Langsam bewegte er sich durch das Unterholz, den Bogen halb gespannt, schlich er vorsichtig über das feuchte Laub, das vom Schnee herabgedrückt kein verräterisches Geräusch von sich gab.
Die Spuren, denen er folgte, waren frisch. Schon lange war er auf der Fährte des Rehes. Das Tier, fett gefressen, um über den Winter zu kommen, hinterliess auf dem Schnee tiefe Spuren, denen er leicht folgen konnte. Auch andere Spuren hinterlies das Reh. Angebissene tiefhängende Ästchen von Bäumen und Büschen, wo die jungen Knospen abgefressen waren. Rinde, die abgerissen wurde, als das Tier hunger hatte. Es war nicht mehr weit. Jeden Moment konnte es hinter einem Baum auftauchen.
So wie es hier und da stehenblieb, um zu äsen, hatte er gut aufgeholt. Heute würde er sich einen wohlschmeckenden Braten holen. Und das Fleisch würde ihn noch viele Tage lang den Bauch füllen. Ihm war klar, das das Tier kränklich sein musste. Vielleicht auch verletzt. Sonst wäre es in einer der Herden beblieben, ob es nun ein Bock oder eine Fährse war. Nur kurz war sein Gedanke zu der Jagdlizenz gegangen, die er nicht besass. Kurz vor dem Winter dergleichen zu verlangen...
Er ruckte kurz mit dem Kopf herum, als er ein Knacken hörte. Doch es war nur ein Ast gewesen, der unter der Schneelast nachgegeben hatte, den kurz darauf war das typische Geräusch erklungen, wenn schwere Schneeklumpen auf dem Boden aufschlugen. Er wandte sich wieder um und ging erneut ein paar Schritt vor. Jäger, der er war, konzentrierte er sich nur auf seine Beute. Doch ab und an wanderten seine Gedanken doch ab, war er es doch geübt, Fährten zu folgen. Rehe gehörten niemanden – nur sich selbst...
Drum jagte er hier, obwohl er nicht wusste, ob er noch in den Ländern von Varuna war oder schon eher bei Bajard oder Rahal. Es war ihm auch gleich.
Der Griff an der Sehne wurde schlaffer. Er hatte etwas entdeckt. Ein dunklerer breiter Streifen in der Ferne. Eine Strasse. Wieder ging er weiter. Die Strasse, die durch den Wald führte – aber wo an dieser Strasse war er? Stillschweigend blickt er nach rechts und links, als er am Rand der Strasse stand. Die Strasse machte eine Biegung und mit den vielen Bäumen war es schwer, etwas zu erkennen... in die andere Richtung war alles frei. Kein Reh zu sehen. Und er konnte nicht erkennen wo genau er war. Das machte nichts. Er würde mit seinem Fang die Strasse entlang in Richtung Stadt gehen.
Raschen Schrittes überquerte er die Strasse, der Blick streifte wieder durch das Unterholz. Wieder schnürte er weiter, den Blick ab und an auf den Boden richtend, Spuren untersuchend. Dann hörte er einen Laut! Knackende Zweiglein, die brachen. Zweige die geschüttelt wurden... Da war das Reh! Eine Fährse... Dabei Knospen von den zweigen eines Busches zu rupfen. Ob es krank war, konnte er nicht feststellen; er musste schnell handeln, bevor es ihn sah.
Doch da knackte es laut. Das Tier blickte erschrocken auf und fand ihn ohne Schwierigkeiten. Kurz nur starrten sie sich gegenseitig an, doch dann sprang es weg, so schnell es seine Beine trugen. Und auch sein Blick riss sich los und schoss zu den Bäumen hinter ihm. Seine Augen weiteten sich, als er zwei abgerissene Gestalten sah, die auf ihn zugerannt kamen, brüllend, als wollten sie ihn allein mit ihrem Gebrüll in die Knie vor Angst zwingen.
Cyrion dachte nicht. Er reagierte! Den Bogen in einer fliessenden bewegung hochziehen und spannend zielte er kurzfristig auf den vorderen Mann und liess den Pfeil fliegen. Dieser schoss auf den Mann zu und bohrte sich in seine Schulter – leider die Linke, denn er hatte nicht gut gezielt. Von dem Treffer zurück geworfen, stolperte er gegen den Zweiten Mann, brachte diesen aber nicht zu fall, auch wenn er Cyr eine oder Zwei Sekunden Zeit verschaffte.
