Vom Bitten, vom Warten und von zwei Frauen
Verfasst: Mittwoch 20. Oktober 2010, 21:01
Das Lagerfeuer flackerte kurz auf und ein Zischen erklang, als etwas Flüssigkeit aus dem Fisch in die Flammen fiel. Abermals verzog sich das Gesicht der zierlichen Frau, welche im Schneidersitz davor saß und den Spieß in die Flammen hielt. Was war sie, eine verdammte Fischerin? Nein, sie hatte Potential zu größerem, war erwählt worden und das musste auch der Orden einsehen.
Während Danielle zum ungezählten Male an den letzten Tag des vergangenen Wochenlaufes dachte, erübrigte sich das Braten des Fisches endgültig. Ein passender Vergleich für das was noch am Spieß hing war ein Stück Kohle, nichts was irgendwer noch hätte essen wollen. Ebenfalls nicht zum ersten Mal wurde der Arm mit der Stange zurückgezogen, um dann mit einer schnellen Bewegung den Fleischrest über das Feuer hinweg in den Wald zu schleudern. Wieder wurde ein Stück aufgespießt, ob dieses dasselbe Schicksal teilen würde wie sein Vorgänger? Wer wusste das schon und für wen war es von Belang. Für den im Augenblick temperamentvoll kochenden Rotschopf sicher nicht, wie ein Beobachter hätte schwören können. Der Fisch war noch nicht richtig in die Hände des Schicksals über den Flammen ausgeliefert worden, da entrückte der Blick aus den smaragdgrünen Augen auch schon wieder der Gegenwart.
Ihr Treffen mit einer der Arkoritherinnen hatte erstaunlich schnell stattgefunden. Allerdings offenbarte sich schnell, dass die Geheimnisse um den Orden auch ihre Nachteile hatten. Nachteile zumindest aus Sicht einer Suchenden. Denn wie sollte sich eine Menschenseele auf ein Gespräch über eine Gemeinschaft vorbereiten, die mit großem Erfolg versuchte im Schatten des alatarischen Reiches zu existieren.
Danielle war davon ausgegangen, dass die Gemeinschaft starke Persönlichkeiten eher zu schätzen wusste. Wenn es etwas gab, dass es ihrer Meinung nach an dem Alatarglauben wertzuschätzen galt, dann war das Stärke. Ihre Verhandlungsposition hatte die junge Frau entsprechend gewählt und nicht um eine Ausbildung gebeten, sondern eine Art Handel angeboten. Wobei sich das im Laufe des Gesprächs als nicht die beste Wahl herausstellte. Die Abgesandte der Arkorither hatte sich fast vollständig in schwarze Kleidung gehüllt, lediglich ihre eisblauen Augen waren zu erkennen. So war es unmöglich eine Emotion abzulesen, die sich nicht in den Augen wiederspiegelte oder in der Stimme zu hören war. Dadurch wurde der Verlauf des Gespräches zu einem Balanceakt.
Warum Danielle scheinbar forderte, anstatt zu bitten war eine der wenigen, dafür aber tiefgreifenden Fragen gewesen. Bitten, bitten war ihr noch nie leicht gefallen. Warum auch bitten wenn eine Gegenleistung erbracht wurde. Es verlangte ja niemand eine Leistung aus reiner Freundlichkeit, denn immerhin würde die Stärke der angehenden Magierin in den Orden eingebracht. Natürlich war es im Augenblick was im Austausch Angeboten wurde, allerdings war es doch immer so, oder nicht? Eine Mine wurde auch erst wertvoll, wenn man die Schätze in ihr hob. Wollte der Orden Duckmäuser die um Aufnahme bettelten oder Streiter die sich für seine Sache einsetzen?
Das war allerdings nur eine Situation in der ihre Antworten anscheinend nicht den Erwartungen entsprachen.
Ungern dachte Danielle an das Gefühl zurück, als ihre Felle scheinbar davon trieben. Zu viel Hoffnung hatte sie in dieses Gespräch gesetzt, oder eher zu hohe Erwartungen. Was sagte ein Gespräch schon über eine Person aus? Die Wortgewandtheit, das Verhalten und eventuell wahrheitsgemäß beantwortete Fragen waren doch keine Grundlage für eine Entscheidung. Zumindest wenn man vorgab sehr genau darauf zu achten wer die Lehren empfangen durfte und wer nicht.
