Es sind nur grausame Geschichten, die mit dem Volk der Letharen verbunden werden. Blutrünstige Schlächter, nur reduziert auf Hass und Zorn. Von der Stimme Alatars entstellt, nur darauf gepolt, ihm zu dienen und seine Wünsche zu erfüllen.
"Ich schreite in den Tod. Denn nichts wird mehr bleiben von dieser Welt, dies ist mein Auftrag. Dies ist der Wunsch meines Vaters."
"Ich werde sterben in dem Bewußtsein, dass nichts nachfolgen wird."
Vor langer Zeit:
Wieder und wieder hallten die Geräusche durch die Tropfsteinhöhle, als die Klingen der Kämpfenden aufeinandertrafen. Seit etlichen Stunden standen sie sich Paarweise gegenüber. Schweiß und Blut tränkte den Boden von den Kampfübungen, doch es galt nicht aufzuhören, nicht ehe der Lehrmeister Kael'yxor sein Zeichen dazu gab.
Unter ihnen ein... 'Krüppel' mit dem Namen Yxul'lerlatox. Seine Beine waren deutlich unterschiedlicher Länge. Dass er es bis hier hin geschafft hatte, grenzte schon an ein Wunder. Normalerweise würden solche Missbildungen dazu führen, dass die Letharfen im Kindesalter schon wieder ihr Leben verlieren.
Plötzlich fand die Klinge eine Lücke in der Deckung und Yxul sackte zu Boden. Schon wieder. Da erklang auch das scharfe Fauchen des Lehrmeisters: "Letharf! Streng dich an, sonst wird dein Leben schneller enden, als du dir vorstellen kannst!" Dann wandte sich der Lehrmeister bereits herum, um andere Kämpfer zu instruieren.
Yxul wußte, dass ein Gegenüber besser war, dass seine Fähigkeiten ausgereifter waren. Doch der junge Letharf, mit seiner Unzulänglichkeit, besaß einen Vorteil: Sein ungebrochenen, starken Willen.
Er hatte die Templer gehört, die selbst darüber verwundert waren, dass Vater einen solchen Letharf tolerieren würde.
Noch immer konnte er die geflüsterten Worte in seinem Kopf hören: "Er ist schwächlich, unvollkommen... er wird niemals seine Behinderung überwinden", sprach die Lethoryxae. "Der Erhabene hat ihn sich angesehen, Ide'xule!", erwiderte barsch der Lethoryx. "Sein Wille ist fast so stark wie jener, den man nur bei den höchsten unseres Volkes findet!"
Das hatte seinen Ehrgeiz angestachelt, jede Demütigung, die er aufgrund seiner körperlichen Einschränkung erdulden musste, hatte ihn nur weiter angestachelt. Er wollte Vater dienen, mit jeder Faser seines Körpers. Jeden Schmerz, jede Qual, die er zu erdulden hatte, war nichts im Vergleich zu dem Wunsch, Vater endlich wirklich dienen zu können.
Einige der erfahrenen Schüler, kehrten von einem Erkundungstrupp gerade zurück und nahmen Aufstellung um sich das Frischfleisch anzusehen. Yxul spürte ihre höhnischen Blicke in seinem Nacken, als er wieder nach der Waffe griff.
Die Kraft Vaters in seinem Geist und Körper konnte er spüren, er griff danach. Griff nach dem Quell seiner Macht, dem Zorn in sich. Dann lenkte er ihn in seine Glieder, jeder Faser seines Körpers wurde durchflutet, in Bruchteilen eines einzigen Augenblicks. Schnelle, präzise Hiebe folgten in wenigen Sekunden nach einander, als er seinen Kontrahenten mehr und mehr unter Druck setzte. Und plötzlich fand er die Lücke, die er mit all seiner Kraft erzwungen hatte. Die Klinge fand ihr Ziel und traf hart in der Höhe der Schläfe am Helm.
Doch sein Kontrahent ging nicht zu Boden. Angeschlagen war er, aber nicht geschlagen. Einen kurzen Moment strauchelte er, doch dann fing er sich rasch wieder.
Yxul spürte, er hatte seine innere Kraft vergeblich und zu rasch verbraucht. Kurz darauf fand er sich erneut mit blutigen Wunden auf dem Boden wieder, die Sicht vor seinen Augen verschomm und nur leise hörte er noch das höhnische Gelächter der anderen und die scharfe Stimme des Lehrmeister: "Lasst den Krüppel liegen, er ist ja doch zu nichts zu gebrauchen!"
...
Unter den Augen des Vaters - Demütigung, Schmerz und Eifer.
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Yxul'lerlatox
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Unter den Augen des Vaters - Demütigung, Schmerz und Eifer.
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Yxul'lerlatox
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"Versagt. Wertlos. In seinen Augen nicht würdig genug!"
Alte Episoden:
Es zeriß ihn innerlich.
Mit drei anderen Letharen stand er am Ende eines langen Ganges. Es war nicht das erste Mal, dass er an die Oberfläche geschickt wurde. In der Ferne konnte man schon das diffuse Licht der Tageswelt erkennen, wie eine Krankheit stahl sich das Licht in die Dunkelheit.
Er wußte von den Lethyren, dass dort oben die Kraft der Unmutter vorherrschte. Beklemmend für den jungen Letharfen, denn in die Tiefen der Dunkelheit der Stalagmitenhöhlen drang nur selten ein Geschöpf vor, dass nicht Vaters Segen trug.
Gelegentlich verirrten sich sonderbare Geschöpfe in die unzähligen, verschlungenen Gänge hinunter. Er selbst hatte einige schon mit seinen Mitschülern erschlagen. Groß waren sie. Ihre Haut ledrig und zäh, ihr Bewegungen träge, doch sie schienen über viel Kraft zu verfügen.
Yxul erinnerte sich, als er sich an sie heranpirschte, wie einer nach einem Stalagmit griff und jenen nach den Letharen schleuderte. Das Geschoss zischte an ihm vorbei, doch einer seiner Mitschüler war offenbar unaufmerksam. Er hörte noch den dumpfen Aufprall, das schockierte und überraschte Aufstöhnen, dass dann in ein Röcheln unterging.
"Schnell, ungesehen und todbringend sollt Ihr sein."
Der Letharf hatte versagt. Weder Mitgefühl noch Trauer empfand er. Nur Abscheu und Zorn über das Versagen. Und nach jener Quelle griff er, als er den Ersten dieser hühnenhaften Wesen attackierte...
"Du wirst an die Oberfläche geschickt, und vielleicht ist es dir vergönnt mit deinem Tod noch ein paar der Schöpfungen der Unmutter in selbigen mitzureissen. Geh' nun Letharf, und mache wenigstens in deinem Tod uns keine Schande mehr!"
Noch immer hallten die Worte des Lethyren in seinem Geist. War das, was Vater von ihm wollte? Was hätte dies schon bewirkt?
Zweifel kamen in ihm auf und sofort belehrte er sich eines Besseren. Wer war er, ein junger Letharf und dazu noch von körperlicher Unzulänglichkeit, dass er den Willen hinterfragte. Er sollte gehorchen und dienen. Und doch nagte es an ihm, dass er hier und jetzt den Tod finden sollte...
