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Es war kalt in der Hütte. Prasselnd fiel Regen auf das undichte Dach und von dort dicke Regentropfen in dafür eigens aufgestellte alte Holzeimer. An der hinteren Wand lagen einige flickenbesetzte, dunkle Decken auf schmutzigen Boden. Ein kleines dunkelhaariges Mädchen hatte sich ihn ihnen eingewickelt. Unter fransigen Haaren blickte sie zu einem Mann, der auf einem Holzschemel am Tisch sass und ein Bier mit beiden Händen umschloss. Ungewaschene Haare hingen ihm über die Ohren. Sein Gesicht, eigentlich noch recht jung, war von einem stoppeligen Bart umwuchert. Er starrte auf seine Hände und verharrte fast regungslos. Neben dem Tisch stand ein altes, nur spärlich befülltes Regal. Ihm gegenüber befand sich eine notdürftige Feuerstelle, die im Winter ein wenig Wärme spendete. Die Hütte hatte nur an der Frontseite zwei Fenster, die eine in rostigen Angeln hängende Tür einrahmten. Ungeputzt gaben die Fenster den Blick auf ein nah gegenüberstehendes Gebäude frei. Das Hafenviertel in dem sie lebten, war an einigen Stellen so eng bebaut, dass kaum zwei Personen nebeneinander durch die Gassen treten konnten. Es war laut, dreckig und der Gestank von Verzweiflung, Alkohol und Armut kroch durch die Strassen. Durch die Spalten und Ritzen der Wände der drangen die üblichen Geräusche des Viertels in die kleine Hütte. Irgendwo kläffte ein Hund und ein Kind weinte.
Thanaya beobachtete den Mann der da sass verhalten. Sie liebte ihn, es war eine schreckliche Liebe, geboren aus der Abhängigkeit von ihm und den freundlichen Worten die er manchmal für sie übrig hatte. Dann fühlte sie sich glücklich und war bereit alles für ihn zu tun. Aber meistens war er grob, besonders wenn eines seiner eingefädeltes Geschäfte wieder mal schieflief. Dann tobte er, schmiess mit Sachen um sich und brüllte sie an. Er fühlte sich als Versager und war überfordert damit ihn und seine kleine Schwester irgendwie durchzubringen. Seine Frustration ertrank er in Alkohol und seine Wut liess er nicht selten an ihr aus. Es war einfach sie für ihr Leben zu beschuldigen, vielleicht wäre er alleine ja besser dran gewesen. Doch die Wahrheit war, dass sie genauso mithalf dass sie überleben konnten, so gut ein 10 jähriges Mädchen das eben vermochte.
Sie bettelte, versuchte am Hafen was mit kleineren Botengängen zu verdienen oder stahl auf dem Markt etwas zu essen. Wenn sie erwischt wurde, dann rannte sie wie ein Wiesel zu den engen und verwinkelten Gassen des Hafenviertels um etwaige Verfolger abhängen zu können. Das Hafenviertel kannte sie gut, es war ihre Heimat, alles was sie kannte und die dortigen Gesetze waren die ihren. Denn an wenig anderem konnte sie sich orientieren.
Thanaya hatte sich mit einem Mädchen angefreundet, das etwas älter war als sie und sich ein wenig um sie kümmerte. Anja war ihr Name. Sie trug meistens ein dunkles Kleid über mehreren hellen Unterröcken, die so gerafft waren, dass ihre Beine gut zum Vorschein kamen. Manchmal wenn Thanaya traurig war, nahm sie sie in den Arm und tröstete sie. "Weine nicht, du darfst niemandem zeigen was du fühlst. Weinen bedeutet nur Schwäche, und Schwäche wird ausgenutzt. Verstehst du das?" Dann strich sie ihr über das Haar.
Oft kamen Männer zu Anja wenn sie auf der Strasse stand. Dann unterhielten sie sich und meistens ging sie mit ihnen fort. Wenn sie dann wiederkam lächelte sie, doch es war kein ehrliches Lächeln. "Zeige niemandem wer du wirklich bist, oder nur Menschen denen du vertraust. Dann hast du immer einen Ort, an dem du dich zurückziehen kannst, einen den dir niemand wegnimmt." Sprach sie dann manchmal.
Am liebsten hatte Thanaya, wenn Anja sie bei der Hand nahm und sie über den Markt schlenderten um Zutaten für Kuchen oder Kekse zu kaufen. Es war ein seltenes Ereignis aber dann war sie so glücklich als hätte sie Geburtstag. In dem grossen Haus in dem Anja mit vielen anderen Mädchen wohnte, buken sie dann Kuchen und Thanaya durfte kräftig mithelfen. In solchen Momenten vergass sie alles um sich herum.
Anja prägte sie und brachte ihr vieles bei. Für Thanaya war sie wie eine grosse Schwester die sie bewunderte.
Sie hatte früh begriffen was Anja eigentlich tat, doch Anja war immer bestrebt Thanaya davon so weit wie möglich fern zu halten. "Du musst dein Geld auf bessere Weise zu verdienen. Niemals darfst du dich verkaufen hörst du? Du wirst daran kaputt gehen." Bleute sie ihr dann immer ein.
Als sie älter wurde, so mit 13 oder 14, muss es gewesen sein, lernte sie 2 Männer kennen, die offenkundig immer genug Geld besassen um sich für die Verhältnisse des Hafenviertels gut kleiden zu können und sich leisten zu können was sie wollten. Dennoch waren sie von hier, gehörten aber keiner der Banden an.
Thanaya bekam mit, das sie wilderten. Sie verstanden es mit Bogen und Fallen umzugehen und verkauften die Felle, Horn, Knochen und das Fleisch der Tiere dann für gutes Geld weiter. Wildern war ein gefährliches unterfangen. Wer erwischt wurde, konnte damit rechnen in Sklaverei zu kommen oder sogar gehängt zu werden, denn das Jagen war einzig und allein dem Adel vorbehalten. Und doch liess sie der Gedanke, und somit vielleicht dem Elend zu entfliehen nicht mehr los. Sicherlich war sie damit nicht die einzige, und was auch richtig war, dass viele erwischt wurden. Vielleicht lag es daran das sie ein Mädchen war, vielleicht erweichte sie irgendwie das Herz der beiden, doch sie bat und bettelte dass sie sie dochmal mitnehmen mögen, versprach aufzupassen, zu lernen und sie nicht zu stören. Zu Anfang jagten sie sie lachend weg. Sie war nur eine kleine abgerissene Hafengöre, lauseverseucht und schwächlich. Doch ihre Ausdauer immer wieder zu ihnen zu kommen und sie zu bitten sie mitzunehmen hatte irgendwann Erfolg. Vielleicht sahen sie wie Ernst es ihr war oder dachten, sie könne doch irgendwie nützlich sein.
Und so zogen sie einen Morgen in aller Frühe los. Die Sonne war noch nicht einmal zu sehen und es war bitterkalt. Der Tau, der auf den Blättern und Gräsern lag, durchnässte ihre Kleider und liess sie noch mehr frieren. Aber Thanaya biss die Zähne aufeinander. Es war ein langer, strammer Fussmarsch bis sie die ersten ausgelegten Fallen erreichten. Stetig suchten beide den Boden nach Spuren ab oder sahen sich um. Dabei erklärten sie ihr fast Flüsternd was sie taten und welchen Sinn es hatte. Sie versuchte jedes einzelne Wort in ihr Gedächtnis zu brennen und ihre Bewegungen nachzuahmen um sich genauso leise durchs Unterholz zu bewegen wie die beiden Naris und Ardan, wie die beiden sich ihr vorgestellt hatten. Als sie die erste Falle endlich erreichten, graute der Himmel langsam auf. Sie war zu ihrem Ärger leer, jedoch zugeschnappt. Also musste sie wieder ausgerichtet werden, was sich Thanaya genau einprägte. "Sowas passiert manchmal..vielleicht war das Tier zu flink, oder sie hatte eine Fehlauslösung." Erklärte Naris. Dann wanderten sie zur nächsten Falle. Ein Kaninchen hatte sich darin verfangen. Ängstlich versuchte es ihr zu entwischen. "Schau genau hin." Mahnte Naris, packte das Kaninchen und drehte ihm den Hals um. Als Thanaya dabei etwas erschrocken keuchte, schlug Ardan ihr gegen den Hinterkopf und hob einen Finger. "Kein Mitleid, so ist das eben." Zischte er. Die Falle wurde neu gelegt und dann zogen sie weiter zu einem kleinen Waldsee. Die Sonne war mittlerweile aufgegangen und der Morgen leuchtete golden und strahlend über das Wasser. "Hier musst du besonders vorsichtig sein. Die Adligen kommen manchmal hier her. Aber wenn die Tiere hier trinken, kann man sie gut schiessen." Erklärte Adran. Sie suchten sich eine vom Wind abgewandte Seite und legten sich auf die Lauer, wobei einer von beiden Wache hielt. Der andere nahm einen Bogen vom Rücken, legte einen Pfeil auf und wartete geduldig. Thanaya, die das Kaninchen zu tragen hatte, war hundemüde, die Kälte der Nacht verliess nur langsam ihren Leib und sie verspürte Hunger. Fast war es eine Qual nur so dazuliegen, sich nicht zu bewegen und auch nicht einzuschlafen. Doch an diesem Tag kam kein Wild an den See, und als der Mittag nahte, machten sie sich auf den Weg nach Hause. Das Kaninchen brachte nur einen spärlichen Betrag ein, Thanaya bekam nichts davon. Doch sie durfte wieder mit, nicht jedesmal, aber sie lernte immer wenn sie sie begleitete dazu, gab sich wirklich Mühe und schleppte das Wild für sie, solange es nicht zu gross war.
Manchmal wurde sie auch allein zu einer Fallen geschickt, während sich die beiden Männer um eine andere kümmerten, was das alles etwas beschleunigte. Und wenn der Fang gut war, bekam sie sogar ein paar Münzen davon ab.
Sie war den beiden Symphatisch geworden. Thanaya hatte sich trotz der ärmlichen Verhältnisse in denen sie aufwuchs einen gewissen Witz bewahrt, Risikobereitschaft und Frechheit. Sie hatte gemerkt dass sie dadurch auffiel und einiges mehr erreichen konnte als wenn sie sich mit dem zufrieden gab, was sie bekam, auch wenn sie manchmal etwas zu weit ging.
"Die Leute wollen nicht wissen wie es dir geht. Wenn du lachst und fröhlich bist mögen sie dich mehr, als wenn du traurig bist. Und das wird dir mehr bringen als wenn du dein Wahres Innere zeigst." Pflegte Anja immer zu sagen.
Thanaya wurde mit der Zeit ein fester Teil der kleinen Jagdgesellschaft. Sie durfte lernen mit dem Bogen umzugehen, selber Fallen auslegen, wurde manchmal auch vorrausgeschickt um die Spuren zu lesen und hatte nun fast die gleichen Aufgaben wie die beiden Männer. Auch das Geld dass sie nach Hause brachte war mittlerweile ansehnlicher als das, was sie durch das Betteln verdiente. Ihr Bruder nahm dies gemischt auf. Einerseits war er froh darum, andererseits war er wütend auf ihren Erfolg. Manchmal stritten sie sich dann, wenn er alles davon für sich verlangte. "Ich habe dich aufgezogen, ich habe dich hier wohnen lassen. Du solltest mir dankbar sein!" Schrie er sie dann an. Am Ende blieb meist nur ein kleiner Teil für sie übrig, von dem sie sogar noch etwas versteckte und aufsparte. Es war ihr Schatz und ihr Geheimnis.
Doch wie vielen Wilderern, erging es auch der Dreiergruppe nicht immer erfolgreich. So vorsichtig sie auch waren, so wenige Spuren sie auch hinterliessen....
Wilderei war verboten, Wilderer wurden ihrerseits gejagd wenn sie erwischt wurden. Und als sie einer Gesellschaft adliger Jägern in die Arme liefen, schien alles vorbei.
"Wilderer! erschiesst sie!" Brüllte einer auf seinem Pferd. "Lasst die Hunde los!" Rief ein anderer und deutet mit den Fingern auf die mit Bögen bewaffneten. Ein Fusstrupp, der sich in der Nähe befand kam herbei gerannt, Hunde kläfften und irgendwo surrte ein Pfeil. "Lauft..Lauft!" Schrie Ardan den beiden anderen zu. Jeder stürmte geradezu kopflos in eine andere Richtung davon. Was dann geschah verblasste in Thanayas Erinnerung. Sie rannte, sie rannte bis ihr die Lungen brannten und die Beine bleischwer wurden. Sie wusste nicht ob sie verfolgt wurde oder was mit den beiden anderen geschehen war. Sie rannte nur um ihr Leben.
Aber sie war gesehen worden. Man würde sie wiedererkennen, ganz bestimmt, vielleicht sogar das Viertel nach ihr durchkämmen, denn die meisten Wilderer kamen aus den ärmeren Stadtvierteln.
Sie hatte selten soviel Angst wie jetzt gehabt. Ihr Leben schien ihr zwischen den Fingern wie Sand zu verrinnen.
"Was mache ich denn jetzt.." Flüsterte sie Anja zu, nachdem sie sich zu ihr geschlichen hatte und nun ängstlich auf einem alten Schemel in Anjas Zimmer sass. "Du hast zwei Möglichkeiten denke ich. Du kannst auf dein Glück hoffen das man dich nicht findet oder sucht. Oder du kannst deine Sachen packen und für eine Weile abhauen. Aber wenn sie dich gesehen haben und rumfragen, wird dich vielleicht jemand für Geld verpetzen." Thanaya war den Tränen nahe.
Weggehen stand für sie ausser Frage. Wo sollte sie denn hin, sie kannte niemanden ausserhalb der Stadt, sie wusste nichts von der Welt. Also beschloss sie auf ihr Glück zu bauen und dass keiner nach ihr fragen würde.
