Von Magie, Forschung und anderen wichtigen Dingen...
Verfasst: Donnerstag 7. Juni 2012, 19:06
Am Abend vollendete Aalim endlich seine Arbeit. Er hatte schon wieder so viel zu tun und nur so wenig Zeit dafür. Doch wurde er seine Arbeit nicht Leid. Schließlich begab er sich zurück in das Familienhaus, nahm sich in der Küche dann einige Köstlichkeiten mit, die Asiya für sie gekocht hatte und begab sich dann auf das Dach, um sich dort unter den Baldachin zu setzen, das Essen zu genießen und dann gen Himmel zu starren, so wie er es gerne tat. Dabei ließ er seine Gedanken noch einmal zurück über die letzten Tagesläufe schweifen. Es war wieder einiges geschehen und darüber war er wirklich erfreut gewesen.
Es war der Tag der Sonne, der Tag, an dem die Audienz im Palast sein sollte.
Direkt vor der Audienz war noch sein Unterricht angesetzt gewesen, in welchem er den Hadri wieder mehr über die Körperzauber beigebracht hatte. Asiya und Shaymaa waren immer sehr wissensbegierig und neugierig auf das, was sie lernen würden. Sie waren wie er, als er damals noch ein Schüler gewesen war.
Bei diesem Gedanken muss Aalim grinsen.
Sie machten durchaus große Fortschritte, was ihn sehr freute und auch ein wenig stolz machte, wenn sie das, was er ihnen beibrachte so schnell verstanden und umsetzen konnten. Es gäbe nur weniges, was ihm nur noch mehr Spaß machen würde, oder mehr Aufmerksamkeit von ihm erhalten würde. Jedenfalls war der Unterricht wieder lang und lehrreich gewesen und er hatte wieder das Gefühl, dass seine Schüler sich der nötigen Reife annäherten, die man für die anstehende Prüfung benötigen würde. Schließlich würden auch sie dann vollwertige Magier sein, die keinen Unterricht mehr benötigten.
Jedenfalls war der Unterricht bald abgeschlossen und nach diesem, zog er dann zielstrebig zum Palast, wo in Kürze die Audienz mit dem ehrenwerten Kalifen stattfinden sollte. Als Aalim den Palast betrat, waren wieder zahlreiche Menekaner zugegen, die der Audienz beiwohnen wollten. Aalim war gespannt, was alles besprochen werden sollte, aber seine Fragen würden sehr bald beantwortet werden. Man besprach dort vieles, das bevorstehende Fest zum Sieg über den Wüstendrachen, die neuen Pflanzen, die mit den verkohlten Überresten des Drachens ausgetauscht werden sollten, die Beseitigung der Trümmer und Ruinen innerhalb der Stadt. Viele Themen die wichtig waren, aber nicht so wichtig wie die beiden, die folgten. Zum einen bat der ehrenwerte Kalif Saahir zu sich. Dies war ein Zeitpunkt, an dem Aalim stutzig wurde, doch wurden seine Erwartungen mehr als übertroffen! Saahir wurde zum neuen Diplomaten des Reiches ernannt! Welch Ehre für die Familie und ein weiterer wichtiger Posten, der den Ifrey nun zu Teil wurde, neben dem Amt des Statthalters und dem des Akademieleiters. Es machte ihn stolz, Saahir dort vor dem Kalifen stehen zu sehen, wie er die Ehre erhielt und damit nicht nur Aalim, sondern auch die Familie rühmte und stolz machte. Ein glorreicher Moment, der dann mit dem nächsten Thema verlängert wurde. Nachdem Saahir wieder seinen Platz in der Reihe der Männer des Volkes einnahm und die anwesenden Menekaner nach Hause geschickt wurden, wurde er hingegen selber aufgerufen und zum Kalifen gebeten. Auch der ehrenwerte Sajneen Radeeh wurde aufgerufen, was Aalim durchaus nachdenklich stimmte und ihm den Grund des Vortretens nur noch mehr verschleierte. Doch dies wurde ihm nur wenige Augenblicke später klar gemacht. Er soll den ehrenwerten Sajneen und den ehrenwerten Erhabenen Shaladir in die Lehren der Dschinnmagie einweisen. Eine große Ehre für einen Lehrmeister der heiligen Akademie, ein Privileg, das nur wenigen Magiern zu Teil wurde. Wieder eine Ehre, die Aalim stolz machte, aber auch missmutig stimmte. Natürlich sicherte er dem Kalifen zu, beide nach bestem Wissen und Gewissen auszubilden, auf dass sie große Hadcharim werden mögen, doch fehlte ihm noch einiges an Wissen, wie man einen Hadcharim genau ausbildete, was dieser lernen musste und ob er auch Übungen machen muss, um das gelernte anzuwenden. Es würde ihm also noch viel Arbeit kosten, ehe er seiner neuen Aufgabe nachkommen konnte, aber er würde ihr nachkommen, die Frage war nur wann. Aalim nahm sich sodann vor, die Bibliothek der Akademie zu durchforsten und dort nach möglichen Informationen zu suchen, die ihm bei der Ausbildung der beiden künftigen Hadcharimen helfen könnten. Schließlich endete die Audienz beim Kalifen und er konnte dann endlich nach Hause gehen, alles geschehene verarbeiten und entspannen, ehe er am nächsten Tag wieder an die Arbeit musste.
