Wenn Seelen gemeinsam flüstern....

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Naia

Wenn Seelen gemeinsam flüstern....

Beitrag von Naia »

Wohin diese Reise ging, dass wusste wohl nur der Kapitän ganz alleine. Naia war seid des Ablegens des Schiffes an Deck geblieben. Der schwere Wellengang und das spritzende Salzwasser, was in Tröpfchen auf ihren Körper niederregnete, schien sie kaum zu stören, zu voll war ihr Kopf, als dass sie sich noch hätte damit befassen können. Außerdem war es ihr egal, alles war ihr egal geworden, bis auf eine Sache.

Viel hatte sich verändert, seitdem sie von ihrem Herrn auf jenes Land gebracht worden war. Sie wusste nicht, wann er wiederkehren würde um sie zu holen, geschweigeden, wie sie sich verhalten sollte.
Alles war fremd, war das noch halbe Kind, doch die Abgeschiedenheit gewöhnt und die wilde Natur die sich um sie herum versammelt hatte und ihre Freude war. Nun aber war sie alleine in einem großen Fremden Land, die Städte so riesig und prunkvoll, wie sie es sich noch nie erträumt hatte und alles erschien so fremd. Doch hinter all dem standen Menschen, eine beinahe ungewohnte Rasse für Naia. Sie hassten sich gegenseitig, waren voll von Rache und dem Gelüst nach Macht, so kam es Naia zumindest vor und dies war unglaublich für sie, kaum verständlich, wie man so sein konnte. Sie selbst hatte schon am eigenen Leib erleben müssen, wie grausam und herzlos so mancher Mensch war und zu war sie fähig waren, ohne mit der Wimper dabei zu zucken, ohne Rücksicht hatten sie sie über den steinernen Boden geschliffen, dabei hatte sie gar nichts getan, der Gardist hatte sie angeschrieen, in ihren Augen, hatte sie an nichts Schuld, was danach geschehen war.

Aber es war auch Freundschaft in jener Feindseeligen Welt zu spüren. Sie hatte einen Mann kennen gelernt, einen stattlichen Krieger mit einer genauso starken Seele, schon beim ersten Treffen, war die junge Frau von ihm begeistert gewesen. Er strahlte eine Art Geborgenheit aus, aber auch Zorn und Wut.
Anghar war sein Name, sein Haar schon ergraut doch mehr silbrig als weis. Er war etwas Besonderes in Naias Augen. Ein Zauberwesen aus ihren Träumen, ihr geschickt von der Göttin selbst, um nicht alleine zu sein in ihrem Kampf in jenem fremden Land.



Auch am Vorabend der Abreise war sie ihm begegnet, eher hatte sie ihn gesucht, da wieder die Einsamkeit nach der kleinen Seele begonnen hatte zu greifen. Als sie ihn fand, war er von den seinen Umgeben.
Eine ungewohnte Umgebung für sie, wusste sie nicht recht wie sie mit jenen Menschen umgehen sollte, war sie doch keine Schwester jener Gemeinschaft und würde es vielleicht auch nie werden und so oft war es doch, dass eines gleichen immer unter sich bleiben wollten und so war es auch diesmal, schienen sie doch so unnahbar und fremd. Doch andererseits waren sie Anghars Brüder und Schwestern im Geiste und sie hatte ihm geschworen ihm und ihnen für ewig zur Seite zu stehen, so musste sie dies auch tun und den Sprung über den Schatten hin zu einem Fleck des kennen lernenden Lichtes schaffen.
Jedoch rief dies alles Angst in Naia hervor, als sie den ersten Schritt in den Garten tat.
Sofortig lies jene Angst sie die Nähe zu Anghar suchen, der sie schützend mit seiner alles umgreifenden Seele und einhüllend mit seinen Worten in einen wärmenden Mantel der Zuneigung begrüßte.
Welcher die Angst von Ablehnung und Hass der Menschen auf sie, von sich nahm und ihre Zweifel über Bord fallen ließ.
So ging der Abend vorran, Gesichter gingen andere kamen dazu. Alsbald gesellte sich auch die gebührte Schwester Anghars in den Garten am Varuna Stadtgraben. Doch merkte Naia sofort, dass die Stimmung umschlug nach dem sie angekommen war. Anghars Schwester schien so verbittert und von Wut zerfressen, welches ihre brutales Verhalten, als sie mit einer blutverschmierten Keule, nach einem kurzen entschwinden wiederkehrte, nur zu untermalen schien. Naias Angst breitet sich wieder in ihrem ganzen Leib aus, beunruhigt schmiegte sie ihren Körper an den Anghars, der sie wohlwollend mit seiner wärme und dem streicheln seiner Hand empfing, wohl musste es für die Zuschauer ein seltsames Bild abgegeben haben, ihren starken Krieger, in so einer zärtlichen Umgebung zu sehen.
Anghar Takgon