Als sie spät in der Nacht nach Hause ging und die alte Hütte fast erreicht hatte, zischte jemand aus den Schatten einer Gasse zu Thanaya hin. Sie erschrack, doch als Ardan ein wenig aus den Schatten trat, atmete sie erleichtert ein.
"Sie haben Naris erwischt. Er ist tot" Kam es trocken von ihm. "Sie haben Suchtrupps losgeschickt.....sie haben jedem eine Belohnung versprochen der uns kennt und ihnen sagt wo sie uns finden:" Redete er leise weiter. Ungläubig hörte sie die Worte doch sie schienen zuerst keinen Sinn zu ergeben.
Es war als würde ihr der Boden unter den Füssen verschwimmen. Die Knie wurden ihr weich, die Kehle schnürte sich zu und sie konnte kaum glaube was er da sagte. "Du musst verschwinden. Ich jedenfalls werde das tun."
Sprach er weiter, seine Stimme war fast zu ruhig, doch irgendwo erkannte sie darin ein Zittern. "Wo soll ich denn hin?" Erwiederte sie verzweifelt. "Mir egal, machs gut Thanaya." Er zog sich seine Kapuze tiefer ins Gesicht und verschwand in der dunklen Gasse. Bebend sah sie ihm nach, dann wurde sie panisch, blickte umher und versuchte mit irgendwelchen Lumpen die sie am Leib trug ihr Gesicht zu bedecken.
Zuerst steuerte sie die Hütte an in der sie mit ihem Bruder lebte. Wusste er schon davon? Hatte er davon gehört das man sie suchte? Würde er sie verraten oder nicht? Sie hatte oft Streit mit ihm. Wegen des Geldes. Und Geld war es auch das ihm nun als Belohnung ausstand. Liebte er sie genug? Wollte sie es wirklich riskieren?
Fast automatisch trugen ihre Füsse sie dann ganz woanders hin. Zu ihrem kleinen Versteck, ihrem Schatz.
Doch wo sollte sie hin? Ardan hatte sie gewarnt, er hatte sein Leben auf Spiel gesetzt und hatte auf sie gewartet um sie zu warnen, kamen ihr die Gedanken während sie ihre wenigen Ersparnisse barg. Er hätte sie doch mitnehmen können...warum hat er es nicht getan? In die Angst und Dankbarkeit mischte sich nun auch Wut.
Noch in derselben Nacht versteckte sie sich auf einem alten Schmugglerschiff, so wurden die Frachtschiffe genannt die Waren zwischen nahegelegenen Hafen hin und her transportierten. Sie hockte tief im Frachtraum zwischen einigen alten Kisten und Tonnen. Im nächsten Hafen würde sie sich von Bord schleichen und vielleicht dort eine Weile bleiben oder vielleicht reichte ihr Geld um eine Überfahrt noch weiter weg zu kaufen.....
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Thanaya
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Thanaya
Abschnitte
Die Stadt lebte..andauernd passierten irgendwelche neuen spannende Sachen. Und seid sie wieder zurück war und erneut in die Wache aufgenommen wurde, blühte Thanaya förmlich auf.
Damals als sie in Rahal ankam hatte sie nichts ausser ein paar Münzen, von denen sie sich eine Axt und ein Schnitzmesser kaufte, sowie ein bischen Proviant. Dies würde reichen um sie zumindest eine Zeit lang über Wasser zu halten, denn damit konnte sie Pfeile herstellen und verkaufen. Sie hoffte das ihr jemand diese auch abkaufte, es waren nur einfache Pfeile und weit ab von jeder meisterlichen Qualität. Aber sie würden ihren Dienst tun...bestimmt. Und wenn sie dann erstmal genug Gold für einen Bogen hatte, würde sie auch wieder auf die Jagd gehen können. Nebenher hatte sie im Wald heimlich einige einfache Fallen gelegt, so wie sie es zu Hause gelernt hatte, aber diese Art des Jagens war langwierig und bisher hatte sich kein Tier darin verlaufen, oder die Fallen waren einfach ins leere geschnappt. Und noch kannte sie den Wald nicht so gut wie den daheim, die Futterplätze, Wildwege und Wasserstellen, was das Ganze zusätzlich erschwerte.
Glücklicherweise war es noch recht warm und sie konnte zum arbeiten draussen sitzen, und auch des Nachts reichte eine einfache Decke aus, dass sie nicht so fror. Und so sass sie da am Brunnen am Markt, um sie herum lagen Holzspäne verteilt, neben sich ein kleiner Haufen an aufgestapelten Schäften und in der Hand ein Stück Holz welches sie am bearbeiten war. Versunken in ihr Tun bemerkte sie erst kaum die in Lumpen gekleidete Gestalt, die neben ihr auftauchte, und scheinbar interessiert an ihrer Arbeit war. Als sie dann aufsah und sie anblickte, war sie erst etwas überrascht. Jemanden wie ihn hatte Thanaya vorher noch nie gesehen. Er hatte nachtblaue Haut, trug eine Maske und hatte die Kapuze tief ins Gesicht gezogen.
Erst war sie ein bischen verunsichert, aber nach einigen Worten stellte sie fest, dass er doch sehr nett war und sie unterhielten sich ein bischen. Er war ein Angehöriger des Letharenvolkes wie sie dann rausfand. Schliesslich gab er ihr einen Auftrag, der sie von allen Goldproblemen, wenn sie ihn erfüllt hätte, befreien könnte. 1000 Bolzen sollte sie herstellen, und dafür würde sie soviel Gold bekommen wie sie noch nie im Leben besessen, ja geschweige denn je zu Gesicht bekommen hatte. Sie war unglaublich froh...nicht nur das er ihr damit einen grossen Schritt weiterhalf, hatte sie in dieser riesigen Stadt auch erstmals jemanden kennengelernt. Sie nannte ihn Taryln, denn seinen richtigen Namen konnte sie nicht aussprechen. Er klang für sie eher wie ein krächzendes Zischen das in den Ohren schmerzte.
Noch am selben Tag machte sich an die Arbeit und konnte ihm alsbald auch die Bolzen übergeben. Und er hielt tatsächlich Wort und überreichte ihr dafür im Gegenzug die gesammte Summe. Von dem erhaltenen Gold kaufte sie sich dann erstmal etwas praktischere Kleidung, einen anstänsigen Bogen und sie konnte sich nun sogar überlegen ob sie nicht ein Haus mieten wollte. Eines das ihr sehr gut gefiel hatte sie nach einem Spaiziergang durch die Stadt ausfindig gemacht und es stand sogar noch frei.
In Rahal gab es nebst der hohen Stadtmauer ein grosses Kommandaturgebäude der Schwarzen Armee. Sie hatte gehört das diese Bürger rekrutierte und es als Landsknecht einen ansehnlichen Sold gäbe. Irgendwie klang das interessant für sie. Nunja Bürgerin war sie zwar nicht, aber so schwer konnte das ja auch nicht sein einen Bürgerbrief zu bekommen. Und wenn sie erstmal einen besass, würde sie auch nicht mehr draussen oder in leerstehenden Häusern schlafen müssen, sondern konnte sich ihr ausgesuchtes Haus anmieten. Man teilte ihr mit, das der Statthalter so welche ausstellen würde, und das dieser oft in der hiesigen Apotheke, die er führte, anzutreffen sei. Also suchte sie diese kurzerhand auf, klopfte an, und fand tatsächlich Einlass.
Der Statthalter war ein seltsamer Mensch...fast schon unheimlich. Er wirkte äusserst distanziert, diszipliniert und streng. Aber sie bekam ihren Brief und mehr noch...als sie sich ein Häuschen gemietet hatte, schenkte er ihr sogar ein paar Möbel die noch bei ihm rumstanden und die er offenbar nicht mehr benötigte! Sie hätte ihn knutschen können. So streng wie er tat war er also eigentlich garnicht, sondern sogar recht nett.
Ein Phänomen das ihr noch öfter begegnen sollte...viele Menschen hier waren recht steif und streng. Diszipliniert wurde das genannt, wie man ihr später erklärte und das stand hier für sowas wie gutes Benehmen.
Am nächsten Tag betrat sie endlich das grosse Gebäude der Kommandatur um sich als Rekrut zu bewerben. Irgendwie war das doch sehr seltsam und sie hatte das Gefühl so ganz passte es nicht zu ihr...sie und Soldat. Aber so hätte sie das Gefühl mal was sinnvolles zu tun...würde nicht mehr so ganz auf sich gestellt sein, Leute kennenlernen, hätte richtige Arbeit und ausserdem waren die in der Wache alle sehr nett soweit sie das bisher sagen konnte. Und irgendwie machte es sie ja dann doch ein bischen stolz als sie ihre erste Uniform in den Händen hielt, die ihr die Ritterin überreichte, die übrigens auch sehr diszipliniert war...
Ihre Vorgesetzten hatten es von da an nicht leicht mit ihr und umgekehrt fiel es ihr schwer mit ihnen. Grüßen, Salutieren, das ganze militärische Gehabe war ihr mehr als fremd. Zum Glück war Taryln auch Mitglied der Wache und er zeigte sich ihr gegenüber im grossen und ganzen ziemlich nachsichtig, auch wenn er ihr immer wieder einen Schubs in die "richtige" Richtung gab. Und sicher wirkte sich dies auch stärker darauf aus dass sie sich Mühe gab diese ganzen Dinge zu lernen, als wenn sie grober angegangen worden wäre.
Dann war da noch Yxul..dessen Namen sie auch nicht aussprechen konnte. Meine Güte so jemanden wie den hatte sie auch noch nicht erlebt. Er war mehr als penibel, alles musste ganz exakt ausgeführt werden, und er benahm sich, als wenn ein Lächeln, nettes Wort oder eine auch nur annähernd unmilitärische Bewegung ihn auf der Stelle tot umfallen lassen würden. Er war auch der erste mit dem sie ein bischen mehr aneinandergeriet, wenn man das so nennen konnte. Ihr Verhalten hatte ihr mittlerweile oft schon einiges an Anbrüllen eingebracht, besonders von Durion. Aber als Yxul ihr dann etwas besseres Benehmen vermitteln sollte, konnte sie es sich nicht verkneifen ihm vorzuschlagen, er solle mal ein bischen lockerer werden. Die ganze "Disziplin" schlägt doch auf den Magen und ist ungesund, sagte sie ihm. Da hatte sie den Bogen ein bischen überspannt...........
Damals war er noch Wachtmeister oder so gewesen. Später als er Hauptmann wurde, hatte er sich ihren Vorschlag vielleicht doch mal zu Herzen genommen. Auf jedenfall war mittlerweile viel umgänglicher geworden und manchmal zuckten seine Wangenmuskeln, was man durchaus als sowas wie ein Lächeln interpretieren konnte.
Durion, der Leutnant war so ein Mensch für sich. Auch bei ihm fand sie das "Phänomen" welches sie hier festgestellt hatte wieder. Er schrie sie andauernd an, drohte ihr er würde sie fesseln und am Pferd durch die Strassen Rahals hinterherschleifen, sie dabei sogar noch nackt ausziehen und so weiter. Aber eigentlich war auch er ganz nett. Nur das zeigte er selten und auch eher verhalten. Und seine Drohungen nahm sie nicht so wirklich ernst..er würde ihr sowas mänlich nie antun da war sie sich ganz sicher...ziemlich sicher. Seine Mentalität war im grossen und ganzen eher die des Schwertes, das er beherrschte wie nur wenige. Und auch wenn sie ihn mochte, manchmal fröstelte es sie wenn er über die Ketzer sprach und seine Kaltherzigkeit Ausdruck in seinen Worten fanden.
Neben den menschlichen Bewohnern machte sie auch vermehrt Bekanntschaft mit den Letharen. Am bemerkenswertesten fand sie an ihnen, was sie so aßen. Damit war es für Thanaya klar warum viele von ihnen immer so griesgrummelig waren. Würde sie den ganzen Tag Maden essen, wäre ihre Laune sicher auch im Keller. Allerdings zeigten sich auch die wenigsten von ihnen für neue Vorschläge offen. Immerhin, Vielleicht würde Yexxe mal zum backen vorbeikommen, der wollte sie zeigen wie das geht.
Die Letharen gaben sich, wie viele Menschen auch, nach aussen oft hart und streng, aber eigentlich waren die meisten ziemlich nett wenn man sie mal etwas besser kennen gelernt hatte. Sie hatten aber auch einige Eigenarten und Lebensgewohnheiten, die sie nicht wirklich nachvollziehen konnte, und so manche Äusserungen jagten ihr einen Schauer über den Rücken...aber solche verdrängte Thanaya zumeist und sicherlich war das alles nicht ganz so gemeint wie es sich anhörte.
Und dann ergab sich mit einigen Leuten im Hafenviertel noch ein kleineres "Missverständnis", was eine längere Abwesenheit zur Folge hatte. Einige Mondläufe später dann, stand Thanaya wieder Pleite und zerlumpt am Hafen. Es hiess schon die Ketzer hätten sie geholt. War ja aber garnicht so.
Mittlerweile hatten sich einige Dinge geändert, die Schwarze Armee hiess nich mehr Schwarze Armee sondern Stadtwache Rahals, und die Ritterin war auch nich mehr die Frau Hauptmann, sondern das war nun der Yxul. Und als sie vor ihn trat und wieder darum bat in die Wache aufgenommen zu werden...verweigerte er ihr dies. Ihr Benehmen sei nicht angemessen sagte er.
Es machte sie betroffener und trauriger als sie zugeben mochte, und sie stellte erst jetzt so richtig fest was ihr die Wache bedeutete. Schliesslich war er aber einige Tage später doch gewillt sie wieder aufzunehmen. Was seinen Sinneswandel letztlich verursacht hatte wusste sie nicht, jedoch erklärte er ihr lang und breit warum sie ihn nun nicht mehr duzen dürfe. Und ob seiner geduldigen Erklärung akzeptierte sie es und hielt sich in Zukunft daran. Als Dank wollte sie ihm mal einen Kuchen backen und vorbeibringen. Als sie dann endlich wieder ihre Uniform in in den Händen hatte war sie überglücklich.