Aalim blickte kurz hinab auf den Tisch, wo nun nur noch ein leerer Krug und ein ebenso leerer Teller standen. Er nahm beides, brachte es in die Küche und ging danach wieder hinauf aufs Dach, um wieder in den Himmel zu blicken und wieder an die letzten Tage zu denken.
Der nächste Tag war angebrochen und Aalim machte sich schon morgens auf den Weg in Richtung Akademie. Dort angekommen, ging er in die Bibliothek und begann den halben Tag damit zuzubringen, nach Informationen über die Ausbildung von Hadcharimen zu suchen. Leider ohne Erfolg. Er dachte daran, dass er dem Kalifen versprach ihnen alles nötige beizubringen. Er sah dies aber noch in weiter ferne. Er müsse damit beginnen, selbst Forschung zu betreiben, selbst mehr über die Dschinne herauszufinden und dieses nieder zu schreiben und unter den menekanischen Magier und Hadcharim zu verbreiten. Aber dafür brauchte er Hilfe. Er beschloss sodann, die Hadri und Saahir zu fragen, ob sie ihm helfen würden. Mit diesem Vorsatz machte er sich dann auf den Weg zum Familienhaus. Dort angekommen, traf er aber niemanden an und so begann er auf sie bis zum Abend hin zu warten.
Am Abend war es dann soweit, die Trainingsstunde der Erben würde bald beginnen und so kleidete er sich in Farben der Gemeinschaft und ging zum Hafen, um seine Kameraden von dort abzuholen. Doch niemand erschien. Erst nach einer Weile stieg nur Novize Liam vom Schiff herunter, welcher Ira als Begleitung mitbrachte. Die Planungen für den Abend hatten sich nun also zerschlagen. Nach einem langen Gespräch, in welchem Liam Aalim vor den Alpträumen warnte, die derzeit auf dem Festland kursierten, beschlossen sie nach Fuachtero zu fahren und dort ein wenig zu trainieren. Dies taten sie auch, ehe Aalim spät Abends wieder zum Familienhaus zurückkehrte.
Aalim blickte um sich, weit und breit war niemand aus seiner Familie zu sehen. Er erhob sich dann vom Platz, schreitete hinab in den unteren Teil des Hauses und begann dann, sich in Richtung Akademie aufzumachen. Auf dem Weg dorthin passierte er die Ruinen, die verkohlten Bäume und kam dann schließlich nach kurzer Zeit in der Akademie an, wo er sich dann unter den Pavillon setzte und wieder über den vergangenen Tag nachdachte.
Den Tag über hatte Aalim einige Dinge abgearbeitet, die mit der Akademie und der Familie zu tun hatte, ehe er dann am Nachmittag auf Asiya stoß. In der letzten Zeit hatten sie viel Zeit miteinander verbracht, hatten viel Spaß und auch teilten sie den gleichen Humor, denn sie beide hatten immer über die Neckereien zwischen Saahir und Sabeena lachen können. Er mochte Asiya, so viel stand fest. Auch war es nicht so wie sonst, wenn er mit den Wüstenblüten sprach. Es hatte etwas erwachsenes, etwas privates und es machte ihm Spaß. So wie er es mitbekam, machte es auch ihr großen Spaß. Aber an diesem Abend sollte es um Saahir und Sabeena gehen.
