Das Lagerfeuer flackerte kurz auf und ein Zischen erklang, als etwas Flüssigkeit aus dem Fisch in die Flammen fiel. Abermals verzog sich das Gesicht der zierlichen Frau, welche im Schneidersitz davor saß und den Spieß in die Flammen hielt. Was war sie, eine verdammte Fischerin? Nein, sie hatte Potential zu größerem, war erwählt worden und das musste auch der Orden einsehen.
Während Danielle zum ungezählten Male an den letzten Tag des vergangenen Wochenlaufes dachte, erübrigte sich das Braten des Fisches endgültig. Ein passender Vergleich für das was noch am Spieß hing war ein Stück Kohle, nichts was irgendwer noch hätte essen wollen. Ebenfalls nicht zum ersten Mal wurde der Arm mit der Stange zurückgezogen, um dann mit einer schnellen Bewegung den Fleischrest über das Feuer hinweg in den Wald zu schleudern. Wieder wurde ein Stück aufgespießt, ob dieses dasselbe Schicksal teilen würde wie sein Vorgänger? Wer wusste das schon und für wen war es von Belang. Für den im Augenblick temperamentvoll kochenden Rotschopf sicher nicht, wie ein Beobachter hätte schwören können. Der Fisch war noch nicht richtig in die Hände des Schicksals über den Flammen ausgeliefert worden, da entrückte der Blick aus den smaragdgrünen Augen auch schon wieder der Gegenwart.
Ihr Treffen mit einer der Arkoritherinnen hatte erstaunlich schnell stattgefunden. Allerdings offenbarte sich schnell, dass die Geheimnisse um den Orden auch ihre Nachteile hatten. Nachteile zumindest aus Sicht einer Suchenden. Denn wie sollte sich eine Menschenseele auf ein Gespräch über eine Gemeinschaft vorbereiten, die mit großem Erfolg versuchte im Schatten des alatarischen Reiches zu existieren.
Danielle war davon ausgegangen, dass die Gemeinschaft starke Persönlichkeiten eher zu schätzen wusste. Wenn es etwas gab, dass es ihrer Meinung nach an dem Alatarglauben wertzuschätzen galt, dann war das Stärke. Ihre Verhandlungsposition hatte die junge Frau entsprechend gewählt und nicht um eine Ausbildung gebeten, sondern eine Art Handel angeboten. Wobei sich das im Laufe des Gesprächs als nicht die beste Wahl herausstellte. Die Abgesandte der Arkorither hatte sich fast vollständig in schwarze Kleidung gehüllt, lediglich ihre eisblauen Augen waren zu erkennen. So war es unmöglich eine Emotion abzulesen, die sich nicht in den Augen wiederspiegelte oder in der Stimme zu hören war. Dadurch wurde der Verlauf des Gespräches zu einem Balanceakt.
Warum Danielle scheinbar forderte, anstatt zu bitten war eine der wenigen, dafür aber tiefgreifenden Fragen gewesen. Bitten, bitten war ihr noch nie leicht gefallen. Warum auch bitten wenn eine Gegenleistung erbracht wurde. Es verlangte ja niemand eine Leistung aus reiner Freundlichkeit, denn immerhin würde die Stärke der angehenden Magierin in den Orden eingebracht. Natürlich war es im Augenblick was im Austausch Angeboten wurde, allerdings war es doch immer so, oder nicht? Eine Mine wurde auch erst wertvoll, wenn man die Schätze in ihr hob. Wollte der Orden Duckmäuser die um Aufnahme bettelten oder Streiter die sich für seine Sache einsetzen?
Das war allerdings nur eine Situation in der ihre Antworten anscheinend nicht den Erwartungen entsprachen.
Ungern dachte Danielle an das Gefühl zurück, als ihre Felle scheinbar davon trieben. Zu viel Hoffnung hatte sie in dieses Gespräch gesetzt, oder eher zu hohe Erwartungen. Was sagte ein Gespräch schon über eine Person aus? Die Wortgewandtheit, das Verhalten und eventuell wahrheitsgemäß beantwortete Fragen waren doch keine Grundlage für eine Entscheidung. Zumindest wenn man vorgab sehr genau darauf zu achten wer die Lehren empfangen durfte und wer nicht.
Ein anderer Gedanke bahnte sich den Weg in den Vordergrund. Oder war es nicht darum gegangen, sondern das eiskalte Biest sollte nur die charakterliche Tauglichkeit der Anwärter beurteilen. Grenzen ergründen und die Erwachten reizen. Es lag im Bereich des Möglichen.
Wieder eine Frage deren Antwort Danielle nicht sicher finden konnte. So verhielt es sich auch mit der Arkoritherin. Gut einen halben Kopf kleiner mochte sie gewesen sein und offensichtlich nicht füllig, mehr ließ sich jedoch aufgrund der Robe über körperliches nicht sagen. Für den Moment hielten sich die Gefühle die Waage. Auf der einen Seite eine gewisse Faszination, begründet in der vermutlich vorhandene Kenntnis über Magie. In der zweiten Waagschale war die Verärgerung über die Selbstbewusste, an Arroganz anmutende Selbstsicherheit der Magierin.
