Ohren gespitzt ~ Die Zeit der Elfen

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Un´ariel Thoron´veylis

Ohren gespitzt ~ Die Zeit der Elfen

Beitrag von Un´ariel Thoron´veylis »

Nur das Glück kennt die Zeit nicht,
der Augenblick kennt kein Gut und Schlecht.
Und da, wo deine Füße sind,
beginnt die Wende der Zeit …
(Bosse, „Wende der Zeit“)




Im Ratssaal des Palasts in Ered Luin …

… saß die Elfe fast völlig unbewegt, eine Weile lang durchbrach nur ein kurzes Blinzeln das wie in Marmor gemeißelte Bild. Sie ließ den Blick durch den stillen Raum mit seiner hohen Decke schweifen, über leere Sitzplätze. Sonnenlicht flimmerte durch hohe, schmale Fenster in den Saal und ließ kleine Partikel leuchtend in der Luft tanzen.
Unvermittelt stützte sie sich mithilfe einer goldenhäutigen Hand von ihrem Platz auf und griff nach ihrem Umhang von der Lehne des Steinstuhls, eines von eineinhalb Dutzend der massiven Möbelstücke, die schon seit sie zurückdenken konnte diesem Beratungssaal eine ehrwürdige Atmosphäre aufprägten. Sie warf ihn sich um die Schultern und der Saum folgte ihr raschelnd beim Gang in Richtung Palasteingang.

Unzeremoniell war sie auf diesem Platz … dem eines Mitglieds im Hohen Rat der Eledhrim … gelandet, hatte die Nachfolge ihrer Lehrmeisterin Nihal angetreten. So viele, schoss ihr der Gedanke mit einem Nachklang von Betrübnis durch den Kopf, hatten die Lande verlassen - die Schiffe landeten immer seltener, um gwedyr und gwethil an die Gestade Gerimors zu tragen. Wieder und wieder nahmen sie Brüder und Schwestern vom Volke der Eledhrim mit sich fort und hinterließen Stille, wo Gesang sein sollte, noch seltener beschrittene Pfade, wo Abdrücke leichter Schritte im Sand vereinsamten - und unvollendete Aufgaben. Es war Zeit, dieses Blatt zu wenden.



Die Brücke über den Bach durch das blaue Tal …

… überquerte die Elfe federnden Schritten, als eine Gestalt ein Stück weiter aufwärts am Wasserlauf ihre Aufmerksamkeit auf sich zog. Langsam näherte sie sich dem Elfen, während die Erscheinung bereits von Weitem einer abschätzenden Musterung unterzogen wurde. Sie stellte sich neben ihm am Ufer auf, zunächst abwartend.
„Willkommen zurück, gwador.“

„Ist deine Klinge scharf?“, fragte sie nach einiger Weile, in der sie nur ruhig nebeneinander gestanden hatten.
„Das ist sie, gwathel, ich habe mich darum gekümmert“, erwiderte der Elf.
„So werde ich es auf die Probe stellen, und wisse zu schätzen … dass ich dies nicht gwador Nevalkar zu tun überlasse.“
Zuletzt geändert von Un´ariel Thoron´veylis am Mittwoch 23. November 2011, 20:20, insgesamt 3-mal geändert.
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