Saahir hatte gegenüber Aalim den Wunsch geäußert, Sabeena heiraten zu dürfen. Deswegen hat Aalim ihm den Auftrag gegeben, sie noch besser kennenzulernen und noch eine gewisse Zeit ins Land ziehen zu lassen, um zu sehen, ob sie wirklich füreinander bestimmt sind. Diese Zeit, sollte an diesem Abend enden und Aalim wollte beiden die Heirat erlauben. Allerdings musste Saahir dafür noch etwas tun, etwas, wovon er nicht wusste, dass er es erledigen müsste. Er muss in ihrer Anwesentheit sagen, dass er sie liebt. Dabei muss es bedingungslose Liebe sein, keine geheuchelte.
Der Abend war schließlich gekommen und nach einiger Zeit des Gesprächs und der Neckerei, geschah das, was Aalim sich erhoffte. Saahir sagte voller Überzeugung und Ehrlichkeit, dass er Sabeena liebte, selbst mit ihrer kindlichen und auch Ärger liebenden Art. Dies war Aalim Beweis genug, dass es Saahir ernst meinte und so erlaubte er schließlich Saahir und Sabeena, dass sie heiraten dürfen. Ebenso erlaubte er ihnen, nur innerhalb der Mauern des Familienhauses und auch nur im Beisein der Mitglieder der Familie der Ifrey, miteinander die Hände zu halten. Beide waren darüber nicht nur überrascht, sondern auch glücklich. Nun hieß es für Aalim, einen Brautpreis für Sabeena zu überlegen, den Saahir an die Familie zahlen müsse. Wieder Arbeit, die nicht einfach umzusetzen war. Doch diese machte er sich gerne, denn er liebte es, seine Cousinen und Cousins so glücklich zu sehen. Er würde sicher einen Weg finden, den perfekten Brautpreis zu fordern. Nach einer weiteren Weile beschloss Aalim dann, sich zu Bette zu legen, schließlich war es schon späte Nacht geworden. Auch Asiya wollte sich zu Bette begeben, als sie und Aalim dann nach einer ausführlichen Verabschiedung von Saahir und Sabeena hinab ins Haus gingen.
Dort, vor den Kellerabgängen, hielten beide noch einmal inne und sahen sich ruhig an. Beiden lag ein Lächeln im Gesicht. In diesem Moment, in dem er in Asiyas wunderschönes Gesicht blickte, wusste er, dass er wohl mehr für sie empfand, als er gedacht hatte. Es kribbelte ihm im Bauch und auch mochte er den Blick nicht mehr von ihr wenden. Ob es ihr ebenso erging, wusste er nicht, doch auch sie schien den Blick nicht mehr von ihm abwenden zu können. Nach einer ganzen Weile des sich betrachtens, sagte er ihr schließlich, dass er mehr für sie empfand, auch wenn er es nicht mit Bedacht sagte, es sprudelte eher aus ihm heraus, dennoch mit tiefer Ehrlichkeit in der Stimme. Dann geschah etwas, was er sich niemals zu träumen gewünscht hätte. Auch Asiya, von welcher er dachte, dass sie niemals wie er empfinden würde, gestand ihm, dass auch sie mehr für ihn empfindet. Aalim war glücklich, was man ihm ebenso ansehen konnte. Auch Asiya strahlte wunderschön und glücklich zu ihm auf. Allerdings gab es da ein großes Problem. Aalim war Asiyas Lehrer. Nach den Regeln der Akademie, war es einem Lehrer verboten, seine vorhandene und zukünftige Ehepartnerin zu unterrichten. Diese Regel der Akademie brannte sich nun in ihre Gedanken ein und beide sahen traurig zu Boden. Es war ihnen zwar erlaubt ihre Liebe zueinander zu bekennen, aber damit endeten die Möglichkeiten, die ihnen beiden ihr Glück brachte. Es blieb ihnen wohl nichts anderes über, als solange aufeinander zu warten, bis Asiya ihre Prüfung zur Shoka bestanden hatte. Eine lange und vor allem qualvolle Zeit würde beiden nun bevorstehen, doch sie waren sich sicher, dass sie diese überwinden würden und dann miteinander glücklich werden.
Es verging noch ein wenig Zeit, ehe die beiden, die sich die ganze Zeit starr gegenüberstanden, voneinander verabschiedeten und dann ins Bett gingen.