Natürlich war die Schwarzgekleidete in der besseren Position. Für sie gab es nichts zu verlieren und zu gewinnen. Danielle bezweifelte eventuelle Auswirkungen für die Magierin wenn sie ihr die Tauglichkeit absprach. Vermutlich würde ihr Name gestrichen und sie war damit für den Orden so schnell gestorben wie sie in ihr Blickfeld geraten war.
Eine Tatsache allerdings war noch frustrierender als der Verlauf des Gespräches, denn dieses hatte immerhin mit einem Lichtblick geendet. Die rothaarige Frau hatte scheinbar ein gewisses Interesse geweckt. Die Arkoritherin hatte angemerkt, dass der Orden sicher seinen Spaß an ihr haben würde. Sicher ließ es sich nicht sagen, doch zumindest klang es so als ob zumindest diese Magierin mehr eine Herausforderung in Danielle sah, als eine Belastung.
Wirklich frustrierend war das Warten. Warten auf das Schreiben mit der Mitteilung der Ordensleitung. In den nächsten Tagen, hatte es geheißen. Welchen Zeitraum umfasste dies? Der dritte Tag hatte heute begonnen und mit jedem Tag wurde die Last der ausstehenden Entscheidung größer. Eine Entscheidung die nicht mehr zu beeinflussen war. Eine Entscheidung deren Ergebnis vollkommen ungewiss war. Eine Entscheidung, die ihr Leben auf die eine oder andere Weise maßgeblich beeinflussen konnte.
Würde der Orden ihrem Wunsch entsprechen und sie ausbilden, würde sich das Leben nahezu komplett verändern. Die Lehre der Magie würde vermutlich fordernd sein, ihre Anwendung ein Genuss und der Orden eine neue Heimat.
Oder aber, der grob abgesteckte Plan für die Zukunft scheiterte auf ganzer Linie. Dann wäre guter Rat teuer und Alternativen nötig. Alternativen die sich, wenn überhaupt, vage darstellten und im Vergleich zur Magie viel uninteressanter waren. Noch dazu kam die Magie, derer sich Danielle bemächtigen konnte, jedoch ohne genau zu wissen wie. Womöglich könnte daraus eine Gefahr für ihr eigenes Leben entstehen.
Natürlich gab es noch andere Akademien für Magier. Allerdings war sich Danielle sicher mit ihrer Wahl. Zumindest in dem jetzigen Stadium wollte sie nicht nur die Theorie, sondern auch praktische Anwendung. Ein Koch gab sich zu Anfang auch nicht nur mit dem Studium von Rezepten zufrieden sondern ging seiner Profession nach. Warum sollte das bei Magiern anders sein.
Gerade rechtzeitig für den Fisch beendete die zierliche Gestalt das Verweilen in Gedanken, um ihn nach einigen Augenblicken des Abkühlens auf einen kleinen Haufen abzuladen. Auf dem Wachspapier hatte sich gut die Hälfte der erbeuteten Fische eingefunden. Der andere Teil war ein Opfer der Flammen oder besser, der Gedankenverlorenheit zum Opfer gefallen.
Die Idee zu Angeln und die Fische zu verkaufen war zum Teil aus dem Hinweis einer anderen Frau entsprungen. Ein zufälliges Treffen im Gasthaus hatte Danielle mit der weißhaarigen Frau zusammengeführt. Bei ihr war zumindest sicher, dass man mit ihr Auskommen konnte. Es war ihr leicht gefallen von oberflächlichen zu tiefschürfenden Gesprächsthemen zu wechseln. Auch das gleichzeitige führen von zwei unabhängigen Gesprächsfäden war problemlos gelungen. Nicht jeder konnte das von sich behaupten. Verschiedenste Themen waren gestreift oder erörtert worden. Angeblich hatte ein Vulkan dafür gesorgt, dass die Ungeheuer das Meer verlassen und die Stadt zeitweise auf dem Landweg abgeschnitten hatten. Glaube und Magie kamen in diesem Zusammenhang auf und schließlich gelangte das Gespräch auch zu den beiden Personen die es führten.
Hätte es ein Wort bedurft um die Gesprächspartnerin dieses Abends zu beschreiben, so würde Danielle ohne zu zögern ungewöhnlich wählen. Dafür sprach nicht nur das weiße Haar der Frau die noch keine 30. Lebensjahre zählen konnte. Vielmehr waren es die Dinge welche sie preisgab. In gewisser Weise vermögend und in der Stadt ansässig bewohnte sie nur ein Zimmer, ohne Bett, dafür aber mit einem bequemen Sessel, welcher als Schlafstatt diente. Eine Küche oder wenigstens eine Kochnische gab es ebenfalls nicht in der Wohnung.
Bei gleichen Möglichkeiten wäre dies Danielle zu wenig gewesen. Sie erwartete von ihrer Zukunft mehr. Keinen Palast, jedoch gab es schon Vorstellungen die durchaus erreichbar waren und an denen sie festhielt. Die Magie alleine würde ihr keine Reichtümer einbringen, es würde dennoch Arbeit erfordern.
