Erwachsen, und doch nicht ...

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Viola Ser´Rhal

Erwachsen, und doch nicht ...

Beitrag von Viola Ser´Rhal »

So Vieles kann geschehen, wenn man es nicht erwartet. So Vieles kann das eigene Leben von einer Sekunde auf die andere verändern, und das sogar auf eine drastische Weise.
Es war ein Tag wie jeder andere, nichts Besonderes lag ihm zu Grunde und Viola langweilte sich den meisten Tag über. Es gab wenig zu tun im Clan selber, sie durfte nicht alleine fortgehen also konnte sie kein Holz hacken oder Wild erjagen, es war also ein Tag an dem sie am Feuer saß und nichts tat. Das Kribbeln der letzten Tage, das Verlangen wieder aufzubrechen, es war gewichen und dämmte sich immer mehr ein. Sie starrte gerade ins Feuer, dachte über den bisherigen Tagesverlauf nach, als Freia eintrat und sich umsah. Es dauerte nicht lange, da hatte Viola ihre Mutter gefragt ob sie nicht etwas jagen gehen würden, der Langeweile entfliehen und wenigstens ein wenig trainieren konnten. Freia willigte ein, sie wollten noch zusammen mit Aurora losziehen, doch fanden die beiden sie nicht an und zogen alleine los.

Der Tag war dabei abzudämmen, der Abend näherte sich und sie erreichten endlich die dunklen Höhlen. Beide waren sie verpackt in ihre Rüstungen und die Bögen waren gespannt. Viola rückte ihren Köcher zurück und auch das Kopftuch wurde an einen gemütlichen Platz geschoben, ehe sie ins Zwielicht der Höhle eintraten. Doch kaum hatten sie die dunkle Höhle betreten, da flogen die Pfeile. Schlangenwesen waren die Feinde, Viola war bereits einmal hier gewesen und hatte diese Wesen kennengelernt. Sie waren gnadenlos und brutal aber sie hatten nichts gegen die Pfeile von Viola und den starken Bolzen von Freia entgegen zu wirken und so kämpften sich die beiden Stück für Stück vor. Nach einer ganzen Weile hielt Freia plötzlich inne, hielt eine Hand vor ihre kleine Tochter und deutete in die Ferne. Viola kniff die Augen zusammen, sie konnte den Schemen in der Ferne erkennen und sie wusste was dieser war; die Schlangenkönigin. Dieses Wesen war mächtiger als die anderen Schlangenwesen, doch sie wusste dass Freia und sie es schaffen konnten, sie würden nur schnell vorgehen müssen. Es war fast so wie ein stummes Zunicken, beide legten ihre Waffen an und begannen dann, die Königin mit Pfeilen und Bolzen einzudecken. Eine lange Zeit ging dies gut und viele Pfeile steckten im Leib des Ungeheuers, doch es wollte einfach nicht zu Boden gehen. Kurz bevor es endlich vorbei war, schien sich die Schlange aufzubäumen und von da an ging alles sehr schnell. Mit einem male riss das Monstrum seine Arme hoch und deutete auf Viola, und plötzlich spürte diese einen ungeheuren Druck auf ihrer Brust. Ein Schmerz, so unglaublich stark machte sich breit und dann ... dann war da die Dunkelheit.

Schmerzen, Dunkelheit, Ungewissheit und Angst, all das erfüllte sie innerhalb kürzester Zeit bis sie nichts mehr spürte. Starb sie? War dies das Gefühl, wenn man sein Leben verlor und in die Totenreiche überging? Sie wusste es nicht, sie hatte nur einen fast traumlosen Schlaf. Nur einige Bilder zuckten vor ihrem geistigen Auge entlang. Er, Freia, Aurora, Erinna, Falk, Cailly, erik, Seymour, Aisling, Luciana, sie alle gingen vor ihr, sie alle starrten sie an, ihre Augen waren mit Sorge erfüllt. Dann starrten sie voller Hass auf sie und dann wurde ihr Blick leer. Die Schwärze wurde plötzlich abgelenkt von Schmerzen, Schmerzen die sie erfüllten. Sie spürte wie jemand ihre Hand streichelte, wie jemand zu ihr sprach, doch alles war so fern. Die Schmerzen nahmen zu und auf einmal fühlte es sich an, als ob ihr Körper sich in zwei Teile reißen würde. Ihre Gedärme schienen zu verbrennen, ihr Körper spannte sich an und dann kam die Erschöpfung. Sie schlief wieder ... sie schlief ... lange.