Alte Episoden:
Es zeriß ihn innerlich.
Mit drei anderen Letharen stand er am Ende eines langen Ganges. Es war nicht das erste Mal, dass er an die Oberfläche geschickt wurde. In der Ferne konnte man schon das diffuse Licht der Tageswelt erkennen, wie eine Krankheit stahl sich das Licht in die Dunkelheit.
Er wußte von den Lethyren, dass dort oben die Kraft der Unmutter vorherrschte. Beklemmend für den jungen Letharfen, denn in die Tiefen der Dunkelheit der Stalagmitenhöhlen drang nur selten ein Geschöpf vor, dass nicht Vaters Segen trug.
Gelegentlich verirrten sich sonderbare Geschöpfe in die unzähligen, verschlungenen Gänge hinunter. Er selbst hatte einige schon mit seinen Mitschülern erschlagen. Groß waren sie. Ihre Haut ledrig und zäh, ihr Bewegungen träge, doch sie schienen über viel Kraft zu verfügen.
Yxul erinnerte sich, als er sich an sie heranpirschte, wie einer nach einem Stalagmit griff und jenen nach den Letharen schleuderte. Das Geschoss zischte an ihm vorbei, doch einer seiner Mitschüler war offenbar unaufmerksam. Er hörte noch den dumpfen Aufprall, das schockierte und überraschte Aufstöhnen, dass dann in ein Röcheln unterging.
"Schnell, ungesehen und todbringend sollt Ihr sein."
Der Letharf hatte versagt. Weder Mitgefühl noch Trauer empfand er. Nur Abscheu und Zorn über das Versagen. Und nach jener Quelle griff er, als er den Ersten dieser hühnenhaften Wesen attackierte...
"Du wirst an die Oberfläche geschickt, und vielleicht ist es dir vergönnt mit deinem Tod noch ein paar der Schöpfungen der Unmutter in selbigen mitzureissen. Geh' nun Letharf, und mache wenigstens in deinem Tod uns keine Schande mehr!"
Noch immer hallten die Worte des Lethyren in seinem Geist. War das, was Vater von ihm wollte? Was hätte dies schon bewirkt?
Zweifel kamen in ihm auf und sofort belehrte er sich eines Besseren. Wer war er, ein junger Letharf und dazu noch von körperlicher Unzulänglichkeit, dass er den Willen hinterfragte. Er sollte gehorchen und dienen. Und doch nagte es an ihm, dass er hier und jetzt den Tod finden sollte...
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Yxul'lerlatox
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"Labe dich am Schmerz, an der Demütigung, denn er wird deinen Hass schüren und mehren bis ins Unermessliche.... deine Macht!"
Episoden der Gegenwart:
Ein großes, wichtiges Pergament hängt an mehreren Stellen in Leth Axorn aus.
Die Schrift ist groß, kantig, schnörkellos und sehr einfach zu lesen:
Lethrixor Yxul'lerlatox hat zu viele Fehler begangen und ist ab sofort seines Status enthoben!
Bis auf Weiteres steht er in der heiligen Hierarchie unter jedem Runenträger!
Selbst unter seiner eigenen Lethra, Junglethoryxae Qis'arx!
Um die Oberflächenwelt nicht in Panik zu versetzen, bleibt er vorerst Hauptmann der Stadtwache.
Ked'harra soll ihm dahingehend aber die richtigen Entscheidungen diktieren.
Zeigt ihm gegenüber keine Gnade, falsche Zurückhaltung wird bestraft!
Im Auftrag des Allmächtigen
Fehler? Welche Fehler? Bereits als er die Anordnung gelesen hatte, durchflammte der Zorn seine Adern und nur mühselig konnte er sich beherrschen, den Anschlag nicht abzureissen. Überall im Axorn waren die Anschläge verteilt, wie spottende Gesichter begleiteten sie ihn durch die unterirdische Höhle.
Der Ala'thraxor hatte ihm nichts erklärt. Er würde auch nie eine Erklärung einfordern, denn sein Wesen war vielmehr dadurch geprägt zu gehorchen, statt zu diskutieren.
Dennoch beschlich ihn der Verdacht, dass der Ala'thraxor ihn ein weiteres Mal prüfte.
Die anderen Geschwister versuchten ihn herablassend zu behandeln, bei einigen hatte er gleich den Verdacht, dass es nur egoistische Rachgefühle waren und eine Form von Selbstbestätigung. Doch als selbst seine Lethra ihm eisern begegnete, obgleich er einige Stunden noch zuvor bemerkte, wie verunsichert sie gewesen war, war er mehr und mehr davon überzeugt, dass der Ala'thraxor etwas im Schilde führte. Die Erniedrigungen und Demütigung hatten jedoch zumindest einen Nutzen, der wallende Zorn in seinem Körper drang wieder vermehrt an die Oberfläche.
Dennoch, obgleich sein Geist ihm verriet, dass der Ala'thraxor etwas von ihm wollte, sich ständig dem Spott und der Häme seiner Geschwister auszusetzen, zerrte an ihm und schürrte den Hass in seinem Geist. Jenes Gefühl, dass so viel Verheißung versprach und doch ständig gebändigt werden musste...
Episoden der Gegenwart:
Ein großes, wichtiges Pergament hängt an mehreren Stellen in Leth Axorn aus.
Die Schrift ist groß, kantig, schnörkellos und sehr einfach zu lesen:
Lethrixor Yxul'lerlatox hat zu viele Fehler begangen und ist ab sofort seines Status enthoben!
Bis auf Weiteres steht er in der heiligen Hierarchie unter jedem Runenträger!
Selbst unter seiner eigenen Lethra, Junglethoryxae Qis'arx!
Um die Oberflächenwelt nicht in Panik zu versetzen, bleibt er vorerst Hauptmann der Stadtwache.
Ked'harra soll ihm dahingehend aber die richtigen Entscheidungen diktieren.
Zeigt ihm gegenüber keine Gnade, falsche Zurückhaltung wird bestraft!
Im Auftrag des Allmächtigen
Fehler? Welche Fehler? Bereits als er die Anordnung gelesen hatte, durchflammte der Zorn seine Adern und nur mühselig konnte er sich beherrschen, den Anschlag nicht abzureissen. Überall im Axorn waren die Anschläge verteilt, wie spottende Gesichter begleiteten sie ihn durch die unterirdische Höhle.
Der Ala'thraxor hatte ihm nichts erklärt. Er würde auch nie eine Erklärung einfordern, denn sein Wesen war vielmehr dadurch geprägt zu gehorchen, statt zu diskutieren.
Dennoch beschlich ihn der Verdacht, dass der Ala'thraxor ihn ein weiteres Mal prüfte.
Die anderen Geschwister versuchten ihn herablassend zu behandeln, bei einigen hatte er gleich den Verdacht, dass es nur egoistische Rachgefühle waren und eine Form von Selbstbestätigung. Doch als selbst seine Lethra ihm eisern begegnete, obgleich er einige Stunden noch zuvor bemerkte, wie verunsichert sie gewesen war, war er mehr und mehr davon überzeugt, dass der Ala'thraxor etwas im Schilde führte. Die Erniedrigungen und Demütigung hatten jedoch zumindest einen Nutzen, der wallende Zorn in seinem Körper drang wieder vermehrt an die Oberfläche.
