Zwischen Veilchen und Wölfen sitzt ein grüner Prinz
-
Alexa N'yota
- Beiträge: 37
- Registriert: Dienstag 1. September 2015, 12:52
Zwischen Veilchen und Wölfen sitzt ein grüner Prinz
Die Symbolik der Pflanzen...Oder aber auch:
Zwischen Veilchen und Wölfen sitzt ein grüner Prinz.
Ihr Besuch im Kloster hatte sie in die Tat umgesetzt und ein kurzes aber hilfreiches Gespräch mit Diakon Prochska und Ardan geführt...Akzeptiert ihn wie er ist...Tat sie das nicht? Naja, gut...Manchmal vielleicht nicht...
Sie gelobte sich Besserung und sah auch von teuren Geschenken ab, denn die Argumente der beiden hatten sie völlig überzeugt. Lieber Kleinigkeiten...Bei solchen Geschenken, wie sie es gemacht hatte, geht oft die Bedeutung der Geste unter. Und darum ging es ja schließlich, nicht um das Geschenk selbst.
Die beiden sagten ihr auch andere Dinge über die sie noch eingehend nachdachte es aber schließlich aufgab, da ihre Auffassung davon wohl immer ein wenig anders sein wird.
Noch am Abend des gleichen Tages, während den Feierlichkeiten von Bospa und Miras Hochzeit,als sie den Brautstrauß fing, kam ihr eine Idee.
Aber es war noch tagelang nur eine Idee...Und diese Idee wartete auf die richtige Umsetzung. Angestrengt dachte sie darüber nach, wer ihr dabei helfen könnte und direkt fiel ihr Amary ein. Ja! Amary ist die richtige Person dafür. Sie hatte sogar schon mal den Vorschlag geäußert, sie solle sich mit anderen Männern verabreden um Farion eifersüchtig zu machen.
Aber das ist nichts für sie...In so etwas sah sie keinen Sinn und es würde mehr zerstören als helfen.
Kaum hatte sie Amary für ihre Hilfe auserkoren erzählte sie ihr auch schon direkt beim nächsten Treffen davon. Bis dahin hatte sie einige Seiten von einem schlichten Buch mit zusammengesuchten Informationen gefüllt. Sie hatte Stundenlang in den Bibliotheken gesessen und nebenbei allerlei Bauern ausgefragt.
Amary musste das Buch einmal durchlesen ehe sie ihre Idee grob zu hören bekam. Und nachdem sich Alexa für einige einzelne Sorten entschieden hatte verabredeten sie sich für den nächsten Abend um sich an die Arbeit zu machen.
In der Dämmerung machten die beiden sich bepackt mit einem Korb, einer riesigen ledernen Tasche, Schaufeln und je eine Laterne vom Hof aus auf den Weg zum Waldrand. Dort angekommen kämpften sie sich durch das Unterholz und sie entdeckte auf einer kleinen Freien Stelle im Schatten der Bäume einige rote Blumen.
"Ah Schau da.."
,sie schwenkt mit ihrer Laterne herum um den Lichtschein auf die Blumen zu bringen.
Beide Frauen knien nieder und begutachten sie. Nachdem sie sich darauf geeinigt haben, dass es Veilchen sein könnten holten sie die Schaufel hervor und legten den Korb bereit. Während Amary direkt beginnt die Erde um die Ansammlung von Blumen zu lockern zieht sie selbst sich erst ein paar lederne Handschuhe an. Begeistert lösten sie die Erde vorsichtig von den Wurzeln jeder einzelnen Blume, die sorgsam in den Korb gelegt wurden.
Amary schob leise summend einen glitschigen zappelnden Regenwurm beiseite. "Oh...",
Alexa starrte auf die Pflanzenreste in ihrer Hand. Sorgfältig hatte sie gedankenverloren das Blümchen geköpft. "Zum Glück gibt es genug davon..."
,und warf die Reste beiseite. Beim wegzupfen einer störenden Strähne aus dem Gesicht hinterlässt sie mit dem erdverschmutzten Handschuh schwarze Streifen auf ihrer Wange.