Kaum war der Pfeil von der Sehne, liess er den Bogen fallen und griff nach seinem Langschwert. Mit einem metallenen Singen fuhr das silberne Schwert aus der Scheide und er konnte es gerade noch rechtzeitig heben, um dem Schwert des ersten Mannes zu begegnen, welcher es von oben herab auf ihn hernieder schwang.
Doch Cyrion blockte nicht! Dafür war sein eigener Schwung zu gering! Er liess die Klinge metallisch kreischend an seiner eigenen entlang laufen und lenkte das feindliche Schwert zur Seite, so das der Mann, welcher rennend das Schwert mit Wucht geführt hatte, von seinem eigenen Schwung weitergetragen wurde und an ihm vorbei stolperte. Ein rascher Tritt mit seinem Stiefel in die Beine liess den Mann stürzen.
Doch da war schon der zweite – ein kräftige Kampfaxt trug er und Cyrion konnte gerade noch sich zur Seite werfen. Weiser Schnee blieb an seinem schwarzen Umhang kleben, als er sich abrollte und in geschmeidiger Bewegung wieder auf die Beine kam.
Schwer atmend funkelte er mit scharfen Augen den Mann an und Schwang das Schwert in einer Links-Rechts-Kombination, um die Axt abzuwehren. Blut rauschte in seinen Ohren und Funken sprangen auf, als die Axt auf das Schwert traf und Cyrion wich zurück, zog den Bauch ein und bog den Rücken, als die Axt knapp an seinem Oberkörper vorbeizog. Da! Der Zweite hatte sich aufgerappelt und kam, das Schwert wieder wild schwingend, zurück gerannt. Er musste sich eilen!
Ein Öffnung tat sich in der Haltung des Mannes auf! Nach vorn stürzend, führte er das Schwert mit geschmeidiger Anmut gegen das Bein seines Gegenübers. Doch während er das Schwert schwang, rutschte er auf den trügerischen Boden aus! Glatteis! Sich das Knie verdrehend, schlug der überraschte Krieger auf dem Boden auf! Rasch versuchte er, am Boden liegend, sich herum zu drehen und das Schwert zu heben! Versuchte sich zu verteidigen! Doch bevor das Schwert auch nur ansatzweise herum war, krachte die Axt in seine Seite, durchschlug Leder und bohrte sich in seine Rippen! Ein Schrei brach von seinen Lippen und die veilchenblauen Augen starrten entsetzt in die Braunen des Strassenräubers, welcher mit einem Grinsen wieder die Axt hob!
Glück im Unglück
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Cyrion Sha´Ar
Glück im Unglück
Zuletzt geändert von Cyrion Sha´Ar am Montag 12. Dezember 2005, 22:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Rafael de Arganta
Noch immer war er müde.
Schlaf fand er wenig in der letzten Zeit, da ihm zu viel durch den Kopf ging,
Nachts wurde es spät und des Morgens ließ er es sich oftmals kaum nehmen den Morgen zu begrüssen.
Sei es beim Schwerttraining oder im stillen Gebet.
An diesem Tage war er gerade in Tirell gewesen, um dort für die Grafschaft zu verhandeln, und endlich war alles getan, und er konnte heim reiten.
Es schneite, und Rafael zog sich den Mantel enger um die Schultern, als er von weitem Kampfeslärm hörte.
Sofort trieb er sein Pferd zu einem Galopp an, dem Lärm entgegen, sah gerade noch wie ein Mann stürzte, ein Hüne mit einer Riesen Axt nach ihm schlagen und einen zweiten Angreifer dem Hünen zur Hilfe eilen.
Ohne zu überlegen mischte sich Rafael nun ein.
Dem zweiten Angreifer schnitt er den Weg ab.
Einfach in dem er ihn mit seinem Pferd fast nieder ritt, und dieser sich nur noch mit einem schmerzhaften Sprung retten konnte.
Rafael konnte noch die vor Furcht aufgerissenen Augen des Mannes sehen, bevor dieser sich dann ganz herumwarf und in Panik davon rannte.
