Allerich - Von Elbenau nach Adoran.
Mondläufe war Allerich nun wieder in seiner Heimat, bei seinen Eltern. Lange hatte Allerich sich gewünscht, das er wieder heim durfte. Sogar Mo war mitgekommen. Dennoch war inzwischen alles anders, zumindest fühlte es sich so für Allerich an. Seine Mutter konnte Mo nicht leiden, sein Onkel und seine Tante hatten auch hier immer viel zu bereden, wenn sie überhaupt da waren. Und seine Großeltern wirkten ab und an ein bisschen stolz auf ihren Enkel, als Allerich ihnen nach und nach alle Geschichten aus Adoran erzählte. Seiner Mutter allerdings gefielen diese Geschichten ganz und garnicht. Und jedesmal wenn er davon erzählte, schwächte er die Geschichten ein wenig ab, und seine Mutter begann weniger grimmig zu schauen, oder sah Mo weniger böse an. Allerich konnte seiner Mutter nicht mehr alles recht machen, so wie vor einem Jahr noch, als er Adoran, Mo und alle anderen noch garnicht kannte. Nach einiger Zeit begann er sich wieder vermehrt zurück zu ziehen, und wenn er doch auf den Hof ging um nach Mo und Lena zu sehen, war seine Mutter gleich in der Nähe um dies zu unterbinden. "Strassenkinder sind kein Umgang für Dich, Allerich." sagte sie immer wieder, auch wenn sie Mo's Aufenthalt Anfangs noch irgendwie duldete. Immer mulmiger wurde Allerich zumute, er wusste nicht mehr wie er sich verhalten sollte, er mochte seine Mutter, und er mochte Mo.
Sein Vater war nicht mehr soviel fort, wie damals. Oft saßen sie abends beisammen und unterhielten sich noch einige Momente, bevor Allerich zu Bett ging. Mit einer Spur Stolz fragte Allerich's Vater nach den ganzen Geschehnissen in Adoran. Alles was er dort gelernt und erlebt hatte wollte er erfahren und auch wer seine Freunde waren. Allerich erzählte viel, er fing mit den Zwergen an, sprach dann über den Haushalt und Tjark, Yette und Luca - auch die Gräfin und Vogtin von Adoran blieb nicht unerwähnt. Über Jil und Menekur sprach er weniger, und sein Vater hakte nicht genauer nach, als er die aufkommende traurige Stimmung, allein bei der Erwähnung des Namens des Mädchens, bemerkte. Allerich erzählte auch von seinem Hund, und dem anderen Hund der bei Yette bleiben musste, und das er all dies vermisste. Bei seinen Erzählungen bemerkte er weniger Unmut bei seinem Vater, als bei seiner Mutter. Und sein Vater sagte auch nicht, das es Zwerge garnicht gab. Nur wenn Allerich von den schlechteren Dingen, die er getan hatte, berichtete, sah er auch bei seinem Vater die zunehmenden Sorgenfalten.
Das mit dem Pferd des Kronritters tat Allerich auch immer noch leid, und er versprach seinem Vater einmal das er das nicht wieder tun würde. Seiner Mutter musste er es ganz oft versprechen. Überhaupt war Allerich's Verhalten fast wieder so ähnlich wie vor seiner Abreise nach Adoran. Er tat viel, das seiner Mutter gefiel, sie war ständig bei ihm, passte auf ihren einzigen Sohn gut auf und achtete darauf, das er auch nichts von dem Tat was für ihn nicht gut wäre. Allerich merkte dabei allerdings, das es sich zum Teil nicht richtig anfühlte, doch mit der Zeit, fügte er sich doch wieder. Er hatte es so gelernt und er war artig. Es sei denn es ging um Mo.
An einem Abend einige Wochenläufe vor seinem elften Geburtstag, Allerich saß allein in seinem Zimmer, klopfte sein Vater erneut an die Tür, um ihm eine gute Nacht zu wünschen und vorher noch ein wenig mit ihm zu reden. Diesmal begann Allerich's Vater das Gespräch, er wirkte nachdenklich und sah immer wieder zur Tür hin, als erwarte er noch jemand weiteren. Dann erklärte er Allerich, dass er mit seiner Mutter gesprochen hätte und Allerich dachte gleich, es ginge um Mo. Alarmiert stand er auf und wollte sich gerade für seine Freundin einsetzen, als sein Vater beschwichtigend die Hände hob und erklärte worum es eigentlich ging.
Zunächst fragte Allerich's Vater nach Raindri und was er von ihm hielt. Allerich erklärte gleich das er ihn als Freund ansah, und das man mit ihm über alles reden könnte, und er nicht so böse wird, wenn man etwas angestellt hat, sondern hilft, so wie Onkel Adrian. Und das er ihn sogar duzen darf, was gute Freunde wohl auch machen. Sein Vater lächelte bei den vernommenen Worten amüsiert und Allerich erzählte weiter, was er mit Raindri alles erlebt hatte und das er von ihm das Kämpfen gelernt hat, und sie eigentlich noch lange nicht damit fertig seien. Sein Vater nickte erst einigemale stumm, dann fragte er seinen Sohn, ob er sich vorstellen könnte wieder nach Adoran zu reisen und dort weiterhin von Raindri zu lernen.
Bevor Allerich antworten konnte, erklärte er weiter, das er sehr stolz auf Allerich sei, und das er gerne möchte, das er weiterhin soviel Gutes erlebt und ganz viel lernt. Aber da er selbst leider viel zutun hat, und er nur am Abend, und das nichteinmal jeden Abend, daheim zugegen sein kann, dies auch ersteinmal wieder jemand anderes übernehmen sollte. Raindri. Sein Vater sah Allerich nach seinen Worten aufmerksam an und dieser sagte ersteinmal eine Weile nichts. Sein Vater liess ihm die Zeit zum nachdenken, und schwieg solang bis Allerich das Wort erhob. Die erste Frage die dann über seine Lippen kam war, was denn seine Mutter dazu sagen würde.
Allerich's Vater schüttelte den Kopf und sagte: "Es ist Dein Geburtstag. An Deinem zehnten Geburtstag habe ich Dich dorthin geschickt, ohne das Du nach Adoran wolltest. Dieses Mal ist es Deine Entscheidung, Allerich. Und ich erlaube Dir die erneute Reise nach Adoran, denn ich sehe das es Dir dort sehr gut ergangen ist und wenn es Dein Wunsch sein sollte, wieder dorthin zu reisen, und dort zu wohnen, wird auch Deine Mutter dies respektieren." - "Und kommt Mo auch wieder mit?" fragte er seinen Vater noch und als dieser nickte, war für Allerich die Entscheidung nicht mehr so schwer. Schon bald war sein elfter Geburtstag, und er könnte die Zwerge wiedersehen, und seinen besten Freund Tjark und seinen Hund. Und Yette und Luca und all die anderen. Und er würde sich kein besseres Geschenk für seinen elften Geburtstag vorstellen können.
Nur was würde Raindri dazu sagen?
Von Elbenau nach Adoran
-
Allerich von Elbenau
Von Elbenau nach Adoran
Zuletzt geändert von Allerich von Elbenau am Dienstag 31. Mai 2011, 22:01, insgesamt 3-mal geändert.