Eingehend begutachteten sie die bisher angesammelte Blumenmenge und einigten sich darauf dass es reicht.
Amary verstaute ihren Spaten wieder am Gürtel und fragte
"Gut...Und welche stehen jetzt auf dem Plan?"
Schnell kramte Alexa einen knittrigen, mehrfach gefalteten Zettel aus ihrer Hosentasche. "Wenn wir hiervon noch die üblichen Veilchen in blau finden...Und ..hm...Kornblumen..."
Sie klopften ihre Knie ab und stapften weiter am Waldrand herum. Plötzlich fuchtelte Amary mit ihrer Laterne herum und rief
"Da Blaue!..." Und schon war sie weg. Hastig eilte Alexa ihr hinterher.
Lachend ließen sie sich wieder auf dem Waldboden nieder und machten sich wieder an die Arbeit die blauen Veilchen sorgsam auszubuddeln.
"Wer hätte gedacht, dass ich einmal im Wald auf dem Boden auf Knien rum krieche und die passenden Blumen suche..." , sprach sie amüsiert zu Amary.
"Du hast mit so etwas gar nichts zu tun?" , fragte diese noch und stockte dann in ihrem Tun. Irgendwo in der näheren Umgebung hörte man das Brüllen und tiefe Knurren von einem Rudel Wölfe. Beide hoben langsam den Kopf an und schauten sich an.
"Ohje...Wir beeilen uns und nichts wie fort von hier...", nuschelte Ame leise und kleinlaut während sie schneller grub. Sie selbst löste einen ganzen Erdballen samt Blumen von Waldboden und platzierte es in dem ihr hingehaltenen Korb. Ein leises Kichern ertönte von Amary.
"Ohje..Da überleb ich einen Letharenangriff und am Ende werden wir von einem Rudel Wölfe zerfetzt...",
wispert sie zu ihrer Freundin.
Aus einem nahem Gebüsch knisterte es als ein Ast bricht.
"Los...Los...gehen wir schnell", stöhnte Ame leise aufgeregt und packte ihre Sachen vom Boden bevor sie krabbelnd in einem Gebüsch verschwand. Noch starr vor Schreck starrte Alexa ihr hinterher ehe sie ihre Laterne griff und ihr folgte.
Plötzlich sprang ein Häschen vor Angst erfüllt zwischen den beiden hindurch und hopste weiter auf der Flucht. Beide Frauen sprangen schreiend hoch und rannten gehetzt aus dem Wald über die Wiese. Erst als sie ein Haus erreichten wurden sie langsamer und versuchten wieder zu Atem zu kommen. In der Ferne hörte man deutlich ein letztes Kreischen eines Tieres das gerissen wurde.
"Oh...Temora steh uns bei..." , sprach sie leise schnaufend und schlug hastig ein Kreuz auf ihrer Brust. Ame stand an die Hauswand gelehnt da und keuchte zu ihr
"Wenn wir das hier überleben, schuldest du mir ein Kleid!"
"Bekommst du..Sogar zehn!",
antwortete sie bevor sie langsam weitergingen.
Auf ihrer weiteren Suche begutachteten sie die riesigen Anwesen.
"Sag mal weisst du wie Vergissmeinnicht aussehen?", schaute beim gehen seitlich zu Ame.
"Ja!..Ganz klein..in einem Häufchen..Blau...im Wald...meistens wo es etwas feucht ist."
Nach einigen Minuten auf dem Waldweg stellten sie fest, dass keine von ihnen wusste wo sie überhaupt waren. Während sie sich darüber Gedanken machte ob sie je wieder heil nach Hause kommen fand Amary die Blumen am Waldrand.
Kaum wurde sie entdeckt, wurde sie auch schon aus ihrem Platz ausgegraben und vorsichtig zu den anderen Blumen in den Korb gebettet.