Dennoch, obgleich sein Geist ihm verriet, dass der Ala'thraxor etwas von ihm wollte, sich ständig dem Spott und der Häme seiner Geschwister auszusetzen, zerrte an ihm und schürrte den Hass in seinem Geist. Jenes Gefühl, dass so viel Verheißung versprach und doch ständig gebändigt werden musste...
Zuletzt geändert von Yxul'lerlatox am Dienstag 28. Februar 2012, 18:51, insgesamt 2-mal geändert.
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Yxul'lerlatox
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Die Sonne lacht, Rahal lebt. Kinder tollen auf den Straßen und der übliche Tagesablauf geht seinen Gang. Alles ist wie immer, nichts hat sich verändert. Nur wenn ein Beobachter einen Blick in die dunklen Höhlen der giftverstreuenden Elfen wirft, wird er erkennen, wie eine kleine Gestalt durch die Gänge und Räume flitzt. In ihren Händen prangern dabei irgendwelche Gegenstände und knirschen bedrohlich vor sich her. Es fehlt eigentlich nur noch ein boshaftes Lachen, welches sie auf ihrem Weg begleitet. Jenes bleibt allerdings aus. Man wird sehen, wie sie im Osten in einem Felsspalt verschwindet und im Westen wieder aus einem gekrochen kommt. Ihre Hände werden dabei immer leerer und ihre Bewegungen langsamer. Als ihre Arme dann frei waren, verschwand sie auch wieder, gemächlichen Schrittes, in ihrer Höhle.
Was hat sie da gemacht, fragt man sich. Jedoch wird die Antwort niemand so schnell herausfinden können, außer vielleicht...
Yxul'lerlatox, jener darf sich nämlich nun mit rostigen, verbrauchten Waffen durchs Leben schlagen! Waffen, bei welchen jeder Krieger amüsiert die Mundwinkel in die Höhe zieht, so er jene an einem Waffengurt entdeckt, Waffen, die man nicht einmal seinem Feind im Kampfe reichen würde, da jener wohl waffenlos mehr Chancen hätte. Und doch sind es eben Waffen die ihren Zweck erfüllen, ihn überleben lassen. Die kleine Lethra hat sich sogar die Mühe gemacht, jene zu putzen! Nett wie sie ist.
Die kleine, krallenartige Hand legt sich um den Waffenschaft. Doch etwas war anders. Die sonst so fließende Bewegung, die davon zeugte, dass sich hier eine Einheit bildete, als die metallenen Fingerglieder sich um das Heft legten, war stockend und langsam. Er betrachtete die rostige, schartige Klinge und es widerte ihn an...
In den letzten Wochen hatte er viele Erniedrigungen und Demütigungen ertragen müssen.
Da war die Lethrusae, die ihn die einfachsten Tätigkeiten ausführen ließ, wie Pilze sammeln oder Wannen schrubben. Mit Spott und Häme versuchten andere ihn ständig zu reizen. Er wurde behandelt, als sei er nicht einmal mehr im Stande, die einfachsten Sachen zu erledigen. Die Lethraen sprachen in seiner Gegenwart miteinander und doch meist nicht mehr mit ihm.
"Er ist nur noch ein unfähiger Diener, selbst die Handlager sind mehr wert als er..", solche und ähnliche Worte drangen immer wieder an seine Ohren. Zu einem einfachen Letharfen degradiert, der nicht mehr von Wert war.
Selbst das Frischfleisch erdreistete sich und erklärte ihm, nicht wissend mit wem es da sprach, dass ein Letharf, der von seinem Rang soweit nach unten gestoßen wurde, wie ein lästiges Ungeziefer, welches man im Staub nur zertreten möchte, den Tod herbeisehnen sollte, denn in den Augen Vaters hätte er endgültig versagt.
Die Erniedrigung über die ungerechtfertige Behandlung, sie schürrte den kostbaren Hass und fast genießend labte er sich in dem Gefühl. Er zählte zu den Stärksten seines Faches und doch war das Verlangen nach mehr ein verlockender Geschmack, der sich prickelnd auf der Zunge ausbreitet und von welchem man nie genug bekommen kann.
Seine Lethra selbst drangsalierte ihn. Er erinnerte sich, wie sie ihn die alltäglichen Aufgaben, die eigentlich von einer Lethra erledigt werden mussten, ausführen ließ. Die Höhle säubern, das Mahl zu bereiten und ähnliche Aufgaben, die eines Lethrixors nicht würdig waren. Sie ließ ihn antreten mit gefesselten Armen auf den Rücken ausgerechnet gegen jenes Frischfleisch. Er war eindeutig im Nachteil und doch spürte sein Gegner gewiss die kämpferische Stärke und den unbedingten Willen, als der Kampf tobte. Er bediente sich aller Mittel, die ihm zur Verfügung standen. Wären seine Hände nicht gefesselt, hätte der andere nicht den Hauch einer Chance gehabt - er war noch zu jung und unerfahren. Doch so waren die Verhältnisse ausgeglichener und letztlich - auch durch den explosiven Trank und den hinterrücks geschossen Bolzen - gingen beide Sreiter zu Boden. Fairness, Mitleid und Gerechtigkeit - das gab es im Leben der Letharen nicht. Besonders für die Lethrixoren galt nur eines: Sei auf alles immer vorbereitet.
Doch es waren die Schmerzen und der daraus entflammende Hass, die Quelle aller Stärke, die Doktrion dessen, was andere kaum verstanden, aus der die Lethrixoren ihre Macht zogen und sie so gefährlich machten. Nicht nur das Gefühl, sich an jener Quelle zu laben war entscheidend, sondern die Konsequenz auf dem eingeschlagenen Weg. Nicht aus Befriedigung oder persönlicher Begierde strebten sie danach, sondern um letztlich ein noch besser Diener Alatars zu werden.
Wohlmöglich hatten sie es bemerkt, dass er die Demütigungen und Reizungen zu sehr genoß, als dass sie ihn an seine Grenzen führten. Denn als erstes war es seine alte Schülerin, die ihn sonst - selbst als der Ala'thraxor jene Anweisung gab - stets mit Respekt behandelte.
Sie hatte einen seltsamen Stift in deutlich rötlichem Ton besorgt und verlangte, dass er sich zeichnen ließ.
Er verstand nicht, was das nun wieder sollte. Doch als sie fertig war und er das Spiegelbild seines Gesichts im Wasser sah, da bröckelte der Hass durch die abschirrmende Grenze seines Geistes an die Oberfläche. Gleich einer Lavamasse, die unter der Oberfläche stetig tobte und nach oben drang und letztlich unter immensem Druck den äußeren Widerstand durchbrach und unaufhaltsam alles zu überfluten drohte. Sie hatte ihm auf die Lippen einen übertriebenen 'Kussmund' gezeichnet, den er fortan in der Stalagmitenheimat der Letharen zu tragen hatten.
