Die Kühle der frühsommerlichen Nacht umwarb den berobten Wanderer wie ein wohltuender Schleicher.
Er war schon einige Tage auf den Beinen gewesen und dankbar für etwas Abkühlung. Hoch oben in den
Nord-Östlichen Gebirgsketten hatte er sich Monate lang aufgehalten um Ihm wieder etwas näher zu
kommen. Ihm, seinen Gott. Dort oben auf den kargen Hängen und zwischen den scharfen, unwirklichen
Felsen hatte er viel Zeit in der Mediation verbracht und Schließlich neue Kraft gefunden. Der bisherige
Abstieg war anstrengend gewesen. Doch nun taten sich in der Ferne die vertrauten Ruinen Varunas auf
und gaben den müden Gliedern neue Impulse. Er erinnerte sich, wie er mit einem alten Verbündeten
dort Hunderten Menschen ihre Seelen entriss und schließlich Triumphierend auf den Trümmern der
Stadt stand. Wie jener Verbündeter dann jedoch aus der Welt trat und nun im Reiche Kra’thors seinen
angestammten Platz einnahm. Nachdenklich verharrte er einige Momente. Er könnte ihn rufen.
Er könnte die Seele seines alten Freundes zurück aus der Ewigwelt berufen. Ein Gedankengang,
welchen er noch den restlichen Weg bis in die Grüfte weiter spann. Als er endlich angekommen war,
galten seine ersten Blicke nicht den Veränderungen in der Kammer, sondern einem alten Bücherregal.
„Die Seelen der Alten“ – verhieß der Bücherrücken des Folianten, welchen er als erstes aus seiner
staubigen Verweilstätte zu Rate zog.
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Ankunft
- Neroith
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- Registriert: Freitag 31. Oktober 2008, 04:44
[img]http://fc02.deviantart.net/fs70/f/2012/044/4/3/432eefdc0cdcdcb09fddecc22f875978-d4pl9a2.jpg[/img]
Jeder wird sich wohl etwas Anderes darunter vorstellen, jedoch so man die Menschen danach fragen würde, hätten wohl die Meisten eine ähnliche Meinung darüber. Keiner würde, aus freiem Willen, seine Seele dem Rabengott geben um dort die Zeit nach dem Tode zu fristen und die Qualen welchen man seinem Reiche nach sagt zu ertragen. Andere Götter wie Temora, Alatar etwa nutzen diese Angst der Menschen, um jene gefügig zu machen und für ihre Sache zu lenken in dem sie ihnen über die Templer und Priester verkündeten, in Alatars oder Temoras Reich gäbe es die Erlösung nach dem Ableben der sterblichen Hülle. Jeder Mensch würde das hören was er hören wollte, nur um Krathors gierigen Krallen zu entfliehen. Jeder Mensch welcher davon wüsste, würde alles dafür tun um seinem schwarzen Federkleid zu entkommen selbst wenn es hieße, die eigene Seele an eine andere Gottheit zu verkaufen. Sie waren bereit Schwert, Willen und den eigenen Leib für sie zu geben. Menschen werde geboren, Menschen sterben um den Kreislauf der Natur, vorran zu treiben und am Ende ihrer Tage durch die einzelnen Gottheiten von dem, Sekunde für Sekunde, sterbenden Körper erlöst zu werden.
Im Grunde ist es nur eine Frage der Zeit bis das Ende der Welt und der Gottheiten welchen Krathor sich wiedersetzt mit den dumpf klingenden, durch Schmerz, Leid und Verzweiflung getränkten Klagelauten seiner Opfer eingeläutet wird. Irgendwann werden sie sich alle selbst zerstören und Krathor wird mit seinen Schwingen des Todes in die Welt einkehren, um seinen rechtmäßigen Platz in der Nahrungskette ein zu nehmen. Die Welt wird in Dunkelheit gehüllt und alles wird ein Ende haben unter den Krächzenden Lauten Krathors, welcher es schaffte von einem Dämon zu einer Gottheit aufzusteigen um irgendwann alle zu unterjochen, welche sich ihm entgegen stellen.