Ein anderer Gedanke bahnte sich den Weg in den Vordergrund. Oder war es nicht darum gegangen, sondern das eiskalte Biest sollte nur die charakterliche Tauglichkeit der Anwärter beurteilen. Grenzen ergründen und die Erwachten reizen. Es lag im Bereich des Möglichen.
Wieder eine Frage deren Antwort Danielle nicht sicher finden konnte. So verhielt es sich auch mit der Arkoritherin. Gut einen halben Kopf kleiner mochte sie gewesen sein und offensichtlich nicht füllig, mehr ließ sich jedoch aufgrund der Robe über körperliches nicht sagen. Für den Moment hielten sich die Gefühle die Waage. Auf der einen Seite eine gewisse Faszination, begründet in der vermutlich vorhandene Kenntnis über Magie. In der zweiten Waagschale war die Verärgerung über die Selbstbewusste, an Arroganz anmutende Selbstsicherheit der Magierin.
Natürlich war die Schwarzgekleidete in der besseren Position. Für sie gab es nichts zu verlieren und zu gewinnen. Danielle bezweifelte eventuelle Auswirkungen für die Magierin wenn sie ihr die Tauglichkeit absprach. Vermutlich würde ihr Name gestrichen und sie war damit für den Orden so schnell gestorben wie sie in ihr Blickfeld geraten war.
Eine Tatsache allerdings war noch frustrierender als der Verlauf des Gespräches, denn dieses hatte immerhin mit einem Lichtblick geendet. Die rothaarige Frau hatte scheinbar ein gewisses Interesse geweckt. Die Arkoritherin hatte angemerkt, dass der Orden sicher seinen Spaß an ihr haben würde. Sicher ließ es sich nicht sagen, doch zumindest klang es so als ob zumindest diese Magierin mehr eine Herausforderung in Danielle sah, als eine Belastung.
Wirklich frustrierend war das Warten. Warten auf das Schreiben mit der Mitteilung der Ordensleitung. In den nächsten Tagen, hatte es geheißen. Welchen Zeitraum umfasste dies? Der dritte Tag hatte heute begonnen und mit jedem Tag wurde die Last der ausstehenden Entscheidung größer. Eine Entscheidung die nicht mehr zu beeinflussen war. Eine Entscheidung deren Ergebnis vollkommen ungewiss war. Eine Entscheidung, die ihr Leben auf die eine oder andere Weise maßgeblich beeinflussen konnte.
Würde der Orden ihrem Wunsch entsprechen und sie ausbilden, würde sich das Leben nahezu komplett verändern. Die Lehre der Magie würde vermutlich fordernd sein, ihre Anwendung ein Genuss und der Orden eine neue Heimat.
Oder aber, der grob abgesteckte Plan für die Zukunft scheiterte auf ganzer Linie. Dann wäre guter Rat teuer und Alternativen nötig. Alternativen die sich, wenn überhaupt, vage darstellten und im Vergleich zur Magie viel uninteressanter waren. Noch dazu kam die Magie, derer sich Danielle bemächtigen konnte, jedoch ohne genau zu wissen wie. Womöglich könnte daraus eine Gefahr für ihr eigenes Leben entstehen.
Natürlich gab es noch andere Akademien für Magier. Allerdings war sich Danielle sicher mit ihrer Wahl. Zumindest in dem jetzigen Stadium wollte sie nicht nur die Theorie, sondern auch praktische Anwendung. Ein Koch gab sich zu Anfang auch nicht nur mit dem Studium von Rezepten zufrieden sondern ging seiner Profession nach. Warum sollte das bei Magiern anders sein.
Gerade rechtzeitig für den Fisch beendete die zierliche Gestalt das Verweilen in Gedanken, um ihn nach einigen Augenblicken des Abkühlens auf einen kleinen Haufen abzuladen. Auf dem Wachspapier hatte sich gut die Hälfte der erbeuteten Fische eingefunden. Der andere Teil war ein Opfer der Flammen oder besser, der Gedankenverlorenheit zum Opfer gefallen.
Die Idee zu Angeln und die Fische zu verkaufen war zum Teil aus dem Hinweis einer anderen Frau entsprungen. Ein zufälliges Treffen im Gasthaus hatte Danielle mit der weißhaarigen Frau zusammengeführt. Bei ihr war zumindest sicher, dass man mit ihr Auskommen konnte. Es war ihr leicht gefallen von oberflächlichen zu tiefschürfenden Gesprächsthemen zu wechseln. Auch das gleichzeitige führen von zwei unabhängigen Gesprächsfäden war problemlos gelungen. Nicht jeder konnte das von sich behaupten. Verschiedenste Themen waren gestreift oder erörtert worden. Angeblich hatte ein Vulkan dafür gesorgt, dass die Ungeheuer das Meer verlassen und die Stadt zeitweise auf dem Landweg abgeschnitten hatten. Glaube und Magie kamen in diesem Zusammenhang auf und schließlich gelangte das Gespräch auch zu den beiden Personen die es führten.