Es gab auch einige neue Rekruten in der Wache und einen "neuen" Vorgesetzen den sie bis dahin noch nicht kennengelernt hatte.
Holm war von den "neuen" Landsknechten was ganz besonderes. Er schlug eher in Thanayas Richtung und war jemand mit dem man so richtig Pferde stehlen konnte. Und nicht nur einmal machten die beiden irgendwelchen Blödsinn, bei dem sie glücklicherweise meist unerwischt davon kamen. Sei es nun der Versuch dem Hauptmann den Siegelwachs vom Tisch zu klauen, für einen Brief, um den von der Wache gesuchten Solor zu fangen, oder das abenteuerliche erforschen des Straflagers und des schwarzen Turms in der Oberstadt während des Wachdienstes, was dann aber doch in einer kleinen Katastrophe endete. Vor diesem hatte sich nämlich eine grössere Gruppe Randalierer eingefunden, die besoffen Stunk machten. Stellte sich am Ende aber raus das es garkeine besoffenen Randalierer waren. Woher die wussten das Holm und Thanaya da im Turm rumlungerten wussten sie nicht, jedenfalls prüften die Letharen, welche sie in wirklichkeit waren, wie die beiden mit der Situation umgehen würden um die "Randalierer" in Schach zu halten, die dann auch noch bewaffnet waren! In den Augen der Letharen, hatten die beide am Ende jedoch jämmerlich versagt. Nach Wachschluss waren die beiden so deprimiert, das sie sich in der Taverne erstmal die Kante gaben und sich gegenseitig ihr Leid klagten. Und sie nahmen sich vor sich zu bessern um beim nächsten mal nicht mehr so dumm dazustehen. Immerhin hatte Ked gesagt das ihr Wachzug die Elite sei...aber so fühlten sich die beiden in diesem Moment mal so garnicht.
Ked war von ihnen wohl eine der diszipliniertesten Soldaten. Sie wirkte immer recht streng, sehr genau und ordentlich gekleidet. Die Uniform saß pefekt. Und trotz ihrer Kühle, zeigte sie hin und wieder auch mal eine weichere Seite und lächelte sogar manchmal. Daneben war sie äusserst direkt in ihrer Art und sprach manche Dinge so unverblümt an, dass sie Thanaya damit die Schamesröte ins Gesicht trieb. Sie mochte die ernste Lethra und würde sie sogar als sowas wie eine Freundin bezeichnen.
Neben ihr gab es da dann auch noch den Provost, der Wachführer des IV. Wachzugs der Stadtwache, dem sie alle zugeteilt waren. Er war etwas anders als die anderen Höherrangingen. Er hatte Humor, ja er lachte sogar manchmal, auch wenn er andererseits wieder sehr streng sein konnte. Und er hatte in einigen Dingen sehr seltsame Ansichten. Da hatten sie schon die ein oder andere Diskussion drüber gehabt. Aber sie respektierte ihn, und nachdem auch er ihr lang und breit das mit dem duzen erklärt hatte, hielt sie sich auch bei ihm daran es nicht mehr zu machen. Überhaupt brachte er ihnen viel bei. Was es heisst zusammenzuhalten, Kameradschaft, das richtige Meldung machen, Grundzüge militärischen Verhaltens....was unter anderem auch unangenehme Seiten hatte, denn sie hatten einheitliche Uniform zu tragen, und wenn einer etwas vergass, und sei es die Hose, mussten alle diese ausziehen. Zudem war der Provost nicht nur ein guter Wachzugführer, er setzte sich auch für seine Soldaten ein, was ihm einiges an Respekt und Vertrauen einbrachte, denn man wusste, man konnte sich auf ihn verlassen.
Mittlerweile wohnte sie auch nicht mehr alleine in ihrem Haus, wo es zuvor doch etwas einsam gewesen war. Sie hatte einen Mitbewohner bekommen, einen kleinen Hasen den Riah ihr schenkte. Als sie ihn bekam hatte er kein Fell gehabt und statt Hasenlöffel Hundeohren. Am Anfang war dies sogar für Thanaya ein wenig befremdend, doch das arme Knäul wurde bald ins Herz geschlossen.
Sie liebte den kleinen Hasen über alles und knuddelte ausgiebig mit ihm damit er nicht immer so fror. Bestimmt war das auch der Grund warum ihm wieder Fell wuchs...keineswegs das Haarwuchsmittel, mit dem sie ihn täglich einschmierte...denn eines Tages sass er da mit einem braungrauen Flausch. Und sie hatte jemandem mit dem sie reden konnte, der ihr zuhörte und der dessen nicht müde wurde. Und so erzählte sie ihm alles was sie bewegte. Von einigen wurde sie dafür etwas komisch angeschaut wenn sie sagte das sie mit ihrem Haustier sprach, war ihr aber egal..die hatten halt einfach keine Ahnung. Wenn die selber mal eins hätten, würden sie das auch machen.
Riah war als Lethra viel offener als die Letharen die sie bisher so kennengelernt hatte. Sie aß sogar Kuchen ohne das man ihn ihr aufzwingen musste, und hatte in gewisser Weise sowas wie Humor. Sie mochte Riah die jemand war, mit der man sogar richtig "freundschaftlich" plaudern konnte. Aber die Lethra hatte auch schon andere Seiten gezeigt..weniger schöne und kalte Züge. Ob aller Freundschaft zu ihr und Vertrauen zu dem sich Thanaya manchmal hinreissen lies, wusste sie doch das sie zumindest ein Stück weit bei den Letharen aufpassen musste. Denn soviel hatte sie trotz ihrer Naivität begriffen...Gnade würde es keine geben wenn es darauf ankäme.
Irgendwann tauchte Cha auf als sie Wache vor der Kommandatur am Stadttor standen. Er war einfach da...wie genau wusste sie auch nicht mehr. Cha war ein angehender Templer, ruhig und distanziert, aber auf seine Art auch freundlich wenn er sprach. Thanaya mochte ihn recht schnell gern...na gut wen mochte sie schon nicht, aber er schien noch nicht so viel mit Menschen zu tun gehabt zu haben und einige Verhaltensweisen waren ihm ziemlich fremd, was ihn für Thanaya besonders interessant machte. Er lebte, wie sie rausfand, überaus spartanisch, was auch seine Ernährung betraf. Kuchen kannte und mochte er garnicht..und er sah auch keinen Sinn darin ihn zu essen.
Ihre Beteuerungen Süssigkeiten seien gut für die Laune und ab und an ein Stück Kuchen kann nicht schlecht sein, stiessen bei ihm auf keinen fruchtbaren Boden. Überhaupt war er sehr streng und genau, was die Gebote und sein Dasein als Templer betraf.
Und geduldig war er auch...denn als Thanaya einmal Phila mit den den Tempel schleppte, die die Gebote für einen Votrag lernen sollte um damit ihre Rüstung abzubezahlen statt Gold, erklärte er sich bereit sie ihnen beizubringen und setzte sich mehrere Stunden mit ihnen hin um den beiden jedes einzelne Gebot näherzubringen.
Das Gebot bei dem es um Geschenke ging, die man nicht annehmen sollte, machte Thanaya besonders betroffen, denn ihrer Ansicht nach waren Geschenke was tolles und man freute sich doch wenn man welche bekam und der der sie verschenkte freute sich auch. Und alles in allem stärkte sowas doch nur den Zusammenhalt. Jedoch war der ernste Templer davon nicht zu überzeugen..was für Thanaya bedeutete sie würde ihm mit sowas einfach mal eine Freude machen und dann würde er da auch bestimmt anders drüber denken.
Also erstand sie von Veyd im Tausch gegen einige Tränke einen neu geschmiedeten Dolch, der als Geschenk sogar noch praktischen Wert hatte und musste nur noch auf die passende Gelegenheit warten, die sich einige Tage später beim Wachestehen ergab.
Cha kam durchs Stadttor und teilte ihr mit das er ..Freizeit habe! Dieses Wort war eines der letzten das sie mit diesem pflichtbewussten Letharen verbinden würde. Freizeit! Wie auch immer, wenn er sich schon zu solchen Äusserungen hinreissen liess, konnte man ihm ja auch gleich mal ein Stück Kuchen anbieten. Und offenbar hatte er heute einen besonders guten Tag, oder ihre Worte hatten bei ihm doch was erreicht, jedenfalls erklärte er sich bereit welchen zu essen....aber nur an einem Tisch. Thanaya nahm dies zum Anlass ihn mit sich nach Hause zu schleppen, an den Tisch zu setzen und ihm einen leckeren Obst-und Nusskuchen vor die Nase zu stellen. Zu ihrem Vergnügen aß er von jeder Sorte ein ganzes Stück, lächelte sogar etwas und betitelte die Geschmack mit den Worten "Vorzüglich". Er hatte offenbar doch noch Gefallen an Süsskram gefunden, nur ihr Geschenk wollte er nicht so recht annehmen...zumindest nicht ohne ihr im Gegenzug Lesen und Schreiben beizubringen. Sozusagen als Handel. Das passte ihr nun nicht so wirklich, aber bestimmt kam sie auch da noch irgendwie drumherum. Denn sie hatte bisher immer wen gefunden der ihr vorgelesen, Briefe oder Plakate geschrieben hatte und daher empfand sie es eher weniger als notwendig.
Na gut die Vorgesetzten würden irgendwann vielleicht n bischen sauer werden wenn sie da nicht bald mal hinne machte...war ja n Befehl das zu lernen. Aber um Worte oder schlechte Ausreden war sie selten verlegen.
Die Stadt lebte..andauernd passierten irgendwelche neuen spannende Sachen. Und seid sie wieder zurück war und erneut in die Wache aufgenommen wurde, blühte Thanaya förmlich auf.
Damals als sie in Rahal ankam hatte sie nichts ausser ein paar Münzen, von denen sie sich eine Axt und ein Schnitzmesser kaufte, sowie ein bischen Proviant. Dies würde reichen um sie zumindest eine Zeit lang über Wasser zu halten, denn damit konnte sie Pfeile herstellen und verkaufen. Sie hoffte das ihr jemand diese auch abkaufte, es waren nur einfache Pfeile und weit ab von jeder meisterlichen Qualität. Aber sie würden ihren Dienst tun...bestimmt. Und wenn sie dann erstmal genug Gold für einen Bogen hatte, würde sie auch wieder auf die Jagd gehen können. Nebenher hatte sie im Wald heimlich einige einfache Fallen gelegt, so wie sie es zu Hause gelernt hatte, aber diese Art des Jagens war langwierig und bisher hatte sich kein Tier darin verlaufen, oder die Fallen waren einfach ins leere geschnappt. Und noch kannte sie den Wald nicht so gut wie den daheim, die Futterplätze, Wildwege und Wasserstellen, was das Ganze zusätzlich erschwerte.
Glücklicherweise war es noch recht warm und sie konnte zum arbeiten draussen sitzen, und auch des Nachts reichte eine einfache Decke aus, dass sie nicht so fror. Und so sass sie da am Brunnen am Markt, um sie herum lagen Holzspäne verteilt, neben sich ein kleiner Haufen an aufgestapelten Schäften und in der Hand ein Stück Holz welches sie am bearbeiten war. Versunken in ihr Tun bemerkte sie erst kaum die in Lumpen gekleidete Gestalt, die neben ihr auftauchte, und scheinbar interessiert an ihrer Arbeit war. Als sie dann aufsah und sie anblickte, war sie erst etwas überrascht. Jemanden wie ihn hatte Thanaya vorher noch nie gesehen. Er hatte nachtblaue Haut, trug eine Maske und hatte die Kapuze tief ins Gesicht gezogen.
Erst war sie ein bischen verunsichert, aber nach einigen Worten stellte sie fest, dass er doch sehr nett war und sie unterhielten sich ein bischen. Er war ein Angehöriger des Letharenvolkes wie sie dann rausfand. Schliesslich gab er ihr einen Auftrag, der sie von allen Goldproblemen, wenn sie ihn erfüllt hätte, befreien könnte. 1000 Bolzen sollte sie herstellen, und dafür würde sie soviel Gold bekommen wie sie noch nie im Leben besessen, ja geschweige denn je zu Gesicht bekommen hatte. Sie war unglaublich froh...nicht nur das er ihr damit einen grossen Schritt weiterhalf, hatte sie in dieser riesigen Stadt auch erstmals jemanden kennengelernt. Sie nannte ihn Taryln, denn seinen richtigen Namen konnte sie nicht aussprechen. Er klang für sie eher wie ein krächzendes Zischen das in den Ohren schmerzte.
Noch am selben Tag machte sich an die Arbeit und konnte ihm alsbald auch die Bolzen übergeben. Und er hielt tatsächlich Wort und überreichte ihr dafür im Gegenzug die gesammte Summe. Von dem erhaltenen Gold kaufte sie sich dann erstmal etwas praktischere Kleidung, einen anstänsigen Bogen und sie konnte sich nun sogar überlegen ob sie nicht ein Haus mieten wollte. Eines das ihr sehr gut gefiel hatte sie nach einem Spaiziergang durch die Stadt ausfindig gemacht und es stand sogar noch frei.
In Rahal gab es nebst der hohen Stadtmauer ein grosses Kommandaturgebäude der Schwarzen Armee. Sie hatte gehört das diese Bürger rekrutierte und es als Landsknecht einen ansehnlichen Sold gäbe. Irgendwie klang das interessant für sie. Nunja Bürgerin war sie zwar nicht, aber so schwer konnte das ja auch nicht sein einen Bürgerbrief zu bekommen. Und wenn sie erstmal einen besass, würde sie auch nicht mehr draussen oder in leerstehenden Häusern schlafen müssen, sondern konnte sich ihr ausgesuchtes Haus anmieten. Man teilte ihr mit, das der Statthalter so welche ausstellen würde, und das dieser oft in der hiesigen Apotheke, die er führte, anzutreffen sei. Also suchte sie diese kurzerhand auf, klopfte an, und fand tatsächlich Einlass.
