Erkenntnisse
Verfasst: Samstag 24. Dezember 2005, 08:33
Es war schon ein paar Tage her, dass er auf Gerimor an Land ging.
Und wirklich war er erst da, als auch Sie die Insel betrat.
Jetzt war er wieder vollständig, jetzt konnte das große Abenteuer Leben losgehen. Sie wollten sich irgendwo zusammen niederlassen und er war sich ziemlich sicher, dass aus ihrer Zuneigung etwas Großes erwachsen würde.
Die ersten Tage waren gezeichnet von Tatendrang und dem Wunsch sich mit der neuen Heimat vertraut zu machen. Bajard, der erste Ort den er sah als er an Land ging, hatte es ihm besonders angetan. Die Herzlichkeit der Menschen, die Ruhe und Überschaubarkeit erinnerten ihn stark an zu Haus. Hier ließ es sich bestimmt gut leben, wenn man nur ein Dach überm Kopf finden würde, ein Tagwerk, das es einem ermöglicht sich einen Platz in dieser Stadt zu verdienen.
All zu flüchtig frug er Sie nach ihrem Einverständnis und eilte von dannen, vorstellig zu werden, beim Hof im Orte. Das Glück schien ihm hold und man bot ihm nicht nur eine Anstellung sondern auch Obdach. Ohne Umschweife sagte er zu, und bezog mit Ihr das neue Heim.
Voller Enthusiasmus stürzte er sich in die ihm auferlegten Arbeiten und sah sich Stunde um Stunde, die er auf den Feldern verbrachte, näher an dem eigenen Gestüt. Näher an der Zeit die er mit Ihr teilen wollte.
Doch etwas stimmte nicht.
Die Ereignisse überschlugen sich und Krieg brach aus in der neuen Heimat. War das, das jähe Ende seiner Träume? Würde Ihr etwas geschehen?
Der Krieg verebbte und die Strassen wurden wieder sicher. Sie kamen beide mit dem Schrecken davon.
Aber der Knoten in seinem Bauch löste sich nicht.
Wie jeden Abend saßen sie zusammen in der Stube. Sie nähte noch ein Hemd, das Sie am nächsten Morgen zu tragen gedachte. Es war schon dunkel draußen. Doch er ging erneut auf die Felder um noch die ein oder andere Rübe vor der nächtlichen Kühle zu bewahren. Als er zurückkam schlief Sie bereits.
Was war geschehen? All die Tage zuvor war Sie nicht einen Abend zu Bett gegangen, ohne ihm gute Nacht zu wünschen.
Fassungslos stand er an Ihrem Bett.
Wollten sie nicht viel Zeit miteinander verbringen, sich ein eigenes zu Hause aufbauen?
Beinahe lautlos ließ er sich am Kopfende des Bettes zu boden sinken. Sein Blick strich über Ihr liebliches Antlitz. Die nordische Pracht Ihrer Haare, die Sie wie die Sonne krönten, selbst in diesem Dämmerlicht. Sah die Sommersprossen, keck von der Nasenspitze blitzen.
Wie lange hatte er Sie nicht mehr so angeblickt, sie nicht mehr so wahrgenommen wie in dieser ruhigen Stunde.
Er schloss die Augen, atmete tief den süßen Geruch der Wildblumenwiesen, der sie stets zu umschmeicheln schien.
Als er wieder die Auge aufschlug, wusste er was zu tun war. Er schalt sich einen Narren, aber leise...
Was hätte all das Streben nach Heim und Hof, all die Mühen und Anstrengungen des Tages für einen Sinn, wenn Sie nicht da wäre. Denn sie zu verlieren, war er im Begriff, das wusste er nun.
Zu sehr war sein Blick in letzter Zeit in die Zukunft gerichtet gewesen, hatte er vergessen im hier und jetzt zu leben, zu atmen, Sie anzusehen. Sonst wäre es ihm schneller bewusst geworden, dass das Band zwischen Ihnen viel zu zart war, als dass es solch harte Prüfung lange ertragen konnte.
Geschmeidig erhob er sich, schlug seinen Mantel fester um sich und ging erneut in den Garten.
Wusste Sie eigentlich was er für Sie empfand? Hatte er es Ihr jemals gesagt?
Der Tag an dem Sie von zu Hause wegliefen war noch nicht allzu lange her. Und als er sie entführte von zu Haus reichte Sie ihm Ihre Hand. Wie ein Gelübde fühlte es sich an, als sie sich gemeinsam wegstahlen und sein Herz jubilierte. Nun war er sich nicht mehr so sicher ...
Er zupfte einige Grashalme aus den Sträuchern und drehte sie um seine Finger, damit sie geschmeidig werden würden.