Für einige Sätze hatten sie auch über bitten und betteln und die Unterschiede diskutiert. Ein Aspekt bei dem Danielle der anderen Frau recht geben musste. Es war durchaus ein Unterschied, das musste sie Zähneknirschend zugeben. Bis sich dieser Umstand im täglichen Gebrauch des Rotschopfs Einzug halten würde, würde aber noch einige Zeit vergehen.
Wenn sich der Orden noch lange Zeit nahm, dann konnte sie doch das Angebot der Dame in Betracht ziehen und Hausmädchen bei ihr werden. Oder wäre hier Zimmermädchen angebrachter? Eigentlich war es auch egal, es war zu bezweifeln dass das Angebot ernst gemeint war. Eins war jedoch sicher, Fisch konnte sie bis zu diesem Zeitpunkt sicher zubereiten.
Zumindest vorerst wiederstand sie dem Drang erneut ein Schreiben an die Arkorither zu senden. Es würde sicher keinen guten Eindruck machen Ungeduld zu zeigen.
Vom Bitten, vom Warten und von zwei Frauen
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Danielle Lassart
Ereignisreich waren die letzten Tage gewesen. Ereignisreicher als ihre gesamte Kindheit zusammengefasst. Bedachte die Lage des Geburtsortes, war dieser Umstand auch nicht mehr besonders bemerkenswert.
Die Politik der Reiche war dort nur ein entfernter Wiederhall, aktuelle Entwicklungen waren nur durch Händler zu erfahren. Davon verirrten sich nur wenige in das kleine Dorf und deren Informationen waren zumeist auch nur aufgeschnappt. An dem Wahrheitsgehalt der so zugänglichen Informationen waren stets Zweifel angebracht. Schon in innerhalb eines Ortes konnte eine Geschichte mit zunehmender Verbreitung erhebliche Umdichtungen und Interpretationen erfahren. Auf der Reise von den Orten der Macht bis mitten ins Nirgendwo war dies nicht anders.
Endlich war ein Schreiben des Ordens eingetroffen. Wie eine Verdurstende zur Wasserstelle, war Danielle täglich in die Bank gegangen. Sie hatte sich gezwungen nicht mehr als ein Mal täglich dort nachzufragen. Doch mit jedem verstreichenden Tag, war es zunehmend schwerer gefallen diese Enthaltsamkeit aufrechtzuerhalten. Es hing einfach zu viel davon ab, als das die junge Frau gelassen bleiben konnte.
Jetzt galt es nur noch wenige Tage zu überbrücken, bis zumindest diese Frage geklärt sein würde. Allerdings gab es da noch das Problem mit ihren Haaren, oder vielmehr deren Farbe. Auch hierfür würde sich eine Lösung finden lassen, wie diese auch immer aussehen mochte.
Glücklicherweise ergaben s ich stets neu und bisher auch immer interessante Bekanntschaften, welche die Wartezeit verkürzten. Als Schwierigkeit stellte sich heraus, dass gerade Anfangs die Sprache gerne auf die ausgeübte Profession kam. Aus anfänglicher Verlegenheit heraus hatte die angehende Magierin das naheliegendes genommen. Offiziell war sie also aktuell ohne Berufung und noch auf der Suche. Zwar war ihr ein gewisses Verständnis bei der Versorgung von üblichen Kampfwunden eigen, jedoch verneinte sie die Vermutung eine Heilerin zu sein.
Da ein großer dunkler Schatten die Existenz der Arkorither einhüllte, war es schlicht eine Vermutung. Doch mit einer, gegebenenfalls zukünftigen Ausbildung in ihren Reihen, ging niemand hausieren. Diese Scharade hatte direkt bei zwei Begegnungen Auswirkungen gehabt.
Einen Moment der Ruhe, einen Augenblick des Luxus und ein normales Leben, hatte Danielle genießen wollen, als sie die Schenke im Hafenviertel betreten hatte. Außer dem Wirt war niemand zugegen. So hatte der Mann denn auch das ihm aufgedrängte Gespräch angenommen. Wie es der Zufall wollte, kam das Gespräch auf Heilkünste. Sofort war der Wirt Feuer und Flamme und offenbarte seine Zugehörigkeit zu einer Vereinigung. Die beiden sprachen über dies und das und die junge Frau beeilte sich, die Hoffnungen in sie nicht zu groß werden zu lassen.
Zwischenzeitlich stieß ein weiteres Mitglied dieser Gruppe hinzu. Ein gutes Stück jünger als der Wirt und auch zurückhaltender. Kaum mehr als ein paar Worte hatte er verloren, während sie in der Schenke weilte. Obwohl die beiden ihr noch völlig fremd waren, stellte sich ein Gefühl von Heimat ein. Eine Heimat die an keinen Ort gebunden war, sondern an Personen. Personen wie jene die vor kurzer Zeit den tot gefunden hatten. Menschen die man in der Oberstadt vergeblich suchte, weil sie oft das Herz auf der Zunge trugen.