Der Statthalter war ein seltsamer Mensch...fast schon unheimlich. Er wirkte äusserst distanziert, diszipliniert und streng. Aber sie bekam ihren Brief und mehr noch...als sie sich ein Häuschen gemietet hatte, schenkte er ihr sogar ein paar Möbel die noch bei ihm rumstanden und die er offenbar nicht mehr benötigte! Sie hätte ihn knutschen können. So streng wie er tat war er also eigentlich garnicht, sondern sogar recht nett.
Ein Phänomen das ihr noch öfter begegnen sollte...viele Menschen hier waren recht steif und streng. Diszipliniert wurde das genannt, wie man ihr später erklärte und das stand hier für sowas wie gutes Benehmen.
Am nächsten Tag betrat sie endlich das grosse Gebäude der Kommandatur um sich als Rekrut zu bewerben. Irgendwie war das doch sehr seltsam und sie hatte das Gefühl so ganz passte es nicht zu ihr...sie und Soldat. Aber so hätte sie das Gefühl mal was sinnvolles zu tun...würde nicht mehr so ganz auf sich gestellt sein, Leute kennenlernen, hätte richtige Arbeit und ausserdem waren die in der Wache alle sehr nett soweit sie das bisher sagen konnte. Und irgendwie machte es sie ja dann doch ein bischen stolz als sie ihre erste Uniform in den Händen hielt, die ihr die Ritterin überreichte, die übrigens auch sehr diszipliniert war...
Ihre Vorgesetzten hatten es von da an nicht leicht mit ihr und umgekehrt fiel es ihr schwer mit ihnen. Grüßen, Salutieren, das ganze militärische Gehabe war ihr mehr als fremd. Zum Glück war Taryln auch Mitglied der Wache und er zeigte sich ihr gegenüber im grossen und ganzen ziemlich nachsichtig, auch wenn er ihr immer wieder einen Schubs in die "richtige" Richtung gab. Und sicher wirkte sich dies auch stärker darauf aus dass sie sich Mühe gab diese ganzen Dinge zu lernen, als wenn sie grober angegangen worden wäre.
Dann war da noch Yxul..dessen Namen sie auch nicht aussprechen konnte. Meine Güte so jemanden wie den hatte sie auch noch nicht erlebt. Er war mehr als penibel, alles musste ganz exakt ausgeführt werden, und er benahm sich, als wenn ein Lächeln, nettes Wort oder eine auch nur annähernd unmilitärische Bewegung ihn auf der Stelle tot umfallen lassen würden. Er war auch der erste mit dem sie ein bischen mehr aneinandergeriet, wenn man das so nennen konnte. Ihr Verhalten hatte ihr mittlerweile oft schon einiges an Anbrüllen eingebracht, besonders von Durion. Aber als Yxul ihr dann etwas besseres Benehmen vermitteln sollte, konnte sie es sich nicht verkneifen ihm vorzuschlagen, er solle mal ein bischen lockerer werden. Die ganze "Disziplin" schlägt doch auf den Magen und ist ungesund, sagte sie ihm. Da hatte sie den Bogen ein bischen überspannt...........
Damals war er noch Wachtmeister oder so gewesen. Später als er Hauptmann wurde, hatte er sich ihren Vorschlag vielleicht doch mal zu Herzen genommen. Auf jedenfall war mittlerweile viel umgänglicher geworden und manchmal zuckten seine Wangenmuskeln, was man durchaus als sowas wie ein Lächeln interpretieren konnte.
Durion, der Leutnant war so ein Mensch für sich. Auch bei ihm fand sie das "Phänomen" welches sie hier festgestellt hatte wieder. Er schrie sie andauernd an, drohte ihr er würde sie fesseln und am Pferd durch die Strassen Rahals hinterherschleifen, sie dabei sogar noch nackt ausziehen und so weiter. Aber eigentlich war auch er ganz nett. Nur das zeigte er selten und auch eher verhalten. Und seine Drohungen nahm sie nicht so wirklich ernst..er würde ihr sowas mänlich nie antun da war sie sich ganz sicher...ziemlich sicher. Seine Mentalität war im grossen und ganzen eher die des Schwertes, das er beherrschte wie nur wenige. Und auch wenn sie ihn mochte, manchmal fröstelte es sie wenn er über die Ketzer sprach und seine Kaltherzigkeit Ausdruck in seinen Worten fanden.
Neben den menschlichen Bewohnern machte sie auch vermehrt Bekanntschaft mit den Letharen. Am bemerkenswertesten fand sie an ihnen, was sie so aßen. Damit war es für Thanaya klar warum viele von ihnen immer so griesgrummelig waren. Würde sie den ganzen Tag Maden essen, wäre ihre Laune sicher auch im Keller. Allerdings zeigten sich auch die wenigsten von ihnen für neue Vorschläge offen. Immerhin, Vielleicht würde Yexxe mal zum backen vorbeikommen, der wollte sie zeigen wie das geht.
Die Letharen gaben sich, wie viele Menschen auch, nach aussen oft hart und streng, aber eigentlich waren die meisten ziemlich nett wenn man sie mal etwas besser kennen gelernt hatte. Sie hatten aber auch einige Eigenarten und Lebensgewohnheiten, die sie nicht wirklich nachvollziehen konnte, und so manche Äusserungen jagten ihr einen Schauer über den Rücken...aber solche verdrängte Thanaya zumeist und sicherlich war das alles nicht ganz so gemeint wie es sich anhörte.
Und dann ergab sich mit einigen Leuten im Hafenviertel noch ein kleineres "Missverständnis", was eine längere Abwesenheit zur Folge hatte. Einige Mondläufe später dann, stand Thanaya wieder Pleite und zerlumpt am Hafen. Es hiess schon die Ketzer hätten sie geholt. War ja aber garnicht so.
Mittlerweile hatten sich einige Dinge geändert, die Schwarze Armee hiess nich mehr Schwarze Armee sondern Stadtwache Rahals, und die Ritterin war auch nich mehr die Frau Hauptmann, sondern das war nun der Yxul. Und als sie vor ihn trat und wieder darum bat in die Wache aufgenommen zu werden...verweigerte er ihr dies. Ihr Benehmen sei nicht angemessen sagte er.
Es machte sie betroffener und trauriger als sie zugeben mochte, und sie stellte erst jetzt so richtig fest was ihr die Wache bedeutete. Schliesslich war er aber einige Tage später doch gewillt sie wieder aufzunehmen. Was seinen Sinneswandel letztlich verursacht hatte wusste sie nicht, jedoch erklärte er ihr lang und breit warum sie ihn nun nicht mehr duzen dürfe. Und ob seiner geduldigen Erklärung akzeptierte sie es und hielt sich in Zukunft daran. Als Dank wollte sie ihm mal einen Kuchen backen und vorbeibringen. Als sie dann endlich wieder ihre Uniform in in den Händen hatte war sie überglücklich.
Es gab auch einige neue Rekruten in der Wache und einen "neuen" Vorgesetzen den sie bis dahin noch nicht kennengelernt hatte.
Holm war von den "neuen" Landsknechten was ganz besonderes. Er schlug eher in Thanayas Richtung und war jemand mit dem man so richtig Pferde stehlen konnte. Und nicht nur einmal machten die beiden irgendwelchen Blödsinn, bei dem sie glücklicherweise meist unerwischt davon kamen. Sei es nun der Versuch dem Hauptmann den Siegelwachs vom Tisch zu klauen, für einen Brief, um den von der Wache gesuchten Solor zu fangen, oder das abenteuerliche erforschen des Straflagers und des schwarzen Turms in der Oberstadt während des Wachdienstes, was dann aber doch in einer kleinen Katastrophe endete. Vor diesem hatte sich nämlich eine grössere Gruppe Randalierer eingefunden, die besoffen Stunk machten. Stellte sich am Ende aber raus das es garkeine besoffenen Randalierer waren. Woher die wussten das Holm und Thanaya da im Turm rumlungerten wussten sie nicht, jedenfalls prüften die Letharen, welche sie in wirklichkeit waren, wie die beiden mit der Situation umgehen würden um die "Randalierer" in Schach zu halten, die dann auch noch bewaffnet waren! In den Augen der Letharen, hatten die beide am Ende jedoch jämmerlich versagt. Nach Wachschluss waren die beiden so deprimiert, das sie sich in der Taverne erstmal die Kante gaben und sich gegenseitig ihr Leid klagten. Und sie nahmen sich vor sich zu bessern um beim nächsten mal nicht mehr so dumm dazustehen. Immerhin hatte Ked gesagt das ihr Wachzug die Elite sei...aber so fühlten sich die beiden in diesem Moment mal so garnicht.
Ked war von ihnen wohl eine der diszipliniertesten Soldaten. Sie wirkte immer recht streng, sehr genau und ordentlich gekleidet. Die Uniform saß pefekt. Und trotz ihrer Kühle, zeigte sie hin und wieder auch mal eine weichere Seite und lächelte sogar manchmal. Daneben war sie äusserst direkt in ihrer Art und sprach manche Dinge so unverblümt an, dass sie Thanaya damit die Schamesröte ins Gesicht trieb. Sie mochte die ernste Lethra und würde sie sogar als sowas wie eine Freundin bezeichnen.
Neben ihr gab es da dann auch noch den Provost, der Wachführer des IV. Wachzugs der Stadtwache, dem sie alle zugeteilt waren. Er war etwas anders als die anderen Höherrangingen. Er hatte Humor, ja er lachte sogar manchmal, auch wenn er andererseits wieder sehr streng sein konnte. Und er hatte in einigen Dingen sehr seltsame Ansichten. Da hatten sie schon die ein oder andere Diskussion drüber gehabt. Aber sie respektierte ihn, und nachdem auch er ihr lang und breit das mit dem duzen erklärt hatte, hielt sie sich auch bei ihm daran es nicht mehr zu machen. Überhaupt brachte er ihnen viel bei. Was es heisst zusammenzuhalten, Kameradschaft, das richtige Meldung machen, Grundzüge militärischen Verhaltens....was unter anderem auch unangenehme Seiten hatte, denn sie hatten einheitliche Uniform zu tragen, und wenn einer etwas vergass, und sei es die Hose, mussten alle diese ausziehen. Zudem war der Provost nicht nur ein guter Wachzugführer, er setzte sich auch für seine Soldaten ein, was ihm einiges an Respekt und Vertrauen einbrachte, denn man wusste, man konnte sich auf ihn verlassen.
Mittlerweile wohnte sie auch nicht mehr alleine in ihrem Haus, wo es zuvor doch etwas einsam gewesen war. Sie hatte einen Mitbewohner bekommen, einen kleinen Hasen den Riah ihr schenkte. Als sie ihn bekam hatte er kein Fell gehabt und statt Hasenlöffel Hundeohren. Am Anfang war dies sogar für Thanaya ein wenig befremdend, doch das arme Knäul wurde bald ins Herz geschlossen.
Sie liebte den kleinen Hasen über alles und knuddelte ausgiebig mit ihm damit er nicht immer so fror. Bestimmt war das auch der Grund warum ihm wieder Fell wuchs...keineswegs das Haarwuchsmittel, mit dem sie ihn täglich einschmierte...denn eines Tages sass er da mit einem braungrauen Flausch. Und sie hatte jemandem mit dem sie reden konnte, der ihr zuhörte und der dessen nicht müde wurde. Und so erzählte sie ihm alles was sie bewegte. Von einigen wurde sie dafür etwas komisch angeschaut wenn sie sagte das sie mit ihrem Haustier sprach, war ihr aber egal..die hatten halt einfach keine Ahnung. Wenn die selber mal eins hätten, würden sie das auch machen.
Riah war als Lethra viel offener als die Letharen die sie bisher so kennengelernt hatte. Sie aß sogar Kuchen ohne das man ihn ihr aufzwingen musste, und hatte in gewisser Weise sowas wie Humor. Sie mochte Riah die jemand war, mit der man sogar richtig "freundschaftlich" plaudern konnte. Aber die Lethra hatte auch schon andere Seiten gezeigt..weniger schöne und kalte Züge. Ob aller Freundschaft zu ihr und Vertrauen zu dem sich Thanaya manchmal hinreissen lies, wusste sie doch das sie zumindest ein Stück weit bei den Letharen aufpassen musste. Denn soviel hatte sie trotz ihrer Naivität begriffen...Gnade würde es keine geben wenn es darauf ankäme.
Irgendwann tauchte Cha auf als sie Wache vor der Kommandatur am Stadttor standen. Er war einfach da...wie genau wusste sie auch nicht mehr. Cha war ein angehender Templer, ruhig und distanziert, aber auf seine Art auch freundlich wenn er sprach. Thanaya mochte ihn recht schnell gern...na gut wen mochte sie schon nicht, aber er schien noch nicht so viel mit Menschen zu tun gehabt zu haben und einige Verhaltensweisen waren ihm ziemlich fremd, was ihn für Thanaya besonders interessant machte. Er lebte, wie sie rausfand, überaus spartanisch, was auch seine Ernährung betraf. Kuchen kannte und mochte er garnicht..und er sah auch keinen Sinn darin ihn zu essen.
Ihre Beteuerungen Süssigkeiten seien gut für die Laune und ab und an ein Stück Kuchen kann nicht schlecht sein, stiessen bei ihm auf keinen fruchtbaren Boden. Überhaupt war er sehr streng und genau, was die Gebote und sein Dasein als Templer betraf.
Und geduldig war er auch...denn als Thanaya einmal Phila mit den den Tempel schleppte, die die Gebote für einen Votrag lernen sollte um damit ihre Rüstung abzubezahlen statt Gold, erklärte er sich bereit sie ihnen beizubringen und setzte sich mehrere Stunden mit ihnen hin um den beiden jedes einzelne Gebot näherzubringen.