Dann wandte Rafael sich sofort in Richtung des Hünen.
Still verfluchte er sich das er die Rüstung nicht trug, doch ward es ihm hier zum Vorteil da er noch bevor sein Pferd zum stehen kam, schon aus dem Sattel war.
Das Schwert ziehend, das mit einem Sirren aus der Scheide fuhr warf er sich vorwärts, seine gesamte Kraft in die Parade werfend, um den nächsten Schlag des Hünen, der sicherlich dem Mann der am Boden lag den Tod geweiht hätte, auf zu halten.
Stahl traf auf Stahl, und nur mit einem Ächzen vermochte er den Schlag ab gleiten zu lassen und die Axt, schlug krachend neben dem verletzten Mann in den Boden ein.
Schnell sah sich der Hüne mit der neuen Gefahr konfrontiert und noch während Rafael sich zwischen ihm und den Verletzten schob, griff er schon wieder an.
In der Plattenrüstung wäre es schwer gewesen dem Hieb aus zu weichen, doch da hätte er sein Schild gehabt, so jedoch drehte er sich einfach nur zur Seite, fasst sein Schwert nun mit beiden Händen und griff seinerseits an.
Mit Kraft konnte er es gegen den Mann nicht aufnehmen. Dieser wusste wohl warum er die Axt als Waffe führte, mit der man selbst Plattenrüstungsteile sprengen konnte. Doch verließ er sich zu sehr auf die Kraft und man konnte schnell erkennen das er wohl sonst kein geübter Kämpfer war.
„Gebt auf, Kerl! Dann wartet eine ordentliche Verhandlung auf euch! “ warnte Rafael ihn, doch der Mann ließ sich nicht beirren. Schlag um Schlag setzte er auf den Ritter an, und Rafael blieb nicht viel mehr als aus zu weichen.
Erst als er merkte das dem Strauchdieb die Luft begann aus zu gehen, griff auch er an.
Erneut forderte er ihn keuchend auf zu geben, erntete aber nur Spott.
Ein Kampf Schwert gegen Axt, wie Rafael fand war ein wenig unausgewogen, besonders wenn die Axt von einem Mann geführt wurde, der mehr Kraft als Verstand zu besitzen schien, doch bisher war er erfolgreich ausgewichen.
Trotz der Kälte kam Rafael ins Schwitzen, und als er dann doch beim Ausweichen, strauchelte, nutzte sein Gegner dies gleich und hieb nach.
Die Schneide der Axt wäre ihm tief ins Fleisch des Armes gefahren, hätte er sich nicht ganz nach hinten fallen lassen, so streifte sie ihn nur schmerzhaft, doch fand er sich nun rücklings auf dem Boden wieder. Im fahlen Mondschein konnte er die Klinge der Axt aufblitzen sehen, als sie nun auf ihn hinabsauste, und Geistesgegenwärtig rollte er sich herum, so das die Axt neben ihm in den Boden schlug.
In jenem Moment, rollte Rafael herum, mit dem Gewicht gegen den Arm, und den Stil der Axt, so das sein Angreifer, der seine Waffe nicht loslassen wollte nach Vorne gezogen wurde, und hob das Schwert im selben Moment ....
Stille....
Mit Grossen Augen sah der Hüne ihn an, und beide blickten nun hinab auf das Schwert das in der Brust des Hünen steckte, der nun mit gebrochenen Augen zur Seite fortkippte.
Nur einen Moment blieb Rafael keuchend und schwer atmend liegen, dann erst erhob er sich.
Nur kurz hielt er sich den blutenden und schmerzenden Arm, dann eilte er zu dem Verletzten um mit Erschrecken zu erkennen wer es war.
Cyrion.
„Himmel noch mal, was macht man nur an solch einem düsteren Abend alleine in einem Wald!“ fluchte er leise, und untersuchte Cyrion sofort. Der Mann brauchte einen Heiler und das schnell. Als Cyrion etwas sagen wollte, verbot Rafael es ihm barsch und bald schon versank dieser in Bewusstlosigkeit.
So gut er konnte verband Rafael den Freund, wohl wissend das er darin sicherlich kein Fachmann war. Dann hob er ihn mühsam auf sein Pferd, um hinter ihm auf zu steigen.