Beitrag von Anghar Takgon »

Eines Tages war Naia einfach vor seinem Tore aufgetaucht und so nahm es dann seinen Lauf. Sie erzählte ihm viel , so wie er ihr viel erzählte. Naia hielt Anghar für ein Zauberwesen, doch Anghar hielt es mit ihr gleich. Ihre glühenden Augen hatten ihn beim ersten Blick gebannt und er genoss die Nähe des jungen Mädchens. Sie gab ihm die Möglichkeit Zärtlichkeit zu schenken und er genoss es, wenn sie ihm Vertrauen entgegenbrachte. In all diesen rauhen Zeiten bewunderte er die Ruhe und Zierlichkeit des Mädchens.

Er dachte oft darüber nach, was Naia wohl tat wenn sie nicht bei ihm war. Insbesondere jetzt, wo er mal wieder im Kerker saß. Diesmal nicht auf der sicheren Seite Varunas, wo er sich noch den ein oder anderen Spaß erlauben konnte, nein, diesmal war es Rahal das ihn knechtete. Er sprach seine Gedanken gegenüber Manar nicht aus, der mit ihm festgenommen wurde, sondern starrte meist vor sich hin. Der Preafector hatte etwas von Lebenslänglich gesagt, so er sein Angebot des Verrates nicht annehmen wolle. Anghars Ehrgefühl war so stark das er über seinen Überlebenstrieb sprang und stur verweigerte. Sein Gewissen blieb rein, doch die Angst vor dem Folterraum sowie einer Lebenslangen haft verfolten ihn, ohne das er dies jedoch offen zeigte. Was er aber am meisten fürchtete waren Versuche der Sol'Noir um ihn zu befreien. Es würde wohl kein gutes Ende nehmen wollen.
Naia

Tod

Beitrag von Naia »

Langsam lies sie das Messer aus ihrer Hand auf den waldigen Boden neber sich rutschen. Leise Tränen rannten ihr Gesicht hinunter.
So viel war am heutigen Tage passiert.
Ein Tod, sie hatte einen Tod gesehen.
Ein Tod an dem sie Schuld war. Hätte sie Ciesa aufgehalten als sie nach Rahal gegangen ist, wäre dies alles nicht passiert. Wäre sie nur alleine gegangen. Wäre nun noch die Seele in dem Kopflosen Leib.
Wie töricht war es von ihr gewesen, so rumzuschreien und die Wachen zu beleidigen.
Es wäre so einfach gewesen. Anghar die Robe bringen und mit ihm und Manar dann zurück zu Ciesa.
Wenn Ciesa nur im Gildenzelt gewartet hätte, wenn ich nur gesagt hätte, dass sie hier bleiben soll.
Wieso habe ich mich nicht durchgerungen.
Langsam lief das Blut aus den langen Schnitten über ihren Unterarm hinweg, sie waren nicht tief. Doch tief genug um den Schmerz, denn Naia innerlich fühlte nach außern auf ihren Körper zu tragen.
Hätte sie nur mehr macht gehabt, hätte sie die Wachen in Flammen aufgehen lassen oder in alle Winde zerrisen.
Aber sie war schwach, ein halbes Kind noch.
Langsam legte sie sich seitlich auf dem Waldboden nieder.
Gerade bei ihrer beerdigung hatte sie strenge Töne angeschlagen. Hart waren ihre Worte, vielleicht zu hart, aber hoffte sie innerlich, dass sie Menschen sie aufnahmen und verstanden. Auch wenn die Trauer noch frisch war, musste der Geist wach sein.
Langsam sackte das Blut vermischt mit dem wieder flüssig gewordenen Blut Ciesas von ihren Ärmen auf den Waldboden.
Noch immer sah Naia den Blick des Abgeschlagenen Kopfes in ihren Augen, wenn sie sie schloss. Nochimmer spürhte sie die schwere des Schädels als sie ihn nach Varuna trug auf ihren Armen.

