stinkend heftete sich das grünliche Zeug an alle Anwesenden. Mia machte nicht einen Versuch sich das nasse Schleimgemisch abzuwischen, sie stand einfach regungslos da. Schien weder den Regen noch das was er mit sich brachte ernsthaft wahrzunehmen. Sie hatten es geschafft, die Barriere hatte einen Riss bekommen. Klein nur, doch scheinbar ausreichend, denn der feiste Diener machte kehrt und nahm die Beiden jungen Lebenden mit sich.
Schlurfend ging es Schritt um Schritt zurück zu den Anderen. Noch einmal wurde Mia Zeugin eines ähnlichen Spektakels und wieder mischte sich grünlicher, stinkender Schleim unter die Regentropfen. Auch hier hatte sich ein Riss in die beengende Barriere geschlichen.
Siehst du nicht? Schau hin!
Versagt.
Einen Echo gleich hallte das entschiedende Wörtchen durch ihren Kopf und ruckartig huschten die Augen zu Naestra. In sekundenschnelle vertrocknete ihr Körper, zog sich zusammen und wurde von einem unnatürlichen Wind, Staubkorn für Staubkorn hinfort geweht. Nichts blieb von ihr zurück.
Denk an den Nebel Kind, die Einsamkeit, konzentriere dich!
Langsam senkten sich ihre Augenlider einen Moment um dann wesentlich wacher die nächsten Prüfungen zu verfolgen. Würde Naestra Begleitung bekommen? War es an ihr jener zu folgen?
Mia... und Morra.
Damit war sie wach, die Augen schweiften zu ihm hin. Fixierten ihn zwei, drei Herzschläge lang dann trat sie über die blutigen Linien des Symboles hinweg. Stille herrschte in ihrem Schädel und verwirrt suchte sie den Blick aller Anwesenden. Warum schwiegen sie? So oft hatte sie sich diese Ruhe gewünscht und nun konnte sie sich nicht daran ergözen. Es war nicht gerecht! Ihre hellgrauen Augen fanden die schiefergrauen Augen der Schwarzhaarigen, dann griff sie nach dem langen Dolch. Auf seinen Befehl hin reichte sie jenen Morra an, ignorierte ihre gebrabbelten Worte. Würde sie auch nur einem einzigen Wort die Macht gewähren, wirklich zu ihr durchzudringen, würde die Angst sie verzehren. Niemals würde sie das jetzt zulassen. Langsam, einer Einladung gleich hob sie die Arme seitlich etwas an, drückte den Rücken gerade und suchte Morras Blick. Mia war bereit und als Morra den Dolch in sie trieb, entwich die Anspannung aus ihrem mageren Körper mit einem leisen Seufzen. Nahezu friedlich sank sie zu Boden während sich Hemd und Robe dunkelrot färbten.
Sein Lachen dröhnte in ihren Ohren. Schwoll in einem unvergesslichen Crescendo an und hörte dann von einer Sekunde zur Anderen auf. Graue, dichte Schlieren durch die sie trieb. Noch dunklere Schwaden lockten dahinter mit einem ungegeben Versprechen. Nicht mich, sie. Stummes lauschen, sich mit den Schlieren wiegend. Er wird es sein, der Erste. Gefällt er dir? Federleicht spürte sie seine Berührung und machte einen Schritt auf die Schlieren zu um dann unvermittelt stehen zu bleiben. Warum nicht? Irgendwann erneut?