Angelina war nicht zu Hause ... er konnte zu Bertram reiten oder aber .... Solveigh ... ihr Haus lag auf dem Wege. Vielleicht war sie zu Hause.
Also machte er sich auf den Weg gen Varuna.
Leise Temora bittend er möge schnell genug dort ankommen.
Schlaf fand er wenig in der letzten Zeit, da ihm zu viel durch den Kopf ging,
Nachts wurde es spät und des Morgens ließ er es sich oftmals kaum nehmen den Morgen zu begrüssen.
Sei es beim Schwerttraining oder im stillen Gebet.
An diesem Tage war er gerade in Tirell gewesen, um dort für die Grafschaft zu verhandeln, und endlich war alles getan, und er konnte heim reiten.
Es schneite, und Rafael zog sich den Mantel enger um die Schultern, als er von weitem Kampfeslärm hörte.
Sofort trieb er sein Pferd zu einem Galopp an, dem Lärm entgegen, sah gerade noch wie ein Mann stürzte, ein Hüne mit einer Riesen Axt nach ihm schlagen und einen zweiten Angreifer dem Hünen zur Hilfe eilen.
Ohne zu überlegen mischte sich Rafael nun ein.
Dem zweiten Angreifer schnitt er den Weg ab.
Einfach in dem er ihn mit seinem Pferd fast nieder ritt, und dieser sich nur noch mit einem schmerzhaften Sprung retten konnte.
Rafael konnte noch die vor Furcht aufgerissenen Augen des Mannes sehen, bevor dieser sich dann ganz herumwarf und in Panik davon rannte.
Dann wandte Rafael sich sofort in Richtung des Hünen.
Still verfluchte er sich das er die Rüstung nicht trug, doch ward es ihm hier zum Vorteil da er noch bevor sein Pferd zum stehen kam, schon aus dem Sattel war.
Das Schwert ziehend, das mit einem Sirren aus der Scheide fuhr warf er sich vorwärts, seine gesamte Kraft in die Parade werfend, um den nächsten Schlag des Hünen, der sicherlich dem Mann der am Boden lag den Tod geweiht hätte, auf zu halten.
Stahl traf auf Stahl, und nur mit einem Ächzen vermochte er den Schlag ab gleiten zu lassen und die Axt, schlug krachend neben dem verletzten Mann in den Boden ein.
Schnell sah sich der Hüne mit der neuen Gefahr konfrontiert und noch während Rafael sich zwischen ihm und den Verletzten schob, griff er schon wieder an.
In der Plattenrüstung wäre es schwer gewesen dem Hieb aus zu weichen, doch da hätte er sein Schild gehabt, so jedoch drehte er sich einfach nur zur Seite, fasst sein Schwert nun mit beiden Händen und griff seinerseits an.
Mit Kraft konnte er es gegen den Mann nicht aufnehmen. Dieser wusste wohl warum er die Axt als Waffe führte, mit der man selbst Plattenrüstungsteile sprengen konnte. Doch verließ er sich zu sehr auf die Kraft und man konnte schnell erkennen das er wohl sonst kein geübter Kämpfer war.
„Gebt auf, Kerl! Dann wartet eine ordentliche Verhandlung auf euch! “ warnte Rafael ihn, doch der Mann ließ sich nicht beirren. Schlag um Schlag setzte er auf den Ritter an, und Rafael blieb nicht viel mehr als aus zu weichen.
Erst als er merkte das dem Strauchdieb die Luft begann aus zu gehen, griff auch er an.
Erneut forderte er ihn keuchend auf zu geben, erntete aber nur Spott.
Ein Kampf Schwert gegen Axt, wie Rafael fand war ein wenig unausgewogen, besonders wenn die Axt von einem Mann geführt wurde, der mehr Kraft als Verstand zu besitzen schien, doch bisher war er erfolgreich ausgewichen.
Trotz der Kälte kam Rafael ins Schwitzen, und als er dann doch beim Ausweichen, strauchelte, nutzte sein Gegner dies gleich und hieb nach.
Die Schneide der Axt wäre ihm tief ins Fleisch des Armes gefahren, hätte er sich nicht ganz nach hinten fallen lassen, so streifte sie ihn nur schmerzhaft, doch fand er sich nun rücklings auf dem Boden wieder. Im fahlen Mondschein konnte er die Klinge der Axt aufblitzen sehen, als sie nun auf ihn hinabsauste, und Geistesgegenwärtig rollte er sich herum, so das die Axt neben ihm in den Boden schlug.