Ein leises Flüstern unter den Vielen welche an soetwas nicht denken würden.
Und doch genügend, so das jene armen Seelen welche mit ihm den Pakt eingingen, als die grau Berobten bekannt wurden. Jene welche meist im Dunkeln aus dem Hinterhalt die Fäden zogen um Krathors unstillbaren Hunger zu besänftigen. Sie welche sich gegen das Leben stellten und am Ende der Zeit, den Untergang der bekannten Welt für ihren Herrscher anzukündigen.
Sie waren die Diener des Rabengottes, sie waren seine Priester, sein Schwert, sein Schild um auf Erden für Krathor und ihre eigenen Ziele, die Sense des Todes zu schwingen.
Nur Wenige und doch so gefürchtet, als wären sie eine Armee welche Krathors Befehle bis zur Selbstverstümmelung ausführt.
Lange genug, um seine Gunst in vollen Zügen zu genießen und gegen das Leben ein zu setzen erlangten nur die Wenigsten. Wenige von ihnen wahren waghalsig genug im Angesicht der Macht, welche Krathor ihnen versprach dementsprechend zu bezahlen. So wurden fast genauso viele seinen Forderungen nicht gerecht, was für diese Schwächlinge den Einzug in Krathors Reich bedeutete.
Ja auch ihn hatte dieses Schicksal ereilt, in den schwarzen Augen Krathors welchen man nachsagt sie bräuchten einen Menschen nur an zu sehen, so dass jene Person bei lebendigem Leibe in Bruchteilen einer Sekunde verfaulen und zu Staub zerfallen würde. Ein Versager, ein Lügner, jemand der den Pakt nicht eingehalten hatte, jene traf das schlimmste Schicksal welches Krathor selbst, seinen Opfern zu Teil werden ließ.
Zuletzt geändert von Neroith am Mittwoch 4. Juli 2012, 11:06, insgesamt 2-mal geändert.
btw. : Ruhm und Ehre der Eisenwart!
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- Neroith
- Beiträge: 708
- Registriert: Freitag 31. Oktober 2008, 04:44
In Etwa so ergiebig wie ein Fingerhut für das Durstlöschen hatten sich seine Studien in dem alten Buch erwiesen.
„Nichts als Geschwätz längst vergangener Diener die zu recht vor ihrer Zeit den Weg in die Ewigwelt antreten mussten.“
Neroith schlug erbost diese Leselektüre zu und gab sie wieder in die Obhut des staubigen Regales. Der Gedanke an
seinen alten Weggefährten griff ihn fest. Er hatte schon damals alle Verblendeten dafür verflucht, dass dieser grau
Berobte abtreten mussten. Damals stand er jedoch bei weitem noch nicht so hoch in der Gunst des Furchteinen wie
er es nun tat und seine spärliche Macht reichte gerade einmal aus um einigen modrigen Knochen unheiliges Leben
einzuhauchen. Doch nun hatte er schon ganz andere Dinge vollbracht. Seufzend lehnte er sich tief zurück in den
knirschenden Stuhl und blickte durch die Reihen der im Kerzenschein zu wimmen scheinenden Bücherregale der
Bibliothek. Plötzlich stutzte der Rabendiener und bliebt mit den Augen an dem letzten der Verwahrplätze alter Literatur
hängen. Er entsann sich, wie er sich schon einmal einem Schriebwerk bediente und es irgendwo dort verräumt hatte.
Schwerfällig drückte sich der Diener aus seiner Sitzgelegenheit und begab sich zu dem Regal. Irgendwo in den
untersten Reihen hatte er einst einen leeren Platz gefunden und einige Schriften dort platziert.
Ihren wahren Bestimmungsort hatte der damals noch junge und unerfahrene Lakai des Seelenfürsten aus schlichter
Bequemlichkeit nicht angesteuert. Neroith verfluchte sich selbst für diese sträfliche Unachtsamkeit und es fiel ihm
wie Schuppen von den Augen. Jenes Buch, welches die Lösung für sein Problem barg, stand nun zwischen uninteressanten
Werken über den Adel Alt-Varunas und schien ihn von dort verspotten zu wollen.