Als er noch einmal an Asiya dachte, lächelte er glücklich auf und es kribbelte ihn erneut im Bauch. Es war ihm nun mehr als klar, dass er sie liebte. Dieses Gefühl hatte er schon lange nicht mehr verspürt und nun hoffte er inständig, dass ihm Eluive dieses Mal gnädig sein würde und es ihm gestattete Asiya irgendwann zur Frau zu nehmen. Doch gab es nun wieder viel zu tun. Er hatte viel Arbeit vor sich und diese würde er nun vollenden müssen. Vielleicht würde sie ihn auch von der Regel ablenken, die ihn und Asiya von nun an auf eine harte Probe stellen würde.
Es war der Tag der Sonne, der Tag, an dem die Audienz im Palast sein sollte.
Direkt vor der Audienz war noch sein Unterricht angesetzt gewesen, in welchem er den Hadri wieder mehr über die Körperzauber beigebracht hatte. Asiya und Shaymaa waren immer sehr wissensbegierig und neugierig auf das, was sie lernen würden. Sie waren wie er, als er damals noch ein Schüler gewesen war.
Bei diesem Gedanken muss Aalim grinsen.
Sie machten durchaus große Fortschritte, was ihn sehr freute und auch ein wenig stolz machte, wenn sie das, was er ihnen beibrachte so schnell verstanden und umsetzen konnten. Es gäbe nur weniges, was ihm nur noch mehr Spaß machen würde, oder mehr Aufmerksamkeit von ihm erhalten würde. Jedenfalls war der Unterricht wieder lang und lehrreich gewesen und er hatte wieder das Gefühl, dass seine Schüler sich der nötigen Reife annäherten, die man für die anstehende Prüfung benötigen würde. Schließlich würden auch sie dann vollwertige Magier sein, die keinen Unterricht mehr benötigten.
Jedenfalls war der Unterricht bald abgeschlossen und nach diesem, zog er dann zielstrebig zum Palast, wo in Kürze die Audienz mit dem ehrenwerten Kalifen stattfinden sollte. Als Aalim den Palast betrat, waren wieder zahlreiche Menekaner zugegen, die der Audienz beiwohnen wollten. Aalim war gespannt, was alles besprochen werden sollte, aber seine Fragen würden sehr bald beantwortet werden. Man besprach dort vieles, das bevorstehende Fest zum Sieg über den Wüstendrachen, die neuen Pflanzen, die mit den verkohlten Überresten des Drachens ausgetauscht werden sollten, die Beseitigung der Trümmer und Ruinen innerhalb der Stadt. Viele Themen die wichtig waren, aber nicht so wichtig wie die beiden, die folgten. Zum einen bat der ehrenwerte Kalif Saahir zu sich. Dies war ein Zeitpunkt, an dem Aalim stutzig wurde, doch wurden seine Erwartungen mehr als übertroffen! Saahir wurde zum neuen Diplomaten des Reiches ernannt! Welch Ehre für die Familie und ein weiterer wichtiger Posten, der den Ifrey nun zu Teil wurde, neben dem Amt des Statthalters und dem des Akademieleiters. Es machte ihn stolz, Saahir dort vor dem Kalifen stehen zu sehen, wie er die Ehre erhielt und damit nicht nur Aalim, sondern auch die Familie rühmte und stolz machte. Ein glorreicher Moment, der dann mit dem nächsten Thema verlängert wurde. Nachdem Saahir wieder seinen Platz in der Reihe der Männer des Volkes einnahm und die anwesenden Menekaner nach Hause geschickt wurden, wurde er hingegen selber aufgerufen und zum Kalifen gebeten. Auch der ehrenwerte Sajneen Radeeh wurde aufgerufen, was Aalim durchaus nachdenklich stimmte und ihm den Grund des Vortretens nur noch mehr verschleierte. Doch dies wurde ihm nur wenige Augenblicke später klar gemacht. Er soll den ehrenwerten Sajneen und den ehrenwerten Erhabenen Shaladir in die Lehren der Dschinnmagie einweisen. Eine große Ehre für einen Lehrmeister der heiligen Akademie, ein Privileg, das nur wenigen Magiern zu Teil wurde. Wieder eine Ehre, die Aalim stolz machte, aber auch missmutig stimmte. Natürlich sicherte er dem Kalifen zu, beide nach bestem Wissen und Gewissen auszubilden, auf dass sie große Hadcharim werden mögen, doch fehlte ihm noch einiges an Wissen, wie man einen Hadcharim genau ausbildete, was dieser lernen musste und ob er auch Übungen machen muss, um das gelernte anzuwenden. Es würde ihm also noch viel Arbeit kosten, ehe er seiner neuen Aufgabe nachkommen konnte, aber er würde ihr nachkommen, die Frage war nur wann. Aalim nahm sich sodann vor, die Bibliothek der Akademie zu durchforsten und dort nach möglichen Informationen zu suchen, die ihm bei der Ausbildung der beiden künftigen Hadcharimen helfen könnten. Schließlich endete die Audienz beim Kalifen und er konnte dann endlich nach Hause gehen, alles geschehene verarbeiten und entspannen, ehe er am nächsten Tag wieder an die Arbeit musste.