Hier stand er, der ehemalige Lethrixor, ein vorbildliches Exemplar eines letharischen Soldaten, der unzählige Kämpfe zu ihren Gunsten bereits gefochten hatte. Nicht nur in kämpferischen Fähigkeiten hatte er überzeugt. So scharf wie seine Klingen und todbringend sein Handwerk war, sein Geist war der Quell stetiger Raffinesse und Klugheit. Er wußte geschickt seine Geschwister einzusetzen, um die Einheit der Alatargläubigen neu zu formieren und zu einem undurchdringbaren Schild zu formen. Hier stand er nun.
Man hatte seine Leistungen geschmäht, seine Fähigkeiten angezweifelt, sein Geist versucht zu brechen und seinen Körper zu schinden.
Hier stand er also, einer der mächtigsten Lethrixoren und hielt eine rostige, schäbige Waffe in der Hand. Nutzlos. Wie er selbst...
Ein dunkler Schleier durchbrach die grünliche Färbung seiner Augen. Wie feine, dünne Linien, die pulsierend sich ausbreiteten, drang der Hass an die Oberfläche und mit leichten wahnhaften Zügen, huschten die Augen umher. Lauschend, wie gefesselt und gebannt, von den Rufen des alten Relkitks...
Was hat sie da gemacht, fragt man sich. Jedoch wird die Antwort niemand so schnell herausfinden können, außer vielleicht...
Yxul'lerlatox, jener darf sich nämlich nun mit rostigen, verbrauchten Waffen durchs Leben schlagen! Waffen, bei welchen jeder Krieger amüsiert die Mundwinkel in die Höhe zieht, so er jene an einem Waffengurt entdeckt, Waffen, die man nicht einmal seinem Feind im Kampfe reichen würde, da jener wohl waffenlos mehr Chancen hätte. Und doch sind es eben Waffen die ihren Zweck erfüllen, ihn überleben lassen. Die kleine Lethra hat sich sogar die Mühe gemacht, jene zu putzen! Nett wie sie ist.
Die kleine, krallenartige Hand legt sich um den Waffenschaft. Doch etwas war anders. Die sonst so fließende Bewegung, die davon zeugte, dass sich hier eine Einheit bildete, als die metallenen Fingerglieder sich um das Heft legten, war stockend und langsam. Er betrachtete die rostige, schartige Klinge und es widerte ihn an...
In den letzten Wochen hatte er viele Erniedrigungen und Demütigungen ertragen müssen.
Da war die Lethrusae, die ihn die einfachsten Tätigkeiten ausführen ließ, wie Pilze sammeln oder Wannen schrubben. Mit Spott und Häme versuchten andere ihn ständig zu reizen. Er wurde behandelt, als sei er nicht einmal mehr im Stande, die einfachsten Sachen zu erledigen. Die Lethraen sprachen in seiner Gegenwart miteinander und doch meist nicht mehr mit ihm.
"Er ist nur noch ein unfähiger Diener, selbst die Handlager sind mehr wert als er..", solche und ähnliche Worte drangen immer wieder an seine Ohren. Zu einem einfachen Letharfen degradiert, der nicht mehr von Wert war.
Selbst das Frischfleisch erdreistete sich und erklärte ihm, nicht wissend mit wem es da sprach, dass ein Letharf, der von seinem Rang soweit nach unten gestoßen wurde, wie ein lästiges Ungeziefer, welches man im Staub nur zertreten möchte, den Tod herbeisehnen sollte, denn in den Augen Vaters hätte er endgültig versagt.
Die Erniedrigung über die ungerechtfertige Behandlung, sie schürrte den kostbaren Hass und fast genießend labte er sich in dem Gefühl. Er zählte zu den Stärksten seines Faches und doch war das Verlangen nach mehr ein verlockender Geschmack, der sich prickelnd auf der Zunge ausbreitet und von welchem man nie genug bekommen kann.
Seine Lethra selbst drangsalierte ihn. Er erinnerte sich, wie sie ihn die alltäglichen Aufgaben, die eigentlich von einer Lethra erledigt werden mussten, ausführen ließ. Die Höhle säubern, das Mahl zu bereiten und ähnliche Aufgaben, die eines Lethrixors nicht würdig waren. Sie ließ ihn antreten mit gefesselten Armen auf den Rücken ausgerechnet gegen jenes Frischfleisch. Er war eindeutig im Nachteil und doch spürte sein Gegner gewiss die kämpferische Stärke und den unbedingten Willen, als der Kampf tobte. Er bediente sich aller Mittel, die ihm zur Verfügung standen. Wären seine Hände nicht gefesselt, hätte der andere nicht den Hauch einer Chance gehabt - er war noch zu jung und unerfahren. Doch so waren die Verhältnisse ausgeglichener und letztlich - auch durch den explosiven Trank und den hinterrücks geschossen Bolzen - gingen beide Sreiter zu Boden. Fairness, Mitleid und Gerechtigkeit - das gab es im Leben der Letharen nicht. Besonders für die Lethrixoren galt nur eines: Sei auf alles immer vorbereitet.
Doch es waren die Schmerzen und der daraus entflammende Hass, die Quelle aller Stärke, die Doktrion dessen, was andere kaum verstanden, aus der die Lethrixoren ihre Macht zogen und sie so gefährlich machten. Nicht nur das Gefühl, sich an jener Quelle zu laben war entscheidend, sondern die Konsequenz auf dem eingeschlagenen Weg. Nicht aus Befriedigung oder persönlicher Begierde strebten sie danach, sondern um letztlich ein noch besser Diener Alatars zu werden.
Wohlmöglich hatten sie es bemerkt, dass er die Demütigungen und Reizungen zu sehr genoß, als dass sie ihn an seine Grenzen führten. Denn als erstes war es seine alte Schülerin, die ihn sonst - selbst als der Ala'thraxor jene Anweisung gab - stets mit Respekt behandelte.
Sie hatte einen seltsamen Stift in deutlich rötlichem Ton besorgt und verlangte, dass er sich zeichnen ließ.
Er verstand nicht, was das nun wieder sollte. Doch als sie fertig war und er das Spiegelbild seines Gesichts im Wasser sah, da bröckelte der Hass durch die abschirrmende Grenze seines Geistes an die Oberfläche. Gleich einer Lavamasse, die unter der Oberfläche stetig tobte und nach oben drang und letztlich unter immensem Druck den äußeren Widerstand durchbrach und unaufhaltsam alles zu überfluten drohte. Sie hatte ihm auf die Lippen einen übertriebenen 'Kussmund' gezeichnet, den er fortan in der Stalagmitenheimat der Letharen zu tragen hatten.
Hier stand er, der ehemalige Lethrixor, ein vorbildliches Exemplar eines letharischen Soldaten, der unzählige Kämpfe zu ihren Gunsten bereits gefochten hatte. Nicht nur in kämpferischen Fähigkeiten hatte er überzeugt. So scharf wie seine Klingen und todbringend sein Handwerk war, sein Geist war der Quell stetiger Raffinesse und Klugheit. Er wußte geschickt seine Geschwister einzusetzen, um die Einheit der Alatargläubigen neu zu formieren und zu einem undurchdringbaren Schild zu formen. Hier stand er nun.
Man hatte seine Leistungen geschmäht, seine Fähigkeiten angezweifelt, sein Geist versucht zu brechen und seinen Körper zu schinden.