Sie war noch so jung und Ihre Eltern hatten Sie stets behütet. Konnte Sie wissen, was Sie ihm scheinbar versprach als Sie seine Hand nahm? Aber was war er für ein Narr gewesen, zu glauben, dass ein solch zauberhaftes Wesen, darauf warten würde bis es ihm einfallen würde sie zu beachten. Vielleicht war alles bereits verloren...
Er stahl sich in den Hühnerstall. Nur gut dass er die letzten Tage soviel Zeit bei den Tieren verbracht hatte, sonst hätten sie wohl den gesamten Hof geweckt.
Nein, gar nicht gut!
Die Hühner hier sind morgen vielleicht schon nicht mehr und ihre Federn zieren die Hüte irgendwelcher Damen der Städte.
Aber Sie sollte doch bei ihm bleiben...
Geschwind sammelte er einige der bunten Schwanzfedern zusammen die der Hahn bei seiner Mauser hier verloren hatte und verließ eiligst den Stall.
Er würde um Sie werben, Sie für sich erobern, so Sie ihn noch wollte. Er würde nicht weiter ein stilles Einverständnis zu einem flüchtigen Kuss, für ein unverbrüchliches Band zwischen Ihnen halten.
Einige Kornblumen zwischen dem Hafer, entkamen nicht seinem Messer.
Sie würden mit den bunten Federn etwas Farbe in die Stube zaubern. So band er sie mit den Grashalmen zu einem festen Strauss und schlich sich zurück an Ihr Bett.
Sein Herz schlug wild und sein Blut pulsierte in seinen Adern. Erst konnte er es nicht verstehen, aber als er sie friedlich schlafen sah, wusste er woher dies alles rührte, warum in seinem Kopf die Welt sich drehte.
Als ich Sie das erstemal sah, rief sie stumm nach Freiheit und Luft zum atmen und ich konnte Sie hören. Das war ein Geschenk und ich werde mich seiner würdig erweisen.
Er stellte die Blumen sanft an Ihrem Bett ab. Wusch sich und schlüpfte in sein Bett. Den Kopf auf das Kissen gebettet sah er Sie noch lange an und wiederholte unzählige Male die selben Worte:
„Ich Liebe Dich“
Jene Worte die er nie zuvor zu Ihr gesagt hatte, die er sobald nicht mehr zu Ihr sagen würde, sollte Sie ihn nicht erhören.
Und er wiederholte sie solange bis er vor Erschöpfung einschlief und noch darüber hinaus.
Und wirklich war er erst da, als auch Sie die Insel betrat.
Jetzt war er wieder vollständig, jetzt konnte das große Abenteuer Leben losgehen. Sie wollten sich irgendwo zusammen niederlassen und er war sich ziemlich sicher, dass aus ihrer Zuneigung etwas Großes erwachsen würde.
Die ersten Tage waren gezeichnet von Tatendrang und dem Wunsch sich mit der neuen Heimat vertraut zu machen. Bajard, der erste Ort den er sah als er an Land ging, hatte es ihm besonders angetan. Die Herzlichkeit der Menschen, die Ruhe und Überschaubarkeit erinnerten ihn stark an zu Haus. Hier ließ es sich bestimmt gut leben, wenn man nur ein Dach überm Kopf finden würde, ein Tagwerk, das es einem ermöglicht sich einen Platz in dieser Stadt zu verdienen.
All zu flüchtig frug er Sie nach ihrem Einverständnis und eilte von dannen, vorstellig zu werden, beim Hof im Orte. Das Glück schien ihm hold und man bot ihm nicht nur eine Anstellung sondern auch Obdach. Ohne Umschweife sagte er zu, und bezog mit Ihr das neue Heim.
Voller Enthusiasmus stürzte er sich in die ihm auferlegten Arbeiten und sah sich Stunde um Stunde, die er auf den Feldern verbrachte, näher an dem eigenen Gestüt. Näher an der Zeit die er mit Ihr teilen wollte.
Doch etwas stimmte nicht.
Die Ereignisse überschlugen sich und Krieg brach aus in der neuen Heimat. War das, das jähe Ende seiner Träume? Würde Ihr etwas geschehen?
Der Krieg verebbte und die Strassen wurden wieder sicher. Sie kamen beide mit dem Schrecken davon.
Aber der Knoten in seinem Bauch löste sich nicht.
Wie jeden Abend saßen sie zusammen in der Stube. Sie nähte noch ein Hemd, das Sie am nächsten Morgen zu tragen gedachte. Es war schon dunkel draußen. Doch er ging erneut auf die Felder um noch die ein oder andere Rübe vor der nächtlichen Kühle zu bewahren. Als er zurückkam schlief Sie bereits.