Schmerz durchzuckte ihre Lungen als sie zitternd Luft holte. Wie lang hatte sie da gelegen? Wieviel Zeit war verstrichen? Morra stand noch immer bei ihr, noch immer wartend. Es war an der Zeit, sie wusste was man von ihr erwartete. Wusste das 'er' auf sie wartete. Sorgsam richtete sie Morra die schwarzen Haare und begann zu summen. Leise, nur für sie und für ihn. Nicht einmal in der Melodie stockend als sie Morra nun selbst den Dolch in den Körper trieb. Mir ihr hernieder sinkend, lies sie das Lied ausklingen, zog den Dolch aus ihrem Fleisch und sah dem Brechen ihrer Augen zu – vorbei. Scheppernd fiel der Dolch zu Boden und langsam erhob sich Mia, trat von ihr zurück. Jetzt war sie in seinem Reich und erst als das Blut vom Boden in den Körper zurückfloss, als hätte jemand ein Stundenglas erst angehalten und dann herumgedreht um den Fluss der Zeit zu ändern, wagte Mia ein kleines aufatmen. Noch ein Stück des Weges würden sie zusammen bestreiten. Schritt um Schritt – sie hatten es geschafft. Am Abend würde es Suppe geben, das Spiel begann.
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Diego Merias
„Sie war nur ein Kind, nur ein verdammtes Kind!“,hallte es immer wieder in seinem Kopf. Doch im Moment war sie die Einzige, die er zumindest ein wenig kannte und die mit ihm redete. Naja reden war zuviel gesagt, ein ständiger Monolog ab und zu unterbrochen von diesem verdammten Wort „Bestimmt“. Er hasste dieses Wort jetzt schon und dennoch ließ er sich brav die Suppe servieren. Der erste Teller wurde förmlich herunter geschlungen und bis auf diesen bitteren Nachgeschmack war daran nichts auffällig. Auch der zweite Teller wurde mehr geschlungen und geschlürft. Beim dritten Suppenteller wurde er stutzig, was zum Henker tat sie da? Eine Hand voll Kräuter wurde in die Suppe gestreut, ihrer Meinung nach würzte sie nach und irgendwie hatte dieser Geschmack etwas das die sowieso fade Suppe auffrischte.
„Verdammt du solltest es besser wissen, du hast genau auf diese Weise gemeuchelt“
„Aber sie ist doch nur ein Kind,klein und unschuldig, schau sie dir doch an!“
„Wie alt warst du bei deinem ersten Mord?“
„Jünger als sie, viel Jünger!“
„Willst du hier verrecken? Dann iss ruhig die Suppe, dein Leben ist eh nichts mehr Wert“
Er ließ sich die Kräuter zeigen, probierte sogar davon und die Skepsis schien zu weichen. Ein Dach über dem Kopf das nicht seines war. Die einzige Vertraute ein wirres Kind das ihm eh nicht zuzuhören schien. Eine Stadt, die er kaum kannte und auch nicht mochte und alle alten Weggefährten waren weg. Der Teller wurde an der Theke des Glaubenshaus abgestellt und er musterte sie einen kurzen Augenblick. Zumindest ihr könnte er noch etwas beibringen ein wenig Etikette, etwas über das Land, vielleicht das Kämpfen. Sie war ja nur ein kleines verwirrtes Mädchen...
„Verdammt du solltest es besser wissen, du hast genau auf diese Weise gemeuchelt“
„Aber sie ist doch nur ein Kind,klein und unschuldig, schau sie dir doch an!“
„Wie alt warst du bei deinem ersten Mord?“
„Jünger als sie, viel Jünger!“
„Willst du hier verrecken? Dann iss ruhig die Suppe, dein Leben ist eh nichts mehr Wert“
Er ließ sich die Kräuter zeigen, probierte sogar davon und die Skepsis schien zu weichen. Ein Dach über dem Kopf das nicht seines war. Die einzige Vertraute ein wirres Kind das ihm eh nicht zuzuhören schien. Eine Stadt, die er kaum kannte und auch nicht mochte und alle alten Weggefährten waren weg. Der Teller wurde an der Theke des Glaubenshaus abgestellt und er musterte sie einen kurzen Augenblick. Zumindest ihr könnte er noch etwas beibringen ein wenig Etikette, etwas über das Land, vielleicht das Kämpfen. Sie war ja nur ein kleines verwirrtes Mädchen...
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Gast
Ah..! Diese Gedanken, Taten, Worte, Stimmen!