Im Augenblick wusste Danielle noch nicht genug über diese Vereinigung, um sich ein fundiertes Urteil erlauben zu können. Verständlicherweise hatte der Mann auch nicht zu viel preisgegeben und an weitere Informationen war sie bis jetzt noch nicht gelangt. Bis ihr weitere Erkenntnisse zur Verfügung standen, würde sie sich diese Option auf jeden Fall die Zusammenarbeit oder gar einen Beitritt offenhalten. Sollte sich ihr Eindruck und die angestellten Vermutungen bewahrheiten, konnte daraus eine interessante und für beide Seiten lohnende Verbindung erwachsen. Auf jeden Fall hatte Danielle jedoch einen Rückzugsort gefunden, sollte sie sich selbst einmal verlieren oder zu tief in Intrigen und Wirrungen anderer Kreise geraten.
Bei der zweiten Begegnung war es ein Lethar der die zierliche Frau auf der Straße ansprach. Zwar hatte Danielle nie zuvor ein Mitglied dieser Rasse getroffen, allerdings hatte sie in Ihrer Kindheit einiges über sie gelesen. Wie so oft, wohnte den Geschichten oft ein Kern Wahrheit inne, aber ebenso viel Erfindung.
Zwei Dinge waren ihr dennoch klar, einen Letharen zu verärgern war keine gute Idee und so bald als möglich musste sie einen Weg finden, die quälenden Stimmen zu dämpfen. Zumindest wenn dies Qual für die Ohren von jedem dieser gefallenen Elfen ausging. Nicht nur das sie vom Klang Kopfschmerzen bekam, nein, je öfter und länger er sprach, umso mehr wünschte sie sich er möge verstummen. Die möglichen Alternativen die zu erreichen mehrten sich mit der Zeit. Neben der klassischen Bitte zu verstummen fielen ihr auch knebeln, verprügeln oder andere unschickliche Dinge ein.
Unbestritten war jedoch auch, dass sein Verhalten und einige Dinge die der Lethar gesagt hatte zu ihrem Unmut maßgeblich beigetragen hatten. Anfangs hatte sich Danielle noch gewundert, warum er anbot sie mit zu einem Heiler zu nehmen, zu dem er ohnehin unterwegs war. Doch das Rätsel hatte sich erst sehr viel später gelöst. Bei dem Heiler hatte das blauhäutige Wesen eine Bestellung abgeholt. Kurzzeitig stand zu befürchten das der Letharf den alten Mann packen, über den Tresen zerren und zur Vernunft prügeln würde. Doch so war es nicht gekommen, auch wenn am Ende die Berechnung der zu zahlenden Summe vertagt wurde.
Die Reise ging zog sich noch eine Weile hin und vergeblich wartete Danielle darauf das der Letharf irgendwelche Anstalten machen würde sie wegzuschicken oder zu entlassen. So gesehen hatte er ihr ja nicht befohlen ihm zu folgen, aber wollte sie einen Letharen verärgern? Nein mit Sicherheit wollte sie das nicht. Wenn nur die Hälfte der Geschichten über ihre Kampfkunst der Wirklichkeit entsprach, dann würde der Elf sie vermutlich schneller töten als ein Bauer „Bei Alatars pelzigem Hintern!“ fluchen konnte.
Erst sehr viel später stellte der Lethar die Frage, warum sie ihm folgte. Was für eine dumme Frage! Hatte er sie entlassen, oder fortgeschickt? Nein, sonst wäre ihm Danielle auch nicht gefolgt. Ihre Antwort sorgte zumindest im Ansatz zu etwas, dass man Amüsement nennen konnte. Sie frei zu gehen wann immer sie wollte. Prompt nutzte sie auch die Gelegenheit und verließ seine Gesellschaft. Verärgert über den Lethar und verärgert über sich selbst. Sonst war sie doch auch eine Meisterin darin, jedes Wort auf die Goldwaage legen zu können. Hatte ihre Ehrfurcht sie ihren Verstand vergessen lassen? Eines war sicher, das nächste Mal würde sie sich gegenüber den Vertretern dieser Rasse besser behaupten.
Der Abend sollte im Gasthaus am Markplatz ausklingen, doch wieder ein Mal kam es anders als gedacht. Gerade hatte sie das erste Glas Wein getrunken, um die innerliche Wut zu verschleiern, da kam ausgerechnet dieser Elf ebenfalls herein. Er sprach von Trotz und äußerte sein Unverständnis über den Genuss von Wein. Erhob er wirklich Anspruch darauf die Beweggründe einer „normalen“ und „neuen“ Besucherin der Stadt verstehen zu wollen? Ihre persönliche Abneigung gegen ihn war durch diese Aussage noch größer geworden. Für ihn war es interessant gewesen zu sehen, wie sich jemand wie sie verhalten würde.
Noch als sie im Bett lag hatte Danielle in ihrem Inneren einen Rest Wut bewahrt. Sie war doch kein Versuchstier, wie eine Katze der man eine tote Maus vorhielt um zu sehen wie sie reagiert. Irgendwann und Irgendwie, würde dieser Letharf dafür büßen.
