Mors ultima linea rerum est

Antworten
Kelzon Tinen

Mors ultima linea rerum est

Beitrag von Kelzon Tinen »

Der letzte Gang im Leben ist doch immer der in das kalte Grab hinhab gelassen zu werden. Vor sich hin zu faulen und einen Grabstein zu besitzen, den die Trauernden besuchen konnten. Die Blumen die auf das Grab gebettet werden und die Tränen die auf die kalte Erde tropften. Nicht so für Kelzon, nein er wollte soetwas niemals haben.
Der Diener Krathors hatte genug geopfert, genug getan für seinen Seelenfrieden und er wollte sterben um seinen Platz bei Krathor einzunehmen.
Heute war dieser Tag an dem jenes geschehen sollte, doch seiner Erfüllung würde er alleine gehen in aller Heimlichkeit, keinen seiner Glaubensbrüder wollte er dabei haben.

Kelzon stapfte durch den Schnee gen Varuna, er zitterte am ganzen Leib vor Kälte. Doch er genoss den letzten Gang in seinem Leben. Er ließ alles nochmal Revue passieren und konnte sich eingestehen, dass er seinem Herr und Meister Krathor immer gut gedient hatte. Stehts unter seinem Willen hatte er gehandelt und getötet, ja so vielen hatte er die Seele aus dem Leib gerissen und sie geopfert, doch nun würde es Enden und seine Seele würde den rechtmäßigen Platz an seiner Seite einnehmen. Dem barbarischen Spiel der anderen Götter würde er entfliehen und keine Reinkarnation erfahren, nein seine Seele würde mit seinem Tode frei sein für immer!
Kurz vor Varuna hielt er kurz inne und ging in die Hocke und nahm etwas Schnee in die Hand. Er wunderte sich denn seine Sinne waren aufs äußerste geschärft, wohl weil das Adrenalin und die Angst vor dem Tod durch ihn hindurchpulsierten. Doch er vergrub seine Angst tief in seinem Geist, wo so manches vergraben lag, was nicht an die Oberfläche durfte.
Der Schnee schmolz recht schnell in seiner Hand und er spähte in den Himmel, es war fast Mitternacht und die Sterne funkelten heller denn je und der Mond schien nur für ihn hell am Himmel zu leuchten. Es zauberte ein lächeln auf sein Gesicht. Es gab auch einige Dinge die gut am Leben waren, aber letzendlich ist das Reich der Toten tausendmal größer als das Reich der Lebenden und nur einer kann als Sieger vom Platz des Krieges gehen. Als er weiter ging hörte er schon wie die Untoten ihn genüsslich erwarteten und ihre Ober- und Unterkiefer klappern ließen. Er hatte seine Robe und jegliche Utensilien die ihn als Diener seines Herren auswiesen abgelegt und er bat seinen Gott darum zu verbergen was er war, damit die Untoten ihn angriffen. So kam es auch.
Einige Skelette kamen auf ihn zu, hier und da ein verfaulter Zombie dazwischen. Er blieb ganz ruihg als sie näher kamen und direkt auf ihn zuhielten. Er streckte seine Arme aus und blickte gen Boden. "Nimm mich in dein Reich mein Meister, nur du darfst mein Richter sein, nur du wirst meine Seele bekommen und dann werde ich endlich frei sein!" sagte er theatralisch und schon stürzten sich die ersten Knochenhände auf ihn und begannen ihn bei Lebendigem Leib zu zereissen. Kein Geräusch verließ seine Lippen, als die unerträglichen Schmerzen seinen Körper durchzuckten. Ein letztes amüsiertes glucksen erklang, dann als Arme abgerissen, der Kopf zertrümmert ward und das Blut umherspritzte verstummte das glucksen und man hörte nur noch das fressende Geräusch der Untoten, die sich wohl an seinem Fleisch labten, wobei die Skelette dabei recht seltsam aussahen, als alles wieder zu Boden fiel was sie in ihren gierigen Schlund steckten, aber so hatten sie wenigstens etwas zu tun, bis das Fleisch vollständig verfault war und das würde bei der Kälte wohl einige Zeit in Anspruch nehmen. Dennoch würde ihn niemand erkennen können, nur noch Haut und Fleischfetzen waren von ihm übrig.
In der Grabkammer hing noch sein Robe aufgespiest von einem rostigen Dolch, das war das einzige was wohl noch an ihn erinnern würde. Sein Tagebuch das er im Bauchraum eines Zombies aufbewahrte hatte er verbrannt und jegliche Sachen die ihm gehörten ebenso.
Zuletzt geändert von Kelzon Tinen am Dienstag 17. Januar 2012, 22:53, insgesamt 1-mal geändert.
Antworten