Ihr Leben war nun anders, wie es nun war würde dich zeigen...
Naia

Seelischer Tod

Beitrag von Naia »

Wieder kehrte sie zu der Stelle im Wald zurück. Das Blut von gestern, klebte noch an der Handvoll Blätter die sie zum abwischen des Messers genommen hatte.
Er war fort…
Ihre Liebe, ihr Seelenfreund hatte sie verlassen, verraten und den Rücken zugedreht.
Bewusst, er wusste, dass sie ihm nicht folgen konnte dorthin wo er hingegangen war. Er wusste auch dass es ihr Tod war und seine lapidaren Worte halten in ihrem Kopf wieder, dass sie nicht sterben würde. Aber sie würde sterben, wenn sie dort hingehen würde, an seine Seite um dort zu weilen.
Und Tirell würde sie nicht verstoßen und sie weiter lehren auch wenn sie bei ihm wäre…


Doch war alles anders, keine wärme war mehr zu spüren als er sie bei ihren Tränen in den Arm geschlossen hatte.
Kein Hauch seiner Seele war noch zu spüren, kein Hauch des Zusammenseins hing in der Luft. Mehr das trostlose und verzweifelte flüstern eines kranken Herzens erfüllte die Ohren von Naia.
Wieso war sein Herz so krank geworden? Wieso war er so kalt wieso so anders. Was hatten sie mit ihm gemacht? Was hatten sie ihm eingeredet, was stärker war wie sein Stolz und sein Wille?
Sie wusste es nicht. Doch ein wusste sie als sie sich an dem Baum nieder lies und sich die unverbundenen Arme anschaute und die leicht geschwollenen Schnitte sah, nie würde sie es Alatar verzeihen, dass er ihr Anghar genommen hatte. Nie würde sie sich von seinem Geflüster betören lassen, nie nur ein gutes Wort oder Gottestat an ihm finden, hassen würde sie ihn bis an ihr Ende.
Das erste mal pochte der Hass in Naia auf, dass erste Mal dass jenes Mädchen Hass für etwas empfingen konnte. Wut in ihren Adern spürte und am liebsten anstatt nur den Baum, ganz Rahal abgeflammt hätte und wenn sie dabei mit unter gegangen wäre, wäre es ihr rechtens gewesen und gut.
Denn Anghars Seele wäre in den Flammen frei gewesen und nicht gefangen in den Mauern eines zweifelhaften Gottes wie es nun war.
Sie wären beide gestorben und ihre Liebe hätte zusammenfinden können unter einem Meer von Flammen.
Nun musste Naia ihre Liebe im Herzen halte ohne jemals einmal ein Herz für sich schlagen zu hören, niemals Anghars Hand auf ihrer Wange voll liebe zu spüren.
Es war vorbei…

Und ihr Leben war ebenso vorrüber, es würde sich alles ändern. Sie, die Welt um sich herum und die Menschen um sie herum ebenso.
Nun war sie wieder alleine und ihre Heimat weit entfernt und die Angst vor ihrem Herren würde schürren und größer werden bis sie sie auffressen würde und ihr wille gebrochen sowie ihre Seele ihm niedergelegt zu Füßen.


Die Puppe schlägt die Augen auf...
Anghar Takgon

Beitrag von Anghar Takgon »

Anghar schlug die Augen auf. Er hatte sich für einige Stunden zur Ruhe gelegt und einen Traum gehabt. Er träumte von einem Teich mit einer Brücke, von einem Wasserfall. Er sah es in seinem Traum sehr deutlich und brachte es sofort mit der Stelle beim Nordpass in der Nähe Varunas in Verbindung. Er erhob sich langsam und Zog sich die Robe über. Er öffnete eilig die Türe seines Zimmers in Rahal, welches sein Meister ihm gestellt hatte und eilte durch die Stadt...


Als er an dem Teich angelangt war, saß dort ein Mädchen; Naia. Er atmete auf und schlich sich zu ihr heran. Sie bemerkte ihn erst, als er sich langsam neben sie setzte. Sie schreckte auf und rutschte zur Seite. Er spürte sofort wieder ihre Abneigung. Am vorigen Tage hatte er ihr seinen Glauben offenbart, und sie war noch immer nicht darüber hinweg. Er erklärte ihr, das ihr keine Gefahr vor Rahal drohte, wenn sie Alatar aktzeptieren würde. Langsam rückte sie wieder an ihn heran und die Spanne zwischen ihnen lockerte sich. Nach einiger Zeit des Gespräches kuschelte sie sich wie in alten Tagen an ihn heran. Er erklärte ihr, das er sie liebte. Sie hegte selbige Gefühle auch für ihn. Nach einiger Zeit verflog die letzte Hemmung von Anghar und er küsste sie sanft, was sie stürmisch erwiederte. Sie setzte sich auf seinen Schoß und beide genossen die Stille des Ortes...
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