Die Politik der Reiche war dort nur ein entfernter Wiederhall, aktuelle Entwicklungen waren nur durch Händler zu erfahren. Davon verirrten sich nur wenige in das kleine Dorf und deren Informationen waren zumeist auch nur aufgeschnappt. An dem Wahrheitsgehalt der so zugänglichen Informationen waren stets Zweifel angebracht. Schon in innerhalb eines Ortes konnte eine Geschichte mit zunehmender Verbreitung erhebliche Umdichtungen und Interpretationen erfahren. Auf der Reise von den Orten der Macht bis mitten ins Nirgendwo war dies nicht anders.
Endlich war ein Schreiben des Ordens eingetroffen. Wie eine Verdurstende zur Wasserstelle, war Danielle täglich in die Bank gegangen. Sie hatte sich gezwungen nicht mehr als ein Mal täglich dort nachzufragen. Doch mit jedem verstreichenden Tag, war es zunehmend schwerer gefallen diese Enthaltsamkeit aufrechtzuerhalten. Es hing einfach zu viel davon ab, als das die junge Frau gelassen bleiben konnte.
Jetzt galt es nur noch wenige Tage zu überbrücken, bis zumindest diese Frage geklärt sein würde. Allerdings gab es da noch das Problem mit ihren Haaren, oder vielmehr deren Farbe. Auch hierfür würde sich eine Lösung finden lassen, wie diese auch immer aussehen mochte.
Glücklicherweise ergaben s ich stets neu und bisher auch immer interessante Bekanntschaften, welche die Wartezeit verkürzten. Als Schwierigkeit stellte sich heraus, dass gerade Anfangs die Sprache gerne auf die ausgeübte Profession kam. Aus anfänglicher Verlegenheit heraus hatte die angehende Magierin das naheliegendes genommen. Offiziell war sie also aktuell ohne Berufung und noch auf der Suche. Zwar war ihr ein gewisses Verständnis bei der Versorgung von üblichen Kampfwunden eigen, jedoch verneinte sie die Vermutung eine Heilerin zu sein.
Da ein großer dunkler Schatten die Existenz der Arkorither einhüllte, war es schlicht eine Vermutung. Doch mit einer, gegebenenfalls zukünftigen Ausbildung in ihren Reihen, ging niemand hausieren. Diese Scharade hatte direkt bei zwei Begegnungen Auswirkungen gehabt.
Einen Moment der Ruhe, einen Augenblick des Luxus und ein normales Leben, hatte Danielle genießen wollen, als sie die Schenke im Hafenviertel betreten hatte. Außer dem Wirt war niemand zugegen. So hatte der Mann denn auch das ihm aufgedrängte Gespräch angenommen. Wie es der Zufall wollte, kam das Gespräch auf Heilkünste. Sofort war der Wirt Feuer und Flamme und offenbarte seine Zugehörigkeit zu einer Vereinigung. Die beiden sprachen über dies und das und die junge Frau beeilte sich, die Hoffnungen in sie nicht zu groß werden zu lassen.
Zwischenzeitlich stieß ein weiteres Mitglied dieser Gruppe hinzu. Ein gutes Stück jünger als der Wirt und auch zurückhaltender. Kaum mehr als ein paar Worte hatte er verloren, während sie in der Schenke weilte. Obwohl die beiden ihr noch völlig fremd waren, stellte sich ein Gefühl von Heimat ein. Eine Heimat die an keinen Ort gebunden war, sondern an Personen. Personen wie jene die vor kurzer Zeit den tot gefunden hatten. Menschen die man in der Oberstadt vergeblich suchte, weil sie oft das Herz auf der Zunge trugen.
Im Augenblick wusste Danielle noch nicht genug über diese Vereinigung, um sich ein fundiertes Urteil erlauben zu können. Verständlicherweise hatte der Mann auch nicht zu viel preisgegeben und an weitere Informationen war sie bis jetzt noch nicht gelangt. Bis ihr weitere Erkenntnisse zur Verfügung standen, würde sie sich diese Option auf jeden Fall die Zusammenarbeit oder gar einen Beitritt offenhalten. Sollte sich ihr Eindruck und die angestellten Vermutungen bewahrheiten, konnte daraus eine interessante und für beide Seiten lohnende Verbindung erwachsen. Auf jeden Fall hatte Danielle jedoch einen Rückzugsort gefunden, sollte sie sich selbst einmal verlieren oder zu tief in Intrigen und Wirrungen anderer Kreise geraten.
Bei der zweiten Begegnung war es ein Lethar der die zierliche Frau auf der Straße ansprach. Zwar hatte Danielle nie zuvor ein Mitglied dieser Rasse getroffen, allerdings hatte sie in Ihrer Kindheit einiges über sie gelesen. Wie so oft, wohnte den Geschichten oft ein Kern Wahrheit inne, aber ebenso viel Erfindung.
Zwei Dinge waren ihr dennoch klar, einen Letharen zu verärgern war keine gute Idee und so bald als möglich musste sie einen Weg finden, die quälenden Stimmen zu dämpfen. Zumindest wenn dies Qual für die Ohren von jedem dieser gefallenen Elfen ausging. Nicht nur das sie vom Klang Kopfschmerzen bekam, nein, je öfter und länger er sprach, umso mehr wünschte sie sich er möge verstummen. Die möglichen Alternativen die zu erreichen mehrten sich mit der Zeit. Neben der klassischen Bitte zu verstummen fielen ihr auch knebeln, verprügeln oder andere unschickliche Dinge ein.