Das Gebot bei dem es um Geschenke ging, die man nicht annehmen sollte, machte Thanaya besonders betroffen, denn ihrer Ansicht nach waren Geschenke was tolles und man freute sich doch wenn man welche bekam und der der sie verschenkte freute sich auch. Und alles in allem stärkte sowas doch nur den Zusammenhalt. Jedoch war der ernste Templer davon nicht zu überzeugen..was für Thanaya bedeutete sie würde ihm mit sowas einfach mal eine Freude machen und dann würde er da auch bestimmt anders drüber denken.
Also erstand sie von Veyd im Tausch gegen einige Tränke einen neu geschmiedeten Dolch, der als Geschenk sogar noch praktischen Wert hatte und musste nur noch auf die passende Gelegenheit warten, die sich einige Tage später beim Wachestehen ergab.
Cha kam durchs Stadttor und teilte ihr mit das er ..Freizeit habe! Dieses Wort war eines der letzten das sie mit diesem pflichtbewussten Letharen verbinden würde. Freizeit! Wie auch immer, wenn er sich schon zu solchen Äusserungen hinreissen liess, konnte man ihm ja auch gleich mal ein Stück Kuchen anbieten. Und offenbar hatte er heute einen besonders guten Tag, oder ihre Worte hatten bei ihm doch was erreicht, jedenfalls erklärte er sich bereit welchen zu essen....aber nur an einem Tisch. Thanaya nahm dies zum Anlass ihn mit sich nach Hause zu schleppen, an den Tisch zu setzen und ihm einen leckeren Obst-und Nusskuchen vor die Nase zu stellen. Zu ihrem Vergnügen aß er von jeder Sorte ein ganzes Stück, lächelte sogar etwas und betitelte die Geschmack mit den Worten "Vorzüglich". Er hatte offenbar doch noch Gefallen an Süsskram gefunden, nur ihr Geschenk wollte er nicht so recht annehmen...zumindest nicht ohne ihr im Gegenzug Lesen und Schreiben beizubringen. Sozusagen als Handel. Das passte ihr nun nicht so wirklich, aber bestimmt kam sie auch da noch irgendwie drumherum. Denn sie hatte bisher immer wen gefunden der ihr vorgelesen, Briefe oder Plakate geschrieben hatte und daher empfand sie es eher weniger als notwendig.
Na gut die Vorgesetzten würden irgendwann vielleicht n bischen sauer werden wenn sie da nicht bald mal hinne machte...war ja n Befehl das zu lernen. Aber um Worte oder schlechte Ausreden war sie selten verlegen.
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Thanaya
"Du bist Schwächlich, verweichlicht..."
"Finde den Zorn in dir, mach ihn dir zu eigen und gewinne Stärke daraus."
"Disziplin Thanaya, das Streben nach Perfektion ist das was dich im Leben weiterbringt und dich vor dem Schlund errettet. Es reicht nicht es zu versuchen, du musst es tun!"
Worte dieser Art hatte sie schon oft gehört. Und auf ihre ganz eigene Art war sie damit umgegangen und hatte ihrerseits versucht die harte Schale der anderen ein bischen zu lockern, sie aufgefordert doch mal zu lachen und spass zu haben. Perfektion und Streben, alles schön und gut, aber dabei musste man doch nicht immer so verbissen und ernst sein. Vielleicht gehörte das aber auch zusammen und es ging einfach nicht in ihren Kopf. Wie auch immer, so wollte sie nicht sein.
Aber als immer schwächlich angesehen werden wollte sie auch nicht, auch wenn sie zugeben musste, das sie das in letzter Zeit seltener hörte, mehr so durch die Blume hindurch! Nur wenn man sich mit einem schlechten Gewissen plagte war das alles nicht so einfach.
"Kultiviere deinen Zorn Thanaya."
"Jeder der nicht den Weg des Einen beschreitet ist verloren."
Sie war überzeugt davon dem richtigen Weg zu folgen, nur warum fiel es ihr dann so schwer zu tun was getan werden musste? Mitgefühl zerfrass sie manchmal fast, könnte sie zögern oder nicht genug aufpassen lassen.
Das Herz war ihr schwer und ihre Gedanken kreisten herum ohne einen Ausweg zu finden.
Sie hockte vor dem Kamin, ihren kleinen Hasen auf dem Schoss den sie so ausgiebig streichelte, das es ihm mal wieder fast zuviel war und er unruhig versuchte weg zu hoppeln. Es war, bis auf das leise Knistern des Feuers, still im Haus. Keir war sicher im Hafenviertel und tat dort..was er sonst auch immer tat. Talana schlief oben, es ging ihr soweit gut, sie hatte nochmal kurz nach ihr gesehen. Sie tat ihr leid und sie konnte nur erahnen was es für sie bedeuten musste hier so eingesperrt zu sein, ohne Wachschutz keinen Schritt mehr vor die Tür setzen zu dürfen.
"Perfektion."
Puschel hatte endgültig genug, fiebste leise und hüpfte mit einem kleinen Kraftakt aus ihren Armen und flüchtete sich unter den Tisch. Thanaya registrierte es kaum, legte das Kinn auf die Händfläche eines angewinkelten Armes und betrachtet die züngelnden Flammen.
Ihre einstige Naivitität begann zu bröckeln, es gab Dinge die konnte sie nicht mehr wegdenken, nicht mehr schönreden. Soviel Blut war geflossen, soviele Menschen fielen, soviel Gewalt um sie herum.
Sie fühlte sich klein und schwach, manchmal gar hilflos wie ein Blatt das einfach durch einen Sturm gewirbelt wird, der nicht zu kontrollieren war.
Und dann wiederrum war sie auch Teil dieses Sturms geworden. Die Dinge die ihr Halt versprachen verschoben sich, oder hatte sie sich nur verändert? Sie wusste es nicht genau.
Sie war müde...stand langsam auf und stieg die Treppe nach oben..hörte das langsame ruhige Atmen von Talana...Keirs Bett war leer und kalt. Sie legte sich hin und fiel fast sofort in einen tiefen, aber erholsamen Schlaf.
"Finde den Zorn in dir, mach ihn dir zu eigen und gewinne Stärke daraus."
"Disziplin Thanaya, das Streben nach Perfektion ist das was dich im Leben weiterbringt und dich vor dem Schlund errettet. Es reicht nicht es zu versuchen, du musst es tun!"
Worte dieser Art hatte sie schon oft gehört. Und auf ihre ganz eigene Art war sie damit umgegangen und hatte ihrerseits versucht die harte Schale der anderen ein bischen zu lockern, sie aufgefordert doch mal zu lachen und spass zu haben. Perfektion und Streben, alles schön und gut, aber dabei musste man doch nicht immer so verbissen und ernst sein. Vielleicht gehörte das aber auch zusammen und es ging einfach nicht in ihren Kopf. Wie auch immer, so wollte sie nicht sein.
Aber als immer schwächlich angesehen werden wollte sie auch nicht, auch wenn sie zugeben musste, das sie das in letzter Zeit seltener hörte, mehr so durch die Blume hindurch! Nur wenn man sich mit einem schlechten Gewissen plagte war das alles nicht so einfach.
"Kultiviere deinen Zorn Thanaya."
"Jeder der nicht den Weg des Einen beschreitet ist verloren."
Sie war überzeugt davon dem richtigen Weg zu folgen, nur warum fiel es ihr dann so schwer zu tun was getan werden musste? Mitgefühl zerfrass sie manchmal fast, könnte sie zögern oder nicht genug aufpassen lassen.
Das Herz war ihr schwer und ihre Gedanken kreisten herum ohne einen Ausweg zu finden.
Sie hockte vor dem Kamin, ihren kleinen Hasen auf dem Schoss den sie so ausgiebig streichelte, das es ihm mal wieder fast zuviel war und er unruhig versuchte weg zu hoppeln. Es war, bis auf das leise Knistern des Feuers, still im Haus. Keir war sicher im Hafenviertel und tat dort..was er sonst auch immer tat. Talana schlief oben, es ging ihr soweit gut, sie hatte nochmal kurz nach ihr gesehen. Sie tat ihr leid und sie konnte nur erahnen was es für sie bedeuten musste hier so eingesperrt zu sein, ohne Wachschutz keinen Schritt mehr vor die Tür setzen zu dürfen.
"Perfektion."
Puschel hatte endgültig genug, fiebste leise und hüpfte mit einem kleinen Kraftakt aus ihren Armen und flüchtete sich unter den Tisch. Thanaya registrierte es kaum, legte das Kinn auf die Händfläche eines angewinkelten Armes und betrachtet die züngelnden Flammen.
Ihre einstige Naivitität begann zu bröckeln, es gab Dinge die konnte sie nicht mehr wegdenken, nicht mehr schönreden. Soviel Blut war geflossen, soviele Menschen fielen, soviel Gewalt um sie herum.
Sie fühlte sich klein und schwach, manchmal gar hilflos wie ein Blatt das einfach durch einen Sturm gewirbelt wird, der nicht zu kontrollieren war.
Und dann wiederrum war sie auch Teil dieses Sturms geworden. Die Dinge die ihr Halt versprachen verschoben sich, oder hatte sie sich nur verändert? Sie wusste es nicht genau.
Sie war müde...stand langsam auf und stieg die Treppe nach oben..hörte das langsame ruhige Atmen von Talana...Keirs Bett war leer und kalt. Sie legte sich hin und fiel fast sofort in einen tiefen, aber erholsamen Schlaf.
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Thanaya
Ein Tag wie jeder andere...
In letzter Zeit bekam sie noch mehr Anschiss als sonst, zumindest fühle es sich so an auch wenn es nicht ganz richtig war. Nur die Ereignisse der letzten Wochen nahmen sie etwas mit.
Da war die Sache mit Asgerat, meine Güte war sie jemals so wütend in ihrem Leben gewesen? Selten, die halbe Taverne hatte sie zusammengebrüllt und war drauf und dran auf ihn loszugehen und ihn zu schlagen. Und das nur weil sie bei der "Sache" nicht mitmachen wollte und ihn dazu bewegen wollte das richtige zu tun. Und dann zweifelte Talana auch noch an ihrem Wort weil er ihr sonst was erzählt hatte um Thanaya irgendwie die Schuld dafür zu geben was dann geschehen war. Das hatte sie getroffen. Am nächsten Tag sah sie ihn auf dem Fest wieder und die Wut wallte wieder in ihr hoch. Daher fiel es ihr sehr schwer ihre Rolle auf dem Fest bei dem Theater ordentlich zu spielen. Aber zum Glück erwischte sie Xontor vorher, der ihr etwas zur Beruhigung verabreichte. Und dann gings und übrig blieb fast nur noch die Nervosität vor dem Auftritt. Dennoch knabberte sie eine ganze Weile daran und nach Düstersee mochte sie nun garnicht mehr.
Einige ihrer Kamerade waren mittlerweile befördert worden...sie selber nicht, war aber klar, sie würde sich auch nicht befördern. Naja jedenfalls schien eine Beförderung weit mehr anzustellen als nur mehr Aufgaben und ein neues Abzeichen, denn diese Kameraden begannen ziemlich pingelig zu werden, sehr genau und Garun schickte sie sogar eine Runde laufen! Sinndar meinte das sei weil wegen der Vorbildfunktion. Thanaya jedoch nahm das ein wenig persönlich, denn davor waren sie auch mal bereit gewesen zu dem einen oder anderen Schabernack, und auf einmal...
Von Ked kannte sie das ja schon, sie war unglaublich genau und korrekt. Aber die wurde auch immer gemeiner hatte Thanaya das Gefühl...Rügte sie an dass sie sie nicht korrekt Ansprach. Und Ked hatte ja recht damit, als sie vor den neuen Landsknechten verkündete, dass Thanaya nun wirklich nicht als Vorbild taugte, doch irgendwie traf sie das ein wenig. Immerhin war sie ihre beste Freundin. Aber da schnitten sich wohl Freundschaft mit Wache und Lethar. Es gab Grenzen...die gab es immer und Thanaya akzeptierte sie soweit es ihr möglich war und wenn Ked nun so über sie dachte, dann war es eben so. Sie konnte nur versuchen sich weiter Mühe zu geben.....nein falsch, ihr bestes zu geben.
Und dann war da noch die Sache mit dem Wachtmeister.
Zuvor war sie mit Holm unterwegs, den Befehl des Hauptmannes nachkommen. Sie sollten alle Handwerker der Stadt ausfindig machen und eine Liste anfertigen. Weit kamen sie nicht, nur die südlichsten Häuser hatten sie geschafft und dann...kamen sie zu Durions Haus. Es war ein schönes Haus, mit hübschem Tor und Garten. Thanaya drückte sich die Nase am Zaun platt und guckte hinein. "Blumen würden sich hier richtig schön machen weisst? In einem Blumenbeet." Meinte sie zu ihrem Kameraden. "Ja der Garten macht wirklich was her. Und das Obst würde bestimmt schon wachsen nur weil er es böse anstarrt."
"Ich red doch nich von Obst, ich red von Blumen! Könnte man ihm ja mal vorschlagen." Entgegnete sie ihm. "2 Kronen wenn du ihm das mit dem Obst sagst." Holm grinste sie an. "Bist du Lebensmüde? Der haut mich dann bestimmt. Warum sagst du ihm das nicht selber?" Holm zeigte ihr einen Vogel.
So blödelten sie noch eine Weile vorm Zaun herum. Irgendwann überlegten sie sich ob er sie vielleicht hören konnte und warfen einen vorsichtigen Blick zu den Fenstern, doch glücklicherweise war niemand zu sehen.