Hier stand er also, einer der mächtigsten Lethrixoren und hielt eine rostige, schäbige Waffe in der Hand. Nutzlos. Wie er selbst...
Ein dunkler Schleier durchbrach die grünliche Färbung seiner Augen. Wie feine, dünne Linien, die pulsierend sich ausbreiteten, drang der Hass an die Oberfläche und mit leichten wahnhaften Zügen, huschten die Augen umher. Lauschend, wie gefesselt und gebannt, von den Rufen des alten Relkitks...
Zuletzt geändert von Yxul'lerlatox am Dienstag 3. April 2012, 01:52, insgesamt 2-mal geändert.
Relata refero ist immer besonders kritisch zu prüfen.
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Yxul'lerlatox
- Beiträge: 119
- Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42
Neue Erkenntnis:
Er starrte auf die grüne Flamme. So verlockend war ihr Anblick, dass er sich nicht losreißen konnte. Plötzlich drang etwas an seinen Geist – nicht wie damals, als er mit seinen Geschwistern hier war und das Relikt ihn zu sich rief. Dort verfielen sie alle in eine Art Trance und in Gedanken durchschritten sie die düstere Welt der Letharen. Getrieben von Willen des Vaters, über jeden Widerstand hinweg – selbst den eigenen Tod inkauf nehmend – nur IHM zu dienen.
Es war schon eine Weile her, dass er hier gewesen ist. Die Verschmelzung der Seele mit dem Geisterpanther hatte ihn unbekannte Kräfte gelehrt. Er spürte, dass dort noch mehr war, als nur das Offensichtliche. Die Kraft, die er in sich trug war nicht nur seine eigene, oftmals kam es ihm vor, dass eine andere Hand ihn leitete, durch die Verirrungen dessen, was er glaubte zu vernehmen. Auf ihn wirkte es obskur, bizarr und alles verschlingend war die Stimme – unvorstellbar schmerzhaft - und er hatte das Gefühl als würde er dem Wahnsinn anheim fallen. Es fühlte sich an, als ob jemand tagtäglich durch feine Ritzen in den Geist hinein dringen würde und überall kleine Punkte eines unvorstellbaren Wahnsinns einplfanzen würde.
Hätte man den Geist des Letharen einmal genauer untersucht, käme es einem vor wie ein Schweizer Käse – durchlöchert von den Einflüssen.
So kam es, dass er oft und plötzlich wie apathisch wirkte. Seine Konzentration schwächelte, denn die Töne, die er vernahm, forderten all seine Kraft auf – aeußerlich hatte er seit langem bereits gelernt, Schmerzen und Qualen nicht erkennbar werden zu lassen – doch innerlich tobte ein steter Kampf. Auf der einen Seite der Ala'thraxor, der nicht verstand, was er da vernahm – auf der anderen Seite Eindrücke aus dem Lied, von der Unmutter geschaffen und für jeden Lethar eine Qual.
Es waren nur Bruchstücke, kleine Nuancen, die sich in seinen Geist stahlen – doch sie reichten aus und führten zu der Verwirrtheit.
Seine Qualen waren unverstellbar und so geschah es, dass er oft sich zurückziehen musste und die Ruhe suchte. Sein Körper würde auf Dauer diese Belastung nicht mittragen, sein Geist ebenfalls nicht.
Er schlief..
Ruckartig öffnete er die Augen – da war wieder dieser Schmerz. Ein Aufblitzen in seinem Geist, wie tausend Nadeln, die auf eine Stelle einprasselten. Der Blick verschwommen, die Sicht durch die Melodie der Unmutter genommen, zog er die stinkende Luft in die Lungen ein. Früher war ihm der Geruch des Axorns angenehm erschienen, jetzt fiel ihm sogar das Atmen schwer. Alles stank, fühlte sich unrein und falsch an. Der Schmerz in seinem Kopf ließ ihn stöhnend zurückfallen. Er versuchte seine Gedanken zu ordnen, diese Erfahrung einzuschätzen und einzuordnen. Immer wieder jedoch dröhnte die eklige Melodie hinein und ein Ruck durchlief seinen Körper – der Ekel schwellte in seinem Magen an und unter lautem Würgen erbrach er wieder. So geschah es nun fast jede Nacht...
Eine weitere Nacht kam. Er schloss die Augen.
Bilder, so fluechtig wie wechselthaft, gelangten vor sein inneres Auge. Es waren seltsame Eindrücke. Er sah sich und seine Geschwister, doch als er die Hand nach ihnen ausstrecken wollte, verblaßten sie und plötzlich trat ein gleissender Lichtschein an ihre Stelle und überschwemmte ihn, alles um ihn herum war in das Licht getränkt. Von der Helligkeit geblendet, taumelte er. Er wußte nicht wohin er den nächsten Schritt setzen sollte – er fand keine Struktur mehr – nur noch unsagbare Helligkeit umhüllte ihn...
Er riß die Augen auf. Die Miene zu einer schmerzverzogenem Fratze entstellt. Der Körper schweißgebadet und wie ausgelaunt – als hätte er mehrere Wochen ohne Essen und Trinken vebracht. Panisch flackerter sein Blick und allmählich erst traten die Umrisse der heimatlichen, bekannten Umgebung seiner Höhle und dem Lebensraum der Letharen in den Vordergrund. Fast hatte er den Eindruck als würde die Struktur, die er erblickte noch aus etwas anderem bestehen, als er mit bloßen Auge erkannte.
Neuerlicher Schmerz in seinem Kopf ließ ihn zusammenfahren und er presste gequaelt die Hände an seine Stirn. Die Augenlieder zusammengekniffen. Doch ein Beobachter hätte wohl seinen eigenen Augen nicht getraut, denn über die nachtschimmernde blaue Haut stahlen sich Tränen herunter. Ein Ala'thraxor der weinte.
Verkrampft wie ein Embryo, dass der schützenden Hülle der Gebärmutter beraubt wurde, lag er danieder und die Schreie, die seine Kehle verließen, wären wohl jedem gestandenen Mann ins Mark gefahren – es müssen unvorstellbare Schmerzen gewesen sein.
Ein neuerlicher Schmerz durchborhte seine Lunge. Er hatte das Gefühl als würde er ersticken. "Wo war er?" "Welcher unheilvolle Ort ist dies?" - noch konnte er ein paar Gedanken fassen und aufrecht erhalten. Da trommelte es aber auch schon wieder von allen Seiten auf ihn nieder. Er hatte kein Gefühl mehr für Oben und Unten, für Rechts und Links. Wie lange dieser Zustand anhielt, das vermochte er nicht zu sagen. Es fühlte sich wie Stunden, Tage oder Wochen an.
"Ich werde sterben, in dem Bewußtstein das nichts nachfolgen wird."
So dachte er – doch dies hier war anders. War es sein Tod? Hatte er versagt und der Vater würde ihn in einen Abgrund stoßen ohne Wiederkehr, bis zum Ende aller Zeit mit furchtbaren Qualen gepeinigt?
Die Qualen namen zu, als ein neuerlicher Schmerz ausgelöst durch die Klänge seinen Körper an eine Art epilleptischen Anfall brachte. Seine Glieder zuckten, ja sein gesamter Körper windete und krümmmte sich.
