Der Wind peitschte durch die Baumkronen des nahen Waldes, wühlten das Wasser der nahen Meeres auf und trieb dunkle Wolken auf das Land vor sich - Sturm! Wild, unbändig und zerstörerisch würde er alles was in seinem Weg stand mit sich reißen und Verwüstung und Leid hinter sich zurücklassen... so wie der junge Mann, der dort am Ufer stand und nun mit hängenden Schulter und Tränen in den Augen hoffte von seinem Bruder, dem Sturmwind, hinweg gerissen zu werden. Aber er war schlimmer als jeder Sturm, der Bäume und Häuser mit sich reißt und das Meer aufwühlt, nein er hatte das Kostbarste was es gab zerbrochen und mit Füssen getreten und das nicht nur einmal - das Herz einer liebenden Frau. Seine Hände ballten sich zu Fäusten und ein kleiner Blutfaden lief über die zerbissene Lippe während immer und immer wieder nur ein Gedanken durch sein zermartertes Gehirn jagte... wie konntest du ihnen das nur antun!
Wie hatte er gestrahlt und sich gefreut, hatte sein Herz einen Sprung getan als er sie wiedersah, jene junge Frau, der in all der ganzen Zeit sein Sehnen galt und die Gedanken an ihm geholfen hatten die schweren Jahre im Kriegsdienst zu überstehen – Philomena ! Wie hatte er ihre Berührungen und Neckereien genossen, die gemeinsame Zeit auf dem Hof wo er jeden Tag so nahe bei ihr sein konnte, der Hof auf dem sie sich näher kamen, näher als sie es jemals gewesen waren. Er sah sie noch jetzt wie sie immer wieder errötete wenn er seine Gefühle auch nur angedeutet hatte, aber auch das heimliche Strahlen und Hoffen in ihren Augen er würde doch seine Worte wahrmachen und eines Tages im Anzug mit Blumen vor ihr stehen und ihr die ersehnten Worte endlich sagen.
Und dann kam sie, jene junge so selbstbewußte Frau die ihn mit diebischer Freude ärgerte, ihn immer wieder völlig aus dem Konzept brachte und die er das kleine Biest nannt. Er genoss die Momente mit ihr , jene Augenblicke die mehr und mehr wurden, in denen sie immer vertrauter wurden, ihre Gespräche zwar neckend und verspielte umschrieben sich doch immer mehr um ihre Gefühle für einander drehten. So sprach er auch zu ihr von den selben Gefühlen wie zu Philomena, sprach davon ein Haus zu bauen für beide, ein kleines gemeinsames Nest in dem sie fernab von allen ihre Zweisamkeit geniessen wollten und sah in das gleiche Strahlen und Hoffen auch in ihren Augen wie auch in jenen Philomenas.
Oh Finlay du Tor was tatest du nur! Du wußtest doch das sich beide jeden Tag sahen und Freundinnen geworden waren..und beiden sprachst du von Liebe ? Welch Wahnsinn hat dich umfangen solcherlei Frevel zu begehen! Und so nahm das Unheil seinen Lauf, sprachen sie beim Ausrüsten des entstehenden Weinkellers über ihre Gefühle und auch den Mann für den sie diese empfanden - welch Entsetzen müssen sie empfunden haben als sie merkten das sie betrogen und belogen worden waren, waren es doch die Worte des selben Mannes gewesen und jener sass seelenruhig bei der Arbeit so als wäre er nicht der größte Schuft den die Welt jemals sah. Bald wußte nun auch er was geschehen war sah er doch erst Philomena wie von Furien gehetzt den Hof verlassend und dann in traurige, fragende Augen, und nun erst, viel zu spät wurd ihm klar was er getan, was er angerichtet hatte, das er ein liebendes Herz zerbrochen hatte.
Doch nein es war ihm nicht genug, er musste auch das andere zerbrechen! Er hatte ihr Vertrauen wieder gewinnen wollen, jenes Vertrauen das ganz aus den Augen des kleinen Biests verschwunden war und das sie nur zu gerne wieder gewinnen würde, jenes Vertrauen seinen Worten wieder glauben zu können die er ihr sagte, sein Versprechen einer gemeinsamen Zukunft. So bat sie in förmlich jene Worte noch einmal zu wiederholen, dass er sie liebe und die Zukunft ihnen gehörte, er musste nur die Lippen öffnen und sie wäre die seine gewesen und wollte dies wohl auch tun...und dann sah er in ein von blonden Locken umrahmtes Gesicht, sah in die wunderschönsten Augen die es geben mochte, jene blaue Augen die er solange des nachts vor sich gesehen hatte, sah wieder jenes wunderschöne Strahlen in ihnen - und seine Lippen schlossen sich, stammelten etwas von sie solle ihn verstehen, er müsse erst mit Philomena reden um seine Ruhe zu finden und belog sie im selben Augenblick. Nein , er wollte nicht seine Ruhe finden, er wollte viel mehr als das, denn in jenem Augenblick wurde ihm klar wo sein Herz wirklich hingehörte, wollte sie zurück in seinen Armen, nun wo sie verloren war – Philomena... und so zerbrach er auch das zweite liebende Herz!
So stand er nun hier, hoffte vom Sturm von der Erde gerissen zu werden, getilgt vom ihrem Anlitz da er nichts wert war, aber der Sturm teilte sich und ließ ihn zurück, zurück mit seiner Schuld und seinem Frevel. Nein so einfach würde es ihm nicht gemacht werden, er hatte sich allem zu stellen und würde sein Leben lang nicht mehr vergessen was er getan hatte, hatte sich vor allem jener zu stellen der sein Herz gehörte, auch wenn er dies viel zu spät erkannt hatte – Philomena! Und mit einem letzten Blick auf sich das beruhigende Meer wandte er sich nun ab um sie zu suchen, um sie um Verzeihung zu bitte für etwas das unverzeihlich war, ihr zu sagen das sie die Frau in seinem Herzen war und immer bleiben würde, würde sich ihrem Schmerz und Hass stellen, den sie ihm entgegenschleudern würde, und schlußendlich versuchen mit der Schuld zu leben die er nun für immer zu tragen hatte – der Schuld zerbrochener Herzen!