So setzte er ein förmliches Schreiben an Diakon Prochska auf:
Unter dem Segen unserer Strahlenden Herrin Temora grüße ich Euch, Diakon Prochska
und wende mich an Euch mit einer Frage, die sich heute spontan stellte, deren Beantwortung jedoch scheinbar schwieriger ist, als ich meinen wollte.
Es geht um die Frage, was wir als gutes und was wir als schlechtes Verhalten oder auch, was wir als richtig und was wir als falsch erachten.
Innerhalb der Gläubigen Temoras ist diese Frage noch recht leicht zu beantworten, zeigt sie uns doch durch ihre Tugenden und den Diamantenen Kodex was gut und richtig ist. Dass an den Orten wo sie in Kraft sind auch die weltlichen Gesetze der von Temora bestimmten weltlichen Herren zu achten sind, ist ebenfalls verständlich.
Das eigentliche Problem besteht darin, wie wir das Verhalten von solchen beurteilen sollen, die einem anderen Gott - aber auch nicht den Brudermörder - preisen.
Aus diesem Grund habe ich mir folgende wenn ich recht unterrichtet bin in der Vergangenheit schon einmal dagewesene Situation genommen:
Der Bergvater Cirmias ist erbost über den Raubbau der Menschen und weist seine Kinder, die Zwerge an, alle Minen allüberall für Menschen unzugänglich zu machen.
Für die Zwerge ist dieses Verhalten, da es von Cirmias befohlen ist, zweifelsohne gut und richtig.
Wie aber stehen wir Gläubigen der Temora dazu? Denn ohne Erz können die Rüstungen unserer Recken nicht geflickt, die Waffen nicht geschärft werden. Und für das Schmieden neuer Waffen und Rüstungen zum Kampf gegen die Pantherbrut und ihr Gefolge fehlt es umso mehr.
Diese Tat stellt zwar in den Augen Temoras keinen Verstoß gegen eine Tugend dar - soweit ich das sehe - jedoch schadet sie denen die an sie glauben ganz erheblich. Die Frage ist also: Können wir Anhänger der Temora dieses Verhalten allein darum gutheißen, weil es von einem anderen Gott befohlen wurde, oder müssen wir es für falsch erachten und versuchen, dagegen vorzugehen?
Möge die Tugendhafte stets über Euch wachen