So vielfältig und verworren wie das Flüstern in ihrem Kopf. Natürlich hatte sie Albertus Rat beherzigt, natürlich 'geforscht' und ordentliche Kopfschmerzen waren noch eines der harmloseren Dankesgeschenke die diese Versuche mit sich brachten. Eigentlich hätte sie es wissen müssen. Immerhin waren inzwischen Monate verstrichen in denen sie dem starken Krieger immer wieder und wieder etwas in Getränke und Nahrung gemischt hatte. Seine Abhängikeit hatte ungeahnte Folgen angenommen. Grausamkeit, Hilflosigkeit er war oft verwirrt und dann gab es Phasen wo er viel klarer war als sonst. Dennoch er war inzwischen ein Risiko und sie hatte erfahren was sie wollte. Zeit ihn los werden! Vielleicht sollte sie nach Vaughain suchen oder nach dem blonden Oberstleutnant mit dem hübschen Gesicht und ihnen sagen wie es war?
Er hat mich gezwungen! So bitter und erdig und dann war kein klarer Gedanke mehr möglich, habt ihr es nicht selbst gesehen? Erinnert ihr euch nicht an jenen Abend vor Adoran?!?
Grinsend wischte sie sich über die grauen, kindlich wirkenden Augen. Es wäre sicherlich eine amüsante Abwechslung. Das Risiko jedoch erschien ihr zu hoch, es musste andere Möglichkeiten geben, nützlichere Möglichkeiten. Zunächst einmal jedoch – musste er erst einmal wieder auftauchen. Bis dahin hatte sie ohnehin genug das ihr Kopfschmerzen bereitete. Mal lauter, mal leiser, mal schweigend dann wieder schreiend waren sie da. Vielleicht hatte Albertus recht, vielleicht war es Einbildung, vielleicht war sie verrückt, vielleicht. Doch wenn dem nicht so war – was dann? Würde es Stille geben? Mia strich die rotblonden Haare zurück und zog die frischen Kleider über. Sie war gewachsen, kaum mehr etwas passte ihr noch und bereits zum vierten Mal innerhalb kurzer Zeit musste sie neue Kleidung erstehen. Die Luft auspustend tigerte sie in dem kleinen Raum herum und schob dann die Türe auf um die Treppen herunter zu schlurfen. Wie immer in den ersten Raum rechts tappend hockte sie sich neben den Heiler auf die Bank und sah ihm eine Weile zu. Hier ein Pülverchen dazu, dort ein wenig die Kerzenflamme herunter geschraubt und schon brodelte alles wie es sollte. Es sah so einfach aus – so unglaublich einfach.
Ein Kopfschütteln um das Kichern in ihrem Schädel zu vertreiben dann erhob sie sich und zog davon. Durch Adoran, hier und da verharrend um etwas zu betrachten ehe sie die Kutsche nach Bajard nahm. Ignorantes, lebendiges Pack – nie hatten sie Zeit, gaben sich kaum einmal mit fremden Menschen ab. Schon gar nicht wenn jene ein wenig seltsam schienen. Leise kicherte sie in sich hinein und hob den Korb ein wenig höher. Beobachten, studieren und vielleicht würde er wieder auftauchen. Der Fremden drehte sie ein paar Pasteten an, schlenderte dann wieder durch die Gassen um sich in der Taverne kurz aufzuwärmen. Unergründlich huschten die Augen durch den Raum, beobachteten stumm. Kannte sie die Herren? Einen vielleicht? Irgendetwas kam ihr bekannt vor, so sicher war sie sich nicht und daher zog sie sich zurück. Kehrte Bajard erst einmal den Rücken. Wie immer ging sie einige Umwege um zur Ruine in den Wäldern zu gelangen. In einem verlassenen Haus zog sie sich meist vorher einmal um und schlich dann erst weiter. Nachdem die Türen hinter sich geschlossen waren ging sie auf dem üblichen Weg in die Gewölbe hinunter. Lächelnd sog sie die modrige Luft ein und strich mit den Fingerspitzen mit etwas Druck über einige Steine in einer scheinbar soliden Mauer. Momente später glitt die Wand zurück, gab den Weg frei und schloss sich hinter ihr mit deutlichem Gerumpel. Ein wenig straffte sie die mageren Schultern, warf Berthold einen längeren Blick zu und ging dann auf eine bestimmte Stelle im Vorhang zu. Wen würde sie diesen Wochenlauf sprechen, wer würde zugegen sein und sie unterstützen?
