Glück im Unglück
Verfasst: Montag 12. Dezember 2005, 18:10
Langsam bewegte er sich durch das Unterholz, den Bogen halb gespannt, schlich er vorsichtig über das feuchte Laub, das vom Schnee herabgedrückt kein verräterisches Geräusch von sich gab.
Die Spuren, denen er folgte, waren frisch. Schon lange war er auf der Fährte des Rehes. Das Tier, fett gefressen, um über den Winter zu kommen, hinterliess auf dem Schnee tiefe Spuren, denen er leicht folgen konnte. Auch andere Spuren hinterlies das Reh. Angebissene tiefhängende Ästchen von Bäumen und Büschen, wo die jungen Knospen abgefressen waren. Rinde, die abgerissen wurde, als das Tier hunger hatte. Es war nicht mehr weit. Jeden Moment konnte es hinter einem Baum auftauchen.
So wie es hier und da stehenblieb, um zu äsen, hatte er gut aufgeholt. Heute würde er sich einen wohlschmeckenden Braten holen. Und das Fleisch würde ihn noch viele Tage lang den Bauch füllen. Ihm war klar, das das Tier kränklich sein musste. Vielleicht auch verletzt. Sonst wäre es in einer der Herden beblieben, ob es nun ein Bock oder eine Fährse war. Nur kurz war sein Gedanke zu der Jagdlizenz gegangen, die er nicht besass. Kurz vor dem Winter dergleichen zu verlangen...
Er ruckte kurz mit dem Kopf herum, als er ein Knacken hörte. Doch es war nur ein Ast gewesen, der unter der Schneelast nachgegeben hatte, den kurz darauf war das typische Geräusch erklungen, wenn schwere Schneeklumpen auf dem Boden aufschlugen. Er wandte sich wieder um und ging erneut ein paar Schritt vor. Jäger, der er war, konzentrierte er sich nur auf seine Beute. Doch ab und an wanderten seine Gedanken doch ab, war er es doch geübt, Fährten zu folgen. Rehe gehörten niemanden – nur sich selbst...
Drum jagte er hier, obwohl er nicht wusste, ob er noch in den Ländern von Varuna war oder schon eher bei Bajard oder Rahal. Es war ihm auch gleich.
Der Griff an der Sehne wurde schlaffer. Er hatte etwas entdeckt. Ein dunklerer breiter Streifen in der Ferne. Eine Strasse. Wieder ging er weiter. Die Strasse, die durch den Wald führte – aber wo an dieser Strasse war er? Stillschweigend blickt er nach rechts und links, als er am Rand der Strasse stand. Die Strasse machte eine Biegung und mit den vielen Bäumen war es schwer, etwas zu erkennen... in die andere Richtung war alles frei. Kein Reh zu sehen. Und er konnte nicht erkennen wo genau er war. Das machte nichts. Er würde mit seinem Fang die Strasse entlang in Richtung Stadt gehen.
Raschen Schrittes überquerte er die Strasse, der Blick streifte wieder durch das Unterholz. Wieder schnürte er weiter, den Blick ab und an auf den Boden richtend, Spuren untersuchend. Dann hörte er einen Laut! Knackende Zweiglein, die brachen. Zweige die geschüttelt wurden... Da war das Reh! Eine Fährse... Dabei Knospen von den zweigen eines Busches zu rupfen. Ob es krank war, konnte er nicht feststellen; er musste schnell handeln, bevor es ihn sah.
Doch da knackte es laut. Das Tier blickte erschrocken auf und fand ihn ohne Schwierigkeiten. Kurz nur starrten sie sich gegenseitig an, doch dann sprang es weg, so schnell es seine Beine trugen. Und auch sein Blick riss sich los und schoss zu den Bäumen hinter ihm. Seine Augen weiteten sich, als er zwei abgerissene Gestalten sah, die auf ihn zugerannt kamen, brüllend, als wollten sie ihn allein mit ihrem Gebrüll in die Knie vor Angst zwingen.
Cyrion dachte nicht. Er reagierte! Den Bogen in einer fliessenden bewegung hochziehen und spannend zielte er kurzfristig auf den vorderen Mann und liess den Pfeil fliegen. Dieser schoss auf den Mann zu und bohrte sich in seine Schulter – leider die Linke, denn er hatte nicht gut gezielt. Von dem Treffer zurück geworfen, stolperte er gegen den Zweiten Mann, brachte diesen aber nicht zu fall, auch wenn er Cyr eine oder Zwei Sekunden Zeit verschaffte.
