Graue Wolken zogen wie ein dickes undurchlässiges Knäul schwer über den Himmel hinweg. So wolkenbehangen der Himmel war, ließ er keinen Sonnenstrahl auf die Erde nieder. Der letzte Schnee lag noch immer auf dem kalten Boden. Doch die Frühboten des Frühlings waren schon am erwachen, hier und da erblickte ein aufmerksamer Beobachte ihre Knospen durch den Schnee ragen. Ihre Schritte glitten fast lautlos über den Steinweg im Kloster hinweg, dieser führte sie geradewegs zum Baum des Lichts. Hier sank sie in den Schnee nieder, die braunen Locken fielen über ihre Brust hinweg als sie etwas voran sank und mit gefalteten Händen zum Gebet fand.
Die Stille, an jenem wolkenbehangenen Morgen, legte sich über das Kloster. Ein tiefes Atmen, dann löste sie die Hände voneinander und blickte in den Baum hinauf. Sie musste ihre Gedanken erst sortieren bevor sie sich dem Gebet widmete. Vieles war in den letzten Tagen geschehen. Das Warten auf die vollständige Aufnahme in die Klostergemeinschaft erfüllte sie mit Lernen. An dem Abend, an welchen die Elfen zu Besuch kamen, hätte sie noch mehr von ihnen lernen können. Doch der Kampf vor den Toren des Klosters, rief sie in die Dienste eines Heilers. Die Abende darauf lernte sie zu zuhören und vorsichtig Jemanden auf den richtigen Weg zu führen. Dann brach sie zum Glaubenshaus in Adoran auf und traf auf ihren Weg zwei Magier, Ira und Liam. Ein sehr interessanter und lehrreicher Abend war die Folge. Über das Lied und die Götter. Doch nicht nur sie lernte, sie hatte auch das Gefühl das die Magier, zumindest Liam, von ihren Worten über den Glauben und die Tugenden lernte. Den Tag darauf traf sie Adlerritterin Katuri im Kloster und hatte ein interessantes Gespräch mit jener über den Adel. Auch wenn sie sich dahingehend nicht einer Meinung waren, oder gerade deshalb, war es sehr lehrreich. Es war also vieles Geschehen, sie lernte von jedem Tag und jedem Gespräch, besser als von den Büchern in der Bibliothek.
Den Blick weiterhin in die weite Krone des Baum des Lichtes gerichtet, atmete sie tief durch. Die letzten Tage in sich verarbeitend, kehrte sie wieder in sich.
Deinen Weg will ich beschreiten.
Deine Tugenden will ich leben, lernen und lehren.
Dein Licht will ich tragen noch an die dunkelsten Ecken der Erde.
Deine Wärme will ich säen, noch in den dunkelsten Herzen.
Kein Hass wird mein Herz verdunkeln, auf das ich dir eine würdige Dienerin bin.
Noch einige Momente nach dem Gebet verharrte sie in betender Position und ließ den Moment auf sich wirken. Ehe sie sich in einer langsamen, jedoch fließenden Bewegung, wieder aufrichtete. Ihr Weg führte sie in die Schlafräume der Gäste – der Boden musste mal wieder gewischt werden.
Unter Ihren schützenden Schwingen
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Kathleen Dathorian
Unter Ihren schützenden Schwingen
Zuletzt geändert von Kathleen Dathorian am Donnerstag 12. April 2012, 22:13, insgesamt 1-mal geändert.