"5 Kronen wenn ich ihm einen Kuchen vorbeibringen und er ihn nicht sofort mit seinem Schwert in Stücke haut." Waren sie irgendwann bei der nächsten Wette angekommen, wie sie dann auf Kuchen kamen wusste sie nicht mehr genau. "5 Kronen ist eine ganze Menge. Hm, abgemacht!" Sagte Holm und nickte. Thanaya guckte ihn an. "Nein so war das jetzt nicht gedacht. Du hättest sagen sollen -Nein Thanaya geh nicht dahin, du bist mir wichtiger als 5 Kronen- oder -Nein 5 Kronen sind mit dann doch zuviel-." Brummelte sie ihn an...und dann ging auf einmal die Tür auf und ein Fauchen ertönte. Durch den Schnee vernahmen sie das schnelle aufsetzen von Pfoten und dann erschien etwas dunkles vor dem metallene Eingangstor. Holm und Thanaya erstarrten. Ein risiger Panther drückte sich knurrend vor ihnen herum und sah sie mit seinen Augen funkelnd an. Rasch drückten sie sich gegen die Mauer neben dem Tor. "Oh scheisse..wir sind tod..wir sind ja so tod, er hat bestimmt alles gehört!" Flüsterte Thanaya "Lauf Holm....lauf.....LAUF!" Und dann sah man die beiden Gardisten laut scheppernd flüchten, wie um ihr Leben die Strasse hinauf, um die nächste Ecke und in einen Hauseingang hinein. Keuchend blieben sie dort stehen und sahen sich um. "Und?" Fragte Thanaya. "Er ist nicht hinter uns hergekommen." Sagte Holm nach einem prüfenden Blick und beide atmeten auf. Doch dann rasselte es hinter ihnen von der anderen Seite und Vicarius Cha kam die Strasse entlang, beide forschend ansehend. Plappernd und aufgeregt erzählte Thanaya ihm knapp das ein Panther hinter ihnen her wäre. Natürlich weckte dies die Aufmerksamkeit des Letharen und er ging an ihnen vorbei in Richtung Durions Haus.
"Wir müssen ihr beschützen, was wenn der Panther ihn aufisst?" Überlegten sie einen Moment. Und dann jagten die beiden wieder zurück und hinter Cha her, pflichtbewusst und Todesmutig. Am Tor angekommen sass dort noch immer der Panther und Cha sah den beiden Gardisten die Angst vor dem Tier an. Es behagte ihm überhaupt nicht das sie solche Angst zeigten vor dem Anblick der Form des Einen und er rügte sie und drohte ihnen damit dass er sie dafür eigentlich auspeitschen müsste. Naja er hatte zum Glück noch was im Tempel zu tun. Vielleicht wollte er ihnen auch nur Angst machen oder sie Ärgern, auch wenn er wirklich ein bischen sauer wirkte.
Nach dem Schrecken gingen die beiden erstmal wieder zurück zum Wachplatz. Dort mussten sie erfahren das Sinndar die Wache verlassen hatte, was ihr einen zusätzlichen Stich versetzte.
Und dann kam auch noch Durion vorbei, aber er meckerte nicht..vielleicht hatte er sie ja nicht gesehen gehabt. Eine Bürgerin bat um ein Gespräch mit ihm und nach einer Weile konnte man von oben aus dem Fenster der Kommandatur lautes Geschrei hören. Die Frau soll wohl von einem Fluch besessen gewesen sein und hatte irgendwas angestellt, jedenfalls wurde dann der Tempel dazugeholt um deren Meinung dazu einzuholen. Althan war dabei gewesen. Er wirkte in letzter Zeit auch abweisender als, warum wusste sie nicht. Eigentlich waren sie ja Freunde aber in letzter Zeit schien er ein bischen komisch. Naja am Ende durfte die Bürgerin wieder gehen aber als dann der Wachtmeister kam gabs den nächsten Ärger. Manchmal konnte man es Vorgesetzten einfach nicht recht machen.
Und als der Wachtmeister und Thanaya schliesslich übrig blieben und sie ihm ein bischen von ihrem Tag erzählte...Ja Sinndar hatte ja so recht. Sie quatschte manchmal mehr als sie selber wollte. Da hatte sie wieder den Schlamassel. Jetzt bekam Durion bestimmt Ärger weil der den Panther rausgelassen hatte, der vielleicht doch garnicht gesehen hatte das da Gardisten standen und beim Tempel wollte er sich wohl auch beschweren, dabei hatte Cha das ja ganz bestimmt garnicht so gemeint. Bestimmt wollte er ihnen nur Angst machen. Und Thanya würde nun dastehen als habe sie gepetzt. War aber garnicht ihre Absicht nur manchmal vergass sie den Rang des Wachtmeisters und wenn sie ihns erzählen kam quatschte sie manchmal mehr als sie vielleicht sollte.
Sie fühlte sich schlecht, matt, traurig. Alles machte sie offenbar falsch. Vielleicht sollte sie in zukunft einfach mal den Mund halten oder erstmal denken und dann reden...etwas was man ihr wohl garnicht oft genug sagen konnte. Vielleicht war sie bei der Wache aber doch nicht so ganz richtig wie sie gedacht hatte. Sie liebte die Wache und es war ihre Familie. Aber manchmal....
In letzter Zeit bekam sie noch mehr Anschiss als sonst, zumindest fühle es sich so an auch wenn es nicht ganz richtig war. Nur die Ereignisse der letzten Wochen nahmen sie etwas mit.
Da war die Sache mit Asgerat, meine Güte war sie jemals so wütend in ihrem Leben gewesen? Selten, die halbe Taverne hatte sie zusammengebrüllt und war drauf und dran auf ihn loszugehen und ihn zu schlagen. Und das nur weil sie bei der "Sache" nicht mitmachen wollte und ihn dazu bewegen wollte das richtige zu tun. Und dann zweifelte Talana auch noch an ihrem Wort weil er ihr sonst was erzählt hatte um Thanaya irgendwie die Schuld dafür zu geben was dann geschehen war. Das hatte sie getroffen. Am nächsten Tag sah sie ihn auf dem Fest wieder und die Wut wallte wieder in ihr hoch. Daher fiel es ihr sehr schwer ihre Rolle auf dem Fest bei dem Theater ordentlich zu spielen. Aber zum Glück erwischte sie Xontor vorher, der ihr etwas zur Beruhigung verabreichte. Und dann gings und übrig blieb fast nur noch die Nervosität vor dem Auftritt. Dennoch knabberte sie eine ganze Weile daran und nach Düstersee mochte sie nun garnicht mehr.
Einige ihrer Kamerade waren mittlerweile befördert worden...sie selber nicht, war aber klar, sie würde sich auch nicht befördern. Naja jedenfalls schien eine Beförderung weit mehr anzustellen als nur mehr Aufgaben und ein neues Abzeichen, denn diese Kameraden begannen ziemlich pingelig zu werden, sehr genau und Garun schickte sie sogar eine Runde laufen! Sinndar meinte das sei weil wegen der Vorbildfunktion. Thanaya jedoch nahm das ein wenig persönlich, denn davor waren sie auch mal bereit gewesen zu dem einen oder anderen Schabernack, und auf einmal...
Von Ked kannte sie das ja schon, sie war unglaublich genau und korrekt. Aber die wurde auch immer gemeiner hatte Thanaya das Gefühl...Rügte sie an dass sie sie nicht korrekt Ansprach. Und Ked hatte ja recht damit, als sie vor den neuen Landsknechten verkündete, dass Thanaya nun wirklich nicht als Vorbild taugte, doch irgendwie traf sie das ein wenig. Immerhin war sie ihre beste Freundin. Aber da schnitten sich wohl Freundschaft mit Wache und Lethar. Es gab Grenzen...die gab es immer und Thanaya akzeptierte sie soweit es ihr möglich war und wenn Ked nun so über sie dachte, dann war es eben so. Sie konnte nur versuchen sich weiter Mühe zu geben.....nein falsch, ihr bestes zu geben.
Und dann war da noch die Sache mit dem Wachtmeister.
Zuvor war sie mit Holm unterwegs, den Befehl des Hauptmannes nachkommen. Sie sollten alle Handwerker der Stadt ausfindig machen und eine Liste anfertigen. Weit kamen sie nicht, nur die südlichsten Häuser hatten sie geschafft und dann...kamen sie zu Durions Haus. Es war ein schönes Haus, mit hübschem Tor und Garten. Thanaya drückte sich die Nase am Zaun platt und guckte hinein. "Blumen würden sich hier richtig schön machen weisst? In einem Blumenbeet." Meinte sie zu ihrem Kameraden. "Ja der Garten macht wirklich was her. Und das Obst würde bestimmt schon wachsen nur weil er es böse anstarrt."
"Ich red doch nich von Obst, ich red von Blumen! Könnte man ihm ja mal vorschlagen." Entgegnete sie ihm. "2 Kronen wenn du ihm das mit dem Obst sagst." Holm grinste sie an. "Bist du Lebensmüde? Der haut mich dann bestimmt. Warum sagst du ihm das nicht selber?" Holm zeigte ihr einen Vogel.
So blödelten sie noch eine Weile vorm Zaun herum. Irgendwann überlegten sie sich ob er sie vielleicht hören konnte und warfen einen vorsichtigen Blick zu den Fenstern, doch glücklicherweise war niemand zu sehen.
"5 Kronen wenn ich ihm einen Kuchen vorbeibringen und er ihn nicht sofort mit seinem Schwert in Stücke haut." Waren sie irgendwann bei der nächsten Wette angekommen, wie sie dann auf Kuchen kamen wusste sie nicht mehr genau. "5 Kronen ist eine ganze Menge. Hm, abgemacht!" Sagte Holm und nickte. Thanaya guckte ihn an. "Nein so war das jetzt nicht gedacht. Du hättest sagen sollen -Nein Thanaya geh nicht dahin, du bist mir wichtiger als 5 Kronen- oder -Nein 5 Kronen sind mit dann doch zuviel-." Brummelte sie ihn an...und dann ging auf einmal die Tür auf und ein Fauchen ertönte. Durch den Schnee vernahmen sie das schnelle aufsetzen von Pfoten und dann erschien etwas dunkles vor dem metallene Eingangstor. Holm und Thanaya erstarrten. Ein risiger Panther drückte sich knurrend vor ihnen herum und sah sie mit seinen Augen funkelnd an. Rasch drückten sie sich gegen die Mauer neben dem Tor. "Oh scheisse..wir sind tod..wir sind ja so tod, er hat bestimmt alles gehört!" Flüsterte Thanaya "Lauf Holm....lauf.....LAUF!" Und dann sah man die beiden Gardisten laut scheppernd flüchten, wie um ihr Leben die Strasse hinauf, um die nächste Ecke und in einen Hauseingang hinein. Keuchend blieben sie dort stehen und sahen sich um. "Und?" Fragte Thanaya. "Er ist nicht hinter uns hergekommen." Sagte Holm nach einem prüfenden Blick und beide atmeten auf. Doch dann rasselte es hinter ihnen von der anderen Seite und Vicarius Cha kam die Strasse entlang, beide forschend ansehend. Plappernd und aufgeregt erzählte Thanaya ihm knapp das ein Panther hinter ihnen her wäre. Natürlich weckte dies die Aufmerksamkeit des Letharen und er ging an ihnen vorbei in Richtung Durions Haus.
"Wir müssen ihr beschützen, was wenn der Panther ihn aufisst?" Überlegten sie einen Moment. Und dann jagten die beiden wieder zurück und hinter Cha her, pflichtbewusst und Todesmutig. Am Tor angekommen sass dort noch immer der Panther und Cha sah den beiden Gardisten die Angst vor dem Tier an. Es behagte ihm überhaupt nicht das sie solche Angst zeigten vor dem Anblick der Form des Einen und er rügte sie und drohte ihnen damit dass er sie dafür eigentlich auspeitschen müsste. Naja er hatte zum Glück noch was im Tempel zu tun. Vielleicht wollte er ihnen auch nur Angst machen oder sie Ärgern, auch wenn er wirklich ein bischen sauer wirkte.
Nach dem Schrecken gingen die beiden erstmal wieder zurück zum Wachplatz. Dort mussten sie erfahren das Sinndar die Wache verlassen hatte, was ihr einen zusätzlichen Stich versetzte.
Und dann kam auch noch Durion vorbei, aber er meckerte nicht..vielleicht hatte er sie ja nicht gesehen gehabt. Eine Bürgerin bat um ein Gespräch mit ihm und nach einer Weile konnte man von oben aus dem Fenster der Kommandatur lautes Geschrei hören. Die Frau soll wohl von einem Fluch besessen gewesen sein und hatte irgendwas angestellt, jedenfalls wurde dann der Tempel dazugeholt um deren Meinung dazu einzuholen. Althan war dabei gewesen. Er wirkte in letzter Zeit auch abweisender als, warum wusste sie nicht. Eigentlich waren sie ja Freunde aber in letzter Zeit schien er ein bischen komisch. Naja am Ende durfte die Bürgerin wieder gehen aber als dann der Wachtmeister kam gabs den nächsten Ärger. Manchmal konnte man es Vorgesetzten einfach nicht recht machen.
Und als der Wachtmeister und Thanaya schliesslich übrig blieben und sie ihm ein bischen von ihrem Tag erzählte...Ja Sinndar hatte ja so recht. Sie quatschte manchmal mehr als sie selber wollte. Da hatte sie wieder den Schlamassel. Jetzt bekam Durion bestimmt Ärger weil der den Panther rausgelassen hatte, der vielleicht doch garnicht gesehen hatte das da Gardisten standen und beim Tempel wollte er sich wohl auch beschweren, dabei hatte Cha das ja ganz bestimmt garnicht so gemeint. Bestimmt wollte er ihnen nur Angst machen. Und Thanya würde nun dastehen als habe sie gepetzt. War aber garnicht ihre Absicht nur manchmal vergass sie den Rang des Wachtmeisters und wenn sie ihns erzählen kam quatschte sie manchmal mehr als sie vielleicht sollte.