Als sie die Augen öffnete, saßen Aurora und Freia neben ihr. Sie sahen besorgt hinab zu Viola, wollten wissen wie es ihr geht. Was war nur passiert? Ihre Gedanken konnten keine klaren Bilder einordnen, sie konnte sich an nichts erinnern. Freia und Aurora hingegen waren besorgt, gaben ihr Wasser und alles. Viola fühlte, dass etwas nicht stimmte, irgendetwas war anders als sonst. Sie wollte die beiden fragen, doch sie wichen aus, doch als Viola sich strecken wollte, spürte sie es. War das Bett kleiner als sonst? Sie spürte die Felle die über ihr lagen und sie bedeckten, aber sie lagen nicht auf ihrem bauch wie sonst ... nein da war noch etwas weiter oben was die Felle abfing. Verwirrt hob Viola das Fell an, um unter ihre Decke zu sehen, ehe sie die Augen weitete. Was sich ihr da präsentierte, war der Körper einer jungen Frau und nicht mehr der, eines Kindes. Ihr ganzer Körper war herangereift und nun fiel ihr auch auf, dass ihre Stimme tiefer war. Sie war verwirrt, verstört, was war nur los? Doch als sie fast dabei war, zu verzweifeln, bekam sie die Antwort von Freia. Jenes Schlangenwesen ... jener Schmerz ... es war Magie gewesen, Hexerei. Sie hatte Viola verändert, sie hatte ihren Körper verändert und altern lassen. Sie sah Freia an, dass sie es selber nicht fassen konnte, noch nie hatte sie ihre Mutter so gesehen. Aurora starrte sie ebenfalls schockiert und verwirrt an. Von einem Moment auf den anderen war Viola Erwachsen geworden ... wenn auch nur körperlich ...

Die nächsten Stunden waren verwirrend gewesen. Sieh hatte viel mit Freia geredet, hatte nachgedacht und über ihr neues Äußeres gegrübelt. Ob sie es wollte oder nicht, sie war nun so, ihr Körper war der einer jungen Frau und solange es keinen Weg dagegen gab, würde sie sich damit abfinden müssen. Aber wollte sie überhaupt wieder so sein wie früher? Wollte sie wieder ein kleines Kind sein? War dass, was sie nun war nicht viel besser? Sie war Erwachsen, im geiste vielleicht nicht, aber sie hatte mehr Kraft, sie war größer und sie hatte einen ansehnlichen Körper, wieso sollte sie dann wieder jünger werden wollen?
Fragen die sie erfüllten, die sie beschäftigten und irgendwann schlief sie in Auroras Armen ein, die sie die ganze Zeit gestützt hatte, es war alles zuviel gewesen, viel zu viel. Und vielleicht, ja vielleicht war dies hier nur ein Traum ... und Morgen würde er vorbei sein, oder auch nicht.
Aurora Silbersee

Beitrag von Aurora Silbersee »

Aurora blickte auf Freia und Viola nieder. Es war wirklich unglaublich.
Sie hatte die halbe Nacht geschlafen, die andere Hälfte auf dem Bett, nahe den beiden gesessen und einfach auf sie nieder geblickt.
Was war das für Hexerei gewesen? Viola´s Körper zeichnete sich in entzückenden Rundungen unter dem Fell ab, während Freia´s die Hälfte davon fast gänzlich verdeckte, einfach weil sie so groß war.
Aurora hatte immernoch Probleme zu verarbeiten was alles geschehen war.
Sie war nun ein kleiner Teil des Clans. Ein Welpe. Ihr gefiel dieser Gedanke sehr. Egal was daraus für Pflichten entstanden. Darüber dachte sie garnicht nach.
Freia hatte sich am späten Abend wieder etwas gefasst und sie beide, Aurora und Freia hatten sich geschworen die Schlangenmenschen auszurotten. Einen nach dem Anderen. Sie würden dafür bezahlen, solch dunkle Hexerei an dem jungen Mädchen ausprobiert zu haben.
Was mit Eri war wusste Aurora nicht. Sie hatte sie seid Bajard nicht mehr gesehen. Auch Falk nicht. Es musste eine schwierige Zeit für ihn und sie sein.
Erik sah das ganze wohl etwas distanzierter, wenngleich nicht unbedingt falsch. Er hatte gesagt Eri würde schon immer soviele Probleme machen.
Aurora hatte den Eindruck als ob der Clan langsam etwas die Geduld verlierte, oder zumindest einige seiner Mitglieder.
Ihre Gedanken um Eri und Falk schliessend sah sie wieder auf die beiden Frauen hinab, besonders auf Viola die so anders aussah, auch wenn es eindeutig war, dass es Viola war.
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