Der letzte Schritt

Antworten
Nilas von Weidenheim

Der letzte Schritt

Beitrag von Nilas von Weidenheim »

Die letzten Monde in welchen er wieder in der Nähe Alatars verbachte, hinterließen ihre Spuren. Der viel zu sehr gealterte Körper kam wieder zu Kräften, auch seine Verbindung zu seinem Herrn wurde wieder stärker und mehr und mehr Macht konnte er wieder sein eigen nennen.
Doch irgendetwas war anders, irgendetwas störte den einst so Fanatischen Clericus. Sein Herz war unruhig, und seine Gedanken konnten selten etwas länger Fassen und sprangen oft ebenso Unruhig hin und her.
Er fing an vieles zu hinterfragen und mit andren Augen zu sehen. Es zog ihn immer mehr in das Land hinaus, immer mehr Pergamente von nicht gläubigen Verfassern, nannte er sein eigen. Und immer weiter Rückten einst fixe Dogmen in den Hintergrund.

Der Alte Clericus fing an sich von seinem Herrn zu entfremden, und dies blieb dem Allwissendem Gott nicht Verborgen. Der nutzen den der einst so Stolze und Starke Mann für ihn hatte nahm mit jedem Schritt den dieser unternahm immer mehr ab. So kam es dass die Neugier des Clericus ihn in den Schrein der Geistlichkeit in der Nähe von Düsternsee führte. Er kannte dieses Ort, ist ihm aber immer mit Abstand und Abscheu begegnet. Dieses Mal war es Anders, Neugierig öffnete er die Türen und Trat in den Schrein hinein. Die Wärme welchem ihm dabei begegnete hatte er so noch nie zuvor gespürt und so verblieb er einige Zeit in dem Raum und ließ die Eindrücke auf sich wirken.

Die Gedanken wurden nüchtern, und der Clericus empfand nunmehr Akzeptanz für den einst so Verhassten und Unmenschlichen Glauben, der Menschen die ihm Namen Eluives oder Temora durch seine Waffe starben. Er konnte sie nunmehr verstehen, so wie er folgten sie einem Ideal, welches wohl auch wie das seine, seine Berechtigung hatte.
Als Mann zwischen den zwei Stühlen des Glaubens sollte er den Schrein verlassen, doch hatte Alatar den Werdegang seines Schützlinges nicht blind ignoriert, und so empfang er seinen Diener bei seinem ersten Schritt zurück auf dem Geheiligten Boden des Alatarischen Reiches.

Wie ein Dorn bohrte sich die Strafe Alatars durch die Ferse, setzte ihren Weg durch das Bein und die Hüfte fort, bis sie das Herz erreichte und dieses von dem reinen Hass Zerreisen ließ. Solche Schmerzen hatte der Clericus in seinem ganzen Leben noch nie gespürt und doch waren sie erlösend wie nichts anderes auf dieser Welt. Er hatte sein Leben und seinen Körper Alatar geschenkt und verschrieben, und so war es nur Rechtens, dass sich dieser holte was ihm Zustande, bevor der Wankende Geist des Menschens es zerstören konnte.
Mit einem erlösenden Lächeln auf den Lippen sank der Clericus in seiner Kutte, neben dem Grenzstein zusammen und verließ die Menschliche Hülle mit der Gewissheit dass er sein Leben nach dem einzig wahren Glauben gestaltet hatte.
Antworten