Kaum war der Pfeil von der Sehne, liess er den Bogen fallen und griff nach seinem Langschwert. Mit einem metallenen Singen fuhr das silberne Schwert aus der Scheide und er konnte es gerade noch rechtzeitig heben, um dem Schwert des ersten Mannes zu begegnen, welcher es von oben herab auf ihn hernieder schwang.
Doch Cyrion blockte nicht! Dafür war sein eigener Schwung zu gering! Er liess die Klinge metallisch kreischend an seiner eigenen entlang laufen und lenkte das feindliche Schwert zur Seite, so das der Mann, welcher rennend das Schwert mit Wucht geführt hatte, von seinem eigenen Schwung weitergetragen wurde und an ihm vorbei stolperte. Ein rascher Tritt mit seinem Stiefel in die Beine liess den Mann stürzen.
Doch da war schon der zweite – ein kräftige Kampfaxt trug er und Cyrion konnte gerade noch sich zur Seite werfen. Weiser Schnee blieb an seinem schwarzen Umhang kleben, als er sich abrollte und in geschmeidiger Bewegung wieder auf die Beine kam.
Schwer atmend funkelte er mit scharfen Augen den Mann an und Schwang das Schwert in einer Links-Rechts-Kombination, um die Axt abzuwehren. Blut rauschte in seinen Ohren und Funken sprangen auf, als die Axt auf das Schwert traf und Cyrion wich zurück, zog den Bauch ein und bog den Rücken, als die Axt knapp an seinem Oberkörper vorbeizog. Da! Der Zweite hatte sich aufgerappelt und kam, das Schwert wieder wild schwingend, zurück gerannt. Er musste sich eilen!
Ein Öffnung tat sich in der Haltung des Mannes auf! Nach vorn stürzend, führte er das Schwert mit geschmeidiger Anmut gegen das Bein seines Gegenübers. Doch während er das Schwert schwang, rutschte er auf den trügerischen Boden aus! Glatteis! Sich das Knie verdrehend, schlug der überraschte Krieger auf dem Boden auf! Rasch versuchte er, am Boden liegend, sich herum zu drehen und das Schwert zu heben! Versuchte sich zu verteidigen! Doch bevor das Schwert auch nur ansatzweise herum war, krachte die Axt in seine Seite, durchschlug Leder und bohrte sich in seine Rippen! Ein Schrei brach von seinen Lippen und die veilchenblauen Augen starrten entsetzt in die Braunen des Strassenräubers, welcher mit einem Grinsen wieder die Axt hob!
Die Spuren, denen er folgte, waren frisch. Schon lange war er auf der Fährte des Rehes. Das Tier, fett gefressen, um über den Winter zu kommen, hinterliess auf dem Schnee tiefe Spuren, denen er leicht folgen konnte. Auch andere Spuren hinterlies das Reh. Angebissene tiefhängende Ästchen von Bäumen und Büschen, wo die jungen Knospen abgefressen waren. Rinde, die abgerissen wurde, als das Tier hunger hatte. Es war nicht mehr weit. Jeden Moment konnte es hinter einem Baum auftauchen.
So wie es hier und da stehenblieb, um zu äsen, hatte er gut aufgeholt. Heute würde er sich einen wohlschmeckenden Braten holen. Und das Fleisch würde ihn noch viele Tage lang den Bauch füllen. Ihm war klar, das das Tier kränklich sein musste. Vielleicht auch verletzt. Sonst wäre es in einer der Herden beblieben, ob es nun ein Bock oder eine Fährse war. Nur kurz war sein Gedanke zu der Jagdlizenz gegangen, die er nicht besass. Kurz vor dem Winter dergleichen zu verlangen...
Er ruckte kurz mit dem Kopf herum, als er ein Knacken hörte. Doch es war nur ein Ast gewesen, der unter der Schneelast nachgegeben hatte, den kurz darauf war das typische Geräusch erklungen, wenn schwere Schneeklumpen auf dem Boden aufschlugen. Er wandte sich wieder um und ging erneut ein paar Schritt vor. Jäger, der er war, konzentrierte er sich nur auf seine Beute. Doch ab und an wanderten seine Gedanken doch ab, war er es doch geübt, Fährten zu folgen. Rehe gehörten niemanden – nur sich selbst...
Drum jagte er hier, obwohl er nicht wusste, ob er noch in den Ländern von Varuna war oder schon eher bei Bajard oder Rahal. Es war ihm auch gleich.