Hätte es ein Wort bedurft um die Gesprächspartnerin dieses Abends zu beschreiben, so würde Danielle ohne zu zögern ungewöhnlich wählen. Dafür sprach nicht nur das weiße Haar der Frau die noch keine 30. Lebensjahre zählen konnte. Vielmehr waren es die Dinge welche sie preisgab. In gewisser Weise vermögend und in der Stadt ansässig bewohnte sie nur ein Zimmer, ohne Bett, dafür aber mit einem bequemen Sessel, welcher als Schlafstatt diente. Eine Küche oder wenigstens eine Kochnische gab es ebenfalls nicht in der Wohnung.
Bei gleichen Möglichkeiten wäre dies Danielle zu wenig gewesen. Sie erwartete von ihrer Zukunft mehr. Keinen Palast, jedoch gab es schon Vorstellungen die durchaus erreichbar waren und an denen sie festhielt. Die Magie alleine würde ihr keine Reichtümer einbringen, es würde dennoch Arbeit erfordern.
Für einige Sätze hatten sie auch über bitten und betteln und die Unterschiede diskutiert. Ein Aspekt bei dem Danielle der anderen Frau recht geben musste. Es war durchaus ein Unterschied, das musste sie Zähneknirschend zugeben. Bis sich dieser Umstand im täglichen Gebrauch des Rotschopfs Einzug halten würde, würde aber noch einige Zeit vergehen.
Wenn sich der Orden noch lange Zeit nahm, dann konnte sie doch das Angebot der Dame in Betracht ziehen und Hausmädchen bei ihr werden. Oder wäre hier Zimmermädchen angebrachter? Eigentlich war es auch egal, es war zu bezweifeln dass das Angebot ernst gemeint war. Eins war jedoch sicher, Fisch konnte sie bis zu diesem Zeitpunkt sicher zubereiten.
Zumindest vorerst wiederstand sie dem Drang erneut ein Schreiben an die Arkorither zu senden. Es würde sicher keinen guten Eindruck machen Ungeduld zu zeigen.
Während Danielle zum ungezählten Male an den letzten Tag des vergangenen Wochenlaufes dachte, erübrigte sich das Braten des Fisches endgültig. Ein passender Vergleich für das was noch am Spieß hing war ein Stück Kohle, nichts was irgendwer noch hätte essen wollen. Ebenfalls nicht zum ersten Mal wurde der Arm mit der Stange zurückgezogen, um dann mit einer schnellen Bewegung den Fleischrest über das Feuer hinweg in den Wald zu schleudern. Wieder wurde ein Stück aufgespießt, ob dieses dasselbe Schicksal teilen würde wie sein Vorgänger? Wer wusste das schon und für wen war es von Belang. Für den im Augenblick temperamentvoll kochenden Rotschopf sicher nicht, wie ein Beobachter hätte schwören können. Der Fisch war noch nicht richtig in die Hände des Schicksals über den Flammen ausgeliefert worden, da entrückte der Blick aus den smaragdgrünen Augen auch schon wieder der Gegenwart.
Ihr Treffen mit einer der Arkoritherinnen hatte erstaunlich schnell stattgefunden. Allerdings offenbarte sich schnell, dass die Geheimnisse um den Orden auch ihre Nachteile hatten. Nachteile zumindest aus Sicht einer Suchenden. Denn wie sollte sich eine Menschenseele auf ein Gespräch über eine Gemeinschaft vorbereiten, die mit großem Erfolg versuchte im Schatten des alatarischen Reiches zu existieren.
Danielle war davon ausgegangen, dass die Gemeinschaft starke Persönlichkeiten eher zu schätzen wusste. Wenn es etwas gab, dass es ihrer Meinung nach an dem Alatarglauben wertzuschätzen galt, dann war das Stärke. Ihre Verhandlungsposition hatte die junge Frau entsprechend gewählt und nicht um eine Ausbildung gebeten, sondern eine Art Handel angeboten. Wobei sich das im Laufe des Gesprächs als nicht die beste Wahl herausstellte. Die Abgesandte der Arkorither hatte sich fast vollständig in schwarze Kleidung gehüllt, lediglich ihre eisblauen Augen waren zu erkennen. So war es unmöglich eine Emotion abzulesen, die sich nicht in den Augen wiederspiegelte oder in der Stimme zu hören war. Dadurch wurde der Verlauf des Gespräches zu einem Balanceakt.