In jenem Moment, rollte Rafael herum, mit dem Gewicht gegen den Arm, und den Stil der Axt, so das sein Angreifer, der seine Waffe nicht loslassen wollte nach Vorne gezogen wurde, und hob das Schwert im selben Moment ....
Stille....
Mit Grossen Augen sah der Hüne ihn an, und beide blickten nun hinab auf das Schwert das in der Brust des Hünen steckte, der nun mit gebrochenen Augen zur Seite fortkippte.
Nur einen Moment blieb Rafael keuchend und schwer atmend liegen, dann erst erhob er sich.
Nur kurz hielt er sich den blutenden und schmerzenden Arm, dann eilte er zu dem Verletzten um mit Erschrecken zu erkennen wer es war.
Cyrion.
„Himmel noch mal, was macht man nur an solch einem düsteren Abend alleine in einem Wald!“ fluchte er leise, und untersuchte Cyrion sofort. Der Mann brauchte einen Heiler und das schnell. Als Cyrion etwas sagen wollte, verbot Rafael es ihm barsch und bald schon versank dieser in Bewusstlosigkeit.
So gut er konnte verband Rafael den Freund, wohl wissend das er darin sicherlich kein Fachmann war. Dann hob er ihn mühsam auf sein Pferd, um hinter ihm auf zu steigen.
Angelina war nicht zu Hause ... er konnte zu Bertram reiten oder aber .... Solveigh ... ihr Haus lag auf dem Wege. Vielleicht war sie zu Hause.
Also machte er sich auf den Weg gen Varuna.
Leise Temora bittend er möge schnell genug dort ankommen.
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Cyrion Sha´Ar
Schmerz..! Unerträglicher Schmerz... scharfe Wellen des Schmerzes breiteten sich in seiner Brust aus, das er manchmal nicht atmen zu können glaubte. Und das konnte er tatsächlich schwerlich. Mit jedem Atemzug stachen die gebrochenen Rippen in sein Fleisch, hatte er das Gefühl, er müsse die Besinnung verlieren von dem Schmerz, der schwarze Flecken vor seinen Augen erschienen liess. Doch er biss die Zähne zusammen und kniff die Augen zu. Er musste durchhalten! Und wenn es noch so lange dauerte! Musste wachbleiben und den für ihn harten Ritt ertragen! Er durfte nicht einschlafen! Wenn er einschlief, würde er nicht mehr aufwachen. Er wusste das mit der Gewissheit eines Mannes, der dem Tod schon einmal ins Anlitz geblickt hatte. Das Pferd verfiel kurz in Trab und Cyrion schrie auf, als die harten Tritte ihn auf der Kruppe hüpfen liessen.
Nur schwach nahm er wahr, das empfindliche Teile von ihm mit der knochigen Kruppe des Pferdes jedesmal engere Bekanntschaft machte, wenn es in Trab verfiel... Aber dieser Schmerz ging unter in den pulsierenden Nadelspitzen, die wie glühendes Metall durch seine Rippen in seinen restlichen Körper jagten. Er hatte keine Möglichkeiten, sich abzufedern. Übelkeit stieg in ihm auf! Diese Schmerzen... Ein leiser Laut brach von seinen Lippen, einem Stöhnen gleich.
Ein Arm griff fester um seine Tallie und lehnten ihn an eine Brust... Wer war der Mann, der ihn hielt? Eine Stimme sagte ihm, das er durchhalten sollte, sie wären bald da. Die Stimme... Rafael... sein Freund. Er öffnete die Augen und blinzelte sie waren immer noch von Bäumen umgeben. Sein Kopf ruckte nach vorne, als das Pferd stolperte und wieder konnte er es nicht verhindern, das ein Schmerzenslaut über seine Lippen kam. Wieder tanzten schwarze Flecken vor seinen Augen.
