Ein langer, langer Weg ... nur wohin?

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Marley Weidenau

Ein langer, langer Weg ... nur wohin?

Beitrag von Marley Weidenau »

Nun war es schon einge Zeit her, dass er seine Sachen gepackt hatte und von zuhause abgehauen war. Es war alles ein riesiges Abenteuer geworden. Jeden Tag geschah aus seiner Sicht heraus etwas spannendes. Auch wenn er sich eingestehen musste, dass alles nicht ganz so ungefährlich und locker war, wie er es sich immer vorgestellt hat.
  • Die Helden aus seinen Abenteuerbüchern hatten keine Angst vor klapprigen Skeletten - er schon.
    Die Helden aus seinen Abenteuerbüchern fürchteten sich nicht alleine im Dunkeln - er schon.
    Die Helden aus seinen Abenteuerbüchern froren nicht erbärmlich in ihren Klamotten - er schon.
    Die Helden aus seinen Abenteuerbüchern fühlten sich nicht alleine und verlassen - er schon.
Genau genommen, war nichts wirklich so, wie er es sich vorgestellt hatte, ausser die Spannung und der Nervenkitzel. Das war sogar noch besser als erwartet. Aber es war besser als vorher, redete sich der Bursche ein. Vorher hatte er einen Vater der eigentlich nie da war und eine eklige Tante, die ein Leben führte, das wohl kein Junge in seinem Alter aushalten würde. Er hat sich mit ihr auch andauernd gestritten, auch wenn kein Streit so schlimm war, wie der letzte mit seinem Vater.
  • Ob er überhaupt gemerkt hat, dass sein Sohn einfach abgehauen ist?
    Ob er ihn überhaupt vermissen würde?
    Ob er ihn suchen würde?
    Ob er ihn je wieder sehen würde?
Die Nacht war kalt in dem Kistenlager im Keller der Bajarder Bank. Auch seine Schlafmatte hielt die Kälte nicht wirklich ab. Die Gedanken die der freche Junge in dieser Nacht hatte, waren trüb und zweifelsohne von Heimweh geplagt. Er vermisste viele Bequemlichkeiten von zuhause. Er vermisste die nörgelnde Stimme seiner Tante und ja - er vermisste auch seinen Vater. Aber nun konnte er nicht mehr zurück! Nie mehr! Tränen rannen seine dreckigen Wangen hinab und leise verfluchte er seine Dummheit einfach abgehauen zu sein, aber er konnte ja nicht zurück.

An Schlaf war in dieser Nacht nicht zu denken. Immer wieder schreckte er auf und starrte in das Halbdunkle des Lagers. War da ein Knirschen? Ein Rascheln? Hatte sich wieder irgendwo ein Skelett oder Zombie vergraben? Er fand keine Ruhe und seine Fantasie spielte ihm immer wieder gemeine Streiche.

Zombies waren aus der Entfernung zwar interessant anzusehen, doch aus der Nähe hatte er eine Menge Angst davor... So folgte eine nahezu schlaflose Nacht für den Jungen der für das Leben auf der Straße eigentlich nicht zäh genug ist.
Zuletzt geändert von Marley Weidenau am Mittwoch 6. Oktober 2010, 15:15, insgesamt 1-mal geändert.
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