Wieder schien es ihm, als lege sich ein Netz voller Schmerzen um seinen Geist, wollte ihn festhalten und bis in alle Ewigkeit fesseln. Undurchdringbar schien es, der Klang dessen eine ständige Qual. Er verirrte sich in diesem Netz aus dissonanten Klängen.
Kein Ausweg schien es zu geben. Immer wieder nahmen die Töne zu, und schlugen ihn förmlich nieder. Wie eine Puppe in einem Orkan, die durch die Urkräfte herumgeschleudert wurde.
Es kam ihm vor wie ein Käfig, diese Melodie, und sie sperrte ihn ein. Mit seinem ganzen Wille versuchte er dagegen anzukämpfen, doch wann immer er durch eine kleine Lücke zu schlüpfen schien, traten weitere Hindernisse an ihre Stelle. Es war ein zehrender Kampf und er verlor alsbald wieder die Orientierung. Er hatte kein Gefühl mehr für Zeit und Raum. Er spürte, wie er erliegen würde, den Kampf verlieren würde – gefangen im Klang der Unmutter, eingesperrt und auf alle Ewigkeit verloren...
Plötzlich vernahm er ein leises Schnurren – es wirkte wie eine junger Panther, so sanft und so verführerisch melodisch, dass er es nicht hätte überhören können - auch wenn es um ihn herum bizarr und qualvoll tobte. Sehnsüchtig klammerte er sich an diesen Strohlhalm, gab er ihm doch einen Moment der Ruhe und die quälenden Laute traten in den Hintergrund.
Da erkannte er... er richtet all seine Konzentration auf die Stimme, und allmaehlich verblaßten die unwirklichen Klänge mehr und mehr. Nur noch die Stimme des Panthers war vordergründig, es war wie ein Fixpunkt, an dem er sich orientieren konnte – draußen tobte der Sturm, doch er fühlte sich wieder heimisch...
Er starrte auf die grüne Flamme. So verlockend war ihr Anblick, dass er sich nicht losreißen konnte. Plötzlich drang etwas an seinen Geist – nicht wie damals, als er mit seinen Geschwistern hier war und das Relikt ihn zu sich rief. Dort verfielen sie alle in eine Art Trance und in Gedanken durchschritten sie die düstere Welt der Letharen. Getrieben von Willen des Vaters, über jeden Widerstand hinweg – selbst den eigenen Tod inkauf nehmend – nur IHM zu dienen.
Es war schon eine Weile her, dass er hier gewesen ist. Die Verschmelzung der Seele mit dem Geisterpanther hatte ihn unbekannte Kräfte gelehrt. Er spürte, dass dort noch mehr war, als nur das Offensichtliche. Die Kraft, die er in sich trug war nicht nur seine eigene, oftmals kam es ihm vor, dass eine andere Hand ihn leitete, durch die Verirrungen dessen, was er glaubte zu vernehmen. Auf ihn wirkte es obskur, bizarr und alles verschlingend war die Stimme – unvorstellbar schmerzhaft - und er hatte das Gefühl als würde er dem Wahnsinn anheim fallen. Es fühlte sich an, als ob jemand tagtäglich durch feine Ritzen in den Geist hinein dringen würde und überall kleine Punkte eines unvorstellbaren Wahnsinns einplfanzen würde.
Hätte man den Geist des Letharen einmal genauer untersucht, käme es einem vor wie ein Schweizer Käse – durchlöchert von den Einflüssen.
So kam es, dass er oft und plötzlich wie apathisch wirkte. Seine Konzentration schwächelte, denn die Töne, die er vernahm, forderten all seine Kraft auf – aeußerlich hatte er seit langem bereits gelernt, Schmerzen und Qualen nicht erkennbar werden zu lassen – doch innerlich tobte ein steter Kampf. Auf der einen Seite der Ala'thraxor, der nicht verstand, was er da vernahm – auf der anderen Seite Eindrücke aus dem Lied, von der Unmutter geschaffen und für jeden Lethar eine Qual.
Es waren nur Bruchstücke, kleine Nuancen, die sich in seinen Geist stahlen – doch sie reichten aus und führten zu der Verwirrtheit.
Seine Qualen waren unverstellbar und so geschah es, dass er oft sich zurückziehen musste und die Ruhe suchte. Sein Körper würde auf Dauer diese Belastung nicht mittragen, sein Geist ebenfalls nicht.
Er schlief..
Ruckartig öffnete er die Augen – da war wieder dieser Schmerz. Ein Aufblitzen in seinem Geist, wie tausend Nadeln, die auf eine Stelle einprasselten. Der Blick verschwommen, die Sicht durch die Melodie der Unmutter genommen, zog er die stinkende Luft in die Lungen ein. Früher war ihm der Geruch des Axorns angenehm erschienen, jetzt fiel ihm sogar das Atmen schwer. Alles stank, fühlte sich unrein und falsch an. Der Schmerz in seinem Kopf ließ ihn stöhnend zurückfallen. Er versuchte seine Gedanken zu ordnen, diese Erfahrung einzuschätzen und einzuordnen. Immer wieder jedoch dröhnte die eklige Melodie hinein und ein Ruck durchlief seinen Körper – der Ekel schwellte in seinem Magen an und unter lautem Würgen erbrach er wieder. So geschah es nun fast jede Nacht...
Eine weitere Nacht kam. Er schloss die Augen.
Bilder, so fluechtig wie wechselthaft, gelangten vor sein inneres Auge. Es waren seltsame Eindrücke. Er sah sich und seine Geschwister, doch als er die Hand nach ihnen ausstrecken wollte, verblaßten sie und plötzlich trat ein gleissender Lichtschein an ihre Stelle und überschwemmte ihn, alles um ihn herum war in das Licht getränkt. Von der Helligkeit geblendet, taumelte er. Er wußte nicht wohin er den nächsten Schritt setzen sollte – er fand keine Struktur mehr – nur noch unsagbare Helligkeit umhüllte ihn...
Er riß die Augen auf. Die Miene zu einer schmerzverzogenem Fratze entstellt. Der Körper schweißgebadet und wie ausgelaunt – als hätte er mehrere Wochen ohne Essen und Trinken vebracht. Panisch flackerter sein Blick und allmählich erst traten die Umrisse der heimatlichen, bekannten Umgebung seiner Höhle und dem Lebensraum der Letharen in den Vordergrund. Fast hatte er den Eindruck als würde die Struktur, die er erblickte noch aus etwas anderem bestehen, als er mit bloßen Auge erkannte.
Neuerlicher Schmerz in seinem Kopf ließ ihn zusammenfahren und er presste gequaelt die Hände an seine Stirn. Die Augenlieder zusammengekniffen. Doch ein Beobachter hätte wohl seinen eigenen Augen nicht getraut, denn über die nachtschimmernde blaue Haut stahlen sich Tränen herunter. Ein Ala'thraxor der weinte.
Verkrampft wie ein Embryo, dass der schützenden Hülle der Gebärmutter beraubt wurde, lag er danieder und die Schreie, die seine Kehle verließen, wären wohl jedem gestandenen Mann ins Mark gefahren – es müssen unvorstellbare Schmerzen gewesen sein.