Unbestritten war jedoch auch, dass sein Verhalten und einige Dinge die der Lethar gesagt hatte zu ihrem Unmut maßgeblich beigetragen hatten. Anfangs hatte sich Danielle noch gewundert, warum er anbot sie mit zu einem Heiler zu nehmen, zu dem er ohnehin unterwegs war. Doch das Rätsel hatte sich erst sehr viel später gelöst. Bei dem Heiler hatte das blauhäutige Wesen eine Bestellung abgeholt. Kurzzeitig stand zu befürchten das der Letharf den alten Mann packen, über den Tresen zerren und zur Vernunft prügeln würde. Doch so war es nicht gekommen, auch wenn am Ende die Berechnung der zu zahlenden Summe vertagt wurde.
Die Reise ging zog sich noch eine Weile hin und vergeblich wartete Danielle darauf das der Letharf irgendwelche Anstalten machen würde sie wegzuschicken oder zu entlassen. So gesehen hatte er ihr ja nicht befohlen ihm zu folgen, aber wollte sie einen Letharen verärgern? Nein mit Sicherheit wollte sie das nicht. Wenn nur die Hälfte der Geschichten über ihre Kampfkunst der Wirklichkeit entsprach, dann würde der Elf sie vermutlich schneller töten als ein Bauer „Bei Alatars pelzigem Hintern!“ fluchen konnte.
Erst sehr viel später stellte der Lethar die Frage, warum sie ihm folgte. Was für eine dumme Frage! Hatte er sie entlassen, oder fortgeschickt? Nein, sonst wäre ihm Danielle auch nicht gefolgt. Ihre Antwort sorgte zumindest im Ansatz zu etwas, dass man Amüsement nennen konnte. Sie frei zu gehen wann immer sie wollte. Prompt nutzte sie auch die Gelegenheit und verließ seine Gesellschaft. Verärgert über den Lethar und verärgert über sich selbst. Sonst war sie doch auch eine Meisterin darin, jedes Wort auf die Goldwaage legen zu können. Hatte ihre Ehrfurcht sie ihren Verstand vergessen lassen? Eines war sicher, das nächste Mal würde sie sich gegenüber den Vertretern dieser Rasse besser behaupten.
Der Abend sollte im Gasthaus am Markplatz ausklingen, doch wieder ein Mal kam es anders als gedacht. Gerade hatte sie das erste Glas Wein getrunken, um die innerliche Wut zu verschleiern, da kam ausgerechnet dieser Elf ebenfalls herein. Er sprach von Trotz und äußerte sein Unverständnis über den Genuss von Wein. Erhob er wirklich Anspruch darauf die Beweggründe einer „normalen“ und „neuen“ Besucherin der Stadt verstehen zu wollen? Ihre persönliche Abneigung gegen ihn war durch diese Aussage noch größer geworden. Für ihn war es interessant gewesen zu sehen, wie sich jemand wie sie verhalten würde.
Noch als sie im Bett lag hatte Danielle in ihrem Inneren einen Rest Wut bewahrt. Sie war doch kein Versuchstier, wie eine Katze der man eine tote Maus vorhielt um zu sehen wie sie reagiert. Irgendwann und Irgendwie, würde dieser Letharf dafür büßen.
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Tarja Thyrmon
Es erforderte einiges an Kopfzerbrechen, als sie zur Burg zurückkehrte. Sie hatte selten jemanden vor sich gehabt, der sich erdreistet hatte, etwas zu fordern. Weder sie noch die Maestra sahen es gerne, wenn jemand so offensichtlich forderte. Sie lehnte sich an die Lehne des Stuhles und wägte ab. Sie würde die Maestra um Rat fragen müssen. War es sinnvoll? Konnte man hoffen, dass sich Danielle in die strenge Hierarchie des Ordens eingliedern konnte? Oder würde sie nur eine Eintagsfliege sein, die recht rasch zu spüren bekommen würde, was passierte, wenn man den Bogen überspannt?
Sie selbst war sich sicher, dass sie ihren Spaß mit Danielle haben würde. Wenn sie ihr Verhalten beibehalten würde, dann würde sie nicht selten in den Kellergewölben verweilen und über ihr Verhalten nachdenken müssen. Allein das war eine Überlegung wert. Immerhin nahm sie sich gerne den Problemfällen an. Es war ein Spiel mit dem Feuer - aber gerade das war das Interessante an ihrem Dasein.
Wie sie es auch drehen und wenden würden, sie würden zu einem Entschluss kommen: Es würde ein gutes Stückchen Arbeit werden. Aber auch eine Danielle würde bald verstehen, worum es im Orden ging. Was den Orden ausmachen würde und was von ihr erwartet wurde.