Sie fühlte sich schlecht, matt, traurig. Alles machte sie offenbar falsch. Vielleicht sollte sie in zukunft einfach mal den Mund halten oder erstmal denken und dann reden...etwas was man ihr wohl garnicht oft genug sagen konnte. Vielleicht war sie bei der Wache aber doch nicht so ganz richtig wie sie gedacht hatte. Sie liebte die Wache und es war ihre Familie. Aber manchmal....
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Thanaya
Es war eine richtig gute Idee gewesen. Und sie hatten sich das schon richtig gut vorstellen können. Eine Zeichnung gabs dann auch schon wie das ganze aussehen sollte. Man..Rahal wäre so schön geworden und das Wache stehen hätte gleich doppelt soviel spass gemacht. Und es hätte bestimmt dazu geführt das die allgemeine Laune deutlich angehoben worden wäre. So ganz konnten Holm und Thanaya auch garnicht verstehen warum die Idee nicht auf Zustimmung stiess. Aber als die beiden dem Hauptmann den Plan vorlegten und er die Zeichnung des ersten Gebäudes das sie sich vornehmen wollten, natürlich dem Kommanadturgebäude, zeigten.....da wussten sie schon das er vielleicht nicht ganz so begeistert war. War zuerst nur ne leise Ahnung. Sein Gesicht verfinsterte sich, seine Augen blitzten und er wurde noch ernster, wenn das denn überhaupt möglich wäre.
Dann verstärkte sich die Ahnung als es so aussah als würde er jeden Moment explodieren. Dezent setzte Thanaya einen Schritt in Richtung Ausgangstür. Und als der Lethar dann den Mund aufmachte...also das konnte man dann bestimmt noch 5 Strassen weiter hören.
"Soll das etwa euer Ernst sein?" Brüllte er sie an und fast dachten sie er würde nun mit seiner Waffe auf sie losgehen. Und da wussten sie mit Gewissheit, der Hauptmann fand ihren Plan nicht ganz so toll. Zuletzt unterstrich er dies noch, indem er die mühevoll angefertigte Zeichnung zeriss und auf den Boden des Empfangsraum der Kommandatur rieseln liess.
Man war der sauer....
Zu guter letzt durfte sie dafür die Stadt schrubben. Naja zumindest alles was auf der Strasse rumlag von der Kommandatur bis zum Tempel. Jedoch kamen sie nich viel weiter als bis zur nächsten Querstrasse, wo sie erstmal Pause machten. "Los komm lass uns zurückgehen. Der merkt das doch bestimmt eh nicht." Meinte Holm während sie an einer Hauswand lehnten. Thanaya hatte einen Eimer mit Müll und einem Haufen Papierschnitzeln drin neben sich abgestellt, die seltsamerweise irgendwo von der Überbrückung des Kommandaturgebäudes zum Kerker hin auf sie herabgeregnet waren. Auf einigen standen einzelne Worte wie: "Unsinnige" "Ideen" "nicht". "Und wenn ers doch merkt?" Warf Thanaya ein. "Ach quatsch, oder wie oft reitet er durch die Stadt?" Schliesslich liess sie sich breitschlagen, nicht zuletzt weil Holm sie als Angsthasen bezeichnete. Sie leerten den Eimer im Hafenviertel im Meer aus, und kehrten zum Wachplatz zurück. Etwas traurig da aus ihrem tollen Plan nichts geworden war.
"Wir hätten erst die Laternen aufhängen sollen, und ihm dann den restlichen Plan vorlegen, dann hätte ers bestimmt gut gefunden." Murmelte Thanaya. "Ich weiss wie wirs machen." Entgegnete Holm. "Wenn wir mal ne tolle Schlacht gewonnen haben, hängen wir sie auf und nehmen sie danach einfach nich mehr ab. Merkt bestimmt keiner!" Thanaya nickte. Das war eine gute Idee und vielleicht würden sie den Rest dann auch noch hinkriegen.
[img]http://darkrain1.da.funpic.de/Rahal_verschoenerung.jpg[/img]
Dann verstärkte sich die Ahnung als es so aussah als würde er jeden Moment explodieren. Dezent setzte Thanaya einen Schritt in Richtung Ausgangstür. Und als der Lethar dann den Mund aufmachte...also das konnte man dann bestimmt noch 5 Strassen weiter hören.
"Soll das etwa euer Ernst sein?" Brüllte er sie an und fast dachten sie er würde nun mit seiner Waffe auf sie losgehen. Und da wussten sie mit Gewissheit, der Hauptmann fand ihren Plan nicht ganz so toll. Zuletzt unterstrich er dies noch, indem er die mühevoll angefertigte Zeichnung zeriss und auf den Boden des Empfangsraum der Kommandatur rieseln liess.
Man war der sauer....
Zu guter letzt durfte sie dafür die Stadt schrubben. Naja zumindest alles was auf der Strasse rumlag von der Kommandatur bis zum Tempel. Jedoch kamen sie nich viel weiter als bis zur nächsten Querstrasse, wo sie erstmal Pause machten. "Los komm lass uns zurückgehen. Der merkt das doch bestimmt eh nicht." Meinte Holm während sie an einer Hauswand lehnten. Thanaya hatte einen Eimer mit Müll und einem Haufen Papierschnitzeln drin neben sich abgestellt, die seltsamerweise irgendwo von der Überbrückung des Kommandaturgebäudes zum Kerker hin auf sie herabgeregnet waren. Auf einigen standen einzelne Worte wie: "Unsinnige" "Ideen" "nicht". "Und wenn ers doch merkt?" Warf Thanaya ein. "Ach quatsch, oder wie oft reitet er durch die Stadt?" Schliesslich liess sie sich breitschlagen, nicht zuletzt weil Holm sie als Angsthasen bezeichnete. Sie leerten den Eimer im Hafenviertel im Meer aus, und kehrten zum Wachplatz zurück. Etwas traurig da aus ihrem tollen Plan nichts geworden war.
"Wir hätten erst die Laternen aufhängen sollen, und ihm dann den restlichen Plan vorlegen, dann hätte ers bestimmt gut gefunden." Murmelte Thanaya. "Ich weiss wie wirs machen." Entgegnete Holm. "Wenn wir mal ne tolle Schlacht gewonnen haben, hängen wir sie auf und nehmen sie danach einfach nich mehr ab. Merkt bestimmt keiner!" Thanaya nickte. Das war eine gute Idee und vielleicht würden sie den Rest dann auch noch hinkriegen.
[img]http://darkrain1.da.funpic.de/Rahal_verschoenerung.jpg[/img]
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Thanaya
Da hing sie, mit den nackten Füssen nach Halt suchend, die Hände an der Brüstung des Balkons der Freien Bibliothek am Nebelpass festgeklammert, das Kleid halb zerrissen und sie selber voller Schrammen und blauer Flecken. Zu allem dem hatte sich auch noch die Tür zum Balkon geöffnet und die hohe Hüterin, Florentine und Thelor kamen herausgeeilt....Die "Flucht" hatte sie sich wirklich anders vorgestellt.
Dabei fing alles so gut an. Yexxe und sie hatten sich überlegt, sie wollten schauen wo der Lucien wohnte. Der war ziemlich gemein zu ihnen gewesen. Der Klosterwächter hatte ihnen am Tag zuvor verraten, das er wohl in Schwingenstein wohnte. So marschierten sie voller Tatendrang, Thanaya in einem hübschen Kleid mit hell gefärbten Haaren, und Yexxe ganz in grün mit einem tief ins Gesicht gezogenen Blumenhut, durch Schwingenstein auf der Suche nach besagtem Haus. Da keine von ihnen einen genauen Plan hatte welche der vielen Häuser es sein konnte, hatte Yexxe die hervorragene Idee die Namenschilder zu lesen, welches als Aufgabe Thanaya zuviel. Das Hausschildlesen beschränkte sich jedoch auf dasentziffern des Anfangsbuchstabens, was die Sache zwar beschleunigte, aber gleich zwei Häuser in die engere Auswahl brachte, wo die Namen mit "L" anfingen. Um die Mühe nicht ganz umsonst gewesen sein zu lassen, hinterliessen sie an beiden Türen einen hübschen, mit Kohlestift gemalten Panther, der gerade dabei war einen Adler zu fangen. Yexxe stand dabei schmiere, während Thanaya hochkonzentriert mit malen beschäftigt war. Es kam auch keiner der sie erwischte, und so verdrückten sie sich nach getaner Arbeit rasch wieder heimlich.....so dachten sie zumindest. Lucien, dem der Klosterwächter gepetzt hatte, das die beiden ihn am Tag zuvor gefragt hatten wo er wohnt, hatte die Zeichnung entdeckt und erwischte Thanaya auf dem Markt der Abends stattfand, um ihr dann gründlich den Kopf zu waschen.
Wie auch immer, da hang sie nun. Wer hatte eigentlich die glohrreiche Idee gehabt in die feindliche Bibliothek zu gehen? Als sie da ankamen, schien keiner da gewesen zu sein. Falsch gedacht...während Yexxe sich umsah, sie waren schlauerweise nicht gleichzeitig sondern in fünfminutenabstand reingegangen um so zu tun als gehörten sie nicht zusammen, kam der Thelor die Leiter runtergeklettert und begrüsste Yexxe. Neugierig machte Thanaya sich auf, die Treppe runterzuschleichen, um zu gucken wer da denn gekommen war. Dabei verhedderte sie sich in ihrem Kleid, und fiel den letzten Rest nach der Treppe unten. Schnell rappelte sie sich schimpfend und jammernd wieder auf, und sah sich dem Paladin direkt gegenüber, was sie ein wenig irritiete. Wie immer in solchen Situationen, begann irgendwas zu erzählen. Dabei stellte sie fest, das er ein Buch über den Glauben Alatars suchte. War für sie höchst interessant und eigentlich wollte sie mehr wissen und ihn vielleicht ein bischen bequatschen. Aber dann ging die Eingangstür auf und die Hohe Hüterin kam rein. Wurde langsam alles etwas kritisch. Und dann kam auch noch die Florentine! Thanaya wurde immer nervöser und sah sich nach Yexxe um, die mittlerweile hinter irgendeinem Bücherregal stellung bezogen hatte und heimlich lauschte. Als Thanaya dann gefragt wurde was sie denn suche, fiel ihr nichts besseres ein als etwas über Drachenmagie, woraufhin sie in die obere Etage mitgenommen wurde, wo ihr die entsprechenden Flügel gezeigt wurden. Die hohe Hüterin schien danach wieder nach unten zu gehen, und Thanaya schlich sich auf die andere Seite zur Leiter, kniete sich hin und guckte durch die Bodenluke nach unten, ob sie Yexxe irgendwo entdeckte. Die drei hatten sich mittlerweile in den Flur begeben und versperrten den einzigen Ausgang. So beschlossen die beiden, die Flucht durch ein Fenster. Das erste welches sie sich vornamen, war vergittert, da ging mal nichts. Dann machten sie sich auf zu einem anderen, bis ihnen einfiel, das das Gebäude ja auch noch einen Balkon hatte. Bestimmt konnte man da irgendwie runterklettern. Und tatsächlich... sooo hoch sah das ganze garnicht aus und Yexxe stellte fest, das da Ranken an der Wand hochwuchsen, wo man sich festhalten und runterklettern könnte. Gesagt getan.. Thanaya sollte als erste runterklettern. Geschickt kletterte sie über die Brüstung, versuchte mit einem Fuss auf den an der Wand hängenden Laternenhalter zu kommen, während sie sich mit der einen Hand an der Brüstung abstütze und mit der anderen irgendwie an dem Fenstersims nahe der Brüstung hing. Sie wackelte gefährlich und bemerkte, fast zu spät, das das garkeine gute Idee war. Im letzten Moment packte Yexxe sie am Kragen des Kleides um sie hochzuziehen, was das Kleid ruinierte und ihr einige Schrammen und Grasflecken einbrachte. Gut, das funktionierte also schonmal nicht. Yexxe entdeckte dann ein Gitter unter der Brüstung, an dem man gut runterklettern konnte. Diesmal machte sie den Anfang, und es gelang ihr recht geschickt runter zu kommen. Jedoch wieherten die Pferde, die darunter standen auf, und weckten die Aufmerksamkeit der Drei in der Bibliothek. Als dann Thanaya runterklettern wollte, ging oben die Tür auf, und Florentine eilte ihr zur "Hilfe" da sie glaubte sie sei über die Brüstung gefallen. Sie rief dann auch noch nach Verstärkung die in Form von einem Paladin und einer Oberstleutnant eintrafen. Wurde alles immer schlimmer! Während sie halb in dem Versuch war, weiter runter zu klettern, wurde sie von oben wieder hoch gezogen und gab auf. Jammernd liess sie sich hochziehen mit dem kaputten Kleid und wurde dann erstmal versorgt mit Umhang vom Thelor und Tee von der hohen Hüterin. Das man sie nicht erkannte war ein Wunder. Sie konnte sich dann gerade noch vor den Vorschlägen retten ins Kloster oder zur Heilerstube gebracht zu werden, und bekam statt dessen eine Portalreise nach Bajard.