So vielfältig und verworren wie das Flüstern in ihrem Kopf. Natürlich hatte sie Albertus Rat beherzigt, natürlich 'geforscht' und ordentliche Kopfschmerzen waren noch eines der harmloseren Dankesgeschenke die diese Versuche mit sich brachten. Eigentlich hätte sie es wissen müssen. Immerhin waren inzwischen Monate verstrichen in denen sie dem starken Krieger immer wieder und wieder etwas in Getränke und Nahrung gemischt hatte. Seine Abhängikeit hatte ungeahnte Folgen angenommen. Grausamkeit, Hilflosigkeit er war oft verwirrt und dann gab es Phasen wo er viel klarer war als sonst. Dennoch er war inzwischen ein Risiko und sie hatte erfahren was sie wollte. Zeit ihn los werden! Vielleicht sollte sie nach Vaughain suchen oder nach dem blonden Oberstleutnant mit dem hübschen Gesicht und ihnen sagen wie es war?
Er hat mich gezwungen! So bitter und erdig und dann war kein klarer Gedanke mehr möglich, habt ihr es nicht selbst gesehen? Erinnert ihr euch nicht an jenen Abend vor Adoran?!?
Grinsend wischte sie sich über die grauen, kindlich wirkenden Augen. Es wäre sicherlich eine amüsante Abwechslung. Das Risiko jedoch erschien ihr zu hoch, es musste andere Möglichkeiten geben, nützlichere Möglichkeiten. Zunächst einmal jedoch – musste er erst einmal wieder auftauchen. Bis dahin hatte sie ohnehin genug das ihr Kopfschmerzen bereitete. Mal lauter, mal leiser, mal schweigend dann wieder schreiend waren sie da. Vielleicht hatte Albertus recht, vielleicht war es Einbildung, vielleicht war sie verrückt, vielleicht. Doch wenn dem nicht so war – was dann? Würde es Stille geben? Mia strich die rotblonden Haare zurück und zog die frischen Kleider über. Sie war gewachsen, kaum mehr etwas passte ihr noch und bereits zum vierten Mal innerhalb kurzer Zeit musste sie neue Kleidung erstehen. Die Luft auspustend tigerte sie in dem kleinen Raum herum und schob dann die Türe auf um die Treppen herunter zu schlurfen. Wie immer in den ersten Raum rechts tappend hockte sie sich neben den Heiler auf die Bank und sah ihm eine Weile zu. Hier ein Pülverchen dazu, dort ein wenig die Kerzenflamme herunter geschraubt und schon brodelte alles wie es sollte. Es sah so einfach aus – so unglaublich einfach.
Ein Kopfschütteln um das Kichern in ihrem Schädel zu vertreiben dann erhob sie sich und zog davon. Durch Adoran, hier und da verharrend um etwas zu betrachten ehe sie die Kutsche nach Bajard nahm. Ignorantes, lebendiges Pack – nie hatten sie Zeit, gaben sich kaum einmal mit fremden Menschen ab. Schon gar nicht wenn jene ein wenig seltsam schienen. Leise kicherte sie in sich hinein und hob den Korb ein wenig höher. Beobachten, studieren und vielleicht würde er wieder auftauchen. Der Fremden drehte sie ein paar Pasteten an, schlenderte dann wieder durch die Gassen um sich in der Taverne kurz aufzuwärmen. Unergründlich huschten die Augen durch den Raum, beobachteten stumm. Kannte sie die Herren? Einen vielleicht? Irgendetwas kam ihr bekannt vor, so sicher war sie sich nicht und daher zog sie sich zurück. Kehrte Bajard erst einmal den Rücken. Wie immer ging sie einige Umwege um zur Ruine in den Wäldern zu gelangen. In einem verlassenen Haus zog sie sich meist vorher einmal um und schlich dann erst weiter. Nachdem die Türen hinter sich geschlossen waren ging sie auf dem üblichen Weg in die Gewölbe hinunter. Lächelnd sog sie die modrige Luft ein und strich mit den Fingerspitzen mit etwas Druck über einige Steine in einer scheinbar soliden Mauer. Momente später glitt die Wand zurück, gab den Weg frei und schloss sich hinter ihr mit deutlichem Gerumpel. Ein wenig straffte sie die mageren Schultern, warf Berthold einen längeren Blick zu und ging dann auf eine bestimmte Stelle im Vorhang zu. Wen würde sie diesen Wochenlauf sprechen, wer würde zugegen sein und sie unterstützen?