Was war geschehen? All die Tage zuvor war Sie nicht einen Abend zu Bett gegangen, ohne ihm gute Nacht zu wünschen.
Fassungslos stand er an Ihrem Bett.
Wollten sie nicht viel Zeit miteinander verbringen, sich ein eigenes zu Hause aufbauen?
Beinahe lautlos ließ er sich am Kopfende des Bettes zu boden sinken. Sein Blick strich über Ihr liebliches Antlitz. Die nordische Pracht Ihrer Haare, die Sie wie die Sonne krönten, selbst in diesem Dämmerlicht. Sah die Sommersprossen, keck von der Nasenspitze blitzen.
Wie lange hatte er Sie nicht mehr so angeblickt, sie nicht mehr so wahrgenommen wie in dieser ruhigen Stunde.
Er schloss die Augen, atmete tief den süßen Geruch der Wildblumenwiesen, der sie stets zu umschmeicheln schien.
Als er wieder die Auge aufschlug, wusste er was zu tun war. Er schalt sich einen Narren, aber leise...
Was hätte all das Streben nach Heim und Hof, all die Mühen und Anstrengungen des Tages für einen Sinn, wenn Sie nicht da wäre. Denn sie zu verlieren, war er im Begriff, das wusste er nun.
Zu sehr war sein Blick in letzter Zeit in die Zukunft gerichtet gewesen, hatte er vergessen im hier und jetzt zu leben, zu atmen, Sie anzusehen. Sonst wäre es ihm schneller bewusst geworden, dass das Band zwischen Ihnen viel zu zart war, als dass es solch harte Prüfung lange ertragen konnte.
Geschmeidig erhob er sich, schlug seinen Mantel fester um sich und ging erneut in den Garten.
Wusste Sie eigentlich was er für Sie empfand? Hatte er es Ihr jemals gesagt?
Der Tag an dem Sie von zu Hause wegliefen war noch nicht allzu lange her. Und als er sie entführte von zu Haus reichte Sie ihm Ihre Hand. Wie ein Gelübde fühlte es sich an, als sie sich gemeinsam wegstahlen und sein Herz jubilierte. Nun war er sich nicht mehr so sicher ...
Er zupfte einige Grashalme aus den Sträuchern und drehte sie um seine Finger, damit sie geschmeidig werden würden.
Sie war noch so jung und Ihre Eltern hatten Sie stets behütet. Konnte Sie wissen, was Sie ihm scheinbar versprach als Sie seine Hand nahm? Aber was war er für ein Narr gewesen, zu glauben, dass ein solch zauberhaftes Wesen, darauf warten würde bis es ihm einfallen würde sie zu beachten. Vielleicht war alles bereits verloren...
Er stahl sich in den Hühnerstall. Nur gut dass er die letzten Tage soviel Zeit bei den Tieren verbracht hatte, sonst hätten sie wohl den gesamten Hof geweckt.
Nein, gar nicht gut!
Die Hühner hier sind morgen vielleicht schon nicht mehr und ihre Federn zieren die Hüte irgendwelcher Damen der Städte.
Aber Sie sollte doch bei ihm bleiben...
Geschwind sammelte er einige der bunten Schwanzfedern zusammen die der Hahn bei seiner Mauser hier verloren hatte und verließ eiligst den Stall.
Er würde um Sie werben, Sie für sich erobern, so Sie ihn noch wollte. Er würde nicht weiter ein stilles Einverständnis zu einem flüchtigen Kuss, für ein unverbrüchliches Band zwischen Ihnen halten.
Einige Kornblumen zwischen dem Hafer, entkamen nicht seinem Messer.
Sie würden mit den bunten Federn etwas Farbe in die Stube zaubern. So band er sie mit den Grashalmen zu einem festen Strauss und schlich sich zurück an Ihr Bett.
Sein Herz schlug wild und sein Blut pulsierte in seinen Adern. Erst konnte er es nicht verstehen, aber als er sie friedlich schlafen sah, wusste er woher dies alles rührte, warum in seinem Kopf die Welt sich drehte.
Als ich Sie das erstemal sah, rief sie stumm nach Freiheit und Luft zum atmen und ich konnte Sie hören. Das war ein Geschenk und ich werde mich seiner würdig erweisen.
Er stellte die Blumen sanft an Ihrem Bett ab. Wusch sich und schlüpfte in sein Bett. Den Kopf auf das Kissen gebettet sah er Sie noch lange an und wiederholte unzählige Male die selben Worte:
„Ich Liebe Dich“
Jene Worte die er nie zuvor zu Ihr gesagt hatte, die er sobald nicht mehr zu Ihr sagen würde, sollte Sie ihn nicht erhören.
Und er wiederholte sie solange bis er vor Erschöpfung einschlief und noch darüber hinaus.