Schnell trügen sie ihre Füße noch einen Schritt nach vorn und die Arme schlangen sich um den Oberkörper des Mannes, der vor ihr in die Knie sackte.
Bei dem einen, den stattlichen Krieger hatten die Kräfte verlassen. Mit ihrem vollen Gewicht legte sie sich gegen ihn, dass er nicht noch von den Knien ins liegen fallen würde. Schwer lag er an ihr, das Blut seiner Rüstung sickerte in ihren Kleidern ein. Und Jeu konnte nicht anderes wie um Hilfe schreien, doch niemand kam.
Vorsichtig legte sie ihn auf dem Gras ab behutsam wie ein schlafendes Kind, mit einem letzten besorgten Blick eilte sie gen Taverne. Dort drin müsste jemand sein, der ihr helfen konnte und wenn es nur jemand war der Ark wenigstens anheben konnte, denn dafür war sie zu schwach.
Mit zwei Kriegern im Schlepptau kam sie wieder bei dem „schlafenden“ Krieger an.
Es dauert nicht lange da hatten sie Ark von einigen Rüstteilen befreit und wie von dem einen selbst geschickt um seinen Streiter zu retten kam Minor vorbei geeilt, aufgehalten und gezwungen zu verweilen und zu helfen.
Mit vereinten Kräften schafften sie es ihn ins Heilerhaus zu tragen. Minor wusste sein Handwerk in und auswendig, dass wusste Jeu. Doch dennoch stieg ihre Hand nicht ab aus ihrem Herzen, sie sorgte sich um den rauen, penetranten Krieger, den bei manch seinen Frechheiten gegenüber ihr mal richtig der Po hätte versohlt gehört und doch stand sie an seinem Bett, den sorgenvollsten Blick den man je bei ihr gesehen hatte auf den Augen.
Jeder Schritt den Minor tat jede Hand die an den Krieger gelegt wurde geschahen unter den Augen von Jeu und besser war es wohl keinen Fehler zu begehen, den die zierliche Schneiderin konnte schnell zu einer Furie werden und ob jenes so gut für die anwesenden Kräuterkundler gewesen wäre, ist fraglich.
Der Kopf wurde eingewickelt wie jene eine Mumie, die Schwellungen gekühlt, die aufreisenden Risse am Oberkörper vernäht, als plötzlich der Unmächtige seine Augen einen Spalt öffnete und über seine rissigen Lippen ein paar Worte flossen die etwas veränderten sollten.
„Ein E… Engel“, waren seine Worte, den Blick auf Jeunesse gerichtet dabei. Es waren die letzten Worte die Jeu heute von ihm vernehmen sollte.
Rasch wurden die Wunden weiter vernäht und mit Salbe bestrichen.
Und Jeus Herz klopfte dabei sorgenvoll laut in ihrer Brust, keinen Schritt würde sie weg von jenem Bette eilen, bevor er nicht seine Augen aufschlug und ihr versicherte das es ihm gut gehen würde, dies stand für die feurige Schneiderin des Bundes fest.
Der Heiler verabschiedete sich mit der bitte, dass Jeu ihn ruhig halten soll, diesem Wunsch würde sie nachkommen, darauf konnte sich Minor verlassen. Und so setzte sie sich an der Bettkante Arks nieder, immer noch in den Blutverschmierten Kleidern, immer noch mit dem sorgenerfühlten Herzen.
Nur noch der Schein des Kohlebeckens neben ihr erhellte ihr Gesicht und den Unmächtigen auf dem Bette und so vergingen sie Stunden und es wurde wieder hell über der Stadt und jeder der in diesem Moment in das Fenster des Heilerhauses geschaut hätte, hätte gesehen wie Jeu langsam im Schlaf versinkt und ihr Oberkörper langsam nach hinten sinkt auf den freien Platz am Bettende des Krankenbettes, ihre Hand dabei immer noch auf jene von Ark gebettet.