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Gast
Viele waren dem Ruf gefolgt, hatten sich angehört was sie zu sagen hatte. Verschiedenste Meinungen waren zu Tage gekommen und doch waren es bestimmte Worte jene den Ausschlag gaben. >>Das spielt keine Rolle Mia, diese Sache betrifft dich, dich alleine. So obliegt es dir alleine alles nach deinem Wunsch, deinen Vorstellungen vorzubereiten.<< Beruhigend, irgendwo, irgendwie. Doch viel beruhigender war der Umstand das er handeln würde wie sie selbst so etwas schief gehen sollte. Töten so Gefahr für die Anderen aufkommen sollte.
Dummes Gör, du bist doch irre! Glaubst du er würde es nicht zu Ende bringen?
Natürlich wird er.
Wird er.
Schaut hin, schaut zu!
Wie so oft die Tage schüttelte sie das Haupt recht energisch und senkte den Blick auf die hölzerne Puppe. Inzwischen waren alle Hohlräume geschaffen. Zwei für die Augen, eine für den Mund, das Herz und die Oberfläche war für die Haut angeraut. Luni wurde schöner und schöner. Das teilweise verbrannte Holz zauberte dunkle Stellen auf die Puppe und inzwischen würde man jene wohl niemandem mehr zur Freude geben. Einem Kind vielleicht um es für alle Ewigkeit von dem Wunsch zu kurieren eine Puppe oder etwas ähnliches zu haben. Die Hand anhebend fuhr sie sich über die Augen und machte sich auf einem Pergament Notizen. Krakelig, wohl nur für sich selber würde man ein paar Gedanken 'entziffern' können.
X - rudimentärer Knochen – Blut – Rabenfuß – Blutstropfen – tausend Worte – für den Zweck
Die restlichen Worte waren zu klein und ungenau als das ein Fremder sie hätte entziffern können. So oder so, langsam war sie sich sicher wo sie was anbringen wollte. Immer wieder tigerte sie hinunter in die Bibliothek, zog Bücher hinzu und verglich den Inhalt mit den Lehren ihres Bruders. Bald schon stellte sie fest das Abweichungen durchaus möglich waren. Es gab verschiedene Wege zum Ziel, was gut war. Warum auch nicht? So es stimmig und sinnig war. Ein Ei konnte man ja auch am Rand der Schüssel und am Rand des Tisches aufschlagen, von unzähligen weiteren Möglichkeiten gar nicht zu sprechen. Entscheidend war was dahinter stand, ganz ähnlich wie bei der Symbolik. Vieldeutigkeit, Vielschichtigkeit – das war etwas das sie faszinierte. Unterbrochen wurden jene Forschungen die Tage nur durch die Gespräche mit den Geschwistern. Zuerst hatte sie mit Morra gesprochen, mit Albertus, Magnus und Joanna. Letztere half ihr dann auch die 'Erwählte' aus Bajard in die eigenen 'Räumlichkeiten' zu schaffen.Ein blutjunges Ding. Langes rotbraunes Haar, ein nettes Gesicht mit tiefgründigen, blaugrauen Augen. Sehr sympatisch eigentlich. Fortgelaufen war sie, von Familie und Heimat. Hatte weder Unterkunft, Einkommen noch einen Plan für die Zukunft. Ein wenig erinnerte sie Mia an alte Zeiten. Ihre Haut war schön, ohne Makel und würde sich sicherlich eignen. Ein Blick wurde ausgetauscht, ein kaum merkliches Nicken und schon wurde der jungen Dame ein Angebot gemacht.