Aalim blickte kurz hinab auf den Tisch, wo nun nur noch ein leerer Krug und ein ebenso leerer Teller standen. Er nahm beides, brachte es in die Küche und ging danach wieder hinauf aufs Dach, um wieder in den Himmel zu blicken und wieder an die letzten Tage zu denken.
Der nächste Tag war angebrochen und Aalim machte sich schon morgens auf den Weg in Richtung Akademie. Dort angekommen, ging er in die Bibliothek und begann den halben Tag damit zuzubringen, nach Informationen über die Ausbildung von Hadcharimen zu suchen. Leider ohne Erfolg. Er dachte daran, dass er dem Kalifen versprach ihnen alles nötige beizubringen. Er sah dies aber noch in weiter ferne. Er müsse damit beginnen, selbst Forschung zu betreiben, selbst mehr über die Dschinne herauszufinden und dieses nieder zu schreiben und unter den menekanischen Magier und Hadcharim zu verbreiten. Aber dafür brauchte er Hilfe. Er beschloss sodann, die Hadri und Saahir zu fragen, ob sie ihm helfen würden. Mit diesem Vorsatz machte er sich dann auf den Weg zum Familienhaus. Dort angekommen, traf er aber niemanden an und so begann er auf sie bis zum Abend hin zu warten.
Am Abend war es dann soweit, die Trainingsstunde der Erben würde bald beginnen und so kleidete er sich in Farben der Gemeinschaft und ging zum Hafen, um seine Kameraden von dort abzuholen. Doch niemand erschien. Erst nach einer Weile stieg nur Novize Liam vom Schiff herunter, welcher Ira als Begleitung mitbrachte. Die Planungen für den Abend hatten sich nun also zerschlagen. Nach einem langen Gespräch, in welchem Liam Aalim vor den Alpträumen warnte, die derzeit auf dem Festland kursierten, beschlossen sie nach Fuachtero zu fahren und dort ein wenig zu trainieren. Dies taten sie auch, ehe Aalim spät Abends wieder zum Familienhaus zurückkehrte.
Aalim blickte um sich, weit und breit war niemand aus seiner Familie zu sehen. Er erhob sich dann vom Platz, schreitete hinab in den unteren Teil des Hauses und begann dann, sich in Richtung Akademie aufzumachen. Auf dem Weg dorthin passierte er die Ruinen, die verkohlten Bäume und kam dann schließlich nach kurzer Zeit in der Akademie an, wo er sich dann unter den Pavillon setzte und wieder über den vergangenen Tag nachdachte.
Den Tag über hatte Aalim einige Dinge abgearbeitet, die mit der Akademie und der Familie zu tun hatte, ehe er dann am Nachmittag auf Asiya stoß. In der letzten Zeit hatten sie viel Zeit miteinander verbracht, hatten viel Spaß und auch teilten sie den gleichen Humor, denn sie beide hatten immer über die Neckereien zwischen Saahir und Sabeena lachen können. Er mochte Asiya, so viel stand fest. Auch war es nicht so wie sonst, wenn er mit den Wüstenblüten sprach. Es hatte etwas erwachsenes, etwas privates und es machte ihm Spaß. So wie er es mitbekam, machte es auch ihr großen Spaß. Aber an diesem Abend sollte es um Saahir und Sabeena gehen.
Saahir hatte gegenüber Aalim den Wunsch geäußert, Sabeena heiraten zu dürfen. Deswegen hat Aalim ihm den Auftrag gegeben, sie noch besser kennenzulernen und noch eine gewisse Zeit ins Land ziehen zu lassen, um zu sehen, ob sie wirklich füreinander bestimmt sind. Diese Zeit, sollte an diesem Abend enden und Aalim wollte beiden die Heirat erlauben. Allerdings musste Saahir dafür noch etwas tun, etwas, wovon er nicht wusste, dass er es erledigen müsste. Er muss in ihrer Anwesentheit sagen, dass er sie liebt. Dabei muss es bedingungslose Liebe sein, keine geheuchelte.
