Hermann Wiling, eine Karriere als Stallknecht

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Hermann Wiling

Hermann Wiling, eine Karriere als Stallknecht

Beitrag von Hermann Wiling »

Es war nun schon beinahe Abend und er schuftete schon den ganzen Tag in den weitläufigen Stallungen des Hohenfelder Regiments. Zumindest wenn man einmal von den kleinen Pausen absah, die sich Hermann ab und an genehmigte wenn niemand in der Nähe war und sein Pferd frisch gestriegelt und gesattelt verlangte.

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Er umfasst die Mistgabel fester und befördert einen großen Misthaufen nach dem anderen von einem dieser edlen Streitrösser irgendeines Ritters in den hölzernen Eimer zu seiner linken.
„Einen Trunkenbold und Obdachtlosen können wir im Regiment nicht gebrauchen, das verstehst du sicher“, zitiert er den Oberst leise. Betteln und flehen musste er um Dienst an der Mistgabel leisten zu dürfen. „Und jeden Abend meldest du dich bei der Wache, nüchtern und in einem ordentlichen Zustand“, murrt er gedämpft weiter.
Als wenn dieser Herr Oberst Reichsritter überhaupt kein Laster hat, da müsste nur mal einer etwas genauer nachbohren und überhaupt, wäre beim Krämer nicht jene junge Bäuerin gewesen, hätte er wohl seinen gesamten Sold für neue Kleidung ausgeben müssen und aus dem Dach übern Kopf wär wieder nichts geworden.

Langsam kippt er den Eimer über dem Misthaufen aus, „eigentlich ist es gar nicht so schlecht“, ging es dem jungen Mann durch den Kopf, „ist ja nur für zwei Wochen und wann hatte Ich das letzte mal ein festes Dach übern Kopf? Geschweige denn ein eigenes Zimmer in einer Herberge?“, und stellt sein Werkzeug an die Wand. Es wurde Zeit zur Herberge zurück zu kehren um sich zu waschen und umzuziehen, damit er sich der Wache zeigen konnte.

Bisher hatte sein Zustand immer einen guten Eindruck auf die Wache gemacht und das sollte sich auch am heutigen Tag nicht ändern. Schliesslich verzichtete er nach der Mittagsstunde auf jeden noch so kleinen Schluck und nach Feierabend hatte der Oberst es ihm schliesslich nicht verboten. „Selbst wenn…“, strickt Hermann den Gedanken weiter, „… habe ich mich der Wache schon gezeigt, sollte der Oberst also nichts mehr von mitbekommen. Sind also die kleinen zum Frühstück auch kein Problem.“ Ein schmunzeln umspielt die Züge des Mannes auf dem Weg zu seinem Zimmer.
„Vielleicht würde er sich das saufen ja noch abgewöhnen .. müssen“, schliesst er den Gedanken.

Rasch schlüpft er in die schlichte, aber saubere und vorallem heile Wollhose, streift sich ein frisches Hemd über und macht sich auf Richtung Wache.
Zuletzt geändert von Hermann Wiling am Freitag 12. August 2011, 15:56, insgesamt 1-mal geändert.
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