Dabei fing alles so gut an. Yexxe und sie hatten sich überlegt, sie wollten schauen wo der Lucien wohnte. Der war ziemlich gemein zu ihnen gewesen. Der Klosterwächter hatte ihnen am Tag zuvor verraten, das er wohl in Schwingenstein wohnte. So marschierten sie voller Tatendrang, Thanaya in einem hübschen Kleid mit hell gefärbten Haaren, und Yexxe ganz in grün mit einem tief ins Gesicht gezogenen Blumenhut, durch Schwingenstein auf der Suche nach besagtem Haus. Da keine von ihnen einen genauen Plan hatte welche der vielen Häuser es sein konnte, hatte Yexxe die hervorragene Idee die Namenschilder zu lesen, welches als Aufgabe Thanaya zuviel. Das Hausschildlesen beschränkte sich jedoch auf dasentziffern des Anfangsbuchstabens, was die Sache zwar beschleunigte, aber gleich zwei Häuser in die engere Auswahl brachte, wo die Namen mit "L" anfingen. Um die Mühe nicht ganz umsonst gewesen sein zu lassen, hinterliessen sie an beiden Türen einen hübschen, mit Kohlestift gemalten Panther, der gerade dabei war einen Adler zu fangen. Yexxe stand dabei schmiere, während Thanaya hochkonzentriert mit malen beschäftigt war. Es kam auch keiner der sie erwischte, und so verdrückten sie sich nach getaner Arbeit rasch wieder heimlich.....so dachten sie zumindest. Lucien, dem der Klosterwächter gepetzt hatte, das die beiden ihn am Tag zuvor gefragt hatten wo er wohnt, hatte die Zeichnung entdeckt und erwischte Thanaya auf dem Markt der Abends stattfand, um ihr dann gründlich den Kopf zu waschen.
Wie auch immer, da hang sie nun. Wer hatte eigentlich die glohrreiche Idee gehabt in die feindliche Bibliothek zu gehen? Als sie da ankamen, schien keiner da gewesen zu sein. Falsch gedacht...während Yexxe sich umsah, sie waren schlauerweise nicht gleichzeitig sondern in fünfminutenabstand reingegangen um so zu tun als gehörten sie nicht zusammen, kam der Thelor die Leiter runtergeklettert und begrüsste Yexxe. Neugierig machte Thanaya sich auf, die Treppe runterzuschleichen, um zu gucken wer da denn gekommen war. Dabei verhedderte sie sich in ihrem Kleid, und fiel den letzten Rest nach der Treppe unten. Schnell rappelte sie sich schimpfend und jammernd wieder auf, und sah sich dem Paladin direkt gegenüber, was sie ein wenig irritiete. Wie immer in solchen Situationen, begann irgendwas zu erzählen. Dabei stellte sie fest, das er ein Buch über den Glauben Alatars suchte. War für sie höchst interessant und eigentlich wollte sie mehr wissen und ihn vielleicht ein bischen bequatschen. Aber dann ging die Eingangstür auf und die Hohe Hüterin kam rein. Wurde langsam alles etwas kritisch. Und dann kam auch noch die Florentine! Thanaya wurde immer nervöser und sah sich nach Yexxe um, die mittlerweile hinter irgendeinem Bücherregal stellung bezogen hatte und heimlich lauschte. Als Thanaya dann gefragt wurde was sie denn suche, fiel ihr nichts besseres ein als etwas über Drachenmagie, woraufhin sie in die obere Etage mitgenommen wurde, wo ihr die entsprechenden Flügel gezeigt wurden. Die hohe Hüterin schien danach wieder nach unten zu gehen, und Thanaya schlich sich auf die andere Seite zur Leiter, kniete sich hin und guckte durch die Bodenluke nach unten, ob sie Yexxe irgendwo entdeckte. Die drei hatten sich mittlerweile in den Flur begeben und versperrten den einzigen Ausgang. So beschlossen die beiden, die Flucht durch ein Fenster. Das erste welches sie sich vornamen, war vergittert, da ging mal nichts. Dann machten sie sich auf zu einem anderen, bis ihnen einfiel, das das Gebäude ja auch noch einen Balkon hatte. Bestimmt konnte man da irgendwie runterklettern. Und tatsächlich... sooo hoch sah das ganze garnicht aus und Yexxe stellte fest, das da Ranken an der Wand hochwuchsen, wo man sich festhalten und runterklettern könnte. Gesagt getan.. Thanaya sollte als erste runterklettern. Geschickt kletterte sie über die Brüstung, versuchte mit einem Fuss auf den an der Wand hängenden Laternenhalter zu kommen, während sie sich mit der einen Hand an der Brüstung abstütze und mit der anderen irgendwie an dem Fenstersims nahe der Brüstung hing. Sie wackelte gefährlich und bemerkte, fast zu spät, das das garkeine gute Idee war. Im letzten Moment packte Yexxe sie am Kragen des Kleides um sie hochzuziehen, was das Kleid ruinierte und ihr einige Schrammen und Grasflecken einbrachte. Gut, das funktionierte also schonmal nicht. Yexxe entdeckte dann ein Gitter unter der Brüstung, an dem man gut runterklettern konnte. Diesmal machte sie den Anfang, und es gelang ihr recht geschickt runter zu kommen. Jedoch wieherten die Pferde, die darunter standen auf, und weckten die Aufmerksamkeit der Drei in der Bibliothek. Als dann Thanaya runterklettern wollte, ging oben die Tür auf, und Florentine eilte ihr zur "Hilfe" da sie glaubte sie sei über die Brüstung gefallen. Sie rief dann auch noch nach Verstärkung die in Form von einem Paladin und einer Oberstleutnant eintrafen. Wurde alles immer schlimmer! Während sie halb in dem Versuch war, weiter runter zu klettern, wurde sie von oben wieder hoch gezogen und gab auf. Jammernd liess sie sich hochziehen mit dem kaputten Kleid und wurde dann erstmal versorgt mit Umhang vom Thelor und Tee von der hohen Hüterin. Das man sie nicht erkannte war ein Wunder. Sie konnte sich dann gerade noch vor den Vorschlägen retten ins Kloster oder zur Heilerstube gebracht zu werden, und bekam statt dessen eine Portalreise nach Bajard.
Zuletzt geändert von Thanaya am Mittwoch 18. September 2013, 11:50, insgesamt 1-mal geändert.
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Thanaya
Sie sass am Fenster und dachte nach. der gestrige Abend lag ihr noch wie ein Stein im Magen. Nein nicht die Auspeitschung.. auch nicht der Bau der Arena die der Alka gerne haben wollte. Sondern das Wiedersehen mit einem alten.... Freund. Sie hang manchmal zu sehr an der Vergangenheit, konnte sie nicht loslassen und bestimmte Gegebenheiten rissen sie wieder zurück, trieben die Gedanken und Erinnerungen nach oben und liessen sie traurig werden. Im letzten Jahr war es eine liebe Freundin gewesen die sie da herausgeholt hatte. Alin, irgendwie hatten sich ihre Wege verloren und nur für eine kurze Weile waren sie einen Abschnitt zusammen gegangen. Sie erinnerte sich noch gut wie sie sie zum ersten Mal gesehen hatte, da bei Bajard zusammen mit Ruben, dem Meisterfischer. Stellte sich nur raus das der garnicht Ruben hiess und auch kein Meisterfischer war sondern ein Arkorither. Da begegneten sich auch der Dazen und die Alin und schon damals hatten die sich immer in der Wolle. Dann wurde eine Freundschaft draus zwischen den dreien und irgendwann zog Alin neben ihnen ein. Ja da flogen Teller und Tassen und dauernd schimpfte wer und es war eigentlich ganz schön. Dann heirateten die beiden. Thanaya war noch nie Trauzeugin gewesen. Es war eine unheimlichschöne Hochzeit auch wenn die Feier später dann nich mehr ganz so schön war. Da sollte sie die Festspiele organisieren aber das war für Rahal wohl nich so ganz das richtige was sie dann auch schnell merkte als Dazen ausrastete. Und dann zog sie daheim aus und ins Gildengebäude. Es war für sie in ordnung gewesen, die beiden waren ja verheiratet und sie fand es schlimm als dann die richtigen Streitereien losgingen. Vorwürfe und uverstandene Gefühle waren im Raum. Sie versuchte beiden Seiten irgendwie gerecht zu werden, es waren ja beides ihre Freunde. Sie wäre sogar mit zu Alin gezwogen weil sie diese vielleicht einfach besser verstehen konnte als Dazen und ihren Schmerz verstand. Doch Alin entschied sich dagegen.
Und dann führte sie ihr Weg zurück nach Düstersee, zurück wo es vor Jahren begann. Sie traf ihn zufällig als sie durch die Siedlung streifte nachdem sie längere Zeit fortgewesen war. Hatte kein Dach mehr über dem Kopf und durfte sich kein neues Haus mieten. Was sie dazu getrieben hat wusste sie bis heute nicht. Aber als sie ihn da traf und sich mit ihm unterhielt und er ihr dann dieses Angebot machte bei ihr einziehen zu können weil das Haus ohnehin zu gross war, willigte sie eigentlich viel zu überstürzt ein. Eigentlich garnicht typisch für sie aber es war richtig. Sie beobachtete wie er Knappe wurde dann Präfekt und sich von dem Jungen der nur Unsinn im Kopf hatte zu einem Anführer entwickelte.
Sie selber behielt ihre Flausen und machte ihm nicht wenige Sorgen. Insbesondere wenn sie mit Yexxe zusammen war. Wo die beiden die Strassen unsicher machen kam meistens nichts gutes bei raus. Endete dann eher mit einer wilden Flucht, Schimpfe, einer Prügelei oder weiteren Plänen die sie in die nächsten Schwierigkeiten brächten. Aber sie konnte sich aufeinander verlassen und zusammen würden sie alles schaffen können, davon war sie überzeugt. Yexxe war für sie das was einer Schwester am nächsten war. Und so unterschiedlich die beiden waren, irgendwie waren sie sich doch auch sehr ähnlich. Und immer musste sie mit einem Lächeln an sie denken. Das erste mal nahm sie sie in Düstersee so richtig wahr. Da hatte sie sich eine Kuh gekauft...Kühe...
Und sie durfte keine haben! Weder die hohe Hüterin liess sich erweichen noch der Präfekt, das war so gemein. In eine Bibliothek gehörten traditionell Kühe, das war eine altehrwürdige Tradition die es schon in der freien Bibliothek gegeben hatte. Und wenn schon nicht in der BIbliothek dann wenigstens in einem Gatter davor. Sie grummelte vor sich hin. Wie es wohl dem Richard ging? Sie hatte ihn so lange nich mehr gesehen. Das letzte mal.. das war im Hafenviertel da war was mit seinem Bart, der war nämlich weg. Und dann ruderte er zu einem Schiff das verdächtig nach Piraten aussah. Irgendwann hatte er ihr dann eine Nachricht zukommen lassen, von einem Boten der reichlich durchgeknalt war. Endete darin das sie flüchten musste und dann auch neben dem Boten vom Graulist gleich mit verfolgt wurde! Sie konnte sich gerade noch in die Kommandatur retten und beiden rasten daran vorbei. Eigentlich wollte sie noch mit Richard schimpfen aber er machte ja nich auf.
Die Gedanken schweiften wieder zurück zum gestrigen Abend. Sie hätte nicht gedacht das sie ihn nochmal wieder sehen würde und wusste auch garnicht wie sie reagieren sollte. Vielleicht würde auch die Morgan wiederkommen und die anderen Eisenwölfe.
Und dann führte sie ihr Weg zurück nach Düstersee, zurück wo es vor Jahren begann. Sie traf ihn zufällig als sie durch die Siedlung streifte nachdem sie längere Zeit fortgewesen war. Hatte kein Dach mehr über dem Kopf und durfte sich kein neues Haus mieten. Was sie dazu getrieben hat wusste sie bis heute nicht. Aber als sie ihn da traf und sich mit ihm unterhielt und er ihr dann dieses Angebot machte bei ihr einziehen zu können weil das Haus ohnehin zu gross war, willigte sie eigentlich viel zu überstürzt ein. Eigentlich garnicht typisch für sie aber es war richtig. Sie beobachtete wie er Knappe wurde dann Präfekt und sich von dem Jungen der nur Unsinn im Kopf hatte zu einem Anführer entwickelte.
Sie selber behielt ihre Flausen und machte ihm nicht wenige Sorgen. Insbesondere wenn sie mit Yexxe zusammen war. Wo die beiden die Strassen unsicher machen kam meistens nichts gutes bei raus. Endete dann eher mit einer wilden Flucht, Schimpfe, einer Prügelei oder weiteren Plänen die sie in die nächsten Schwierigkeiten brächten. Aber sie konnte sich aufeinander verlassen und zusammen würden sie alles schaffen können, davon war sie überzeugt. Yexxe war für sie das was einer Schwester am nächsten war. Und so unterschiedlich die beiden waren, irgendwie waren sie sich doch auch sehr ähnlich. Und immer musste sie mit einem Lächeln an sie denken. Das erste mal nahm sie sie in Düstersee so richtig wahr. Da hatte sie sich eine Kuh gekauft...Kühe...
Und sie durfte keine haben! Weder die hohe Hüterin liess sich erweichen noch der Präfekt, das war so gemein. In eine Bibliothek gehörten traditionell Kühe, das war eine altehrwürdige Tradition die es schon in der freien Bibliothek gegeben hatte. Und wenn schon nicht in der BIbliothek dann wenigstens in einem Gatter davor. Sie grummelte vor sich hin. Wie es wohl dem Richard ging? Sie hatte ihn so lange nich mehr gesehen. Das letzte mal.. das war im Hafenviertel da war was mit seinem Bart, der war nämlich weg. Und dann ruderte er zu einem Schiff das verdächtig nach Piraten aussah. Irgendwann hatte er ihr dann eine Nachricht zukommen lassen, von einem Boten der reichlich durchgeknalt war. Endete darin das sie flüchten musste und dann auch neben dem Boten vom Graulist gleich mit verfolgt wurde! Sie konnte sich gerade noch in die Kommandatur retten und beiden rasten daran vorbei. Eigentlich wollte sie noch mit Richard schimpfen aber er machte ja nich auf.
Die Gedanken schweiften wieder zurück zum gestrigen Abend. Sie hätte nicht gedacht das sie ihn nochmal wieder sehen würde und wusste auch garnicht wie sie reagieren sollte. Vielleicht würde auch die Morgan wiederkommen und die anderen Eisenwölfe.
Zuletzt geändert von Thanaya am Dienstag 25. Februar 2014, 13:01, insgesamt 1-mal geändert.