Und so setzte sie das Schreiben auf, um es Danielle zukommen zu lassen. Somit war die Grundlage für ihr Dasein als Arkoritherin gesetzt. Wie weit sie es schaffen würde, das stand wahrlich noch in den Sternen.
Sie selbst war sich sicher, dass sie ihren Spaß mit Danielle haben würde. Wenn sie ihr Verhalten beibehalten würde, dann würde sie nicht selten in den Kellergewölben verweilen und über ihr Verhalten nachdenken müssen. Allein das war eine Überlegung wert. Immerhin nahm sie sich gerne den Problemfällen an. Es war ein Spiel mit dem Feuer - aber gerade das war das Interessante an ihrem Dasein.
Wie sie es auch drehen und wenden würden, sie würden zu einem Entschluss kommen: Es würde ein gutes Stückchen Arbeit werden. Aber auch eine Danielle würde bald verstehen, worum es im Orden ging. Was den Orden ausmachen würde und was von ihr erwartet wurde.
Und so setzte sie das Schreiben auf, um es Danielle zukommen zu lassen. Somit war die Grundlage für ihr Dasein als Arkoritherin gesetzt. Wie weit sie es schaffen würde, das stand wahrlich noch in den Sternen.
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Sarya Lenia Vhelvet
Es gibt selten jemanden der einem von Anfang an angenehm erscheint auf welche Weise auch immer.
Sarya hatte lange mit der jungen Rothaarigen vor der Taverne in Rahal gesessen und geredet.
Sicher schien es meist um eher belanglose Dinge zu gehen, doch auch ab und an wurden erste und wichtige Themen und Fragen aufgegriffen und ein wenig erblickte sie sich in ihr, wie sie vor vielen Jahren in die Stadt kam.
Ebenso versessen auf eine Antwort wartete die ihr Leben veränderte, voll und ganz.
Sie hatte oft ihre Kämpfe im Orden geführt, doch bereut hatte sie ihre Entscheidung niemals.
Nun als Danielle zu dieser ungewöhnlichen Familie dazugestossen war, hoffte man das auch sie ihre kleinen oder größeren Kämpfe in Zukunft bestehen würde, dadurch weiterhin nur gestärkt hervorgehen würde.
Doch Sarya war sich sicher das sie dieser jungen Frau mehr als nur die Unterrichtsstunden mit auf den Weg geben würde.
Sarya hatte lange mit der jungen Rothaarigen vor der Taverne in Rahal gesessen und geredet.
Sicher schien es meist um eher belanglose Dinge zu gehen, doch auch ab und an wurden erste und wichtige Themen und Fragen aufgegriffen und ein wenig erblickte sie sich in ihr, wie sie vor vielen Jahren in die Stadt kam.
Ebenso versessen auf eine Antwort wartete die ihr Leben veränderte, voll und ganz.
Sie hatte oft ihre Kämpfe im Orden geführt, doch bereut hatte sie ihre Entscheidung niemals.
Nun als Danielle zu dieser ungewöhnlichen Familie dazugestossen war, hoffte man das auch sie ihre kleinen oder größeren Kämpfe in Zukunft bestehen würde, dadurch weiterhin nur gestärkt hervorgehen würde.
Doch Sarya war sich sicher das sie dieser jungen Frau mehr als nur die Unterrichtsstunden mit auf den Weg geben würde.
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Danielle Lassart
Es war also vollbracht. Sie war Teil des Ordens geworden. Wenn auch nur ein kleiner und unbedeutender Teil. Vollständig war ihr das Geschehene noch nicht bewusst. Trotzdem schwirrte eine Frage durch ihren Kopf, ließ sich nicht vertreiben und drängte sich unaufhörlich in den Vordergrund. War sie denn von allen guten Geistern verlassen?
Durchaus eine berechtigte wenn auch unangenehme Frage. Sie hatte mit nur kurzem Zögen die Bedingungen des Ordens akzeptiert. Bedingungen von denen Danielle nicht mal genau wusste was sie alles beinhalteten. Wann war der Moment gewesen, in dem jegliche Vorsicht über Bord geworfen wurde?
Andererseits, wen hätte sie auch Fragen sollen und wann. Während der Zeremonie waren nur zwei Personen anwesend. Der Elegida eine Frage zu stellen, während sie auf ihrem Podest saß und im wahrsten Sinne des Wortes über der Zeremonie thronte, wäre der erste Schritt in eine falsche Richtung gewesen. Danielles erster Eindruck der Magierin hatte sich bestätigt. Ein, zumindest nach außen hin, kalter und unnahbarer Mensch, gewohnt Befehle zu erteilen und Gehorsam zu erhalten. Abstand war das sicherste was man zur Elegida haben konnte. Schon ihre Anwesenheit verursachte ein unwohles Gefühl in Danielles Magen. Wie eine Maus die unter den wachsamen Augen einer Katze ihr Leben fristet. Blieb nur zu hoffen, dass diese Katze vorläufig gesättigt war.
Die Magistra war auch anwesend, allerdings wäre hier wohl ebenfalls eine Frage unangebracht gewesen. Das lag nicht an ihr, denn zweifellos besaß sie mehr Menschlichkeit als die Elegida zur Schau trug.