Der Griff an der Sehne wurde schlaffer. Er hatte etwas entdeckt. Ein dunklerer breiter Streifen in der Ferne. Eine Strasse. Wieder ging er weiter. Die Strasse, die durch den Wald führte – aber wo an dieser Strasse war er? Stillschweigend blickt er nach rechts und links, als er am Rand der Strasse stand. Die Strasse machte eine Biegung und mit den vielen Bäumen war es schwer, etwas zu erkennen... in die andere Richtung war alles frei. Kein Reh zu sehen. Und er konnte nicht erkennen wo genau er war. Das machte nichts. Er würde mit seinem Fang die Strasse entlang in Richtung Stadt gehen.
Raschen Schrittes überquerte er die Strasse, der Blick streifte wieder durch das Unterholz. Wieder schnürte er weiter, den Blick ab und an auf den Boden richtend, Spuren untersuchend. Dann hörte er einen Laut! Knackende Zweiglein, die brachen. Zweige die geschüttelt wurden... Da war das Reh! Eine Fährse... Dabei Knospen von den zweigen eines Busches zu rupfen. Ob es krank war, konnte er nicht feststellen; er musste schnell handeln, bevor es ihn sah.
Doch da knackte es laut. Das Tier blickte erschrocken auf und fand ihn ohne Schwierigkeiten. Kurz nur starrten sie sich gegenseitig an, doch dann sprang es weg, so schnell es seine Beine trugen. Und auch sein Blick riss sich los und schoss zu den Bäumen hinter ihm. Seine Augen weiteten sich, als er zwei abgerissene Gestalten sah, die auf ihn zugerannt kamen, brüllend, als wollten sie ihn allein mit ihrem Gebrüll in die Knie vor Angst zwingen.
Cyrion dachte nicht. Er reagierte! Den Bogen in einer fliessenden bewegung hochziehen und spannend zielte er kurzfristig auf den vorderen Mann und liess den Pfeil fliegen. Dieser schoss auf den Mann zu und bohrte sich in seine Schulter – leider die Linke, denn er hatte nicht gut gezielt. Von dem Treffer zurück geworfen, stolperte er gegen den Zweiten Mann, brachte diesen aber nicht zu fall, auch wenn er Cyr eine oder Zwei Sekunden Zeit verschaffte.
Kaum war der Pfeil von der Sehne, liess er den Bogen fallen und griff nach seinem Langschwert. Mit einem metallenen Singen fuhr das silberne Schwert aus der Scheide und er konnte es gerade noch rechtzeitig heben, um dem Schwert des ersten Mannes zu begegnen, welcher es von oben herab auf ihn hernieder schwang.
Doch Cyrion blockte nicht! Dafür war sein eigener Schwung zu gering! Er liess die Klinge metallisch kreischend an seiner eigenen entlang laufen und lenkte das feindliche Schwert zur Seite, so das der Mann, welcher rennend das Schwert mit Wucht geführt hatte, von seinem eigenen Schwung weitergetragen wurde und an ihm vorbei stolperte. Ein rascher Tritt mit seinem Stiefel in die Beine liess den Mann stürzen.
Doch da war schon der zweite – ein kräftige Kampfaxt trug er und Cyrion konnte gerade noch sich zur Seite werfen. Weiser Schnee blieb an seinem schwarzen Umhang kleben, als er sich abrollte und in geschmeidiger Bewegung wieder auf die Beine kam.
Schwer atmend funkelte er mit scharfen Augen den Mann an und Schwang das Schwert in einer Links-Rechts-Kombination, um die Axt abzuwehren. Blut rauschte in seinen Ohren und Funken sprangen auf, als die Axt auf das Schwert traf und Cyrion wich zurück, zog den Bauch ein und bog den Rücken, als die Axt knapp an seinem Oberkörper vorbeizog. Da! Der Zweite hatte sich aufgerappelt und kam, das Schwert wieder wild schwingend, zurück gerannt. Er musste sich eilen!
Ein Öffnung tat sich in der Haltung des Mannes auf! Nach vorn stürzend, führte er das Schwert mit geschmeidiger Anmut gegen das Bein seines Gegenübers. Doch während er das Schwert schwang, rutschte er auf den trügerischen Boden aus! Glatteis! Sich das Knie verdrehend, schlug der überraschte Krieger auf dem Boden auf! Rasch versuchte er, am Boden liegend, sich herum zu drehen und das Schwert zu heben! Versuchte sich zu verteidigen! Doch bevor das Schwert auch nur ansatzweise herum war, krachte die Axt in seine Seite, durchschlug Leder und bohrte sich in seine Rippen! Ein Schrei brach von seinen Lippen und die veilchenblauen Augen starrten entsetzt in die Braunen des Strassenräubers, welcher mit einem Grinsen wieder die Axt hob!