„Der Quell der Macht. Oder: Wohin des Rabenskinder Seelen wandern“
Er würde den jungen strebsamen Diener Albertus bei Zeiten bitten etwas Ordnung in die Sammlung zu bringen,
sinnierte er als er mit jenem Folianten zurück an sein Lesepult trat. Wesentlich Erkenntnisreicher als das komplette
letzte Buch zu werden versprachen schon die ersten Seiten.
Wer Kra’thor zu Lebzeiten im Dienste war, wird auch nach dem Übergang seiner Seele ins Reic….
Die Züge des Seelenjägers verfinsterten sich von Seite zu Seite und ein diabolisches Lächeln zeichnete sich mehr und
mehr ab. Er würde nun im Stande sein die Seele seines alten Freundes ausfindig machen zu können. Er wusste nun wie
er es anstellen sollte und wo er suchen musste. Doch wusste er nun auch über die Gefahren und die notwendigen
Vorbereitungen, welche zu treffen waren.
[img]http://images.epilogue.net/users/franz/thelibrarytower.jpg[/img]
„Nichts als Geschwätz längst vergangener Diener die zu recht vor ihrer Zeit den Weg in die Ewigwelt antreten mussten.“
Neroith schlug erbost diese Leselektüre zu und gab sie wieder in die Obhut des staubigen Regales. Der Gedanke an
seinen alten Weggefährten griff ihn fest. Er hatte schon damals alle Verblendeten dafür verflucht, dass dieser grau
Berobte abtreten mussten. Damals stand er jedoch bei weitem noch nicht so hoch in der Gunst des Furchteinen wie
er es nun tat und seine spärliche Macht reichte gerade einmal aus um einigen modrigen Knochen unheiliges Leben
einzuhauchen. Doch nun hatte er schon ganz andere Dinge vollbracht. Seufzend lehnte er sich tief zurück in den
knirschenden Stuhl und blickte durch die Reihen der im Kerzenschein zu wimmen scheinenden Bücherregale der
Bibliothek. Plötzlich stutzte der Rabendiener und bliebt mit den Augen an dem letzten der Verwahrplätze alter Literatur
hängen. Er entsann sich, wie er sich schon einmal einem Schriebwerk bediente und es irgendwo dort verräumt hatte.
Schwerfällig drückte sich der Diener aus seiner Sitzgelegenheit und begab sich zu dem Regal. Irgendwo in den
untersten Reihen hatte er einst einen leeren Platz gefunden und einige Schriften dort platziert.
Ihren wahren Bestimmungsort hatte der damals noch junge und unerfahrene Lakai des Seelenfürsten aus schlichter
Bequemlichkeit nicht angesteuert. Neroith verfluchte sich selbst für diese sträfliche Unachtsamkeit und es fiel ihm
wie Schuppen von den Augen. Jenes Buch, welches die Lösung für sein Problem barg, stand nun zwischen uninteressanten
Werken über den Adel Alt-Varunas und schien ihn von dort verspotten zu wollen.
„Der Quell der Macht. Oder: Wohin des Rabenskinder Seelen wandern“
Er würde den jungen strebsamen Diener Albertus bei Zeiten bitten etwas Ordnung in die Sammlung zu bringen,
sinnierte er als er mit jenem Folianten zurück an sein Lesepult trat. Wesentlich Erkenntnisreicher als das komplette
letzte Buch zu werden versprachen schon die ersten Seiten.
Wer Kra’thor zu Lebzeiten im Dienste war, wird auch nach dem Übergang seiner Seele ins Reic….
Die Züge des Seelenjägers verfinsterten sich von Seite zu Seite und ein diabolisches Lächeln zeichnete sich mehr und
mehr ab. Er würde nun im Stande sein die Seele seines alten Freundes ausfindig machen zu können. Er wusste nun wie
er es anstellen sollte und wo er suchen musste. Doch wusste er nun auch über die Gefahren und die notwendigen
Vorbereitungen, welche zu treffen waren.
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btw. : Ruhm und Ehre der Eisenwart!
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