Dieser Raum, der trotz der Lichtquellen von Schatten beherrscht zu sein schien, gestattete keine Fragen, keinen Zweifel. Hier traf man eine Entscheidung, ja oder nein. Es gab keine Zeit und keinen Platz für Zaudern oder Verlegenheit, für Fragen über die Zukunft und was geforderte Worte und Taten für Konsequenzen hatte.
Also tat sie was verlangt wurde und stellte keine Fragen. Der Weg zu Magierin war nun geebnet. Allerdings als Arkorithern bezeichnen würde Danielle sich noch nicht. Natürlich kannte sie jetzt die Regeln. Wie bei allen Regeln und Gesetzen, gab es bestimmt auch hier unzählige ungeschriebene. Rote Haare waren hierbei nur ein Beispiel. Was es bedeute ein Teil des Ordens zu sein, war ebenso ein Rätsel wie die Auswirkungen die ihre heutigen Taten und Worte haben würden.
Wofür benötigte eine Akademie Räumlichkeiten wie jene die sich im Keller der Ordensburg befanden? Ihr war klar, dass Magie vielerlei Effekte haben konnte, was jedoch nicht bedeutete dass man sie auch in Gänze nutzte. War an den Geschichten, die sich um den Orden rankten, doch mehr Wahrheit als ihr lieb war? Oder gefielen sich die höheren Ränge einfach darin, einige der Schauermärchen aufrechtzuerhalten?
Auf die eine oder andere Weise würde sie es herausfinden. Danielle hoffte jedoch inständig, dass die Art einen Besuch des Kellers ausschloss. Gepaart mit dem Wesen das die Elegida zur Schau trug, konnte der Keller vermutlich selbst die Schauermärchen noch harmlos wirken lassen. Keine Vorstellung die der jungen Arkoritherin sonderlich zusagte.
Durchaus eine berechtigte wenn auch unangenehme Frage. Sie hatte mit nur kurzem Zögen die Bedingungen des Ordens akzeptiert. Bedingungen von denen Danielle nicht mal genau wusste was sie alles beinhalteten. Wann war der Moment gewesen, in dem jegliche Vorsicht über Bord geworfen wurde?
Andererseits, wen hätte sie auch Fragen sollen und wann. Während der Zeremonie waren nur zwei Personen anwesend. Der Elegida eine Frage zu stellen, während sie auf ihrem Podest saß und im wahrsten Sinne des Wortes über der Zeremonie thronte, wäre der erste Schritt in eine falsche Richtung gewesen. Danielles erster Eindruck der Magierin hatte sich bestätigt. Ein, zumindest nach außen hin, kalter und unnahbarer Mensch, gewohnt Befehle zu erteilen und Gehorsam zu erhalten. Abstand war das sicherste was man zur Elegida haben konnte. Schon ihre Anwesenheit verursachte ein unwohles Gefühl in Danielles Magen. Wie eine Maus die unter den wachsamen Augen einer Katze ihr Leben fristet. Blieb nur zu hoffen, dass diese Katze vorläufig gesättigt war.
Die Magistra war auch anwesend, allerdings wäre hier wohl ebenfalls eine Frage unangebracht gewesen. Das lag nicht an ihr, denn zweifellos besaß sie mehr Menschlichkeit als die Elegida zur Schau trug.
Dieser Raum, der trotz der Lichtquellen von Schatten beherrscht zu sein schien, gestattete keine Fragen, keinen Zweifel. Hier traf man eine Entscheidung, ja oder nein. Es gab keine Zeit und keinen Platz für Zaudern oder Verlegenheit, für Fragen über die Zukunft und was geforderte Worte und Taten für Konsequenzen hatte.
Also tat sie was verlangt wurde und stellte keine Fragen. Der Weg zu Magierin war nun geebnet. Allerdings als Arkorithern bezeichnen würde Danielle sich noch nicht. Natürlich kannte sie jetzt die Regeln. Wie bei allen Regeln und Gesetzen, gab es bestimmt auch hier unzählige ungeschriebene. Rote Haare waren hierbei nur ein Beispiel. Was es bedeute ein Teil des Ordens zu sein, war ebenso ein Rätsel wie die Auswirkungen die ihre heutigen Taten und Worte haben würden.
Wofür benötigte eine Akademie Räumlichkeiten wie jene die sich im Keller der Ordensburg befanden? Ihr war klar, dass Magie vielerlei Effekte haben konnte, was jedoch nicht bedeutete dass man sie auch in Gänze nutzte. War an den Geschichten, die sich um den Orden rankten, doch mehr Wahrheit als ihr lieb war? Oder gefielen sich die höheren Ränge einfach darin, einige der Schauermärchen aufrechtzuerhalten?
Auf die eine oder andere Weise würde sie es herausfinden. Danielle hoffte jedoch inständig, dass die Art einen Besuch des Kellers ausschloss. Gepaart mit dem Wesen das die Elegida zur Schau trug, konnte der Keller vermutlich selbst die Schauermärchen noch harmlos wirken lassen. Keine Vorstellung die der jungen Arkoritherin sonderlich zusagte.