Blut... da war Blut auf seinem Bein. War er da auch getroffen worden? Nein... Der Verband war durchgeblutet und färbten das Hemd schwarz. Blutfäden zogen sich über seine Lederhose und verteilten sich in schmierigen Flecken in dem Fell des Pferdes. Er konnte schlecht atmen... Ein Reiz entstand in seiner Kehle und er musste Husten. Aber er hustete kein Blut... kein Kupfergeschmack in seinem Mund. Eine gute Sache. Er lehnte den Kopf an die Schulter des Mannes hinter ihm. Den Kopf zurück gelehnt konnte er besser atmen.
Würde er sterben, bevor er einen Heiler fand... würde ein Heiler ihn retten können? Die Gedankenfetzen wurden von einer neuen Schmerzwelle hinweggespült. „Ahh....“ „Schhh... wir sind gleich da.. Halte durch! Nur noch ein wenig!“ Er hörte die Worte, doch sie drangen kaum zu ihm durch.
„Solveigh...“ Flüsterte er rauh. Er musste plötzlich an sie denken. Er wollte nicht von dieser Welt gehen, ohne sie noch einmal gesehen zu haben. Seine schöne Solveigh mit dem reinen Herzen. „Schhhh. Spare deine Kraft! Wir sind gleich da!“ Wie sinnlos ihm diese Aussage vorkam. Dieser Ritt kam ihm schon wie eine Ewigkeit vor. „Sag ihr... Ich liebe sie...“ Der Mann hinter ihm presste fest die Lippen aufeinander. „Das sagst du ihr selbst!“ Kam es schärfer von Rafael zurück, als wohl beabsichtigt. Schwach drangen die Worte zu Cyrion durch.
Seine Gedanken waren schon weit weg, suchten Heil in der Erinnerung. Weg vom Schmerz... Seine Eltern... Würden sie von seinem Tod erfahren, wenn er denn eintrat? Es war niemand da, der wusste, wo er her kam. Wie sollten die Raben der Wildrose, seine Leute, von ihm erfahren? Raben... er konnte ihre krächzenden Schreie hören. Vögel, die den Winter über da blieben und vom kleinen Tod kündigten und die Seelen der Toten zu ihren Ahnen brachten. Würden sie seine Seele zu seiner Heimat tragen? Würden sie ihn zu seinen Ahnen bringen? Fast war ihm, als könne er seine Grosseltern sehen, den ehrwürdigen Cronn Sha'Ar und seine ruhige und aufgeweckte Frau Deidre. Würde er seinen Urahn treffen? Den legendären Raven Sha'Ar? Schmerz riess ihn in die Wirklichkeit zurück, als das Pferd wieder kurzfristig in Trab verfiel. Rasch zügelte Rafael es, wollte er dem Freund doch den Schmerz ersparen. Erneut stöhnte die hochgewachsene Gestalt, deren Arme schlaff zur Seite hingen. Dann krampfte er sich zusammen und hustete heftig. Ermattet lehnte er sich wieder an Rafaels Brust. Er kämpfte weiterhin mit dem wachbleiben. Es war ein Fehler an seine Familie zu denken! Wer die Toten sah, war ihnen schon näher als den Lebenden! Doch schloss er wieder die Augen und biss die Zähne zusammen... Er würde einfach wachbleiben müssen! Er würde durchhalten!
Nur schwach nahm er wahr, das empfindliche Teile von ihm mit der knochigen Kruppe des Pferdes jedesmal engere Bekanntschaft machte, wenn es in Trab verfiel... Aber dieser Schmerz ging unter in den pulsierenden Nadelspitzen, die wie glühendes Metall durch seine Rippen in seinen restlichen Körper jagten. Er hatte keine Möglichkeiten, sich abzufedern. Übelkeit stieg in ihm auf! Diese Schmerzen... Ein leiser Laut brach von seinen Lippen, einem Stöhnen gleich.
Ein Arm griff fester um seine Tallie und lehnten ihn an eine Brust... Wer war der Mann, der ihn hielt? Eine Stimme sagte ihm, das er durchhalten sollte, sie wären bald da. Die Stimme... Rafael... sein Freund. Er öffnete die Augen und blinzelte sie waren immer noch von Bäumen umgeben. Sein Kopf ruckte nach vorne, als das Pferd stolperte und wieder konnte er es nicht verhindern, das ein Schmerzenslaut über seine Lippen kam. Wieder tanzten schwarze Flecken vor seinen Augen.