Warum Danielle scheinbar forderte, anstatt zu bitten war eine der wenigen, dafür aber tiefgreifenden Fragen gewesen. Bitten, bitten war ihr noch nie leicht gefallen. Warum auch bitten wenn eine Gegenleistung erbracht wurde. Es verlangte ja niemand eine Leistung aus reiner Freundlichkeit, denn immerhin würde die Stärke der angehenden Magierin in den Orden eingebracht. Natürlich war es im Augenblick was im Austausch Angeboten wurde, allerdings war es doch immer so, oder nicht? Eine Mine wurde auch erst wertvoll, wenn man die Schätze in ihr hob. Wollte der Orden Duckmäuser die um Aufnahme bettelten oder Streiter die sich für seine Sache einsetzen?
Das war allerdings nur eine Situation in der ihre Antworten anscheinend nicht den Erwartungen entsprachen.
Ungern dachte Danielle an das Gefühl zurück, als ihre Felle scheinbar davon trieben. Zu viel Hoffnung hatte sie in dieses Gespräch gesetzt, oder eher zu hohe Erwartungen. Was sagte ein Gespräch schon über eine Person aus? Die Wortgewandtheit, das Verhalten und eventuell wahrheitsgemäß beantwortete Fragen waren doch keine Grundlage für eine Entscheidung. Zumindest wenn man vorgab sehr genau darauf zu achten wer die Lehren empfangen durfte und wer nicht.
Ein anderer Gedanke bahnte sich den Weg in den Vordergrund. Oder war es nicht darum gegangen, sondern das eiskalte Biest sollte nur die charakterliche Tauglichkeit der Anwärter beurteilen. Grenzen ergründen und die Erwachten reizen. Es lag im Bereich des Möglichen.
Wieder eine Frage deren Antwort Danielle nicht sicher finden konnte. So verhielt es sich auch mit der Arkoritherin. Gut einen halben Kopf kleiner mochte sie gewesen sein und offensichtlich nicht füllig, mehr ließ sich jedoch aufgrund der Robe über körperliches nicht sagen. Für den Moment hielten sich die Gefühle die Waage. Auf der einen Seite eine gewisse Faszination, begründet in der vermutlich vorhandene Kenntnis über Magie. In der zweiten Waagschale war die Verärgerung über die Selbstbewusste, an Arroganz anmutende Selbstsicherheit der Magierin.
Natürlich war die Schwarzgekleidete in der besseren Position. Für sie gab es nichts zu verlieren und zu gewinnen. Danielle bezweifelte eventuelle Auswirkungen für die Magierin wenn sie ihr die Tauglichkeit absprach. Vermutlich würde ihr Name gestrichen und sie war damit für den Orden so schnell gestorben wie sie in ihr Blickfeld geraten war.
Eine Tatsache allerdings war noch frustrierender als der Verlauf des Gespräches, denn dieses hatte immerhin mit einem Lichtblick geendet. Die rothaarige Frau hatte scheinbar ein gewisses Interesse geweckt. Die Arkoritherin hatte angemerkt, dass der Orden sicher seinen Spaß an ihr haben würde. Sicher ließ es sich nicht sagen, doch zumindest klang es so als ob zumindest diese Magierin mehr eine Herausforderung in Danielle sah, als eine Belastung.
Wirklich frustrierend war das Warten. Warten auf das Schreiben mit der Mitteilung der Ordensleitung. In den nächsten Tagen, hatte es geheißen. Welchen Zeitraum umfasste dies? Der dritte Tag hatte heute begonnen und mit jedem Tag wurde die Last der ausstehenden Entscheidung größer. Eine Entscheidung die nicht mehr zu beeinflussen war. Eine Entscheidung deren Ergebnis vollkommen ungewiss war. Eine Entscheidung, die ihr Leben auf die eine oder andere Weise maßgeblich beeinflussen konnte.
Würde der Orden ihrem Wunsch entsprechen und sie ausbilden, würde sich das Leben nahezu komplett verändern. Die Lehre der Magie würde vermutlich fordernd sein, ihre Anwendung ein Genuss und der Orden eine neue Heimat.