Der Abend war schließlich gekommen und nach einiger Zeit des Gesprächs und der Neckerei, geschah das, was Aalim sich erhoffte. Saahir sagte voller Überzeugung und Ehrlichkeit, dass er Sabeena liebte, selbst mit ihrer kindlichen und auch Ärger liebenden Art. Dies war Aalim Beweis genug, dass es Saahir ernst meinte und so erlaubte er schließlich Saahir und Sabeena, dass sie heiraten dürfen. Ebenso erlaubte er ihnen, nur innerhalb der Mauern des Familienhauses und auch nur im Beisein der Mitglieder der Familie der Ifrey, miteinander die Hände zu halten. Beide waren darüber nicht nur überrascht, sondern auch glücklich. Nun hieß es für Aalim, einen Brautpreis für Sabeena zu überlegen, den Saahir an die Familie zahlen müsse. Wieder Arbeit, die nicht einfach umzusetzen war. Doch diese machte er sich gerne, denn er liebte es, seine Cousinen und Cousins so glücklich zu sehen. Er würde sicher einen Weg finden, den perfekten Brautpreis zu fordern. Nach einer weiteren Weile beschloss Aalim dann, sich zu Bette zu legen, schließlich war es schon späte Nacht geworden. Auch Asiya wollte sich zu Bette begeben, als sie und Aalim dann nach einer ausführlichen Verabschiedung von Saahir und Sabeena hinab ins Haus gingen.
Dort, vor den Kellerabgängen, hielten beide noch einmal inne und sahen sich ruhig an. Beiden lag ein Lächeln im Gesicht. In diesem Moment, in dem er in Asiyas wunderschönes Gesicht blickte, wusste er, dass er wohl mehr für sie empfand, als er gedacht hatte. Es kribbelte ihm im Bauch und auch mochte er den Blick nicht mehr von ihr wenden. Ob es ihr ebenso erging, wusste er nicht, doch auch sie schien den Blick nicht mehr von ihm abwenden zu können. Nach einer ganzen Weile des sich betrachtens, sagte er ihr schließlich, dass er mehr für sie empfand, auch wenn er es nicht mit Bedacht sagte, es sprudelte eher aus ihm heraus, dennoch mit tiefer Ehrlichkeit in der Stimme. Dann geschah etwas, was er sich niemals zu träumen gewünscht hätte. Auch Asiya, von welcher er dachte, dass sie niemals wie er empfinden würde, gestand ihm, dass auch sie mehr für ihn empfindet. Aalim war glücklich, was man ihm ebenso ansehen konnte. Auch Asiya strahlte wunderschön und glücklich zu ihm auf. Allerdings gab es da ein großes Problem. Aalim war Asiyas Lehrer. Nach den Regeln der Akademie, war es einem Lehrer verboten, seine vorhandene und zukünftige Ehepartnerin zu unterrichten. Diese Regel der Akademie brannte sich nun in ihre Gedanken ein und beide sahen traurig zu Boden. Es war ihnen zwar erlaubt ihre Liebe zueinander zu bekennen, aber damit endeten die Möglichkeiten, die ihnen beiden ihr Glück brachte. Es blieb ihnen wohl nichts anderes über, als solange aufeinander zu warten, bis Asiya ihre Prüfung zur Shoka bestanden hatte. Eine lange und vor allem qualvolle Zeit würde beiden nun bevorstehen, doch sie waren sich sicher, dass sie diese überwinden würden und dann miteinander glücklich werden.
Es verging noch ein wenig Zeit, ehe die beiden, die sich die ganze Zeit starr gegenüberstanden, voneinander verabschiedeten und dann ins Bett gingen.
Als er noch einmal an Asiya dachte, lächelte er glücklich auf und es kribbelte ihn erneut im Bauch. Es war ihm nun mehr als klar, dass er sie liebte. Dieses Gefühl hatte er schon lange nicht mehr verspürt und nun hoffte er inständig, dass ihm Eluive dieses Mal gnädig sein würde und es ihm gestattete Asiya irgendwann zur Frau zu nehmen. Doch gab es nun wieder viel zu tun. Er hatte viel Arbeit vor sich und diese würde er nun vollenden müssen. Vielleicht würde sie ihn auch von der Regel ablenken, die ihn und Asiya von nun an auf eine harte Probe stellen würde.