Blut... da war Blut auf seinem Bein. War er da auch getroffen worden? Nein... Der Verband war durchgeblutet und färbten das Hemd schwarz. Blutfäden zogen sich über seine Lederhose und verteilten sich in schmierigen Flecken in dem Fell des Pferdes. Er konnte schlecht atmen... Ein Reiz entstand in seiner Kehle und er musste Husten. Aber er hustete kein Blut... kein Kupfergeschmack in seinem Mund. Eine gute Sache. Er lehnte den Kopf an die Schulter des Mannes hinter ihm. Den Kopf zurück gelehnt konnte er besser atmen.
Würde er sterben, bevor er einen Heiler fand... würde ein Heiler ihn retten können? Die Gedankenfetzen wurden von einer neuen Schmerzwelle hinweggespült. „Ahh....“ „Schhh... wir sind gleich da.. Halte durch! Nur noch ein wenig!“ Er hörte die Worte, doch sie drangen kaum zu ihm durch.
„Solveigh...“ Flüsterte er rauh. Er musste plötzlich an sie denken. Er wollte nicht von dieser Welt gehen, ohne sie noch einmal gesehen zu haben. Seine schöne Solveigh mit dem reinen Herzen. „Schhhh. Spare deine Kraft! Wir sind gleich da!“ Wie sinnlos ihm diese Aussage vorkam. Dieser Ritt kam ihm schon wie eine Ewigkeit vor. „Sag ihr... Ich liebe sie...“ Der Mann hinter ihm presste fest die Lippen aufeinander. „Das sagst du ihr selbst!“ Kam es schärfer von Rafael zurück, als wohl beabsichtigt. Schwach drangen die Worte zu Cyrion durch.
Seine Gedanken waren schon weit weg, suchten Heil in der Erinnerung. Weg vom Schmerz... Seine Eltern... Würden sie von seinem Tod erfahren, wenn er denn eintrat? Es war niemand da, der wusste, wo er her kam. Wie sollten die Raben der Wildrose, seine Leute, von ihm erfahren? Raben... er konnte ihre krächzenden Schreie hören. Vögel, die den Winter über da blieben und vom kleinen Tod kündigten und die Seelen der Toten zu ihren Ahnen brachten. Würden sie seine Seele zu seiner Heimat tragen? Würden sie ihn zu seinen Ahnen bringen? Fast war ihm, als könne er seine Grosseltern sehen, den ehrwürdigen Cronn Sha'Ar und seine ruhige und aufgeweckte Frau Deidre. Würde er seinen Urahn treffen? Den legendären Raven Sha'Ar? Schmerz riess ihn in die Wirklichkeit zurück, als das Pferd wieder kurzfristig in Trab verfiel. Rasch zügelte Rafael es, wollte er dem Freund doch den Schmerz ersparen. Erneut stöhnte die hochgewachsene Gestalt, deren Arme schlaff zur Seite hingen. Dann krampfte er sich zusammen und hustete heftig. Ermattet lehnte er sich wieder an Rafaels Brust. Er kämpfte weiterhin mit dem wachbleiben. Es war ein Fehler an seine Familie zu denken! Wer die Toten sah, war ihnen schon näher als den Lebenden! Doch schloss er wieder die Augen und biss die Zähne zusammen... Er würde einfach wachbleiben müssen! Er würde durchhalten!
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Solveigh
Leer und ausgepumpt.
Solveigh wusste, dass sie das richtige getan hatte, ihr möglichstes.
Sie hatte nur eine ungefähre Ahnung was genau in Cyrions Körper geschehen war. Aber sie wusste mitlerweile wie es sich richtig anfühlen musste und sie hatte nur allzudeutlich gemerkt was falsch war.
Die Rippen zu richten, die Splitter zu entfernen, sie überhaupt nur zu finden bei all dem Blut, das Nähen, war eine Sache gewesen. Das Chaos zum heilen zu bringen bevor er unter ihren Fingern wegstarb, einfach verblutete etwas ganz Anderes.
Es hätte nicht sein dürfen, nicht so, nicht diesen Mann, den sie liebgewonnen hatte und der sie annahm wie sie war.