"So...Jetzt brauchen wir noch immer Kornblumen...Und eine junge Weide hätte ich gerne..Ist die Frage ob wir so eine finden...Ah und wilden Wein...Ich weiß nicht einmal wie der aussieht.", sprach sie nachdenklich während die beiden nun quer sich durch das Unterholz des Waldes kämpften und über einige Baumwurzeln stolperten. Einige Stolperfallen später rief Ame sie und winkte mit der Laterne um ihr den Weg zu weisen. Sie stand vor einem kleinen Bäumchen, welches sich nach reichlicher Begutachtung als junge Weide herausstellte. Es dauerte lange den Wurzelnballen heraus zu graben und es war eine schweißtreibende harte Arbeit. Leise keuchend stützte sie sich auf dem Stiel ihrer Schaufel ab und blinzelte gen Ame. " Hab ich schon Danke gesagt?..."
Einige Spatenstiche später hatten sie den Wurzelballen samt Erde freigelegt und aus dem Loch gehievt. Sie musste sich umdrehen und Amary band ihr das Bäumchen mit Seilen auf den Rücken fest. Der Ballen wurde in die riesige, eigens für den Zweck angefertigte Tasche gestülpt und sie steckte ihre Arme durch die langen Riemen. Erleichtert atmete sie auf, als sie das Gewicht des Bäumchens bequemer verteilt hatte. " Ich muss gerade daran denken..." "Ja?", kam es hinter hier, da Ame noch an den Seilen herumrückte. "Das wir noch einmal so ein Loch buddeln müssen...", meint sie schnaufend.
Nachdem die junge Weide also sicher an ihrem Rücken befestigt war, stapften sie weiter und kamen zu einer Lichtung mit einem See.
Die Laternen weit von sich gestreckt liefen sie um den See herum auf der Suche nach den restlichen gesuchten Pflanzen.
Ame fand mit ihrem geübten Auge nach einigen Malen des auf und abgehen den wilden Wein und mit ihm wurde kurzen Prozess gemacht. Mit zufriedener Miene kam er ebenfalls in den Korb.
Besorgt fiel Alexas Blick auf den Korb und sie sprach nachdenklich "Wehe der kommt auf die Idee die Sachen wieder rauszureißen." Schnaubend erwiderte Ame
"Dann erwürg ich ihn persönlich..."
Sie wanderten wieder zurück in die Richtung aus der sie gekommen waren und da rief Ame auch schon:
" Daaaa!!..." Und rannte schnell zum gezeigten bunten Fleck.
" Wir sind blinde Hühner...", und schon befand sich Ame sich wieder bei der Arbeit. Währenddessen kämpfte sie selbst mit den Zweigen der jungen Weide, die sich ihr immer wieder in den Hals oder den Ohren bohrten als sie ebenfalls in die Knie ging. Als die endlich damit anfing ebenfalls in der Erde herumzuwühlen, war Ame schon dabei die ersten Kornblumen samt Wurzeln in den Korb zu packen.
Inzwischen hatten sie sich an die Geräuschkulisse des Waldes gewöhnt und zuckten nicht bei dem leisesten Knacken eines Astes zusammen. Vielleicht war das ein Fehler. Denn plötzlich hörten sie ganz nah hinter sich ein tiefes Knurren mit gefletschten Zähnen. Ein riesiger Grauwolf war lautlos und unbemerkt aus dem Wald gekommen. Sobald sie das Grollen vernahmen erstarrten beide zu Säulen. Ihre Augen huschten zu jeweils anderen ohne sich zu rühren stand ihnen die Panik ins Gesicht geschrieben.
[img]http://i52.tinypic.com/3480rqw.jpg[/img]
Der Wolf näherte sich ihnen langsam und das Knurren erstarb, als die beiden keinen Mucks mehr von sich gaben. Und allein das war schon eine erstaunliche Tatsache, da beide Frauen wohl für ihr Leben gern schwatzten.
Die Schnauze des Wolfes betastete ihre Beine und Hüften eingehend und plötzlich hob der Wolf sein Bein an. Erst die eine Frau und dann die andere wurden Revier markierend angepinkelt.
