Mein geliebter Bruder,
sind es Tage oder gar schon Wochen, seit ich das letzte Mal Deine liebevolle Umarmung spüren und in Deine Augen sehen durfte? Ich weiß es nicht, ich habe aufgehört die Stunden zu zählen. Die Erinnerung an unser letztes Zusammensein, sie hat sich in mein Gedächtnis gebrannt – Deine Wut, Dein Zorn, Deine Enttäuschung.
Ich höre Dich manchmal des Nachts, zumindest glaube ich das. Doch wenn ich dann mein Zimmer verlasse um nachzusehen, dann schlägt mir nur gähnende Leere entgegen. Ich ertrage diese Leere nicht weiter, Fareed, denn sie ist stille Anklage, stumme Schuldzuweisung. Bitte glaube mir, es lag nicht in meiner Absicht einen Keil zwischen Dich und Deine Wüstenblume zu treiben.
Vielleicht bedarf es Ruhe für alle Seiten, weswegen ich mich in die Obhut der Akademie begebe und dort ein kleines Zimmer beziehe.
Es tut mir leid.