Sie lag hinter dem Haus, suchte Kontakt mit der Erde trotz all der Kälte und war in eine dicke Decke gehüllt. Der Schnee fiel auf ihr Haupt und die Erschöpfung lies sie schnell wegdämmern.
Gedankenfetzen. Hätte sie es vorher abbrechen müssen ? Hatte sie sich übernommen ? Kann man sich übernehmen wenn man zu retten versuchte, was einem doch so lieb war ?
Verausgabt hatte sie sich bis sie neben ihm zusammengeklappt war, und sich letztlich nur noch hinausschleppen konnte.
Cyrion war in einen tiefen Schlaf gesunken, von dem sie hoffte dass er und ihre Mühe wirklich heilsam waren und er durchkommen würde.
Gesunken, Cyrion ... warum sank sie immer mehr in Boden ? Sank sie in den Boden ? ... Hätte sie sich nicht deswegen erschrecken müssen ?
Bilder, woher kamen ? ... ein Mann mit einer Axt, hässliches Grinsen ... metallisches blitzen, Schmerzen ... keine Luft, tut das weh, ich bekomme keine Luft ! ... alles dreht sich, dunkel ...
Endlose Schwäche und doch raste das Herz, Fallen ... Hilflosigkeit, Ergebenheit ... warum hällt mich denn niemand fest ? Ganz eng, dass ich weis, dass du da bist.
Schemen ... Wer ist diese Frau ? ... Der Kopf fährt herum, ... Solveigh, der Griff nach der Hand ... sie lässt nicht los.
Die Bilder, der Schrecken verschwanden wie die Schmerzen, versackten in der Erde, nach und nach. Ruhe kam über die kraftlose, schlafend schneebedeckte Gestalt, irgendwo hinter einem Haus am winterlichen Rande Varunas.
Solveigh wusste, dass sie das richtige getan hatte, ihr möglichstes.
Sie hatte nur eine ungefähre Ahnung was genau in Cyrions Körper geschehen war. Aber sie wusste mitlerweile wie es sich richtig anfühlen musste und sie hatte nur allzudeutlich gemerkt was falsch war.
Die Rippen zu richten, die Splitter zu entfernen, sie überhaupt nur zu finden bei all dem Blut, das Nähen, war eine Sache gewesen. Das Chaos zum heilen zu bringen bevor er unter ihren Fingern wegstarb, einfach verblutete etwas ganz Anderes.
Es hätte nicht sein dürfen, nicht so, nicht diesen Mann, den sie liebgewonnen hatte und der sie annahm wie sie war.
Sie lag hinter dem Haus, suchte Kontakt mit der Erde trotz all der Kälte und war in eine dicke Decke gehüllt. Der Schnee fiel auf ihr Haupt und die Erschöpfung lies sie schnell wegdämmern.
Gedankenfetzen. Hätte sie es vorher abbrechen müssen ? Hatte sie sich übernommen ? Kann man sich übernehmen wenn man zu retten versuchte, was einem doch so lieb war ?
Verausgabt hatte sie sich bis sie neben ihm zusammengeklappt war, und sich letztlich nur noch hinausschleppen konnte.
Cyrion war in einen tiefen Schlaf gesunken, von dem sie hoffte dass er und ihre Mühe wirklich heilsam waren und er durchkommen würde.
Gesunken, Cyrion ... warum sank sie immer mehr in Boden ? Sank sie in den Boden ? ... Hätte sie sich nicht deswegen erschrecken müssen ?
Bilder, woher kamen ? ... ein Mann mit einer Axt, hässliches Grinsen ... metallisches blitzen, Schmerzen ... keine Luft, tut das weh, ich bekomme keine Luft ! ... alles dreht sich, dunkel ...
Endlose Schwäche und doch raste das Herz, Fallen ... Hilflosigkeit, Ergebenheit ... warum hällt mich denn niemand fest ? Ganz eng, dass ich weis, dass du da bist.
Schemen ... Wer ist diese Frau ? ... Der Kopf fährt herum, ... Solveigh, der Griff nach der Hand ... sie lässt nicht los.
Die Bilder, der Schrecken verschwanden wie die Schmerzen, versackten in der Erde, nach und nach. Ruhe kam über die kraftlose, schlafend schneebedeckte Gestalt, irgendwo hinter einem Haus am winterlichen Rande Varunas.