Ein neuerlicher Schmerz durchborhte seine Lunge. Er hatte das Gefühl als würde er ersticken. "Wo war er?" "Welcher unheilvolle Ort ist dies?" - noch konnte er ein paar Gedanken fassen und aufrecht erhalten. Da trommelte es aber auch schon wieder von allen Seiten auf ihn nieder. Er hatte kein Gefühl mehr für Oben und Unten, für Rechts und Links. Wie lange dieser Zustand anhielt, das vermochte er nicht zu sagen. Es fühlte sich wie Stunden, Tage oder Wochen an.
"Ich werde sterben, in dem Bewußtstein das nichts nachfolgen wird."
So dachte er – doch dies hier war anders. War es sein Tod? Hatte er versagt und der Vater würde ihn in einen Abgrund stoßen ohne Wiederkehr, bis zum Ende aller Zeit mit furchtbaren Qualen gepeinigt?
Die Qualen namen zu, als ein neuerlicher Schmerz ausgelöst durch die Klänge seinen Körper an eine Art epilleptischen Anfall brachte. Seine Glieder zuckten, ja sein gesamter Körper windete und krümmmte sich.
Wieder schien es ihm, als lege sich ein Netz voller Schmerzen um seinen Geist, wollte ihn festhalten und bis in alle Ewigkeit fesseln. Undurchdringbar schien es, der Klang dessen eine ständige Qual. Er verirrte sich in diesem Netz aus dissonanten Klängen.
Kein Ausweg schien es zu geben. Immer wieder nahmen die Töne zu, und schlugen ihn förmlich nieder. Wie eine Puppe in einem Orkan, die durch die Urkräfte herumgeschleudert wurde.
Es kam ihm vor wie ein Käfig, diese Melodie, und sie sperrte ihn ein. Mit seinem ganzen Wille versuchte er dagegen anzukämpfen, doch wann immer er durch eine kleine Lücke zu schlüpfen schien, traten weitere Hindernisse an ihre Stelle. Es war ein zehrender Kampf und er verlor alsbald wieder die Orientierung. Er hatte kein Gefühl mehr für Zeit und Raum. Er spürte, wie er erliegen würde, den Kampf verlieren würde – gefangen im Klang der Unmutter, eingesperrt und auf alle Ewigkeit verloren...
Plötzlich vernahm er ein leises Schnurren – es wirkte wie eine junger Panther, so sanft und so verführerisch melodisch, dass er es nicht hätte überhören können - auch wenn es um ihn herum bizarr und qualvoll tobte. Sehnsüchtig klammerte er sich an diesen Strohlhalm, gab er ihm doch einen Moment der Ruhe und die quälenden Laute traten in den Hintergrund.
Da erkannte er... er richtet all seine Konzentration auf die Stimme, und allmaehlich verblaßten die unwirklichen Klänge mehr und mehr. Nur noch die Stimme des Panthers war vordergründig, es war wie ein Fixpunkt, an dem er sich orientieren konnte – draußen tobte der Sturm, doch er fühlte sich wieder heimisch...
Zuletzt geändert von Yxul'lerlatox am Dienstag 9. April 2013, 03:02, insgesamt 2-mal geändert.
Relata refero ist immer besonders kritisch zu prüfen.
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Yxul'lerlatox
- Beiträge: 119
- Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42
Dann wird die Seele des armseligen Geschöpfes hinfort gerissen und für Augenblicke in die Sphären Alatars geschleudert. Nur der ehrfürchtigste und zugleich fanatischste Kämpfer der Letharen vermag diese Durchleuchtung und Umkrempelung seiner Selbst zu überstehen. Bewährt er sich, geht seine Seele eine Bindung mit den Geisterpanthern Alatars ein. Durch diesen unheiligen Pakt wird der künftige Ala’thraxor gezwungen, den letzten Funken seiner menschlichen und elfischen Erben aufzugeben.
Dort lagen sie, die Waffen des Ala'thraxors im dunklen grünen Schimmer. Alatars Zorn und Giftklaue. Er hatte sie lange nicht benutzt - sehr lange nicht.
Mit fast etwas zu versonnenem Ausdruck betrachtet er sie. Wäre es einem Beobachter gelungen einen Blick auf die Fratze zu werfen, die die Waffen anstarrte, so hätte er nur von Schrecken, Grausamkeit und Wahnsinn berichten können. Das eigentliche Gesicht des Ala'thraxors war nur noch ein Fragment dessen, was man noch gemeinhin als letharisches Gesicht beschreiben könnte.
Nie wird er jedoch die rasende Gier nach dem Blut der Feinde Alatars unterdrücken können. Ein Umstand, der dem Ala’thraxor viel vom berechnenden Kalkül seiner Waffenbrüder nimmt und ihn zwingt, an der Oberfläche, insbesondere in Rahal, in einer Art Maskerade zu leben.
Er hatte sich perfektioniert, stets die Maskerade gewahrt, an unzähligen Gegebenheiten, an denen er dem Drang nicht nach gegeben hatte seine Waffen in die Leiber derjenigen zu treiben, die ihm im Weg waren. Sein ganzes Wesen war darauf aus Zerstörung und Vernichtung zu bringen. Sein Geist formte Ketten, noch hielten sie. Doch er spürte, dass der innerliche Antrieb anschwoll und bereits die ersten Glieder der Kette Brüche erlitten. Die Mine des Ala'thraxors verdunkelte sich als er nach den Waffen griff. Lange hatte er sie nicht angerührt, wahrscheinlich zu lange.
Ein kümmerliches Dasein:
..."der Alatar lobpreist und ihn bittet die Seele des Lethrixors zu verschlingen, nach seinem Ermessen wiederzugeben oder für immer zu vernichten."...
..."wird er fortan den anhaltenden Willen des Panthers spüren, die Kontrolle über den geteilten Körper zu übernehmen und dagegen ankämpfen müssen."...
Irgendwo tief im Axorn lag es danieder. Schon seit etlichen Tagen. Nicht das Beben war die Ursache für dessen Lage, denn da die Verbindung vollends erst nicht spürbar war, war es viel zu schwach. Der Organismus war seit Jahrzehnten schon abgehärtet und ein Mensch hätte vermutlich nicht überlebt. Dieser Organismus lebte, gerade so. Doch es bestand keine Kontrolle über Körper und Geist. Es war nur ein dahinvegetieren. Es nahm nichts mehr wahr, zumindest nicht dass, was sich für andere vielleicht als Realität darstellte. Es lag und vegetierte vor sich hin, denn es war nur eine Hülle. Ihre einzige Existenz war die umgekrempelte Seele aufzunehmen und wirken zu lassen.
Es wußte nichts mehr. Es wollte nichts wissen. Es konnte nichts wissen.
Die andere Seite steuert es auch nicht, ganz offensichtlich war sie nicht gewillt und versagte der Hülle den Zugang...
"Der seidene Faden, an dem die Verbindung noch baumelte, kurz vor dem Riss, wurde umwoben, um eine weitere Faser verdickt, so dass sie spürbar war, aber noch lange nicht erneuert.