Würdet ihr bei einer Familienfeier helfen, ein wenig dazu beitragen? Dafür könntet ihr im Anwesen schlafen ohne Zug und der Gefahr einem Halunken in die Hände zu fallen.
Für einen Moment im Warmen und eine solche Gelegenheit würde ich alles tun!
Das klingt vielversprechend, doch würdet ihr der Angelegenheit auch euer Herz schenken, ganz und gar bei der Sache sein und wirklich 'alles' geben?
Aber ja!
Mit einem versonnenen Lächeln ging es aus dem Dorf hinaus. Bald schon waren die drei Frauen tief in den Wäldern verschwunden. An Ästen, Dornbüschen und anderen, hinderlichen Gegenständen vorbei. Nach geraumer Zeit war das alte, verfallene 'Anwesen' dann auch erreicht. Bislang folgte das junge Ding ohne Probleme. Freudig sogar in Erwartung von Bezahlung, einer warmen Stube und einer Kleinigkeit an Nahrung. Auch in den Keller stieg sie mit hinab. Knarzend über die alten, vermoderten Stufen. Kaum jedoch durch den geheimen Gang in den Mauern hindurch blieb die junge Frau stehen.
Ihr... ihr seid böse Hexen aus den Legenden!
Ihr werdet mich töten und auffressen weil ihr eigentlich uralt und böse seid!
Süße Verzweiflung und eine sture Gewissheit klangen in den Worten mit. Berthold wurde von soviel Unschuld an den Rand des Gitters gelockt. Gierig glitten seine Augen über die junge Dame hinweg. Er würde sie vermutlich auffressen, ja. Für den heutigen Abend jedoch sollte sie erhalten was man ihr versprochen hatte. Mia führte das junge Ding in sein 'Zimmer', sprach noch ein wenig mit ihr und die Angst der jungen Dame würde nach diesem Gespräch wohl jeglichen Fluchtversuch im Keim ersticken. Tränenbäche stürzten die Wangen herunter als Mia dem Raum den Rücken kehrte. Gemessen verabschiedete sie sich von Joanna und sah jener nach als sie sich zurückzog. Dann jedoch wanderte der Blick zurück zur Türe als würde sie die Frau in den dahinterliegenden Räumlichkeiten beobachten wollen. Langsam senkten sich Mia's Augenlider und ein Lächeln zog sich über die Züge. Dann war es also soweit, sie hatte gewählt.
Dummes Gör, du bist doch irre! Glaubst du er würde es nicht zu Ende bringen?
Natürlich wird er.
Wird er.
Schaut hin, schaut zu!
Wie so oft die Tage schüttelte sie das Haupt recht energisch und senkte den Blick auf die hölzerne Puppe. Inzwischen waren alle Hohlräume geschaffen. Zwei für die Augen, eine für den Mund, das Herz und die Oberfläche war für die Haut angeraut. Luni wurde schöner und schöner. Das teilweise verbrannte Holz zauberte dunkle Stellen auf die Puppe und inzwischen würde man jene wohl niemandem mehr zur Freude geben. Einem Kind vielleicht um es für alle Ewigkeit von dem Wunsch zu kurieren eine Puppe oder etwas ähnliches zu haben. Die Hand anhebend fuhr sie sich über die Augen und machte sich auf einem Pergament Notizen. Krakelig, wohl nur für sich selber würde man ein paar Gedanken 'entziffern' können.