Oder aber, der grob abgesteckte Plan für die Zukunft scheiterte auf ganzer Linie. Dann wäre guter Rat teuer und Alternativen nötig. Alternativen die sich, wenn überhaupt, vage darstellten und im Vergleich zur Magie viel uninteressanter waren. Noch dazu kam die Magie, derer sich Danielle bemächtigen konnte, jedoch ohne genau zu wissen wie. Womöglich könnte daraus eine Gefahr für ihr eigenes Leben entstehen.
Natürlich gab es noch andere Akademien für Magier. Allerdings war sich Danielle sicher mit ihrer Wahl. Zumindest in dem jetzigen Stadium wollte sie nicht nur die Theorie, sondern auch praktische Anwendung. Ein Koch gab sich zu Anfang auch nicht nur mit dem Studium von Rezepten zufrieden sondern ging seiner Profession nach. Warum sollte das bei Magiern anders sein.
Gerade rechtzeitig für den Fisch beendete die zierliche Gestalt das Verweilen in Gedanken, um ihn nach einigen Augenblicken des Abkühlens auf einen kleinen Haufen abzuladen. Auf dem Wachspapier hatte sich gut die Hälfte der erbeuteten Fische eingefunden. Der andere Teil war ein Opfer der Flammen oder besser, der Gedankenverlorenheit zum Opfer gefallen.
Die Idee zu Angeln und die Fische zu verkaufen war zum Teil aus dem Hinweis einer anderen Frau entsprungen. Ein zufälliges Treffen im Gasthaus hatte Danielle mit der weißhaarigen Frau zusammengeführt. Bei ihr war zumindest sicher, dass man mit ihr Auskommen konnte. Es war ihr leicht gefallen von oberflächlichen zu tiefschürfenden Gesprächsthemen zu wechseln. Auch das gleichzeitige führen von zwei unabhängigen Gesprächsfäden war problemlos gelungen. Nicht jeder konnte das von sich behaupten. Verschiedenste Themen waren gestreift oder erörtert worden. Angeblich hatte ein Vulkan dafür gesorgt, dass die Ungeheuer das Meer verlassen und die Stadt zeitweise auf dem Landweg abgeschnitten hatten. Glaube und Magie kamen in diesem Zusammenhang auf und schließlich gelangte das Gespräch auch zu den beiden Personen die es führten.
Hätte es ein Wort bedurft um die Gesprächspartnerin dieses Abends zu beschreiben, so würde Danielle ohne zu zögern ungewöhnlich wählen. Dafür sprach nicht nur das weiße Haar der Frau die noch keine 30. Lebensjahre zählen konnte. Vielmehr waren es die Dinge welche sie preisgab. In gewisser Weise vermögend und in der Stadt ansässig bewohnte sie nur ein Zimmer, ohne Bett, dafür aber mit einem bequemen Sessel, welcher als Schlafstatt diente. Eine Küche oder wenigstens eine Kochnische gab es ebenfalls nicht in der Wohnung.
Bei gleichen Möglichkeiten wäre dies Danielle zu wenig gewesen. Sie erwartete von ihrer Zukunft mehr. Keinen Palast, jedoch gab es schon Vorstellungen die durchaus erreichbar waren und an denen sie festhielt. Die Magie alleine würde ihr keine Reichtümer einbringen, es würde dennoch Arbeit erfordern.
Für einige Sätze hatten sie auch über bitten und betteln und die Unterschiede diskutiert. Ein Aspekt bei dem Danielle der anderen Frau recht geben musste. Es war durchaus ein Unterschied, das musste sie Zähneknirschend zugeben. Bis sich dieser Umstand im täglichen Gebrauch des Rotschopfs Einzug halten würde, würde aber noch einige Zeit vergehen.
Wenn sich der Orden noch lange Zeit nahm, dann konnte sie doch das Angebot der Dame in Betracht ziehen und Hausmädchen bei ihr werden. Oder wäre hier Zimmermädchen angebrachter? Eigentlich war es auch egal, es war zu bezweifeln dass das Angebot ernst gemeint war. Eins war jedoch sicher, Fisch konnte sie bis zu diesem Zeitpunkt sicher zubereiten.
Zumindest vorerst wiederstand sie dem Drang erneut ein Schreiben an die Arkorither zu senden. Es würde sicher keinen guten Eindruck machen Ungeduld zu zeigen.