Ein tragischer Held:
"Ihr vom Rücken zum Bauch hin abgeplatteter Körper ist in neun Glieder geteilt. Sie besitzen sowohl Lungen wie auch Kiemenanhänge, können allerdings nicht schwimmen. Mit ihren sieben Beinpaaren krabbeln sie auf glatten Oberflächen herum und widerstehen starker Strömung. Das Weibchen legt bis zu 100 Eier in einen Brutsack, und nach einigen Wochen schlüpft der Nachwuchs, der rasch wächst. Trocknen die Tümpel, Pfützen oder Bäche aus, gräbt sich die Assel in den Schlamm ein und kann dort sogar monatelange Frostphasen überleben."
Wir wissen nicht, wie genau es kam, dass neben der Hülle etliche Eier schlüpften und die kleinen Asseln über den scheinbar leblosen Körper wanderten. Es war wohl dem Zufall geschuldet, einer schicksalshaften Fügung, dass einige davon in den leicht geöffneten Mund der Hülle plumpsten...
Blickwinkel:
Die Hülle stand in typischer, strammer und diszplinierter Haltung. Das war der Anblick, den man kannte. Nichts sonderlich Auffälliges, so man ihn gewöhnt war. Innerlich war er zerstört und zerfetzt, das Schicksal seines Wesens.
Doch die Macht, die damit kam war eine trügerische. Einige Jahre hatte er davon gezehrt, mächtig und schlagkräftig hatte sie ihn werden lassen. Doch allmählich schien das verzehrende seiner Art seine Glieder langsamer werden zu lassen. Es war wie ein Tropf aus dem langsam aber stetig der Inhalt schwand und mit jedem einzelnen Tropfen, der versiegte, verlor sich auch die Kraft.
Stillstand. Er haßte es. Die letzten Monde hatte er nur mit Stillstand verbracht, er mißte die Zeiten des Schlachtens. Es war das bestimmende Wesen, die Vernichtung in die Welt zu bringen. Gänzlich.
Dort lagen sie, die Waffen des Ala'thraxors im dunklen grünen Schimmer. Alatars Zorn und Giftklaue. Er hatte sie lange nicht benutzt - sehr lange nicht.
Mit fast etwas zu versonnenem Ausdruck betrachtet er sie. Wäre es einem Beobachter gelungen einen Blick auf die Fratze zu werfen, die die Waffen anstarrte, so hätte er nur von Schrecken, Grausamkeit und Wahnsinn berichten können. Das eigentliche Gesicht des Ala'thraxors war nur noch ein Fragment dessen, was man noch gemeinhin als letharisches Gesicht beschreiben könnte.
Nie wird er jedoch die rasende Gier nach dem Blut der Feinde Alatars unterdrücken können. Ein Umstand, der dem Ala’thraxor viel vom berechnenden Kalkül seiner Waffenbrüder nimmt und ihn zwingt, an der Oberfläche, insbesondere in Rahal, in einer Art Maskerade zu leben.
Er hatte sich perfektioniert, stets die Maskerade gewahrt, an unzähligen Gegebenheiten, an denen er dem Drang nicht nach gegeben hatte seine Waffen in die Leiber derjenigen zu treiben, die ihm im Weg waren. Sein ganzes Wesen war darauf aus Zerstörung und Vernichtung zu bringen. Sein Geist formte Ketten, noch hielten sie. Doch er spürte, dass der innerliche Antrieb anschwoll und bereits die ersten Glieder der Kette Brüche erlitten. Die Mine des Ala'thraxors verdunkelte sich als er nach den Waffen griff. Lange hatte er sie nicht angerührt, wahrscheinlich zu lange.
Ein kümmerliches Dasein:
..."der Alatar lobpreist und ihn bittet die Seele des Lethrixors zu verschlingen, nach seinem Ermessen wiederzugeben oder für immer zu vernichten."...
..."wird er fortan den anhaltenden Willen des Panthers spüren, die Kontrolle über den geteilten Körper zu übernehmen und dagegen ankämpfen müssen."...
Irgendwo tief im Axorn lag es danieder. Schon seit etlichen Tagen. Nicht das Beben war die Ursache für dessen Lage, denn da die Verbindung vollends erst nicht spürbar war, war es viel zu schwach. Der Organismus war seit Jahrzehnten schon abgehärtet und ein Mensch hätte vermutlich nicht überlebt. Dieser Organismus lebte, gerade so. Doch es bestand keine Kontrolle über Körper und Geist. Es war nur ein dahinvegetieren. Es nahm nichts mehr wahr, zumindest nicht dass, was sich für andere vielleicht als Realität darstellte. Es lag und vegetierte vor sich hin, denn es war nur eine Hülle. Ihre einzige Existenz war die umgekrempelte Seele aufzunehmen und wirken zu lassen.
Es wußte nichts mehr. Es wollte nichts wissen. Es konnte nichts wissen.
Die andere Seite steuert es auch nicht, ganz offensichtlich war sie nicht gewillt und versagte der Hülle den Zugang...
"Der seidene Faden, an dem die Verbindung noch baumelte, kurz vor dem Riss, wurde umwoben, um eine weitere Faser verdickt, so dass sie spürbar war, aber noch lange nicht erneuert.
Ein tragischer Held:
"Ihr vom Rücken zum Bauch hin abgeplatteter Körper ist in neun Glieder geteilt. Sie besitzen sowohl Lungen wie auch Kiemenanhänge, können allerdings nicht schwimmen. Mit ihren sieben Beinpaaren krabbeln sie auf glatten Oberflächen herum und widerstehen starker Strömung. Das Weibchen legt bis zu 100 Eier in einen Brutsack, und nach einigen Wochen schlüpft der Nachwuchs, der rasch wächst. Trocknen die Tümpel, Pfützen oder Bäche aus, gräbt sich die Assel in den Schlamm ein und kann dort sogar monatelange Frostphasen überleben."
Wir wissen nicht, wie genau es kam, dass neben der Hülle etliche Eier schlüpften und die kleinen Asseln über den scheinbar leblosen Körper wanderten. Es war wohl dem Zufall geschuldet, einer schicksalshaften Fügung, dass einige davon in den leicht geöffneten Mund der Hülle plumpsten...
Blickwinkel:
Die Hülle stand in typischer, strammer und diszplinierter Haltung. Das war der Anblick, den man kannte. Nichts sonderlich Auffälliges, so man ihn gewöhnt war. Innerlich war er zerstört und zerfetzt, das Schicksal seines Wesens.
Doch die Macht, die damit kam war eine trügerische. Einige Jahre hatte er davon gezehrt, mächtig und schlagkräftig hatte sie ihn werden lassen. Doch allmählich schien das verzehrende seiner Art seine Glieder langsamer werden zu lassen. Es war wie ein Tropf aus dem langsam aber stetig der Inhalt schwand und mit jedem einzelnen Tropfen, der versiegte, verlor sich auch die Kraft.
Stillstand. Er haßte es. Die letzten Monde hatte er nur mit Stillstand verbracht, er mißte die Zeiten des Schlachtens. Es war das bestimmende Wesen, die Vernichtung in die Welt zu bringen. Gänzlich.
Relata refero ist immer besonders kritisch zu prüfen.