X - rudimentärer Knochen – Blut – Rabenfuß – Blutstropfen – tausend Worte – für den Zweck
Die restlichen Worte waren zu klein und ungenau als das ein Fremder sie hätte entziffern können. So oder so, langsam war sie sich sicher wo sie was anbringen wollte. Immer wieder tigerte sie hinunter in die Bibliothek, zog Bücher hinzu und verglich den Inhalt mit den Lehren ihres Bruders. Bald schon stellte sie fest das Abweichungen durchaus möglich waren. Es gab verschiedene Wege zum Ziel, was gut war. Warum auch nicht? So es stimmig und sinnig war. Ein Ei konnte man ja auch am Rand der Schüssel und am Rand des Tisches aufschlagen, von unzähligen weiteren Möglichkeiten gar nicht zu sprechen. Entscheidend war was dahinter stand, ganz ähnlich wie bei der Symbolik. Vieldeutigkeit, Vielschichtigkeit – das war etwas das sie faszinierte. Unterbrochen wurden jene Forschungen die Tage nur durch die Gespräche mit den Geschwistern. Zuerst hatte sie mit Morra gesprochen, mit Albertus, Magnus und Joanna. Letztere half ihr dann auch die 'Erwählte' aus Bajard in die eigenen 'Räumlichkeiten' zu schaffen.Ein blutjunges Ding. Langes rotbraunes Haar, ein nettes Gesicht mit tiefgründigen, blaugrauen Augen. Sehr sympatisch eigentlich. Fortgelaufen war sie, von Familie und Heimat. Hatte weder Unterkunft, Einkommen noch einen Plan für die Zukunft. Ein wenig erinnerte sie Mia an alte Zeiten. Ihre Haut war schön, ohne Makel und würde sich sicherlich eignen. Ein Blick wurde ausgetauscht, ein kaum merkliches Nicken und schon wurde der jungen Dame ein Angebot gemacht.
Würdet ihr bei einer Familienfeier helfen, ein wenig dazu beitragen? Dafür könntet ihr im Anwesen schlafen ohne Zug und der Gefahr einem Halunken in die Hände zu fallen.
Für einen Moment im Warmen und eine solche Gelegenheit würde ich alles tun!
Das klingt vielversprechend, doch würdet ihr der Angelegenheit auch euer Herz schenken, ganz und gar bei der Sache sein und wirklich 'alles' geben?
Aber ja!
Mit einem versonnenen Lächeln ging es aus dem Dorf hinaus. Bald schon waren die drei Frauen tief in den Wäldern verschwunden. An Ästen, Dornbüschen und anderen, hinderlichen Gegenständen vorbei. Nach geraumer Zeit war das alte, verfallene 'Anwesen' dann auch erreicht. Bislang folgte das junge Ding ohne Probleme. Freudig sogar in Erwartung von Bezahlung, einer warmen Stube und einer Kleinigkeit an Nahrung. Auch in den Keller stieg sie mit hinab. Knarzend über die alten, vermoderten Stufen. Kaum jedoch durch den geheimen Gang in den Mauern hindurch blieb die junge Frau stehen.
Ihr... ihr seid böse Hexen aus den Legenden!
Ihr werdet mich töten und auffressen weil ihr eigentlich uralt und böse seid!
Süße Verzweiflung und eine sture Gewissheit klangen in den Worten mit. Berthold wurde von soviel Unschuld an den Rand des Gitters gelockt. Gierig glitten seine Augen über die junge Dame hinweg. Er würde sie vermutlich auffressen, ja. Für den heutigen Abend jedoch sollte sie erhalten was man ihr versprochen hatte. Mia führte das junge Ding in sein 'Zimmer', sprach noch ein wenig mit ihr und die Angst der jungen Dame würde nach diesem Gespräch wohl jeglichen Fluchtversuch im Keim ersticken. Tränenbäche stürzten die Wangen herunter als Mia dem Raum den Rücken kehrte. Gemessen verabschiedete sie sich von Joanna und sah jener nach als sie sich zurückzog. Dann jedoch wanderte der Blick zurück zur Türe als würde sie die Frau in den dahinterliegenden Räumlichkeiten beobachten wollen. Langsam senkten sich Mia's Augenlider und ein Lächeln zog sich über die Züge. Dann war es also soweit, sie hatte gewählt.