[img]http://i53.tinypic.com/2ih2mnt.jpg[/img]
Amarys Gesicht wurde zunehmen roter vor Zorn.
Sie selber riss die Augen erschrocken auf, als die feuchtwarme Nässe an ihrer Hüfte hinab läuft. Bewundernswerter Weise hielten die beiden noch so lange still bis der Wolf sich entfernte, als das Heulen seiner Artgenossen erklang. Amarys atmete erleichtert aus, stand auf und schüttelte ihr Bein aus" Bee..Ist das...Furchtbar!..Wir wurden angepinkelt!"
Sie schnaufte leise und richtete sich hastig umständlich auf. Die junge Weide auf ihrem Rücken behinderte sie allerdings nur gering dabei zielstrebig auf den See zuzusteuern. "Iiiigit, Ist das Widerlich! Das stinkt..." , jammerte sie, das Gesicht vor Ekel verzogen. "Meine neue Hose...Und die Stiefel!...Hoffentlich zerstört der Urin nicht die Farbe...", und mit den Worten stieg sie prompt das Ufer hinab in das kalte Nass. Hastig wischte sie mit beiden Händen über ihre Hüfte und das Bein.
Amary folgte ihr langsam und schüttelte sich angeekelt.
Plötzlich sprang sie eine kleine Kröte quakend an. Sie schwankte erschrocken nach hinten und stolperte ans Ufer ,da sie das ungewohnte Gewicht auf ihrem Rücken vergaß. Wieder hört man einen Schrei " IIIIHHHH...Oh.. Temora steh mir bei... Waahhh... Aaahhhh." Panisch zupft sie an ihrem zappelnden Hemd, da die Kröte wohl meinte ihr in den Hemdausschnitt springen zu müssen.
Während sie undamenhaft herumschrie und auf und abhüpfte in der Hoffnung die Kröte schnellstmöglich wieder loszuwerden, rutschte diese stattdessen noch weiter hinab. Amary schrie kameradschaftlich mit auf und folgt aus dem Wasser. Am Ende stand sie allerdings vergnügt grinsend neben ihr als sie ihr Hemd aufknöpfte und sang" Zieh dich aus kleine Maus ..Mach dich Nackig..." Fast vollständig aufgeknöpft riss sie das Hemd auf und die Kröte sprang hinab und hüpfte davon. hastig wischte sie sich mit den Handschuhen über die Brust um das schleimige Gefühl auf ihrer Haut loszuwerden.
Amary blickte dem Frosch hinterher "Jetzt bekommst du Warzen...Oooodeeer! Es war dein Prinz! ..Nun ist er weg.."
Während sie das Hemd wieder hört man es grinsend von Ame "Weißt du...Was das Gute daran war?" Lexa hebt fragenden Blickes beide Brauen sichtlich gespannt auf die Antwort.
"Jetzt hat dich auch einer irgendwie betatscht..."
"Einer?! Irgendwie?!...So was aufdringliches hab ich noch nicht erlebt!"
Lachend und tratschend machten sie sich zu Fuß voll bepackt auf den langen Weg zu Farions Haus.
Völlig außer Atem entluden sie sich vor dem Tor und machten sich direkt an die Arbeit die Erde umzugraben und sorgfältig die Pflanzen wieder in die Erde zu bringen.
Ihr selbst zusammen gefasstes Werk namens ’Die Symbolik der Pflanzen’ wird gut sichtbar auf einem kleinen Holzpodest platziert.
Zufrieden betrachte sie ihre gemeinsame Leistung und bedankte sich überschwänglich bei Amary. Sie verabschiedeten sich übermüdet und vollkommen erledigt und machten sich jeweils auf den Weg heim in ihr Bett.
[img]http://i52.tinypic.com/14sfk9k.jpg[/img]
Zuletzt geändert von Alexa N'yota am Dienstag 14. Juni 2011, 15:44, insgesamt 2-mal geändert.